E-Jugend: "Konditionell zu schwach...!?" - Kindgerechtes Training

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  • Hallo erstmal an alle.


    Ich hoffe (und befürchte), die Überschrift zieht einige Mitglieder an.


    Nun war es wieder soweit: Erstes Spiel mit der E2(Kamen gerade aus der F hoch). Verloren. So weit, so gut.
    Meinung nach dem Spiel: "Verloren, weil konditionell viel zu schwach". Mittrainer und Spielervater sind der Überzeugung, man solle doch die Kondition schulen. Sei das A und O.
    Normalerweise arbeite ich die Trainingseinheiten aus (junger C-Lizenz-Inhaber), aber so Fangspiele seien zu lasch. Da müsse Kondition her. Und zwar nicht wenig. Und auch schön Dehnen, natürlich. Ist ja vor allem im E-Jugend-Bereich von großer Bedeutung :S
    Training soll also neu aufgearbeitet werden. DFB-Konzept sei sowieso Grütze.


    Nun meine Frage Nur wie macht man Leuten klar, dass es im "Goldenen Lernalter" bzw. dessen Beginn vorrangig um Technik geht und die Kondition spielerisch mitgeschult wird!? Oder anders, dass "richtiges" Konditionstraining in der E-Jugend keinen großen Stellenwert genießt!? Oder doch unbelehrbar!?



    LG Raicoon

  • Hallo Raicoon,


    du machst ein Angebot.


    Du bietest an, nach den modernsten DFB-Konzepten deine Spieler zu trainieren.


    Dazu gehören zum Einstimmen u.a. Fanggspiele. Und nicht Runden laufen und noch viel weniger Dehnen (http://www.nostretch.de/).


    Dafür hast du deine C-Lizenz gemacht. Dort haben sie dir genau das erzählt.


    Wenn aber dein Angebot nicht angenommen wird und "die alte Schule" gefordert wird, haben die Herrschaften Pech gehabt. Und ihre Jungs und Mädchen ebenso. Felix Magath hat ja noch nicht als Vorstandsvorsitzender beim HSV zugesagt. Vielleicht geht da noch was.


    Ich fürchte, dass es noch nicht einmal etwas bringt, den Leuten Auszüge aus den Lehrgangsunterlagen zur Verfügung zu stellen. Weil: "DFB-Konzept ist sowieso Grütze".


    Moderne lizensierte Trainer finden ohne Probleme andere Betätigungsfelder. Mache eine klare Ansage und dann sollen sie sich entscheiden.

    Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
    allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
    Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
    da habe ich dich getragen.

  • Das Problem kenne ich. ich habe einen riesen Leistungsunterschied in meiner E3 wir haben jungs dabei die sind wie durcell hasen und einige laufen einfach nicht. da kannst du machen was du willst sie bewegen sich nicht. man könnte meinen der natürliche bewegungsdrang ist vollkommen abtrainiert worden. und wer sich nicht bewegt kommt auch nicht an kondition. Wir haben den eltern und den Kindern gesagt, das es ab der E etwas Leistungsorientierter wird. Das liegt unter anderem mit daran, dass die starken kinder die Lust an dem ganzen verlieren wenn die anderen das Training bremsen.


    Ich behaupte mal das sie es jetzt lernen oder halt früher oder später aufhören werden.


    Ich finde es übrigens sehr seltsam eine Niederlage in der E jugend an der kondition festzumachen. Ich habe in den letzten 3 Wochen nur Koordination und Ballkontrolle dribbeln annahme und das ganze unter zeitdruck trainiert. Die Jungs hatten spass ohne ende. waren aber auch immer nur 6-8 von 16 da und von diesen 6-8 sind die 5 stärksten gewesen. Wenn alle 16 kommen werden wenn man nur von der Leistungsfähigkeit aus geht viele keinen stich mehr sehen. Die jungs die nicht da waren, sind übrigens die mit läuferischen motorischen und und allgemeinen sportlichen defiziten.


    Die drei wochen in der kleinen Gruppe haben richtig viel gebracht.


    Zieh dein ding durch und gut ist.

  • Nun meine Frage Nur wie macht man Leuten klar, dass es im "Goldenen Lernalter" bzw. dessen Beginn vorrangig um Technik geht und die Kondition spielerisch mitgeschult wird!? Oder anders, dass "richtiges" Konditionstraining in der E-Jugend keinen großen Stellenwert genießt!? Oder doch unbelehrbar!?


    Ich bin hier der Meinung, dass der zu Saisonbeginn angewendete Begrüßungsschrieb oder/und das Abhalten eines Elternabends und auch die geführte Homepage für die Mannschaft dazu dienen sollte, seine Philosophie zu präsentieren und zu verkaufen. Das bedeutet für mich aber keine Diskussion darüber, ob man nun einen andere Philosophie -nämlich die dieser Väter- zu übernehmen, sondern um Fragen dazu zu beantworten..


    Ich habe hierzu mal einer ziemlich intelligenten hübschen Mama gesagt, dass ich der Meinung bin, ihre Fragen beantwortet zu haben und dass sie zur Kenntnis nehmen müsse, dass sie mit mir meine Philosophie so gebucht hat! So wäre es auch, wenn ich im Bambinibereich Kopfballtraining mit Medizinbällen angepriesen hätte. Da gibts für diese Eltern dann nur eine Möglichkeit dem zu entgegen.


    Wem das nicht liegt, sich vor die Elternschaft zu stellen, der kann darauf ja verzichten. Das finde ich unglücklich, aber Verständnis hätte ich schon dafür, das liegt nicht jedem. Sehrwohl sollte man dann aber spätestens in der Diskussion oder bei einem verbalen Angriff auf sein Tun -spätestens wenn man mal selbstkritisch drüber nachgedacht hat- dem "Sender" die klare und ehrliche Ansage machen, dass man an diesem Konzept -z.B. dem des Dfb- festhält und man das so beibehält. Wenns im Gesamtton gut passt, kann man ja nochmals das Warum ehrlich erklären und auch sagen, dass es sich eigentlich nicht um ein Diskussionthema handelt, sondern gebuchte Sache ist. Letzteres würde ich so formulieren, wenn das Gegenüber unverschämt oder penetrant wichtigtuerisch wirkt. Bums....dann ist das Buch halt mal zu.


    Gruß

  • Schonmal danke an alle.


    Aber ich glaube, da sind Hopfen und Malz verloren. Zu Saisonbeginn angegeben, dass Eltern sich aus dem sportlichen Bereich raushalten sollen. Ist ja schließlich Aufgabe der Trainer. Aber auch diverse andere Dinge. Natürlich kann man mir seine Sichtweise angeben. Höre ich auch zu. Aber Umgangston und Umgangsform müssen stimmen. Und dann lege ich auch meine Seite dar. Und ich habe die Unterstützung des Jugendleiters. Wenn man aber in all seiner Dickköpfigkeit auf seiner Meinung beharrt...nunja...Pech gehabt...Sorry...


    Aber ich glaube persönlich, das Buch ist zu..


    Jertzt einfach mal abwarten, wie es sich entwickelt...

  • Ich verstehe nun nicht, warum das Buch zu sein soll.


    Du hast deine Einstellung zum Kinderfußball kundgetan. Du hast die Unterstützung des Jugendleiters.


    Dann müssen jetzt die Eltern, denen deine Methoden nicht passen, einen neuen Verein suchen.


    Oder dich in Ruhe mit den Kindern trainineren lassen. Ich glaube ja, dass man sich Eltern erziehen kann und muss. Mit absoluter Konsequenz. Da sind Eltern wie Kinder.

    Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
    allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
    Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
    da habe ich dich getragen.

  • Ab der E sollte man schon langsam wissen, ob man wirklich Fussball spielen möchte - der nun mal ein Laufsport ist, welcher nun einfach mal eine diesbezügliche Freude an Ausdauer und ensprechenden BMI voraussetzt - oder es an der Zeit ist in eine andere Sportart zu wechseln. Wer sich nicht fürs Laufen motivieren kann, ist im Alter von 12-13 meist sowieso weg, hat es dann aber oft den Anschluss in eine andere Sportart verpasst.


    Ich persönlich halte bis zur U16 absolut nichts von dediziertem Konditionstraining. Zweimal im Jahr einen Test ja. Aber sonst bin ich gegen jegeliche Form von Läufen, Intervalltrainings etc. ohne Ball.
    Ich bin überzeugt, dass man jedes technische Training so gestalten kann, dass jeder Spieler auch konditionell Fortschritte macht.


    Oft sehe ich Trainer die stehen mit ihren Jungs 10 Minuten und mehr im Halbreis, haben alle gefühlten 20 Minuten Pause, eine Auszeit um Uebunge auszulegen, ein Telefonat zu machen, etc. DA kann konditionell ja nichts kommen.
    Wer seine Mannschaft im technisch/spielerischen Fussballtraining konditionell vorwärtsbringen will muss seine 90 Minuten einfach im voraus geplant, alle Uebungselemente aufgebaut haben, sein Ansprachen kurz halten und die Trinkpausen auf ein Minimum reduzieren und - am wichtigsten - die Uebungen so anlegen, dass möglichst alle Spieler permanent in Bewegung sind und nicht - wie einfach noch viel zu oft anzutreffen - einer arbeitet während 20 zukucken.

  • @ Fussballbaron
    Inhaltlich stimme ich, soweit ich es verstanden habe, in einingen Dingen mit dir überein.


    Aber bitte-- was heißt "dediziertem Konditionstraining"? Selbst auf Wikipedia heißt es das es diese Wort im deutschen Sprachgebrauch nicht gibt.

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden

    • Offizieller Beitrag

    Dirk,


    ich hab auch gegoogelt, glaube aber, das hilft nicht wirklich. FB meint wohl Konditionstraining im klassischen Sinne, wie Laufen usw., da stimme ich ihm zu. Im ersten Absatz ... aber ich lasse es besser dabei.


    dediziert
    dedizieren
    Wenn Sie also in gehobener Sprache zum Ausdruck bringen wollen, dass jemand etwas persönlich zuweist, zuordnet oder widmet, dann können Sie den Ausdruck dediziert (Verb) verwenden. Als Adjektiv erklären Sie mit dem Wort, dass etwas zugeordnet ist.

  • Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage er meint damit ein speziell und alleinig auf das Schulen konditioneller Fähigkeiten ausglegtes und konzipiertes Training(sabschnitt), dass keine anderen Inhalte berührt (also z.B. klassische Läufe).

  • @Raiccon


    Wenn ich es richtig verstanden habe, dann meinte die Mutter einer Spielerin als Ursache für die Niederlage im 1. Punktspiel der Saison die mangelnde Kondition ausgemacht zu haben. Unwissend, dass die physischen Unterschiede sowie der persönliche Erfahrungsschatz in diesem Alter vergleichsweise ca. 3 Jahre bei den Senioren ausmachen würde.


    Die Staffelleiter sind bemüht, die Entfernung der Vereine untereinander und die Leistungsstärke in bestmöglichem Einklang zu bringen. Weil dies gerade bei der Leistungseinstufung nicht immer gelingt, gibt es 2 Staffeleinteilungen pro Saison, damit die stärkeren, wie auch schwächeren Teams "auf Augenhöhe" spielen können.


    Weil im unteren Jugendbereich meist fussballspezifisch unerfahrene Trainer und Eltern aufeinander treffen, sollte man sich nicht gegenseitig mit Wissen, über was man mangels Erfahrungen noch nicht verfügt, kompromitieren. Günstiger wäre es, in so einem Fall der Mutter für den Hinweis zu danken, danach beim Jugendobmann oder einem für diesen Bereich erfahrenen Trainer zu erkundigen und dieser Mutter mit schlüssigen Argumenten beim nächsten Treffen zu erklären, warum die klassische Form des Erwachsenen-Konditionstraining den Kindern in diesem Alter noch nichts bringt. Auch wäre ein Hinweis, dass der Leistungsunterschied zu einem guten Teil auch im Altersunterschied begründet liegen kann, wertvoll!


    Wenn es nicht nur ums Gewinnen gehen soll, dann ist eine gute Kommunikation mit den Eltern (Elterncoaching) eine Basis für eine weitere und hoffentlich mit langjährige Trainertätigkeit. Denn ohne ihre Bereitschaft mitzuwirken geht es nicht. Wenn sie dass gerne machen und dabei die Kompetenzen klar und vor allen Dingen überzeugend einsichtig sind, dann wird dem Trainer die Arbeit sehr erleichtert! Denn man muß sich immer vergegenwärtigen, dass für das Kind beide Meinungen (Eltern und Trainer) gleichwichtig sind!

  • was heißt "dediziertem Konditionstraining"


    Mit dediziertem Konditionstraining meine ich das so wie oben von "petr" erwähnt:

    speziell und alleinig auf das Schulen konditioneller Fähigkeiten ausglegtes und konzipiertes Training(sabschnitt), das keine anderen Inhalte berührt (also z.B. klassische Läufe)

    .
    Sorry for confusion: "dediziert" Ist wohl so ein stehender lokalschweizerischischer Begriff.


    Vielleicht noch ein Beispiel zur praktischen Anwendung (Leistungsverein):
    In keinem unserer Trainingspläne findet man das Wort "Kondition", "Ausdauer" etc.
    Trotzdem findet man diese im Spielersheets (Beobachtungsblätter mit den Notizen und Daten zu den einzelnen Spielern) wo sie als Ziele definiert und periodische als Messungen eingetragen werden. Ab der U12 ist Grundausdauer eine permanente Voraussetzung, resp. absoluts K.O. Kiterium um weitermachen zu können.
    Ab der U16 tragen unsere Spieler im Training Brustgurte zur Messung des Pulses. Ziel ist es dass jeder Spieler während dem gesamten Training in seinem individuellen, oder dem vom Trainer explizit befohlenen Bereich bleibt. Entsprechend wird die Intensität in den Uebungen von den Spielern selbst gewählt resp. angepasst.

  • @ Schleppi


    Kann es sein, dass der Link aus Post 2 nicht mehr geht...!?

    Ist mir auch schon aufgefallen. Der ging schon nicht, als ich ihn genannt hatte. Aber da dachte ich, dass es vorübergehend ist.


    Es kam letztens auch auf Spiegel Online etwas zu dem Thema:
    http://www.spiegel.de/gesundhe…er-sinnvoll-a-915065.html


    Der Link geht noch - also schnell nachsehen. ;)

    Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
    allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
    Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
    da habe ich dich getragen.

  • Meinung nach dem Spiel: "Verloren, weil konditionell viel zu schwach". Spielervater ... man solle doch die Kondition schulen. Sei das A und O.
    ( ...)
    Training soll also neu aufgearbeitet werden. DFB-Konzept sei sowieso Grütze.

    Das nervt. Keine Frage. In meiner alten Truppe habe ich den Eltern zu Beginn gesagt, was meine innere Einstellung ist und wie ich diese umsetze. Andre hat es schon gesagt. Man kann das buchen oder lässt es. War nie ein Problem und ich kann in der Nachbetrachtung "meine" Elternschaft nur loben.

    Nun meine Frage Nur wie macht man Leuten klar, dass es im "Goldenen Lernalter" bzw. dessen Beginn vorrangig um Technik geht und die Kondition spielerisch mitgeschult wird!? Oder anders, dass "richtiges" Konditionstraining in der E-Jugend keinen großen Stellenwert genießt!? Oder doch unbelehrbar!?

    Ich helfe zur Zeit bis zur Hallensaison alle zwei Wochen bei meinem Jüngsten ( auch E ) aus, weil der zweite Trainer krankheitsbedingt längerfristig pausieren muss. Sehr feine Truppe mit tollem Mannschaftsgeist. Die hören alle sogar zu, wenn man ihnen was erklärt. Kannte ich so von der letzten Saison mit 21 vorpubertären D-Jugendlichen gar nicht mehr :D Also alles sehr entspannend und spaßig.
    Bei den ersten Trainings waren abwechselnd zwei Väter Zaungäste. Die meinten beim Abschlussspiel taktische Anweisungen geben zu müssen. Beim ersten Mal habe ich sie noch gebeten, nichts zu sagen. Ich habe es auch noch erklärt warum. Einer hat Einsicht und Verständnis gezeigt. Er schaut jetzt nur noch zu und sagt nichts mehr. Beim Abschlussspiel reden wir dann über Ausbildungsinhalte und deren Sinn. Völlig Stressfrei und so wie es sein sollte.
    Beim zweiten Vater hatte es nicht gefruchtet. Ich habe ihm daraufhin im Vier-Augen Gespräch deutlich gesagt, dass ich seine Kommentare als störend empfinde und er gerne seinen Sohn nach dem Training abholen kann, seine Anwesenheit während des Trainings bei dieser Verhaltensweise jedoch unerwünscht ist. Ist mir völlig wurscht, was er von mir hält oder ob er es einsieht. Vielleicht denkt er auch einfach, der Klugsch.... macht es eh nur als Aushilfe und wartet die Zeit ab. Es sei auch nur am Rande erwähnt, dass sein Sohn seitdem gerade im Abschlussspiel richtig aufblüht und mutig in die Zweikämpfe geht. Kunststück, wenn nicht alle Nase lang "Spiel ab" von außen kommt :rolleyes:
    Im Lauf der Jahre bin ich es irgendwie leid geworden, altersentsprechende Ausbildung erklären zu müssen. Da kommen immer die selben Sprüche. Bei jedem zweiten oder dritten Satz könnte man einhaken. Teilweise wirklich Haarsträubend was da so von sich gegeben wird. Ich habe einfach kein Bock mehr auf diese Diskussionen mit den Unbelehrbaren. Denen brauchst Du auch nicht mit einer DFB-Broschüre kommen. Die haben ihre eigene innere Broschüre. Sieht man ja an Deinem Beispiel ( "sowieso Grütze" ).


    Erkläre also am Anfang der Saison einmal deutlich Deine Ziele und warum Du es so machst. Am besten mit eigenen Worten. Zum Schluss kann man ja ruhig erwähnen, dass auch der DFB so ausbildet bzw. mit Hilfe vieler Fachleute ein altersgerechtes Ausbildungskonzept entwickelt hat, was auch Deiner Philosophie entspricht. Kommst Du von Anfang an mit dem DFB könnte bei einigen Zuhörern die Blockade "Ja, beim DFB mag das ja klappen. Aber doch nicht bei uns" anspringen. Durch die Lizenz musst Du ohnehin zu Fortbildungen. Da sieht man immer mal wieder was neues, bleibt also nicht festgefahren bzw. muss sich diesen Vorwurf gefallen lassen. Mein Tipp also: Antennen für Anregungen / Verbesserungen immer auf Empfang halten. Diskussionen wie in Deinem Fall konsequent beenden. Bringt einfach nichts und stresst nur.

    Meinung nach dem Spiel: "Verloren, weil konditionell viel zu schwach". Mittrainer ... der Überzeugung, man solle doch die Kondition schulen. Sei das A und O.
    ( ... )
    Training soll also neu aufgearbeitet werden. DFB-Konzept sei sowieso Grütze.

    Da hätte ich das wesentlich größere Problem mit ! Man muss nun nicht zu 1000% immer derselben Meinung sein und in einem guten Gespann ist auch oft das Kontroverse produktiv. Aber die Grundausrichtung muss passen. Das hört sich für mich aber nicht so an. Wenn ich auch noch meinen Trainerkollegen ständig überzeugen muss, ist das für mich kein Modell der Zukunft. Ausserdem hätte ich dann ein ungutes Gefühl, wie er diese Grundausrichtung den Eltern verkauft wenn es doch eigentlich nicht seiner Überzeugung entspricht ?( Oder habe ich das jetzt falsch heraus gelesen ?

  • Steini


    Nachdem die Frage über die richtigen Trainingsinhalte einigermaßen geklärt wäre, steht nach wie vor die unterschiedliche Ansicht von Eltern und Trainern darüber im Raum.
    Trainer-Neulinge wissen meist mit Elternkritik gar nicht umzugehen, suchen entweder Rat bei Erfahrungen und/oder kündigen ihren Trainerjob aus Frust über die Einwirkungsversuche der Eltern. Erfahrene Trainer geben klare Regeln heraus, an die sich alle Eltern zu halten haben. Dort findet die Diskussion zwar auch statt, jedoch innerhalb der Elterngruppe bzw. zwischen Eltern und Kindern!


    Wie kann man jedoch Eltern am Lernprozess ihrer Kinder sinnvoll beteiligen. Denn schließlich sind sie auch gekommen, weil sie sich dafür interessieren! Sie möchten sich gerne in der Sicherheit wiegen, dass ihr Kind hier im Verein die bestmögliche Unterstützung (unter den gegebenen Umständen erfährt)! Es ist nicht allgemeine Absicht, die Autorität des Trainers von vornherein zu untergraben. Soetwas entwickelt sich allenfalls daraus!


    Schließlich wäre noch das "Todschlage-Argument", wonach man es nicht jedem rechtmachen kann, zu nennen!


    Ich möchte in den nachfolgenden Zeilen ein paar Anregungen fürs Elterncoaching während des Trainings geben:


    1. Sicherheitsabstand für Übungen/Spielformen im Training wichtig!
    Schaut vor Beginn des Trainings kurz, wo sich die Sitzbänke für die Eltern befinden. Baut eure Übungen und Spielformen so auf, dass sie nicht 50 m davon entfernt, jedoch auch nicht 5 m vor ihnen gemacht werden. Wenn die interessierten Eltern guten Blickkontakt haben, werden sie normalerweise das Platzangebot der Sitzbänke in Anspruch nehmen und sich auch untereinander unterhalten, statt ausschließlich jede Regung ihres Kindes argwöhnlich beäugen!


    2. Kurze Erklärungen während der übungen/Spielformen
    Ist die Übung/Spielform in einer Phase, in der die Kinder keine weitere Trainerunterstützung brauchen und sich ausprobieren können, so ist dies der richtige Zeitpunkt, um sich (mit Blick aufs Spielfeld) kurz an die Eltern zu wenden. Jetzt ist eine gute Gelegenheit, ihnen durch kurze, einfache Hinweise zu erklären, wobei es bei dieser Übung ankommt. Die Kinder allgemein loben, aber niemals 1 Kind besonders! Denn dann wird schon mal eine besondere Sympathie unterstellt, weil die Fachkenntnisse der Eltern in aller Regel nicht ausreichen, um dies auch sportlich beurteilen zu können.


    3. Hinweise von Eltern positiv begegnen
    Gelegentlich kann es zu einem Hinweis "Kewin, mach das mal so ..." kommen! Dies einfach zu ignorieren wäre genauso untauglich, als diesem Erwachsenen unverzüglich "übers Maul zu fahren"! Besser ist es, diesen Hinweis aufzunehmen, z.B. " ... sehr gut beobachtet, aber das bekommen die Kinder erst in einer späteren Phase ..." Man hat die Eltern im Boot, denn sie wissen durch diese Bootschaft, ihre Zweifel sind unbegründet.


    4. Zufriedene Kinder + zufriedene Eltern = zufriedene Trainer
    Diese Gleichung setzt voraus, dass Trainer sich regelmäßig fortbilden, um ein interessantes und abwechselungsreiches Training gestalten zu können.


    Fazit:
    In diesem Forum gibt es einige Themen, in denen von Eskalationen mit den Eltern berichtet wird! Dabei wird glaubhaft beschrieben, wie fürchterlich diese Situation für die Trainer ist. Aber ist sie für die Eltern und deren Kinder vielleicht besser?


    Elterncoaching gehört jedoch in den unteren Jugendfussballbereich. Es sollte deshalb verstärkt in die DFB-Kurzschulungen und das C- und B-Trainerlizenzsystem eingeflochten werden.


    Aber auch hier im Forum würde ich mich darüber freuen, wenn über besonders positive Erfahrungen mit dem Elterencoaching berichtet wird!

  • TW-Trainer


    Das sind ganz wichtige und interessante Punkte, die du ansprichst.
    Gerne entspreche ich deinem Wunsch nach einem Bericht über gelungenes Elterntraining, auch wenn es bedeutet, dass ich mich öffentlich selbst loben muss. ;)


    Ich gebe vor der Saison die Marschroute aus, erkläre, wie alles ablaufen soll. Besonders Eltern, die ich zum ersten mal sehe, werden sofort von mir angesprochen und anfangs wird ein bisschen geplaudert. Mit den Eltern, die regelmäßig vor und nach Trainings und/oder Spielen anwesend sind, tausche ich mich regelmäßig aus.


    Ein ganz wichtiger Punkt ist für mich, dass man sich auch konsequent an seine Linie hält und alle sehen können, dass es gerecht zugeht. In unserer Mannschaft ist es zum Beispiel so, dass alle spielen, es keine Stammformation gibt und alle fair behandelt werden. Das sehen die Kinder, die Eltern, und alle sind damit zufrieden. Ich erkläre auch gerne mal, warum ich dies oder jenes getan habe.


    Wie ich aus mehreren Quellen erfahren habe, sind die Eltern und Kinder mit meiner Arbeit sehr zufrieden. Auch Eltern, die mir als "Problemeltern" angekündigt wurden, wo es Ärger gäbe, wenn der Sohn ausgewechselt würde, äußern sich sehr positiv. Bisher war noch kein Wechsel oder die Position von Spielern (wir rotieren) jemals ein Problem. Ich denke, das ist hauptsächlich auf die faire Linie zurückzuführen.

    "Multiple exclamation marks,' he went on, shaking his head, 'are a sure sign of a diseased mind."
    Terry Pratchett

  • TW-Trainer
    Da gehe ich voll mit. Auch die Praxisvorschläge sind sehr gut. Und raicoon sagt ja auch im Eingangsstatement, dass er für Gespräche zugänglich ist. Das muss aber für beide Seiten gelten. Wenn beide Seiten offen dafür sind, kein Problem. Und sollte auch so sein. Gerade Mannschaften im KiFu bestehen aus drei Teilen: Trainer, Spieler und Eltern. Und bei dem einen Vater hat es ja auch gewirkt bzw. macht er sich zumindest jetzt Gedanken. Mehr verlange ich ja gar nicht. Seine Argumente höre ich mir auch sehr wohl an.


    raicoon fragt jedoch auch nach den Unbelehrbaren. Denen, die auch für Argumente nicht zugänglich sind. Es abtun mit "sowieso Grütze". Und auf die bezog sich mein Statement. Bin einfach müde geworden, mit denen überhaupt diskutieren zu wollen. Ich mache es schlicht nicht mehr und konzentriere mich auf die Kinder. Muss jeder für sich selbst entscheiden, ob es sich ab einem gewissen Punkt lohnt, sich daran aufzureiben.


    Und im vorliegenden Fall halte ich die unterschiedlichen Auffassungen des Trainergespanns für das größere Problem.

  • Hallo raicoon,


    ein Argument für die erfolg- und tabellenfixierten Kritiker könnte auch sein, dass ich in der E-Jugend auswechseln kann bis ich schwarz werde. Wozu dann Kondition bolzen? Die kleinen Racker rennen sich die Lunge aus dem Hals, werden ausgewechselt, können sich ausruhen und nachher als Joker das entscheidene Tor erzielen :P .


    Nebenbei wird dann auch zwangsweise schön rotiert und jeder kommt zum Einsatz. Nicht nur die äußerst talentierten Überflieger. Die muss ich dann ja mal auswechseln, da sie sich total verausgabt haben.


    Viel Erfolg, wie immer du ihn auch definierst :thumbup:

    Wenn sie begriffen haben, daß zum Fußball auch Arbeit gehört, ist es zu spät. Dann werden sie Trainer. (Luis Aragonés)