Beiträge von Follkao

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    Wenn es nach dem Motto "Gehts rund und spielts Fußball" läuft, ist mir das zu wenig.

    Genau das ist eine Spielform nicht.

    In einer Spielform hast Du als Trainer ein klares Ziel und sorgst durch Aufbau und/oder Regeln dafür, dass immer wieder Situationen entstehen, die Dein Trainingsziel sind.

    Vielleicht mal ein Beispiel:
    Funino ist bekannt. Die Regeln an sich verfolgen ja schon das Ziel "Spielintelligenz". Wenn Du die Regeln ein klein wenig veränderst, kannst Du mit demselben Aufbau komplett neue oder auch sehr spezifische Ziele verfolgen. Mit der Regel, dass jede Mannschaft einen festen Spieler in der eigenen, defensiven Abschlusszone haben muss, veränderst Du das Spiel komplett. Man hat plötzlich immer einen Überzahlspieler hinter sich. Es wird damit für die verteidigende Mannschaft deutlich schwerer, den Ball zu erobern. Wenn Du jetzt die Regel änderst, dass der tiefe Spieler nicht mehr ein fester sein muss, sondern man tauschen kann, entdecken die Spieler, wie man durch Positionstäusche an anderen Stellen des Platzes Überzahl herstellen kann.


    Anderes Beispiel:
    Ziel ist defensives 1:1. Ich kann irgendwelche Übungen aufbauen, mit einem Ballführenden und einem Verteidiger. Langweilig und kommt so im Spiel selten vor.
    Ich kann auch ein Spielfeld aufbauen, spiele im 4:4 und bestimmte Linien darf der Ball nur im Dribbling überqueren. Das sind die Stellen, an denen ich das 1:1 forciere. Jetzt werde ich reichlich frontales 1:1 in diesem Spiel haben. Wenn ich statt der Linien Hütchentore nehme, durch die der Ball nach Balleroberung per Dribbling muss, entstehen Situationen, in denen der Verteidiger das 1:1 am Flügel anwendet.

    Ein solches Training ist aber sehr vorbereitungsintensiv.


    Bei technischen Themen kommst Du natürlich nicht ganz ohne Übungsformen aus. Aber auch die kann man kurz machen und bald in eine Spielform wechseln.

    Bei der Übernahme haben wir den Fokus extrem aufs Passpiel gerichtet und siehe da...die letzten 6 Spiele wurden alle gewonnen....aber...

    Mit ein paar Maßnahmen kannst Du die Ergebnisse einer F-Jugend schnell verbessern. Das ist aber nicht unbedingt nachhaltig. Erkennst Du in diesem Beispiel jetzt ja auch.


    Aber noch 'ne andere Frage: Ihr ward in der letzten Saison ältere F. Hat es aufgrund der vorherigen Ergebnisse eine Neueinteilung der Staffeln im Frühjahr gegeben, so dass Eure Siege gegen entsprechend schwache Gegner eingefahren wurden; vielleicht sogar gegen Jungjahrgänge? Spielt Ihr jetzt als Jungjahrgang evtl. auch gegen Altjahrgänge?

    Ich schaue neidisch auf das Spiel der Gegner. Pässe in den Rückraum, durch die Schnittstelle, spielverständnis, kopfbälle, ruhiger Spielaufbau, Flanken. Alles das was Fusball ausmacht und wie wir gerne spielen macht der Gegner nur wir nicht mal im Ansatz.

    Wie kommt man dahin? Das wichtigste Wort in Deiner Ausführung habe ich mal fett markiert und unterstrichen. Spielverständnis (man spricht eigentlich eher von Spielintelligenz) bekommt man durch Spielen mit steuernden Regeln.
    In der von Dir bedienten Altersklasse sollten die Spielformen idealerweise im 2:2 bis 4:4 (inkl. Über-/Unterzahl) gespielt werden.

    Es wird erklärt wie diese Übungen funktionieren und wieso man dies macht. Aber nichts wird im Spiel umgesetzt....

    Sie können diese Übungen nicht ins Spiel übertragen, weil ihr es nicht in einer Spielsituation geübt habt.

    Für mich ist das Wochenende aber gelaufen.

    Betrachte es mal von einer anderen Seite: Du lässt Dir das Wochenende vermiesen, weil 9-Jährige nicht so Fußball gespielt haben, wie Du es Dir vorgestellt hattest? So einfach lasse ich mir das Wochenende nicht vermiesen...

    Zum Hochziehen kann man keine allgemeingültigen Bewertungen abgeben. Man muss jeden Einzelfall individuell betrachten. Diesen Einzelfall muss man aber auch regelmäßig neu bewerten. Was in der U11 gut und richtig war, kann in der U12 schon vollkommen falsch sein.

    Zwei Jahre hochzuziehen ist natürlich krass. Dabei muss halt auch immer die soziale Komponente im Blick sein.

    Was ich aber ganz wichtig finde: Solche Entscheidungen dürfen Trainer und Eltern auf keinen Fall alleine treffen. Das letzte Wort muss die neutrale (!) Jugendleitung haben.

    Ist es aber ein körperlich überlegener Kontrahent, versucht er es erst gar nicht und spielt eher einen Pass zum Mann oder dreht wieder ab.

    Er geht also nur ins 1:1, wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, es zu gewinnen. Das kann man als clever aber auch als ängstlich ansehen. Er scheut offensichtlich das Risiko.
    Ihm und der ganzen Mannschaft muss bewusst sein, dass Ballverluste im 1:1 erlaubt sind. Niemand in der Mannschaft darf für einen Ballverlust kritisiert werden. Weder vom Trainer noch von Mitspielern und erst recht nicht von Eltern. Ist das gewährleistet? Auch er selbst muss Ballverluste seiner Mitspielern hinnehmen.

    Mittel erster Wahl sind die von Trainer E angesprochenen Spielformen, die ins 1:1 zwingen.

    Das können z.B. auch Linien sein, die der Ball nur im Dribbling überqueren darf.

    Günstig sind auch 2:3-Spielformen, bei denen jede Spielfortsetzung mit Ballbesitz des Unterzahlteams beginnt.

    Könnte an seinem Alter liegen (will ich an dieser Stelle nicht verraten, ansonsten glaubt ihr mir die o.g. Schilderungen nicht )


    Aber das wissen wir doch auch so...;)

    Auf jeden Fall ist er deutlich jünger als seine Kontrahenten, dementsprechend körperlich nicht auf dem gleichen Niveau.

    Das Passspiel ist oft eine Vermeidungsstrategie talentierter -aber körperlich unterlegener- Spieler. Hier sehen wir definitiv einen Nachteil des "Hochziehens". Ich will das aber nicht pauschalisieren. Oft überwiegen die Vorteile.

    Wie kann ich ihn dazu animieren sich öfter für das Dribbling zu entscheiden?

    Was brauche ich denn für ein erfolgreiches offensives 1:1? Technik, Geschwindigkeit, Körper.
    Während in der F-Jugend oft noch eine einzelne dieser Eigenschaften reicht, brauche ich später zwei - und eine davon ist immer Geschwindigkeit. Technik hat er offensichtlich, Körper nicht. Da Du eine F trainierst, gehört das 1:1 auf jeden Fall in Deinen Lehrplan. Und das beinhaltet auf jeden Fall das Fintieren. Hier musst Du dann tatsächlich auch etwas in Übungsformen machen. Häufigster Fehler beim Fintieren ist die fehlende "Explosion" bei der Ausbruchbewegung.
    Und genau da wäre ein Ansatzpunkt: Fintieren, deutliche Ausbruchbewegung mit Tempoverschärfung. Achte mal auf konkret diesen Aspekt.

    inwiefern kann man mit Gesprächen unterstützen?

    Gar nicht.

    Indem Du das bei einem Kind dieses Alters in Gesprächen thematisiert, kannst Du ihn nur noch mehr hemmen.

    Spielformen im 1:1 bis max 3:3 sind in dieser Altersgruppe das Mittel.

    Gehe ich recht in der Annahme, dass Du NICHT sein Trainer bist?

    Ich habe ihm erklärt (versucht zu erklâren,) dass er kein Eintrittsgeld zum Zuschauen bezahlt hat sindern selber Teil des Spiels ist... Einmal wollte ich auf dem Platz abkassieren :)

    Das wird ein F-Jugend-Kind kaum verstehen.

    Was dabei rumkommt: Er bekommt das Gefühl, dass Fußball wahnsinnig wichtig sein muss. Für ihn ist es aber ein Spiel. Und das sollte es auch sein.

    Meine Frage an das Forum wäre:

    Ab welcher Alterstufe sollte man vorwiegend Ergebnis-orientiert aufstellen?

    Sehe das ähnlich wie Trainer E und Goodie

    An einer Altersklasse kannst Du das nicht festmachen. Eher an Spielklasse und Vereinsausrichtung.
    Ein paar Beispiele:

    • A-Jugend, unterste Spielklasse, Tabellenmittelfeld - Warum sollte man hier ergebnisorientiert aufstellen?
    • C-Jugend, Bezirksliga, Ab- oder Aufstiegskampf, starker Nachfolgejahrgang - Hier muss man auf's Ergebnis achten.

    Zwischen diesen beiden Beispielen gibt's reichlich denkbare Abstufungen.

    Trotzdem bin ich kein Gegner von einer Einteilung in Mannschaften nach Leistung, wenn man die Möglichkeit bei mehreren F-/E-Mannschaften hat.

    Da bin ich durchaus bei Dir. Vereine, die aufgrund ihrer Größe die Möglichkeit haben, Mannschaften leistungshomogen einzuteilen, können solche Probleme sicherlich minimieren. Ob das schon in der F-Jugend oder erst in der E sinnvoll ist, lasse ich mal dahingestellt.
    Das setzt aber voraus, dass man die Mannschaften dem Leistungsstand entsprechend für den Spielbetrieb melden kann. Ferner muss auch die dann untere Mannschaft einen Trainer bekommen, der altersgerecht arbeitet.

    Es müssen also ein paar Voraussetzungen gegeben sein.

    1.
    Bei uns beginnen die Kinder mittlerweile schon mit 4 Jahren. Dadurch haben wir 14 Jahre Jugendzeit , wenn 18-jährige noch in der A-Jugend spielen.

    Zu meiner Zeit wurde frühestens mit 6 Jahren, eher mit 7 Jahren mit dem Fußball begonnen.

    Du machst mit einem 4-Jährigen ja nicht das, was Du früher vielleicht mit einem 7-Jährigen gemacht hättest.
    Die Rechnung "Wer mit dem Jugendfußball eher beginnt, kann auch eher damit wieder aufhören." geht für mich nicht auf.

    2.

    Der kurzfristige positive Effekt für die Senioren.

    Sie bekommen zwei Jahrgänge auf einmal.

    Bei uns werden mittlerweile immer A-Jugendliche für die Senioren am Wochenende abgegriffen.

    Dadurch ist die Motivation der 18-Jährigen eher niedrig, nochmal bei den Junioren zu spielen.

    Und das ist das eigentliche Problem. Der Seniorenbereich greift die Spieler möglichst früh ab. Für mich ist das ein wichtiger Aspekt bei der A-Jugend-Problematik. Indem man alles um ein Jahr verschiebt, kapituliert man davor.


    Im NFV hat man in der Jugendordnung die Regeln für mögliche Pilotprojekte festgelegt.

    https://www.nfv.de/fileadmin/u…ordnung-Stand-06-2019.pdf

    Schaut mal in §3a

    Bin gespannt, ob sich Kreise rantrauen und wie die Erfahrungen dann sind.

    ich glaube, wenn viele Trainer ehrlich mit sich selbst wären, würde die Aussage nicht lauten: der wird sowieso nix mehr, der hört sowieso irgendwann auf. SONDERN: der bringt MICH im Moment nicht weiter, mit dem gewinnen wir nichts.

    Natürlich ist das so.
    Machen wir uns nix vor: (Eltern-)Trainer in F- und G-Jugend haben meistens max. 0-4 Jahre Kifu-Erfahrung mit genau einem Jahrgang. Mit dieser "Erfahrung" maßen sich dann einige an, beurteilen zu können, wer mit dem Fußball sowieso bald aufhört und wer zu höherem berufen ist.

    Ihr glaubt gar nicht, wie oft ich mit dieser Einschätzung in den letzten 10 Jahren daneben gelegen hätte...

    Ich finde es jedenfalls sehr entspannt, ein Team ohne eigenes Kind zu trainieren. Kann ich echt empfehlen

    Da kann ich nur zustimmen.


    Wenn die Kinder in der F-Jugend nach normalerweise schon zwei Jahren G-Jugend immer noch Blümchenpflücker sind wird es nichts mehr mit Fußball im Verein.

    Wow. Kühne These. Zu dieser Einschätzung bist Du durch Erfahrung mit wievielen unterschiedlichen Jahrgängen gekommen?

    Ich kenne nämlich auch andere Beispiele, die dann in der E- oder D-Jugend durchgestartet sind.

    leider nicht. Die hören vorher auf weil sie einfach nicht genug Bock auf Fußball haben. Diese Lust kommt nicht nach drei Jahren auf einmal...

    Es sollte aber nicht der Trainer entscheiden, dass sie besser aufhören sollten...

    sind die Kids was grösser und haben was neues und anderes gesehen, was ihnen mehr zusagt, sind sie halt weg bei anderen Sportarten, wo sie dann keine Blümchen pflücken sondern bei mir z.B. jetzt einer, der lieber alleine in der Kletterhalle die Wände hochklettert...ganz ehrlich, das war aber auch bereits vor 30 Jahren so zu meiner Jugendzeit.

    ...und das ist ja auch o.k., wenn sie diese Entscheidung treffen.


    Ich kenne tatsächlich Spieler in A/B und sogar im Seniorenbereich, die in der G Blümchenpflücker waren.


    Vielen Vereinen wird langsam klar, dass unsere zukünftigen Probleme nicht sein werden, ob wir genügend gute Spieler haben, sondern ob wir genügend Spieler haben. Trainer auf dem Kleinfeld wollen das oft nicht hören und denken auch gar nicht 4 Jahre weiter. Da müssen Verantwortliche reingrätschen. Natürlich können wir nicht alle bis zur A-Jugend halten. Aber wir können es uns nicht mehr leisten, Spieler zu verlieren, weil Trainer meinen, dass es mit denen sowieso nix wird.

    Ferner geht es hier darum, dass ein Trainerteam die Trainerkinder extrem bevorzugt. Grundtenor bei vielen ist, dass die Bevorzugung der Trainerkinder bis zu einem gewissen Maße o.k.

    Dass ich das hier so lese, wundert mich. Andererseits ist es natürlich das, was ich auf den Plätzen auch wahrnehme.

    nur dazu: ein F2 Jugendlicher ist 7... mit 10 spielt man E1.

    Richtig. Vor 10 Jahren (ich schrieb nicht mit 10 Jahren) konnte sich ein 7-Jähriger alleine anziehen und duschen. Ich wundere mich, dass 7-Jährige das heute nicht mehr können.

    Das Einzige, wobei sie damals evtl. Hilfe brauchten, war das Schuhe zubinden.

    Goodie
    Als ich noch eine F-Jugend trainiert habe, habe ich das so gehandhabt:

    "Da wir einen Kader von xx Kindern haben, machen wir das so, dass jeder von Euch 2x pro (z.B.) Hallensaison aussetzt. So bekommen alle genügend Spielzeit." Absolut jeder F-Jugend-Spieler versteht das. Auch Trainerkinder verstehen das. Eltern bekommen einen Plan, wer wann aussetzt. Wenn Sohn dran war: "Heute bist Du dran mit aussetzen. Nimm Deine gepackte Tasche bitte mit. Falls jemand ausfällt, springst Du ein." Da hat niemand genörgelt. Denn es handelte sich um eine abgesprochene Regel, die für alle galt.


    Was Deine Beschreibung des Spieltages angeht: Den Spielbericht hast Du doch zu Hause schon fertig. Bei SBO sowieso. Und falls Du den noch papierhaft führen musst, habe ich den immer mit den Worten "Ihr könnt doch schon lesen und schreiben." und der Passmappe ein paar Mamas indie Hand gedrückt. Habe ihnen gesagt, wer heute nicht dabei ist und hatte nix mehr damit zu tun.

    In dieser Zeit helfen die anderen Eltern ihren Kindern beim Umziehen oder halten die erste Kaffeetasse fest.

    In der Zeit helfen die anderen Eltern ihren Kindern beim Umziehen und sind schon wieder auf dem Heimweg.

    Es musste damals niemand seinem Kind beim Umziehen und Duschen helfen. Das bekam ein F-Jugendlicher vor 10 Jahren noch alleine hin.

    Wenn die Bälle und Materialien eingesammelt werden.

    Ab der F-Jugend können das die Kinder machen.


    Man hat für das eigene Kind also genausoviel Zeit wie für alle anderen. Und alle anderen brauchen nach der Ankunft auf dem Sportplatz keine elterliche Betreuung mehr.


    Der Spieltag muss also absolut kein Stress für den Trainer sein.

    Und je nach Trainingsbeteiligung könnte man locker 3 Teams stellen. Jedes Team hätte bei 6 Trainern insgesamt im Schnitt 2 Trainer.

    Nach meiner Erfahrung sind die Kinder solcher Trainer aber absolute Top-Talente, die auf keinen Fall in der Zweiten oder Dritten (oder welcher darunter liegende Mannschaft auch immer) spielen können.

    Wer sich an der Trainingsarbeit beteiligt verdient eine größere Chance das sein Kind spielt als jemand der nur zusieht und nichts weiter auf andere Art ( z.B. Verkauf bei den Spielen) zum Mannschaftsleben beiträgt.

    Kannst Du drehen und wenden, wie Du willst. Dass ein Kind aufgrund der Tätigkeit der Eltern mehr Rechte als andere hat, da kommen wir nicht auf einen Nenner.
    Was ist den mit den Kindern von Vorständen, Sponsoren und Platzwarten...? Vielleicht investieren die noch mehr Zeit und Geld als Trainer... Wir Trainer nehmen uns oft zu wichtig, was man auch in dieser Diskussion wieder beobachten kann.

    "Ich mache schließlich... Also darf mein Kind..." Andere machen auch... Darf dessen Kind auch...?

    Das man dann auch noch am Wochenende sein eigenes Kind nicht mitnimmt zu den Spielen ist nun wirklich Zuviel verlangt. Da würde sich auch die Mutter bedanken wenn der Vatertrainer sich dann auch noch ohne eigenes Kind stundenlang auf den Sportplätzen rumtreibt.

    Warum? Du kannst es doch mitnehmen. Wenn es mit Aussetzen dran ist, spielt es halt nicht.

    Ich trainiere übrigens schon seit Jahren kein eigenes Kind. Ich treibe mich also Woche für Woche "ohne eigenes Kind stundenlang auf Sportplätzen rum". Nein, meine Frau "bedankt" sich nicht. Sie unterstützt mich in meinen Hobbies, wie ich sie in ihren Hobbies unterstütze.

    Nicht um ihr Hobby zu fröhnen sondern um in erster Linie den eigenen, aber auch dazu den anderen Kindern sinnvollen Vereinsfußball zu ermöglichen.

    Du meinst also der Vatertrainer ist nicht Trainer einer Mannschaft, sondern Trainer eines Kindes, das noch 12 andere dabeihat?

    Die meisten Vatertrainer kommen doch eher dadurch zu den Job weil es sonst keiner machen möchte.

    Ja. Das war bei mir damals auch so. Ich habe mich aber immer als Trainer einer Mannschaft gesehen. Und alle Mitglieder dieser Mannschaft haben das Recht auf eine gerechte Behandlung. Kein Mitglied dieser Mannschaft hat Sonderrechte, weil ich etwas mache, was andere nicht machen.


    Ich mache mir bei Kleinfeldspielen übrigens manchmal einen Spaß daraus, zu erraten, welches Kind denselben Nachnamen wie der Trainer trägt. Nach 5 Minuten gucke ich dann in den Spielbericht. Meistens liege ich richtig... :D

    Sicher ist das falsch. Man tendiert aber sicher eher in diese Richtung.

    Der eine tediert in die eine Richtung - der andere in die entgegengesetzte Richtung. Ich habe durchaus persönliche Erfahrungen mit dem einen oder anderen Fehler, den ich hier kritisiere, weil ich ihn selbst gemacht habe. In den Zeiten, in denen ich eigene Kinder trainiert habe (<50% meiner Trainerzeit), hatte mein älterer zunächst auch eher Nach- als Vorteile.
    Ich habe das dann erkannt. Naja... Ehrlich gesagt hat er mich darauf gebracht...
    Ich habe später peinlich darauf geachtet, dass er exakt die Behandlung bekommt wie alle anderen. Als ich Jahre später meinen jüngeren Sohn trainierte, habe ich das sofort umgesetzt.

    Dass für sie exakt die Regeln der anderen galten, hat ihnen bei ihren Mannschaftskollegen übrigens viel Respekt eingebracht.
    Ich wollte nicht mehr der Vater sein, der sie trainiert, sondern der Trainer, der zufälligerweise auch ihr Vater ist.

    Das der Trainersohn immer dabei ist, sollte für alle Eltern klar sein.

    Dass das Trainerkind dabei ist sehe ich auch so .

    Es war für meinen Sohn damals vollkommen selbstverständlich, dass für ihn exakt die Regeln galten, dir für die anderen auch galten.
    Wenn er aussetzen musste, ist er natürlich mitgefahren - hat aber nicht gespielt. Das haben viele andere genauso gehandhabt.

    Ich denke man hat eher das Problem, das man seinem Sohn zuwenig Spielzeit gibt, weil man andere

    auf keinen Fall benachteiligen möchte.

    Auch das ist falsch. Das Trainerkind soll aus meiner Sicht keine Vorteile aber auch keine Nachteile haben.

    Weil der Papa, wenn er das richtig macht, viele Stunden auch abseits des Trainings und Spielbetriebs in ein Team investiert. Und das in der Regel kostenlos und neben dem Beruf. Bei mir sind das für meine F-Jugend zwischen 3-8 Stunden jede Woche zusätzlich zu dem Thema Training , Auf und Abbau , Fortbildungen, Lehrgängen, Erste Hilfe Kurse, Zeit bei Ämtern (Führungszeugnisse beantragen),Spielbetrieb......

    Dafür, dass der Trainer seinem Hobby Fußballtrainer nachgeht, muss dessen Kind mit höherer Spielzeit belohnt werden? Leuchtet mir nicht ein.