Beiträge von Follkao

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    Unsere C-Juniorinnen (2/3 der Mannschaft Jahrgang 2006, 1/3 der Mannschaft D-Juniorinnen Jahrgang 2007, keine 2005er) spielen in der D-Junioren-Runde und halten da sehr gut mit. Auch im vorherigen Verein meiner Tochter haben die C-Juniorinnen in der D-Junioren-Runde mitgespielt und sind dort sogar Vizemeister geworden.

    Um welche Spielklassen geht's da denn eigentlich?

    Vor einigen Jahren habe ich mal ein Spiel zwischen einer gemischten männlichen C-Jugend (vermutlich Bezirksliga) und einer Damen-Landesligamannschaft gesehen.

    Die Damen waren komplett chancenlos. Ich kann mich jetzt nicht erinnern, ob's zweistellig ausgegangen ist, aber viel hat auf jeden Fall nicht dran gefehlt.

    Ist wohl eher so , dass die U 14 Jungs nicht zu schwach sein sollten.

    Wenn die Mannschaft Deiner Tochter also gegen gute, gleichaltrige männliche C-Jugenden gut aussieht, dürfte sie gegen die Damenmannschaften auch nicht so schlecht aussehen.

    Gewechselt wird bei 10-minütiger Spielzeit dann zum ersten Mal so ab Minute 4 oder 5. Dann meist so ab Minute 6-8 die nächsten beiden nacheinander.

    Das heißt, dass Du 1-2 Spieler auf dem Platz hast, die 8 Minuten Hallenfußball am Stück spielen. Das ist in leichten Spielen sicherlich locker zu machen. In intensiven Spielen mit gleichstarken Gegnern sieht das anders aus. Versuch das einfach mal selbst: 8 Minuten Hallenfußball unter Volldampf gegen einen gleichstarken Gegner, wenn Du bereits 3-5 Spiele und 45 Minuten Pause hinter Dir hast.

    Ich vermute mal, dass es Dir dann genauso ergeht, wie Deinen Spielern. Nämlich so:

    Doch dann lief auf einmal gar nichts mehr. Einzelne Jungs haben nicht mehr mitverteidigt oder Tempo gemacht im Angriff.

    Nach meiner Erfahrung sind in der Halle max. 5 Minuten Vollgas am Stück machbar. Ich spiele am liebsten mit 2 gleichstark eingeteilten Blöcken, die ich je nach Spielzeit hälftig oder gedrittelt auf dem Feld lasse.

    während beim Blockwechsel alle von 0 auf 100 starten müssen.

    Das ist nach meiner Erfahrung oft genau der Zeitpunkt, in dem man Tore macht, weil sich der Gegner auch auf eine komplett neue Formation einstellen muss.

    Hätten wir früher wechseln sollen?

    Da stellt sich die Frage: Wie wechselt Ihr denn? Und das nicht nur bezogen auf das eine Spiel, sondern auf den ganzen Tag? Mit welcher Kadergröße fahrt Ihr zu Turnieren?

    Das anstregenste an Turnieren ist nach meiner Erfahrung die Wartezeit zwischen den Spielen. Oft hat man vor dem Finale oder 1/2-Finale die längste Wartezeit.

    Wenn man in den "einfachen" Vorrundenspielen einen festen Wechselplan durchzieht, macht es keinen Sinn, den in den Entscheidungsspielen zu ändern.

    Wer im funino pässe nur nach hinten erlaubt um den raum zum Dribbling zu erkennen,

    Mit derselben Spielform kannst Du auch den individualtaktischen Attackemoment des pressenden Stürmers trainieren.
    Wenn Du zusätzlich Pässe innerhalb der eigenen Dev-Zone zu allen Seiten erlaubst, wird daraus eine gruppentaktische Einführung ins Angriffspressing.

    Das sind für mich die geilsten Spielformen, in denen ich nur durch die Veränderung meines Coachings ganz andere Trainingsziele verfolgen kann.

    Ich glaube immer noch, es hängt auch von den Spielern ab.

    Natürlich hängt Dein Vorgehen von den Spielern.

    Dieser Satz wird mir aber zu oft als Ausrede benutzt. Bis vor wenigen Jahren hieß es im Großfeldbereich oft, man habe nicht das "Spielermaterial" um 4er-Kette zu spielen. Tatsächlich fehlte eher Trainermaterial, das sie vermitteln konnte.

    Grundsätzlich bin ich vollkommen bei euch! Spielnah ist sinnvoller als einfachste Passübungen.

    Aber bei meinem Kader bin ich trotzdem der Überzeugung, dass denen auch Technik-Übungen etwas bringen, bei denen immer der Ball kontrolliert werden muss.

    Dafür opfere ich aber keinen riesigen Zeitanteil, sondern nur etwas im Mittelteil.

    Ich bin inzwischen de Ansicht, dass eine geringere Anzahl der Wiederholungen in Spielsituationen mehr bringt als eine hohe, spielferne Wiederholungsrate.

    Es geht also darum, Spielformen zu entwickeln, die Dein Trainingsziel (z.B. Passen) möglichst oft in einer Spielsituation wiederholen.
    Was ist am Ende des Tages besser: Der technisch korrekte Pass, der aber nicht ankommt, weil ich mir alle Zeit für die korrekte Ausführung genommen habe? Oder der technisch schlampige Pass, der ankommt, weil ich erkannt habe, dass ich in dieser Situation schnell sein muss?

    Ich würde sogar so weit gehen und gar keine isolierten Übungen machen sondern ausschließlich Spielformen. Ein Freund von mir hat das mal bei einer E-Jugend gemacht und der Lernfortschritt war enorm.

    Ich habe das ab älterer F -nahezu- konsequent -durchgezogen-

    Da ich nicht mit einem Jahrgang durch die Altersstufen gehe, sondern über einen längeren Zeitraum mit unterschiedlichen Jahrgängen in einer Altersstufe bin, habe ich hier unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
    Der erste Jahrgang, mit dem ich das machte, hat nach wenigen Monaten Riesenfortschritte gemacht.

    Als ich mit dem Folgejahrgang wieder genauso angefangen habe, habe ich die Kinder komplett überfordert.

    Ich musste in der Intensität erst ein paar Schritte rückwärts machen. Spielformbasiertes Training ist anspruchsvoll - und zwar für Spieler und Trainer gleichermaßen. Manche Spieler/Mannschaften brauchen länger bis es "wirkt" - und der Trainer auch ;)
    Ich gehe jetzt die 5. Saison stark spielformbasiert vor - aber ich sehe mich weiterhin als Anfänger...

    Wie kann man hier weiter Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit leisten? Was macht ihr zu diesem Thema bei euren Vereinen?

    Wir haben da ein Bündel von Maßnahmen

    • Alle Trainer im Kleinfeld bekommen vor der Saison eine kleine theoretische Funino-Einführung.
      Es geht dabei nicht nur darum, was Funino ist, sondern auch darum, was Funino bewirkt und mit welchen Varianten man im Training arbeiten kann.
    • Angebot zum Demotraining
      Das aber möglichst im Rahmen einer Veranstaltung, bei der es normal ist, dass die Kinder von unterschiedlichen Trainern trainiert werden. Sonst fühlen sich manche vorgeführt. Also ganz dünnes Eis...
      Wenn's denn klappt, ist es wichtig die Veränderungen im spielerischen Verhalten mit dem Kollegen zu besprechen.
      Klar ist aber, dass eine Mannschaft, die erstmalig mit Funino konfrontiert wird, zunächst in ihren alten Mustern bleibt. "Halte Deine Position. Schlag den Ball nach vorne...." usw.
      Mit ein paar offenen Fragen bekommen die Kinder oft neue Idee "Wo ist der gefährliche Bereich? Von wo kann man Tore schießen? Wie ist das leicht zu verteidigen, wie schwer? Was bringt mir das zweite Tor? Wie kann ich mir das Eindribbeln zunutze machen?" Mit diesen Fragen setzt nahezu immer eine Veränderung im Spiel ein. An der Stelle braucht der Kollege dann Coaching. "Diese Lösung haben die Kinder nicht gefunden, weil ich sie ihnen gesagt habe. Die Spielregel hat sie zur Lösung gebracht."
    • Da der Prophet im eigenen Lande ja oft nichts gilt, kannst Du Support von außen holen. Kurzschulung 16 heißt zwar 4:4 im Kinderfußball, Du wirst den Referenten aber sicher dazu bringen können, Funino mit aufzunehmen. Schön ist daran, dass die Trainer es selbst ausprobieren und alles aus der Sicht eines Spielers sehen können.
    • Ihr habt zwei NLZ in Eurer Stadt. Beide haben auch 'ne Fußballschule. Beide arbeiten mit Funino.
      Versuch doch Referenten für eine KiFu-Schulung mit Fokus auf Funino zu bekommen.

    Die nächste Sitzung ist 2 Tage vor Meldeschluss der Rückrunde ...

    Dafür wirst Du damit allerdings zu spät sein.

    Letzte Saison in der E Jugend lief es besser.

    Du sagst in der E-Jugend lief es besser. Ist das, was ich im Zitat fett markiert habe, in der E-Jugend so praktiziert worden?
    In diesem Falle gehört das zur Ursache des heutigen Problems. Mit diesen Dingen kannst Du auf dem Kleinfeld als Trainer bezogen auf die Ergebnisse recht erfolgreich sein. Gute Fußballer bildest Du so nicht aus. Die Quittung bekommt man schon ab der D; spätestens aber beim 11er Fußball in der C.
    Der Anteil der KiFu-Trainer an der Ausbildung guter Fußballer wird oft nicht gesehen. Die Quittung für das, was KiFu-Trainer an der Ausbildung versaut haben, bekommen allerdigs auch oft andere.

    Ziel des Spiels über den Dritten, ist es, den Ball zu einem nicht direkt anspielbaren Mitspieler zu bringen, der eine oder mehrere neue Optionen hat. Dein rechter Stürmer hat aber keine Optionen. Ganz im Gegenteil - er hat eine hohe Chance, den Ball zu verlieren.

    Um bei Deinem Beispiel oben zu bleiben: Der Ball in die Tiefe von Rongier auf Simon ist das Ziel des Spiels über den Dritten.

    Also hat der zentrale Mittelfeld spieler (war immer Ausgangssituation) zum linken Spieler gespielt. Dieser spielt den Ball auf den Stürmer, der klatschen lässt auf den Stürmer rechts von ihm (der hat sich vorher frei gelaufen). Und die schwarzen Linien zeigen wie ich das spiel über den Dritten gezeigt habe.

    Mag ja alles klappen. Aber was willst Du an der Stelle mit dem Ball? Du bringst den Ball mitten in die 6 Gegenspieler, also dahin, wo der Gegner jetzt schon am dichtesten formiert ist.

    Würde es nicht mehr Sinn machen, über die linke Seite hinter die Kette zu kommen?

    Meine Tochter trainiert am Stützpunkt und gehört zur Verbandsauswahl U14. Wir mussten noch nie ein Spiel deswegen absagen oder der Verein ein Spiel verlegen. Die Spiele finden in den allermeisten Fällen an den Wochenenden statt, höchstens mal ein Pokalspiel unter der Woche. Stützpunkttraining ist montags und die Lehrgänge der Auswahl finden auch nicht am Wochenende statt.

    Sieht in unserer Region anders aus. Bei den Jungs kriegen wir Trainer in Normalo-Vereinen das nicht so mit. Spätestens ab der U15 hast Du da fast nur noch NLZ-Spieler in der Verbandsauswahl.

    Die Mädchen spielen in diesem Alter noch bei den Jungs in Normalo-Vereinen. In manchen Phasen sind sie wegen verschiedener Auswahlen so oft abwesend, dass Du einen weiteren Kaderplatz einplanen kannst.

    Ist sie nicht gerade erst gewechselt?

    Damit Mädchen ihrer Begabung entsprechend gefördert werden , müssen sie irgendwann in einen größeren Verein wechseln .

    Da ist bei den Jungs nicht anders

    In bessere Jungsmannschaften ( Bezirk oder Landesliga)zu kommen ist fast unmöglich , was vielleicht noch eine ortsnahe Lösung wäre .

    Wieviele Mädchen kennst Du, die einen Stammplatz in der männlichen C-Jugend-Landesliga haben? Hast Du Dir schon einmal ein LL-Spiel in der C-Jugend angesehen? Das ist die zweithöchste Klasse in der C-Jugend... Das Niveau ist dort definitiv höher, als in der B-Juniorinnen Bundesliga.
    Mir sind 3 Fälle bekannt, in denen Mädchen einen Stammplatz in der C-Jugend-LL hatten. 2 von ihnen waren Nationalspielerinnen; eine davon zu diesem Zeitpunkt bereits im U16-Alter. Wir reden hier also über absolute Top-Talente.

    In der Bezirksliga kenne ich ein paar mehr Fälle - aber auch dort ist es nicht automatisch so, dass NFV-Auswahlspielerinnen das Niveau mitgehen können. Unsere niedersächsischen Erst- und Zweitligisten lassen ihre C-Juniorinnen allesamt auf Kreisebene spielen; teils sogar bei der D-Jugend oder in unteren Klassen auf Kreisebene. Die schießen da nicht alles weg. Einzelne Mädchen können bei den Jungs in der Bezirksliga und höher mithalten - das sind aber Ausnahmen.
    Eine NFV-Auswahlspielerin hat mir mal gesagt, dass das Niveau bei den Jungs auf Kreisebene deutlich höher ist, als in der NFV-Auswahl...

    Mädchen werden eher mehr gefördert als Jungs.

    Zustimmung.
    Nehmen wir mal die Beispiele, in denen talentierte Mädchen bei den Jungs spielen. Der Mädchenauswahlkalender nimmt keine Rücksicht auf Jungsspiele. Hast Du also eine Verbandsauswahlspielerin, die zusätzlich in einem (oft auch zwei!) Stützpunkten ist, bekommst Du sie auch sehr oft NICHT zusehen. Auch wenn Du Deine Spiele bei Verbandsabstellungen durchaus verlegen darfst, machst Du es nicht. Ausweichtermine sind nämlich rar. Selbst wenn sie also so stark ist, dass sie die Mannschaft verstärkt, muss ich ihre Abwesenheiten in meiner Kadergröße berücksichtigen.
    @Marianne Die Frequenz der Lehrgänge und Spiele in der NFV-Auswahl kennst Du vermutlich. 1x pro Monat ist minium; in manchen Phasen auch mehr. Dazu kommen dann noch die Stp.-Termine...

    Talentierte Mädchen in diese Mannschaften zu nehmen, weil sie die Mannschaft verstärken, macht also selten Sinn. Dafür fehlt sie zu oft. Es handelt sich dabei somit immer um Förderung dieser Mädchen durch Vereine, die von dieser Ausbildung meist nicht selbst profitieren, da ihre Damen nicht hoch genug spielen.
    Oder um es deutlicher auszudrücken: Diesen Vereinen ist zu 100% bewusst, dass sie für andere ausbilden.


    Grundsätzlich:
    Wenn ich meinen Sport auf höchstmöglichem Niveau ausüben will und mein persönliches Nieveau hoch ist, muss ich dafür viel Aufwand betreiben. Das gilt für Jungs wie für Mädchen und das gilt für alle anderen Sportarten als Fußball noch viel mehr.