Artikel "11Freunde"

  • Hallo Fußballfreunde,


    hier ein kleiner Artikel aus dem Portal 11Freunde.de: Goldene Generation



    ich persönlich fand ihn sehr interessant - ein paar Talente aus dem Südwesten, die alle ihren Weg gefunden haben und gegangen sind.



    Den's interessiert, viel Spaß beim lesen.

  • @kuqi


    Vielen Dank für den Link. Wirklich ein sehr realitätsnaher und ehrlicher Beitrag. Ich bin oft dafür angeprangert worden, weil ich versucht habe die Hype um die (zu) jungen Talente angeprangert habe, die dann viel zu früh mit viel zu hohen Zielen konfrontiert werden. Hab deshalb mal ein paar Kernsätze, die mir wichtig erschienen, kopiert:


    »Vielleicht hätte ich irgendwann Regionalliga spielen können«
    »Wir sind verheizt worden.«
    »Ich bin in ein ziemliches Loch gefallen«


    Weil aber die jungen Talente von professionellen Vereinsverantwortlichen das erzählt bekommen, was sie gerne hören wollen, sehe ich die Eltern in der besonderen Verantwortung diese Aussagen auf ihren Werbe- und Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Denn wer hier blind und blauäugig alles glaubt, was ihm da verkauft wird, macht sie mitschuldig am späteren Frust seines Kindes!


    Ich sage nicht, dass man den Weg des Profis nicht schaffen kann! Aber es ist so gut wie ausgeschlossen, weil dazu einfach sehr viele Punkte zusammen kommen müssen! Jq selbst, wenn man glaubt, es geschafft zu haben, kann die "gute Zeit" sehr kurz sein, wenn z.B. eine Verletzung eine Rückkehr so gut wie unmöglich macht. Deshalb ist man gut beraten, den Teil des Weges, den man mitmachen durfte zu genießen. Sollte irgendwann der persnölich empfundene Druck so groß werden, dass der Fussball keinen Spaß mehr macht, wird es Zeit die Reißleine zu ziehen, dann besser wird es sonst nicht! Auch, wenn die Erfolgsprognose noch so hoch ist, sollte von Anfang an die Schule nicht vernachlässigt werden. Denn nur, wer zu früh Alles auf eine Karte setzt, der kann tief fallen. Ein Leben nach dem Fussball, aber mit lebenslangem Spaß am Fussball sit dann möglich, wenn es nicht zuläßt, dass der Fussball zum Feind wird. Wichtig ist dabei auch, dass man jederzeit erkennt, niemandem etwas beweißen zu müssen, sondern seinen Traum zu genießen!

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    Ich sage nicht, dass man den Weg des Profis nicht schaffen kann! Aber es ist so gut wie ausgeschlossen, weil dazu einfach sehr viele Punkte zusammen kommen müssen! ...

    Ja, so sehe ich das auch. Auch bei den noch so talentiertesten Kickern kann es z.B. einfach der falsche Zeitpunkt sein, der falsche Verein oder auch einfach eine Verletzung, die einen vom Weg abbringt.
    Und über manche Dinge hat man eben nicht die Kontrolle.


    Deswegen gilt, wie so oft, die schönen Dinge genießen :)



    In diesem Sinne - einen schönen Abend

  • @Kicknrush


    Vielnn Dank für den Link! Auch wenn in diesem Bericht die kurzen Phasen der Normalität eines Profis fehlen, beschreibt er sehr intensiv die 1000 Welten des Profitums! Denn gerade beim Wechsel vom Jugend- in den Seniorenbereich klappt bei sehr vielen Talenten deshalb nicht, weil sie die eine Welt (des Jugendfussball) noch nicht gänzlich verlassen schon in den nächsten Welt (Senioren) des Profifussballs gestoßen werden. Was zuvor besonderen Lob verdiente, reicht jetzt plötzlich nicht mehr aus! Hinzu kommt, dass ja die eigenen Talente früher mal hier und da auch was falsche gemacht haben, was ihnen aber jetzt als großen Mangel vorgehalten wird. Damit spart man Geld, denn ein Profiverein wird schließlich nicht von barmherzigen Samaritern geleitet, sondern von Geschäftsleuten mit harten Ellbogen!


    Eine Vereinstreue findet bei der überwiegende Zahl der Profis nicht statt. Denn es stellt sich meist nicht die Frage, wo man gerne spielen möchte, sondern wo man einen guten Vertrag bekommt. Denn gerade, weil der Fussball ein Tagesgeschäft ist, was schon morgen vorbei sein kann, gilt es in kurzer Zeit möglichst viel zu verdienen! Aber ein Teil der Spieler kommt schon damit nicht klar und gibt viel zu viel Geld für "falsche Freunde" aus!


    Wer einen Vertrag hat, der verpflichtet sich für nahe zu alles! Der hat den Inventarstempel des Vereins. Er hat quasi keine Rechte mehr. Der kann gestern ein großer Held gewesen sein und ist morgen schon der größte Depp. Je nach dem, welcher Trainer gerade am Werk ist. Denn der allein bestimmt, was gut und was schlecht ist. Natürlich wird hier viel Geld verdient! Aber was nützt es, wenn man der ist, auf den alle verächtlich herabschauen dürfen?


    Man sitzt in jeder Saison auf gepackten Koffern. Entweder läuft es gut, dann bekommt man Angebote oder es läuft schlecht und man muß täglich mit einer "Ausmusterung" rechnen. Jedoch gibt es keine zwei identischen Schicksale. Dazu gibt es aufgrund der Intransparenz (nichts darf nach draußen dringen) kaum Vergleichsmöglichkeiten. Selbst nach dem Wechsel gilt die Verschwiegenheit, sondern verdienen sich Anwälte eine "goldene Nase" an dir!


    Wie kann unter diesen Umständen ein normales Familienleben funktionieren, wenn die Gefahr groß ist, die Bodenhaftung zu verlieren? Wie kann man wieder ins normale Leben zurück kehren, nachdem man über Jahre hinweg alles dem aktuellen Verein überlassen hat?


    Leider findet man fast nur Heldengeschichten! Deshalb ist es wichtig, dass nicht nur die eine heile Welt beschrieben wird, sondern hier und da kritisch hinterfragt wird.


    Ja, man kann das Alles schaffen und mit Glück viele Jahre Profi sein, ein normales Umfeld besitzen und selbst dann auf gute Freunde zählen, wenn eines Tages der Große Vorhang fällt und ein neues Leben begintt! Aber es ist verdammt schwer, denn es gibt in dieser Zeit 1000 Türen, die man besser nicht öffnet!

  • Danke @kuqi und @Kicknrush für die interessanten Beiträge.
    Darin bestätigt sich wieder einmal, dass Talent und Trainingsfleiß nicht alles sind. Gesundheit und das Glück, zur richtigen Zeit den richtigen Menschen zu begegnen, entscheiden oftmals über die Karriere. Hier unterscheiden sich Fußballer aber nicht von anderen Sportlern oder auch von normalen Berufstätigen. Nicht immer machen die schlausten Kinder beruflich Karriere und bei dem einen oder anderen Geschäftsführer wundert man sich, wie wenig Intellekt notwendig zu sein scheint, um ein Unternehmen zu führen.
    Aus meiner Sicht ist die Entwicklung in den NLZ, neben der fußballerischen auch die schulische Komponente zu fördern, genau richtig. Ich kenne zwar keine Statistiken dazu, aber aus dem Bauch heraus würde ich behaupten, dass die Anzahl der Spieler, die nach der U 19 ohne Schul- oder Berufsabschluss da stehen, deutlich geringer geworden ist.
    Auch bin ich der Meinung, dass die Spieler durch die psychologische Betreuung sehr viel besser auf das vorbereitet werden, was am Ende der U 19 (oder auch schon früher) kommen kann.