EnterTrainer
Ich weiß nicht, ob jeder unter dem "Verein-im-Verein" dasselbe versteht. Für mich sind das Mannschaften, die in ihrer eigenen Welt leben und vom Rest des Vereins abgekoppelt sind.
Beispiele sind:
- Keine oder kaum Teilnahme an Veranstaltungen des Gesamtvereins
- Eigene Entscheidungen bzgl. Neuzugängen und ggf. sogar deren Ansprache
- Keine Absprachen mit Mannschaften derselben Altersgruppe und der Jugendleitung bzgl. Trainingsinhalten
- Elternschaft bildet eigene, verschworene Gruppe => daraus folgt oft, dass man bereit ist, sich bei Veranstaltungen der eigenen Mannschaft einzubringen, bei Veranstaltungen des Vereins eher nicht ("Was haben WIR davon...?")
- Oft starke Ergebnisfokussierung bei Trainer und Elternschaft
- Eigene, häufige und einseitige Berichterstattung (!)
- Oft Konkurrenzdenken bzgl. anderer Mannschaften derselben Altersgruppe im eigenen Verein
- "Geschlossene Gesellschaft"
Dann gibt's oft noch so ein paar Nebenaspekte, die man immer wieder sieht, aber nicht nur auf den Verein-im-Verein zutreffen...
Man kann das auch anders sehen. Für mich ist es positiv, wenn ein Trainer dazu in der Lage ist, in seiner Mannschaft einschließlich den dazugehörigen Eltern ein Gemeinschaftsgefühl samt Teamgeist zu erzeugen. Weder Eltern noch Kinder sind zunächst mit dem Verein verbunden. Über eine Mannschaft, mit der man ein Gemeinschaftserlebnis erfährt, wird langfristig aber durchaus auch eine Identifikation mit dem gesamten Verein erzielt.
Grundsätzlich bin ich da bei Dir. Dein letzter Satz beschreibt aber etwas, was ich so bislang noch nicht beobachten konnte.
Der Verein-im-Verein bildet sich früh im Kinderfußball. Die Quittung bekommt der Verein in der D, spätestens in der C, wenn ich für meine Großfeldmannschften 18er-20er Kader brauche.
Eine Mannschaftseinteilung einzig und allein aus Sicht des Gesamtvereins führt dagegen zu einer Abwertung der in den Mannschaften gewachsenen sozialen Beziehungen. Die Konsequenz ist, dass es für das einzelne Kind völlig egal ist, bei welchem Verein es spielt. Wechsel zu anderen Vereinen sind die logische Konsequenz.
Ziel des Vereins muss es sein, soziale Bindungen auf Vereinsebene wachsen zu lassen. Wenn ein Fremder das Kind fragt "Wo spielst Du?", soll die Antwort nicht heißen "In der E1." sondern "Beim FC Heimatdorf."
Günstigstenfalls spielt es dann keine Rolle mehr, in welcher Mannschaft ich spiele, wenn es man nur der FC Heimatdorf ist.
Wir sind da natürlich im Idealbereich. Ich bin mir bewusst, dass dieser Idealbereich schwer zu ereichen ist.
Du glaubst gar nicht, wie oft ich schon gehört habe "Ihr könnt die Mannschaft doch nicht auseinanderreißen." Dabei will niemand etwas auseinanderreißen. Man stellt die Mannschaften nur neu zusammen...
Es gibt gute Pro/Contra Argumente für alle 3 Optionen, wichtig ist, dass der Verein eine klare langfristige Strategie hat und diese auch offen kommuniziert.
Das ist das A und O. Wenn man hier im Forum von Problemen bei der Mannschaftseinteilung liest, haben diese Fälle immer eins gemeinsam: Es gibt keine klaren Regeln/Vorgaben seitens der Jugendleitung.