ADS-Kind vergiftet Mannschaftsathmosphäre

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  • Hallo zusammen,


    ich habe in meiner F-Jugend-Mannschaft ein ADS-Kind (zudem Einzelkind), das mir zunehmend durch Stören und Agressivität gegen eigene Manschaftskameraden auffällt und dadurch das Klima vergiftet.


    Vor einigen Wochen sprach ich die Mutter darauf an, dass Ihr Kind seit einiger Zeit unaufmerksam und agressiv ist. Sie sagte mir, dass Ihr Sohn ADS hätte und sich deshalb so verhält. Ich sicherte ihr zu, darauf im Rahmen meiner Möglichkeit Rücksicht zu nehmen.
    Seitdem kritisiere ich ihn nicht mehr vor den anderen Kindern sondern nur noch unter 4 Augen.
    Allerdings eskalieren seitdem die Konflikte zwischen ihm und den Mannschaftskameraden immer mehr, da er fast nie den Ball abgibt und zunehmend weniger angespielt wird.
    Die Mutter fordert von mir, ihn noch mehr vor seinen Mitspielern zu schützen. Allerdings finde ich, dass dieser Schutz auch Grenzen hat und ich berechtigte Kritik auch zulassen muss, auch wenn das Kind ADS hat.


    Die Mutter denkt über einen Vereinswechsel nach, ich befürchte, das würde das Problem nicht wirklich lösen.


    Andererseits muss ich die gesamte Mannschaft im Auge behalten und sehe die Mannschaft nicht als ADS-Selbsthilfegruppe für ein Kind
    .
    Was kann ich tun?

  • Seitdem kritisiere ich ihn nicht mehr vor den anderen Kindern sondern nur noch unter 4 Augen.


    Bist du der Meinung, dass man ein ADHSbetroffenes Kind nicht vor einer Gruppe kritisieren darf? Hat/Hätte das überhaupt mit diesem Befund zu tun oder ist das von dir eine Annahme, die vielleicht falsch ist...ein Trugschluß deinerseits ist?


    Allerdings eskalieren seitdem die Konflikte zwischen ihm und den Mannschaftskameraden immer mehr, da er fast nie den Ball abgibt und zunehmend weniger angespielt wird.


    F Jugend. Hier gibt es gem. Dfb-Philosophie eine Meinung von Fachleuten, die da besagt, dass ein Passspiel nicht zu den Zielen einer F gehört. D.h. nicht, dass sie nicht mal passen dürfen oder gar ein Pass nicht gelobt gehört oder man das Passen als Technik üben darf, SONDERN....das ein Passspiel in dieser Altersgruppe nach meinem Verständnis NICHT ABGEFORDERT werden soll. In diesem Alter dürfen sie offiziell -meiner Ansicht nach- nicht abgeben und sei es noch so fußballerisch richtig gewesen. Nein...sie dürfen den Ball behalten und dribbeln und das ist so in dieser Altersgruppe zu aktzeptieren. GENAU DAS ist vor Andersdenkenden Erwachsenen (Eltern/Vereinsveranwortlichen) zu schützen!!! In diesem Sinne würde ich dieses eigentlich für diese Altersgruppe natürliche Verhalten von fußballspielenden Kindern nicht unterdrücken...nicht abgewöhnen...nicht als negativ beurteilen UND NICHT IM ZUSAMMENHANG MIT DER ADHS-Geschichte sehen, da es vermutlich damit nichts zu tun hat. Das Passkominationsspiel kommt für mich von ganz alleine...und ich benenne das meiner Erfahrung nach -auf den Breitensport bezogen,...also dort, wo sich ebend nicht die 5 oder 10 Prozent der richtigen Talente bewegen....so ab dem zweiten Jahr E....eher noch und dann ganz sicher...in der D Jugend. Kinder im F-Alter gehen auch nicht allein über die stark befahrene Straße...weil sie vom Entwicklungsstand her Geschwindigkeiten noch nicht richtig einschätzen können. Deshalb können sie ankommende oder abgeschickte Bälle auch nicht richtig einschätzen und deshalb gelingt das Passkombinationsspiel auch noch nicht. Dazu kommt für mich die Tatsache, dass sie meist voll konzentriert auf den Ball schauen....ähnlich zu sehen wie bei einem Gaul (Pferd), das im Verkehr geführt...Scheuklappen auf hat....oder auch ähnlich zu sehen wie bei einem stark betrunkenen Menschen.....ich denke hier an den Tunnelblick;-)))). Das Kind im F Alter schaut gezielt auf den Ball und hat die volle Konzentration auf den Ball und seine Füße....Thema hier: Dribbeln...Ballführung....Zweikampf im 1:1.


    Die Mutter denkt über einen Vereinswechsel nach, ich befürchte, das würde das Problem nicht wirklich lösen.


    Richtig! Wie oben aufgeführt, vermute ich, dass die Probleme selbst nichts mit dem Befund zu tun haben. Ich würde nur dort wo es wirklich nötig ist, einschreiten. Ansonsten regeln die Kinder das auch oft und gut selbst. Entsprechend würde ich mich von der Mutter nicht so vor den Karren spannen lassen und das "Ding" laufen lassen.

  • Im Gegensatz zu dafür spezielle ausgebildeten Pädagogen fehlt dem gemeinen Fussballtraining sowohl die Erfahrung wie auch das Wissen für den richtigen und integrativen Umgang mit ADHS Kindern. Im Gegensatz zur Schule hat ein Verein auch nicht die Pflicht ADHS genausowenig wie andersweitig Handicapierte (Blind, Rollstuhl, etc.) zu integrieren. Tut man es trotzdem ist das natürlich aus Sicht des Vereins sehr ehrenwert und für die anderen Kids - was das rein Soziale betrifft - lehrreich.
    Für eine efolgreiche Integration ist es in der Regel erforderlich, dass alle Beteiligten, also Eltern, Trainer, Spieler über den Sonderfall und damit verbundene Spezialmassnamen, "Versuchs"-dauer und Abbruchkriterien informiert werden.
    Die Integration eines Kindes mit Auffälligkeiten kann nur gelingen, wenn dieses Vorhaben von Erfahrenen projektmässig geplant, kommuniziert, entsprechend umgesetzt und im Fall des Scheiterns auch konsequent wieder abgebrochen werden.
    Wer das SO nicht machen kann, kreiert wohl unweigerlich Probleme für alle und sollte es deshalb - meiner persönlichen Meinung nach - mit dem Hinweis, dass die nötige Erfahrung und entsprechende Ressourcen fehlen, lassen.

  • @Fussballbaron: Ich habe die Befürchtung, dass du womöglich recht hat. Glücklich macht mich das aber nicht.


    Andre: Ich kann deinen Ausführungen soweit folgen, danke dafür.
    Dass der DFB kein Pass-Spiel in der F-Jugend einfordert, ist mir und auch meinen Jungs herzlich egal. Meine Jungs versuchen zunehmend Pässe und sind genervt, wenn egoistisch gespielt wird. Sie kennen halt die DFB-Richtlinien nicht. Sorry dafür.


    Die Mutter bat mich, das Kind nicht in Anwesenheit anderer zu kritisieren, um den anderen Kindern keinen Anlass zu geben, die Trainer-Kritik nachzuplappern. Der Junge kommt mit ruhig vorgetragener Kritik sehr gut zurecht, wird nur aggressiv, wenn seine Mitspieler ihn "anpissen" (Originalton Kind).

  • Andre: Ich kann deinen Ausführungen soweit folgen, danke dafür.
    Dass der DFB kein Pass-Spiel in der F-Jugend einfordert, ist mir und auch meinen Jungs herzlich egal. Meine Jungs versuchen zunehmend Pässe und sind genervt, wenn egoistisch gespielt wird. Sie kennen halt die DFB-Richtlinien nicht. Sorry dafür.


    Der Dfb hat eine wissenschaftlich angelehnte Tatsache verarbeitet die da dem Sinn nach lautet, dass F-altrige Kinder vom Entwicklungsstand nicht in der Lage sind, bestimmte Dinge zu tun. Ihre Möglichkeiten auf ein Tun wurden im Trainingskonzept verarbeitet. Du wirst entsprechend keine gruppentaktischen und mannschaftstaktischen Themen für ein F-Training dort in der Onlinetrainingsbank finden. Du wirst sie nicht finden, weil es ziemlich dämlich wäre etwas zu trainieren, was noch nicht geht. Schließlich gehe ich mit einem Baby auch nicht auf den Fußballplatz um das schnelle Umschalten zu trainieren.


    Genau so wirst du wohl kaum mit der F Jugend kaum die Viererkette probieren, richtig?


    Genau dazu/in diesem Sinne schreibst du mir -siehe Zitat- ...dass du das wohl verstanden hast....es deinen Jungs aber egal ist, weil sie zunehmend Pässe spielen und sie darüber sauer sind, dass egoistisch gespielt wird.


    Entweder du hast die Jungs instruiert und verlangst etwas ab, was sie eigentlich noch nicht tun wollen und so hast du und jeder andere dafür Verantwortliche denen nun ein Zwangskorsett übergestülpt, dass andere noch erforderliche Entwicklung unterdrückt


    oder


    du verwechselst da was,...nämlich...dass einige wenige deines Teams ausnahmemäßig bereits etwas weiter sind als die anderen...die anderen aber noch nicht und nun benennst du ihr eigentlich altersgerechte Spielverhalten als egoistisch, obwohl du ja verstanden hast -wie du sagst- dass sie dazu entwicklungstechnisch noch nicht in er Lage sind. Du läßt entsprechend möglicherweise zu, dass die Spieler die diesen Sprung entwicklungsmäßig schon machten die anderen in irgendeiner Form dafür anmahnen oder wie auch immer? (Achtung: da stand ein Fragezeichen!).


    Oder ist es vielleicht so, dass der Pass den sie mal spielen zwar eine tolle wünschenswerte Sache ist, aber noch nichts mit einem Kombinationsspiel zu tun hat...sie ihn, weil im Training technisch geübt...sie ihn im Spiel -frei und unbeeinflußt- einfach mal spielen. Letzteres wäre für mich eine tolle Sache, wenn sie diesen stimuliert, statt instruiert spielen (Horst Wein). Da würde dann im Prinzip nur eines Fehlen: DEINE GEDULD UND DEIN SCHUTZ im Wissen um die Dinge darauf....mit anderen Worten....Geduld darauf, auf die anderen zu warten bis sie auch soweit sind!


    Das alles hat für mich nichts mit ADS oder ADHS zu tun. Ich behaupte, dass es ein Trugschluss ist. Da sind nicht 13 von 14 Spielern - die gern wie das spanische Team Ticki-Takka Passkombinationen zum großen Sieg in der tabellenlosen F Jugend - in der Lage das zu tun und einer der zufällig ADS hat, kann das deswegen nicht, sondern die spielen mal einen Pass und viele im Team tun das noch lange nicht in der Situation, wo der Pass das richtige Mittel gewesen wäre. Das vermute ich ganz stark. Und ich vermute ebenfalls ganz stark, dass der Schreiber dieses Threads genau das -wie viele da draussen (ist nicht böse gemeint!!!!) - einfach (noch) falsch einschätzen. Man/Sie definieren in ihrer Denke den Grund für das Nichttun falsch...in Unwissenheit um die Dinge oder weil sie nicht über ihren Egotripp schaffen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Heutzutage hat jedes Kind, was nicht so funktioniert, wie man es als Erwachsener für angenehm erwartet, irgendeine Krankheit. Bringt man es zum "Gedanken-Doktor", bekommt man einen vollen Block mit allerlei Phychopharmaka, mit dem man es so ruhig stellen. Die Tabletten wirken wie ein Lautstärkeregler an der Musikanlage! Es sie zu laut oder das gespielte Lied grässlich, dreht man einfach den Ton leiser. Ist ein Kind laut oder verhält sich nicht wie gewünscht, soll es ein paar Tabletten bekommen, damit es einfach so ist wie die Anderen.


    Wenn ich dann lese, das bereits F-Jugendliche wie erwachsene Profis sich "Gardinenprediten" anhören sollen, dann stellt sich für mich eher die Frage, wie eigentlich ruhiger werden sollte?


    Man stelle sich einmal vor, ein Arjien Robben (soll jetzt nur stellvertretend sein für alle Menschen, die nicht dem strikten Normcluster unserer Gesellschaft entsprechen) wäre heutzutage in der F-Jugend! Wäre der wohl später mal ein Nationalspieler geworden?


    Ich habe in meiner schon recht langen Trainerkarriere bereits eine Reihe von Talenten erlebt, deren Aufmerksamkeit nicht so funktionierte, wie man es zunächst erwartet hätte. Man kann mit entsprechender Besonnenheit auf die andersgearteten Erwartungen innerhalb der Gruppe eingehen. Gerade diese jungen Menschen machen dann besonders häufig sehr große Fortschritte, wenn man sie so sein läßt, wie sie sein wollen. Auch sind es weniger die Spielkameraden, die Probleme damit haben. Es sind vielmehr wir Erwachsene, die mit den engen Maßstäben, wonach ein junger Mensch funktionieren soll, dieses Versagen herauf beschwören.


    Versucht nicht jede Gebärde oder jeden Einwand als eine persönliche Beleidigung an euch zu interpretieren! Versucht es so in die Gruppe zu nehmen, wie es ist und ihr werdet euch wundern!

  • Versucht nicht jede Gebärde oder jeden Einwand als eine persönliche Beleidigung an euch zu interpretieren! Versucht es so in die Gruppe zu nehmen, wie es ist und ihr werdet euch wundern!


    DAS ist ein sehr kluger Satz den man sich in Spiegelschrift auf die eigene Stirn takkern sollte und zwar ohne Betäubung :thumbup:

  • ADHS wurde vom amerikanischer Psychiater Leon Eisenberg ERFUNDEN. Dazu hier mal ein Beispielsbericht, wie es mittlerweile viele Berichte gibt (http://pravdatvcom.wordpress.c…t-adhs-gibt-es-gar-nicht/), da Hr. Eisenberg kurz vor dem Tod einem Journalisten die erfundene Krankheit gestand. Heutzutage wird jedes Kind, wie auch schon mein Vorredner TW-Traienr, angeschnitten hat, in ein DIN-Schema einsotiert. Ich nenn es mit Absicht Deutsche Industrie Norm, denn Kinder die nicht perfekt funktionieren, werden schon als verhaltensauffällig eingestuft. Ich finde das ein ganz schlimmes Spiegelbild unserer Gesellschaft. Zum einen dürfen die Kinder nicht mehs so toben wie früher (z.B miteinander Rangeln, auf Bäume klettern usw.) und die dadurch nicht rausgelassene Energie führt dann zu Zappelphillips, die dann einfach mit Tableten wieder ruhig gestellt werden. Und schon ist man in der Abhängigkeit von diesen Tabletten. Und das unter dem Hintergrund, dass ADHS erfunden wurde, um die Pharmaindustrie reich zu machen, Wenn wir jetzt im Sport (Breitensport) auch noch absolut hohe Ansprüche an die Kinder stellen, sind wir keinen Deut besser. "Wenn das Kind lieber grad Gänseblümchen pflückt, dann lasst es doch". Kinder in diesem Alter müssen noch nicht perfekt funktionieren und wenn man den Ausbildungsleitsatz im Kinderfußball hernimmt, ist das heir auch kein Proeblem. Ein Problem wird es erst bei zu erfolgsorientierten Trainern, wo dieses Kind natürlich stört. Werden jedoch die Kinderleitsätze durchgezogen, stört dieses Kind auch nicht mehr.

  • Ich habe mal vor ungefähr 2 Jahren einen Bericht im TV gesehen. Da erklärte jemand, dass die Industrie auf dem Weg ein Medikament für eine Krankheit zu finden manchmal Produkte entwickelt, für das es noch keine Krankheit gibt.


    So soll -ich betone...soll....- auch die sogenannte "Zappelphilippkrankheit"....entstanden sein. Ich habe das nicht überprüft, aber wenn das so ist, ist das Wahnsinn.


    Da gibts dann Leute, die ein Interesse finanzieller Art haben, hier Leute...in diesem Fall Kinder...erkranken zu lassen, damit sie verdienen.


    Das heisst nun nicht, dass es nicht wirklich Kinder gibt, die hier Adressaten sind!


    Ich persönlich habe zwei solcher Kinder im Laufe der Jahre in der Mannschaft gehabt. Ich wußte ungefähr wann sie unter Tabletteneinfluß standen und wann nicht...wann die Wirkung zeitlich nachließ. Die Zeit wo sie nicht unter der Wirkung standen....war für mich und mein Gefühl keine Zeit wo ich gesagt hätte, dass sie besonders anstrengend gewesen wären. Das ist natürlich nur ein Auszug von cirka 2 Stunden ...halt in der Fußballzeit. Für diese Zeit kann ich das so aber wohl sagen. Genauso gab es mal eine Sache, wo ich den Betreuer eines Kindes angesprochen habe und ihn bat, das Medikament wegzulassen, weil wir uns alle den alten M. ohne Medikamente zurück wünschten. Der lief rum wie eine Schlaftablette und es kam kaum noch ein Wort über seine Lippen.


    In einem anderen Fall erklärte mir ein Kollege glaubhaft, dass sein Sohn ohne das Medikament nicht in der Lage war, sich auf irgendeine Schularbeit zu konzentrieren und das der Sohn das für sich auch so registrierte und darunter litt. Mit Medikament klappte das sehr gut....er geht heute zur Realschule und kommt dort sehr gut mit.


    Man sollte entsprechend registrieren, dass es solche und solche Fälle tatsächlich gibt.

  • Andre, genauso ist es! Manch Kinder haben viel überschüssige Triebenergie, wollen "toben" und Quatsch machen, da sie oft ihr Drumherum nicht so recht verstehen, da zB familiäre Probleme; andere verarbeiten ebendies langsamer, tiefer, sensibler, wirken so geistesabwesend: pflücken wie berüchtigt Gänseblümchen mitten im Spiel. Dies passt Erwachsenen natürlich nicht in den Plan/Kram, also muss dies Kind doch krank sein, vergiftet doch zB die schön ausgedachte Leistungsdrill-Atmosphäre der Schule, auch im Training. Die Industrie liefert dann Mittel dagegen: hier Tranquillizer, dort Aufwecker, damit diese Kinder nicht mehr im Stromlinienförmigen auffallen: Ende gut, alles gut. Nur nicht für die Kinder, die werden nämlich meist abhängig von den Mittelchen, "funktionieren" dann ohne noch schlechter, zB: morgens wird die Pille eingeworfen, "für" die Schule; nachmittags dann wirkt sie kaum noch u. der Bewegungs- oder Reflektierdrang schlägt doppelt durch. Ich hatte mal eine Zweite der Aussortierten aus 3 Jahrgängen mit 3 ADHS-Kindern plus nem "auditiv Gestörten", denen ich allein gegenüber stand. Ich ließ meist viel spielen, übersah bewusst so dies und das. Und dann kamen die Eltern u. jene Kollegen (die - ihr Team zu zweit betreuend - sie aussortiert hatten) an, schließlich auch die Vereinsführung: so geht das nicht, wie sieht das denn aus. Hilfe (zweiter Trainer) gab's aber keine. Tja, es ging, nur eben etwas anders, aber so zerbrach dies Team bald: obwohl alle 6- bis 8-jährigen durchaus glücklich u. zufrieden waren! Damals entstand zuerst meine These: KiFu ist in der Regel real zuerst Erwachsenen-Fußball... :(

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Im Gegensatz zu dafür spezielle ausgebildeten Pädagogen fehlt dem gemeinen Fussballtraining sowohl die Erfahrung wie auch das Wissen für den richtigen und integrativen Umgang mit ADHS Kindern. Im Gegensatz zur Schule hat ein Verein auch nicht die Pflicht ADHS genausowenig wie andersweitig Handicapierte (Blind, Rollstuhl, etc.) zu integrieren. Tut man es trotzdem ist das natürlich aus Sicht des.............

    Guten Morgen,
    Welche Schule integriert schon solche, Ironie an: wir haben ja für alle Fälle eine - Sonderschule- Ironie aus. Wenn wir in dem Ebenbild unserer Gesellschaft (also in unserem Dorf-Verein) -"andersartige"- Kinder nicht integrieren (das Wort mag ich mittlerweile nicht, da es super hochnäßig ist), integriert die "normale" Schule auch fast keine Kinder mehr. Sie werden dann "aussortiert" und haben einen anderen Schulweg.
    Anstatt sich zu informieren über ADHS und ähnliches, kann man natürlich sagen, ich muss mich damit nicht beschäftigen, weil der Verein keine integrative Aufgabe hat.
    Gruß,
    Uzunbacak

  • ADHS wurde vom amerikanischer Psychiater Leon Eisenberg ERFUNDEN.

    Servus,
    ich glaube, du wirst bald Leute hier kennenlernen, die selber ADHS haben. Ich kenne schon welche...
    Gruß,
    Uzunbacak

  • Sie werden dann "aussortiert" und haben einen anderen Schulweg.
    Anstatt sich zu informieren über ADHS und ähnliches, kann man natürlich sagen, ich muss mich damit nicht beschäftigen, weil der Verein keine integrative Aufgabe hat.


    Damit wären wir dann im Thema "Inklusion" angekommen. Es ist nun aktuell und jüngst so gesetzlich aktiv und angekommen, dass Eltern behinderter Kinder ihre Kinder auf jeder "normalen" Schule anmelden.


    Ich bin auf kommunaler Ebener stellvertretend über eine UWG in einem Schulausschuss tätig. Was im Grunde eine tolle Sache mit solidem Grundgedanken ist, wird für ALLE Beteiligten eine riesen Herausforderung! Ich bin gespannt wie sich das entwickelt...vermute...nein...erwarte...eine bestimmten Fällen eine Kathastrophe.

  • Damit wären wir dann im Thema "Inklusion" angekommen. Es ist nun aktuell und jüngst so gesetzlich aktiv und angekommen, dass Eltern behinderter Kinder ihre Kinder auf jeder "normalen" Schule anmelden.


    Ich bin auf kommunaler Ebener stellvertretend über eine UWG in einem Schulausschuss tätig. Was im Grunde eine tolle Sache mit solidem Grundgedanken ist, wird für ALLE Beteiligten eine riesen Herausforderung! Ich bin gespannt wie sich das entwickelt...vermute...nein...erwarte...eine bestimmten Fällen eine Kathastrophe.


    Immer müssen wir hier daran denken:
    die größten Ressourcen unserer Gesellschaft sind die Menschen. Wir haben kein Öl, Diamanten, Gold, etc.
    Gruß,
    Uzunbacak

  • Heutzutage hat jedes Kind, was nicht so funktioniert, wie man es als Erwachsener für angenehm erwartet, irgendeine Krankheit. Bringt man es zum "Gedanken-Doktor", bekommt man einen vollen Block mit allerlei Phychopharmaka, mit dem man es so ruhig stellen. Die Tabletten wirken wie ein Lautstärkeregler an der Musikanlage! Es sie zu laut oder das gespielte Lied grässlich, dreht man einfach den Ton leiser. Ist ein Kind laut oder verhält sich nicht wie gewünscht, soll es ein paar Tabletten bekommen, damit es einfach so ist wie die Anderen.

    Dem ist absolut nichts mehr hinzuzufügen! Krank sind wir Erwachsenen und nicht die Kinder!


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Andre, genauso ist es! Manch Kinder haben viel überschüssige Triebenergie, wollen "toben" und Quatsch machen, da sie oft ihr Drumherum nicht so recht verstehen, da zB familiäre Probleme; andere verarbeiten ebendies langsamer, tiefer, sensibler, wirken so geistesabwesend: pflücken wie berüchtigt Gänseblümchen mitten im Spiel. Dies passt Erwachsenen natürlich nicht in den Plan/Kram, also muss dies Kind doch krank sein, vergiftet doch zB die schön ausgedachte Leistungsdrill-Atmosphäre der Schule, auch im Training. Die Industrie liefert dann Mittel dagegen: hier Tranquillizer, dort Aufwecker, damit diese Kinder nicht mehr im Stromlinienförmigen auffallen: Ende gut, alles gut. Nur nicht für die Kinder, die werden nämlich meist abhängig von den Mittelchen, "funktionieren" dann ohne noch schlechter, zB: morgens wird die Pille eingeworfen, "für" die Schule; nachmittags dann wirkt sie kaum noch u. der Bewegungs- oder Reflektierdrang schlägt doppelt durch. Ich hatte mal eine Zweite der Aussortierten aus 3 Jahrgängen mit 3 ADHS-Kindern plus nem "auditiv Gestörten", denen ich allein gegenüber stand. Ich ließ meist viel spielen, übersah bewusst so dies und das. Und dann kamen die Eltern u. jene Kollegen (die - ihr Team zu zweit betreuend - sie aussortiert hatten) an, schließlich auch die Vereinsführung: so geht das nicht, wie sieht das denn aus. Hilfe (zweiter Trainer) gab's aber keine. Tja, es ging, nur eben etwas anders, aber so zerbrach dies Team bald: obwohl alle 6- bis 8-jährigen durchaus glücklich u. zufrieden waren! Damals entstand zuerst meine These: KiFu ist in der Regel real zuerst Erwachsenen-Fußball... :(

    Hi, (zusätzlich zu deinem Beitrag)


    AD(H)S ist nicht 1:1 als Zappelphilipsyndrom zu verstehen. Manche können nicht zuhören, da sie einfach -anderweitig- beschäftigt sind, aber manche können nicht zuhören, da sie tagträumen. Durschaus ist es möglich, dass eine/r (meistens eine sie) eher an was anders denkt, und gar nicht zappelt aber trotzdem nicht zuhört und sich für igendetwas interessiert. Manche können sich nicht fokussieren, da es gerade sehr -uninteressant- oder -langweilig- ist. Ich kenne welche Kinder (10 % der Gesellschaft soll daran "leiden"), die hervorragende Spieler -geworden- sind. Da sollte man den Draht, Anschluss, SChlüssel finden, dann ist es super, wenn man sie dann "erreicht" hat. Geduld haben. Hyperfokussierte ADHS Kinder sind sehr gute Leistungssportler.
    Gruß,
    Uzunbacak

  • Man sollte entsprechend registrieren, dass es solche und solche Fälle tatsächlich gibt.

    denke dieser Satz trifft es gut.
    Ordnen wir doch nicht immer alles gleich in die "weiße" oder "schwarze" Schublade ein. Die Natur tut das auch nicht.


    Es gibt sicher die Fälle (wahrscheinlich die meisten) wie sie von TW-Trainer beschrieben werden. Bei denen es oft besser ist erst mal dreimal tief durchzuatmen bevor man reagiert, weil dann das Problem meist schon wieder vorbei ist.

    Zitat

    Hier fängt die erfolgreiche Zurücksetzung der Kinder an, hier beginnt
    der ?ungleiche Krieg zwischen Erwachsenen und den störenden,
    unwissenden, ohnmächtigen, regellosen, zeitlosen, maßstablosen kleinen
    Menschen." (Hartmut von Hentig aus der Ansprache anlässlich der
    Verleihung des Friedenspreises für Janusz Korczak 1972)


    Auf der anderen Seite gibt´s die Fälle, die "FB" meint. Wo man als Trainer in 1 1/2 Stunden einfach keine Change hat.
    So zu tun als wäre das Vereinstraining eine ewig duldsame Spielwiese auf der sich jeder ausleben könne wie ihm gerade sei, ist doch bei allem Glauben an den KIFU nicht gänzlich ehrlich.
    Wichtig ist es sich klarzumachen, daß nicht in jeder Verfehlung gleich böser Wille steckt. Klar machen muß man sich aber auch, daß auch ein Fußballtrainer natürliche Grenzen hat.


    Man darf auch nicht so tun,als ob die Therapie betreffender Kinder immer leichtfertig und nur mit Medikamenten erfolgt. Meist sind es mehrgleisige Ansätze ( Psychotherapie, Elterntraining, Ergotherapie, Medikamente,......individuell).


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • ADS-Kind vergiftet Mannschaftsathmosphäre
    Hi,


    Eine harte Wortwahl allerdings..
    Gruß,
    Uzunbacak

  • Ich bezweilfle nicht, dass es durchaus AHDS-Kinder gibt, das meinte ich mit meinem Statement nicht. Im Bekanntekreis ist auch ein Kind. Wenn ich aber nur eine Generation zurückdenke, an meinen Vater, dann war es damals normal, dass die Kinder wild waren, herumgetobt sind und es war auch normal, dass sie miteinander gerauft haben. Das Kind das ich kenne, wäre damals ein ganz normales Kind gewesen und gar nicht weiter aufgefallen, vielleicht sogar noch ein kleiner "Anführer", da ein großer Tober. Heute wird gleich eine Krankheit diagnostiziert, weil der Junge im Bus auf dem Weg zur Schule nicht stillsitzen kann. Aber ich denke es gibt genügend Kinder, die halt mit sechs noch nicht Stillsitzen können. Aber deswegen sind sie nicht krank. Genauso gibt es den anderen Fall, dienjenigen die ne Zeitlang überlegen und deswegen sehr still wirken, wie Tagträumer, aber sind sie deswegen Tagträumer oder sind die eher Beobachter, die alles erstmal lieber anschauen, bevor sie tätig werden? Ich hab nen Sohn mit zwei Jahren und selbst in seiner Alterklasse und in unserem Umfeld mit dem Nachwuchs, haben wir so viele verschiedenen Charaktäre. Mein Sohn ist ein stiller Typ, der zu den Beobachtern zählt und seine beste Freundin ist genau das Gegenteil, sie probiert alles ohne Nachzudenken und kann weder fünf Minuten mit nem Spielzeug spielen, noch ruhig sitzen. Aber die beiden an sich ergänzen sich super. Und so ist es dann doch erst recht mit Sechsjährigen, die einen ruhig, die anderen wild, die einen schon etwas weiter, die anderen hinterher (die Kinder fangen ja auch nicht alle gleichzeitig mit dem Laufen an, oder mit dem Sprechen). Und ich finde die Gesellschaft tut sich viel zu leicht, alles in bestimmte Vorgaben zu pressen. Ich merke das schon bei den U-Untersuchungen. Ja nicht einen Schritt nach links oder rechts raus. Wir hatten in nem Kurs ein Kind, das konnte sich wunderbar drehen musste aber Krankengymnastik machen (mit sechs Monaten) und warum: Weil es einfach an dem Tag, als es bei der U war nicht ausschlafen konnte, müde war und sich deshalb nicht so fit verhalten hat. Und schon war das Kind in ne Kategorie eingeteilt. Uns so zieht sich das durch alle Alterstufen. Und das Schlimme an dem Tabelettenkonsum ist ja, dass man dann wirklich abhängig wird. Einmal damit angefangen, gibt es ein Leben lang kein Zurück mehr. Die Kinder können dann ohne diese Tabletten keinen normalen Alltag mehr führen. Natürlich gibt es auch kranke Kinder, aber es ist schon verwunderlich, wenn der Entdecker der Krankheit am Sterbebett gesteht, dass er die Krankheit erfunden hat und es um den Absatz der Pharmaindustrie ging (das stand dazu letztens sogar ein riesen Bericht in irgendeiner Medizin-/Apothekenzeitschrift).


    Nach klar ist es schwer für einen Fußballtrainer damit umzugehen, vor allem, wenn man das Ganze noch ehrenamtlich macht. Udn das man da an seine Grenzen stößt ist auch logisch. Zmal diese Kinder ja auch schon längst unter Medikamenteneinfluss stehen. Und ich kann auch keinen Tip geben, wie man damit umgehen soll, weil ich noch nie so einen Fall in der Mansnchaft hatte. Aber ich schätze, das ist ein Thema, auf das wir in Zukunft öfter stoßen werden und wir uns Gedanken machen sollten. ich wollte nur einmal anregen, dass diese Kinder oft nur verhaltensauffällig sind in unseren beschränkt denkenden Gesellschaft, wo es nur noch geradlinige Kinder geben soll. Vor einer Generation wären viele Kinder ganz normale Kinder gewesen. Und gerade bei den Jungs wird dies Krankheit ja auffällig oft diagnostiziert im Gegensatz zu den Mädels, weil Jungs von Haus aus eben ein wenig wilder sind. Auch dies kam in dem Bericht, den ich gelesen habe, sehr schön raus. Ich wünschte ich hätte ih noch. Vielleicht finde ich ihn nochmal.