Beiträge von Follkao

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    Habe ich doch schon geschrieben: Rasenmähereltern. Bevor er Stress bekommt, machst Du es lieber.


    Das ist Dein gutes Recht. Kann jeder für sich selbst entscheiden, wie er Selbständigkeit vermittelt.

    So nun sage mir mal bitte wie es bei uns zuhause zugeht ????

    Das hängt davon ab, wie alt Dein Sohn ist.
    Ab der E-Jugend können sich Kinder mit Unterstützung der Eltern (z.B. "denk daran, Dich abzumelden") selbst um diese Dinge kümmern. Ab der D sollte es schon alleine klappen und in der C auf jeden Fall.


    Um Deine Frage zu beantworten:
    Wenn Dein Sohn also D und älter ist, lernt er nicht Verantwortung für SEINE Bereiche zu übernehmen. Er kann sich darauf verlassen, dass Du das für ihn übernimmst und muss sich erst gar keinen Kopf darum machen.
    Verantwortung zu übernehmen, lernt man nicht von heute auf morgen. Das ist ein Prozess, bei dem im Laufe der Zeit immer mehr Verantwortlichkeit beim Kind/Jugendlichen liegen muss.


    Ich habe als E-Trainer den Deal mit den Eltern wie oben gehabt. Z.Zt. trainiere ich eine D. Abmeldungen durch Eltern machen für mich nur Sinn, wenn das Kind so krank ist, dass es nicht mehr sprechen und auch kein Smartphone bedienen kann.


    Manchmal fragen Eltern, ob sich ein Kind schon abgemeldet hat. Das ist genau der Deal wie oben beschrieben, dass die Eltern das kontrollieren und ihr Kind dabei unterstützen.


    Ich nehme immer mehr das Phänomen der Rasenmähereltern wahr, die alle Probleme ihrer Kinder präventiv wegmähen, so dass das Kind damit gar nicht erst konfrontiert wird. Und genau das machst Du auch:

    Um aber unnötigen Stress vorzubeugen, sage ich dann lieber schnell ab.

    Charles De Goal
    Dein eigentliches Problem ist, diese Jugendlichen sich offensichtlich nicht selbst um ihre Termine kümmern können. Wenn 13/14-Jährige sich nicht selbst bei Dir abmelden können, lässt das schon tief blicken, wie es da zu Hause zugeht...

    Ich bin im Grundlagenbereich auf jeden Fall für konsequente Einteilung nach Jahrgang. Das ist eine klare Linie. Die Leistungsschere innerhalb eines Jahrgangs ist in dem Bereich normalerweise nicht so groß, als dass das ein erfahrener Trainer nicht händeln könnte.

    Mit der Erfahrung von 10 aufeinanderfolgenden Jahrgängen als Trainer im Grundlagenbereich, kann ich Dir sagen, dass Du da falsch liegst. Ich habe es in der Zeit häufiger erlebt, dass die Top 3 des jüngeren Jahrgangs deutlicher stärker als das Mittelfeld des älteren Jahrgangs waren. 2-3 Mal waren die Top 3 des jüngeren Jahrgangs sogar die stärksten der Mannschaft.
    Wir hatten auch schon Mannschaften, die zu 80% aus dem älteren Jahrgang bestanden, und in Staffeln gg. mittelmäßige Jungjahrgänge gut aufgehoben waren.
    Jahrgänge zu mischen, um eine starke Erste zu haben, ist eine Sache. Macht man es, um ALLE auf dem für sie passenden Niveau Fußball spielen zu lassen, ist es etwas anderes.

    Wir müssen dabei gar nicht immer nur an die Förderung der Talente des jüngeren Jahrgangs denken. Auch den weniger talentierten Spielern des älteren Jahrgangs bietet man ggf. die Möglichkeit, auf dem für sie passenden Niveau zu trainieren und zu spielen.

    Wir hören oft das Argument, die Stärkeren verlören den Spaß. Das gilt für die Schwächeren bei permanenter Überforderung auch.
    Im Beispiel des Threaderstellers spielen die beiden Mannschaften allerdings in derselben Staffel. Im Grunde würde man lediglich die später schwächere Mannschaft zum Abschuss freigeben. Gäbe es eine Neueinteilung nach ein paar Spielen, wäre es aber auch in diesem Fall o.k.

    Grundsätzlich: Vereine, mit einer gewissen Größe fordern so die talentierten und fördern die weniger talentierten Spieler.

    Ich gebe auch noch zu bedenken, das man als faire Mannschaft, wo der Schiri schon vorher weiß, mit denen gibt's eh keine Probleme, gewiß nicht benachteiligt wird. Außer der SChiri läßt sich von ständig rufenden Trainern und Eltern beeinflußen. Dann ist es ärgerlich.

    Da stimme ich weitestgehend zu. Erfahrene Schiris lassen sich da nicht beeinflussen. Sehr junge Schiris werden von einem Hampelmann sehr wohl beeinflusst.

    kein Kind braucht einen hampelnden Clown am Spielfeldrand, der sich über den Schiri aufregt. Oft genug erlebt, aber nie, das eine Mannschaft danach auf einmal besseren Fußball spielte. Eher wurde dann alles angezweifelt, so deutlich es auch war.

    Ganz im Gegenteil. Man liefert den Spielern damit Ausreden. Plötzlich ist der Schiri für alles verantwortlich - sogar für die eigenen Fehler.

    Aber warum sollten die helfen wenn unsere Mannschaft nicht beteiligt ist, oder eine andere Veranstaltung gemacht wird. Verstehe da voll die Eltern.

    Man sollte helfen, weil ein Verein nicht nur aus einer Mannschaft besteht. Es gibt auch Veranstaltungen, die für den ganzen Verein sind und deren Erträge vielleicht sogar Dinge finanzieren, die allen zugute kommen.

    Vereinsleben funktioniert nicht, wenn ich nur mich sehe.

    Grundsätzlich finde ich es richtig, wenn jeder die Möglichkeit bekommt, auf seinem persönlichen Niveau zu spielen und zu trainieren. Insofern bin ich auch ein Freund von Mannschaftseinteilungen unter Jahrgangsmischung mit dem Ziel der Leistungshomogenität.
    Dafür sind allerdings ein paar Voraussetzungen notwendig:

    • Es gibt die Möglichkeit, jede Mannschaft in der für sie passenden Spielklasse zu melden.
    • Der Verein hat über alle Jahrgänge eine gewisse Mindestgröße (min. 3 Mannschaften pro Altersklasse im Kleinfeld)

    Das Wichtigste ist für mich aber: Die Vereinsführung (Jugendleiter, Jugendvorstand, Abteilungsvorstand oder wer auch immer) entscheidet das und er entscheidet es nicht jedes Jahr neu, sondern bleibt bei dieser Linie. Es darf dabei nicht um einen Doppeljahrgang gehen, sondern um die generelle Ausrichtung.
    Dass Eltern das mit Blick auf einen Doppeljahrgang anders sehen, mag vorkommen. Davon darf man die Entscheidung aber auf keinen Fall abhängig machen.

    Wenn Du in einer Jungenmannschaft einen guten Fußballer für schlechtes Verhalten sanktionierst, setzt Du für alle ein Zeichen. Wow - auch DER darf sich nicht alles erlauben. Auch seine Kumpels würden das vielleicht nicht äußern - aber es wäre in ihren Augen trotzdem richtig.
    Machst Du dasselbe bei einem Mädchen, hast Du schlimmstenfalls die ganze Clique gegen Dich. Wahrscheinlich erfährst Du das erst gar nicht - aber es kann sich immer weiter hochschaukeln.


    Jungs sagen oft "Wir müssen nicht 11 Freunde sein. Wir spielen nur zusammen Fußball." So oberflächlich sind Mädchen nicht. Da gibt's immer Allianzen.

    Libra

    Viele Deiner Erfahrungen habe ich im Laufe der Jahre auch gemacht. In einigen wenigen Fällen habe ich mich auch zu einem Spruch hinreißen lassen, den ich mir im Nachhinein betrachtet auch hätte sparen können. Es bringt einfach nichts.

    Bei den 50:50-Entscheidungen will ich das auch niemandem vorwerfen, dass man die Vereinsbrille auf hat. Davon will ich mich nicht einmal selbst freisprechen.
    Was kann man machen? Mit anderem Beispiel vorangehen und selbst ordentliche Schiris stellen. In den Klassen, in denen keine Schiris angesetzt werden, empfehle ich unseren Trainern, auf unsere Jungschiris zurückzugreifen. Natürlich muss sich das für die Jungs lohnen und der Verein übernimmt dafür auch die Kosten. Wenn ich der gegnerischen Heißkiste vorm Spiel sage "Heute pfeift ein 14-jähriger Jungschiri, der vor 1 Monat die Prüfung gemacht hat. Wir möchten gerne, dass er hinterher auch noch Lust auf den Job hat.", habe ich noch keinen erlebt, der ausfallend wurde.

    Und diese Jungs pfeifen wirklich neutral. Ich glaube, die meisten Strafstöße gegen meine Mannschaften haben unsere eigenen Schiris gepfiffen :D

    Was ich übrigens noch nerviger finde, als einen einseitig pfeifenden Schiri, ist ein Schiri der parallel ein Team auf dem Platz coacht.

    EnterTrainer

    Ich weiß nicht, ob jeder unter dem "Verein-im-Verein" dasselbe versteht. Für mich sind das Mannschaften, die in ihrer eigenen Welt leben und vom Rest des Vereins abgekoppelt sind.

    Beispiele sind:

    • Keine oder kaum Teilnahme an Veranstaltungen des Gesamtvereins
    • Eigene Entscheidungen bzgl. Neuzugängen und ggf. sogar deren Ansprache
    • Keine Absprachen mit Mannschaften derselben Altersgruppe und der Jugendleitung bzgl. Trainingsinhalten
    • Elternschaft bildet eigene, verschworene Gruppe => daraus folgt oft, dass man bereit ist, sich bei Veranstaltungen der eigenen Mannschaft einzubringen, bei Veranstaltungen des Vereins eher nicht ("Was haben WIR davon...?")
    • Oft starke Ergebnisfokussierung bei Trainer und Elternschaft
    • Eigene, häufige und einseitige Berichterstattung (!)
    • Oft Konkurrenzdenken bzgl. anderer Mannschaften derselben Altersgruppe im eigenen Verein
    • "Geschlossene Gesellschaft"

    Dann gibt's oft noch so ein paar Nebenaspekte, die man immer wieder sieht, aber nicht nur auf den Verein-im-Verein zutreffen...

    Man kann das auch anders sehen. Für mich ist es positiv, wenn ein Trainer dazu in der Lage ist, in seiner Mannschaft einschließlich den dazugehörigen Eltern ein Gemeinschaftsgefühl samt Teamgeist zu erzeugen. Weder Eltern noch Kinder sind zunächst mit dem Verein verbunden. Über eine Mannschaft, mit der man ein Gemeinschaftserlebnis erfährt, wird langfristig aber durchaus auch eine Identifikation mit dem gesamten Verein erzielt.

    Grundsätzlich bin ich da bei Dir. Dein letzter Satz beschreibt aber etwas, was ich so bislang noch nicht beobachten konnte.
    Der Verein-im-Verein bildet sich früh im Kinderfußball. Die Quittung bekommt der Verein in der D, spätestens in der C, wenn ich für meine Großfeldmannschften 18er-20er Kader brauche.

    Eine Mannschaftseinteilung einzig und allein aus Sicht des Gesamtvereins führt dagegen zu einer Abwertung der in den Mannschaften gewachsenen sozialen Beziehungen. Die Konsequenz ist, dass es für das einzelne Kind völlig egal ist, bei welchem Verein es spielt. Wechsel zu anderen Vereinen sind die logische Konsequenz.

    Ziel des Vereins muss es sein, soziale Bindungen auf Vereinsebene wachsen zu lassen. Wenn ein Fremder das Kind fragt "Wo spielst Du?", soll die Antwort nicht heißen "In der E1." sondern "Beim FC Heimatdorf."
    Günstigstenfalls spielt es dann keine Rolle mehr, in welcher Mannschaft ich spiele, wenn es man nur der FC Heimatdorf ist.

    Wir sind da natürlich im Idealbereich. Ich bin mir bewusst, dass dieser Idealbereich schwer zu ereichen ist.

    Du glaubst gar nicht, wie oft ich schon gehört habe "Ihr könnt die Mannschaft doch nicht auseinanderreißen." Dabei will niemand etwas auseinanderreißen. Man stellt die Mannschaften nur neu zusammen...


    Es gibt gute Pro/Contra Argumente für alle 3 Optionen, wichtig ist, dass der Verein eine klare langfristige Strategie hat und diese auch offen kommuniziert.

    Das ist das A und O. Wenn man hier im Forum von Problemen bei der Mannschaftseinteilung liest, haben diese Fälle immer eins gemeinsam: Es gibt keine klaren Regeln/Vorgaben seitens der Jugendleitung.

    Für mich z.B. stehen die Interessen der von mir trainierten Mannschaft und die meiner Spieler ganz klar vor denen des Vereins.

    Das ist aus Deiner Sicht als Trainer EINER Mannschaft auch vollkommen nachvollziehbar. Andere sind in ihrer Funktion aber für mehrere Mannschaften über mehrere Altersgruppen verantwortlich. Da muss man manchmal Entscheidungen treffen, die für einen schlecht sind, dafür aber für drei andere gut.

    Und nur weil jemand nicht bezahlt wird, heißt das ja nicht, dass alles so läuft wie er will. Der andere Trainer wird ggf. auch nicht bezahlt...

    Verein heißt, dass man vereint etwas macht - nicht jeder für sich...

    Jedoch halte ich beide Ausgangslagen nicht für vergleichbar.

    Ja und nein.
    Wenn wir jemanden in die unterste Mannschaft einteilen, heißt das "Du spielst Dritte (Vierte, Fünfte,...) oder gar nicht." Hier sagt ein Verein "Du spielst Erste oder gar nicht." Vergleichbar ist, dass man dem Spieler keine Alternativen lässt.
    Unterschied ist, dass es im einen Fall um einen weniger talentierten und im anderen Fall um einen eher talentierten Spieler geht.
    Die meisten Vereine (wir auch) würden das freiwillige Runtergehen mitmachen. Aber letzten Endes heißt das, dass man talentierten Spielern Alternativen lässt, die man den weniger talentierten Spielern nicht lässt. Hier haben wir jetzt einen Verein, der beiden keine Alternativen lässt. Ob das gut oder schlecht ist, kann ich in Unkenntnis des konkreten Falles nicht beurteilen.

    Nach meiner Erfahrung scheint bei diesem Thema der Übergang von der E Jugend (7:7) zur D-Jugend besonders problematisch zu sein, insbesondere auch deshalb weil viele Vereine ab der D-Jugend Spielgemeinschaften eingehen (müssen).

    Diese Problematik zeigt sich immer dann, wenn Mannschaften -aus welchen Gründen auch immer- neu eingeteilt werden und es seitens der Jugendleitung keine definierten, über mehrere Jahre gelebten Vorgaben gibt.
    Die Altersklasse spielt dabei keine Rolle.


    Wenn man als Verein in einzelnen Mannschaften die "Verein-im-Verein-Problematik" vorher geduldet hat, wird dieser Vorgang noch heftiger.