Eigenes Kind mit angezogener Handbremse

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  • Moin zusammen,


    Nach erfolgreicher Saison mit unser jungen F-Jugend mache ich mir Gedanken über die Entwicklungsschritte unser Kicker, sowohl positiv und negativ.


    Bei meinen eigenen Sohn komme ich irgendwie nicht wirklich weiter bzw. werde schlau aus ihn.
    Er ist eigentlich gut und könnte wenn er wollte, aber sein Phlegma auf dem Platz macht mich wahnsinnig.
    Im Training zieht er meist gut mit, macht Tricks und spielt selbstbewußt.
    Im Spiel ist es meist so, das er mit angezogener Handbremse spielt und mit 75 % Einsatz spielt , weil er weiß, das seine starken Mitspieler das Ding schon schaukeln


    Fordert man ihm im Einzelgespräch auf mehr Einsatz zu zeigen und kritisiert sein verhalten, geht es dann für eine Halbzeit und er zeigt das, was er eigentlich kann.
    Im nächsten Spiel verfällt er dann aber wieder in das phlegmatische Verhalten.


    Dazu kommt das er im Spiel wesentlich hibbeliger ist als im Training, leuchtet mir ja auch ein, aber ich habe keine Idee, wie man ihm dabei helfen kann dagegen an zu gehen.


    Fragt man ihn hat er keine Ahnung warum und wieso, ich denke mal er kommt mit der Wettkampfsituation nicht klar, aber weiß nicht so recht wie ich ihm da Hilfestellung geben kann.



    Hat jemand Vorschläge, wie ich ihm als Vater und Trainer helfen kann?

  • Hat er vllt Angst? Klingt sehr nach Nervosität, da er evtl Angst hat Fehler zu machen

  • Hat er vllt Angst? Klingt sehr nach Nervosität, da er evtl Angst hat Fehler zu machen


    In die Richtung gehen meine Gedanken auch, aber ne wirkliche Idee ihm die Angst zu nehmen habe ich nicht.
    Ich hatte ihm mal vorgeschlagen ein parr Spieler in der 2ten Jahrgangsmannschaft machen zu lassen wo er nicht so viele andere starke Spieler neben sich hat, aber das will er auf keinen Fall.

  • Rücken Stärken. Zeig ihm dass es nicht schlimm ist den Ball mal zu verlieren. Auf keinen Fall runter in eine andere Jgd, dass suggeriert dass du ihn schlecht findest

  • Es gibt Kinder die machen auch mit 75% mehr FORTSCHRITTE als solche die immer Vollgas geben, denen anderen die "Show" stehlen und sich oft auch noch verletzen. Vielleicht ist er einfach etwas intelligenter als die anderen.
    Erst wenn er keine FORTSCHRITTE mehr macht weil er NICHTS auch mal mit voller Leistung macht, würde ich mir Sorgen machen.
    Hirnlose Vollgaskinder haben wir genug. Längerfristig machen genau die keinen Spass und hindern die Entwicklung im Kollektiv.

  • Kalinka als Vatertrainer kann ich Dir sagen, dass unsere Kinder alles besonders gut machen wollen. Und das bereitet Ihnen Druck. Und wie gut man unter Druck spielen kann, kann jeder für sich beantworten. bei meinem ist es ähnlich. Also versuchen, den Druck rauszunehmen, auch wenn es schwer fällt. Ich weiß wovon ich rede. Er macht das schon. Einfach das Selbstbewusstsein stärken und Geduld haben. 8)

  • Kalinka


    für solches Verhalten kann es viele Gründe geben.


    ein Beobachtung von mir.


    in C und B Jugend gab es einen Spieler, der je Saisonso für 2/3 der Gesamttore verantwortlich war, entweder durch Vorlagen oder selbst geschossen. die Mannschaft hatte sich darauf eingestellt und auch verlassen.


    erst als dieser Spieler wegen Verletzung 4 Monate ausfielen, die Mitspieler merkten, der ist ja nicht mehr da, sich nach einer Zeit darauf eingestellt hatten war bei einigen anderen ein Leistungsschub feststellbar. andere Spieler merkten, dass sie Verantwortung übernehmen mussten und sich dann darin auch weiterentwickelten.


    dominierende und starke Spieler können gerade auch im Kinderfussball bei nicht ausgegelichenen Mannschaften die Entwicklung ihrer Mitspieler hemmen. (Motto. die machen das schon)


    ob dem so ist oder nicht zutrifft, kannst du relativ einfach feststellen.


    da du ja sicherlich eh rotierst, lass deine dominierenden Spieler mal eine Halbzeit draussen, natürlich nicht nur 1 mal, dann kannst du das beobachten, nicht nur bei deinem Sohn. für diese Vorgehensweise kannst du dich ja nach den passenden Gegenern richten.



    eine andere Sache solltest du auch berücksichtigen.


    Gerade in dieser Altersstufe gehen Entwicklungen nicht systematisch voran. da gibt es in der Entwicklung Stillstand, sogar Rückschritt und plötzliche Leistungssprünge in der Entwicklung. da ist einfach auch Geduld erforderlich.


    alle anderen Vorschreiber haben ebenfalls unterschiedliche Möglichkeiten aufgezeigt, die genauso gegeben sein können.


    Du siehst, es kann viele Gründe haben, den einen richtigen Rat kann es da nicht geben. einfach verschiedens usprobieren, beobachten und Geduld haben

  • evtl. nicht zutreffend was ich mir denke, aber trotzdem:


    hat er Angst deine Ansprüche an ihn und im Allgemeinen nicht zu erfüllen?


    Nach erfolgreicher Saison mit unser jungen F-Jugend mache ich mir Gedanken über die Entwicklungsschritte unser Kicker

    es müßte andersherum sein. Erst Gedanken machen über Entwicklungsschritte und dann (evtl.) zu dem Ergebnis kommen, dass die Saison erfolgreich war. Oder meinst du mit Erfolg den Tabellenplatz?


    Fordert man ihm im Einzelgespräch auf mehr Einsatz zu zeigen und kritisiert sein verhalten,


    hört sich sehr förmlich an.


    aber sein Phlegma auf dem Platz macht mich wahnsinnig.

    Dazu kommt das er im Spiel wesentlich hibbeliger ist

    Phlegma und hibbelig ? Wiederspruch?
    Klingt nicht nach bewusstem Zurückhalten, weil die anderen das schon machen.


    Fühlt er sich zuhause nach dem Spiel auch geliebt, wenn´s sportlich nicht so lief?


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Was ich jetzt schreibe, willst Du evtl. nicht lesen - diese Seite solltest Du aber trotzdem beleuchten...

    • Eltern neigen oft dazu, in ihren Kindern Dinge zu sehen, die nicht da sind. "Er könnte, wenn er wollte..." sind die typischen Sätze. Trainerväter, deren Kinder nicht zu den "Leistungsträgern" gehören, sagen diese Sätze besonders häufig... Man muss aber gar nicht rechtfertigen, dass das eigene Kind nicht zu den Stärksten gehört. Das muss es nämlich gar nicht.
    • Wie wichtig ist Fußball bei Euch außerhalb der Trainings-/Spielzeit? Könnte er das Gefühl haben, dass Du von ihm besondere Dinge erwartest? Führst Du mit ihm Fußballgespräche (oben nennst Du es Einzelgespräch), die Du mit seinen Mannschaftskameraden nicht führst?
    • Er ist 7-8 Jahre alt. Zu einer Einschätzung seiner eigenen Leistung ist er nur sehr bedingt fähig. Was meinst Du, was Einzelkritik bei ihm auslöst?
    • Wenn ein Kind das Gefühl vermittelt bekommt, wie unglaublich wichtig Fußball doch ist, kann das auch hemmen.

    Also mein Rat:
    Sich selbst hinterfragen, ob man die richtigen und für alle gleichen Maßstäbe anlegt.

  • Kalinka


    der Beitrag von Follkao mag dir jetzt etwas hart vorkommen. Aber es ist sehr oft so.


    Ich bin aber auch überzeugt, dass viele von den Altgedienten in ihren Anfängen sich nicht anders verhalten haben.schliesse mich da mit ein.


    Je früher man deshalb darauf hingewiesen wird, desto eher macht sich darüber Gedanken


    Was hier oft als Vorwurf empfunden wird, sind meist einfach nur Erkenntnisse, die man gewonnen hat, wenn man länger dabei ist.


    Warum sollen Neulinge Fehler wiederholen, die Altgediente schon gemacht haben?Muss doch nicht sein.

  • Danke für die vielen Antworten, hier ein wenig Feedback dazu:


    @ Nitram
    ähnliche Gedanken habe ich auch


    @Günther


    Diese Möglichkeit hatten wir zu Anfang der Saison, ein sehr starker Spieler fiel aus für 2 Spiele und es passierte genau das .
    Andere sprangen in die Bresche u.a. auch mein Sohn und spielten spürbar stärker als mit dem Jungen.


    @open minded


    Natürlich möchte er die Erwartungen erfüllen, wie jedes Kind, wobei ich schon glaube, das diese nicht überdimensional hoch sind.


    Mit erfolgreich meine ich im speziellen, das wir den ein oder anderen neuen in die Truppe "einbauen" konnten , durch viel Rotation und Spielzeit für alle den Abstand zwischen stärkeren und schwächeren Spielern verkürzen konnten, so das man auch mal den Ausfall eines stärkeren Spielers kompensieren konnte.
    Und da gestern unser letztes Saisonspiel war, habe ich bei jeden Spieler mal geschaut, wie er sich entwickelt hat und bin auch da zum Schluß gekommen, das es ein erfolgreiches Jahr war.
    Und da es nun mal bei uns Tabellen gibt und unsere Truppe insgesamt sehr stark ist, schaut man auch mal darauf, ja


    Einzelgespräch klingt förmlicher als es ist, gemeint ist halt ein normales Gespräch unter 4 Augen.


    Phlegma und hibbelig klingt wie ein Widerspruch aber genauso so wirkt es manchmal
    Er sagte mal zu mir, das er manchmal zu viele Ideen hat und sich nicht entscheiden kann?? :?:


    Ja ich liebe meinen Sohn auch, wenn es sportlich nicht läuft, ich kann das schon trennen, auch wenn ich es erst lernen musste.




    @Folkao


    Natürlich will ich es lesen. :)


    Ehrlich gesagt kann ich mich nicht einwandfrei von deinen Gedanken freisprechen.
    Ich sehe mein Kind so denke ich objektiv als Schwächeren unter den Starken bei uns im Team, wobei man halt sagen muss, das unser Team halt sehr stark ist.
    An guten Tagen zeigt er Übersicht, Willen und Torriecher, an schlechten Tagen taucht er unter, ohne dabei wirklich schwach zu sein und wirkt dabei halt saft und bocklos
    Er selbst ist eigentlich zu Hause immer irgendwie mit Fußball beschäftigt und fragt mich Sachen über Fußball, ja Fußball ist ein großer Faktor in unser Familie, aber es ist nicht so das ich ihn damit zuquatsche.
    Er ist genug mit Freunden unterwegs, die nix mit Fußball am Hut haben und hat auch andere Interessen, die wir fördern und unterstützen
    Und in Sachen Kritik ist es nicht so, das ich ihn von oben aburteile, sondern halt versuche ruhig rauszufinden was gerade in ihm vorgeht

  • Phlegma und hibbelig klingt wie ein Widerspruch aber genauso so wirkt es manchmal
    Er sagte mal zu mir, das er manchmal zu viele Ideen hat und sich nicht entscheiden kann??

    da kann ich dich beruhigen. Genau so einen Spieler hatte ich auch. totaler Hektiker, der alles auf einmal machen wollte,kurz darauf
    rumgestanden, als ob ihn das Spiel nichts anging. lt. Mutter war es auch in der Schule so ähnlich.


    Jetzt, inzwischen B-Jugendlicher, habe ich davon nichts mehr gesehen.

  • Kalinka


    der Beitrag von Follkao mag dir jetzt etwas hart vorkommen. Aber es ist sehr oft so.

    War gar nicht hart gemeint. Ich sprach da durchaus aus eigenen Erfahrungen. Mir gingen damals die Augen auf, als mein Sohn mal sagte, dass ich in einer bestimmten Situation bei den anderen anders reagiert hätte. Mit seinen ca. 9 Jahren hat er mir damals eine Lektion erteilt... Das hat genau zu dem Selbst-Hinterfragen geführt, das ich Kalinka empfehle.

  • Follkao


    ich selbst fands ja garantiert auch nicht hart aber es gibt ja jetzt hier nur mal die Diskussion bezüglich härterer Gangart.


    Das was du zuletzt beschrieben hast hat wohl schon jeder Vatertrainer erlebt.

  • Follkao


    ich selbst fands ja garantiert auch nicht hart aber es gibt ja jetzt hier nur mal die Diskussion bezüglich härterer Gangart.


    Das was du zuletzt beschrieben hast hat wohl schon jeder Vatertrainer erlebt.


    kam bei mir auch nicht zu hart an ;)

  • Hallo Kalinka,


    aus eigener Erfahrung kann ich Dir mit 90%iger Sicherheit sagen: "Ganz ruhig, bleiben, Brauner" ;) Einen Text fast gleichen Inhalts habe ich vor ein paar Jahren wegen meines Sohnes, damals 2. Jahrgang F, hier auch verfasst. Er war damals schon ein sehr großer und technisch recht guter Spieler mit einem recht guten Blick für die Situation. Was ihm sicher fats ein Jahr fehlte, war jegliche Dynamik. Er schlich über den Platz, nahm keine Fahrt auf, usw. Hinzu kam, dass er von Natur aus nicht der Spritzigste ist. Entscheidend war aber, dass er das ganze Spiel in einem Trott dahintrottete.
    Im Sommer kommt er nun in die D-Jugend. Technisch und spielerisch ist er ein Guter. Was ihm zu einem richtig starken Spieler immer noch fehlt, und dies wird sicher auch mehr oder weniger immer so bleiben, ist die fehlende Spritzigkeit und Wendigkeit. Daran werden wir jetzt im "Goldenen Lernalter" noch feilen und dies sicher verbessern, aber Wunder wird es keine geben. Dennoch ist ein Leistungsräger seiner Mannschaft. Und, das für Dich Wichigste: Von Phlegma keine Spur mehr. er kämpft wie ein Löwe, ist hart im Zweikampf, gibt nie auf. Er müsste noch etwas rascher umschalten, aber das kommt noch.


    Was ich dazu beigetragen habe? Ich glaube, nix. Ich habe ihn schon manchmal, ich denke aber altersgerecht kritisiert und ihm bei Bundesligaspielen manchmal gezeigt, was Dynamik ist und ausmacht. Aber ich glaube, selbsts dies war eher schon zuviel. ich denke, der Junge hat sich einfach über seinen Spaß am Spiel und mit den Kumpels weiter entwickelt. Also,wenn Dein Sohn keine wirkliche Angst hat, vor allem vor den Gegenspielern (so einen Jungen habe ich und der gibt mir immer noch Rätsel auf), denke ich, legt sich dies mit der Zeit von selbst.


    LG
    Fußballgott

  • Hallo Kalinka, nochmal ich:


    Ganz wichtig auch: Versuche, Deine Ansprüche und Wünsche, was deinen Jungen angeht, hintenan zu stellen. Ich weiß, wie verdammt schwer das ist. Aber so etwas übeträgt sich und wirkt dann ähnlich bremsend, als wenn er wirkliche Angst hätte.


    ich weiß, sehr schweres Thema! Ich wünsche Euch beiden hierbei viel Glück!


    Grß
    Fußballgott

  • @ Fußballgott


    Das mit dem Bremsen ist schon wohl die richtige Richtung.
    Ich habe nochmal mit ihm gesprochen und er ließ durchblicken, das ihm seine Erwartungshaltung sich selbst gegenüber und die gedachte Erwartung anderer das nervös macht.
    Er hat zum einen den Ehrgeiz der Beste zu sein( das erklärt das hibbelige), zum anderen glaubt er auch, das von ihm erwarte das er der Beste ist( was natürlich quatsch ist)
    Das ist die eine Seite die ihn unsicher macht, das er dann Fehler macht und seine starken Mitspieler ihn dann auf den Platz kritisieren macht ihn dann völlig nervös und er traut sich dann nix mehr zu, so seine Aussage.


    Ich habe ihm daraufhin gesagt das ich nur möchte das er Spaß hat und sich keinen Stress machen soll. Er soll sich was trauen und keine Angst vor Fehlern haben.


    Manchmal geht halt doch mehr in den kleinen Köpfen vor als man so denkt :S

  • nd seine starken Mitspieler ihn dann auf den Platz kritisieren


    vielleicht solltest du auch mal hier ansetzen. ist doch eigendlich ein Thema, das in einer F schon auch generell angesprochen werden sollte. eigene Mitspieler kritisieren sollte eigendlich von jedem Trainer abgstellt werden, ganz unabhängig ob es jetzt um deinen Sohn oder sonstwen geht. Das geht nicht, und da muss ein Trainer eingreifen. Nicht nur im Spiel sondern schon im Training.


    kriegst du vielleicht eher Einfluss, als den Zugang zum Kopf und Gefühl deines Sohnes.


    lass es dir mal durch den Kopf gehen.