Wenn es nach dem Motto "Gehts rund und spielts Fußball" läuft, ist mir das zu wenig.
Genau das ist eine Spielform nicht.
In einer Spielform hast Du als Trainer ein klares Ziel und sorgst durch Aufbau und/oder Regeln dafür, dass immer wieder Situationen entstehen, die Dein Trainingsziel sind.
Vielleicht mal ein Beispiel:
Funino ist bekannt. Die Regeln an sich verfolgen ja schon das Ziel "Spielintelligenz". Wenn Du die Regeln ein klein wenig veränderst, kannst Du mit demselben Aufbau komplett neue oder auch sehr spezifische Ziele verfolgen. Mit der Regel, dass jede Mannschaft einen festen Spieler in der eigenen, defensiven Abschlusszone haben muss, veränderst Du das Spiel komplett. Man hat plötzlich immer einen Überzahlspieler hinter sich. Es wird damit für die verteidigende Mannschaft deutlich schwerer, den Ball zu erobern. Wenn Du jetzt die Regel änderst, dass der tiefe Spieler nicht mehr ein fester sein muss, sondern man tauschen kann, entdecken die Spieler, wie man durch Positionstäusche an anderen Stellen des Platzes Überzahl herstellen kann.
Anderes Beispiel:
Ziel ist defensives 1:1. Ich kann irgendwelche Übungen aufbauen, mit einem Ballführenden und einem Verteidiger. Langweilig und kommt so im Spiel selten vor.
Ich kann auch ein Spielfeld aufbauen, spiele im 4:4 und bestimmte Linien darf der Ball nur im Dribbling überqueren. Das sind die Stellen, an denen ich das 1:1 forciere. Jetzt werde ich reichlich frontales 1:1 in diesem Spiel haben. Wenn ich statt der Linien Hütchentore nehme, durch die der Ball nach Balleroberung per Dribbling muss, entstehen Situationen, in denen der Verteidiger das 1:1 am Flügel anwendet.
Ein solches Training ist aber sehr vorbereitungsintensiv.
Bei technischen Themen kommst Du natürlich nicht ganz ohne Übungsformen aus. Aber auch die kann man kurz machen und bald in eine Spielform wechseln.
