B- Jugend, Alkohol nach Training und Spiel

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

  • Also irgendwie verstehe ich dich nicht.


    Erstens habe ich nirgendwo auch nur mit einem Wort von einem Saufgelage gesprochen (das für mich auch das Trinken von 1 oder 2 Bier nicht ist), sondern davon, dass ich oftmals ein Scheinargument höre von wegen "Das schmeckt mir." und auf die Entgegnung "Das Alkoholfreie ist das gleiche Bier in grün, nur abzüglich des Alkohols." dann nichts mehr kommt. Da bleibt mir dann nur die Schlussfolgerung, dass es nicht um den Geschmack geht, sondern um den Alkohol, ergo um die Wirkung desselbigen (die nun mal eine betäubende ist).


    Zweitens sehe ich mich auch nicht als Hardcore-Verfechter. Ich habe mehrfach betont, dass das jeder handhaben kann, wie er möchte. Ich schreibe auch niemandem (außer meinen Spielern) vor, was er macht und für selbst für mein Team bezogen sich die Aussagen lediglich auf den Sportplatz und das nähere Umfeld vor/nach dem Training oder Spiel. Was daran nun hardcore sein soll, erschließt sich mir nicht.


    Überall können sie saufen nur beim Fussball nicht. Das is doch weltfremd.


    Erstens können sie nicht überall saufen. Zweitens ist es nur dann weltfremd, wenn man einfach hinnimmt, dass die Welt so ist. Genauso hätte man hinnehmen müssen, dass die Welt eben so ist, dass man im Flugzeug, in der Kneipe, beim Metzger an der Theke rauchen darf. Irgendwann kam jemand auf die schlaue Idee, dass das vielleicht für die anderen Menschen, für Kinder, Ältere, Kranke nicht so gesund ist. (Dieses Argument bitte nun nicht missbrauchen und damit abtun, dass der Rauch nach außen geht, während das Bier nach innen geht; es geht mir nur darum, dass man bestehende Verhältnisse eben auch ändern kann, wenn man sie für falsch hält - hätte auch von Temporeduzierung auf Autobahnen, Verbot von Asbest zum Dämmen oder sonstwas anfangen können.)


    Ist das ein Riesenaufwand für mich, dafür Sorge zu tragen, dass meine Jungs auf und um den Sportplatz nicht rauchen oder saufen? Nö. Ich muss dazu weder alle bespitzeln noch muss ich ständig auf der Hut sein. Es gibt ne klare Ansage und daran halten sie sich auch. Zumal das Vereinsgelände wohl auch nicht so gigantisch ist, dass man da den ganzen Tag mit beschäftigt wäre. Es geht hier auch nichts ums bloße Verbieten nur des Verbietens wegen. Ich sage zwei, drei Sätze dazu, dass ich das im Kontext von sportlichen Veranstaltungen nicht möchte und nicht toleriere, dass ich ihnen ihre Freiheiten zuhause, mit Kumpels oder sonstwo lasse, aber wenn sie mit mir oder mit meinem Team zu tun haben, sich an diese Regel halten wie an viele andere, die einfach dazugehören. Sind alles mehr oder weniger reife Jungs, die haben alle genug Grips, verstehen das, akzeptieren das und gut ist. Dass nicht irgendwann doch einer herkommt und ausprobieren will, provozieren will, Grenzen austestet, ist nicht auszuschließen. Aber das gilt analog auch fürs Hütcheneinsammeln, fürs Duschen, fürs pünktlich zum Spiel Kommen usw.

    "Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner den Ball hat, muss man sich fragen: Warum hat er den Ball? Ja, warum? Und was muss man tun? Ihn sich wieder holen!" (Giovanni Trappatoni)

  • abweichend von der bier-ja/nein streitigkeit würde ich mich als vereins und nachwuchssportverfechter womöglich auch für die BIERBUDE entscheiden! und warum? na weil es mir bei jedem spiel einnahmen beschehrt, die mir nachrangig auch wiederum den nachwuchsfussball (oder fussball im allgemeinen) mitfinanzieren.


    grade kleinere vereine leben zum teil auch von den einnahmen, die aus dem verkauf von bier und anderen dingen erzielt werden.


    gruss


    Ja, dann verkauft doch mehr von den anderen Dingen und weniger Bier. Nur weil das so ist, muss das doch nicht so bleiben bzw. überall so sein.


    Erst vor ein paar Wochen erlebt, C-Junioren spiele daheim Samstag nachmittags um 14 Uhr, strahlender Sonnenschein, ordentlich Gästeeltern da und eine Spielermutti hat bei uns den Verkaufscontainer geöffnet. Es gab Kaffee, Kuchen, Limo, Apfelschorle, Wasser, belegte Brötchen, Schokoriegel, Obst. Alles war da. Nur kein Bier.
    Hat keine zwei Minuten oder nicht mal ne Handvoll Kunden gedauert, bis die erste Frage nach Bier kam. 'Haben wir leider nicht. Wir schenken grundsätzlich keinen Alkohol aus, vor allem, weil Jugendspiele sind.' - 'Habt ihr dann vielleicht Radler?' - 'Nein, wir haben gar keine alkoholischen Getränke. Aber Wasser, Limo, Schorle oder frisch gebrühten Kaffee kann ich anbieten. Und ein Stück selbstgebackenen Apfelkuchen.' - 'Also gut, dann nehm ich eben den.'
    Das ging dann den Nachmittag über so weiter und da der Container in Hörweite stand, bekam ich sicherlich um die zehn Anfragen nach nem Bier mit. Es gab aber keinen Einzigen, der dann gesagt hätte 'Dann trink ich nix.', 'Das kann ja wohl nicht wahr sein.' o.ä.
    Kann natürlich Zufall und nicht repräsentativ sein. Meine bisherigen Erfahrungen sagen mir aber, dass man auch dann Geld verdient, wenn man Alternativen anbietet.


    Mag bei nem Aktiven-Spiel anders gelagert sein und dort tendenziell schwieriger sein, aber auch da kann man doch zumindest zu einem Umdenken bewegen. Und wenn's nur über den finanziellen Umweg ist: Bier kostet 3 Euro, Apfelschorle 2 Euro. Wenn die, die aufs Geld achten, nur ne Schorle nehmen, hat man den gewünschten Effekt. Die, die unbedingt ein Bier brauchen, zahlen mehr und man füllt die Kasse weiterhin ordentlich. Oder bleiben dann alle Zuschauer weg und trinken gar nix mehr?


    Und dann noch kurz, um auf Andre einzugehen: Ich will für meinen Verein auch gar nicht behaupten, dass es dort keinen Alkohol gibt. Den gibt's in rauen Mengen, viele Sorten, viele Hersteller, der ist selten aus. Ich kann und will auch gar nicht erreichen, dass der komplette Verein alkoholfrei wird. Aber ich kann doch zumindest im einen Schritt dafür Sorge tragen, dass mein Team das Thema Alkohol einfach grundsätzlich nicht mit dem Thema Sportverein vermischt und zum anderen in die Wege leiten, dass vielleicht nicht direkt vor den Umkleiden in Anwesenheit von zig Kids und Familien getrunken wird, sondern meinetwegen in einem Hinterzimmer, in der Kabine (wenn's denn die Aktiven sind), im Vereinsheim oder sonstwo.

    "Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner den Ball hat, muss man sich fragen: Warum hat er den Ball? Ja, warum? Und was muss man tun? Ihn sich wieder holen!" (Giovanni Trappatoni)

  • Off Topic


    Der Gesetzgeber gibt nach derzeitigem Stand dem Bürger gewisse Dinge in seine Verantwortung.


    Das gilt zum Beispiel beim begleiteten Fahren...wo der Begleiter nicht nüchtern sein muß, wenn er begleitet


    oder


    das hier im Thread zweimal angeführte "Freie Fahren" auf Bundesdeutschen Autobahnen, wo man gem. Schreiber so schnell fahren kann wie man will.


    Das ist faktisch so richtig an den Stellen wo kein Limit über eine Geschwindigkeitsbeschränkung gilt. Knallt es jedoch und man schädigt andere Leute nach der Wahl von Tempo 200 oder 250....so hängt dir der Richter deine zwei liebsten Stücke rechts und links an die Ohren. Es gibt nämlich die sogenannte Richtgeschwindigkeit von 130 km/h und die gilt überall. Zudem heisst es in der StV0, ...das jeder Verkehrsteilnehmer nur so schnell fahren darf, das er sein Fahrzeug jederzeit gefahrlos zum Stehen bringen können muß. Schafft er das nicht, gibts möglicherweise wieder die neuen Ohringe 8) . Diese Regelung gilt innerhalb von Geschwindigkeitsreduzierten Zonen...als auch ausserhalb. Wenn da 100 steht, darfst du bei Regen, Schneefall, Nebel, Glatteis, Personen am Fahrbahnrand, starkem Wind und und und.....die nicht ausnutzen, da ist eine 80ig oder 90ig die richtige Geschwindigkeit. Passiert dir bei ungünstigen Gegebenheiten entsprechendes...hält man es dir vor, obwohl du faktisch nicht zu schnell warst. Man benennt das dann, das die relative Geschwindigkeit....die zu hoch war. Das mal so am Rand erwähnt. Da könnten theoretisch 10 km/h bei Glatteis auf einer Strecke wo sonst 100 erlaubt sind....zu hoch sein und man fuhr faktisch zu schnell!


    Es liegt -vom Gesetzgeber so gewünscht und gewollt- in der Verantwortung der Verantwortlichen. Das klappt beim begleiteten Fahren hervorragend....hinsichtlich der Geschwindigkeit in den anderen Fällen abseits dessen...oftmals nicht!

  • was reitest du immer auf der gesetzgebung rum? das verstehe ich nicht.
    in anderen dingen schwimmst du doch auch gerne gegen den strom? meiner meinung sogar bevorzugt.
    warum holst du hier immer die sog."eigenverantwortung" und die "vorschriften" raus?
    das will absolut nicht in meine kopp, weil ich dich so lange schon kenne.

  • Andre


    Einen Bulli wird doch jeder PKW-Führerschein-Inhaber fahren dürfen oder?


    DSV
    Wie würdest du denn den Eltern dieser B-Jugend-Mannschaft das Ding verkaufen wollen, nachdem der Vorstand herum posaunt hatte, dass sämtliche 1. Jugendteams im Leistungsbereich spielen sollten?
    Wolltest du ihnen sagen, dass man sich zwar gemeinsam über den Aufstieg in den Leistungsfussball freut, jedoch die Spritkosten und Zeit für die teilweise über mehrere Stunden dauernde Hin- und Rückfahrten allein die Eltern zu tragen haben? Sollen die Trainer auch noch das Geld für die weiten Fahrten zusätzlich mit in den Verein bringen oder reicht es nicht, dass sie ihre Freizeit dem Verein schenken? Wäre ich dort Trainer gewesen, ich hätte denen was gehustet!


    Nun kommen wir zum Thema Vereinseinnahmen und Ausgaben! Wie du vielleicht weißt, wird ca. 80 % des Vereinsetats mittlerweile selbst bei einfachen Dorfvereinen für Söldner in der 1. Herrenmannschaft ausgegeben. Beim Geldverbrennen helfen auch Auflaufprämien, Sieg-, Meisterschafts-, Pokalprämien und und und ...für das Aushängeschild des Vereins!


    Eine Bierbude nur zu errichten, um sich zur Winterpause noch ein paar mehr Söldner für die Kreisliga zu holen, das halte ich für eine nicht so gute Idee. Da sollte man das Geld lieber in die eigenen Jugend investieren, um dadurch genügend Nachwuchs für den Seniorenbereich zu haben.


    Außerdem reicht das Geld bald nicht mehr, wenn die Sponsoren und vor allen Dingen die Zuschauer diesen Unsinn nicht mehr mitfinanzieren wollen.

  • Ja, dann verkauft doch mehr von den anderen Dingen und weniger Bier. Nur weil das so ist, muss das doch nicht so bleiben bzw. überall so sein.


    Erst vor ein paar Wochen erlebt, C-Junioren spiele daheim Samstag nachmittags um 14 Uhr, strahlender Sonnenschein, ordentlich Gästeeltern da und eine Spielermutti hat bei uns den Verkaufscontainer geöffnet. Es gab Kaffee, Kuchen, Limo, Apfelschorle, Wasser, belegte Brötchen, Schokoriegel, Obst. Alles war da. Nur kein Bier.
    Hat keine zwei Minuten oder nicht mal ne Handvoll Kunden gedauert, bis die erste Frage nach Bier kam. 'Haben wir leider nicht. Wir schenken grundsätzlich keinen Alkohol aus, vor allem, weil Jugendspiele sind.' - 'Habt ihr dann vielleicht Radler?' - 'Nein, wir haben gar keine alkoholischen Getränke. Aber Wasser, Limo, Schorle oder frisch gebrühten Kaffee kann ich anbieten. Und ein Stück selbstgebackenen Apfelkuchen.' - 'Also gut, dann nehm ich eben den.'
    Das ging dann den Nachmittag über so weiter und da der Container in Hörweite stand, bekam ich sicherlich um die zehn Anfragen nach nem Bier mit. Es gab aber keinen Einzigen, der dann gesagt hätte 'Dann trink ich nix.', 'Das kann ja wohl nicht wahr sein.' o.ä.
    Kann natürlich Zufall und nicht repräsentativ sein. Meine bisherigen Erfahrungen sagen mir aber, dass man auch dann Geld verdient, wenn man Alternativen anbietet.


    Mag bei nem Aktiven-Spiel anders gelagert sein und dort tendenziell schwieriger sein, aber auch da kann man doch zumindest zu einem Umdenken bewegen. Und wenn's nur über den finanziellen Umweg ist: Bier kostet 3 Euro, Apfelschorle 2 Euro. Wenn die, die aufs Geld achten, nur ne Schorle nehmen, hat man den gewünschten Effekt. Die, die unbedingt ein Bier brauchen, zahlen mehr und man füllt die Kasse weiterhin ordentlich. Oder bleiben dann alle Zuschauer weg und trinken gar nix mehr?

    ich finde es klasse, wenn das bei euch so funktioniert und ihr euch das auch so in der art und weise leisten könnt.
    bei uns macht der verkauf, und der besteht zu 80-90% aus alkoholischen getränken, weit mehr als ein drittel unserer einnahmen für den verein aus (und nein, nicht weil bei uns soviel 'gesoffen' wird, sondern weil wir auch nur einen sehr kleinen haushalt haben, in dem auch jeder euro zählt). kurzum, fällt der bierverkauf weg, gehen wir schlichtweg pleite (oder müssen wohl die nachwuchsmannschaften abmelden :((( )............


    auf den einwand, wir könnten es ja mit kaffee und kuchen und cola kompensieren, kann ich erwidern, dass dieses nicht klappt. die gästeeltern, die ja eh meist mit dem auto da sind und von daher eh die tasse kaffe und den becher cola wählen, die reissen das nicht raus --- sie sind auch bei uns nie so zahlreich vorhanden, das das wirklich ins gewicht fällt.
    es sind vielmehr, die leute aus dem dorf und der umgebung, die sich auf's rad setzen, oder die dorfstrasse zum sportplatz laufen, weil sie hören das da was los und dann beim fussballschauen (was sicher manchmal auch nur nebensache ist, grade wenn der nachwuchs spielt) in aller ruhe eine (oder drei ;) ) "flasche bier und nen kurzen" trinken..............


    die sportplätze fungieren inzwischen vielleicht auch ein wenig als kneipenersatz, welche sich leider weitgehend auch schon aus dem dörflichen leben verabschiedet haben.


    es gibt gewiss die "moralisch wünschenswerte lösung" und es gibt auch eine realität, die teilweise einfach anders aussieht.



    gruss

  • Wolltest du ihnen sagen, dass man sich zwar gemeinsam über den Aufstieg in den Leistungsfussball freut, jedoch die Spritkosten und Zeit für die teilweise über mehrere Stunden dauernde Hin- und Rückfahrten allein die Eltern zu tragen haben? Sollen die Trainer auch noch das Geld für die weiten Fahrten zusätzlich mit in den Verein bringen oder reicht es nicht, dass sie ihre Freizeit dem Verein schenken? Wäre ich dort Trainer gewesen, ich hätte denen was gehustet!


    ja, genauso lief/läuft das bei uns.


    Nun kommen wir zum Thema Vereinseinnahmen und Ausgaben! Wie du vielleicht weißt, wird ca. 80 % des Vereinsetats mittlerweile selbst bei einfachen Dorfvereinen für Söldner in der 1. Herrenmannschaft ausgegeben. Beim Geldverbrennen helfen auch Auflaufprämien, Sieg-, Meisterschafts-, Pokalprämien und und und ...für das Aushängeschild des Vereins!


    und nein, so läuft es bei uns nicht. bei uns gibt's weder söldner, noch prämien (kenne ich in der form auch bei nachbarvereinen nicht---mit ausnahme der landesligatruppen, wo wohl auch mal was gezahlt wurde/wird, aber selbst dort führte das zur erheblichen finanziellen schieflage), da sich das hier einfach keiner leisten kann. ich kenne in unserem fussballkreis, keine truppe, wo es finanzielle zuwendungen für die spieler gibt, mal abgesehen davon, das vielleicht die studenten mal 'ne tankfüllung bezahlt bekommen, wenn sie extra ihre 200-300km zum punktspiel angedüst kommen.



    wie man sieht, gibt es wohl auch hier erhebliche unterschiede in der regionalen (finanz)kultur.



    gruss

  • Dass es mit Sicherheit regionale Unterschiede gibt und natürlich auch die Begebenheiten bei jedem Verein anders sind, ist sicher unbestritten. Ich will dir, DSV, auch gar nicht reinreden, denn ich kenne natürlich zum größten Teil nur die örtlichen Umstände.


    Dennoch ist das natürlich eine Rechnung, die für mich so keine "weltbewegenden" Beträge hergibt. (Aktivenspiele einmal ausgenommen) dürften sich an Spieltagen von "0-8-15-"-Jugendmannschaften, derer es pro Saison vielleicht 20 gibt, womöglich zwischen 10 und 20 Zuschauer einfinden, die auf ihr Bierchen nicht verzichten können. Jeder trinkt durchschnittlich zwei Bierchen à 2 Euro, so dass sich bei insgesamt 600 verkauften Flaschen Bier und einem Umsatz von 1200 Euro ein Gewinn von, sagen wir, 800 Euro erzielen lässt. Das entspricht also gerade einmal den Mitgliedsbeiträgen einer Jugendmannschaft.
    Wenn ich das zu entscheiden hätte, wäre meine Entscheidung klar: Lieber verkaufe ich ein paar Würste mehr, habe ab und an ein paar Eis am Stiel zur Hand, mit denen ich auch den einen oder anderen Euro verdienen kann, verkaufe Süßkram, wo man mit einem Einsatz von 15-20 Cent einen Gewinn von 80-85 Cent erwirtschaften kann und habe insgesamt einfach ein "kinder- und familienfreundlicheres" Auftreten.


    Aber vielleicht kommt bei uns einfach noch dazu, dass es tatsächlich eine Vereinswirtschaft gibt, wo man sich auch entweder rein (wenn's kalt ist) oder raus in den Garten (wenn's warm ist) setzen kann, und dort ja niemand was gegen Bier oder Radler oder Wein trinkende Besucher hat.


    Das mit dem Kneipen-Ersatz sehe ich übrigens ähnlich, nehme ich auch so war und finde ich irgendwie auch schade. Waren doch (jedenfalls Dorf-, aber auch allgemein Eck-)Kneipen Orte, wo man tatsächlich das gesellschaftliche Leben in all seinen Facetten erleben konnte.

    "Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner den Ball hat, muss man sich fragen: Warum hat er den Ball? Ja, warum? Und was muss man tun? Ihn sich wieder holen!" (Giovanni Trappatoni)

  • Wenn ich das zu entscheiden hätte, wäre meine Entscheidung klar: Lieber verkaufe ich ein paar Würste mehr, habe ab und an ein paar Eis am Stiel zur Hand, mit denen ich auch den einen oder anderen Euro verdienen kann, verkaufe Süßkram, wo man mit einem Einsatz von 15-20 Cent einen Gewinn von 80-85 Cent erwirtschaften kann und habe insgesamt einfach ein "kinder- und familienfreundlicheres" Auftreten.

    ich denke das muss sich nicht ausschliessen, denn das kinder- und familienfreundliche setzt sich ja auch aus der atmosphäre zusammen, die auf dem sportplatz herrscht und die ist trotz allem nicht schlecht, da es ja nicht zwangsläufig dahinführen muss, das alle 'lallend' am spielfeldrand stehen ;)


    .......................sagen wir, 800 Euro erzielen lässt. Das entspricht also gerade einmal den Mitgliedsbeiträgen einer Jugendmannschaft.

    ich habe es grade mal überschlagen, die summe entspricht knapp den beiträgen aller jugendlicher die bei uns spielen.
    worauf man verzichten kann und was einem zum überleben hilft, ist also immer eine frage der perspektive..............und wie schon erwähnt, jeder euro zählt und hilft.


    wenn ihr ein vereinsheim habt, ist das 'trinken' zwar sehr viel 'kultivierter', und auch irgendwie aus dem unmittelbaren bezug zum direkten fussballspiel herausgelöst, aber trotzallem helfen die einkünfte aus dem alkoholverkauf im vereinsheim auch eurem nachwuchs...............und ja, so ein vereinsheim fände ich bei uns auch toll :)




    vielleicht kann ja die dfl, und/oder der dfb aus den krombacherwerbeeinnahmen eine ordentliche ausschüttung an die basis tätigen und dann verbannen wir den alkohol von unseren sportplätzen und bieten nur noch alkoholfreies an ;) :thumbup: :whistling:

  • TW-Trainer....mein alter Verein...Bezirksliga Herren, Damen Regionalliga...C- Bezirksliga....fahren so gut wie nie mit dem Bus (ich kann mich nicht erinnern), haben keinen eigenen Mannschaftsbulli, fahren selber. Niemand bekommt Kohle ausser eine Spielerin, die 50 Km anreise hat...die bekommt einen Spritzuschuss. Sonst wohl niemand. Die Trainer bekommen ein kleines Gehalt...soweit ich das weiss.


    Mein neuer Verein in dem ich bis August tätig war....B Jugend Landesliga, D-Jugend Bezirksliga...Ziele der B Jugend wo einer meiner Söhne letzte Saison spielt bis zu 130 Km entfernt....wir sind brav selber gefahren und niemand hat daran gedacht, auch nur einen Cent zu ordern. Der Trainer bekam einen kleinen dreistelligen Betrag, sein Sohn spielte allerdings auch in dem Team.
    Es gab eine Fahrerliste.


    Ohne diese Events im Jahr...wo reichlich Alkohol in den ABENDSTUNDEN ausgeschenkt wird...gäbe es die nicht. Es gäbe keine Betreuerpauschalen, einfach nichts.


    Umso wichtiger ist es hier, nicht die Augen zu verschließen, sondern mit den Gegebenheiten zu leben und damit verantwortlich umzugehen. Ich lasse eine Kind bis zu einem gewissen Alter/einer gewissen Entwicklung nicht allein über die Strasse, ich lasse es nicht zu früh allein mit dem Fahrrad fahren, ...irgendwann schon. Erst bin ich dabei, später nicht mehr...so sehe ich es auch mit dem Fußball und dem Alkohol...als Elternteil und als Trainer. Das sehe ich so ab der A, Gesetz hin oder her.


    Es ist nicht mehr wegzudenken, es gibt kein Zurück...es geht nur um selbstverantwortlichen Umgang mit den alltäglichen Gefahren. Das Zeichen hier eine alkoholfreie Zone zu bilden, ist nicht zeitgemäß.


    Wie siehts aus, hat in der Zwischenzeit mal einer derer die da glauben bei sich im Verein wäre es eine alkoholfreie Zone mal im Getränkelager nachgeschaut....heute schonmal in die Mülleimer geluckt? Und?


    Und wieviele Alkoholleichen oder torkelnde Leute sind heute, gestern oder letzten Monat aus dem Vereinsgelände auf den Brustwarzen gekrochen? Keiner oder Null?


    Scheint ja gut zu klappen! Das sag ich ja.


    Wir/Ihr/Ich werden die Welt hier nicht mehr verbessern. Der Zug ist abgefahren und ihr könnt ihn weder zurückholen, noch seht ihr im Ansatz die Heckleuchten noch. Der ist weg. Sehts ein und geht damit um, verantwortlich und zeitgemäß. Nutzt Eure Erfahrungen...sie dienen Euch....(jonglieren ist angesagt...). Schönen Abend noch.

  • Hallo Vagabund,


    grundsätzlich halte ich von Geldstrafen im Jugendbereich nicht viel. Die Gründe liegen auf der Hand. Da die Jungs in dem Alter noch kein Geld verdienen, sind es die Eltern die für die Strafen aufkommen müssen. Ob die Jungs ihren Eltern dann sagen, weswegen sie die Strafe zahlen müssen, halte ich für unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist, dass sie irgendetwas sagen (damit wird das "Lügen" gefördert) und das Geld, das sie dann erhalten, wird für Döner etc. ausgegeben.


    Viel besser finde ich disziplinarische sportliche Lösungen. Beispielsweise koordinative Übungen, Kraftübungen oder Sachdienste (Tore, Bälle, Material, Leibchen waschen).


    Meiner Meinung nach, hat Alkohol im Jugendbereich ohnehin nichts zu suchen und sollte auch durch die Trainer nicht gefördert werden. Man suggeriert den Jugendlichen damit, dass der Alkohol zum "Alltag" im Fussball und somit zum "Leben" dazugehört.


    Ich selber trainiere eine U17 in der Niedersachsenliga und Alkohol, sowie andere Drogen, sind grundsätzlich tabu. Ich habe es aber nicht explizit angesprochen, einfach weil ich das für selbstverständlich halte. Disziplinarische Probleme im Trainingsbetrieb (Bälle fehlen, Material wird nicht eingesammelt, Bälle werden in den Pausen auf das Tor geschossen etc.) löse ich durch Kraftübungen für das gesamte Team (Liegestütze, Sprints, Sit-Ups etc.) nach dem Training oder Sachdienste. So sind es auch wirklich die Jungs die darunter "leiden" und nicht deren Eltern, die durch Fahrdienste und Mannschaftskasse/Trainingslagerkosten ohnehin schon gebeutelt genug sind. Außerdem erreicht man damit, dass die Jungs sich selbst erziehen und die "Übeltäter" darauf hinweisen, dieses Fehlverhalten zu unterlassen.


    Ich würde dir also folgendes raten: Ändere den Strafenkatalog so ab, dass Geldstrafen wegfallen und erarbeitet dafür andere disziplinarische Lösungen, die dann zur Rückrundenvorbereitung greifen. So musst du keinen Geldern nachlaufen, die Maßnahmen greifen direkt am Trainingstag bei Fehlverhalten. Spieler die sich besaufen oder ähnliches, würde ich suspendieren. Wer Fussball spielt, sollte dies, egal in welcher Spielklasse, schon unter Vollbesitz seiner geistigen Käfte tun, oder!?


    Lieben gruß aus Hannover,
    Daniel

    Olaf Thon:
    “In erster Linie stehe ich voll hinter dem Trainer, in zweiter Linie hat er recht.”

  • Gute Nacht,


    leider komme ich erst dazu was zu schreiben.


    Beim Alkohol geht es nicht um Menge, Art (also gebraut, gebrannt) , Prozentzahl, etc. Es geht rein um den Alkohol selber.


    Natürlich ist er eine Einnahmequelle, die man sehr gerne hat,. Aber es gibt genug Beispiele dafür, dass man ohne Alkohol genug Umsatz machen kann. Selber ausprobiert, es GING. Es geht um die Idee, dass man dass man Mittel konsumiert, die süchtig machen. Ausreden wie "wir trinken nur Bier, nur Radler, oder nur 1 oder 2 Flaschen" sind alle bedeutungslos (Kokolores) da es eben nur um die Idee geht, dass man Mittel einnimmt, die mit Sport GAR nicht kompatibel sind. Kein Rauschmittel kann man mit Sport vereinbaren, assoziieren. Raushmittelkonsum ist IMMER ein falsches Signal an unsere Schützlinge. (Eigentlich nicht nur beim Sport). Unsere Gesellschaft hat große Probleme damit, und manche Eltern schicken die Kinder sogar nur deswegen zum Verein, damit sie überhaupt nicht dazu kommen, solche Mittel zu konsumieren. Damit ihre Schützlinge ein gesünderes Leben haben.



    Ich finde, es ist schade, dass man für so ein Thema noch Befürworter, Verharmloser, Schönredner, Kokettierer findet.


    Ich gehe schlafen.


    Gruß,


    Uzunbacak

  • man darf dieses Thema nicht "schön trinken".


    Gruß,


    Uzunbacak


    P.S:: Sorry für den schlechten Witz.

  • man darf dieses Thema nicht "schön trinken". :evil:


    Gruß,


    Uzunbacak


    P.S:: Sorry für den schlechten Witz.

  • Liebe Trainerkollegen,


    ein Fazit kann man vermutlich nicht ziehen. Dazu sind die Ansichten zu unterschiedlich!


    In einem Verein heiligen die Mittel den Zweck (Saufen, um Kosten zu erstatten), im anderen Verein werden keine auswärtigen Spieler in der 1. Seniorenmannschaft eingesetzt, weshalb dafür keine Kosten mehr anfallen. Ob das die gewünschte heile Welt ist, haben eine Reihe von Usern angezweifelt. Teilweise wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der Verein auch die Möglichkeit anderer Einnahmequellen besitzt. Ergänzend dazu möchte ich noch sagen, dass in unserer Region die "Bullis" im Jugendleistungsbereich Standard sind. Ein großer Teil der Kosten wird über Sponsoren, die dafür ihre Logos auf den Transportfahrzeugen anbringen dürfen, finanziert. Natürlich freut sich der Verein auf jeden Zuschauer, der das Jugendteam auch bei Auswärtsspielen unterstützt. Aber man kann nicht erst die "Backen aufblasen" und ein Jugendkonzept verkünden, sich hinterher mit Aufstiegen und Titeln schmücken, aber die Kosten dafür den Eltern aufbürgen, weil man den Etat lieber zur Befriedigung persönlicher Eitelkeiten an die 1. Seniorenmannschaft verprasst und dies durch die Entscheidung zum Bau (nix Miete) einer Bierbude in Vereinsfarben dokumentiert!


    Nirgendwo wird alles richtig gemacht! Denn wo Menschen sind, muß man immer mit Fehlern rechnen. Dennoch sollte man gerade bei denen, die den Vereinsfussball lieber im Alkoholdunst erleben, mal etwas genauer hinschauen, was bei ihnen Anlaß zur Kritik an der Vereinsarbeit ist? Womöglich haben sie einer Sache zunächst zugestimmt, können sich aber hinterher an nichts mehr erinnern?


    Die Eingangsfrage war, wie man mit dem Thema Alkohol in der B-Jugend umgeht. Dazu gab es die nahezu einhellige Meinung, dass hier der Alkohol nichts zu suchen hat. Bei der Frage, ob Alkohol generell etwas in der Jugend zu suchen hat, gab es aus dem Leistungsbereich eindeutige Statements! Man erklärte, das Alhohol die Leistungen hemmt und deshalb hier nichts zu suchen hat. Im Breitensport gab es teilweise die Ansicht, dass man das doch auch offiziell zulassen soll, was im Verborgenen gemacht wird! Wenn überall Alkohol getrunken wird, warum denn nicht auch auf dem Sportplatz? (Das erinnert mich irgendwie an das Thema Zigarettenkonsum von Jugendlichen? Weil hier jedoch keine so starke Lobby vorhanden war, gab es vergleichsweise einfachere Entscheidungen.)


    Der Sport und ganz besonders der Volkssport Fussball muß sich auch in solche Themen einmischen, selbst auf die Gefahr hin, dass er die Probleme nicht allein lösen kann. Alkohol als Spaßersatz, der Hemmungen beseitigt, als Tröster zur Seelenmassage, den gibt es! Der Umgang damit, das wurde hier sehr deutlich, ist nicht einfach! Dazu gibt es sehr unterschiedliche Erwartungen!


    Ich bin mir deshalb sicher, dass es nicht das letzte mal sein wird, das wir uns mit diesem Thema hier im Forum auseinandersetzen.

    Einmal editiert, zuletzt von TW-Trainer ()

  • Rauchen macht seelisch und körperlich abhängig und richtet einen körperlichen Schaden an und ist teuer und hemmt die Leistungsfähigkeit erheblich und verkürzt das Leben.


    Das trifft bei einem gelegentlichen Bierchen nicht zu! Das ist ein Unterschied

    3 Mal editiert, zuletzt von Andre ()

  • TW-Trainer


    Danke für die abschließenden Worte.
    Ich denke auch, dass die Meinungen sehr verscheiden sind. Mindestens aber, habe ich mich - wie viele andere - dagegen geäußert. Es ist natürlich schön zu lesen, dass es eine Mehrheit gibt, die sich gegen Alkohol am Sportplatz wehrt.


    Schönen Tag noch,


    Uzunbacak

  • Finde auch, dass TW-Trainer das prima zusammengefasst hat. Ich will auch gar nicht mehr groß in eine vertiefte Diskussion einsteigen, nur noch eines kurz anmerken:


    Andre: Du schreibst nun, dir ginge es um das eine Bier in den Abendstunden, wo die Kleinen nicht zugegen sind. Ohne meine grundsätzliche Haltung aufzugeben oder zu verändern (die besagt, dass ich die Verbindung von Alkohol und Sport - egal ob Breiten- oder Leistungssport - für falsch halte und ablehne), macht es natürlich einen Unterschied, ob wir z.B. von einem Nacht(hallen)turnier sprechen, wo Aktiven-Teams gegeneinander antreten und Kids eher weniger zugegen sind (wobei ich persönlich auch da so etwas nicht gutheißen würde, aber es eben eher akzeptiere) oder von einem normalen Spieltag.
    In einem deiner früheren Postings hieß es nämlich (sinngemäß; bin zu faul, das nun wortwörtlich nachzuschauen), dass es in beiden Vereinen und allen Vereinen, wo du zu Gast warst, üblich gewesen sei, nach dem Spiel Bier zu trinken und weiterhin, dass dann 18-jährige nach dem Spiel tranken und rauchten. Genau hier hört für mich dann der Spaß auf, denn hier, an einem stinknormalen Spieltag an einem stinknormalen Sonntagnachmittag, sind eben sehr wohl Kids zugegen und da muss das dann eben nicht sein.


    Das Gleiche stört mich eben z.B. auch bei den AH oder Aktiven-Trainings, die ich so mitbekomme. Klar, die trainieren abends, aber auch hier sind zur gleichen Uhrzeit noch C- und/oder B-Jugendteams aufm Platz und bekomme diese "geselligen Runden" mit..

    "Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner den Ball hat, muss man sich fragen: Warum hat er den Ball? Ja, warum? Und was muss man tun? Ihn sich wieder holen!" (Giovanni Trappatoni)

  • eine dreiste these, die nicht haltbar ist, andre.
    wie sehr du dein bierchen verteidigst, zeigt deine abhängigkeit. ohne geht nicht, du nennst es, möchte ich nicht.
    schau mal, wieviel raucher wg. der gesetzeslage von heute auf morgen aufgehört haben.
    bei deiner beschriebenen abhängigkeit wäre dies nicht möglich gewesen.
    und auch hier gibt es menschen, denen das schmeckt und die mit 2 bis 5 kippchen auskommen
    oder einer geselligen schischa in der woche.

  • Hi Andre,


    ich habe noch nicht resigniert, da wir nichts dagegen tun können, da Zug abgefahren unso, da wir zu unbedeutend sind, weltfremd sind, realitätsfern sind, etc., etc..
    Es reicht schon hier aus, wenn -verunsicherte- Kollegen die Zeilen gegen Alkohol lesen und sich etwas besser fühlen und evtl. die Kraft finden, ihre Stimme zu erhöhen.
    Alles wird gut.
    Gruß,
    Uzunbacak
    Und natürlich bleibe ich auch am Ball.