G-Junioren - Wie sollte man mit den kleinen "Träumern" umgehen?

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  • Hallo zusammen,


    ich trainiere seit ca. einem Jahr eine Bambini-Mannschaft. Natürlich waren mein Sohn und die Liebe zu diesem Sport die Gründe meines Einstiegs.
    Letztes Jahr nahmen wir als jüngste Mannschaft in unserem Kreis an sog. Turnierrunden teil. Da wir fast immer auf ein Jahr ältere Teams trafen, und wir auch von Jahrhunderttalenten nicht gerade gesegnet waren, verloren wir fast alle Spiele. Soweit nicht schlimm dachte ich mir da die Jungs mächtig Spaß hatten und ich meinen Schwerpunkt im Zusammengehörigkeitsgefühl, Spaß und einfache Ballübungen setzte.
    Träumereien während des Trainings und in den Spielen, Angst vor Ball und Gegner, das kennzeichnete die kleinen Kicker in ihrer ersten Spielzeit aus. Ausser ein paar mal darauf hinweisen und zurufen (aufwecken) während Training oder Spiel ging ich aber nicht weiter darauf ein, immer mit dem Hintergedanken: Die Kinder sind noch viel zu jung. (Letztes Jahr 4-5 Jahre alt)
    Nun hat die neue Saison begonnen, unser Team darf sich älterer G-Junioren-Jahrgang nennen. Ich bin natürlich nicht davon ausgegangen das in der Sommerpause jemand auf den Knopf drückt und die Kinder kommen wie ausgewechselt und reif für die Viererkette zurück. Aber so eine leise Hoffnung der Besserung im Hinblick auf die Träumer in unseren Reihen habe ich schon gehegt.
    Am letzten Wochenende nahmen wir am ersten Turnier in dieser Saison teil und das "Träumen" geht weiter. (War schon im Training wieder zu sehen) Einige Kinder haben immer noch Angst vor Ball und Gegner, nehmen gar nicht am Spielgeschehen teil. Im Training versuche ich natürlich darauf einzugehen, spreche auch viel mit diesen Kindern darüber, aber bisher erfolglos. Bei anderen Mannschaften in unserem Jahrgang sieht man das alle 6 Feldspieler aktiv im Spiel sind und fast immer in Spielgeschehennähe, im Gegensatz zu uns.


    Meine Frage an Euch: Kann man das "Träumen" wegtrainieren? Kann man die Angst vor Ball und Gegner (Training und Spiel) wegtrainieren, austreiben? Oder sind das Charaktereigenschaften der Kinder, die nur mit der Zeit und dem älter werden von alleine weggehen?


    Schönen Gruß und Danke für Eure Hilfe

    2 Mal editiert, zuletzt von dikon ()

  • Hallo,


    irgendwie kommt mir das total bekannt vor. Es gibt sie, diese Blümchenpflücker, davon haben wir auch genug. Ich habe mir sagen lassen, dass so etwas altersbedingt ist und mit der Zeit besser wird.
    Wegtrainieren kann man das glaube ich nicht, man kann die Kinder nur beschäftigen.
    Mit zunehmendem Alter wird es besser.
    Wir verlieren momentan auch jedes Spiel, die meisten Tore fallen, weil unsere hinten träumen. Da kann man nur hoffen, dass das nachläßt.

  • Guten Morgen ,


    Zum Träumen kann ich dir leider nichts sagen da ich es selbst nicht habe / hatte.


    Zum Thema mit dem angst vor dem Ball:


    versuch es mal mit Gummi bällen oder dieses softbällen aus der sporthalle - zeig den kindern das es nicht weh tut einen ball mal abzubekommen im zwikampf oder auch mal just for fun ein kopfball duell mit diesen bällen machen - dann werden die kinder schnell erkennen das es gar nicht so wehtut wenn man einen ball auf den kopf bekommt oder mal angeschossen wird..


    natürlich ist ein fussball etwas anderes aber bei den kindern hat es eher was mit dem kopf zu tun das sie schon von vornerein denken das es weh tut.

  • Ich habe keine G trainiert, aber drei Söhne die dort spielten und deshalb war ich immer wach begleitend dabei. Zudem kenne ich viele Praxisbespiele aus cirka 12 Jahren.


    Als F und E Trainer gab es Minuten, wo ich mich -damals nicht nur gewinndenkend und nichtwissend- Situationen, wo ich mich über Spieler ärgerte, die sich zwar etwas anders verhielten als du beschreibst (weil älter als G), wo das Problem tendenziell ähnlich begraben lag. So fühlte ich mich in meiner wichtigen Trainermeinung animiert, der alleinerziehenden Mutter zu sagen, dass ihr Sohn meiner Einschätzung nach keinen Lust auf Fußball hat. Der war schnell und ich riet ihr, z.B. mal ein halbes Jahr die Leichtathletikabteilung auszuprobieren und....weg waren sie.


    Hätte ein Trainer bis zur D ähnliches mit meinem Sohn verantstaltet, wäre dem C, B und A Trainer ein sehr guter Kicker verloren gegangen, der heute -im Gegensatz zu damals (bis Ende D) mal durchschnittlich gut bis schlecht spielte und im Jetzt an den Achsoguten verdammt übelst im positiven Sinne vorbei gezogen ist.


    Dieses Beispiel/diese Beispiele sind mir Anlaß in Verbindung damit, dass ich mich auf einen Wissensstand - den du wohl schon besitzt - gebracht habe und der Tatsache, dass ich mein persönliches egoistisches Gewinndenken mehr oder minder im Griff habe....die G-Jugend/ein G-Jugendteam niemals als Team oder Mannschaft im üblichen Sinne zu sehen, sondern....es ist eine Probierstube mit einem sportlichen kleineren Anteil den Mann "Fußball" nennt, egal ob junger oder alter Jahrgang dieser Altersgruppe.


    Ich stecke die in einen Sack, weil auch Kinder des älteren Jahrgangs über die Straße laufen, obwohl das Auto deutlich sichtbar auf sie zufährt. Das gilt für mich mindestens bis zum Ende der F Jugend und ich hätte auch nichts in der E dagegen.


    Wo es möglich ist, kann man ja abseits der G nach Leistung einteilen, aber immer schön locker bleiben. Viele gehen zur D trotzdem noch in andere Sportarten und andere kommen hinzu. Im Prinzip....spricht jeder von Ausbilden...Fördern....und meint damit irgendwo versteckt, die Bundesligakariere. Ich habe hier heute eine andere Denke entwickelt. Ich weiss, dass die von mir ausgebildeten...besser geförderten....Jungs im kommenden Jahr schnell an einen Trainer kommen, der auf Grund von Philosophielosigkeit des Vereins schnell wieder machen kann was er will. Deshalb kann ich aber nicht mit Bauchschmerzen durch die Welt rennen und ich versuche auch nicht mehr, die Welt zu verbessern. Damit ist zu leben. Deshalb sehe ich den Kosmos -was dieses Thema angeht- nur noch auf mein Team bezogen und fertig.


    Ich rate dir, akzeptiere den Entwicklungsstand der Kinder. Den wirst du meiner Meinung nach nicht wegtrainieren können. Ich bin hier sogar der krassen Meinung, dass wir Trainer lediglich den Nährboden...die Basis für den jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes bis zur A Jugend bieten. Die entwickeln sich von ganz allein und ich glaube sogar, dass der Anteil des Trainers an der Entwicklung eines Spielers viel kleiner ist, als es allgemein angenommen wird. Viel wichtiger ist es, denen die Möglichkeit darauf zu geben. Hierzu gehört für mich heute, das nicht durch mieses Verhalten, durch langeweilige Trainings, durch Kontraprodukive Trainings zu verhindern und so Spielintelligenz, Motivation, Spass zu verhindern, was vielfach täglich auf den Plätzen stattfindet. Gruß Andre


    Bilden wir wirklich aus oder bilden wir uns das nur ein


  • Hallo Andre und danke für deinen Rat,


    ich möchte aber klarstellen das es mir bei der von mir geschilderten Hilfesuche nicht darauf ankommt Europameister mit diesem Team zu werden. Vielmehr denke ich das wenn die Jungs diese negativen Eigenschaften ablegen, sie viel mehr Spass und Lust für diesen Sport entwickeln werden. Das ist es doch was wir in diesen Altersklassen als Ziel verfolgen sollten.

  • Ich weiß noch, dass meine Tochter als sie letztes Jahr anfing, auch auf alles andere geachtet hat und uns andere gesagt haben, sie hätten selbst vor einem Jahr noch so ein Kind gehabt, aber das würde von selbst kommen. Unsere haben auch Angst vor dem Ball, die meisten jedenfalls. Ich wundere mich auch oft, dass es andere Mannschaften gibt, die gleichaltrig viel disziplinierter und aufmerksamer sind als unsere - andererseits beruhigt es mich aber selbst auch ein wenig, weil ich sehe bzw. lese, dass es anderen genauso geht wie uns.

  • Ich muß sagen, das ich mich in Erinnerung an den Trainerlehrgang im Thema G und F Jugend gern an den Ausbilder erinnere. Junger Kerl, Lehrer/Pädagoge, Fachwissen, der es hinbekam, zwischen Diziplin erzeugen und verrückt sein dürfen. Er machte den Trainern -zum Gelächter und Schmunzeln mancher Anwesenden- vor, wie man ein Training für diese Altersgruppe nicht nur aufbaut, sondern psychologisch abarbeitet.


    Um Angst vor dem Ball nehmen zu können, würde ich das Augenmerk vom Ball versteckt wegtrixen. Deshalb sagt das Dfb-Konzept ja auch, dass man im übertragenden Sinne über Spiel.- und Wettkampfformen die "Sache" angehen solle.


    Dieser Trainerausbilder machte es halt so, dass er ebend nicht sagte, dass nun alle im begrenzten Raum z.B. umherdribbelten und dieses und jenes dabei erledigen sollten, sondern....man durchdribbelte -teilweise unter erzeugtem Zeitdruck durch einfache Regeln- den Hütchenwald in dem soviele Krokodile ...ich übersetze/dolmetsche mal....=Team A = Angreifer versuchten die Zebras oder was weiss ich...gleich zu FRESSEN!


    Was meint Ihr...denken die nach an den Ball?


    Wer viel Fantasie hat, könnte das noch mit Musik hinterlegen....oder in der Halle das Licht ausmachen und die Trainer fuchteln noch mit Taschenlampen rum....das erzeugt auch noch in deiner F Stimmung...wetten wir. So oder so ähnlich....glaube ich der hier keine aktive Erfahrung hat....dass man das Augenmerk versteckt vom Ball wegbekommt, hin dazu...den Ball irgendwann in Verbindung mit einer entwicklungsmäßigen automatischen Reifung als Freund und nicht als Angstobjekt empfindet. Dazu kommt natürlich auch die Tatsache, dass durch Technikgewinn eine Sicherheit einfließt, die den Vorgang unterstreicht.


    Ich sage ja auch nicht, dass wir nicht ausbilden, sondern eher das der Teil des tatsächlichen Ausbildens kleiner ist...vielleicht sogar sein sollte in dieser Altersklasse-...als man das allgemeinhin meint. Gruß

  • ich denke, man sollte sich als Trainer sehr individuell auf sein Kinderteam einstellen, und nicht versuchen die Kinder an die Gepflogenheiten der anstehenden Tunierrunde anzupassen.
    Warum den Kindern die Träumereien zu schnell nehmen, nur weil es in der Turnierrunde wachere Gegner gibt?
    Lieber suche ich mir in der Umgebung ein ähnlich "verträumtes Team" und die Kinder werden dort auch ihre Erfahrungen machen,
    aber ohne Bauchschmerzen vor zukünftigen Spielen.
    Der Ligaspielbetrieb kommt noch früh genug.
    Lieber den Kids die natürlich notwendige Zeit geben, die sie brauchen, um sich an härte Bälle und härte Gegner zu gewöhnen, als etwas wegzutrainieren.


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Die Verantwortung würde mich lehren, hier nur zu Turnieren zu fahren, die keine sind. Turniere im herkömmlichen Sinne würde ich mit dieser Altersgruppe nicht bereisen, eher selber eins unter Gleichgesinnten ausrichten und dafür Werbung betreiben.


    zb...weil man offiziell das reinrufen verbindet mit einem Strafeuro für den der erwischt wird ...Trainer wie Zuschauer (Lob erlaubt).
    ...oder man unterteilt die Halle in zwei oder drei Spielzonen, wo parall gespielt wird
    ....wo man handballgroße Bälle vielleicht aus Kunststoff oder Schaum nutzt
    ....wo die Gesamtlänge des Turniers 2,5 Std. nicht überschreitet
    ....und und und


    Ihr regelt über Euer Interesse wie die Turniere in der Zukunft aussehen oder wie nicht.

  • Dann wird das bei uns immer falsch gemacht. Ich erinnere mich an die Hallenturniere und die draußen. Beim letzten Mal hat es für unsere Bambini gerade mal für 1 Tor und sonst für einige Gegentore gereicht.
    Einige der Kinder haben beim letzten Turnier ihr erstes Spiel überhaupt gemacht. Meine große Tochter z.B. ihre ersten beiden Spiele im Tor nach gerade dreimal Training.
    Ist das dann alles komplett falsch und man sollte keine Turniere spielen oder Spiele in der Kreisklasse machen in der Altersklasse ?

  • warum immer diese "Turniergeilheit" ?
    Die Kinder können scheinbar nicht jung genug und unerfahren genug in den Grundfertigkeiten sein, ohne daß die "Erwachsenenwelt" nicht schon erste Vergleiche auf Turnierebene sehen möchte.
    Kinder mit 4 oder 5 haben doch schon allerhand damit zu tun, sich erstmals in ihrem Leben in ein Team aus fremden Kindern einzugewöhnen und ihren Stand dort auszumachen.
    Niemand käme doch auf die Idee, Kindergartenkinder an ihrem 3. Tag im Kindergarten auf einen Vorschul-Wettkampf in die Nachbarstadt zu schicken, oder ?


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Gerade gestern hat man wieder gesehen, dass unsere noch lange nicht soweit sind. Sie waren nicht wirklich schlechter als die andere Mannschaft, haben aber wieder verloren.
    Irgendwie steige ich nicht so ganz durch. Einerseits soll der Leistungsgedanke in der Altersklasse völlig außen vor bleiben, andererseits sollen die Kinder etwas leisten. Gestern sind sie eher rumgelaufen wie Falschgeld.
    Der Trainer des Gegners hat die Kleinen richtig angepfiffen, unser zwar nicht, er hat nur Anweisungen gegeben.

  • dikon


    Also wenn deine Truppe nach wie vor nicht mit der nötigen Agressivität in die Zweikämpfe geht, dann solltest du die Vertrauensfrage stellen. Wenn alle Maßnahmen, wie Rundenlaufen, Kniebäugen, Liegestütz sowie Anschreihen nichts gefruchtet haben, dann haben die auch keinen erfolgsorientierten Trainer verdient! Soll doch diese "Weicheier" trainieren wer will, aber verwende du doch deine kostbare Freizeit nicht mit dieser Gurkentruppe :thumbup: !

  • Gerade gestern hat man wieder gesehen, dass unsere noch lange nicht soweit sind.


    Moment, erlaube die Frage: wie weit? Die ganze Jugend ist ein einziger Lernprozess, da gibt es noch lange keinen Abschluss, bei dem man sagen könnte, nun seien die Spieler soweit, im Sinne von fertig. Wichtig ist, dass die Kinder sich entwickeln und dass ihr Trainer ihre Entwicklung fördert. Ich rate dringend davon ab, die eigenen Spieler mit anderen, scheinbar besseren teams zu vergleichen, das führt nur in die Depression. Erstens weiß man nicht, welche Voraussetzungen sie haben. So gibt es einfach talentiertere, ehrgeizigere und früher entwicketle Kinder und solche, die das halt nicht sind. Natürlich ist dann ein Team, das mit vier Spielern der ersten Art gesegnet ist, stärker als ein Team, das nur aus durchschnittlichen Spielern besteht. Zweitens erreichen einige Trainer in G- und F-Jugend Erfolge, indem sie bereits das Passspiel fordern, einen festen Stamm spielen lassen und diesen dann auch auf festen Positionen einsetzen. Dann wird eine normale Truppe tatsächlich auch von den zwei starken Stürmern zerlegt und sieht gegen die resoluten Abwehrspieler, die unerschrocken jeden Ball wegbolzen kein Land. Es dürfte sogar möglich sein, den Abwehrspielern einzutrichtern, dass sie den Ball nach Möglichkeit nicht ins Aus pölen sollen, sondern flach in die Spitze donnern. Da die Stürmer ja schön schnell sind, kriegen sie da dann auch einige dieser Bälle, was dann unbedarfte Zuschauer bereits für planvolles Zusammenspiel, guten Spielaufbau oder gar Spielkultur halten mögen.


    Aber solches Verhalten kann sich später leicht rächen. So tut man gerade den Spielern keinen Gefallen, die nur in der Defensive eingesetzt werden. Ihre technischen Fähigkeiten werden nur unzureichend gefördert, so dass sie es später, wenn ihre Gegenspieler eben technisch zugelegt haben, es unheimlich schwer haben, sie vom Ball zu trennen. Und gegen einen Gegner, der den eigenen Spielaufbau offensiv bekämpft, haben sie es auch unheimlich schwer, da ist dann nämlich eine gute und schnelle Ballan- und -mitnahme elementar wichtig. Und auch die Stürmer leiden, sie lernen es nie, richtig mit in die Defensive zu gehen. Das ist aber spätestens ab der D-Jugend wichtig, da sind viele Mannschaften schon in der Lage, so gut zusammen zu spielen, dass man in Unterzahl nur noch schwerlich verteidigen kann. Und schließlich vernachlässigen diese Mannschaften die Breite ihres Kaders, da ja immer nur die selben Spieler zum Einsatz kommen. Die anderen werden dadurch weniger gefördert und verlieren den Anschluss, außerdem werden sie demotiviert und verlassen sicherlich zum Teil auch den Verein oder kehren gar dem Fußball ganz den Rücken.


    Daher: Turniersiege sind in G, F und E nicht wichtig. Sicher kann man sowas auch mal mitnehmen, wenn man dabei die Grundsätze des Kinderfußballs nicht verletzt. Und sicher sollte ein Trainer auch versuchen, seinen Spielern auch Siege zu ermöglichen. Allerdings sollten ihm selbst, wie ich finde, die Resultate völlig schnurz sein, die Spiele dienen vielmehr für die Kinder dazu, das, was sie trainiert haben, zu zeigen, und sich gegen fremde Kinder auszuprobieren. Für das Mannschaftsgefühl sind sie auch wichtig. Und der Trainer kann seine Schützlinge beobachten und sie besser kennen lernen. Dadurch, dass er ihnen Siege ermöglicht, hält er ihre Motivation hoch und stärkt ihr Selbstvertrauen. Er lässt sie aber auch verlieren, damit sie daraus lernen, dass:

    • sich die Erde auch nach einer Niederlage weiter dreht,
    • es andere Mannschaften gibt, die besser sind (was aber nicht dazu führen darf, dass man keinen Spaß mehr hat),
    • auch mal die eigentlich schlechtere Mannschaft gewinnt,
    • es trotz der Niederlage gute Aktionen im Spiel gab,
    • etc.


    Sie waren nicht wirklich schlechter als die andere Mannschaft, haben aber wieder verloren.


    Wenn sie nicht schlechter waren, dann ist doch alles in Ordnung. Was ist denn das Problem daran, ein Fußballspiel zu verlieren?


    Irgendwie steige ich nicht so ganz durch. Einerseits soll der Leistungsgedanke in der Altersklasse völlig außen vor bleiben, andererseits sollen die Kinder etwas leisten.


    Nun, in der G müssen die Kinder gar nichts leisten, sie sollen einfach drauf los spielen und ihren Spaß haben. Wenn die Erwachsenen sie in Ruhe lassen, machen sie auch genau das. In der F fängt es dann an, dass von ihnen erwartet wird, sich anzustrengen, ähnlich wie das auch in der Schule der Fall ist. Aber dabei ist es wichtig, dass man ihnen vermittelt, dass sich die Anstrengung lohnt, dass es Spaß macht, sich anzustrengen und dann auch viel mehr zu erreichen, als wenn man nur den anderen zuschaut. Man fördert die Aktivität und 'bekämpft' die Passivität. Man verlangt dabei nichts von den Kindern, sondern feuert sie an und lobt sie, wenn sie Einsatz zeigen.


    Gestern sind sie eher rumgelaufen wie Falschgeld.


    Das musst du mir erklären.


    Der Trainer des Gegners hat die Kleinen richtig angepfiffen, unser zwar nicht, er hat nur Anweisungen gegeben.


    Tja, und trotz der Tatsache, dass Euer Team verloren und das Team des Anpfeiftrainers gewonnen hat, macht er es falsch und Eurer es richtig -- wobei das auch noch auf die Anweisungen ankommt. Richtig zumindest, was diesen Punkt anbelangt. Anpfiffe an G- und F-Junioren, das ist der ganz falsche Weg.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Irgendwie steige ich nicht so ganz durch. Einerseits soll der Leistungsgedanke in der Altersklasse völlig außen vor bleiben, andererseits sollen die Kinder etwas leisten.


    Das hast du gut erkannt. Da werden oftmals leere Weisheiten irgendwo abgelesen wiedergeben, jedoch nicht mit Leben gefüllt. Die Gründe dafür warum das nicht mit Leben gefüllt wird sind für meine Begriffe darin zu finden, dass das Egosyndrom des Einzelnen...sei es der Trainer...der Vereinsverantwortlichen und der Eltern größer ist als der Verstand oder/und ein schützendes Konzept das von diesen Leuten zu beachten wäre....leider nicht existent ist. Das ein niedergeschriebenes zu beachtendes Jugendausbildungskonzept überhaupt realisiert wird ist unwahrscheinlich, weil genau diese Leute müßten es schließlich tun. Das ist für mich so, als würde ein hungrieger gieriger doofer Wolf einer Herde Schafe einen Vortrag zum Thema fleischlose Ernährung abliefern.


    Deswegen rate ich heute -im Wissen das das einige nicht gut finden- das jeder der das so für sich erkannt hat, die Sache mit seiner Truppe entsprechend zu leben....zu realsieren usw....Das KANN Nacharmer finden....das kann in die Hose gehen, weil zu viele Egoisten dagegen steuern könnten. Bis dahin kann man aber die Zeit nutzen und sauber bleiben und versuchen, das Vorgehen zu erklären. Das ist zusammen gesehen die Chance SEINEN Spielern eine gute Zeit zu bereiten.


    Gestern sind sie eher rumgelaufen wie Falschgeld.


    Ich weiss ja was du ausdrücken willst, aber...Falschgeld ist hier erlaubt....ist zu dulden...Es ist nichtmal Falschgeld, wenn man denn die eigentlich gewünschte Einstellung dazu zu Grunde legt. Nur daran würde dann gemessen, was in der Bedeutung und Bewertung dazu führt/führen würde, ...das man die Aussage -"Falschgeld" ist erlaubt und absolut ok- verständlicher machen würde, verstehst du? Oder umgekehrt; ....weil die Grunddenke der Bewertenden nicht stimmt, führt es zu einer falschen Bewertung die diese Aussage ...."sie liefen rum (in der G) wie Falschgeld"....erzeugt. Das kommt durch Unwissenheit...durch Gewinndenken....Egoismus der Erwachsenen, wovor zu schützen ist.


    Der Trainer des Gegners hat die Kleinen richtig angepfiffen, unser zwar nicht, er hat nur Anweisungen gegeben.


    Der gegnerische Trainer hat vermutlich keine Ahnung, ist gewinndenkend und hat sich und sein Ego nicht im Griff. Das ist ein änderungswürdiger Zustand. Diesen würde ich -so ich die Möglichkeit hätte...als Verantwortlicher seines Vereins sofort ändern, in dem ich ihm die Infos und die über ein Konzept des Vereins erforderlichen Vorgaben eines Ausbildungskonzeptes verinnerlichen würde. Würde er sich hier nochmals so benehmen, müßte ich diesen Mann sofort und noch etwas zügiger entfernten. Das würde ich tun, um die Kinder und meinen Verein langfristig zu schützen, denn diese Person sorgt letztlich dafür, dass die Jungs nicht das entfalten, was entfaltet werden könnte. Zudem sorgt es dafür, dass Mitglieder verloren gehen und auch dafür, dass mein Verein einen schlechten Ruf bekommt, so dass potenzielle neue Mitglieder zu anderen Vereinen gehen könnten, richtig? Hierbei wird zugeschaut. Sei DU ein Aushängeschild und mach es stur anders! Zieh dein Ding durch...was ich bereits oben erwähnte. LEIDER ist das in den Vereinen wohl so nötig...jedenfalls hat das meine Erfahrung gezeigt.


    UND


    Auch euer Trainer hat es nicht ganz begriffen, denn Anweisungen die er "nur" gegeben hat zeugen davon, dass er sich fußballerisch mit Vorgaben auf das Spiel eingestellt hat. Er fordert hier wohl irgendetwas unbekanntes ab. Wer die Ausbildungsziele der G gem. dem -aus meiner Sicht- sehr vernünftigen Dfb-Konzept kennt weiss, dass es da im Prinzip keinerlei Anweisungen geben kann. Die kann es im Prinzip nicht geben, weil es sie nicht gibt für diese Altersgruppe. Die dürfen...um nicht sollen zu sagen....mit allen hinter dem Ball herjagen...ohne das irgendjemand laut ruft, dass man sich freilaufen soll oder ähnliches...die dürfen neben den Ball treten und ja die dürfen Sonnenblümchen rupfen und sich unterhalten....alles egal...so sehe ich es. Wer da -meiner Ansicht nach- in der G...meistens älterer Jahrgang....sie dazu bekommen, eher gesagt genötigt hat...sich in einer taktischen Formation aufzubauen....der hat es nicht begriffen. Der genießt zwar das Lob der Nichtwisser die da sagen werden...."seht mal, was ein klasse Trainer, mein Gott hat der das im Griff, klasse" und in Wirklichkeit ist das ein Greenhorn der es nicht verstanden hat....oder der sein Ego nicht im Griff hat und im Prinzip scheisse baut. So siehts aus. Letzteres muß nicht ganz für Euren Trainer gelten! 8)

  • Wenn Kinder im Fernseher starren oder aufm Fussballfeld, plötzlich stehen bleiben und nichts mehr machen, empfinden wir ERWACHSENE es als träumen. Wenn Kinder anstatt Fernseher kucken aufm Sofa rumspringen oder aufm Fussballplatz in der langen Einerkolonne beim Abschlusstraining, nur noch rumlachen und rumspringt, so sind diese Hyperaktiv...
    Meine Meinung; Es sind einfach Kinder. Kinder sind so und desswegen sind sie nicht blöd oder so. Es ist ganz normal. Also liebe Erwachsene, seid Ihr handkehrtrum nicht dumm und verwundert Euch nicht. Denkt mal nach, wie Ihr als Kinder wahrt?


    dikon
    Mach Dir keine Hoffnungen. Ich trainiere B2-Junioren und auch da verschwinden plötzlich Spieler ausm Spielgeschehen. Es ist aber nicht träumen sondern eher ein nachdenken. Hast Du es als Fussballer auch schon erlebt, eine 100%ge Torchance zu verschiessen um dann, den Rest des Spiels nur noch an diese Szene zu denken um dann entsprechend wenig am Spielgeschehen teil zu nehmen? Ich kann mich erinnern. Bei mir war das früher oft der Fall. Es ist also nicht ein Träumen sondern eher ein Nachdenken... ein Nachtadeln in sich selbst. Man vergisst sich regelrecht. Man vergisst, dass man weiterspielen sollte.
    Bei den Kindern ist es wirklich normal. Diese vergessen sich halt mal. Plötzlich haben diese Erinnerungen über irgendwelchen Sachen die Morgens in der Schule passierten und bleiben einfach stehen.
    Ich habe da eine lustige Erinnerung als ich noch E-Trainer war. Wir hatten einen Turnier Auswärts und wir spielten auf eine schöne Schulwiese mit wenige schöne Margherita Blumen (die kleinen Weissen). Da rollte bei einer Szene den Ball aber ganz knapp an meinem Torhüter ins Abstoss vorbei und der Torhüter bemerkte es nicht mal, weil er gerade aufzähle, wie viele Blumen da vor Ihm standen... ohne Witz. Das war passiert. Ich musst lachen... Kinder sind halt so.


    Wie bringt man das weck?
    Vermutlich gar nicht. Jedoch kann man die Trainings mit kleinen Gruppen, so intensiv gestallten, dass die Junioren sich erst gar nicht vergessen können. Anstatt ein Spiel 6:6, macht man dann halt ein Spiel im 3:3 oder 4:4. Anstatt nur einen Tor aufstellen um beim Torabschluss, eine Kolonne mit 12 Junioren zu haben, stellt man halt zwei Tore auf und macht zwei Gruppen mit 6 Junioren pro Kolonne. Somit kommen die Junioren praktisch nie zur Ruhe. Verstehst Du was ich meine?


    Wünsche Dir weiterhin viel Spass mit den Kids. Reg Dich nicht auf wegen dem Träumen, weil es ganz normal ist.


    Viele Grüsse
    TRPietro

  • Ich habe mich ja auch schon mal mit den Vorgaben des DfB beschäftigt, was die Bambini betrifft - seltsamerweise macht es keiner in unserem Umfeld so.
    Oder es liegt wirklcih an der Disziplin und dem Training, dass es bei den anderen läuft und bei uns so gar nicht.
    Nicht, dass mich jemand falsch versteht, mir geht es nicht um Ergebnisse oder darum, hoch zu gewinnen.
    Ich hätte nur gerne mal ein Erfolgserlebnis für die Kleinen (wenn ich immer sehe, wie meine beiden vom Platz schleichen, wenn sie wieder verloren haben und wie die danach drauf sind).
    Im letzten Spiel haben sie verloren, aber die Kleine hat ein Tor geschossen - da war sie trotz der Niederlage besser drauf, weil sie ihr Erfolgserlebnis hatte.
    Gestern hat es leider nur für einen Lattentreffer gereicht - und danach kam die Kritik...

  • Dann laß sie nicht schleichen!


    Versuchs doch mal wie ich es dir beschrieb. Ist nicht meine Idee, sondern die hiesigen Trainer machen das oft und ich finde es klasse.


    Geh zum gegnerischen Trainer vor dem Spiel und vereinbare ein "Elfmeterschießen". Bitte teile mit, wie sehr das Ergebnis des Spiels danach noch Thema war, auch wenn ihr nicht alle Schüsse ins Tor versenkt habt.


    Bildet einen Kreis und fiebert mit....klopft jedem auf die Schulter wenn er nicht getroffen hat....lobt ihn für den super Schuß der leider leider mit Pech verbunden war...und feiert den Treffer wie eine Meisterschaft. Es zählt der Moment!

  • Ich habe mich ja auch schon mal mit den Vorgaben des DfB beschäftigt, was die Bambini betrifft - seltsamerweise macht es keiner in unserem Umfeld so.


    Das verwundert hier niemanden. Trotzdem ist es so, dass die große Masse, die nicht den Empfehlungen des DFB folgt, es falsch macht. Und seien sie noch so viele.


    Oder es liegt wirklcih an der Disziplin und dem Training, dass es bei den anderen läuft und bei uns so gar nicht.


    Nun, das kann ich aus der Ferne natürlich in keiner Weise beurteilen. Allerdings würde ich bei einer G-Jugend, um die es hier, wenn ich mich nicht täusche, ja geht, das Wort "Disziplin" noch nicht verwenden. Da sollte ja alles noch sehr spielerisch und spaßig ablaufen, mit viel Phantasie und viel Bewegung.


    Nicht, dass mich jemand falsch versteht, mir geht es nicht um Ergebnisse oder darum, hoch zu gewinnen. Ich hätte nur gerne mal ein Erfolgserlebnis für die Kleinen (wenn ich immer sehe, wie meine beiden vom Platz schleichen, wenn sie wieder verloren haben und wie die danach drauf sind).


    Aber das liegt doch daran, dass sie wegen der Niederlage meinen, versagt zu haben. Und das ist doch Quatsch. Du und die anderen Erwachsenen könnt und müsst ihnen dabei helfen, das richtig zu sehen. Natürlich möchte man das Fußballspiel gewinnen, klar. Aber bloß weil man das nicht geschafft hat, hat das Spiel doch hoffentlich trotzdem Spaß gemacht. Da gab es doch bestimmt Situationen, die gut waren, die gut geklappt haben. Auf diese sollte man sich besinnen. Mal abgesehen von dem Sonderfall Unentschieden muss ja auch immer eine Mannschaft verlieren. Ich habe noch nie verstanden, warum einige Eltern es als Katastrophe empfanden, wenn dieses Los ihren Kindern beschieden war, während es sie überhaupt nicht gejuckt hat, wenn die andere Mannschaft verlor.


    Baut sie nach einer Niederlage auf, das ist Eure originäre Aufgabe als Eltern. Sagt ihnen, was sie toll gemacht haben, und ruhig auch, was die anderen gut gemacht haben. Unterlasst aber Äußerungen wie "hättet Ihr mehr aufgepasst, dann wären drei Tore nicht gefallen" oder "da darfst du halt nicht träumen" oder ähnliches. Macht ihnen auch keine Versprechungen, die ihr nicht halten könnt, also bspw. dass das nächste Spiel bestimmt gewonnen wird. Das ist auch Unsinn, darum geht es nicht, diese bescheuerte Fixierung darauf, dass nur gewonnene Spiele gute Spiele waren, müsst Ihr aktiv bekämpfen.


    Im letzten Spiel haben sie verloren, aber die Kleine hat ein Tor geschossen - da war sie trotz der Niederlage besser drauf, weil sie ihr Erfolgserlebnis hatte.


    Genau. Und ein anderer hat vielleicht ein Tor verhindert, oder hat den Ball noch erreicht, bevor er ins Aus gerollt ist. Oder, oder, oder. Achtet auch auf die kleinen Dinge, die Einzelaktionen. Die Kinder erleben sie, an sie können sie sich erinnern. Und wenn Ihr sie darauf ansprecht und sie lobt, da solltet Ihr mal sehen, wie plötzlich ein Lächeln über das Gesicht huscht, vielleicht sogar ein Strahlen.


    Gestern hat es leider nur für einen Lattentreffer gereicht - und danach kam die Kritik...


    Von wem kam welche Kritik?

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)