Was heißt für euch DRUCK (im Sport, Fußball, Leben), bzw. wie sind eure Erfahrungen damit?

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  • Thomas


    im Normalfall wachsen ja Trainer und Mannschaft irgendwie zusammen.


    eine Mannschaft stellt sich erfahrungsgemässe auch auf ihren Trainer ein.


    für die gegenerische Mannschaft ist möglicherweise das Verhalten ihres Trainers normal, sie kennen es nicht anders und können
    sicherlich damit umgehen. Ganz egal jetzt, wie das Aussenstehende beurteilen mögen.


    deine Manschaft kennt ein anderes Verhalten von dir, kommt damit ja offensichtlich auch klar.
    Warum willst du dein Verhalten jetzt ändern? Deine Mannschaft erlebt dich plötzlich anders wie bisher. Ich bin überzeugt, dass das sich eher negativ auswirkt. Plötzlich verändertes Verhalten wirkt sich verunsichernd auf deine Mannschaft aus.


    Also warum willst du dich da anders verhalten, insbesonders da der ruhigere Trainer sicherlich wesentlich vorbildlicher ist.


    Ein anderes Thema ist ist das Verhalten deiner 2 Mädels.


    Ich nehme hier mal den positiven Betrachter ein. Es gibt Spieler/innen, die haben das gewisse Gespür für richtiges Verhalten, für mich gehört das auch zur Spielintelligenz, beurteilen im Spiel möglicherweise etwas anders, als der Trainer draussen, sind ja auch viel direkter dran, das Ergebnis kann auch durchaus Bestätigung für ihr Verhalten sein.


    Muss jetzt nicht so, kann aber so gewesen sein. Möglicherwiese aber auch grundsätzlich ängstliche Spielerinnen, dann wär ein Gespräch mit dir angebracht. Kannst du vor Ort sicherlich besser beureilen.

  • Denn genau das tun, wollen solch Trainer ja. Man muss die Effekte ihrer Schreierei der komplexen Situation gemäß einordnen: ihre Spielerinnen sind es gewöhnt, Resilienz schützt sie und lässt die gewünschte Reaktion automatisiert zeigen (da sie ja 'müssen', sonst keine Ruhe bekommen); deine Spielerinnen verstört es, sie bemerken, wie durchs aufstachelnde "Anfeuern" mehr Kampf, Biss, Härte, sie drohen so ihre eigene Contenance zu verlieren: da sie eben noch Kinder sind!, dies zu ernst nehmen, wo Erwachsene so Trainer auslachen würden. Außerdem geht jene Reaktion uU auf die Knochen, das tut weh, regt alle auf, bereitet Angst... Ebenso werden auch (Jung-)Schieris so oft beeinflusst pro Schreihals-Team zu pfeifen, eben wegen dem darauf auffordernd abzielenden Druck, der bald unbewusst Wirkung zeigt. All dies verdirbt die harmonische Atmosphäre, die nervliche Konzentration, die sportliche Grundstimmung und, wie gesagt, seine Spielerinnen kennen diese Beeinträchtigung. Im Grunde aber verlieren auch sie oft das Spielerische, die für Kreativität notwendigen Gelassenheit weicht nervöser Hektik, krampfartiger Anstrengung - alles im Prinzip des jeden selbst bestimmen lassenden Spielflusses schädlich, für Eigenverantwortung destruktiv, aber kurzfristig durchaus effektiv per "positiv verstärkender Wechselwirkung" (mentales Stichwort "Lasertechnik für Trainer"), die sich jedoch, wie jeder Ingenieur weiß, brandgefährlich auswirken kann. Das interessiert solch armes Würstchen in seiner privaten WE-Schreitherapie aber mitnichten, Hauptsache er hat sich am Ende per Brüllorgan ausgepowert, stark gefühlt u. darf noch mangels allgemeinen Mut zum Widerspruch meinen, so per Druckmachen den Sieg nach Hause gebracht zu haben.


    Da so Gedanken eben auch die Guten wie hier dich befallen, infizieren sie oft das gesamte Umfeld und am Ende wird statt Fußball am Ende "mein Kampf" durch geistig verarmte Klein-Selbstdarsteller aufm Sportplatz auf dem Rücken der unmündig Kleinsten gespielt: was bei Erwachsenen viel eher nen Riegel vorgeschoben würde, da die sich solch selbsternannte "Ego-Trainer" wohl meist verbitten würden! In der Ruhe liegt schließlich die wahre Kraft wie Konzentration aufs Wesentliche. Daher wünsche ich mir mehr Zivilcourage, hab sie aber selten erlebt u. auch selbst kaum einmal mehr die Kraft dazu: bestenfalls verwickle ich solch Typen samt Anhang in der Pause in nette Gespräche, um sie ein wenig zu befrieden und werbe nebenbei ein wenig um Einsicht: ihr seid doch technisch echt überlegen, braucht gar keine Blutgrätschen, im Gegenteil bringen die euch raus, riet ich dem lautstarken Gegnertrainer im letzten Spiel meines Jüngsten zur Pause beim Stand von 0:1, bei schon 3 gelben Karten, einigen Verletzungen; Ergebnis: er war in der Tat ganz ruhig u. sein Team gewann 8:0, q.e.d. Meinem Sohn habe ich von diesem Tipp aber lieber nichts erzählt, aber mir war's lieber wie weitere Quasi-Keilereien auf wie neben dem Platz. Würde nun noch unser Trainer öfter mal diskursoffen sich zumindest anhören, was warum schief läuft, statt alles besser, perfekt zu wissen, trotz solch 0:8-Klatsche, frustrierten Kids... ;)


    PS: Gönn ihnen solch kleinen Erfolg, sie benötigen ihn sicher dringender wie du u. vielleicht werden so die betroffenen Kids am Ende gar mal gelobt, dürfen sich besser fühlen. Ergebnisse zählen: Endergebnisse! Und am Ende wird dort die Ente verkacken, wo sie bei dir mit gesundem Stuhlgang noch beim Scheißen freudigen Flow erleben kann :thumbup:

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    4 Mal editiert, zuletzt von Keller-Kicker ()

  • Habe bis jetzt nur gelesen. Ich finde, die Mühen in den anderen Themen haben gezeigt, dass die meisten von uns doch auf dem richtigen Wege unterwegs sind und das freut mich!


    Schon aus dem Selbsterhaltungstrieb heraus wird der junge Mensch daran gewöhnt mit Druck umzugehen. Es geh darum geht Grenzen und damit Verantwortung kennen zu lernen. Wird jedoch der Druck von außen zu groß, so ist früher oder später mit einer Blockade und einer inneren Abwesenheit zu rechnen.


    Wenn es uns Trainern gelingt, altersgerechte Herausforderungen für die uns anvertrauten Kinder zu stellen, dann können wir dies am besten durch Impulse. Man könnte auch sagen positiv dosierter Druck.


    Ein wesentlicher Beitrag, um den Kindern den Fussball verstehen zu lernen, ist die permanente Werbung für diesen Sport als Leidfigur.


    Keine gute Figur macht der, der sich keine Mühe macht, den Fussball aus dem Augenwinkel seiner Spieler, sondern nur aus den Eigenen zu sehen. Je besser die Erwartungen der Beteiligten zusammen passen, je mehr Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung entwickeln sich.


    Um vom Allgemeinen zum speziellen Druck zu gelangen, sollte man wissen, dass erst in der letzten Phase der körperlichen und geistigen Entwicklung (grob zwischen 15 und 20 Jahren) die maximale Handlungsschnelligkeit erreicht werden kann.


    Wie aber kann man diesen Entwicklungsprozess unterstützen. Natürlich durch Training dieser Fähigkeiten!


    Besonders günstig erweisen sich Multitasking-Übungen zur Verbesserung der Handlungsschnelligkeit. Denn sollen mehrere Prozesse in kürzester Zeit erfolgen, dann gibt es permanente Entscheidungsprozesse mit permanenten Anpassung. Denn die Entscheidung, was passieren soll, tritt ja nicht der Fuß, sondern der Kopf! Im Kopf entsteht die Entscheidung, die in den Fuß gespielt wird.


    In diesem Forum gibts bereits eine Reihe dieser Multitasking-Übungen. Es sind der Trainerphantasie kaum Grenzen gesetzt, sofern man aufs Alter der Kinder achtet. Wichtig ist, das sich die Kinder daran ausprobieren können, um sich spielerisch an dieser Herausforderung zu messen. Begleitet von Lob für Aussergewöhnliches können die Kinder über sich hinaus wachsen und dadurch an Selbstvertrauen gewinnen.


    Neben der Anpassungsfähigkeit gibt es jedoch auch den Wunsch nach Entspannung, der auch als den Weg des geringsten Widerstands beschrieben werden kann. Wer kennt das nicht: keinen Bock auf Training! Aber ist man erst mal angefangen, will man am liebsten gar nicht aufhören. Stress mit dem Trainer oder Spieler, aber die richtige Gestik und das richtige Wort, schon kanns losgehen.


    Entspannung als Regeneration ist jedoch ganz etwas anderes. Hier hat der Körper bzw. der Geist bereits eine Leistung erbracht, bei der er an seine Grenzen gegangen ist. Man sollte sie kennen, bzw. auf ihre Signale achten, um nicht aus positiv dosiertem Druck eine Außensteuerung werden zu lassen, die keine neuen Kräfte freisetzt, sondern für Blockade sorgt.

  • [quote='TW-Trainer','index.php?page=Thread&postID=86846#post86846'[/quote]
    Toller Text TW! Bin 100% bei dir.

  • Muss man doch lauter sein ? Unterstütze ich meine Mannschaft nicht genug wenn ich nicht auch lautstark 'dagegenhalte' ? Mache ich da sogar einen Fehler, wenn ich zu leise bin ? War das jetzt positiver Druck oder sollte man des trotzdem lassen ?


    mahlzeit,


    ich denke es ist weniger eine frage der lautstärke, sonder eine frage WAS man zu seinen kids sagt.


    wenn ich auf großfeld spiele muss ich per se schon lauter sein, als zb in der halle, wenn ich wen erreichen will.
    es gibt auch trainer, die zwar nicht laut sind, ihren spielern aber trotzdem sagen, das sie nichts taugen............... :(


    also lautstärke ist kein synonym dafür, ob das gut ist oder nicht und wenn dein gegenertrainer respektvoll mit seinen mädels umging, so war doch alles ok.


    wenn deine mädels geistig fit genug sind, das du sie per handzeichen 'dirigieren' kannst, so hättest du einen vorteil ;)


    aber seinen schützlingen auch im spiel sofort bestimmte dinge mitzuteilen finde ich sehr sinnvoll und erzeugt auch nicht mehr druck, als sie in ihren eigenen fehlern schmoren zu lassen.


    das "zauberwort" ist dabei wohl 'hilfestellung' und die erkenntnisfähigkeit der einzelnen spieler, die ja auch nicht gleich ist. manche erkennen ihre fehler selbständig und benötigen keinerlei kommentar und andere erkennen ihre defizite erst, wenn du sie drauf hingewiesen hast und können sie dann abstellen und bei andern hilft einfach nix (da muss man dann auch nichts sagen ;) )



    an deiner stelle würde ich einfach mal ein paar spiele ausprobieren, wie deine mädels spielen, wenn du mehr von aussen eingreifst und das beim training auch mit ihnen besprechen.


    msg

  • Entspannung als Regeneration ist jedoch ganz etwas anderes. Hier hat der Körper bzw. der Geist bereits eine Leistung erbracht, bei der er an seine Grenzen gegangen ist. Man sollte sie kennen, bzw. auf ihre Signale achten, um nicht aus positiv dosiertem Druck eine Außensteuerung werden zu lassen, die keine neuen Kräfte freisetzt, sondern für Blockade sorgt.


    meinst du damit aktive entspannungsübungen im rahmen eines training? und wenn ja, wie sieht sowas bei dir aus?



    msg

  • DSV
    Gemeint ist zunächst einmal das Erkennen des Trainers nach einer erforderlichen Pause seiner Spieler. Dies ist im moderen Fussball besonders wichtig, weil das Spiel intensiver geworden ist.


    Beim früheren, gegnerorientierten Spiel konnte man sich "auf dem Platz" gelegentliche Pausen gönnen, wenn sich auch der Gegenspieler ausruhte. Heute wird ein höheres Tempo gespielt. Auch erfordert das moderne, ballorientierte Spiel mehr Laufarbeit.


    Für die Übungsgruppe bedeutet das häufigere Regenerationspausen einzulegen, damit die Kraft und Konzentration wieder aufgebaut werden kann.


    Regenerationsübungen, wie sie früher gemacht wurden, sind eigentlich nicht mehr nötig, wenn man eine guttrainierte Mannschaft hat. Das ist ähnlich zu sehen, wie man sich früher über einen längeren Zeitraum (meist auch noch statisch) gedehnt und gestreckt hat, weil man glaubte, man könnte dadurch Verletzungen vermeiden.


    Viel wichtiger sind Regenerationspausen. Denn wird weitergespielt, obwohl die Kraft und Konzentration bereits deutlich gesunken ist, droht Verletzungsgefahr!

  • Für die Übungsgruppe bedeutet das häufigere Regenerationspausen einzulegen, damit die Kraft und Konzentration wieder aufgebaut werden kann.


    ich verstehe das jetzt 'spielbezogen'. meinst du damit den wechel von pressing und fallen lassen, oder wie baust du regenerationsphasen ins spiel ein?


    msg

  • DSV


    Nein, wir reden immer noch aneinander vorbei!


    Egal, ob du eine übung oder eine Spielform mit deiner Trainingsgruppe machst, solltest du genau hinschauen, ab wann die Aktionen der Spieler nicht mehr erfolgreich abgeschlossen werden.


    Bei einer intensiven Übung oder Spielform werden deine Spieler schneller ermüden. Bei langsameren Formen mit weniger Bewegung bzw. Konzentration werden sie entsprechend langsamer ermüden. Man kann zwei Ermüdungsfaktoren selektieren:
    1. Quote der Fehler steigt an
    2. Körperhaltung verändert sich


    Natürlich gibt es auch die von dir angesprochene Gliederung der Trainingsübung. d.h. ich unterbreche das Spiel, um mit den Spielern einen erfolgreichen oder fehlerbehaften Angriff zu besprechen.


    Ferner kann man sein Training in der Weise planen, dass man nach dem Warmmachen zunächst die intensiven Übungen mit hoher Konzentration und in einer späteren Phase die Verfeinerung von bereits beherrschen Fähigkeiten des Trainingsschwerpunkts als Vorbereitung fürs Abschlußspiel plant.


    Weil sich jedes Spiel anders entwickelt ist die Regeneration im Wettkampf kaum planbar. Ist ein Spieler sichtbar ermüdet, so ist es besser ihn auszutauschen, als ein späteres Verletzungsrisiko inkauf zu nehmen. Über taktische Mittel der Spielverschleppung wollen wir im unteren und mittleren Jugendfussball eigentlich noch nicht so viel diskutieren.

  • also lautstärke ist kein synonym dafür, ob das gut ist oder nicht

    Problem ist doch, dass im KiFu fast nur Erwachsene laut zu hören sind, dh er ist erwachsenendominiert, mal nur durch Trainer, mal auch o. sogar nur durch bestimmte einzelne Eltern - ist auch egal. So zeigt sich wem der KiFu gehört, dass sein Name schon ein Riesen-Etikettenschwindel ist. Denn wenige Große, nicht alle Kleine bestimmen, wie er läuft. Und ist es nicht symptomatisch, dass man dies ungleiche Verhältnis zwischen Groß u. Klein trainerseits praktisch nie gern reflektieren mag? Wer beim gegenseitigen Drcukmachen, wo eh einseitiges üblich ist, unterliegt, sich aber noch entwickeln dürfen sollte, ist klar. Daher sollte sich Druckmachen von Groß gegen Klein statt nur der Kleinen untereinander aufm Platz verbieten, vielmehr im Gegenteil: Trainer hätten Druck von den Kids u. auf sich zu nehmen, zB bei Niederlagen: nicht der Peter o. Leo ist dann Schuld, sondern stets zuerst ihr Trainer, da er für alle per se Verantwortung trägt. Dies befreit dann Kids, so dass sie eher heranwachsen in dem, was sie stark machen kann: ihren Potentialen u. Talenten. Nur: wer will dies unter Erwachsenen schon hören, wo fände der Mitstreiter, der die Kids selbst, ihre Nöte u. Sorgen in den Mittelpunkt stellen statt wie alle sonst - Schule, Eltern, Trainer - ständig Druck auf sie ausüben wollte, sich gegenseitig bestätigend, dass dies durchaus positiv zu werten sei? Kaum einer, und das ist das Traurigste in dieser Art üblichen KiFu. Da Kids selbst keine Chance haben, sich mündig zur Wehr zu setzen u. per Gegendruck adäquat zu verteidigen: wie in jedem Erwachsenenteam, wo daher m.E. kaum einer der Kindertrainer zurecht käme, die ich ringsum so beobachte u. die sich eben alle auf dem Rücken der Kids gern groß fühlen:vorherrschend, wo sie dienen sollten, zu dienen ...

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Problem ist doch, dass im KiFu fast nur Erwachsene laut zu hören sind, dh er ist erwachsenendominiert, mal nur durch Trainer, mal auch o. sogar nur durch bestimmte einzelne Eltern - ist auch egal. So zeigt sich wem der KiFu gehört, dass sein Name schon ein Riesen-Etikettenschwindel ist. Denn wenige Große, nicht alle Kleine bestimmen, wie er läuft. Und ist es nicht symptomatisch, dass man dies ungleiche Verhältnis zwischen Groß u. Klein trainerseits praktisch nie gern reflektieren mag? Wer beim gegenseitigen Drcukmachen, wo eh einseitiges üblich ist, unterliegt, sich aber noch entwickeln dürfen sollte, ist klar. Daher sollte sich Druckmachen von Groß gegen Klein statt nur der Kleinen untereinander aufm Platz verbieten, vielmehr im Gegenteil: Trainer hätten Druck von den Kids u. auf sich zu nehmen, zB bei Niederlagen: nicht der Peter o. Leo ist dann Schuld, sondern stets zuerst ihr Trainer, da er für alle per se Verantwortung trägt. Dies befreit dann Kids, so dass sie eher heranwachsen in dem, was sie stark machen kann: ihren Potentialen u. Talenten. Nur: wer will dies unter Erwachsenen schon hören, wo fände der Mitstreiter, der die Kids selbst, ihre Nöte u. Sorgen in den Mittelpunkt stellen statt wie alle sonst - Schule, Eltern, Trainer - ständig Druck auf sie ausüben wollte, sich gegenseitig bestätigend, dass dies durchaus positiv zu werten sei? Kaum einer, und das ist das Traurigste in dieser Art üblichen KiFu. Da Kids selbst keine Chance haben, sich mündig zur Wehr zu setzen u. per Gegendruck adäquat zu verteidigen: wie in jedem Erwachsenenteam, wo daher m.E. kaum einer der Kindertrainer zurecht käme, die ich ringsum so beobachte u. die sich eben alle auf dem Rücken der Kids gern groß fühlen:vorherrschend, wo sie dienen sollten, zu dienen ...


    @kk


    was hat dein post jetzt aber damit zu tun, das lautstärke kein synonym für gut, oder schlecht ist?


    msg

  • Lautstärke ist kein direktes Synonym für schlecht, aber indirekt stets suboptimal: es sorgt dafür, dass alle aufm Platz, nicht in sich ruhen, weniger Kraft aus sich beziehen können, abgelenkt werden: sie schauen dann nach draußen, werden aus ihrer je eigenen Balance gebracht etc. Natürlich kann ein Signal, der berühmte Weckruf zB, not-wendig erscheinen, falls ihr Teamplay gar nicht funktioniert, alle zB wg. Hitze träge, schlafend zu sein erscheinen, aber man sollte das Kommentieren, Dirigieren, Schelten o.ä. als primäres Sich-produzieren des 12.Mannes, also trainerseits erkennen u. reflektieren können. Die wenigsten Mängel lassen sich von draußen per Lautstärke abstellen, oft erzeugt sie als die einzig wahren Akteure fremdbestimmendes Druckmachen vor allem unkonzentrierte Hektik, auch Härte: schlechtes Spiel...

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Lautstärke ist kein direktes Synonym für schlecht,


    Ich finde "Laut" ist im Kifu immer schlecht.
    Die Kinder hören dann nicht mehr zu, sondern weg. Sie schützen sich, anstatt sie offen für Ideen bleiben. Sie verlieren das Gespür für das Kleine und Feine. Und auf dem Feld wo dann alles brüllt hören sie den Trainer trotz Gebrüll nicht mehr, weil sie nie gelernt hatten BEWUSST auf eine Stimme zu hören.
    Kommt dann der nächster Trainer mit leiser Stimme, hört ihm kein Kind mehr zu. Nicht selten hat er dann ein Autoritätsproblem weil die Kinder vorher gelernt hatten, wichtig wäre nur wenn laut. Leise hören die schon gar nicht mehr.
    Darum: Laut und Leise hat nichts mit dem Sozialen Gustus zu tun, sondern mit der Schulung von BEWUSSTEM Hören, Aufmerksamkeit und Konzentration.
    Ausserdem:
    Müsste ich - wie es die Fairplay Liga vorsieht - mit so einem Brüllaffen in der Coaching Zone stehen - ich würde mich schlichtweg weigern. Ehrlich.



  • 110% Zustimmung :thumbup::thumbup: :thumbup::thumbup:

  • @FB: Wollte DSV nicht direkt widersprechen: Weckrufe, Signalworte oä könnten schon mal nötig erscheinen, helfen... Würde mich auch als Vater der Trainerschreierei gern mal verweigern, da es so nervt: Ohropax? Nur wie sollen sich Kinder verweigern? Kein Mensch soll müssen müssen, aber sie ja schon, sonst wären sie sofort draußen - alternativlos! Ergo gehorchen, funktionieren sie unter diesem Druck: Aber offiziell schreibt man sich als Verein dies als soziales Engagement im Ehrenamt zugute? Wieso aber decken fast alle all die "Förderlügen" im KiFu? Trainer, um Selbstbild o. eigene Position nicht zu riskieren, da es sonst i.d.R. ja kein Honorar gibt, Eltern aus Stress wie Gleichgültigkeit gegen die eigenen Kinder, oder auch: aus Angst, negativ aufzufallen, aus der systemisch zugedachten passiv-Rolle zu fallen o. mit Ärger bzw. individueller Diskriminierung gegen das Kind bestraft zu werden, da nunmal meist nur einer die Aufstellungsmacht hat, so das Revier autokratisch beherrschen kann. Es gibt viele Facetten für einen strukturell in etwa jahrhundertalten Stillstand im Vereinsleben, der dazu führt, dass der sog. Kinderfußball mir persönlich in Wahrheit eher als Kinder-Trainerfußball erscheint, wo Druck von oben, vom Großen, vom Mündigen (Lauten) als total normal gilt...


    Grad gestern wieder erlebt: der Gegnertrainer macht nach dem 1:0 15 min vor Schluss für uns den Schieri an, man könne doch nicht alles pfeifen, wobei seine Jungs schon zuvor unter seinen steten lauten Kommentaren wie Drauf! o. Druckmachen! sehr rüde zu Werke gingen (wie mir nachher einzelne Klagen unserer Kids über Tritte, Ellenbogen o. Schläge bestätigten). Ich ermahne ihn, doch den Schiri zu respektieren, der auch nah an der Foulszene dran war statt 30 m entfernt - und was machen unsere Trainer: redet mich namentlich an, ermahnen mich vor allen Kindern - den Brülltrainer als Kollegen solidarisch in Schutz nehmend - Ruhe zu geben, gehen nachher mit dem demonstrativ Arm in Arm. Und wer gewann: der Gegner noch 4:2 - Tore plötzlich am Fließband, da ein Tohuwabohu aufm Platz unter den Kindern ausbrach. Übrigens war der Gegner zu Beginn hochüberlegen, ließ den Ball prima laufen, wurde unter den steten Kommentaren aber immer fahriger, unkonzentrierter, härter, bolzte nurmehr... Für mich kausal klar zu ersehen: der Trainer machte mal wieder das Teamplay aufm Platz kaputt, projiziert wurde dies dann auf einen sehr gut , eher zu wenig denn zu viel pfeifenden Schieri. Erst als allg. Chaos auch bei uns ausbrach, kam sein Team zum Zuge: leider ein Lehrstück...


    Zu erlernen, auf die eigene, innere Stimme zu hören, ist für jeden als Individuum essentiell, grad Heranwachsende! Im Binnenverhältnis des Trainers als Großen, per Aufstellungsmonopol Übermächtigen zu 'seinen' Spielern als Kleinen, bei Kindern zudem Unmündigen, kann Dominanz schnell erdrückend werden, fatal für die Selbst-Entwicklung! Wie wenig es 'das System' in seinen organisatorischen Spitzen kümmert, was hier oft im KiFu angerichtet wird bzw. gar per Professionalisierung für Abhilfe zu sorgen, ist beschämend für alle, die in ihm zu Werke gehen: die einen machen aktiv mit, die anderen schauen passiv weg... Ich weiß, dass solch Ansicht schnell kollektiv als Beleidigung genommen wird, um sodann alles von sich weisen zu können, da danach wieder Ruhe für einen-selbst herrscht, Kinder selbst ihre Rechte eben nie zur Geltung bringen können u. der Ich-Kult gesellschaftlich als normal definiert, entproblematisiert wird: denn als Ich ist man viel schneller konsumptiv auf Vorgaben angewiesen, dem Marketing hörig etc. Dies bedenkt kaum einer, der so gern auf seinem Menschen-Recht als Ich beharrt.* Dies alles im Kopf zu entwirren, ist ungemein schwierig, keine Frage: da ich mal Philosophie studierte, waren mir tiefere Einblicke ins eigene Selbstsein möglich, aber Philosophieren ist heute ebenso wie Geist als Thema die Ausnahme statt Regel. Dies aber ist von den Systemen durchaus so gewollt, um kritische Vermögen zum wahrhafteren Selbst vor allem Erwachen zu blocken, jeden alltäglich einzuschläfern - selbst da, wo man eigentlich doch zwecks Eigennutzen fördern wollen sollte... Nun denn.


    *Bei Kindern, Ureinwohnern (wie aktuell in Ecuador, wo letzte wild lebende Indianer grad platt gemacht werden: für Öl!), Mobbing- o. Mordopfern schaut 'man' aber einfach nur weg: da verendet so zwar die sog. Menschlichkeit ganz schnell, nur: wo dies keiner bemerkte, an ne große Glocke hängt, wo mangels Macht kein Kläger, da auch kein Richter - und alles kann weiter als voll in Ordnung inszeniert, unter Druck gehalten werden. Fußball interessiert mich persönlich da nur am Rande, wg. unserer unter seinen Strukturen leidenden Kids, leider ist es im Wesentlichen ja viel schlimmer um uns als globale u. im Grunde im Selbstbezug ruinöse Gesellschaft bestellt...

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    Einmal editiert, zuletzt von Keller-Kicker ()

  • Zu erlernen, auf die eigene, innere Stimme zu hören, ist für jeden als Individuum essentiell


    Super Satz! Den zitier ich nächstes mal, wenn mich Eltern wieder mal anmachen, man höre so wenig von mir :)


  • Super Satz! Den zitier ich nächstes mal, wenn mich Eltern wieder mal anmachen, man höre so wenig von mir :)


    mahlzeit,


    nur gehts bei einem mannschaftssport nicht nur um die 'eigene innere stimme', sondern auch um die "stimme" des nebenmanns, des mitspielers, des schieris, des trainers, des gegners und bei den lütten auch noch um die stimme der eltern (ob wärend, oder nach dem spiel).


    'selbstentwicklung' geschieht doch aber auch nie wirklich 'selbst', quasi von selbst und alleine, sondern ist doch immer in ein system eingebettet. in unserem fall ist es halt das system mannschaft, bestehend aus den kids UND dem trainer als kleinste einheit.


    ob dieses system nun positiv, oder negativ auf laute, oder leise äusserungen des systemelements trainer reagiert, ist doch pauschal gar nicht zu sagen, sondern bedarf doch immer einer konkreten betrachtung.



    msg