Werdegang und Erfahrungsbericht Ausbildung DFB-Elite-Jugend-Lizenz (frühere B-Lizenz)

  • Dirk


    3/4 der Fragen wurden bei uns nicht thematisiert - weder in B noch in C Lizenz.
    Und viele Dinge wie äußere Einflüsse lehrt der gesunde Menschenverstand - oder auch das Leben als Vater.


    Grüße
    Björn

  • Uups,
    der Ausbildungsordner ist für alle Lizenzen im Bereich des DFB standadisiert und die Inhalte überall gleich.


    Nein auch diese Behauptung ist falsch.
    Zum Trainer wird man niemals durch äußere Einflüsse.
    Den gesunden Menschenverstand haben die ehemaligen Profis doch nur sehr begrenzt.


    Genau diese Aussage ist ja das fatale an der jetzigen Trainerausnahme.
    Vater wird man durch die Natur.
    Deine Rolle als Vater wirst Du zu 85% (meine Theorie Begürndet durch die Sichtweise des pädagogischen Optimismus) durch Deine Erziehung u. Sozialisation erlernt haben.
    Somit ist deine Rolle ebenfalls ein Produkt von Tradion. Tradition hat sehr viele Vorteile allerdings hat sie den ganz gravierenden Nachteil, dass neue Gedanken u. Ideen sich erst langsam durchsetzen.


    So war es bis vor 10 Jahren noch gängige Theorie bei vielen Pädagogen (manche Pädagogen sind auch heute noch unbelehrbar), dass wir in einer Leistungsgesellschaft die Kinder am Besten an den Leistungsdruck gewöhnen, indem wir sie schon frühzeitig mit Druck erziehen.
    Obwohl schon in den 1960er Jahren wissenschaftlich bewiesen wurde, dass Leistungsdruck im Kinder u. Jugendbereich nichts zu suchen hat.

  • Ich habe mich letztens auch mit einem ehemaligen Profi unterhalten, der als Co-Trainer einer NLZ-Mannschaft unser Gegner war und laut eigenen Aussagen, die A-Lizenz besitzt. Obwohl ich früher als Fan zu ihm als Fussballer aufgeschaut habe und er wirklich sehr freundlich, kommunikativ und keineswegs abgehoben war, klang schon durch, dass fundamentales Wissen über Ausbildungsstrategien im Kindesalter fehlen. Wirklich vorwerfen kann man ihm das nicht. Er wendet schließlich die Methoden an, die ihn zum Profi gemacht haben.

  • Genau richtig beobachtet.
    Und genau deshalb dürfen diese Profis auch keinen Schein erlassen bekommen.


    Das ist ja der Missstand. Falsche Traditionen werden weiter gegeben. Die ehemaligen Profis können ja nichts dafür.
    Die Zeit für die 360 Stunden haben sie alle mal.

  • @Dirk
    Das die Themen halt nicht so stattfanden in meinen 6 Wochen Lehrgang ist ein Fakt den ich weder beweisen kann, noch will - sie sind meine Wahrnehmung - ob dies Standart ist? Weiß ich nicht!


    Mir geht es hier nicht um Recht oder Unrecht haben - ich finde dein Argumentationsweise ähnlich wie die von Andre zu wenig offen für andere Ansichten. Ich halte wenig davon, denn mit dieser absolutistischen Einstellung. Hätte ich diese Überzeugung und Einstellung nicht selbst vor einigen Jahren überdacht, wäre ich mit Sicherheit nicht der Trainer geworden der ich heute bin.


    Jedem Profi den gesunden Menschenverstand abzusprechen halte ich für eine ebenso provokante wie falsche Aussage, den wie viele kennen wir denn alle so persönlich? Sicher wird man den ein oder anderen kennen, aber ist das Grundlage genug für eine Meinungsbildung über alle?


    Auf der anderen Seite der Medaille steht für micht die Zahl der völlig verblödeten A-Lizenztrainer die alle Lehrgänge durchlaufen haben und weder von Psychologie noch von Methodik oder Führungsverhalten eine Ahnung haben. Das ist auch bei EJ-Lizenznehmern oft genug der Fall.


    Woher das kommt? Die Frage hast du Dirk schon beantworte - aus den Erfahrungen, der eigenen Erziehung und dem was man mitnimmt bzw. charakterlich einbringt und persönlich erreichen möchte.


    Durch eine Lizenz wirst du aus meiner Sicht kein besserer Trainer und kein besserer Mensch - auch kein besserer Anführer.
    Du erhälst ein Stück Papier auf dem steht du hast mehrere Wochen Zeit und ne Menge Geld investiert hast, an deren Ende du eine Fadenscheinige Prüfung ohne Realitätsbezug abgelegt hast, bei der die Bewertung von persönlichen Befindlichkeiten und nach nicht einheitlichen Kriterien abgelegt hast.


    Für mich war und ist es ein Mär das eine Lizenz einen guten Trainer macht - und ich selbst mache meine A-Lizenz nur weil man dieses dumme Stück Papier benötigt weil verbohrte Vereinsfunktionäre sich darauf etwas einbilden.


    Grüße
    Björn

  • @Dirk,


    Du sprichst mir aus dem Herzen !




    Vor 5 Jahren habe ich an einer sportschule einen Trainer Kurs für ehemalige Profis gesehen.... was besonders in Erinnerung bleibt sind zwei Dinge : einer kam mehr als 30 min zu spät zu seiner lehrprobe und ein anderer hat ein lehrprobe abgehalten, die wenn wir sie so machen würden, mit einer schlechten Note beurteilt werden würde. Aber bei den ehemaligen Spieler drückt man halt gern ein Auge zu.



    Bei meiner eigenen Trainer Lizenz (im Jahr 2000) wäre ich aufgrund der Laune unseres lehrgangsleiter am letzten Tag fast beim eigen können durchgefallen. Ich konnte nur froh sein, dass er nicht alleine im Prüfungsausschuss war. Klar sollte man als a bisserl fussball spielen können, aber es sollte nicht das wichtigste Kriterium sein.

    Talent kommt von Gott, sei dankbar.
    Lob kommt vom Menschen, sei demütig.
    Einbildung kommt von dir selbst, sei vorsichtig.
    (Spruch eines amerikanischen Football Trainers)

  • @Dirk


    Bei der Auflistung deiner Fragen mußte ich ein wenig schmunzeln! Warum? Weil man eigentlich schon mal vor Jahren zur Erkenntnis gelangt ist, dass dies für jeden Trainer (also auch für Exprofis) eine wichtige Voraussetzung ist. Ja, man bereute sogar überhaupt diesen Schritt gegangen zu sein, Exprofis auf Mannschaften"loszulassen", weil sie nicht den Grundansprüchen eines Trainers entsprachen. Denn es ist immer noch ein Unterschied, ob ich dort als Schüler (Spieler) oder als Lehrer (Trainer) unterwegs bin.


    Als ich vor einiger zeit anmerkte, das diesmal alle "A-Lizenz-Teilnehmer durchgewunken wurden", regte sich Protest, weil sich ja darunter auch Kandiaten befunden hätten, die es dank großer Anstrenungen geschafft hätten. Aber eigentlich meint durchgewunken eher die, die es (noch) nicht verdient hätten.


    Leider verbietet es mir ja die Anonymität hier mehr aus dem Nähkästchen zu plaudern. Aber "didaktische Wunder" gibts immer wieder. Selbst und gerade bei denen, die sich als Spieler eher weniger als Genies in der Spielanalyse hervor getan haben. Dennoch sehe ich es so wie du, dass eine Komeptenzübertragung immer nur mit ausreichendem fachlichen Untergrund erteilt werden sollte. Was dann der einzelne Trainer daraus macht, das liegt in seiner Hand. Die Torwarttrainer zeigen es ja seit Jahrzehnten, dass sie auch ganz gut ohne DFB-Lizenz hervorragende Keeper ausbilden können. Allerdings glaubt der DFB, dass man das bißchen Wissen schon in 40 LE vermitteln kann, wozu die meisten TW-Trainer Jahre harter Arbeit brauchen. Oder hat schon mal jemand einen TW-Trainer in Turnschuhen und Trillerpfeife gesehehen :D ?

  • Leider verbietet es mir ja die Anonymität hier mehr aus dem Nähkästchen zu plaudern. Aber "didaktische Wunder" gibts immer wieder. Selbst und gerade bei denen, die sich als Spieler eher weniger als Genies in der Spielanalyse hervor getan haben. Dennoch sehe ich es so wie du, dass eine Komeptenzübertragung immer nur mit ausreichendem fachlichen Untergrund erteilt werden sollte. Was dann der einzelne Trainer daraus macht, das liegt in seiner Hand. Die Torwarttrainer zeigen es ja seit Jahrzehnten, dass sie auch ganz gut ohne DFB-Lizenz hervorragende Keeper ausbilden können. Allerdings glaubt der DFB, dass man das bißchen Wissen schon in 40 LE vermitteln kann, wozu die meisten TW-Trainer Jahre harter Arbeit brauchen. Oder hat schon mal jemand einen TW-Trainer in Turnschuhen und Trillerpfeife gesehehen :D ?

    Mal ganz davon abgesehen, was einem als ambitionierter Torwarttrainer alles zugemutet wird, um bloß die Qualifikation DFB-Elite-Torwarttrainer zu erlangen. Es ist eine Farce, was da teilweise passiert.


    LG BMW

  • @BigMacWilli


    Aber immerhin haben die DFB-Verantwortlichen (hinter vorgehaltener Hand) zugegeben, dass ihr Konzept der Torwarttrainerausbildung noch in den Kinderschuhen steckt und man deshalb keine Prüfung und Lizenzerteilung will. Denn der DFB scheint nach wie vor seine Klientel nicht zu kennen, die aus dem Profibereich gereichten Hände zur Know-How-Bildung abzulehnen, um endlich paasende Angebote zu schaffen. Wenn`s denn für die Teilnehmer nach wie vor eine Farce ist, dann spart euer Geld oder investiert es in eine Ausbildung aus gewünschte Niveau bei guten TW-Trainern im Verein.


    In den Verbänden und den DFB-Stützpunkten sichtet man auch Torwarttalente. Aber anders als die Feldspieler, die sich auf eine gute Ausbildung freuen dürfen, gibts dort keine Torwarttrainer für eine Talentförderung. Dafür hat man dann den Satz geboren: "Der Torwart trainiert die Mannschaft! Die Mannschaft trainiert den Torwart". Wenn dann der Keeper nach einer längeren "Ballbatterie" müde ist, ruft ihm sein Stützpunkttrainer zu: "Keeper, so langsam kannst du mal wieder einen halten..!"


    Man sichtet zwar Torwarttalente für die Auswahl, aber man hat gar keine Torwarttrainer bzw. ein Budget dafür, um sie dort auszubilden. Diese Budgets gibt lediglich auf Landes- und Bundesebene. Aber auch dort interessiert man sich nicht wirklich für sie. Vermutlich wäre Sepp Maier noch heute der DFB-Torwarttrainer, wenn er sich nicht seinerzeit persönlich für Oliver Kahn beim DFB-Trainer eingesetzt hätte? Auch Andi Köpke braucht keine Angst zu haben, zwischen der Vielzahl gut ausgebildeter Keeper irgendwas falsch zu machen. Außer er sagt was, was irgendjemand ärgern könnte!


    Ich hatte die fehlende Lizenz bei den Torleuten nur deshalb erwähnt, weil Dirk wissen wollte, wie man den ausbilden kann, ohne selbst in einem transparenten Lehrsystem den Nachweis einer Ausbildung erbracht zu haben. Das geht schon! Man wird ja auch nicht als Vater oder Mutter mit Lizenz ausgebildet, sondern man ist es plötzlich und die meisten bekommen es auch gut hin!