Übermotivierter Vater - schwerer Fall (Profi-Syndrom)

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  • Hallo liebes Forum!


    Ich habe dieses Forum entdeckt, während ich nach einer Lösung für mein Problem gesucht habe. Hoffentlich kann mir hier jemand helfen, ich bin nämlich mit meinem Latein am Ende. In meiner D1-Jugend ist ein Vater, der das vermeintliche Talent seines Sohnes durch Privattraining verbessern will. Zugegeben, der Jung hat für sein Alter was drauf, aber Krafttraining, private Waldläufe etc. sind in dem Alter alles andere als förderlich! Genau das macht der Vater mit ihm, weil er in seinen Augen zu faul und zu kindlich ist. In einem persönlichen Gespräch mit dem Vater in dem ich ihn von der Kontraproduktivität dieser Maßnahmen überzeugen wollte, sagte er mir sogar das sein Sohn für sein Alter unterwickelt sei und das aufgeholt werden müsse. Meiner Meinung ist das nicht der Fall. Ich habe schon mit unseren Vereinsvorstand darüber gesprochen, der Vater sponsort unseren Verein jedoch, warum man ihn nicht vergraulen will.


    Hat jemand einen Tipp für mich?

  • In einem persönlichen Gespräch mit dem Vater in dem ich ihn von der Kontraproduktivität dieser Maßnahmen überzeugen wollte, sagte er mir sogar das sein Sohn für sein Alter unterwickelt sei und das aufgeholt werden müsse. Meiner Meinung ist das nicht der Fall. Ich habe schon mit unseren Vereinsvorstand darüber gesprochen, der Vater sponsort unseren Verein jedoch, warum man ihn nicht vergraulen will.


    Du hast mit dem Vater gesprochen und mit dem Vereinsvorstand gesprochen.


    Untätigkeit wird man dir also nicht vorwerfen können.


    So richtig misshandelt wird der Junge ja nicht. Insofern wirst du nicht viel mehr tun können. Nur abwarten, dass sich das von alleine regelt. Der Sohn wird sich hoffentlich irgendwann gegen den Vater wehren. Und mit Glück bleibt er euch als Fußballer erhalten. Kann aber auch sein, dass er dem Fußball verloren geht.

    Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
    allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
    Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
    da habe ich dich getragen.

  • ManuTuRU
    Allerdings ist das Verhalten von ehrgeizzerfressenen Vätern im unteren Jugendbereich gar nicht so selten. Meist gibt sich das dann, wenn der Junge in die C-Jugend wechselt, ohne das ein Bundesligist sich bei ihm telefonisch gemeldet hat!


    Man kann das "Gehabe der Väter" (Mütter sind bei der "Veröffentlichung der Ziele" ihrer Kinder etwas zurückhaltener) bis zu einem gewissen Grad ignorieren. Denn es wird sie immer geben und hat man den einen Vater überzeugt, kommt schon in der nächsten Saison der Nächste.


    Wird allerdings das Kind vom Vater stark benachteiligt, so geht der Freizeitwert des Fussballs für das Kind verloren. Gegen Ende der D-Jugendzeit hören so jährlich einige Tausende, teils talentierte Kinder mit dem Fussball auf. Spätestens, wenn man merkt, dass das Kind nur noch lustlos zum Training kommt, sollte man fragen, was der Grund ist und ggf. versuchen einzugreifen.


    Natürlich kannst du auch versuchen, ihn allein durch dein Trainerwissen zu überzeugen. Aber das hast du bestimmt schon probiert und es hat nicht gefruchtet. Die Meinung Dritter durch die Eigene auszutauschen, das sind "Finanzmagnate" (Sponsoren) nicht gewöhnt, weshalb der Hinweis auf die DFB-Fachlektüre zum altersgerechten Training (du kannst auch die entsprechenden Seiten ausdrucken und dem Vater geben) den Weg zu einem Kompromiss mit dem Vater bahnt! Er wird vermutlich zunächst stutzen, sich aber dann ins Thema einlesen und aufgrund "hochkompetenter DFB-Hinweise" sein Verhalten etwas ändern. Ganz besonders angenehm wird ihm deshalb die Situation in Erinnerung bleiben, weil er sein Gesicht wahren dürfte, denn "man sieht sich immer zweimal im Leben"!

  • Ich würde es auch so halten, wie TW - Trainer empfiehlt. Vielleicht noch etwas aus dem Netz ausdrucken bezüglich kontraproduktivem krafttraining Krafttraining.Das Studium der Lektüre zuerst dem Sohn nahelegen. Der kann es dann dem Vater weiterreichen . Das ist, glaube ich, etwas diplomatischer als ihn direkt auf seine Fehler hinzuweisen. Und dann kannst Du nur auf Einsicht hoffen oder Du findest noch eine Person, deren rat er annehmen würde.

  • Manu


    wie oft trainiert ihr?
    wie oft und wie lange geht der Junge in den Wald laufen?
    was ist bei ihm Krafttraining? wie oft? gezielte Anleitung?


    macht er das gerne, oder wird er nur durch seinen Vater angetrieben?


    gg

  • Hhm, entscheidend ist, was man Kindern so zu vermitteln weiß, dass sie es als eigene Ziele anerkennen und wollen. In unserer D starten die Trainer auch grad mit zusätzlichem Waldlauf, freiwillig. Bin auf die Resonanz gespannt, aber: in der Gruppe macht das vielen Spaß, der beste Trainer im Verein macht es schon in der E und seine Jungs spielen Fußball auf Topniveau, da es sie keinerlei Überwindung mehr kostet, in freie Räume zu laufen - auch wenn es der Mitspieler mal nicht gleich beachtet. Hirnwissenschaftler haben nachgewiesen, dass jedes Mehr an Bewegung neurogenetisch positiv wirkt etc. Überehrgeiz seh ich da nicht. Krafttraining ist problematischer, sollte ärztlich abgesichert werden. Wir ein Kind gegen seine intrinsische Eigenmotivation zu Training gezwungen, wird diese erstickt, damit auch seine kreative Bereitschaft und Befähigung. Dies ist Standardwissen und ich würde es dem Vater wissenschaftlich auf Basis von für ihn verständlichen Pädagogikratgebern vermitteln, falls du fürs Kind den Aufwand treibst. Wenn du aber zu provokant redest, wird der Vater dicht machen: zu faul ist im Prinzip jeder Sportler, sagten mir schon etliche Trainer - es ist normal, dagegen was zu unternehmen, oder? ;)

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Hier hat guenter völlig Recht. Man müsste natürlich wissen, in welchem Rahmen das Privattraining stattfindet. "Krafttraining" muss nichts mit Muckibude zu tun haben und freiwillige Waldläufe, die dem jungen Spaß machen und ihn nicht überfordern, dürften auch keinen Schaden anrichten.

  • TW-Trainer: Dein Tipp mit der DFB-Fachlektüre ist genial! Danke! Ich kann mir gut vorstellen, dass er darauf anspringt, so schätze ich ihn jedenfalls ein.


    Er ist nicht mein erster Vater dieser Art, aber mit Abstand der heftigste. Brüllt am Platz rum, scheucht seinen Jungen zum Auto, antwortet für ihn, wenn andere Kinder fragen das er keine Zeit hat, weil er trainieren kann. Ich schreibe hier auch, weil ich ihm zunehmend Lustlosigkeit anmerke. Fände ich halt schade, weil er mit großer Spielfreude zu uns kam.


    Werde mir nächste Woche ein Herz nehmen und euch berichten. Danke auch an die anderen!

  • Er ist nicht mein erster Vater dieser Art, aber mit Abstand der heftigste. Brüllt am Platz rum, scheucht seinen Jungen zum Auto, antwortet für ihn, wenn andere Kinder fragen das er keine Zeit hat, weil er trainieren kann. Ich schreibe hier auch, weil ich ihm zunehmend Lustlosigkeit anmerke. Fände ich halt schade, weil er mit großer Spielfreude zu uns kam.



    das was du jetzt beschreibst, hat inhaltlich wenig mit der zuerst beschriebenen Problematik zu tun. und auch keine Beantwortung der gestellten Fragen. Willst du hier hilfreiche Ratschläge bekommen, solltest du Fragen schon beantworten., vor allem mal deine wirkliche
    Problematik mit dem Vater zu schildern, denn da gibt es ja offensichtlich einiges.


    gg

  • nabend


    irgendwie scheint der vater dem verein ja auch sehr verbunden zu sein (da er ihn ja auch finanziell unterstützt), welchen fußballerischen hintergrund hat der vater denn? hast du schon mal überlegt ihn im training mit einzubeziehen, zu den trainings und den spielen scheint er ja sowieso anwesend zu sein?
    wenn er mit seinem junior zusammen waldläufe macht, kann man ja eine gewisse sportlichkeit ja erkennen.


    ansonsten würde mich auch interessieren, in welcher liga ihr euch bewegt.



    gruß

  • zunehmend Lustlosigkeit


    Das ist es eben: aber er will ja das Gegeneil, nur sieht er dann wohl die Wirkung seiner Bemühungen nicht, weil er seinen Traum auslebt, in ihm lebt. Daher engagiert er sich auch finanziell, um alles in seine Richtung zu beeinflussen, ist schnell ärgerlich, bevormundend gegen sein Kind etc. Es ist schwer, so jemand die Augen zu öffnen: wer wacht schon gern auf, wenn er in späten Jahren noch zum Profi wird, übers Kind! Das steckt doch bei vielen hinter all den Züchtungsfantasien.* Ich habe aber noch keinen erlebt, der es auf Hinweis auf die Folgen beim Kind eingesehen hätte, dass er uU mehr schadet als nutzt - und das waren im "Syndrom" minderschwere, der Vernunft noch zugängliche Fälle, falls dies ernst gemeint war: wer wacht gern aus schönen Träumen auf ;)


    *Zucht und Ordnung ist ja nicht nur schlecht, aber es muss zuerst um die gehen, die gefördert werden sollen, nicht die Förderer...

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    Einmal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • Manu schreibt anfangs von einem schweren Fall.


    ich vermute der Fall ist noch schwieriger als er ihn sieht. Manu sieht 2 von sich unabhängige Problemfelder. Ich vermute noch mehr.


    im ersten Fall geht es um einen fachlichen Vorgang.
    Und hier liegt Manu eindeutig falsch. die Aussage, dass Krafttraining und zusätzliche Waldäufe nicht förderlich sind für einen Jungem im Alter der D-Jugend
    ist definitiv nicht richtig. hier gibt es Studien, die eindeutig in die andere Richtung gehen.
    Käme mir ein Trainer mit einer solchen Aussage zu meinem Sohn, würde ich an seiner fachlichen Qualifiktation zweifeln.
    Vorraussetzung ist natürlich, dass der Junge das freiweillig macht, und Waldläufe und Krafttraing richtig dosiert und unter riichtiger Anleitung stattfindet.


    Ob der Vater hierzu Wissen hat, oder sich anderweitig beraten lässt, wissen wir nicht.



    der 2. geschilderte Fall liegt ja anders, und wird ja hier immer wieder diskutiert.
    Manu hat jedoch das zusätzliche Problem, dass der Vorstand ihm keine Unterstützung gibt.
    Durch sein Sponsoring hat der Vater einen höheren Stellenwert im Verein als Manu (ob das jetzt richtig ist oder nicht, lasse ich mal aussen vor)
    bei einem offen Konflikt wird Manu den kürzeren ziehen. der Vorstand hat das ja schon deutlich vermittelt.
    weder von Manu noch von dem Vater kennen wir die Persönlichkeit, Vorraussetzung für Ratschläge zu Gesprächen können so nur allgemein
    gehalten werden.


    Aus dem bisher geschilderten, sehe ich den von DSV geschriebenen Vorschlag, den Vater in die Verantwortung (Mittrainer, oder Berater) für die Mannschaft
    mit einzubinden, als sinnvollsten und erfolgsversprechendst.


    gg

  • Manu,


    lade doch alle Eltern zu einem kleinen Vortrag in das Vereinsheim ein, Tagesordnung
    - Trainingskonzepte
    - Fussballregeln
    - besondere Ansagen in der Kabine
    - was Dir halt so einfällt


    für die kommende Rückrunde, damit alle im Bilde sind, was gerade Ausbildungsziel ist und warum die Formaiton auf dem Feld sich so verhält, wie sie es gerade tut und warum dieses oder jenes gerade trainiert wird. Damit hast Du einen allgemeinen Aufhänger und Dein heimliches Ziel, nämlich dem Profi die Einstiegsliteratur zu geben, ordentlich verpackt.


    Darin erklärst Du die Abseitsregel und halt Deine Ausbildungsziele und zeigst genau die DFB-Dokumente und Literatur, auf die Du Dich beziehst. Dabei darfst/solltest Du Dich allerdings bei direkten Diskussionen zum Thema vorsichtig sein, es sei denn, Du bist rethorisch so gut drauf, dass Du eine direkte Diskussion auf jeden Fall bestehen kannst. Denn die Gefahr, die dabei im Raum schwebt, ist die das der Profi sich bereits eingelesen hat und das Gelesene nur anders deutet. Der Vorteil der grossen Runde ist aber, dass andere Eltern in einer Diskussion Dir beistehen werden.


    Hat er dies (selbst bereits eingelesen) getan, wirst Du seine Überzeugung an diesem Abend nicht ändern, aber auf jeden Fall zeigst Du, dass Deine Grundsätze nicht in einer schlaflosen Nacht vom Himmel gefallen sind, sondern dass Du in Deinen Zielen Systematik und Kompetenz nachweisen kannst. Denn was macht der Profi denn eigentlich. Er zweifelt Deine Kompetenz an.

  • Aus dem bisher geschilderten, sehe ich den von DSV geschriebenen Vorschlag, den Vater in die Verantwortung (Mittrainer, oder Berater) für die Mannschaft
    mit einzubinden, als sinnvollsten und erfolgsversprechendst.

    Das sehe ich komplett anders, da ich einen Kollegen (B-Lizenz!) kenn, der in ganz ähnlicher Situation nach einem Halbjahr vom Vater/Sponsor/Co (der es dann bis heute zum LZ-Leiter und U19-Trainer geschafft hat) raus gedrängt wurde, so seine Erzählung. Er aber ist frustriert, hat die Lust am Trainerjob komplett verloren, sich aufs Motzen verlegt - eine in vielerlei Hinsicht bloß traurige, bedenkliche Entwicklung für ihn, die Jugend (da er ein sehr guter Trainer war) und uU den Verein (der Geld vor Qualität - auch des Umgangs - setzt und falls jener V/S/C kein guter Leiter und Trainer ist: er soll auch nur das Interesse am Pushen seines Sohnes gehabt haben, der nun wohl U19 ist). Daher kann ich nur warnen, die Tür zu öffnen, "Macht" zu teilen, wobei ich den Vater-Charakter natürlich nur gemäß dem Bericht kenne. Hört sich aber nicht so an, als wäre er in seinem "Syndrom" besonders team- u. sozialverträglich, einsichtsvoll, auf "gut Sport" (statt Geld/seine privaten Ziele) fixiert... Oder?

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Also Waldläufe in dem Alter anfangen zu lassen, finde ich gar nicht einmal so schlimm. Wenn man dieses Riual bei Kindern früh anfängt, laufen sie später im Alter immer noch.


    Etwas anders habe ich es früher auch mit dem Krafttraining gesehen. Erst als ein Freund seinen Sohn zum eishockey geschickt hat und dieser dort Krafttraining machen musste (Bundesliga Eishockeyverein) habe ich mich mal umgeschaut. Die Sportschule in Nürnberg zB beführwortet Krafttraining in diesem Alter zB schon. Bin da aber selber bis heute gespaltener Ansicht.


    Anders verhält es sich damiot, dass der Vater seinem Sohn offensichtlich alles abnimmt, sogar das Reden. Anscheinend legt er ja viel Wert darauf, dass sein Sohn zum "Manne" reift, wie man so schön sagt. Frag ihn doch mal, ober der Junge das schaffen wird, wenn er für ihn Antwortet und spricht, oder ob durch diesen Übervaterinstinkt nicht er das problem ist, dass sein Sohn vielleicht etws schüchterner ist (was in dem Alter aber auch nirmal ist)

  • @natürlich ist der von @Callahan gemachte Vorschlag ein richtiger Weg, auch noch ein Versuch wert.


    es stellt sich aber die generell Frage:


    in wieweit hat ein Trainer, der von Vereinsseite keinen Rückhalt bekommt überhaupt eine Chance gegen einen Vater anzukommen,
    der diesen Rückhalt offensichtlich hat, egal ob jetzt wegen des Sponsorings oder langjähriges Vereinsmitglied, und beratungsresistent
    ist, weil er von sich und seiner Verhaltensweise überzeugt ist.?
    Verstärkt würde das Problem, wenn es sich dabei noch um einen jungen bzw. neuen Trainer handelt.


    Da in Konflikt gehen, zieht ein Trainer immer den Kürzeren. Und deshalb @Kicker sind wir hier unterschiedlicher Meinung,
    und bin ich der Meinung, dass es eine Chance sein kann, den Vater mit ins Boot zu nehmen.
    Kann natürlich wie in deinem Beispiel daneben gehen.


    Wir können nur mögliche Wege hier aufzeichnen. Für Konkretes fehlt doch viel zu viel Hintergrundwissen.


    gg

  • Günter
    Vermutlich gibts bei euch nur Super-Sponsoren =) , die sich zu benehmen wissen! Aber es gibt auch die andere Sorte, über die Manu hier schreibt!


    An den Inhalten des Privattrainings kann man erkennen, um was es den Vater geht! Sein Sohn soll aufgrund seiner "Dressur" alle anderen Kinder in Grund und Boden laufen, so dass der Rest der Mannschaft lediglich als Statisten für den Erfolg seines Sohnes benötigt wird. Wenn der Sponsor/Vater etwas vom Fussball verstehen würde, dann würde er wie viele Väter auch, im Garten oder sonstwo mit ihm Fussballspielen und ihm ein paar Tricks beibringen.


    Der Schuß würde vermutlich nach hinten losgehen, wenn man so einen Sponsorvater fragen würde, ob er sich eine Traineraufgabe vorstellen könnte? Denn der würde das nicht als Ehrung für seine Fachkompetenz interpretieren, sondern für fehlende Kompetenz des jetzigen Trainers halten! Das wäre dann für ihn ein Grund mehr, den Sohn noch stärker "an die Kandarre" zu nehmen!


    Ob der Vater bei einer Elternversammlung erscheinen wird, wage ich mal zu bezweifeln. Der glaubt doch schon jetzt mehr Ahnung von Fussball zu besitzen als der Trainer seines Sohnes. Aber selbst, wenn der kommt, ist das Risiko, das der Sponsor/Spielervater die Diskussion ansich reißt sehr groß. Der Aushang dieser Besprechung wäre höchst ungewiss!


    Der Umgang mit dem Sponsor/Spielervater ist deshalb so schwierig, weil es dieser Typ meist gleichzeitig Chef eines Unternehmens es gewohnt ist, das Heft des Handelns selbst in die Hand zu nehmen. Selbst bei seiner eigenen Familie fällt es ihm schwer, nicht den Boss zu spielen und sie nicht wie Angestellte zu behandeln! Seine Kinder, die Jungs besonders, sollen schon früh auf Leistung getrimmt werden. Was die Kinder selbst wollen, interessiert deshalb gar nicht!


    Weil aber viele Vereine in arger Geldnot sind, werden solchen Sponsoren gerne alle Türen geöffnet. Nur wird der ihren Sponsor verlieren, wenn das Kind auch mit 10 Pferden angetrieben nicht mehr zum Fussballspielen kommt! Denn der Vater zahlt ja nur deshalb, weil sein Sohn zufällig in diesem Verein spielt.


    Die Chance über die DFB-Fachliteratur sehe ich deshalb als günstig an, weil dieser Typ Mensch es gewohnt ist auf Basis von relevanten Fakten rasch ein Bild über die Situation zu schaffen und zu entscheiden. Dieser Typ Mensch ist es gewohnt, schon am Tag nach einer Entscheidung mit gleicher inbrünstigen Überzeugung das Gegenteil zu verkünden (nach dem Motto: was stört mich mein Geschwätz von gestern)! Wenn man also das Profil durch längere Beobachtung gut kennt, dann sollte man versuchen, ihm die Änderung seines Verhaltens so leicht und verständlich wie möglich zu machen.

  • Vermutlich gibts bei euch nur Super-Sponsoren =) , die sich zu benehmen wissen! Aber es gibt auch die andere Sorte, über die Manu hier schreibt!


    @TW genau das Gegenteil ist der Fall.


    ich hatte mit einem solchen Fall zu kämpfen, noch schlimmer, mit der Mutter, also der Frau eines Sponsores.
    neu dazugekommen, null Ahnung, aber bei allem mitreden und mitbestimmen wollen.


    ich habe alle mir bekannten Massnahmen, auch die, die hier beschrieben wurden beschritten (Einzelgespräche, Mannschaftssitzungen usw.)
    vorgenommen.
    Ich bin in den Konflikt gegangen, hatte aber schon alle Eltern hinter mir,(war wohl entscheidend) war auch schon Älter (im Umgang mit Eltern
    spielt das leider und für mich eigendlich unbegründet für diese anscheinend eine Rolle) und hatte auch schon entsprechende Erfahrung.


    Sie hatte den kürzeren gezogen, vorerst, irgendwann wurde ihr Mann Vorsitzender, sie Jugendleiterin und wollte mich dann abschiessen.
    nur Dank einer Spielgemeinschaft, die anderen Vereine spielten da nicht mit, vorsorglich, weil ahnend was kommt, war ich sogar
    in einem weiteren Verein Mitglied, und der übrigen Elternschaft ist ihr dies nicht gelungen. Als mein Sohn dann den Verein wechseln wollte, hat sie dann doch noch zugeschlagen.


    der Anlass für den gesamten Konflikt ist fast unbegreiflich banal: bei einem F-Jugendturnier ihren Sohn beim Stand von 3:0 ausgewechslt, obwohl er doch schon 2 Tore geschossen hat, und ich ihm angeblich weitere Tore verhindert habe.ab da hatte ich eine Feindin,
    wirkt sich sogar heute noch, obwohl 3 Jahre nix mehr mit dem Verein am Hut, privat auswirkt (aber andere Geschichte), beeinflusst wohl auch meine Meinung zu diesem Thema,



    ein absoluter Extremfall, aber wer in einem Verein tätig ist, darf nicht nur die Trainerseite im Auge haben, sondern sollte auch
    die Geflogenheiten in einem Verein, und die handelnden Personen schon b

  • Ich hab erst jetzt wieder Zeit zu antworten. Also wir trainieren 2x die Woche, in den Ferien 3x. Der Vater ist der Meinung das der Junge 5x die Woche trainieren sollte, damit er den Sprung in die Leistungsklasse schafft. Das Krafttraining geschieht im Hobbyraum im Keller den er für seine Söhne eingerichtet hat. Laufen geht er mit seinem älteren Bruder (B-Jugend) 2-3x die Woche.


    IDer Vater hat mich schon mal angekeift das ich seinen Sohn nicht verhöhren soll als ich zu viel gefragt habe. Er tritt auf wie ein Macher der sich nichts sagen lassen braucht.Mich behandelt er von oben herab, was auch am Altersunterschied liegen könnte. Deshalb fand ich den Hinweis mit der Fachlektüre gut. Das könnte gut klappen, da er durch seinen Beruf sicher auch Fachberatern vertrauen muss.


    In der D-Jugend muss der Mix aus spaß- und leistungsorientiert stimmen. Davon bin ich überzeugt. Durch die Pubertät kommen genug andere Interessen (Mädchen!) dazu und sonst ist ganz schnell schluss mit Fußball. Ich traue dem Jungen die Leistungsklasse zu, wenn er in den nächsten 1 bis 2 Jahren sich weiter positiv entwickelt und die Spielfreude bei behält. Die körperliche Entwicklung wird sich dann zeigen.


    Noch was zum Sponsorthema: der Vater hilft halt durch Spenden dem Verein beim Fahrdienst, Turniere organisieren und sowas. Das ist bei uns nicht vergleich mit Sponsoren, die Oberligamannschaften stellen.

  • Wir Trainer sollten uns wieder einmal bewusst werden, dass nicht wir die Verantwortung für die Entwicklung des Sohnes tragen sondern seine Eltern!
    Was der Junge sonst noch in seiner Freizeit macht, darf uns zwar interessieren - aber darauf Einfluss zu nehmen, steht uns weder rechtlich noch moralisch zu !
    Ausserdem sollten wir uns bemühen, uns sehr, sehr zurückhaltend gegenüber Eltern aufzutreten, die wir nicht kennen. Vielleicht ist der Vater ja ausgebildeter Trainer, Coach oder hat mehr mit Trainingslehre am Hut als wir alle zusammen - wer weiss das denn schon!
    Wenn der Junge Spass an Waldläufen hat, dann schadet das in der Regel nicht (obwohl in der Zeit auch Sinnvolleres getan werden könnte)! Wenn der Junge gern trainiert, dann hat er eben 5 mal die Woche Spass (Regeneration ist bei den Kleinen kein Thema - die sind schon wieder fit wenn wir Trainer uns grad erst mal hingesetzt haben) ! Und neueste Studien zeigen, dass KINDERGERECHTES "Kraft"-Training auch im Fussball einiges bringen kann (was übrigens gerade im Kunstturnen schon seit langem offensichtlich ist, wenn nicht sogar als notwendig für eine verletzungsfreie Entwicklung erachtet wird). Zum Beispiel sind Kraft-, Stabilisations- und Dehnübungen bei der U12 des FC Barcelona Standard wie das sogar in den Turnierpausen zu beobachten ist !
    Was mich betrifft, hätte ich dann eher Bedenken zu einem Trainer der Ausdauer und Kraft GRUNDSAETZLICH ablehnt, als zu einem Vater der selber viel Zeit, und vermutlich/hoffentlich auch eigene Erfahrung und Wissen ins Weiterkommen seines Sohnes investiert. Wir sollten davon ausgehen dass ein Vater weiss was er tut. Liegen wir falsch, ist es weder unsere Aufgabe noch unsere Verantwortung uns hier unnötig unbeliebt zu machen !



    In diesem Zusammenhang sehe ich, resp. habe ich ein ganz anderes Problem: Wenn Eltern ihre Kids privat fördern (z.B. durch Privattrainer oder private Fussballakademie in der F-Jugend !) bringt das andere Eltern, die das nicht wollen oder können, unter Zugzwang, der soweit gehen kann, dass wirkliche Talente, unter dem Eindruck des eigenen relativen Ungenügens unnötigen Stress bekommen, oder sogar ganz aus dem Selektionsprozess aussteigen, weil sich die Eltern diese "Schande" nicht weiter antun wollen.
    Dies hat in meinem damaligen Verein dazu geführt, dass man Eltern VERBOTEN hat, ihre Kinder in Privattrainings zu senden, um der Causa "Uebermotivation" mindestens den finanziellen Druck zu nehmen.
    Dass Väter ihre Kids privat trainieren, lässt sich nicht verhindern, schadet - mindestes was echte Talente betrifft (und dazu gehört auch die Selbstmotivation) in der Regel nicht, aber verzerrt den "Wettbewerb" insofern, dass fehlendes Talent von den Eltern und dem Kind dann oft zu spät erkannt wird, womit dann eine Welt zusammenbricht in die man doch schon soviel investiert, und auf alternative Möglichkeiten verzichtet hat. DAS ist dann bitter für alle -aber liegt allein in der Verantwortung der Eltern !


    Fazit: Uebermotivierte Eltern sind - unbestritten - eine Plage. Dennoch sollten wir - bevor wir auf sie schiessen - a) sie sehr gut kennenlernen um ihre wahren Motive und Fähigkeiten zu verstehen und b) uns selber auf den neusten Erkenntnisstand der Trainingslehre bringen. Tun wir das nicht, haben wir solche Eltern verdient ;)