Planung und Ablauf einer Saison...

  • Für meine leistungsstarke U17, wir wollen in die höchste Verbandsspielklasse (also unterhalt B-Jugendbundesliga) aufsteigen, plane ich gerade die Vorbereitung und Saison.


    Wir haben einen 20 Mann Kader, der quasi zur Hälfte aus Jung- und zur anderen Hälfte aus Altjahrgängen besteht. Ich bin der Meinung, dass wir in unserer Liga zu den zwei leistungsstärksten Teams gehören und die Zielsetzung realistisch ist.


    Nachdem ich letztes Jahr auf dem Derbystarkongress in der Sportschule-Wedau einen Eindruck von Steven Turek erhalten habe, plane ich nun viele seiner Ansätze einzubauen.

    Das heißt wir wollen möglichst alles in Spielformen trainieren. Wichtig ist hierbei die Definition einer Spielform. Eine Spielform ist hiernach vereinfacht dargestellt jegliche Trainingsvariante, die die Entscheidungsfindung beinhaltet.


    Aufbauen möchte ich meine Planung nach der Spielphilosophie. Dazu ist wichtig, dass ich einen klaren Plan habe, wie wir in der jeweiligen Phase der 4-Phasen des Fußballs spielen wollen. Diesen Ansatz kennen die meisten denke ich:

    - eigener Ballbesitz, Gegner ist sortiert

    - gegnerischer Ballbesitz, selber unsortiert

    - gegnerischer Ballbesitz, selber sortiert

    - eigener Ballbesitz, Gegner ist unsortiert


    Folgende Überlegungen habe ich bisher angestellt:

    Grundsätzliches:

    Wir planen aus einem 4-2-3-1 heraus zu spielen, wollen aber auch 4-4-2 und 5-3-2 bzw. 3-5-2 (für mich gibt’s hier keinen Unterschied, es ist eine Positionsinterpretation der jeweiligen Außenspieler) spielen. Für meine ersten Gedankengänge nehme ich aber die Systeme mit der 4er-Kette.

    Der Kader umfasst 2 Torhüter, 3 Innenverteidiger, 3 Außenverteidiger, 3 eher defensive Mittelfeldspieler und 9 offensiv ausgerichtete Spieler, die mehr oder weniger alle als ST, offensive Außen oder 10er eingeplant sind. Im Falle einer 3er/5er Kette, wären Spieler aus diesem Pool wohl meine AV/AM, um dort richtige Offensivpower zu haben.

    Vorteilhaft ist, dass wir den meisten Teams der Liga deutlich überlegen sein sollten, sodass ich eine leistungsabhängige Rotation plane. D.h. für mich: Ich weiß, nicht alle Spieler sind gleich stark, es geht darum wer wie viel seiner Leistung zeigt. Dazu zähle ich neben der gezeigten Leistung, die Trainingsteilnahmen und Leistungen, sowie das Sozialverhalten (Wer baut Hütchen mit auf/ab, wer ist der erste „Verpisser“ wenn es an solche Aufgaben geht.) Ich denke, hier wird man durch den Konkurrenzkampf eine förderliche Situation schaffen. Alle Jungs wissen bereits woran sie sind, es ist von uns klar kommuniziert worden, was wir erwarten.

    Vorteilhaft für den Spielaufbau ist, dass ich sowohl einen Rechtsfuß, als auch einen Linksfuß in der IV habe. Da habe ich in den vergangenen Jahren andere Situationen gehabt und da hat man leider immer wieder gemerkt, dass es in gewissen Situationen von Vorteil ist, dass der LIV auch halbwegs mit dem linken Fuß spielen kann (was natürlich auch für jede andere Position gilt :) )l


    1. Phase: eigener Ballbesitz, Gegner ist sortiert

    Situation:

    a. Ballbesitz nach Balleroberung & kein schnelles Umschalten möglich bzw. diese Möglichkeit verstreichen lassen

    b. Ball im Aus

    c. Balleroberung nah am eigenen Tor, Gegner griff nur mit wenigen Spielern an bzw. Balleroberung nach langem Ball des Gegners

    Lösung:

    1. Geduldig spielen

    2. je weiter weg vom eigenen Tor, desto mehr Risiko

    3. Mut zeigen & Verantwortung übernehmen


    Konkretisierung:

    Spieleröffnung:

    Ich gehe nicht davon aus, dass uns viele Mannschaften an einer flachen Spieleröffnung hindern werden. Dennoch möchte ich im Sinne der Ausbildung der Jungs hieran arbeiten. Wir werden während der Saison auch gegen Mannschaften spielen, die stärker sind als wir und uns mit Sicherheit auch mit einem hohen Pressing vor Probleme stellen werden.

    Hier möchte ich, dass wir in Überzahl aufbauen.

    Spielt der Gegner mit einer Spitze, möchte ich, dass meine beiden IV in erster Linie aufbauen und die Überzahl nutzen. Hier möchte ich, dass mutig angedribbelt wird und ein IV „frei“ durchgebracht wird.

    Spielt der Gegner mit zwei Spitzen, dann möchte ich, dass sich ein 6er zwischen die IV fallen lässt, damit der Spielaufbau zu Dritt gegen 2 Spitzen stattfinden kann. Hierbei wird dann unterschieden, ob die Stürmer breit oder eng stehen, es läuft aber ebenfalls auf das Ziel hinaus, dass ein IV „durchgebracht wird“.

    Spielt der Gegner mit 3 Spitzen, würde ich es bei 2 IV belassen, meine beiden AV etwas zurückziehen, um die Außenstürmer entweder Außen zu binden und im Zentrum dann wieder ein 2 vs. 1 zu haben oder den Durchbruch über einen AV vorzunehmen, wenn die 3 Spitzen zentral agieren.

    Stellt der Gegner meine 3 IV (2 IV plus entgegenkommender 6er) und beide AV zu, dann soll der TW den freien Raum in der Tiefe suchen. Entweder ist dort ein Spieler dann frei für einen langen Flugball oder der Gegner deckt in der letzten Linie Mann gegen Mann. Dann würd ich den Ball dahin schlagen lassen.


    Übergangsspiel

    Nachdem wir einen IV durchgebracht haben ist es unser Ziel durch abgestimmte Laufwege im Mittelfeld Platz zu bekommen, um uns nach vorne zu spielen.

    Der Ballnahe AM kommt diagonal ins Zentrum entgegen, der ballnahe AV läuft an der Linie entlang in die Tiefe, sodass ein Positionstausch stattfindet und hier der Korridorpass sowohl auf den AV als auch auf den AM möglich ist.


    Der IV selber dribbelt weiter mutig ins Zentrum bis er gestellt wird. Der ZM-Spieler von uns, dessen Gegenspieler den IV irgendwann angreift, löst sich aus dem Deckungsschatten, um eine Anspielstation zu bieten.

    Einen Positionstausch sollen auch der ST (engegenkommen) und der 10er (in die Tiefe gehen) durchführen oder aber der 10er geht in die Tiefe, der ST bleibt auch auch tief, sodass beide gegnerischen IV gebunden sind.

    Der ballentfernte AM soll auch etwas einrücken und sich falls möglich auf eine Schnittstelle für einen Pass anbieten (auch wenn dieser Pass nicht so realistisch sein sollte; halt je nach Gegnerverhalten). Der ballentfernte AV muss entscheiden, wie gut die eigene Absicherung gegeben ist (Wie viele Spieler hat der Gegner grad vorne stehen, wie sind wir selber gestaffelt). Entweder rückt er hinten ein, um als sog. Lebensversicherung mit abzusichern, was für den AM das Zeichen wäre, wieder die Breite zu besetzen oder er hinterläuft diesen für einen Diagonalball.


    Angriffsspiel:

    Hier möchte ich meinen Spielern alle Freiheiten geben, vor allem möchte ich hier mutige Dribbelaktionen sehen. Wir werden Gruppentaktische Elemente zweifelsfrei nochmal durchgehen, aber ich möchte den Fokus zu Beginn nochmal auf das offensive 1 vs. 1 legen. Hierbei geht es mir hauptsächlich um das Thema Dribbelrichtung/Andribbeln des Gegenspielers. Fintieren wird mit Sicherheit auch nochmal aufs Programm kommen. Neben den Gruppentaktischen Dingen möchte ich aber, dass die Jungs sich im direkten Duell 1 vs. 1 durchsetzen, um Überzahlsituationen zu kreieren oder auf dem Flügel zur Flanke zu kommen. Ich gehe davon aus, dass das Angriffsspiel unsere kleinste „Baustelle“ ist und uns der Aufbau und das Übergangsspiel mehr Probleme bereiten werden. Schaun wa ma…!

    Ziel ist es hier, dass wir über Flanken in die Box kommen, um per Kopf zum Erfolg zu kommen, oder aber durch gezielte, scharfe, Flachpässe von der Grundlinie. Auch im Zentrum wollen wir immer wieder die direkten Zweikämpfe suchen. Um hier wirklich Mann gegen Mann spielen zu können, soll der 10er öfter aus dem Mittelfeld als zweite Spitze agieren. Sollte der Gegner hier einen 6er zwischen die IV fallen lassen, ergibt sich im Raum vor den IV mehr Platz, um durch ein erfolgreiches 1vs.1 eine gefährliche Situation zu kreieren.


    Damit es meine Jungs nicht überfordert wird es in wenigen Punkten zusammengefasst:

    Spielaufbau:

    Aufbau in Überzahl

    Mutiges Andribbeln, dann Blank spielen

    Pässe in die Tiefe suchen


    Übergangsspiel:

    Positionswechsel

    Aus dem Deckungsschatten lösen

    IV soll Gegenspieler andribbeln, Kopf heben!


    Angriffsspiel:

    1 vs. 1 Tempoaktionen

    jedes Tor zählt, es muss kein Traumtor sein und der Ball muss auch nicht reingetragen werden (wer kennt es nicht)

  • 2. Phase: gegnerischer Ballbesitz, selber unsortiert

    Situation: Ballverlust aus dem laufenden Spiel

    Lösung:

    1. Druck auf den Ball, schnelle Rückeroberung oder zumindest Rückpass oder unkontrollierten langen Ball des Gegners erzwingen (Gegenpressing)

    2. trichterförmig zurückfallen lassen

    Konkretisierung:

    Generell wollen wir den Ball haben. Daher wollen wir den Ball nach einem Ballverlust schnellstmöglich zurück erobern. Dies soll am besten innerhalb der ersten 8 Sekunden geschehen. Ich mein die Profis sprechen von 5 Sekunden, da wir nicht auf Profiniveau sind, rechne ich so, dass wir länger brauchen um zu reagieren und auch um den Ball zu bekommen, aber auch der Gegner länger braucht um offensiv umzuschalten (Was haltet ihr von dem Gedanken?)

    Hierfür ist es notwendig, dass alle Spieler mitarbeiten. Die Defensivreihe samt TW muss darauf vorbereitet sein, dass der Gegner aufgrund des Drucks den Ball einfach nach vorne haut. Die ballnahen Spieler müssen zum einen Druck auf den ballführenden Spieler machen, aber gleichzeitig mit ihrem Deckungsschatten auch die kurzen Anspielstationen zustellen. Hierbei ist grad für die 6er die große Kunst zu erkennen und zu entscheiden, ob man nach Vorne verteidigen kann oder doch nach hinten verteidigen muss.

    Sollte der Ballgewinn nicht gelingen bzw. der Ballverlust so entstanden sein, dass es gar keinen Sinn macht die sofortige Offensive Balleroberung zu versuchen, dann lassen wir uns trichterförmig (also ins Zentrum) nach hinten zurückfallen.


    Auch wenn dieser Abschnitt nur relativ kurz beschrieben ist, glaube ich, dass wir hier etwas mehr Zeit verbringen werden. Wir werden hoch spielen, immer mal wieder den Ball verlieren und dann? Genau da möchte ich ansetzen. Die Spieler sollen und müssen sich entscheiden. Seid mutig, aber nicht dumm. Und vor allem wird man denke ich an der Aufmerksamkeit der Jungs arbeiten müssen, es muss ja wirklich jeder mitmachen.


    3. Phase: gegnerischer Ballbesitz, selber sortiert

    Situation:

    1. Ballverlust und wir haben uns trichterförmig zurückgezogen

    2. Torchance vergeben

    3. der Gegner spielt hinten herum


    Lösung:

    1. einen Plan verfolgen (Pressinghöhe, Pressingauslöser etc.)

    2. Verschieben

    3. Kommunikation

    4. als Einheit agieren


    Konkretisierung:

    Der generelle Plan sieht vor, dass wir den Ball haben möchten. Deshalb ist geplant, dass wir hauptsächlich einen Wechsel aus Mittelfeld- und Angriffspressing spielen. Meist ein Mittelfeldpressing, welches aber situativ durch bestimmte Pressingauslöser auch zum Angriffspressing werden kann. Gegen bestimmte Gegner wird das Angriffspressing trotz der damit verbundenen Anstrengungen einen großen Anteil haben.

    Generell möchte ich, dass wir uns bei Ballbesitz des gegnerischen TW tiefer fallen lassen und aus einem Mittelfeldpressing agieren. Auch wenn wir ins Angriffspressing gehen wollen, ist es wichtig, dass wir uns tief genug positionieren, damit der TW überhaupt das Spiel kurz eröffnet.

    Angriffs- oder Mittelfeldpressing würde dann ziemlich gleich ablaufen. Unterschied wäre: Auf welcher Höhe hat der Gegner Ballbesitz, wenn wir Angreifen? In deren Tornähe, dann Angriffspressing, Mittelfeldpressing wäre der Korridor der ca. 15. vor der Mittellinie beginnt.

    Mir schwebt vor, dass wir hier zunächst den gegnerischen AV zum Pressingopfer machen. Dieser soll dann aber durch unseren AM von außen angelaufen werden, um ihn ins Zentrum zu lenken. Dort soll dann zunächst scheinbar eine Passoption offen gelassen werden. Entweder kommt der AM selber schon in die Zweikampfaktion mit dem AV, eigentliches Ziel ist aber der Ballgewinn im Zentrum, nachdem der AV dorthin spielt oder dribbelt.

    Wichtig ist wieder, dass die Defensivreihe samt Keeper aufmerksam ist, um einen möglichen langen Ball abzufangen. Dies ist auch dann wichtig, wenn der lange Ball unkontrolliert gespielt werden sollte.

    Der gesamte Mannschaftsverbund muss mit verschieben. Jeder muss aufmerksam sein und an seine Aufgabe denken, um ein Durchbrechen des Pressings (z.B. durch eine Verlagerung) zu verhindern.


    4. Phase: eigener Ballbesitz, Gegner ist unsortiert

    Situation:

    1. Ballbesitz nach Balleroberung

    Lösung:

    · schnelles Umschalten nach Vorne durch Tempoläufe in die Tiefe und Steilpässe

    · Risiko- & Mutbereitschaft

    · Lauf- & Einsatzwille


    Konkretisierung:

    Bei Ballgewinnen sollen möglichst alle Spieler, die vorm Ball sind, mit Tempo in die Tiefe starten. Wichtig hierbei, die Außen nicht zu weit nach innen, um im Zentrum Platz zu lassen. Wichtig jedoch, je zentraler wir spielen, desto besser. Die Außen müssen also ein Gefühl dafür entwickeln, wann sie ins Zentrum ziehen und wie weit sie ins Zentrum ziehen. Das hängt natürlich von vielen Faktoren ab.

    Steilpass ist besser, da schneller, als ein Dribbling. Um den Vorteil der Schnelligkeit zu nutzen, auch riskantere Pässe riskieren! In Überzahl zwar schnell spielen, aber nicht überhastet. Die Konter mitzulaufen, kann den Sieg bringen. Diese Wege können weh tun, aber sehr effektiv sein, hier ist auch der Wille gefragt.

    Bei Ballgewinnen in der gegnerischen Hälfte möchte ich noch ausprobieren, wie gut es klappt, wenn die Vorgabe trainiert wird „10 Sekunden vom Ballgewinn bis zum Torabschluss“. Es geht mir nicht um die 10 Sekunden, ich glaube, dass eine allgemeine Zeitvorgabe dafür sorgt, dass zielstrebiger und riskanter gespielt wird.




    So, dass war erstmal mein langer Eingangspost. Meine Ideen zum Verhalten in den 4 Phasen wurde dargestellt! Ich hoffe wirklich, dass ich die Zeit finden werde, darzustellen, wie ich das vorhabe. Ich werde versuchen zeitnah meine theoretische Herangehensweise zu erläutern. Während der Saison plane ich immer wieder Updates, was wurde vom Plan umgesetzt und wie lief es, worauf muss ich mehr achte, was läuft ganz anders als gedacht. Mal schauen wie es läuft.

    Ich habe mir überlegt, wenn ich alles hier aufschreibe, dann zwinge ich mich auch selber, mehr darüber nachzudenken, was wir trainieren und wie wir trainieren. Und je mehr man sich damit beschäftigt, desto eher merkt man auch, was man verbessern kann.

    Und außerdem gibt es ja vielleicht den ein oder anderen hier, der mir auch helfen kann, mir mal in den Arsch tritt oder mich in meinem Denken und Tun bestätigt. Alles mit Sicherheit Sachen, die mir weiterhelfen.

    Vielleicht interessiert sich ja jemand hierfür! Falls nein, werde ich es halt schnell wieder einstellen und nur für mich selber schreiben. Falls ja, seid bitte nicht böse, wenn ich mal mehr und mal weniger schreibe, ist halt zeitlich sehr aufwendig.

  • Ich habe mir überlegt, wenn ich alles hier aufschreibe, dannzwinge ich mich auch selber, mehr darüber nachzudenken, was wir trainieren undwie wir trainieren. Und je mehr man sich damit beschäftigt, desto eher merktman auch, was man verbessern kann.

    Und außerdem gibt es ja vielleicht den ein oder anderen hier,der mir auch helfen kann, mir mal in den Arsch tritt oder mich in meinem Denkenund Tun bestätigt. Alles mit Sicherheit Sachen, die mir weiterhelfen.

    Vielleicht interessiert sich ja jemand hierfür! Falls nein, werdeich es halt schnell wieder einstellen und nur für mich selber schreiben. Fallsja, seid bitte nicht böse, wenn ich mal mehr und mal weniger schreibe, ist haltzeitlich sehr aufwendig.

    Ich finde Deine Idee klasse und bin sehr daran interessiert das mitzuverfolgen.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Ich finde dein Engagement lobenswert. Du machst dir viele Gedanken und was deine Spielidee angeht, sind wir gar nicht weit weg voneinander.


    Allerdings finde ich es schwierig, wenn man den Spielern die meisten Laufwege vorgibt. Gerade was das Zusammenspiel im Zentrum angeht... Da kann der Gegner sehr viel Einfluss darauf nehmen und in dem Bereich sollten Spieler unterwegs sein, die kreativ sind und sich "eigenständig" aus Drucksituationen lösen können.


    Aber ansonsten sind deinr Posts sehr detailliert. Weiter so.

  • Generellwollen wir den Ball haben. Daher wollen wir den Ball nach einem Ballverlustschnellstmöglich zurück erobern. Dies soll am besten innerhalb der ersten 8Sekunden geschehen. Ich mein die Profis sprechen von 5 Sekunden, da wir nichtauf Profiniveau sind, rechne ich so, dass wir länger brauchen um zu reagierenund auch um den Ball zu bekommen, aber auch der Gegner länger braucht umoffensiv umzuschalten (Was haltet ihr von dem Gedanken?)

    Die Zeitvorgabe ist relativ egal. Es geht, jedenfalls mir, darum, sofort wieder Druck zu machen.

    Ob Du das 3 Sekunden, 5, oder 8 nennst ist m.e. egal. Ich plane gerade die Saison mit der C, bzw. das Training für die Spielidee.

    In diesem Punkt (wir haben eine gute Truppe, aber nicht Dein Leistungsniveau), übe ich das in der Spielform über ein Zonenspiel ja auch ohne Zeitvorgabe und auf kleinerem Raum. Ob das in der Trainingspraxis mit einem Spielausschnittstraining besser dargestellt werden kann, weiß ich noch nicht, halte aber generell wenig davon.

    Denn dabei gehe ich eher von fester Grundformation des Gegners aus, möchte ja aber immer noch eigene, in der C auch taktische situative Entscheidungen haben.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Coach31 : Danke für dein positives Feedback! Zu deinen Ausführungen mit den Laufwegen. Nach deinem Post habe ich meinen nochmal gelesen. Ich stimme zu, dass es sehr vorgegeben und festgelegt klingt. Dazu folgendes:

    Es ist quasi meine Idealvorstellung. Das aufeinander abgestimmte Verhalten (z.B. Positionswechel AM und AV) möchte ich gern sehen wie beschrieben. Wenn dies von meinen Jungs alles zwingend so durchzuführen wäre, wären wir natürlich sehr ausrechenbar und durch klare Gegenmaßnahmen des Gegners leicht „kalt zu stellen“. Da bin ich ganz bei dir!

    Ich meine es eher als meine erste Idee oder meinen Plan A.

    Dazu gehört natürlich, dass wir auch weitere Maßnahmen erarbeiten, die angewandt werden können, wenn der Gegner sich entsprechend clever gegenüber unserem Plan A verhält. Wenn der gegnerische AV und der AM sich bei dem o.g. Positionswechsel sehr gut absprechen und entsprechend die Gegenspieler übergeben, hält sich der positive Effekt des Wechsels natürlich in Grenzen und die Seite ist nicht offen. Das gleiche kann bei dem von mir gewünschten Verhalten auf jeder Position geschehen! Da bin ich weiterhin voll bei dir!

    Daher werden wir folgendes natürlich auch im Training umsetzen:


    Trainingsform Spielaufbau:

    Idealvorstellung: Plan A funktioniert vom Coachingteam gegen das Sparringteam ein paar mal sehr gut. Dann kümmert sich der Co-Trainer (coacht passiven Schwerpunkt, genauer s.u.) um das Sparringsteam und gibt diesen Gegenmaßnahmen an die Hand. Dann würden wir wieder durchspielen und mal sehen, wie es läuft. Im Idealfall (aus Sicht der Defensive) klappt mein Plan A im Spielaufbau jetzt nicht mehr, dann:

    a) finden die Spieler selbständig Lösungen

    b) falls nicht a), dann würden wir ihnen andere Lösungen gegen die Gegenmaßnahme des Gegners an die Hand geben


    a) Wir würden nochmal auf die selbständig gefundene Lösung eingehen, um diese zu vertiefen. Wir würden es nicht „einfach nur spielen lassen“, sondern nochmal klarmachen, dass wenn wir Plan A umsetzen wollen und der Gegner mit dieser Maßnahme darauf reagiert, folgendes Verhalten eine gute Lösung darstellt.

    b) Wir würden das Verhalten Plan A durchspielen und den Gegner mit der Gegenmaßnahme spielen lassen. In dem Moment, indem die Spieler „nicht weiter kommen“ STOPPEN. Jetzt würden wir gemeinsam Lösungen erarbeiten. Oftmals hat ein Spieler für sich selbst Probleme eine gute Lösung zu finden, sieht aber aus seinem Blickfeld eine Möglichkeit wie ein anderer Spieler sich verhalten könnte. Wir Trainer würden das anleiten und dann ggf. in die gewünschte Richtung lenken. Manchmal bekommt man aber selber durch gute Ideen der Jungs neue Sichtweisen.

    Ergänzung: Bei beiden Möglichkeiten gilt ganz klar: Es handelt sich um EINE Lösung, nicht um DIE Lösung. Wir werden niemals sturr darauf beharren, dass bestimmte Laufwege zwingend durchgeführt werden müssen. Wir wollen den Jungs Vorschläge und Ideen mitgeben.



    Trainer E : Ja so sehe ich das auch, ggf. sollte man auch je nach Spielform wählen. Ist das Spielfeld größer, sind die Wege länger, also mehr Zeit. Ist das Feld kleiner, sind die Wege kürzer, also weniger Zeit, um den gleichen Druck zu haben. Meiner Meinung nach ist auch erstmal nur wichtig eine Zeit vorzugeben, das alleine bringt schon ein größeres Spieltempo mit sich.

    Kannst du dein Zonenspiel vielleicht mal etwas genauer beschreiben? Ich bin immer auf der Suche nach Spielformen zum Umschalten. Sei es von Offensive auf Defensive oder anders herum.


    Als Zonenspiel zum Thema „Ball halten und Gegenpressing“ hab ich z.B. folgendes Zonenspiel:




    Team Rot muss hier im Feld mindestens X Pässe spielen. Dann darf Rot den Ball zu Blau spielen. Kommt der Ball als „annehmbarer Pass“ bei Blau an, erhält Rot einen Punkt. Wichtig ist hier der „annehmbare Pass“, hab schon Schlitzohre gehabt, die dem Ball mehr oder weniger auffällig ausgewichen sind, um dem Gegner keinen Punkt zu ermöglichen. Ist der Ball bei Blau angekommen, geht das Spielchen von vorne los. Blau muss nun X Pässe spielen und bekommt dann für einen annehmbaren Pass auf Rot einen Punkt. Die 3 gelben Spieler haben die Aufgabe den Ball zu erobern. Jeweils 2 Spieler attackieren im jeweiligen Feld. Der dritte Spieler steht in der Zone zwischen den beiden Feldern und versucht den „Verlagerungspass“ abzufangen. Dieser darf natürlich flach oder hoch gespielt werden, erfahrungsgemäß wird es nicht so einfach sein einen ordentlichen Flugball zu spielen, da die beiden gelben schon für ordentlich Druck sorgen. Und je nach Position im Feld ist der Abstand für einen Flugball auch nicht ideal. Aber jeder erfolgreiche Pass zählt, egal wie.

    Die Gelben punkten, wenn entweder der dritte Spieler den Pass abfängt oder wenn die anderen beiden gelben den Ball erobern und dann zum dritten Spieler spielen. Es muss also nach der Eroberung noch immer der Spieler zwischen den Feldern angespielt werden. Gelb punktet also quasi immer, wenn dieser Spieler den Ball bekommt.

    Sinn der Sache ist, dass die Übung nicht enden soll, wenn ein Spieler den Ball erobert, sondern die Umschaltaktion von Offensive (Ball laufen lassen) auf Defensive (Gegenpressing, zielgerichtet, da die Spielrichtung des Gegenspielers ja vorgegeben ist) trainiert werden soll.

    Meiner Erfahrung nach, macht die Übung den Jungs richtig Bock.

    Ergänzung: Ist der Ball im Feld von Rot und geht ins Aus (egal ob Rot oder Gelb schuld ist) gibt es keinen Punkt und der Trainer bringt den Ball ins Blaue Feld ins Spiel. Der Gelbe Spieler aus der Mitte geht ins blaue Feld und ein Gelber läuft von einem ins andere Feld durch. Der übrige Gelbe geht in die Mittelzone. Gespielt wird dann bis ein Team X Punkte hat.

  • Im Großen und Ganzen denke ich, dass du schon einen ziemlich guten Plan hast wie du vorgehen möchtest. Ein paar Dinge sind mir beim Lesen allerdings aufgefallen.


    Eigener Ballbesitz: Ein 3-5-2 mit deinem Kader ist finde ich etwas mutig. Besonders in der Dafensive bist du ja eher sparsam besetzt. Bin ich gespannt, ob du es schaffst das auch umzusetzen


    Hast du dir eigentlich schon Gedanken gemacht, wie du dein Gegenpressing absichern willst? Ein erfolgreiches Gegenpressing wird ja bereits im Übergangsspiel vorbereitet. Eigene Angriffe müssen durch kluges Positionsspiel abgesichert werden. Insbesondere, weil du ja recht mutig mit dem IV andribbeln lässt.


    Hast du eigentlich die passenden Stürmer um Flankenbälle zu schlagen? Flanken als solche sind ja eher wenig gefährliche Varianten einen Angriff abzuschließen. Speziell wenn du, wie du ja sagst, eigentlich die Qualität hast deutlich gefährlicher in den Strafraum zu kommen. Hast du schon eingeplant die Strafraumbesetzung zu trainieren.


    Das Hauptproblem bei den Rotationen am Flügel sehe ich gar nicht do sehr darin, dass sie zu stark vorgegeben sind, sondern eher darin, dass sie euren Bedürfnissen gar nicht so wirklich entsprechen.

    Du hast geschrieben, dass du davon ausgehst, dass deine Gegner hauptsächlich im Abwehr-/bzw. tiefen Mittelfeldpressing gegen ruch agieren werden. Gegen solche Mannschaften finde ich diese Variante nicht immer ideal. Im Prinzip ist der Ball auf den Außenstürmer meist nicht so gefährlich, weil du zwar zwischen die Linien kommst, die Optionen für einen Schnittstellenball eher limitiert sind. Bei einem Chipball auf den AV hast du gegen einen tiefstehenden Gegner eher das Problem, dass der zu bespielende Raum hinter der Kette relativ knapp ist.


    Versteh mich nicht falsch, ich mag diese Variante eigentlich sehr gerne, besonders gegen Mannschaften die etwas höher verteidigen. Außerdem hast du bei deinem Ansatz relativ oft Bälle, gegen die du relativ gut ins Gegenpressing kommen wirst.

    Ich würde mur nichtsdestotrotz Gedanken machen, wie ich zusätzlich meine Flügelspieler in 1 gg 1 Situationen bringen kann, wenn der Gegner tiefsteht. Besonders, da du da ja anscheinend recht viel Qualität hast.

  • Bei meinem geht es eher um meine Mannschaft Idee vom 3-4-3 offensiv ins defensive 5-4-1.

    die schnelle balleroberung defensiv. 3 Zonen in der mittelzone 4 gg.4 beginnt das spiel(alternativ Eröffnung anfangszone). geht das spiel in eine -Endzone- lassen sich die beiden -außen- mitzurückfallen und versuchen schnelle balleroberung/umschalten.

    angriffsmannschaft schnellen torabschluß.

    das plane ich im Moment, wie gesagt. Feinabstimmung /korrektur/steuerungsgrößen mache in der nächsten Woche am strand ;-)

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Eigener Ballbesitz: Ein 3-5-2 mit deinem Kader ist finde ich etwas mutig. Besonders in der Dafensive bist du ja eher sparsam besetzt. Bin ich gespannt, ob du es schaffst das auch umzusetzen

    Ja, das sehe ich auch so!

    Würde in dem Fall, dass wir mit einer 5er Kette spielen so einteilen:

    Meine 3 IV bleiben IV ;)

    2 meiner AV sehe ich in dem System auch eher als äußere IV in der 3er-Kette. So hätte ich 5 Spieler für die 3 Positionen.

    Verbleibt ein AV, der auch in der 5er-Kette den offensiven AV geben kann, plus 3 der offensiven Leute, die ich hier auch sehe. Damit hätte ich so auch 4 Spieler für die beiden Positionen. Zudem kann man da ja auch dann noch flexibel umgestalten.


    Aber klar, generell kommt bei der Kaderzusammenstellung ein System mit mehr nominellen Offensivpositionen eigentlich eher in Betracht. Es geht mir hierbei aber auch eher darum, dass meine Defensivspieler sowohl die 4er, als auch die 5/3er Kette lernen.


    Das Standartsystem wird eher das 4-2-3-1 oder das 4-4-2 werden.

    Du hast geschrieben, dass du davon ausgehst, dass deine Gegner hauptsächlich im Abwehr-/bzw. tiefen Mittelfeldpressing gegen ruch agieren werden. Gegen solche Mannschaften finde ich diese Variante nicht immer ideal. Im Prinzip ist der Ball auf den Außenstürmer meist nicht so gefährlich, weil du zwar zwischen die Linien kommst, die Optionen für einen Schnittstellenball eher limitiert sind. Bei einem Chipball auf den AV hast du gegen einen tiefstehenden Gegner eher das Problem, dass der zu bespielende Raum hinter der Kette relativ knapp ist.

    Da muss ich dir recht geben. Da müssten wir nochmal intensiver drüber nachdenken. Die Variante wird auf jeden Fall aufgezeigt, aber gegen wie viele Gegner man das in der Meisterschaft dann tatsächlich spielen kann ist fraglich...

    Zumindest der Ball auf den AV wird schwierig mangels Platz und wenn eigentlich nur die Lösung besteht den entgegenkommenden AM anzuspielen, ist es natürlich schwierig.

    Was würdest du denn vorschlagen, wie man es gut lösen kann?


    Meine spontane Idee wäre, dass der AM offensiv sehr breit steht. Das ganze gar nicht so hoch. Dann kann er je nach Deckungsverhalten durch den AV entweder den Ball in den Fuß (Weite Deckung) oder in den Lauf (Schnittstelle) bekommen (enge Deckung).



    Hier enge Deckung, der Steilpass auf den RM ist schwierig, aber nicht unmöglich würd ich sagen. Aber klar, lieber wäre mir in der Situation, dass der RM in weite Deckung genommen würde, mit einer kurzen Tempoaktion parallel zur Linie zurückkommen würde, um sich abzusetzen und in den Fuß gespielt werden könnte.

    Frage: Wo sollte sich denn jetzt mein RV positionieren? Ganz Außen? Kann er dort, wenn er nicht lang geht irgendwie eine sinnige Option sein? Oder ist er direkt das Pressingopfer des Gegners? Weiter Innen? Dann steht er dem Kooridorpass auf dem RM im Weg...


    Fehler in der Zeichnung: Die Stürmer sollen nie ganz parallel sein, Stichwort: Staffelung


    Hast du eigentlich die passenden Stürmer um Flankenbälle zu schlagen? Flanken als solche sind ja eher wenig gefährliche Varianten einen Angriff abzuschließen. Speziell wenn du, wie du ja sagst, eigentlich die Qualität hast deutlich gefährlicher in den Strafraum zu kommen. Hast du schon eingeplant die Strafraumbesetzung zu trainieren.

    Ja, zwei physisch starke, große Stürmer habe ich. Denen habe ich in Gesprächen vor der Saison erzählt, was ich plane etc. Dass wir das Flügelspiel fokussieren wollen und dann über Flanken (gern auch flach) vors Tor kommen wollen. Vor allem für die beiden ist es aber auch sinnvoll die hohe Variante einzusetzen, da beide zwar sehr groß gewachsen sind, aber nicht wirklich kopfballstark. Mussten den Kopfball vermutlich nie wirklich lernen, da sie den Ball eh immer irgendwie an den Kopf bekommen haben. Aufgrund des Größenvorteils.

    Denen hab ich klar gesagt, dass ich grad im Kopfballspiel großen Nachholbedarf sehe und sie dort eine riesen Stärke hätten, wenn sie sich dort verbessern würden. Da möchte ich auf jeden Fall ansetzen.

    Was mir in der Trainingsphase mit der Mannschaft vor den Ferien auffiel war, dass die beiden und auch zwei andere Spieler, die ich dort sehe sehr stark im Abschluss mit dem Fuß in der Box sind. Wir haben eine Form mit flachen, scharfen Zuspielen gemacht. Da fielen für mein Gefühl sehr viele Tore und die Streuung der Direktabnahmen war deutlich geringer, als ich das sonst schon gesehen habe.


    Hast du dir eigentlich schon Gedanken gemacht, wie du dein Gegenpressing absichern willst? Ein erfolgreiches Gegenpressing wird ja bereits im Übergangsspiel vorbereitet. Eigene Angriffe müssen durch kluges Positionsspiel abgesichert werden. Insbesondere, weil du ja recht mutig mit dem IV andribbeln lässt.

    Jaein...also hier ist ein Punkt, an dem wir noch am pfeilen sind.

    Wie du ja schon beschrieben hast, ist die Variante den AV zu schicken ja quasi eine Einladung zum Gegenpressing, wenn der Ball beim Gegner landet. Da ist die Einteilung/Positionierung fast automatisch schon so, dass man gut zum Gegenpressing übergehen kann.



    Ansonsten bei Anspielen auf 10/ST ist es so, dass die beiden bei einem Fehlpass direkt selber nachgehen, sowie der höherpositionierte 6er. Beim entfernten AM, den ich auch einrücken lasse ist immer die Frage, wohin der Fehlpass ging. Normal ist der aber eher raus...

    Also 10/ST und dann der offensive 6er. Bei einem Fehlpass auf den offensiven 6er bzw. Ballverlust durch diesen, kann der tieferstehender 6er nachgehen, wobei hier die Frage ist, ob es eine Gegenpressingsituation ist oder nicht schon eher eine, wir müssen den Schaden begrenzen und lassen uns fallen. Hängt von der Positionierung der IVs ab. Und davon, wo der entferne AV steht. Der entfernte AV soll schauen, wie das Zahlenverhältnis im Bereich unserer Defensivspieler ist. Davon abhängig geht es nach vorne oder als Lebensversicherung mit ins Zentrum. Daraus wiederum ergibt sich dann, ob er oder ein IV (wie alles halt situationsbedingt) zum Gegenpressing rausrücken kann.


    Sehr sehr vereinfacht wäre die Positionierung:

    Tiefenstaffelung ST hoch, 10er leicht versetzt, offensiver 6er, tiefer 6er, um eine gute Tiefenstaffelung im Zentrum zu haben. Dazu dann auf beiden Außenpositionen einen breiten Spieler und einen der einrückt. Der einrückende könnte dann auch mit eingreifen.


    Aber ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich bei der Thematik Gegenpressing von der Seite der Taktik/Positionierung noch Nachholbedarf habe! Meine bisherigen Ideen beziehen sich auf Spielformen, um den generellen Punkt "Gegenpressing" reinzubringen und zu verselbständigen! Den Impuls reinbringen, dass direkt nach Ballverlust auch die Bewegung hin zum Balljagen gemacht wird, das war mein Bild bisher. Der Rest ist noch sehr verschwommen.

    Wenn mir da irgendwer mit guten Ratschlägen zur Seite stehen würde, wäre das super! Geht auch jetzt nicht zwingend darum, IV macht das, 6er das und 10er jenes. Aber vielleicht wichtige Merkmale/Zonen/Zahlenverhältnisse oder was auch immer, auf das ihr dabei achtet :)

  • Ja genau. Bezüglich des eigenen Pressingsverhalten tendiere ich auch aktuell dazu gegen den Ball ein "klares" 4-4-2 zu spielen. Das soll die Ausgangssituation sein.

    Dann kann man gegen unterschiedliche Zahlenverhältnisse (3 IV, 2 IV) mit 2 parallelen oder eben abkippenden Stürmern, was meiner Meinung nach quasi ein Spiel mit einer Spitze (die Spitze wechselt halt) ist.

    Meistens bedingt sich durch die 3 IV auch, dass der Gegner dann "nur" 2 ZM-Spieler hat und bei 2 IV dann 3 ZM-Spieler hat. Sodass man gegen 3 IV mit 2 Spitzen attackiert und gegen 2 IV mit einer abkippenden Spitze, die das MF unterstützt und einer, die die beiden IV attackiert.


    Alternativ kann man aber auch gut aus einem 5-3-2 gegen ein 4-3-2-1 spielen, wenn man mit einer "Variablen 4er-Kette" spielt. Heißt der RV schiebt ganz hoch auf den LV des Gegners und der RIV schiebt nach Außen und gibt den "neuen RV" in der jetzt verbleibenden 4er Kette. Verlagert der Gegner jetzt hintenrum den Ball, dann geht der RV wieder ganz zurück, der RIV wieder ins Zentrum und LV schiebt hoch, sowie LIV nach Außen. Es gibt ja zig Varianten.


    Was mich nach dem Post von Constantin interessieren würde, wären Leitlinien/Grundsätze zur Positionierung/Vorbereitung des Gegenpressings bereits bei eigenem Ballbesitz.

  • Gegenpressing findet, das muss ich mir bewusst machen, über das komplette Feld hinweg statt. D.h. für mich, dass auch mein ballfernster Spieler versuchen muss möglichst schnell Zuordnung zum gefährlichsten Gegenspieler zu finden. Ein gutes Beispiel dafür ist mMn Deutschland gg Mexiko Hummels' Wegrutschen beim 0:1. Außerdem war Hummels' Abstand zu seinem Gegenspieler vor dieser Aktion zu groß.


    Das heißt dann, wenn man einen Schritt zurück geht, natürlich auch, dass ich bereits im Ballbesitz meine Position an einen möglichen Ballverlust anpasse. Der Abstand zu meinem Gegenspieler darf nicht zu groß sein und ich muss jederzeit in der Lage sein sofort Zugriff zu erzeugen. Insbesondere gilt das für deine Verteidiger.


    Dementsprechend komme ich zur Restfeldsicherung. Du hast ja geschrieben, dass deine Verteidiger beim Vorrücken auf die Zahlenverhältnisse achten sollen. Ich denke, dass auch meine Struktur hierbei eine wichtige Rolle spielt. Ob du in einem 2-2 oder 3-1 (->ballferner AV, beide IV, ferne 6) sicherst ist im Prinzip erst einmal egal bzw. hängt von deiner Philosophie ab. Wichtig ist, dass die absichernden Spieler das Zentrum halten. Spannend wird es hier mMn wenn dein IV andribbelt. Denn hier müssen entweder die beiden anderen Aufbauspieler (bei sit. 3er-Kette) mit einrücken oder ein zentraler Spieler muss die Lücke hinter dem IV füllen.


    Die wichtige Tiefenstaffelung der 6er hast du ja bereits erwähnt.


    Die Art wie ich meine Torchancen herausspiele hat auch einen Einfluss auf die Wirksamkeit des GGP. Bei Flanken ist das absichern des Rückraums (->zweiter Ball) von zentraler Bedeutung.

    Prinzipiell gilt: Kurze Pässe bekommt man einfacher zurück, lange (flache) Pässe sind im Gegenpressing meist schwieriger, weil der Passgeber nicht sofort Druck ausüben kann.


    Man könnte jetzt einen ziemlichen Roman dazu schreiben, es gibt aber im Internet Bücher und Videos zu dem Thema. Ich kann dir als PN mal schreiben was ich dazu kenne. Meld dich einfach, wenn du Interesse hast.



    1.) Der Ball in die Tiefe wird meistens nicht funktionieren, weil (sollte dein Gegner im Raum verteidigen) noch mindestens der LAM und wahrscheinlich auch noch ein 6er im Weg stehen. Außerdem ist der Ball extrem lange unterwegs.


    2.) Hast du schonmal darüber nachgedacht den Außenspieler als Breitengeber agieren zu lassen und den AV einrücken zu lassen.

  • Ich finde es wirklich interessant eure Posts zu lesen und welche Gedanken ihr euch macht.


    Allerdings glaube ich, dass es hier gerade "tot-philosophiert wird. Ich habe oft erlebt, dass vor allem Trainer im Jugendbereich gerne von" festen" Vorgehensweisen reden. Meistens hat man dann immer eine Gegenmaßnahme für jedes System, jede Grundordnung und jedes Verhalten des Gegners.


    Meine Erfahrung bezüglich der Grundordnung bzw die Art des Abwehr oder Mittelfeldpressings im Leistungsbereich der Jugend, ist die, dass in 80% der Fälle eine Art Mittelfeldpressing gespielt wirs. Oft auch ohne wirkliches Pressing.


    Und wenn ich mir als neutraler Beobachter dann diese Spiele anschaue, bei denen dann beide Teams ein Mittelfeldpressing aufziehen und das Offensiv-Team krampfhaft versucht ein tolles und durchdachtes Flachpassspiel aufzuziehen, dann in eine Pressingfalle nach der anderen läuft bzw. es dann zu zig Fehlpässen und dann den Kampf um den Ball kommt, der dann oft ins Aus geschlagen wird... Dann schläft man im besten Fall ein. Vor allem dieses Ballgeschiebe, das dann oft aufgezogen wird, ohne Raumgewinn, ist zum kotzen. Nach 20 Minuten verliert dann einer die Geduld und es werden vom IV lange Bälle nach vorne geschlagen.


    Solche Spiele werden dann oft durch Standards entschieden und dann heißt es: Taktisch gut gespielt :-)


    Zum Thema: Wenn du einen Gegner hast, der ein Mittelfeldpressing aufzieht, dann wäre eine Möglichkeit den Ball bzw die Seite ein bis zweimal zu verlagern und dann einen Diagonalball auf die Außenposition zu spielen. Dafür sollen die offensiven Außen breit stehen und auch in den Raum starten.


    Wenn der Gegner sich darauf einstellt, dann kannst du variieren und durch das Zentrum kombinieren.


    Und Fakt ist: Standards, Standards, Standards... Es gibt kein Team auf der Welt, das Weltmeister, Europameister Champions-league Sieger oder Nationaler Meister geworden ist, das nicht einige Spiele über Standards entschieden oder mit entschieden hat. Du willst aufsteigen? Ihr werdet Standards brauchen.

  • Allerdings glaube ich, dass es hier gerade "tot-philosophiert wird. Ich habe oft erlebt, dass vor allem Trainer im Jugendbereich gerne von" festen" Vorgehensweisen reden. Meistens hat man dann immer eine Gegenmaßnahme für jedes System, jede Grundordnung und jedes Verhalten des Gegners.


    Meine Erfahrung bezüglich der Grundordnung bzw die Art des Abwehr oder Mittelfeldpressings im Leistungsbereich der Jugend, ist die, dass in 80% der Fälle eine Art Mittelfeldpressing gespielt wirs. Oft auch ohne wirkliches Pressing.

    Keine Frage, da muss man zustimmen!

    Wie gesagt, mir geht es um UNS. Wie wollen WIR spielen, was wollen WIR machen. Das der Gegner meist mit einem Mittelfeldpressing/Abwehrpressing spielt, was gar kein richtiges Pressing, sondern ein "wir warten mal ab" ist, kann ich nur bejahen. Wobei das ab einem gewissen Niveau auch seltener wird. Aber keine Frage, ich kann das schon so bestätigen!


    Mir geht es einfach darum, dass ich meinen Jungs was beibringen möchte. Und zwar strukturiert Fußball spielen.

    Aber generell möchte ich hier ja auch nicht im kleinsten Detail eröertern, ob jetzt die abkippenden 6er besser sind oder ein einzelner 6er etc. Mir geht es darum aufzuzeigen, wie wir an die Sache rangehen und Feedback dazu zu bekommen.
    Mit Sicherheit wird es immer wieder solche Diskussionen geben, aber solange es nicht zu sehr ausartet, ist das doch schön! :)



    Und Fakt ist: Standards, Standards, Standards... Es gibt kein Team auf der Welt, das Weltmeister, Europameister Champions-league Sieger oder Nationaler Meister geworden ist, das nicht einige Spiele über Standards entschieden oder mit entschieden hat. Du willst aufsteigen? Ihr werdet Standards brauchen.

    Sehe ich auch so, wir werden Standards brauchen! Wir werden das auch mal trainieren. Aber da bin ich ehrlich, wir werden da nicht den riesen zeitlichen Fokus drauf legen. Klare Raumaufteilung sowohl offensiv als auch defensiv bei Ecken mit 2 Flankenvarianten + eine kurze Variante sowie Raumaufteilung bei Freistößen aus dem Halbfeld werden wir vorm Spiel klar mitteilen. Das werden wir auch mal trainieren, aber hauptsächlich geht's mir im Training um die Sachen, die häufig vorkommen.

    Daher werden wir selten die Standards an sich trainieren. Was ich wichtiger finde und oft auch mehr bringt (meiner Erfahrung nach) ist den Kopfball an sich zu trainieren. Ich hatte noch nie sonderlich viele Spieler in meinem Kader, die offensiv aktiv in den Ball gehen und dann auch noch gut köpfen. Das sind jedes Jahr 1,2 Spieler gewesen, der Rest naja...Defensiv halten schon die meisten die Birne hin und Köpfen den Ball irgendwo hin. Aber den offensiven, zielgerichteten Kopfball...da seh ich immer enormes Potenzial.

  • In diesem Beitrag geht es um die generelle Idee, die ich bei der Planung meiner Trainingseinheiten berücksichtige.


    Hier versuche ich mich an die Konzeption der 4-Phasen des Fußballs zu orientieren:

    1- eigener Ballbesitz, Gegner ist sortiert

    2- gegnerischer Ballbesitz, selber unsortiert

    3- gegnerischer Ballbesitz, selber sortiert

    4- eigener Ballbesitz, Gegner ist unsortiert


    Mein Plan sieht vor, dass in wöchentlichen Blocks trainiert wird. D.h. ganz konkret:

    Wir starten am 1.8. in die Vorbereitung, donnerstags und sonntags stehen die ersten Trainingseinheiten an. Hier wird noch nach keiner speziellen Phase trainiert. Die Jungs sollen wieder reinkommen, alles ganz entspannt, Fußball spielen, aufs Tor schießen und ein paar Buden machen :) Danach geht es dann planmäßig folgendermaßen los:


    32. KW: eigener Ballbesitz, Gegner ist sortiert

    33. KW: gegnerischer Ballbesitz, selber unsortiert

    34. KW: gegnerischer Ballbesitz, selber sortiert

    35. KW: eigener Ballbesitz, Gegner ist unsortiert

    und dann wieder

    36. KW: eigener Ballbesitz, Gegner ist sortiert

    etc.


    Soweit so verständlich denke ich :)


    Folgende Problematik ist dabei dann auszumachen:

    1 Schwerpunkt wird nur 1 Woche, also 3x trainiert. Das könnte natürlich zu wenig sein, um sich so richtig zu setzen. Daher haben wir uns folgendes überlegt bzw. folgen dem folgenden Vorschlag von S. Turek:

    Da ich gemeinsam mit meinem Co-Trainer die Mannschaft trainiere, haben wir es generell so geplant, dass ich den aktiven Schwerpunkt coache (z.B. KW32 eigener Ballbesitz, Gegner ist sortiert) und mein Co-Trainer den „passiven Schwerpunkt“ coacht (z.B. KW32 gegnerischer Ballbesitz, selber sortiert). Natürlich kann es auch variieren und ich coache den passiven Schwerpunkt etc. Zur Veranschaulichung stelle ich es jetzt aber wie o.g. da.


    Dabei gilt immer ganz klar, dass der aktive Schwerpunkt im Vordergrund steht und Übungen nicht dauernd unterbrochen werden, wenn der passive Schwerpunkt „nicht so läuft“ bzw. Erläuterungen erfordert. Wir stellen uns das so vor, dass er in den Spielformen ansonsten mal Spieler rausnimmt und diese auf Dinge/Situationen/Verhaltensweisen aufmerksam macht, aber nur bei „eklatanten Fehlern“ die Spielsituation im gesamten unterbricht.

    Klar, der passive Schwerpunkt wird dadurch nicht mega intensiv trainiert, aber auf die Dauer bringt es sicherlich erhöhte Wiederholungszahlen.


    Den aktiven Schwerpunkt steht klar im Vordergrund und ist der Punkt, um den es uns geht.


    Ich versuche das ganze an einem ganz konkreten Beispiel zu erklären:

    32. KW: Phase: eigener Ballbesitz, Gegner ist sortiert

    Aus diesem Schwerpunkt wird an folgendem Thema gearbeitet: Spielaufbau aus 4-2-3-1 gegen 4-2-3-1


    Die Spielform wird in dem Spielausschnitt knapp über die Mittellinie hinaus durchgeführt. Start ist immer der Abstoß beim TW, Ziel ist es in eines der umgekippten D-Jugendtore zu passen oder über die Mittellinie zu dribbeln. Ausgeschnitten sind die beiden AM und ST, sowie beim verteidigenden Team die 4er Kette. Die Passtore symbolisieren die drei ausgeschnittenen Offensivspieler, mit einem Pass auf diese oder dem kontrollierten Überqueren der Mittellinie endet die Spielform, da das Ziel „Kontrolliert nach vorne kommen“ erfüllt ist.


    Ich würde jetzt in dieser Spielform die blaue Mannschaft im Spielaufbau coachen. Wir würden mit dem offenen Einstieg beginnen. Anschließend würde ich immer wieder auf verschiedene Situationen reagieren und entsprechend coachen.

    Mein Co-Trainer würde immer wieder das rote Team kurz zusammenholen und mögliche Pressingvarianten durchsprechen, welche dann versucht würden umzusetzen. Zudem könnte er immer individuell auf Verhaltensweisen einzelner Spieler eingehen. Z.B. Bogenlauf des Stürmer, der Bogen zu schmal, deshalb Querpass zur Spielverlagerung zu leicht möglich etc. oder der ballferne AM schiebt nicht weit genug ein etc. Dies alles kann parallel zu dem Coaching der blauen Mannschaft durch mich erfolgen bzw. auch immer mal wieder zwischendurch, nur als verbales Coaching, wenn die Spieler zurück auf die Ausgangsposition laufen ohne die Situation nachzuspielen etc.

    Hat natürlich nicht den gleichen Effekt, als wenn man die Situation einfriert, den Fehler aufzeigt und nachspielen lässt, aber es ist eine erste Einführung in das Thema aus der Phase „gegnerischer Ballbesitz, selber sortiert“. Das Thema „Pressingverhalten bei gegnerischen Spielaufbau“ könnte man dann in KW 34 zum aktiven Schwerpunkt machen. Dann hätte man als passiven Schwerpunkt gleichzeitig die Thematik „Spielaufbau“ und würde das Thema somit wiederholen.


    Ich bin mal gespannt, wie das so funktioniert. Theoretisch finde ich, dass es sehr plausibel und logisch klingt, jedoch muss sich das Coachingverhalten von uns beiden Trainern vermutlich einpendeln. Während ich den o.g. Spielformablauf skizziert habe, fiel mir selber auf, dass da die Gefahr liegt. Das ganze Coachingverhalten darf natürlich nicht den Ablauf zu sehr überlagern bzw. zu „Nerv tötend“ sein und sich schon gar nicht in eine Konkurrenzsituation (Wer coacht jetzt laut?) bringen. Wir müssen da klar den Plan verfolgen, dass der aktive Schwerpunkt lautstark gecoacht wird, der Passive leise. Der Passive also eher im Individualbereich und nur mal situativ und ausnahmsweise im Gruppentaktischen Bereich. Also nur bei krassem Fehlverhalten oder während Unterbrechungen etc. Ich sehe hier die Gefahr, aber das müssen wir gut absprechen und dann auch selber mal lernen durch ausprobieren.


    So das soll es erstmal zum Thema „Wie planen wir unsere Saison“ gewesen sein. Der nächste Schritt ist diese Themen auch mit Inhalten zu füllen. Das werde ich mit meinem Co-Trainer diese Woche „festzurren“ im Sinne von für uns selber festlegen. Dann muss man immer nochmal gucken, wie sich alles entwickelt.


    Ergänzung: Beim Thema "Spielaufbau" handelt es sich nur um ein Beispiel. Mir geht es in dem Post nicht um das Thema "Spielaufbau" oder "Gegenpressing", sondern um "Wie strukturieren wir die Trainingsplanung" :)

  • So unsere ersten beiden Trainingseinheiten der vergangenen Woche liegen hinter uns. Die Jungs haben jeweils nach einer Ballgewöhnung/Dribbelform etliche Torschüsse abgegeben und dann längere Abschlussspielformen gemacht. Hierbei haben wir „versteckt“ den Fokus auf den Fitnessbereich gelegt.

    Wir haben immer 8 gegen 8 (also 7+1) gespielt. Gespielt wurden unterschiedliche Varianten:

    a) An beiden Seitenlinien standen je 4 Hütchen. Ging ein Ball irgendwo ins Aus, wurde am gegenüberliegenden Hütchen weitergespielt. Weitergespielt wurde durch eindribbeln oder passen. Der Spieler, der den Ausball verschuldet (als letzter berührt) hat, musste diesen wiederholen und auf das Hütchen legen. Dabei durfte er nicht durchs Spielfeld laufen.

    b) Um ein Tor zu erzielen, müssen alle Spieler in der gegnerischen Hälfte sein. Sind bei einem Gegentor nicht alle Gegenspieler in der eigenen Hälfte, zählt das Tor doppelt.

    c) Immer abwechselnd mussten 2 Spieler eines Teams eine Runde um unser Spielfeld laufen.


    Bei all den Varianten haben wir immer 6 Minuten gespielt, dann war Pause. Es wurde zudem gefordert, dass immer – wenn man nicht in Unterzahl war – Angriffspressing spielen sollte (im Sinne von musste), da haben wir Trainer immer wieder dran erinnert :)


    So haben wir direkt verschiedene Situationen (Umschalten auf Offensive/Defensive, Verhalten Überzahl/Unterzahl) unbemerkt mittrainiert, aber auch massiv an unserer Fitness gearbeitet. Das heute richtig rein, die Jungs waren richtig am pumpen.



    Diese Woche starten wir jetzt mit unserem geplanten Trainingsprogramm. Wir haben uns entschieden in dieser Woche mit der Phase gegnerischer Ballbesitz, selber geordnet zu starten.

    Grund hierfür ist, dass alle 3 IV da sind und der vermeintlich eher defensiv orientierte 6er auch. Meine beiden angedachten Alternativen für die offensive 6er Positionen sind leider noch im Urlaub.


    Schwerpunkt diese Woche wird das Verteidigen von Angriffen durchs Zentrum sein. Hierbei werden wir zu Beginn das „Verteidigen zu zweit“ der beiden Innenverteidiger in verschiedenen Situationen trainieren. Hierbei werden wir auch das Zusammenspiel mit den 6ern mit einbeziehen.


    Wir wollen damit beginnen, dass unsere beiden IV ein 2 gegen 2 verteidigen. Hieraus sollen sich nachher immer andere Varianten ergeben. Wir starten mit dem klassischen 2 gegen 2, die beiden Stürmer laufen auf die beiden Verteidiger zu. Hier ist uns dann wichtig, dass wir eine Staffelung der beiden IV haben, die Schnittstelle zwischen den beiden nicht zu groß wird und beim rausrücken und Übergeben/Übernehmen der Gegenspieler gesprochen wird. Zu Beginn wird diese Übung in Kombination mit dem sicheren Abstand (ca. 22m Torentfernung) trainiert. Aus meiner letztjährigen Erfahrung habe ich mitgenommen, dass oft erst ab der 16er Linie zugepackt wurde, deshalb möchte ich der Linie bei 22m mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen. Spielfeldbreite ist irgendwo mittig zwischen 5er und 16er.

    Eine erste Variation wird dann sein, dass ein ST bei den beiden Verteidigern steht und der andere Stürmer mit Ball auf diese 2 vs. 1 Situation zudribbelt.

    In beiden Spielformen würden wir die ST diverse Varianten durchspielen lassen, u.a.:

    • 1 vs. 1 gehen – wird sich gegenseitig gesichert?

    • Kreuzen – wird übergeben?

    • Hinterlaufen – wird übergeben?

    • Doppelpass – schnelles zurückweichen, wenn mein Gegenspieler den Ball abgespielt hat bzw. paralleles rausrücken des anderen IV auf den neuen Ballführenden – schließen der Schnittstelle

    • Breit parallel drauf zu laufen und einen Pass durch die Schnittstelle fordern – Schnittstelle geschlossen?

    + bei Variante 2:

    • Die hängende Spitze spielt einen Pass auf den ST im 1vs.2 – eng am Mann sein, Aufdrehen verhindern


    Erstmal soll das reichen, dazu werden ja mit Sicherheit noch genügend Aktionen kommen, die die Stürmer selber durchführen/sich ausdenken/umsetzen etc. Vorteil für uns (hoffentlich): All die Verhaltensweisen müssen nicht mehr erlernt werden. Die Jungs wissen was zu tun ist, dieses Wissen muss nur wiederaufgefrischt bzw. wieder in Erinnerung gerufen werden. Ggf. geht es darum die Aktion dadurch schneller zu erkennen, dass diese den Jungs nochmal bewusstgemacht wurde. Daher glaube ich, dass man in diesem Block viele Themen abarbeiten kann, ohne dass diese zu kurzgehalten werden. Zudem kann man davon profitieren, dass sich einige Themen ähneln bspw. Kreuzen/Hinterlaufen fällt beides unter Positionswechsel der beiden Spitzen, was zur Folge haben sollte „Übergeben der Gegenspieler“. Natürlich mit der Aufnahme, wenn der Stürmer hinter dem Rücken des IV kreuzt, dass manchen wir später nochmal. Erstmal wollen wir uns die „Grundregeln“ nochmal erarbeiten und vertiefen.


    Dann werden wir die Spielform aber auch erweitern und von einem 2 gegen 2 bis zum 4 gegen 4 gehen, vielleicht nachher sogar ein 5 gegen 4 Überzahlspiel für die Defensive. Vielleicht erscheint es nicht logisch, warum wir erst 4 vs. 4 spielen lassen und ggf. später dann auf 5 vs. 4 gehen, was ja nach einer Vereinfachung klingt. Der Grund liegt darin, dass wir uns überlegen wie lassen wir spielen und wie spielt der Gegner.

    Wir wollen zunächst die beiden Systeme 4-4-2 und 4-2-3-1 einsetzen. Das hat zur Folge, dass wir im Zentrum entweder 4 (2 IV und 2 6er) oder 5 (2 IVs, 2 6er, 1 10er) haben. Da wir zunächst mit abkippenden Spitzen im 4-4-2 beginnen werden, verbleiben uns im Zentrum 4 Spieler. Wir lassen unsere Spitzen und die gegnerischen IV bewusst weg, damit die Spielform zum einen nicht zu groß wird und zum anderen auch spielnah bleibt. Den Spielaufbau, das Übergangsspiel und das Herausspielen von Torchancen wären sonst ja 3 Punkte, die die Sparringsmannschaft hätte und in allen drei Bereichen nur durchs Zentrum spielen darf. Das wäre mir dann wirklich nicht mehr spielnah genug. Das Sparringteam wäre meiner Meinung nach zu eingeschränkt. Klar ist es das in gewisser Weise fast immer, aber hier wäre es mir persönlich zu viel.


    Also spielen wir zunächst mit 4 Spielern. Jetzt die Frage was macht der Gegner. Meist spielt er ja doch 4-2-3-1, selten aber immer mal wieder sieht man auch 4-4-2 oder 5-3-2. Das 5-3-2 lassen wir bewusst außen vor, da wir hier ganz anders gegen agieren würden, wir würden Außenspieler mit in die Zentrumsverteidigung einbeziehen, gegen dieses System muss man auf voller Breite verteidigen finde ich. Hier zu sagen 4 vs. 5 Unterzahl zu spielen ist nicht spielnah, so würden wir es nicht lösen im Spiel.

    Also nehmen wir die gegnerischen Systeme 4-2-3-1 und 4-4-2. Wenn wir die 4er-Kette des Gegners ausschneiden und die offensiven Außen, dann bleiben jeweils 4 Spieler (entweder 3-1 oder 2-2) über. So kommen wir auf die Spielform 4 gegen 4. Hier würden wir dann im Aufbau unterscheiden, spielt der Gegner mit 2 Spitzen (dann haben in der Spielform beide die Ausgangsposition bei den IV) oder mit einer Spitze. Dann startet diese bei den IV und im Mittelfeld wird 3 vs. 2 gespielt. Um den Nachteil, des 2 vs. 3 im Mittelfeld auszugleichen kommt dann vielleicht als Überzahlspieler meine abkippende Spitze hinzu. Hier könnte ich mir vorstellen, dass diese vielleicht etwas höher platziert ist als alle anderen Spieler und dann nachstarten kann. Das ist in meinen Augen eine Situation, die sich ja auch im Spiel ergeben kann. Der abkippende Stürmer erreicht den gegnerischen 6er etwas zu spät und schwups hat der Gegner ein 3 vs. 2 im Zentrum. Jetzt bleibt die Spitze ja (hoffentlich :) ) nicht stehen, sondern startet nach.


    Das ganze wird die Hauptteile der Trainingseinheiten einnehmen. Gespielt wird also quasi immer auf dem gleichen Aufbau, es wird in einer Mittelzone auf das Großtor angegriffen. Je nach Spieleranzahl wird die Tiefe des Feldes dann länger oder eben kürzer. Zudem wird das Ganze mit immer neuen Optionen für die Verteidiger versehen, wie diese nach Balleroberung punkten können wie z.B.:

    • Dribbellinie erreichen

    • Zielpass auf Minitore

    • Flugball in offensive Korridore

    • Mix aus diesen Optionen – und ggf. fallen mir während des Übungsablaufes noch spielnahe Optionen ein (passiert dadurch, dass man merkt, dass der Spieler jetzt instinktiv eine bestimmte Handlung durchführen will – die im Spiel auch richtig wäre – aber diese jetzt aufgrund der o.g. Ziele nicht sinnvoll ist)


    Unsere Trainingsabschlussteile wollen wir diese Woche mit unterschiedlichen Kleinfeldspielen gestalten. Auf Feld A wird 1 vs. 1 auf 2 Minitore gespielt, Feld B 1 vs. 1 auf Dribbellinien, Feld C 2 gegen 2 auf Minitore, Feld D 2 vs. 2 auf Dribbellinien und auf Feld E 2 vs. 2 auf Minitore (normaler Standort der Tore) und 2 Dribbeltoren im Spielfeld.

    Das ist der Abschluss beim ersten Training. Bei den weiteren beiden Einheiten, fallen die 1 vs. 1 Felder weg und es kommt ein 4 vs. 4 Felder hinzu.

    Die Spielzeit wird sehr kurz sein, da die Belastung sehr hoch sein wird. Hier wollen wir die Jungs langsam an die intensive Belastung heranführen. Das entspricht nicht voll dem Fußballfitnesstraining von Verheijen, aber wir bevorzugen in diesem Fall das Zusammenspiel vom Gruppentaktischen Element Verteidigen zu Zwei bzw. Zusammenspiel IV und 6er mit dem Thema Fitness. Die 1 vs. 1 Form ist gewählt, um auch nochmal individualtaktisch das defensive 1 vs. 1 zu haben, was in allen anderen Formen als Grundlage ja auch dazu kommt, aber hier nochmal separat gefördert wird.

    Wir werden nach jedem Durchgang die Felder wechseln, jeder Spieler punktet für sich selber, sodass es über die ganze Trainingswoche drei Sieger geben wird. Die Gewinner werden dann nächste Woche vom „Materialdienst“ freigestellt.


    Na dann schauen wir mal, wie die Woche so läuft. Am Samstag spielen wir gegen eine klassenhöhere Mannschaft, da werden wir mit Sicherheit grad im Defensivverbund sehr gefordert werden. Ich werde berichten :-)

  • So die erste volle Trainingswoche samt Testspiel haben wir hinter uns. Wie oben beschrieben, stand diese Woche die Phase gegnerischer Ballbesitz, selber sortiert auf dem Plan.

    Ich muss sagen, dass der Trainingseindruck war, dass wir noch eine Menge zu tun haben. Im Spiel 2 gegen 2 sah es bereits sehr ordentlich aus, da verteidigten meine IV sehr erfolgreich. Problem: sie gewannen die Bälle, taten das aber nicht, durch gut aufeinander abgestimmtes Verhalten, sondern dadurch, dass sie ihre 1 gegen 1 Duelle gewannen. Wenn die Stürmer dann doch mal durchkamen, dann immer, weil das „Zusammenspiel der Verteidiger“ nicht passte. Das häufigste Problem war, dass oft auf einer Linie verteidigt wurde. Unabhängig von der Situation und dem Gegnerverhalten verteidigten die beiden IV auf einer Höhe. Sie von den Vorteilen einer Staffelung zu überzeugen wird wohl Zeit brauchen, weil durch individuelle Qualität die meisten Bälle gewonnen wurde. Und wie das mit 16 Jährigen Jungs so ist…warum etwas ändern, wenn es doch oft erfolgreich ist.


    Ich sehe da schon Probleme, wenn da mal stärkere und vor allem sprintstarke Jungs auf die beiden zukommen. Na wie dem auch sei, wir werden daran arbeiten.


    Da ein 6er ja noch im Urlaub ist, der andere sich in der zweiten Einheit eine leichte Blessur zuzog, wurde aus dem Trainieren des „Zusammenspiels Innenverteidiger und 6er“ nicht so viel. Da ich ja auch am Wochenende umplanen musste auf der Doppel 6, trainierten wir diese Form mit den Jungs, die ich dort am Wochenende testen wollte. Das klappte überraschend gut, ich war äußerst positiv überrascht.


    Leider sagte unser Testspielgegner für das Spiel am Samstag bereits am Dienstagabend ab, glücklicherweise konnten wir für Sonntag noch kurzfristig einen Gegner bekommen. Der Gegner spielt in der gleichen Spielklasse wie wir, aber in einer anderen Gruppe. Da der Verein auch stets sehr ambitioniert ist und der Trainer mit auch sagte, dass sie aufsteigen wollen, stellten wir uns auf einen starken Gegner ein.

    Aufgrund der Ausfälle und Urlauber hatten wir einen 12er Kader zur Verfügung. Wir starteten in einem 4-2-3-1 und trafen auf einen Gegner, der zunächst abwartend aus einem 4-4-2 agierte. Im Spielaufbau wurden unsere beiden IV erst auf Höhe des Mittelkreises in unserer Hälfte attackiert. Durch die Überzahl im zentralen Mittelfeld ergaben sich immer wieder Anspielstationen im Rücken der beiden gegnerischen Stürmer. Leider fiel hierbei auf, dass meine IV oft zu lange brauchten um den Pass zu spielen, der Pass zu leicht gespielt wurde oder die 6er aufdrehten, dann aber zu dicht auf einen Gegenspieler zu dribbelten und dann zu spät abspielten.

    Wir hatten im ersten Durchgang dadurch viel Ballbesitz, taten uns aber sehr schwer mit dem Ball nach vorne zu kommen. Ab und an verloren wir die Geduld und versuchten es mit hohen Hoffnungspässen auf unseren Stürmer. Leider spielte ein kleiner quirliger Spielertyp, der dadurch total unterging…Die ein oder andere Verlagerung per Flugball war gut, aber auch hier hatte ich das Gefühl, dass man froh war, den Ball los zu werden und außerdem „Hoch und weit bringt Sicherheit“…Erst nach einer verletzungsbedingten Auswechselung – 6er raus, 10er auf 6 zurück, neuer 10er rein – lief es besser. Der Gegner rannte dann noch mehr hinterher, wir spielten uns bis vorne zum 16er durch, kamen dann aber durch die tiefstehende und vielbeinige Abwehrkette nicht durch. Problem: unser AM-Spieler standen viel zu weit innen, es mangelte uns an der Breite, sodass der Gegner es relativ leicht hatte uns am 16er zu verteidigen. So blieben uns meist nur Schüsse aus gut 20 Metern, von denen einige vorbeigingen oder gehalten wurden. Kurz vor der Pause dann die gleiche Szene, wir kombinieren uns durchs Zentrum, Torschuss aus ca. 22 Metern genau ins Eck, 1:0.

    In der Halbzeit habe ich kurz über die Abläufe im Spielaufbau gegen das 4-4-2 gesprochen und die AM Spieler dazu angehalten, die Breite zu halten und nur einzurücken, wenn der AV sie hinterläuft.

    Kurz nach der Pause gingen wir nach einem Kopfballtor mit 2:0 in Führung. Der Gegner versuchte jetzt bereits weit in unserer Hälfte unsere IV anzulaufen, tat dies aber nicht geschlossen, sodass wir uns gut durchkombinieren konnten und zu zwei weiteren Treffern kamen. Insgesamt merkte man, dass wir in Sachen Fitness deutlich weiter waren als der Gegner, der jetzt immer wieder zu spät kam und unsere Angriffe nicht stoppen konnte. Nur vor dem Tor, da waren wir zu verspielt, deshalb blieb es beim 4:0.

    Defensiv fiel noch auf, dass wir zwar überhaupt keine Chance zuließen, aber bei hohen Bällen auf bzw. über unsere IV nicht sonderlich sattelfest wirken. Unser TW spielt gut mit und hat da einige Bälle abgelaufen, aber hier merkte man, dass wir durch die fehlende Staffelung der IV da Probleme bekommen können. Ein IV geht zum Kopfball – verliert dieses bzw. keiner kommt an den Ball – der andere St ist dann im Bewegungsvorteil gegenüber unserem anderen IV, wenn dieser nicht gestaffelt steht.

    Positiv war auf jeden Fall auch, dass mein RV mich durch ein Einrücken ins Zentrum überrascht hat und dort oft frei stand und Bälle forderte. An der Spielfortsetzung arbeiten wir dann noch mal, aber das war schon gut.

    Fazit des Spiels: Guter erster Spieleindruck, aber natürlich gilt es fleißig zu sein und einiges voran zu bringen! :-) Die Jungs zeigen sich leistungsbereit und ziehen super mit. Bisher bin ich mit den gezeigten Leistungen absolut zufrieden, auch wenn wir natürlich noch ganz am Anfang stehen, aber man sieht schon, dass die Jungs kicken können.


    Wochenplanung:

    Diese Woche wird 2x trainiert und es stehen 2 Spiele an. Normalerweise müssten wir 15 Leute sind – immer vorausgesetzt, alle die nicht im Urlaub sind, sind dabei!

    Trainieren werden wir diese beiden Einheiten unter der Phase: eigener Ballbesitz, Gegner unsortiert

    Heißt, wir trainieren das offensive Umschaltspiel oder wie man früher sagte :-) Wir kontern.

    Hierfür werden wir Ballbesitzspiele machen, in welchen wir den Fokus auf den Moment legen, indem die ursprünglich defensive Mannschaft den Ball erobert. Zudem werden wir das „Sparringsteam“ den Spielaufbau durchführen lassen. Ich coache dann die „defensive“ Mannschaft. Um mehr Ballgewinne zu provozieren, werden wir den Spielaufbau erschweren, dies geschieht bspw. dadurch, dass wir Ihnen nur 7 Sekunden Zeit geben, um die Mittelinie zu überspielen oder eine Kontaktbegrenzung einführen. Wichtig ist dann für mich, dass ich meinen Fokus darauflege, wie wir im Moment des Ballgewinns reagieren und wie wir dann stehen. Wo steht z.B. der Stürmer, wenn der Ball im Mittelfeld ist etc.


    Ich denke, dass durch die vielen Tiefenläufe, die ja sowohl Angreifer im Konter, als auch die Verteidiger zum Absichern machen müssen der konditionelle Effekt automatisch mit abgedeckt sein wird, was natürlich auch wichtig ist. Wir schienen dem Gegner zwar deutlich überlegen, was die generelle Fitness anging, aber 80 Minuten Spielzeit...da können wir noch was für tun.


    Ich bin mal gespannt, wie das klappt, habe da noch nicht so die Erfahrungen. Mal sehen, ob es wirklich zu den guten/realistischen Konterausgangssituationen kommt. Ungern würde ich aus einem Standbild starten und die gegnerische Mannschaft unsortiert aufstellen. Ich würde schon gerne aus der laufenden Spielform einen echten Ballverlust haben wollen.


    Hat jemand noch eine Idee für eine gute Abschlussspielform zu dem Schwerpunkt? Ich wäre für Anregungen/Ideen sehr dankbar. Auch wenn sonst jemand eine schöne Spielform zum Umschalten auf Offensive hat, wäre es cool, wenn ihr mit Input geben würdet.

  • Gestern war das erste Training der Woche, wir befinden uns in der Phase eigener Ballbesitz, Gegner unsortiert. Wie bereits in meinem letzten Post geschrieben, suche ich noch eine gute Spielform als Abschlussspiel. Ich berichte mal vom Training gestern.


    Zunächst haben die Jungs sich locker eingespielt. Dies findet immer bis zum regulären Trainingsstart – die Jungs sind früher auf dem Platz – in der klassischen Rondoform statt. Gestern haben wir die Variante eingebracht, dass bei jedem Pass der Passgeber weiter zählen muss. Nur statt Zahlen, haben wir das mit dem Alphabet gemacht. Heißt: Spieler 1 ruft A und Spielt zu Spieler 2. Wenn dieser den Ball weiterspielt ruft er B usw. Zudem gibt es die Regel, dass bei 15 Pässen am Ende des Rondos 10 Liegestützen für die Spieler der Mitte zu absolvieren sind. Meiner Erfahrung nach, brauchen viele Spieler diese Strafe als Motivation in der Mitte Gas zu geben und die Außen brauchen diese Motivation, um nicht nur auf Beinschüsse etc. zu gehen.


    Nach einer kurzen Ansprache haben die Jungs das 11+ Programm absolviert, ehe wir in eine Rondoform zum Schwerpunkt gegangen sind.

    Nach der Rondospielform mit dem Schwerpunkt auf den Umschaltmoment durch die Spieler, die in der Mitte sind, sind wir in unsere Hauptspielform gegangen. Dieser werde ich hier mal vorstellen. Über jegliches Feedback (Verbesserungsvorschläge, Kritik und natürlich auch Lob) wäre ich dankbar :-).



    Ausgangsposition & Ablauf:

    Ein 4 Eck an der Mittelinie aufbauen. In diesem Feld spielt Blau in geringer Überzahl auf Ball halten. Gelingen X Pässe, kann durch einen Treffer in eins der beiden Minitore gepunktet werden. Erobert Rot den Ball wird unter Anwendung der Abseitsregel auf das Großtor gekontert, die beiden Außenspieler dürfen mit einbezogen werden.

    Beim Ablauf fiel mir auf, dass die Übung stockte, wenn der Ball durch die blauen Reihen lief, aber dann aus dem Feld ins Aus ging. Da wusste ich mir auf die Schnelle nicht anders zu behelfen, als mich selber neben dem Feld zu positionieren und bei einem Aus Ball einen roten Spieler anzuspielen, sodass Rot dann direkt aufs Tor gehen konnte. Sprich: Ausball Blau = Kontergelegenheit Rot

    Der TW muss zudem mitspielen, damit verhindert wird, dass der Ball planlos nach vorne gebolzt wird. Zu lange Bälle muss er ablaufen. Die Übung war sehr intensiv, da die Jungs (sowohl Angreifer als auch Verteidiger) immer wieder den langen Weg Richtung Tor im vollen Sprint absolvieren mussten.

    Folgende Punkte standen bei der Übung besonders im Fokus:

    • umgehender Sprint in die Tiefe – natürlich dabei auf Abseits achten

    • den Ball so schnell es geht zielgerichtet in die Tiefe spielen alternativ Tempodribbling – hier ergab sich jedoch im Training meist Aktionen, in denen ein Pass sinnvoller war. Zum einen ist der gepasste Ball sowieso schneller, als der gedribbelte Ball – aber in dem Moment des Ballgewinnes, war meist ein Gegenspieler in der Position, dass es ein Gegenpressing gab. Hier bevorzuge ich dann den schnellen Pass in die Tiefe, um das Risiko eines Ballverlustes durch den Zweikampf zu umgehen

    • Verhalten des Außenspielers auf dem offensiven Flügel: viele Konter wurden über die Flügel gespielt, hier gelang es oft schnell nach vorne zu kommen. Problem war, dass der Außenspieler oft so lange mit dem Ball gedribbelt ist, bis die Spieler im Zentrum nicht mehr frei bzw. anspielbar waren. Hier haben wir herausgearbeitet, dass es Sinn macht den Ball so früh wie möglich ins Zentrum zu spielen, wenn dort ein Spieler frei ist und ein Pass in den Lauf (kein Zeitverlust) gespielt werden kann. Hier muss ich sagen, hat man sehr schnell Erfolge gesehen, die Außenspieler haben es schnell umgesetzt und es sind deutlich schneller Tore gefallen.

    Unser Abschlussspiel sah dann so aus, dass wir in einer Hälfte (seitlich etwas eingerückt) ein normales Spiel gemacht haben. Hier galt folgende Zusatzregel:

    Gelingt es max. 7 Sekunden nach Balleroberung ein Tor zu erzielen, zählt dieses doppelt.

    Da wir unsere Spiele immer bis 3 Tore Spielen und dann eine Kräftigungsübung (z.B. Unterarmstützt) oder Sprints (ca. 25m) für den Verlierer anstehen, ist ein solches Tor natürlich Gold wert. Die Maßnahme bis 3 zu spielen und dann eine Strafe für den Verlierer zu haben, dient wieder der Motivation der Spieler (s.o. zum Rondo). Hier muss ich sagen, dass nicht wirklich viele Tore nach Umschaltmomenten fielen. Was aber gut war, war das Umschaltverhalten an sich, man sah, dass die Jungs sofort in die Tiefe starteten und auch den Pass spielten. Meist wurde der Angriff dann schlecht ausgespielt. Aber der Umschaltmoment selber wurde gut genutzt, da bin ich ja mit dem Teilerfolg nach einer Einheit schon zufrieden gewesen.


    Beim Testspiel, dass diese Woche ansteht, werde ich den Fokus auf das Umschalten auf Offensive legen und auch auf der dann folgenden Trainingseinheit, die diese Woche noch ansteht. Für diese Einheit bitte ich nochmal um Ideen/Vorschläge, für eine Spielform, die man als Abschlussspiel machen kann :-) Ich grüble schon selber, aber außer dem normalen Spiel mit der zusätzlichen Belohnung für einen Treffer kurz nach Balleroberung fällt mir noch nicht wirklich was ein.


    Ich wäre also sehr dankbar für Vorschläge zu der gesuchten Spielform und auch zu meiner kurz vorgestellten Spielform. Danke :)

  • Vorschlag für ein Abschlussspiel:


    Um spielgemäß umschalten zu können, muss ja auch Raum da sein, der bespielt werden kann. Ich würde zusätzlich zur 7-Sekunden-Regel noch vorgeben, dass die angreifende Mannschaft bei Torerzielung mit allen Spielern in der gegnerischen Hälfte sein muss. Je nach dem wie es läuft, kann diese Regel für die ersten X Sekunden nach Ballgewinn aufgehoben werden, um das Kontern zu erleichtern.


    Um das noch etwas "heftiger" zu machen, kann man das Spielfeld auch dritteln und beim Angriff im letzten Drittel spielen. Hab ich aber selber noch nie gemacht. Der Schwerpunkt wäre hier wohl mehr auf dem Auflösen des Gegenpressings.


    Zu deiner Hauptspielform:


    Ich würde mir überlegen, ob ich das ganze im nächsten Schritt noch erweitern will. Im Wettspiel habt ihr meist noch eigene Stürmer (bzw. Zehner und Stürmer) vor dem Ball und der Gegner hat ja auch noch seine Restverteidigung. Dementsprechend werden die Überzahlsituationen weniger klar. Evtl. muss man die Spieler aus dem Rondo teilweise herausnehmen (einzelne Spieler müssen z.B. erst um ein Zielhütchen sprinten bevor sie dabei sind), da sonst das Kontern zu schwer wird.

    Wenn du die Spielform vergrößerst solltest du darauf achten, dass alle beteiligten Spieler in hohem Tempo nachrücken, um das Gegenpressing im Falle eines Ballverlustes vorzubereiten und nicht in einen "Gegenkonter" zu laufen.

  • Zur Spielform:

    Anschließend an Constantin würde ich es auch um tiefe Anspielstationen im nächsten Schritt erweitern (was du vermutlich auch schon auf dem Schirm hast). Deine Spielform simuliert ja Ballgewinne nahe der letzten Abwehrlinie des Gegners, alternativ könntest du das 4vs3 hinter die Mittellinie verlegen und je einen oder zwei Stürmer (und dazugehörige IVs) als Tiefe Anspielstation abstellen. So kannst du deine Schwerpunkte natürlich beibehalten, hast aber eine andere Art/Ort/Situation des Ballgewinns. Natürlich sind die Wege für die konternde Mannschaft hier weiter und somit mehr Pausen vonnöten.


    Zum Abschlussspiel:


    Du könntest an den Seiten Passtore oder football-ähnliche Endzonen platzieren. Das Spiel läuft normal auf zwei Großtore, auf ein Kommando von dir wechselt das Spiel auf diese seitlichen Tore, die zuerst für jedes Team festgelegt sein können, im nächsten Schritt aber auch variabel sein können. Vorteile: Gegner definitiv unsortiert, du kannst passende Momente bestimmen, die Schwerpunkte bleiben erhalten (schnelles Umschalten, Tiefe suchen)

    Nachteile: keine direkte Positionsspezifik, kein direkter Torabschluss