Trainingskonzept, Ausbildungskonzept Breitenfußball

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  • Hallo zusammen,


    wie in den meisten anderen kleinen Vereinen, sind auch wir darauf angewiesen, dass die Eltern unserer Fußballkinder sich als Trainer und Betreuer einbinden. Mit etwas Glück haben die Väter (Mütter sind eher in der Organisation im Hintergrund aktiv) selber mal Fußball gespielt, einige aber auch das nicht, ganz zu schweigen von einer Lizenz.
    Es gibt natürlich unzählige Anregungen im Internet, was Trainingseinheiten und das Drumherum betrifft, auch einige Bücher habe ich für die Trainer besorgt. Aber so richtig konnte mich noch keins überzeugen. Daher ist es nicht immer ganz sinnvoll und altersgrecht, was die Trainer mit den Kindern durchziehen. Rundenlaufen mit Minis und mit Gewichten arbeiten in der E-Jgd. geht gar nicht...
    Solche Sachen werden natürlich sofort unterbunden. Aber dennoch ist man froh über jeden, der sich als Trainer engagiert. Für eine Lizenzausbildung fehlt leider allen die Zeit.


    Mir schwebt vor, unseren Trainern eine Ausbildungsrichtlinie mit Trainingsinhalten, abhängig von den Altersklassen, mitzugeben, an der sich orientiert werden kann.
    Zum Saisonende sollte dies dann abgearbeitet sein, sodass der nächste Trainer darauf aufbauen kann.
    Ähnlich wie in der Schule:
    1. Schuljahr plus+minus
    2. Schuljahr mal+geteilt
    3. Schuljahr positive, negative Zahlen
    4. Schuljahr ...(die Inhalte derSchuljahre habe ich mir gerade ausgedacht, mir ght es ums Prinzip)


    Gibt es so etwas für den Kinder und Jugendfußball?
    Konkret aufgeschlüsselt?


    Also nicht nur: dann und dann Individualtaktit, dann Gruppentaktik, u.s.w., sondern viel weiter runtergebrochen.


    Kennt jemand Literatur in der Richtung, bzw. haben Euere Vereine so einen Leitfaden? Und wenn ja, werden die dann als Vereinsgeheimnis gehütet?


    Viele Grüße, Victor



    p.s.: ich habe hier im Forum nichts in dieser Richtung gefunden, habe ich vielleicht etwas übersehen?

  • Für Deine Zwecke würde ich Dir die DFB-Publikation empfehlen:


    https://www.coachshop.de/dfb-b…n-mit-konzept-1.html?c=74


    Da wird aus meiner Sicht sehr gut beschrieben, was und wie man ein welcher Altersklasse trainieren soll und wie nicht. Wenn sich Deine Freiwilligen einigermaßen daran orientieren, dann ist schon sehr viel gewonnen. Es gibt auch ein ähnliches Buchg für die D- und C-Jugend.


    Gegenüber einem selbstgeschriebenen Konzept hat das mMn auch noch den Vorteil, dass man Eltern gegenüber immer argumentieren kann, dass das die "offizielle" DFB-Linie ist.


    Grüße
    Oliver

  • Hallo,
    das Buch ist gut, hab ich mir auch gekauft und dann an die Kollegen weiter gegeben. Mit Recherche im Internet und Erfahrungswerten kommt man hier schon weiter. Hab allerdings festgestellt, daß die E-G-Jugend im Verein keinen interressiert und es scheinbar immer so war, daß irgendwelche Väter hier trainiert haben und dann nach der E-Jugend, weil die eigenen Kinder dann in die D-Jugend gewechselt sind, wieder aufgehört haben. War immer eine Suche nach einem Trainer für diese Mannschaften.
    Ich finde sowas aber nicht wirklich prickelnd und die Vereine sollten doch mal darauf schauen hier ein wenig Kontinuität rein zu bringen. Leitfaden vom Verein - Vergiß es.
    Von wegen der Eltern, weiß ja nicht was die bei euch so an Jahresbeitrag verlangen, aber bei uns sind das so um die 15 Euro und da muss ich sagen, daß sich die Eltern da raushalten sollen. Weil 15 Euro sind 2 Wochen Fitness-Studio und dafür hams die Kinder jede Woche 2 Stunde vom Hals:-) Da kann man dann schon verlangen mal bei einem Spiel Wurstsemmeln, Kaffee und Getränke zu verkaufen.
    Runden laufen und Kondition geht bei der E-G Jugend gar nicht. Die sollen mit dem Ball spielen und Spass haben. Hab mir das Buch von Horst Wein "Spielintelligenz im Fussball - Kindgemäss trainieren" geholt und bin begeistert. Nix mehr von aussen reinbrüllen, sondern die Kinder dazu anmimieren selbst mit zu denken. Funktioniert aber erst ab der E-Jugend, also meines erachtens.


    Gruss


    Tom

    BFV
    Trainer C-Kinder und Jugend

  • Weil euer Verein nur 15€ Jahresbeitrag verlangt kannst du von den Eltern exakt eines verlangen: Gar nix.


    Du kannst hoffen das sie sich engagieren, zwingen kannst du keinen. Wie groß die Hilfe ist hängt immer auch etwas davon
    ab wie man sich den Eltern gegenüber verhält. Ich habe jetzt die dritte "Elterngeneration" der G-Jugend und ich war immer offen
    und höflich zu den Eltern und sie schätzen sehr wie ich mit den Kindern umgehe. Mit Druck erreicht man da gar nichts.


    Je älter die Kinder werden, umso geringer wird das Interesse bei vielen Eltern. Sie wissen die Kinder gut aufgehoben und stehen
    nicht mehr an jedem verdammten Samstag um 9 auf irgendnem Platz. Ist leider so.


    Im unteren Jugendbereich, gerade im Fussballkindergarten, wirst du keinen ambitionierten Trainer finden. Schleicht, weil das "kein richtiger"
    Fussball ist. Wenn du viel Glück hast, hast du ne gute Seele wie wir, der das seit 8 Jahren macht und mit Feuereifer dabei ist. Die Regel
    dürfte aber der Papa sein der mitwächst.


    Willst du sowas nicht, muß der Verein wohl Geld in die Hand nehmen und den Trainer für seinen Aufwand entschädigen. Dann kommst du aber mit deinen
    15€ nicht mehr hin.


    Eine Konzeption dürfte in den meisten Breitensportvereinen zwar schön u lesen sein, aber in den wenigsten Fällen richtig umgesetzt werden können.
    Die Fluktuation an Trainern ist einfach zu groß und die wenigsten bilden sich wirklich weiter. Da ist man einfach froh wenn man überhaupt jemanden hat.
    Daher halte ich es für eine gute Investition das genannte Buch zu kaufen und den Trainern zur Verfügung zu stellen.


    Ich favorisiere allerdings Einfach besser Fussball spielen. Und habe mir für den Wechsel in die F-Jugend im Sommer schon einen groben Plan nach dem Inhalt dieses
    Buches gemacht was ich erreichen möchte.

  • Bei uns wird zumindest verlangt, daß jeder mal die Dress wäscht und sich beim Verkauf mit engagiert. Da gibt es feste Listen.
    Bei uns gab es auch einTreffen der Eltern, am Anfang der Saison, wo die Trainer Ihr "Konzept" vorstellten. Das wurde gut angenommen und so kannst auch die Eltern motivieren und engagieren.


    Je älter die Kinder, desto geringer das Interesse der Eltern stimmt leider.


    Das mit der Weiterbildung ist aber auch was wo es m.E. hakt. Ich glaube, wenn der Verein sowas anbieten würde, es auch manchen Elternteil interessieren und die vorhandenen Trainer motivieren würde.
    Es würde für die Vereine einiges leichter machen, wenn die Trainer, auch in der Zeit wo die eigenen Kinder dann nicht mehr mit in der Mannschaft spielen, gebunden werden.


    Was es aber auch unbedingt braucht ist ein Jugendleiter, der nicht trainiert, sondern sich nur um die Mannschaften und Trainer kümmert und das mit dem Verein organisiert, ist aber auch schon recht schwer zu finden.


    Dein Buch hört sich auch sehr gut an und ich denke in den meisten steht auch viel gemeinsames drinnen.

    BFV
    Trainer C-Kinder und Jugend

  • Es gibt ein Buch, Tipps für den Kinderfussball, das sollte man jedem Vatertrainer in die Hand drücken. Sehr kurz und übersichtlich, und bringt die wichtigen Konzepte schnell rüber. Trainer aus Leidenschaft und Jugendleiter sind natürlich mit Horst Wein und dem DFB Buch besser dran.

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für Eure Antworten und Tips.


    Ich fände es genial, wenn es ein Buch für jede Altersklasse gäbe, mit Schwerpunkten und passenden Trainingseinheiten für diese Schwerpunkte.
    Beispiel:
    Das Jahr hat 52 Wochen. Abzüglich Ferien noch ca. 40 Wochen. Training ca. 2x wöchentlich, macht ca. 80 Trainingseinheiten. 70 draußen, 10 in der Halle. Also ein Buch mit 80 Trainingseinheiten, speziell für die Altersklasse und die zu erlernenden Techniken/Fähigkiten entwickelt.
    Mit einem solchen Trainingsbuch käme jeder ungelernte Trainer (oft Vater) durch die Saison. Für das nächste Jahr das nächste Buch, dass sich reibungslos an das vorangegangene anschließt und darauf aufbaut. Oder gibt es so etwas?
    Ich hätte mich zu Anfang meiner "Trainerkarriere" über so etwas gefreut. Da hätte ich mir einige Abende im Internet erspart.
    Mir ist klar, dass ein solches Buch allein keinen guten Kindertrainer ausmacht. Man sollte natürlich ein paar andere Voraussetzungen mitbringen. Aber es würde die Sache erleichtern und einigen Interessenten die "Furcht" vor einem solchen Job nehmen.

  • Wer "out of the book" Übungen kopiert wird nie ein Trainer sein.
    Du wirst gerade durch Rechereche, ausprobieren, beobachten, steuern, verändern und Fehler machen ein besserer Trainer.


    Ich halte wenig bis nichts von solchen "Übungssammlungen" den sie lassen das wichtigste außer acht - die Bedürfnisse der Gruppe und vor allem die Bedürfnisse des einzelnen.


    Wer ein Konzept im Verein umsetzen will benötigt einen erfahrenen Trainer der einen Rahmen vorgibt, diesen in internen Trainerfortbildungen lehrt und Grundsätze an Trainer vermittelt und deren Einhaltung dann auf dem Platz "kontrolliert" bzw. unterstützend eingreift um das Wissen aus der Theorie in die Praxis auf den Platz zu bringen.


    Edit sagt: ich habe für Soccerdrills über dieses Thema mal einen Artikel geschrieben - welcher hier nachzulesen ist.


    Grüße
    Björn

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Hallo Björn,


    vielen Dank für Deine Antwort. Mir ist klar, dass das von mir beschriebe "Trainingsbuch" nicht das non plus ultra wäre. Dennoch bin ich mir sicher, dass es dem ein oder anderen Neueinsteiger eine Hilfe wäre. Wer engagiert ist, wird sich dann sowieso weiterbilden.
    Du beschreibst eine Idealbedingung mit erfahrenen Trainern, die die "neuen" ausbilden und deren Training "kontrollieren".
    Dies hat nichts mit der Realität in unserem "Dorfverein" zu tun. Wir sind froh, wenn sich ein paar Eltern engagieren. Ehrenamtlich!
    In Deinem Artikel, auf den Du verweist, geht es um das sportliche Konzept eines Vereins. Zwei Punkte entsprechen genau meinem Anliegen, insbesondere das "Technikkonzept":


    - Technikkonzept
    o Wann sollen welche Inhalte vermittelt werden?
    o Was sollte ein Spieler können, wenn er aus der E-Jugend in die D-Jugend kommt?


    - Trainerhandbuch
    o Wie sollte ein Training in der jeweiligen Altersstufe aufgebaut sein?
    o Welche Trainingsziele wollen wir in dieser Altersstufe verfolgen?


    Da ich nicht das nötige Hintergrundwissen habe und bislang noch nicht das richtige Buch, bzw. die richtige Homepage gefunden habe, wende ich mich an dieses Forum.


    Mir leuchtet nicht ein, dass es in der Grundschule einen Lehrplan gibt, der in den einzelnen Jahrgängen abgearbeitet wird, dies aber im Fußball nicht funktionieren soll. Es wird oft (auch hier im Forum) geschrieben, dass dies individuell an Verein und Mannschaft angepasst werden soll. Die Grundlagen sind m.E. überall dieselben.


    Solltest Du oder ein anderer Leser hierzu Lektüre empfehlen, bzw. mir etwas in der Richtung zur Verfügung stellen können, wäre ich sehr dankbar. Inwieweit die Inhalte dann angepasst werden können/sollten/müssen, wird man sehen.


    Besten Dank und viele Grüße, Victor


  • Hallo Victor,


    dieser Idealzustand ist gar nicht so utopisch. Es reicht da oft auch ein engagierter etwas erfahrener Trainer aus. Was du bedenken musst ist, dass ein "Optimum" ja nirgendwo erreicht wird und man Abstriche machen muss. Die Ziele werden entsprechend bei euch auch niedriger sein als bei einem Verein der etwas größer ist und ggf. den ein oder anderen bezahlten Trainer in den eigenen Reihen hat.


    Der Lehrplan funktioniert und wird sowohl vom DFB als auch von anderen Stellen leicht differenziert dargestellt. Im groben kann man klar sagen, dass gerade in jungen Jahren die technischen Grundlagen für das komplexere Spiel im Großfeld gelegt werden sollten. Orientiert man sich daran und liest sich etwas ein, kommt man schnell zu dem Schluss das Passspiel eher zum Ende des Kleinfelds interessant wird. Koordination, Beweglichkeit sowie Finten und Tricks und das mit vielen Torschüssen für den Spaßfaktor garniert sollten die Grundlage bilden.


    Jetzt versucht man da ein paar Grundsätze für seine eigene Trainingsvorstellung im Verein zu entwickeln - beispielsweise hohe Wiederholungszahlen, wenig Standzeiten etc. und überlegt wie das realisiert werden soll und fasst das zusammen. Das ganze grob für jede Altersstruktur und schon hat man einen "Leitfaden" der Kreativität auch bei den Trainern nicht im Keim erstickt.


    Ich habe selbst schon einige Konzepte entwickelt - mache das mittlerweile auch hauptberuflich und kann dir sagen, dass viele Konzepte sich gerade in diesem Bereich sehr ähnlich sind und nur in Kleinigkeiten abweichen, was die technische Ausbildungskonzeption betrifft. Wenn die Vereinsführung dahinter steht und es jemanden gibt der das vermittelt, kann man schnell positive Veränderungen ausmachen.


    Ich wünsche dir/euch viel Erfolg bei dieser bedeutungsvollen Arbeit.


    Grüße
    Björn

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)