Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Regelmässigkeit, Abmeldungen sind Rahmenbedingungen die für mich ein Muss im Fussball sind.
Dass entsprechendes Verhalten zum selbstverständlichem Handeln bei Fussballern wird ist Aufgabe des KIFU-Trainers.
Bei diesem Thema wird dann immer wieder von einem Strafenkatalog oder ähnlichem gesprochen.
Obiges zu erreichen bedarf aber absolut keiner Strafen. Ich habe nie mit Strafen gearbeitet, trotzdem bei den angesprochenen
Attributen eine vorbildliche Mannschaft bekommen.
Wie ich das erreicht habe, werde ich hier mal an Beispielen schildern.
Bin nicht der Meinung, dass das überall funktioniert, auch so nicht 1:1 übernommen werden sollte, sondern anregen (gerade Jungtrainer) über eigene Vorgehensweisen nachzudenken.
zur Mannschaft:
mit 4 und 5 jährigen Dorfkinder, zu denen auch mein Sohn zählte, angefangen. zuerst 100 % Kinder aus dem gleichen Kindergarten, im Laufe des Jahres
kamen noch aus umliegenden noch kleineren Dörfern Kinder dazu. mit F Beginn waren 70 % aus dem Dorf und gingen auch in die gleiche Grundschule, 30 % andere Grundschule im Nachbardorf.
G-Jugendzeit
so das erste Jahr gabs praktisch keine Regel, wer kommt der ist da, wer nicht kommt ist einfach nicht da. Spiele oder Turnier machte ich ja eh noch keine.
einzige Ausnahme: Pünktlichkeit
anfangs kam jeder wie er wollte, was ich schnell abstellte.
mit den Kleinen trainierte ich anfangs in der Trunhalle. diese schloss ich 5 Minuten nach dem offiziellen Traingsbeginn ab.
Wer nun zu spät kam, musste um die Trunhalle rumlaufen, irgendwo ein Fenster finden um durch Klopfzeichen auf sich aufmerksam machen. Dauerte dann natürlich etwas, konnte die Kids ja nicht direkt alleine lasse, Schlüssel suchen dauert ja auch etwas.
Angesprochen warum ich das mache gabs dann die für alle nachvollziehbare Erklärung, dass ich nicht will, dass ihr Kind nach dem Training heimkommt, und berichtet, dass ihm Sachen geklaut wurden. und da will ich vorbeugen.
Ausserdem bestünde auch immer die Gefahr, dass plötzlich ein Kind verschwunden ist, weil es sich heimlich davonschlich, weil es nach Hause wollte.
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bekam da allerseits Zustimmung, war ja in ihrem eigenen Interesse. Thema Pünktlichkeit war gehalten.
im Sommer gings auf den Platz, gewisse Elternkandidaten nutzten das sofort natürlich aus.
dann hab ich des öftern zum Trainingsbeginnzeitpunkt den Trainingsort gewechselt (so gingen wir dann halt mal ganz pünklich
auf die Schulwiese).
wer dann suchen musste, mit einem quängelden Kind an der Hand, der ist zukünftig pünktlich.
nicht ich, sondern die Kids sorgten für pünktliches Erscheinen bei ihren Eltern.
nun gings dann irgenwann mal zu Spielen oder Turnier.
Treffpunktzeit 13.00 Uhr, die ersten trafen um 12.50 ein, die letzten 13.10 Uhr. (kommt wohl bekannt vor)
Arger nicht nur bei mir, sondern auch bei den Eltern, die sehr früh da sind.
darum kam folgende Ansage bei mir: Treffpunktzeit gibt es nicht mehr, wir werden uns zukünftig zur Abfahrtzeit treffen, werden aber absolut pünktlich abfahren, damit keiner mehr länger warten muss. Wem was dazwischenkommt, und wir noch etwas
sollten, hat meine Handynummer, der rufe bitte kurz an.
nächstes Auswärtsspiel, eh nur 8 Mann gehabt, was im Vorfeld bekannt war, zur Abfahrtzeit 6 Jungs nur da. die 2 bekannten
Zuspätkommelterndandidaten waren nicht. da.
Ich spürte regelrecht die Gedanken der anwesenden Eltern: was macht der jetzt:
Ich bin Superpünktlich abgefahren. Auf eine Frage, ob wir nicht noch warten sollten, wir wären ja nur zu sechst, antwortete ich ganz
locker, dass das für mich kein Problem ist, dann spielen wir halt mit 6.
die zwei kamen übrigens nach, hatten aber Probleme den Platz zu finden.
Abfahrtspünktlichkeit erledigt.
bei Heimspielen noch einfacher: da gabs auch keine Treffzeit, sonden Eintrittszeit in die Kabine, war bei mir 1/2 Stunde
vor Spielbeginn. direkt nach Kabineneintritt gabs die Atrittsmannschaftsaufstellung.
da ja eigendlich jeder von Beginn an spielen will war dieses Thema auch erledigt.
jetzt kam die Zeit, wo die Jungs mit dem Fahrrad ohne Eltern zum Training kamen.
gleiches Thema, natürlich kamen da einige zu spät.
Trainingsbeginn war dann eine zeitlang ein Spiel, wer zu spät kam, musste halt zuschauen, bis das Spiel beendet war,
und die nächste Trainingseinheit ansetzte. Ergebnis wohl bekannt.
so habe ich in allen Alterstufen, wenn ich merkte, dass da irgendwie was einriss mir altersgemäss passends Einfallen lassen.
natürlich war das Ergebnis kein 100%iges, natürlich kam da auch immer wieder Verspätungen vor, aber da kann und sollman dann
schon die 5 gerade sein lassen. Ist die grundsätzliche Pünktlichkeit mal gegeben, und die wird von dem Spielern mit der Zeit verinnerlicht, konnte ich locker mit den Fällen umgehen, wo das mal nicht der Fall war, da kam dann meistens ein lockerer
Spruch von mir.
alle Vorgehensweise habe ich auch immer in den Rundengesprächen mit den Kindern besprochen, und den Vorteil der Pünktlichkeit für sie erarbeitet., und die haben mir dann Argumente en masse an die Hand gegeben.
Alles keine Hexerei, aber ohne jegliches Bestrafen, aber mit absolutem Erfolg.
mein Ziel war es, Pünktlichkeit zu verinnerlichen. das erreiche ich jedoch nicht durch Bestrafungen. Fallen nämlich Bestrafungen weg, fällt auch die Argumentation für Pünktlichkeit weg.
(z.B. beim nächsten Trainer
ein schwierigers Problem für mich war pünktliches Abholen nach dem Training.
da ich mir relativ viel Zeit genommen habe diesen Gesamtkomplex darstellen, würde ich es begüssen, hier vorerst keine Beiträge
reinzustellen, möchte das Ganze gernmals Ganzheit mal hier darstellen.
Diskussionen hierzu können ja an anderer Stelle gführt werden.
