Hallo zusammen,
ich bin etwas überrascht, erfreut und dabei irgendwo Stolz auf unsere Jungs, weil wie es scheint sie unter sehr schlechten Voraussetzungen sehr gut spielen. Nach diesem System (2-2-2) spielen wir bereits seit der G-Jugend (somit ca. 4 Jahre). Nun konnte ich keine tatsächlich gestützten Erfahrungen zum 2-2-2 raus lesen, daher möchte ich die Chance nutzen um tatsächlich gesammelte Erfahrungen zum Thema beizutragen.
Ich möchte hierzu vorzugsweise eher den Ist-Zustand der letzten Saison in den Vordergrund rücken (F-Jugend 2003er bis auf einen 2004er).
Unsere Motto/Vorgaben zu der Aufstellung: Hinten rum wird möglichst über Außen gespielt. (Die Vorgabe, dass wir gemeinsam noch Vorne und nach Hinten spielen versteht sich von selbst.)
Ein Standard-Beispiel wie es in jedem Spiel vorkommt wenn unser Torwart zu einem Abwehrspieler den Abstoß macht (es erfolgt eher selten der Abschlag zum Mittelfeldspieler/Stürmer und meist nur dann, wenn beide Abwehrspieler gedeckt sind
). Je nach Situation spielt der Abwerspieler mit dem Torwart, dem anderen Abwehrspieler, dem Mittelfeldspieler bzw. dem Stürmer oder geht in das 1gg1.
Die Ausgangs Situation könnte man dann so in etwa nach simulieren:
--x----x----x----x--
----V-----------V----
--------TW---------
Die X habe ich verwendet, weil wir keine genauen Vorgaben hier haben und die Jungs sich von selbst im Bereich des Mittelfelds so hinstellen.
Um den Rahmen nicht zu sprengen werde ich nicht auf jede Möglichkeit genau eingehen - stehe aber gerne Rede und Antwort für konkrete Fragen bereit - und fasse mich daher nun kurz zusammen.
-Es gibt immer einen Spielaufbau bei uns, welchen die Jungs selbst Wählen.
-Es kommen Flanken aus dem Halbfeld, von der Nähe der Eckfahne oder von der Grundlinie (näher zum Tor).
-Auch gibt es Solos im 1gg1 egal ob man letzter "Mann" ist oder wo anders auf dem Feld.
-Es kommen Schüsse aus der zweiten Reihe und teils auch ganz mutige von der Mittellinie (Die meisten jedoch aus dem "16er").
-Es wird über die beiden Verteidiger "kontrolliert" die Seite gewechselt.
Die Verteidiger bleiben nicht am eigenen Tor stehen, sondern bewegen sich je nach Situation eher als Anspielstation.
Um bei Ballverlust die wie so oft nach vorn gebolzten Bälle abzufangen haben wir eine Regel: Einer der beiden Abwehrspieler ist für das Abfangen der gebolzten Bälle verantwortlich der andere darf aktiv mit angreifen. (Eine schnelle Einigung ist durch nur 2 Spieler garantiert.)
Das 2-2-2 ist nichts anders als ein 3-3 um 90° gedreht. Durch die Vorgabe möglichst über Außen zu spielen haben wir in unserer Mannschaft nie das Problem mit der Lücke im Mittelfeld gehabt - auch aus praktischer Sicht -. "Gebolzt" wurde insofern, wenn nicht über den Torwart gespielt wurde, nur um die Spielseiten zu wechseln. Bei einer misslungen Aktion wird somit nur ein Einwurf riskiert.
Als einen großen Vorteil sehe ich im 2-2-2, dass die Jungs jederzeit wissen wer der offensivere und wer der defensivere Spieler auf der jeweiligen Seite ist. Insgesamt funktioniert und harmonierte bei uns das 2-2-2 aber eher wohl daran, dass die Jungs sich so gut der vorgegebenen Situation angepasst haben. Sonst kann ich mir das deutliche Ergebnis der letzten Saison nicht erklären.
Wichtig zu erwähnen evtl. ist auch, dass wir die Positionen der Spieler im Spiel unabhängig vom Ein-/Auswechseln rotieren ca. alle 10 Min.
Allerdings würde ich es eher vorziehen bei der gewohnten Aufstellung zu bleiben, auch wenn ich hier jetzt eines besseren belehrt wurde. ![]()
