Jungs Selbstvertrauen zurück geben...

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  • Hallo Trainerkollegen.
    Ich bin Trainer seit ca. 6,5 Jahren Trainer einer Jugendmannschaft. In der F-Jugend als Co-Trainer gestartet und nun in der C-Jugend angekommen. Meine Mannschaft ist in einem Dorfklub, d.h. natürlich ein starkes Leistungsgefälle. Insgesamt glaube ich aber, dass ich durchaus einige talentierte Kinder dabei habe. Auch von der Trainingsbeteiligung und dem sozialen Verhalten kann ich nicht klagen.
    Das Problem, was ich habe ist, dass wir in den vergangenen Jahren deutlich mehr Spiele verloren (in dieser Hinrunde kein Spiel gewonnen) als gewonnen haben. Das hat natürlich mehrere Gründe, mal war der Gegner stärker, mal unglücklich verloren, mal körperlich unterlegen (viele von Ende 99, aktuell nur 2 alter Jahrgang), mal augrund läuferischer Defizite (einige Übergewichtige Kinder damals dabei gehabt die nun so langsam augrund des Wachstums "Normalform" annehmen), natürlich auch Fehler von mir selber (nobody is perfect)...und bestimmt noch einige weitere Gründe...
    Das Folge die sich aus der ganzen Sache ergeben hat ist, dass meine Jungs quasi 0 Selbstvertrauen haben. 1 Fehler und der Kopf geht nach unten. 1 Gegentor und meine Jungs spielen, als wenn die noch nie einen Ball gesehen haben. Ich habe natürlich die Angst, dass 1-2 Spieler aufhören werden und mein Kader noch kleiner wird (aktuell mit 16 für eine 11er im Prinzip ok).
    Ich habe schon mehrere Dinge probiert, Testspiel gegen vermeintlich schwache Gegner, kleinere Motivationstricks wie z.B. Zettel mit negativen Gedanken zereißen. Positives Coachen sowieso. Kleinere Wettkämpfe innerhalb des Trainings.


    Ich würde gerne mal eure Meinung hören. Was würdet ihr tun, um einem Team wieder Selbstvertrauen zu geben und diese aus diesem ich nenns mal "Frustzustand" herauszuholen?

  • Für mich eine Thematik, die typisch ist für den mentalen Bereich, gehört eigendlich dorthin.


    etwas schwierig praktische Ratschläge zu geben, ohne die Spieler näher zu kennen


    ich würde verstärkt auf Spiele gegen schwächere Mannschaften setzten.


    Nichts gibt mehr Selbstvertrauen als Erfolge.


    Für mich der entscheidende Grund warum ich eine andere Einstellung zum Gewinnen habe, als manch anderer hier.


    gg

  • Gustavo


    Wenn du die Situation nicht ändern kannst, so doch deinen Blickwinkel auf die Situation! Solange du nur scheinbar vorangehend, um wieder den "alten Zustand" mit vielen Punktspielsiegen herzustellen, wirst du bei deinen Spielern wenig glaubhaft rüberkommen, denn die haben offenbar bereits registriert, das das so nichts wird und eine kurzfristige Besserung nicht möglich scheint.


    Wenn du allerdings Hilfe benötigst, warum deine Jungs schon beim ersten Gegentor die Lust verlieren, braucht man schon ein paar Informationen mehr. Was machst du im Training? Der Spruch: man spielt nur so gut, wie man auch trainiert, ist zwar nicht neu, dennoch beinhaltet er eine ganze Menge an Erfahrungen.


    Denn die Nummer mit den "Räucherkerzchen" hast du ja schon ausprobiert!

  • Zitat günter:

    Zitat

    ich würde verstärkt auf Spiele gegen schwächere Mannschaften setzten.


    ... das scheint Gustavo laut seinen Ausführungen schon probiert zu haben. Aber wie Günter und TW-Trainer schon schrieben, ist eine Beurteilung der Situation für einen Aussenstehenden zumindest momentan schwer. Vielleicht müssen Trainingsintensität oder/und - inhalte verändert werden. Dafür muß man wissen, was und wie oft Gustavo trainieren lässt.
    Um Spielerabgänge zu vermeiden, wäre vielleicht auch überlegenswert, Erfolge anders zu gewichten, zumindest vorerst mehr den Zusammenhalt und den Spaß innerhalb des Teams als solchen zusehen und zu fördern auch mal durch zusätzliche gemeinsame Unternehmungen ausserhalb des Fussballs. Im Fussball vielleicht anfänglich kleinere Ziele setzen und als Erfolge feiern unabhängig vom Punktgewinn in den Spielen. Die Spieler müssen selbst sehen können, dass sie sich weiterentwickeln.
    Vielleicht gibt Gustavo noch ein paar Informationen zu seinem Training preis, - genug fachkundige und hilfsbereite Trainer gibt es ja hier im Forum. Ich bin aber überzeugt, dass es trotz aller Hilfestellungen und evtl. darauf folgenden Veränderungen nur in kleinen Schritten aufwärts gehen kann bzw.wird. Und diese kleinen Schritte muss man den Jugendlichen als Erfolg verkaufen können.

  • Zitat günter:

    Zitat

    ich würde verstärkt auf Spiele gegen schwächere Mannschaften setzten.


    ... das scheint Gustavo laut seinen Ausführungen schon probiert zu haben. Aber wie Günter und TW-Trainer schon schrieben, ist eine Beurteilung der Situation für einen Aussenstehenden zumindest momentan schwer. Vielleicht müssen Trainingsintensität oder/und - inhalte verändert werden. Dafür muß man wissen, was und wie oft Gustavo trainieren lässt.
    Um Spielerabgänge zu vermeiden, wäre vielleicht auch überlegenswert, Erfolge anders zu gewichten, zumindest vorerst mehr den Zusammenhalt und den Spaß innerhalb des Teams als solchen zusehen und zu fördern auch mal durch zusätzliche gemeinsame Unternehmungen ausserhalb des Fussballs. Im Fussball vielleicht anfänglich kleinere Ziele setzen und als Erfolge feiern unabhängig vom Punktgewinn in den Spielen. Die Spieler müssen selbst sehen können, dass sie sich weiterentwickeln.
    Vielleicht gibt Gustavo noch ein paar Informationen zu seinem Training preis, - genug fachkundige und hilfsbereite Trainer gibt es ja hier im Forum. Ich bin aber überzeugt, dass es trotz aller Hilfestellungen und evtl. darauf folgenden Veränderungen nur in kleinen Schritten aufwärts gehen kann bzw.wird. Und diese kleinen Schritte muss man den Jugendlichen als Erfolg verkaufen können.

  • etwas schwierig praktische Ratschläge zu geben, ohne die Spieler näher zu kennen


    Das ist es, warum ich Mentalcoaching hier aufs Theoretische beschränken will: man kann nur allgemeine Ratschläge erteilen, Fragen als Aufgabe mitgeben: Ob sie passen, kann dann nur der Trainer vor Ort ausprobieren, indem er zuerst versteht, dass er physischer, technischer, gruppentaktischer wie mentaler Trainer ist. Woher kommt der Druck, unterschwellig doch vom Trainer selbst (latente Erwartungshaltung), von Eltern, von einzelnen Kindern oder aller als Gruppe mit "Ansprüchen" an sich, eher von außen (leichter zu verändern, zu entspannen) o. innen... Ja, die berühmte Suche nach schwächeren Aufbau-Gegnern, die man in aller Freundschaft schlagen kann, die sind oft beliebt, aber nicht vorhanden. Viele Teams lösen sich mangels Erfolgserlebnissen auf, da sie eben Spannung ins Spiel bringen: Vorfreude, Thrill, Ambition, Anstrengung. Es gibt mental energetische Auf- und Abwärtsspiralen und die Schwächsten sterben quasi von selbst weg, mit der Zeit, sie hungern aus. Dagegen kann man wenig tun, außer vllt Misserfolge weglachen, indem man über sich selbst zu lachen lernt...
    Praktische Beispiele also aus meinem Leben dazu, damit es nicht zu abstrakt bleibt: Ich spiele in einer Bunten Liga altersbedingt bei den sog. "Kellerkickern": da ist der Name Programm, sorgt für gute Stimmung trotzdem und innere Homogenität im Kopf: Wer über andere obsiegen will, der geht woanders hin! Für mich ist's mitunter schwer, da ich eigentlich und früher gern um Titel mit kämpfte und jetzt etwas scheinheilig zu mir selbst sage: Ich war dreimal Meister, auch Pokalsieger, das reicht nun - in Wahrheit würde aber auch ich gern nochmal um einen Titel mitspielen. Analog hatte ich im Kinderbereich die Coolen Kidz initiiert, die als vereinsfreies Förderteam zumeist gegen LZ/NLZ-Teams antraten u. zwangsläufig oft verloren. Denn wir waren ja ein Möchtegern (Auswahl durch sich selbst: eigene Motivation vs Fremdselektion per Sichtung/Scouts), wollten gern wie jene sein, die Besten werden, waren es aber "noch" nicht. Ich habe dies Noch-nicht in den Fokus gestellt und den Kindern reichte es, den Eltern aber nicht: die maulten solange herum oä, bis auch ihre Kinder die Lust verloren. So ist der Gang der Dinge im Sport, bei irgendwem bricht doch der Geist des Sports: dass es ums Gewinnen gehe, hervor und zwar gegner- statt selbstbezogen, will sagen: eigentlich ist es das Worumwillen, dass man sich fitter als ohne halten, verbessern o. sich in Form des inneren Schweinehunds besiegen will (abnehmen, schneller werden, kräftiger o. jünger wirken), aber man verkennt dies, projiziert sich und seine Fitness auf andere als äußere Gegner. Dann wird man ohne Siege "über" sie unmotivierter, wenn sie als der Vergleichsmaßstab falsch, zu überlegen und mental unerreichbar scheinend bleiben. Nun beginnt man nach Schwächeren zu fahnden. Doch die demoralisierende Subbotschaft ist bereits, dass man zu schwach für die ist, die eigentlich der Maßstab sein sollen, laut Liga, laut Nachbarschaft etc.
    Mental zeigt sich hier ein Teufelskreis wie ein gordischer Knoten, den man nur abrupt: mit sich in seinem fremdbestimmtem "Wersein" zerschlagen kann! Das gelingt eben per radikalem Humor, indem man über sich selbst zu lachen lernt und übt: Mann, sind wir blöd, dass wir erst dann "wer" zu sein meinen, wenn wir andere als Gegner haben, die wir besiegen können, um uns daran, dann auf ihre Kosten (wie es aktuell andere Teams auf unsere tun), aufzubauen! Das ist zwar nicht mies, sondern eigentlich die Grundidee im Sport als Bewegungsform gegeneinander, als Wettbewerb der je eigenen Leistungen in Vergleichstabellen, aber für die, die unten stehen, bleibt es eben eine recht miese Idee, dazu zu dienen, andere statt sich selbst aufzubauen. Es mag dennoch recht abstrakt wirken, dass Lachen als grundloser Akt sich selbst "trotzdem" aufzubauen helfen kann, da man die konkreten Ausformungen dieser Methode nur im konkreten Miteinander "erfinden" kann, aber mehr als solch psychologischen Hinweis halte ich halt für unrealistisch. Denn aus der Ferne kann man nicht wissen, woran die Verkrampfung liegt: eben an Einzelnen, Eltern im Hintergrund, dem eigenen "sich verheimlichenden" Selbst (das sich dennoch unterbewusst artikuliert u. mitteilt) - es gibt in concreto einfach zuviele Optionen zzgl. allen Querverbindungen als sozialer Eigendynamik in Gruppen. Ob nun gilt, weniger kann auch mehr sein, musst du beurteilen ;)

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

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  • moin,


    wenn ich sowas immer lese, wie "spiele anders gewichten" und "das gewinnen ist nur zweitrangig"........................
    eine c-jugend ist halt keine bambinitruppe mehr und wenn man nur auf die socken bekommt kannst du drauf warten, bis die mannschaft zerfällt-grade in dem alter, wo ja die altersbedingten abgänge sowieso noch dazukommen.
    ich halte auch nichts davon, die spiele zu einer reinen 'gaudiveranstaltung' verkommen zu lassen, denn wer jungs in dem alter bei 'nem spiel erlebt hat, wo sie aus welchen gründen auch immer, die sache nicht ernst nahmen, der weiss, das da am ende noch größerer mist bei raus kam und nach dem spiel mindestens die halbe mannschaft gefrustet war. es geht ums gewinnen, darum besser zu sein als die truppe, der ich direkt in die augen schauen kann, um freude am hautnahen erfolg. alles andere können sie auch mit weniger anstrengung zu hause vorm rechner haben.


    als lösungsansätze habe ich spontan zwei dinge.
    zum einen die bereits angesprochenen freundschaftsspiele. hierbei kann man im vorfeld schon mal mit einem befreundeten trainer absprechen, das so ein spiel dann auch wirklich gewonnen werden kann (muß ja auch nicht drauf gewettet werden *fg*). dazu eignen sich sogar auch mal die eigenen männermannschaften! wenn ihr zb eine 'altherrentruppe' oder so eine 'spaßfußballmannschaft' im verein habt, so organisiere doch mal ein spiel gegen die truppen und gib denen danach eine kiste bier aus-dann klappt das auf jeden fall.......... ;)
    für die kids ist das eine herausforderung und die männer verstehen soetwas und können den spielverlauf auch für deine jungs siegreich gestalten.


    als zweites würde ich mit den jungs zusammen das spielsystem überdenken. wenn du die jungs da 'mitnimmst' und das 'projekt systemänderung' zu IHREM ding machst, gehen sie vielleicht auch anders an die sache ran und der eine, oder andere sieht sich im team an einer ganz anderen position, als die, auf der er jetzt spielt. oft machen ja ein, oder zwei positionen den unterschied aus, grade weil du ja schreibst, das ihr einige spiele auch knapp verloren habt.
    als trainer kannst du bei der ganzen sache doch eigentlich nichts falsch machen, denn es kann ja nur besser werden.


    gruß

  • ich halte auch nichts davon, die spiele zu einer reinen 'gaudiveranstaltung' verkommen zu lassen


    Nun, jeder kann sich selbst definieren in dem, was ihm wichtig ist, dh sein soll - und fürs Team bzw. Vereine geben es erstmal Funktionäre vor. Ob dies dann auch mit jedem o. einem selbst innerlich übereinstimmt, hat jeder mit sich auszumachen. Bevormundung ist aber unangebracht, obwohl üblich, das reale Problem wäre jedoch: wenn die Teilhaber des Teams allzu verschieden definieren, die einen über Erfolg, andere bloß über Ausleben im Bewegungsdrang, Dritte übers "Soziale" (bei den Herren oft: das Bier u. Quatschen NACH o. gar neben dem Spiel) etc. Oder wenn man früher ganz scharf aufs Siegen war, nun aber so tut, als sei dies völlig egal, da man schlechter, schwächer, unfitter, älter geworden ist: dann muss man den Selbstbetrug bewusstseinsmäßig im Wollen schon gut absichern wie in meinem Selbstbeispiel: im Alter geht es nicht mehr bergauf, nur noch bergab - so lautete mal das resignierte Resume in einem Film. So geht es schon manch Jugendlichem, der als Bambini noch dank moralischem Rückgrat (oft Trainersöhne) alle ausdribbelte u. dann mit 15 hinterher hecheln muss - diesen Einbruch im Selbstwert muss man erstmal mental verkraften! Wenn dann irgendwelche Kiebitze draußen noch Witze reißen über keine Gaudiveranstaltung, Loser o. das berüchtigte Mädchenpensionat, dann gute Nacht, da ist mal wieder ein junger Mensch für den Sport und dieser Sport für ihn verloren: and the winner is - die Spielkonsole oder Glotze. Na da lob ich mir lieber die Gaudi, die du offenbar gern für alle vom Fußballplatz verbannen willst, sorry, aber wo du so provokant schreibst - es entscheiden aber tut eh Gustavo ;)
    PS Aus dem Ackergaul macht man aber nie einfach so ein Rennpferd, daher...

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  • Na da lob ich mir lieber die Gaudi, die du offenbar gern für alle vom Fußballplatz verbannen willst, sorry, aber wo du so provokant schreibst -


    es gibt einen riesen unterschied zwischen "gaudi" und "spaß am sport"................


    ich bin für spaß am sport!

  • Aber im Breiten gilt besser: Sport aus Spaß. Wer den Spaß von Siegen als Ergebnis abhängig macht, hat im Grunde schon den Spaß verloren, - wo dies "Vorgesetzte" verordnen erst recht...

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  • dann kann ich auch alleine um den see laufen...........


    wenn ich aber mannschaftssport betreibe, kommt der spaß auch aus dem gewinnen und nicht nur aus der betätigung als solcher.

  • dann kann ich auch alleine um den see laufen...........


    wenn ich aber mannschaftssport betreibe, kommt der spaß auch aus dem gewinnen und nicht nur aus der betätigung als solcher.


    Wo steht denn das für alle (vor)geschrieben, die mit "kicken" wollen? Also im Beispiel Kellerkicker gebe ich gern zu, dass mir persönlich es auch schwer fällt, quasi verordnet zu verlieren (nomen est omen), indem bei Führung o.ä. Mitte der 2. HZ einige wie "Berufsverlierer" im Egotrip nach vorn eilen, dann nach unmotiviertem Ballverlust dort prustend festkleben u. mit Achselzucken das beobachtete Gegentor quittieren... Nun denn, Joggen mit Ball und Team macht trotzdem noch mehr Spaß als allein um den See u. immerhin lern ich - besser spät als nie, dass Verlieren nicht wehtun "muss" und man beim Smalltalk grad deshalb mehr zu lachen hat. Schade nur, dass Kindern diese Erfahrung meist verwehrt wird u. es dann in Situationen wie von Gustavo geschildert enden: muss und man sich im Kollektiv davon da, wo es nötig wäre, kaum mehr zu befreien weiß. Auch bei Volksläufen gibt es übrigens Siegerurkunden: die Alternative "Fußball o. Joggen" existiert vllt nur in deinem Kopf, da man es dir so als unabdingbar beibrachte? Oder wie würdest du den Denkzwang in dir analysieren, dass Sport (allen inkl. Kindern) nur Spaß machen dürfe, wenn's auch darum geht, als Sieger andere zu schlagen? Ist diese Verbindung als Vorstellung nicht im Grunde sogar sehr abwegig, da es jedem Menschen doch um sich selbst zuerst geht bzw. gehen sollte? Nur wer oben ist, ist gut?


    PS Wenn du das beschreibst, hilft es G. vllt zu erfahren, was in seinen Spielern abgeht, oder?

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  • Auch bei Volksläufen gibt es übrigens Siegerurkunden: die Alternative "Fußball o. Joggen" existiert vllt nur in deinem Kopf, da man es dir so als unabdingbar beibrachte? Oder wie würdest du den Denkzwang in dir analysieren, dass Sport (allen inkl. Kindern) nur Spaß machen dürfe, wenn's auch darum geht, als Sieger andere zu schlagen? Ist diese Verbindung als Vorstellung nicht im Grunde sogar sehr abwegig, da es jedem Menschen doch um sich selbst zuerst geht bzw. gehen sollte?

    es geht nicht um die "alternative fußball oder joggen" und es gibt auch keinen "zu analysierenden denkzwang".


    wenn wir alles nur 'larifari' angehen und soetwas auch noch toll finden, so müssen wir uns doch nicht wundern, wenn die leistungsbereitschaft immer mehr abnimmt.


    ich bin sogar der meinung, das man den siegeswillen sogar wieder forcieren sollte, denn der er ist auf keinen fall etwas schlechtes! was es vielmehr zu vermitteln gilt ist, dass man einfach auch achtung vor der leistung des anderen zu haben hat, wenn man der unterlegene ist. (diese achtung geht leider immer mehr verloren)
    ich gehe immer in einen wettbewerb um zu gewinnen und erkenne an, wenn der andere besser war, was zwangsläufig mit steigendem alter häufiger vorkommt ;).
    im training verpacken wir alles mögliche in spielformen, in wettbewerben (grade bei den kleinen) und in wettkampfnahen situationen, weil es den kids so mehr spaß macht und man so die spannung im training hoch hält. du schaffst provokationsregeln um spielabläufe in die gewünschte richtung zu bringen, welche ja im grunde nur darauf beruhen bei den kids das "ich will besser sein als der andere" herauszukitzeln ..................



    beim letzten satz muss ich dir leider teilweise zustimmen. ja, es geht immer mehr leuten nur noch um sich selbst, was ja auch beim 'ehrenamtsthema' sehr deutlich wurde. vielleicht kommt ja dort sogar schon diese "ich will einfach nur spaß haben"-mentalität, welche ja schon seit vielen jahren vermittelt wird, immer mehr zum tragen.


    gruß



    ps: sorry gustavo, wir sind wohl etwas vom thema abgedriftet ;)

  • Zitat DSV:

    Zitat

    wenn ich sowas immer lese, wie "spiele anders gewichten" und "das gewinnen ist nur zweitrangig"........................
    eine c-jugend ist halt keine bambinitruppe mehr und wenn man nur auf die socken bekommt kannst du drauf warten, bis die Mannschaft zerfällt-grade in dem alter, wo ja die altersbedingten abgänge sowieso noch dazukommen.


    Es gibt halt Mannschaften, die mit Abstand die schlechtesten Leistungen in ihrer Region bringen. Mit wem willst Du dann noch Freundschaftsspiele aushandeln ? Hat Gustavo doch schon gemacht.


    Zitat

    als lösungsansätze habe ich spontan zwei dinge.
    zum einen die bereits angesprochenen freundschaftsspiele. hierbei kann man im vorfeld schon mal mit einem befreundeten trainer absprechen, das so ein spiel dann auch wirklich gewonnen werden kann (muß ja auch nicht drauf gewettet werden *fg*). dazu eignen sich sogar auch mal die eigenen männermannschaften! wenn ihr zb eine 'altherrentruppe' oder so eine 'spaßfußballmannschaft' im verein habt, so organisiere doch mal ein spiel gegen die truppen und gib denen danach eine kiste bier aus-dann klappt das auf jeden fall..........
    für die kids ist das eine herausforderung und die männer verstehen soetwas und können den spielverlauf auch für deine jungs siegreich gestalten.


    Von vorher abgesprochenen Ergebnissen halte ich absolut nichts. Ich würde von meinen kindern nie verlangen, dass sie mit Absicht verlieren sollen.
    Du hast den Vorschlag mit den Männermannschaften gebracht. Da müssen die Kinder schon sehr doof sein, um nicht zu merken, was läuft. Ganz abzusehen, dass Du meist in den Altherrenmannschaften Spieler dabei hast, die es dann noch mal richtig wissen wollen ... .


    Zitat

    als zweites würde ich mit den jungs zusammen das spielsystem überdenken. wenn du die jungs da 'mitnimmst' und das 'projekt systemänderung' zu IHREM ding machst, gehen sie vielleicht auch anders an die sache ran und der eine, oder andere sieht sich im team an einer ganz anderen position, als die, auf der er jetzt spielt. oft machen ja ein, oder zwei positionen den unterschied aus, grade weil du ja schreibst, das ihr einige spiele auch knapp verloren habt.


    Hier muß ich wohl :whistling: den Absatz, wo Gustavo sein jetziges Spielsystem beschreibt überlesen haben ...

  • Hier muß ich wohl :whistling: den Absatz, wo Gustavo sein jetziges Spielsystem beschreibt überlesen haben ...

    ;) nein, du musst nicht zum augenarzt ;)
    er hats nicht beschrieben, aber ich gehe davon aus, das er eins hat! :)
    und wenn alles andere nicht geklappt hat, so bleibt das doch als ansatzpunkt übrig, oder?


    wenn du davon ausgehst, das die kids alles durchschauen und sich über so einen sieg nicht wenigstens ein bisschen freuen würden und keinen spaß dabei haben die 'alten männer abzuzocken', so bleibt wohl nur die konsequenz die mannschaft entweder abzumelden, oder auf deren zerfall zu warten.
    grade weil er ja schon die testspiele gegen gleichaltrige teams der umgebung hinter sich hat, bleibt doch nur noch die variante einen anderen weg zu gehen.
    das es die 'alten heißsporne' gibt, damit hast du natürlich recht-aber die sind ja meist bekannt und man kann mit ihnen vorher reden.


    ich sehe das ganze unter dem motto "erfolge müssen organisiert werden"


    gruß

  • Zitat

    und wenn alles andere nicht geklappt hat, so bleibt das doch als ansatzpunkt übrig, oder?


    Es wäre meiner Meinung nach einer von mehreren möglichen Ansatzpunkten.

  • nicht wundern, wenn die leistungsbereitschaft immer mehr abnimmt


    Richtig, aber darüber würde ich mich freuen, wenn die Jungs bei meinem Training ein wenig vom Leistungsstress der Schule ab- und entspannen können, ich ihnen dies ermögliche. Wozu manipulativ irgendwem Leistung abzwingen, sie füpr alle zum Grundgesetz erklären? Entweder ist die Bereitschaft als Motiv da oder nicht! Will man als Trainer natürlich Erfolg per Leistung, überträgt sich dies, die Jungs fühlen dies als Druck auf sich lasten, Niederlagen als Schande für sich - oder nur den Trainer und seine Erwartungen an sie? Eben dies würde ich anstelle von Gustavo zuerst prüfen: mich selbst. Denn sein Problem war wohl nicht, dass er siegen will, dafür ein Team braucht, sondern dass er Angst hat, dass Spieler aufhören etc. Dafür erbat er Rat, oder?

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Kann man Selbstvertrauen ohne Erfolge bekommen? Ich wüsste nicht wie.


    den Fussball kann man doch nicht isoliert betrachten.
    wer in Mathe in der Regel 2er schreibt, geht selbstbewusst in die Mathearbeit, erklärt Mathe zu einem seiner Lieblingsfächer.
    wo soll der 5er Kandidat sein Selbsbewusstsein, hat ja wohl was mit Selbstvertrauen zu tun, hernehmen?


    ich kann mich noch an meine Schulzeit, da holten sich schlechte Schüler oft ihr Selbstbewusstsein über die Sportnote.


    Gustavo muss nun einen Weg finden, wo seine Jungs Erfolgserlebnisse haben. es ist ja offensichtlich kein Einzel- sondern
    Mannschaftsproblem, das dann auch über die Manschaft zu lösen ist.


    So schlecht kann die Truppe gar nicht sein, dass man nicht noch schlechtere Mannschaften findet. ein zwei Spiele bringen da auch wenig,
    über längere Zeit jede Woche anstelle Training ein solches Spiel. In Absprache mit dem Gegner gibt es durchaus auch die
    Möglichkeit mal gelegendlich einen oder auch zwei bessere ältere Spieler, die die Mannschaft führen können, einzusetzen.


    kurzfristig kann man durchaus auch mal ein Spielsystem wählen, das sich alleine nach einem möglichen Erfolg ausrichtet.


    erfolglose Mannschaften zeigen ab bestimmten Jahrgängen in der Regel Auflösungserscheinungen.


    gg

  • Hallo,


    Also ich habe eine Mannschaft übernommen, die die gesamte Hinrunde nur verloren hat.


    Junger Jahrgang eigene Mannschaft, nur gegen alten Jahrgang egal welcher Gegner.


    Und ich muss sagen, die Jungs sind Super motiviert. Ihnen geht das verlieren klar auf den Zeiger, aber durch ansprechendes Training und vernünftige Gespräche, sind sogar Spieler von "besseren" Mannschaften zu uns gewechselt.


    Überlege am besten deine Einstellung und was du wie vermittelst. Wie du es vorlebst,so leben die Jungs und Mädels es nach.