Spielsystem der Zukunft

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  • Guten Morgen liebe Kollegen


    Mich würde Interessieren was für ein Spielsystem Ihr in der Praxis bevorzugt ????? B- A Jugend und Aktive ???höheres Leistungsniveau


    und wenn, warum Ihr das tut ????


    Bin gespannt auf Eure meinungen !!!!! :D :D :D

    Mit Sportlichem Gruß....

  • Das zukünftige System ist KEIN Spielsystem ;)
    Das zukünftige System ist sich spontan manifestierende, a priori nicht festgelegte, sich immer wieder neu erfindende und ad hoc improvisierende Kollektivintelligenz, wo sich standardisiertes Verhalten lediglich in kleinen Teilgruppen (z.B. 3er Cluster) findet, welche sich aber wiederum durch wechselnde adhoc "Leader" zu einem situativ möglichst effektiven Ganzen fügen. Kognition und Kommunikation werden dabei eine Schlüsselrolle spielen und nach einem Spielertypus verlangen, den es so heute noch nicht gibt.

  • Wunderbar,,,,,,,,,wenn Ich dich mal in einer Spielersitzung zitieren darf wäre ich Dir dankbar..........

    Mit Sportlichem Gruß....

  • Meine Aussage gilt für den professionellen Fussball, der sich gerade auch im Hinblick auf die zunehmende technische Hochrüstung (Spielanalyse, Statistische Auswertung, elektronsich, medizinische Permanent-Ueberwachung, Sensorik (Biofeedback), etc. ) noch signifikant und ziemlich schnell vor allem auch "hinter den Kulissen" verändern wird.
    Die Frage die bleibt, inwiefern das auch Auswirkungen auf den Amateurbereich und darin eingeschlossen auch den Kinderfussball haben wird.
    Wenn meine Prognose stimmt, werden Spitzenclubs ihren Nachwuchs zunehmend nach mental-/kognitven Gesichtspunkten vorselektieren. Denn die dringendere Frage als diese nach der Physis, wird wohl zunehmend die sein, wie und mit welchen Kids man die zunehmend breitere Ausbildlungspalette für die gezielte (auf ein relativ kurzes Ausbildungsfenster beschränkte) Förderung der für das moderne Spiel notwendigen Parameter, überhaupt noch bewältigen kann.

  • Ich denke schon das sich der Fussball in diesen Bereich wie FB beschrieben weiterentwickeln wird.....

    Mit Sportlichem Gruß....

  • Ich glaube das es rein Systemtechnisch in nächster Zeit keine großen Änderungen geben wird. Es gibt ja mittlerweile so viele unterschiedliche Interpretationen des 4231, sodass sich in dieser Grundformationen gleich mehrere Systeme wiederfinden. Das hängt dann meißt davon ab ob ich in Ballbesitz bin oder nicht.


    Was ich recht Interessant finde ist der Trend zurück zur Manndeckung. Gerade im Profibereich wieder häufiger zu erkennen. Ich könnte mir vorstellen das es über kurz oder lang auch im Ausbildungsbereich Anpassungen geben wird.

  • Systemtechnisch glaube ich es auch nicht,, aber die Auswahl der Spielertypen wird sich verändern,,, Spielintelligenz,,,,,

    Mit Sportlichem Gruß....

  • Das hängt dann meißt davon ab ob ich in Ballbesitz bin oder nicht.

    Für mich ein entscheidener Punkt. Im Umschaltmoment steckt noch sehr viel Potential, gerade auch im Breitensport. Ich habe C- und D-Jugenden beobachtet, deren Grundordung sich bei Ballbesitzwechsel kaum ändert.
    Das wäre für mich der wichtigste Ansatz- und Ausbildungspunkt für die nächsten Jahre. Nicht das System entscheidet, sondern dessen Variabilität...


    Gruß, Christoph

    C 1 Viktoria Buchholz


    Auf jede Mannschaft, die in Schönheit stirbt, kommen hundert, die in Hässlichkeit sterben – kein Grund also, sich auf Hässlichkeit zu fokussieren.
    Martin Rafelt

  • Auch in der Zukunft wird jede Mannschaft in ein "System" gepresst - dabei spielt die nummerische Aufteilung und die Bezeichnungen der Positionsprofile keine Rolle. Vielmehr ist die Interpretation der Positionen entscheidend. Das Anforderungsprofil an jede Position wird sich deutlich erweitern und das Spiel noch komplexer machen.


    Sascha Lewandowski hat gestern im CL Vorbericht eindrucksvoll auf die Ausbildungsmissstände im Bereich der Außenverteidiger hingewiesen - die Entwicklung schreitet hier selbst für die Ausbildung in den Nachwuchsleistungszentren voran. Daher sehe ich ein Problem in der nachhaltigen Ausbildung. Das was ich mehrere Jahre im Nachwuchs ausbilder ist veraltet, wenn die Spieler im Profibereich ankommen.


    Ich selbst spiele mit meiner U16 in einem Nachwuchsleistungszentrum ein 4-2-3-1 und mit meiner U13 ein 3-4-1, welches über die außen von mir gewünscht und so umgesetzt eher ein 3-2-3 darstellt.


    Konzept des Vereins und Spielsystem müssen dabei im Rahmen immer auf die jeweiligen Spielertypen zugeschnitten werden. In meinem Team sind zwei ehemalige Stürmer meine Außenverteidiger, da sie das von mir gewünschte Positionsspiel besser umsetzen als "echte Verteidiger".


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Was ich recht Interessant finde ist der Trend zurück zur Manndeckung. Gerade im Profibereich wieder häufiger zu erkennen. Ich könnte mir vorstellen das es über kurz oder lang auch im Ausbildungsbereich Anpassungen geben wird.

    Ja, sehe ich auch so.
    Interessant finde ich dabei vor allem, wie sich die angreifende Mannschaft die Manndeckung zu nutze machen kann. Durch die enge Bindung kann man als manngedeckter Angreifer Gegenspieler wegziehen und damit Räume für die ballführenden Mitspieler öffnen. Diese Bewegungen werden Spiele entscheiden, gerade weil sie dem Instinkt vieler Fussballer widersprechen. Deswegen dürfte der Schwerpunkt in der Ausbildung vor allem auf diesen Bewegungen liegen (passende Spielformen).
    Bei der Ausbildung der Verteidiger sollte vor allem die Entscheidung geschult werden, wann er sich mann- und wann ballorientiert verhält. Auch dafür sollten Spielformen entwickelt werden.

    C 1 Viktoria Buchholz


    Auf jede Mannschaft, die in Schönheit stirbt, kommen hundert, die in Hässlichkeit sterben – kein Grund also, sich auf Hässlichkeit zu fokussieren.
    Martin Rafelt

  • Ich denke, daß der Trend bei der Jugendausbildung (vorangehend der Leistungsbereich) die individuelle Schulung in allen Bereichen sein wird.
    Dadurch werden auch viel mehr individuelle Spielertypen verfügbar sein, um welche wiederum individuell angepasste Systeme entstehen werden. In diesen kann dann Kreatives und Geniales entstehen
    Evtl. kommt eine neue Form des "Totalen Fußball´s" wieder, wie ihn die Niederländer in den 80ern/90ern praktizierten, nur in athletischerer, innovativerer Form.
    Systeme werden sich je nach Situation (Gegner; Tabellenstand, Spielverlauf, .....u.s.w.) variabel verändern.


    Die individuelle Schulung wird mehr kosten (Mehr Ausbilder mit Spezial-Know-How, externe Fachleute; mehr Material...).....
    aber hey, alleine die deutsche BL setzt mittlerweile fast 2 Mrd. Euro um. D.H. am Geld wird es nicht scheitern.


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Ich glaube (auch) das der Ausbildungsstein der Gegenwart und Vergangenheit den der Zukunft bildet.


    Ich spreche von der Entwicklung der Spielintelligenz. Hier fallen die Themen "Spielen lassen...in Spielformen trainieren....kein Geschrei durch Eltern und Trainer....angelehnt an den Straßenfußball und auch Rotation... usw....hinein.


    Ich lehne mich mal raus und bringe das Beispiel: Pepp Gardiola.


    Nach derzeitiger Meinung meinerseits ist das was er derzeit praktiziert genau das, was die Zukunft sein könnte und so machbar ist, weil unser Ausbildungssystem genau darauf abzielt. Er spielt ein Grundsystem, das er aber variabel umstellen läßt in anscheinend restloser Selbstverantwortung einiger Spieler auf dem Platz und er läßt innerhalb eines Systems selbständig großzügig -wiederum in der Eigenverantwortung der Spieler- rotieren und nimmt dabei auch ggf. Fehler in Kauf. Das scheint ihm und den Spielern und den Zuschauern gut zu gefallen. Das ganze in diesem Fall natürlich auf höchstem technischen und taktischem Niveau.


    Ich denke hier liegt die Zukunft...weg mit der Zwangsjacke. Alles geht, nichts muß.

  • Alles geht, nichts muß


    Es wird neue Zwangsjacken geben. Gerade Standardsituationen (Freistösse, Eckbälle, Spieleröffnung, Abstoss, Einwurf, etc.) werden auch weiterhin mit eingeübten Ausgangspositionen und Spielzügen eröffnet. Hier wird es wohl - wie im Eishockey und American Football immer grösser "Playbooks" geben, welche die Spieler zu verinnerlichen haben.
    Ziel dieser "Eröffnungen" wird es sein, den Gegner zu Reaktionen zu zwingen. Sobald der Gegner Reaktionen zeigt, kommt dann zunehmend die "freie KollektivIntelligenz" zum Zuge. Das ist nicht einfach die Summe von Individualintelligenzen, sondern im täglichen Training angeeignetes kollektives Reagieren auf möglichst viele verschiedene, und deshalb nicht mehr stur automatisierbaren Situationen, Settings, Umweltbedingungen, Gegner etc.
    Es herrscht da nicht die voellige Freiheit des Einzelnen, sondern lediglich Freiheit innerhalb bestimmter Zonen, zwischen bestimmten Spielern/Rollen etc. so dass bei Ballverlust oder anderen Formen des Kontrollverlusts, Risiken, Schwergewichte etc. überschaubar bleiben und innert Kürze auch wieder irgendwie geordnet auf JEDE Reaktion (z.B. Spielverlagerung) des Gegner reagiert werden kann.
    Im Grundsatz wäre aber völlige Freiheit das Ziel. Da wir aber alle noch unendlich weit davon entfernt sind wird es wohl auf lange Zeit beim Versuch einer Annäherung bleiben.


  • "Playbooks"

    Tolles Stichwort - wer von euch verwendet sowas heute schon?
    Wie umfangreich ist es bei euch? Und wie gliedert ihr es?


    Sorry @ TE das ich den Thread dafür missbrauche - will aber noch keinen neuen Thread draus machen!


    In der Anlage mal ein Bild aus meinem Playbook - dazu habe ich natürlich noch Text der auf der Seite steht - aber ich will ja nicht zu viel öffentlich machen :)


    Grüße
    Zodiak

  • ja, ein playbook habe ich auch.


    es beschränkt sich überwiegend auf standards,
    aber auch pressingfallen und konter nach ballgewinn von gegnerischen standards.
    sind insgesamt 15 seiten mit jeweils einer großen grafik.

  • Wenn du magst können wir gern mal tauschen Siebner.
    Ich habe mich bisher auf das Spiel mit Ball Schwerpunkte Spieleröffnung/Ballzirkulation/Übergangsspiel) und Spiel gegen Ball konzentriert und würde gern erweitern. Sind bei mir um die 30 Seiten.


    Meld dich doch per PN.


    @Alle anderen - nein ich stelle es nicht einfach so zur Verfügung, ähnlich wie ich nicht alle Passformen preis gebe die ich mir erarbeitet habe - gegen einen Austausch spricht aber bei keinem was - bei einem Tausch lerne ich ggf. auch noch dazu oder bekomme Ideen :)


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Hallo zusammen,


    ich beziehe mich auf die Eingangsfragen von schumi. k, die da wären: welches ist das Spielsystem der Zukunft und welches habt ihr gewählt? Das sind für mich zunächst zwei Fragen, denn meine aktuelle Wahl muss ja nicht gleich die Zukunft sein.


    Da kommen bei mir zunächst aber wieder neue Fragen auf: meint er mit System die Formation wie z. B. 4-4-2 ( mit flacher 4 oder Raute ) oder den Spielstil, für den ich mich als Trainer entschieden habe ( auf Ballbesitz oder auf Balleroberung )? Das ist für mich als Grundlage für die Diskussion sehr wichtig.


    Meiner Ansicht nach kann ich eine Basisformation für beide Spielstile wählen. Ich kann im z. B. 4-2-3-1 sowohl meine Spielidee "Ballbesitz" als auch "Balleroberung" umsetzen. Eindeutig ist auch, wie benschi schon erwähnte, dass im prof. Fußball zu beobachten ist, dass die Formation je nach Situation ( Phase Ballbesitz, Ballverlust, Ballbesitz Gegner, Balleroberung ) wechselt. Soweit ich informiert bin spricht man bei der Basisformation von den Positionen der Spieler auf dem Feld in Ballbesitz.


    Was ist also das System? Diskutieren wir alle von derselben Grundlagen aus?

    Wenn sie begriffen haben, daß zum Fußball auch Arbeit gehört, ist es zu spät. Dann werden sie Trainer. (Luis Aragonés)

  • Ich glaube, dass sich das Spielsystem nur weiterentwickeln, wenn sich vor der von FB vorhergesagten Spielerauswahl die Trainerauswahl im Profibereich ändert. Solange da mehr oder weniger verdiente Altprofis herumlaufen, die in einer Doku darüber stöhnen, dass sie nach 10 Monaten (da lacht sich doch jede Krankenschwester kaputt, bei der das 2-3 Jahre dauert) endlich die Lizenz haben wollen, und Stefan Effenberg mit seinen oberflächlichen Analysen im Fernsehen um einen Trainerjob in der ersten Liga bewirbt (darunter macht ers nicht!), wird sich da höchstens bei 2-3 Spitzenclubs etwas tun, die einen entsprechenden Trainer nach anderen Gesichtspunkten gewählt haben. Hier ist das Stichwort des "modernen Konzepttrainers" zu nennen, das ja eigentlich total falsch ist. Es geht einfach um Fußballsachverstand, Intelligenz, Führungs- und Vermittlungsqualitäten, und eine über auswendig gelernte Grundlagen der Fußballtaktik hinausgehende Vision des Fußballs, also eben eine gründliche Verschiebung des Anforderungsprofils für die stilbildenden Profitrainer. Und so lange jemand wie Oliver Kahn (gut im Fangen von Bällen) um ein Haar Manager von Schalke 04 wird, nur um dann von sich aus abzusagen und dann in Salzburg an der Privat-Uni über den hohen Anspruch des BWL-Studiums zu klagen, wird der Fußball der Zukunft vielleicht in München oder Dortmund gespielt, aber bestimmt nicht allgemein und bis in die Niederungen der Fußballjugend.


    Im übrigen finde ich es auch etwas seltsam, wie hier taktische Konzepte vor Mit-Trainern verheimlicht werden, so als ob das patentierte Geheimformeln sind. So wie ich das sehe, sitzen wir als Jugendtrainer alle im selben Boot, und ich käme niemals auf die Idee, einem anderen Jugendtrainer Einblick in meine Trainings- oder Gedankenwelt zu verwehren, falls ihn das wirklich interessieren sollte. Selbst Ralf Rangnick war sich nicht zu blöd, im Fernsehen öffentlich über die Viererkette zu dozieren, obwohl sie genau das Erfolgsrezept war, mit dem er mit dem SSV Ulm überraschend Erfolg hatte.

  • Ich glaube, dass sich das Spielsystem nur weiterentwickeln, wenn sich vor der von FB vorhergesagten Spielerauswahl die Trainerauswahl im Profibereich ändert.


    Sehe ich auch so. Ich sehe aber nicht nur einen Trend zu einem anderen Trainertyp, sondern, in den finanzkräftigen Topclubs, vor allem einen massiven Trend zu immer grösseren Trainerteams von Spezialisten in immer jüngeren Jugendbereichen.
    Wer z.B. mal die Barca U12 erlebt hat, sieht dass dort praktisch schon auf einen Spieler eine Betreuungsperson kommt. Klar einer davon fährt hauptsächlich "nur" den Bus, steht dem Spieler aber in Spielpausen genauso beratend zur Seite, als wärs sein Personal Coach.
    Kognition, Mentales, Persönlichkeitsbildung, Koordination, Kraft, Oeffentlichkeitsarbeit, Lebensgestaltung und Ausbildungshilfe werden nach immer mehr und besseren Ausbildnern und Spezialisten im Jugendbereich verlangen, die wohl so von nicht professionell geführten Clubs mit entsprechenden Geldquellen nicht mehr gestemmt werden können. Entsprechend viel früher werden diese Topausbildungsplätze deshalb wohl vergeben werden müssen, währenddem die Diskrepanz zwischen früh geförderten und nicht geförderten Kids ein späteres "Aufsteigen" in die professionelle Ausbildung - mal von privat finanzierter Förderung abgesehen - immer weniger wahrscheinlich machen dürfte.