Praxis von Mental-Training: Fälle, Fragen, Probleme, ditt un datt...

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  • Ich zitiere mich hier aus dem Beitrag 28 selbst: Bei den Zielen von
    Jugendlichen und Kindern geht es hauptsächlich um naheliegendes, was
    morgen ist, was sie bewegt.
    Aus dieser Erkenntnis heraus kann man doch gut handeln: Die erste Halbzeit hat diese bestimmte Aufgabe/Ziel (Frühes Tor...), in der Pause werden dann die Aufgaben der zweiten Halbzeit verteilt. Das können sich die Kinder 50 Minuten gut merken, oder?!
    Und noch einmal: Je eindeutiger Ihr Euch für Lob ODER Kritik entscheidet, desto ehrlicher kommt das an. Das Wörtchen ABER sollte aus dem Wortschatz entfernt werden, weil es immer eine Einschränkung beinhaltet.
    Schön gespielt, aber ... Besser: Entweder "schön gespielt" oder "das hättet Ihr beser machen können, das muss sich noch verbessern, hier habt Ihr nicht aufgepasst...

  • @Mentale


    mit dem "aber" gehst du jetzt in die Feinheiten. jedoch ein guter und praktikabler Hinweis.


    das Anforderungsprofil für Trainer müsste eigendlich erweitert werde, neben Rechstfragen, Haftungsfragen, mentalem Hintergrundwissen müsste unbedingt ein
    Rhetorikseminar belegt werden. :(:(:D:D:D


    zurück zum Ernsthaften.


    Bei allem Sprachgebrauch und Redewendungen sollte man die Spieler nicht unterschätzen.
    Nach einiger Zeit kennen sie auch ihren Trainer, gewöhnen sich an seine Art was rüberbringen, können Aussagen sehr wohl differenzieren.
    deshalb finde ich es unheimlich wichtig, dass Aussagen authentisch rüberkommen. nur dann erzielen sie auch die gewünschte Wirkung.


    gg

  • Günter: Es ging um das, was Kritik ist. Es gibt verschiedene Modelle, aber allg. gilt: "Da niemand seine Handlungen gern in Frage gestellt sieht, wird sie vom Empfänger meist als unangenehm empfunden. Umgekehrt erteilen Menschen auch ungern Kritik, weil sie wissen, dass diese kaum willkommen ist. Die erlernte Fähigkeit, Kritik nicht als Angriff gegen die eigene Person, sondern als nützlichen Hinweis für Handlungsverbesserungen aufzunehmen, und die erlernte Fähigkeit, Kritik so zu üben und zu formulieren, dass sie anstatt zu kränken im Gegenteil motiviert, wird als Kritikkompetenz bezeichnet." (Wiki) In der HZ-Pause Nichtkönnen zu kritisieren, wird nie befruchten, auch wo Gesprächspartner Kritikkompetenz haben: situativ fehlen Zeit u. Muße zur Verarbeitung! Ganz ehrlich: Ich hab bei Kritik in HZ-Ansprachen immer nur weggehört, Mitspieler auch. Wer nur ermahnt, sich aufs eigene Können zu besinnen, erinnert daran positiv .. Lästig ist den meisten auch dies. In der Pause den Kopf vom Spiel-stand frei bekommen, eigene geistige Beweglichkeit wiederherstellend, möglichst ungestört, darum geht's. Auch im KiFu bin ich am besten damit gefahren, Kindern "ihre" Pause einfach zu gönnen, sie in Ruhe zu lassen statt irgendwie auf sie einzudringen, was sie denn tun o. lassen "müssen" (negativ formuliert natürlich am kontraproduktivsten). Anfängliche HZ-Ansprachen dienten eher mir selbst als ihnen, was ich irgendwann per Selbst- u. Fremdbeobachtung bemerkte: all dies Gerede brachte nichts, eher Last denn Lust. In Ruhe gelassen entwickelten sie ihre eigene Gruppendynamik, mehr kann man ihr Teamplay kaum fördern.


    Noch ein Hinweis: der MT von S.Vettel hat 300 MT-Methoden aufgelistet: Kritik gehört nicht dazu (Anregen von selbstkritischer Einstellung im Training als notwendige Voraussetzung, dass Kritik im Training erhört werden kann: ja, mehr nicht etc.) Letztlich ein theoret. Problem, denn was du bzgl. 4er-Kette beschreibst, appelliert strenggenommen eher ans Können statt es zu kritisieren (du schließt ans Können positiv an, erweiterst es in dem, was man schon können kann...), aber das würde hier zu komplex.

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Steini, wenn du damit gute Erfahrungen gemacht hast, ist das doch okay. Solange die Kids nicht auf Unterstützung oder trickreiche Tipps angewiesen sind, ist alles gut.
    Mein Einwurf in Sachen "aber" und Ehrlichkeit war schon weiterführend :)

  • Steini


    "Kein Lob in der Pause" schreibst du.


    für mich keine Lösung und absolut Realitätsfremd.


    den möglichen Lösungweg hast du aber doch selbst schon beschrieben.


    Weg von den konkreten und persönlichen Lobsituationen. Stattdessen, und das hast du auch beschrieben, hin zu einem allgemeinen Lob. ("die 1. Halbzeit war ganz in Ordnung)


    Gleichzeitig mit der Aufforderung so weiterzumachen würde ich (rückblickend würde ich sagen, dass ich es auch so in etwa gemacht habe) aufbauend
    auf die 1. Halbzeit durch eine erweiterte Zielsetzung Anreize schaffen und somit die Konzentration/Anstrengung hochhalten.


    diese ergänzende Zielsetzung sollten jedoch von geringem Anspruch sein und unbedingt mit der vorherigen Spielweise im Zusammenhang stehen.


    In meinen vorherigen Beiträgen habe ich das als leichte Kritikpunkte definiert, die es zu verbessern ginge.


    Ich würde mich jedoch nicht auf eine Ursache festlegen, sondern auch nach weiteren Gründen suchen. da kann es einige geben.


    Betreust du die Mannschaft schon länger, und sie gehört zu den stärkeren Mannschaften bei euch, kann auch ein Gewohnheitsfaktor in Frage kommen.
    Um dem Kinderfussball gerecht zu werden, hohe Ergebnisse zu vermeiden hast du ja in der Halbzeit entsprechend eingegriffen.


    Sowas kann sich in der Mannschaft verfestigen, und führt nun ihre Leistung nach einer deutlichen Leistung in der ersten Halbzeit diese unbewusst in der 2. Halbzeit zurück.


    Mag sein, dass das weit hergeholt ist, aber wenn es so in die Tiefe geht, dass Lob sich negativ auf Leistungen auswirken könnte, dann ist auch dies
    durchaus zu beleuchten. Der Gewohnheitsfaktor spielt in der Entwicklung von Kindern eine wesentliche Rolle.


    gg

  • guenter
    Ich denke mittlerweile auch, dass die Gewöhnung hierbei der tiefere Grund ist. Ich hatte nur gehofft, dass andere auch diese Problematik haben. Dann hätte ich es auf die Generation schieben können --).
    Sie haben mich jetzt sieben Jahre. Einfach zu viel. Nun, bis zum Ende der Saison müssen sie noch durchhalten.

  • aufbauend auf die 1. Halbzeit durch eine erweiterte Zielsetzung Anreize schaffen und somit die Konzentration/Anstrengung hochhalten


    Das ist schön positiv formuliert und richtig. Wenn nun die Zielsetzung auch die der Spieler in ihrem Fußballerherzen (also emotional passend) ist sowie der Trainer als Teil des Teams wahrgenommen Autorität besitzt ("inszenierter" Dialog statt Zutexten), ohne diese überzubeanspruchen, dann dürfte man die Spannung trotz Lob aufrechterhalten. Obwohl Kinder selbst Ziele meist noch wenig realisieren wollen können, sie sind so am ehesten bereit auf den Trainer zu hören, da die kommunikativ erweiterte Zielsetzung den Team-Flow nicht stören o. unterbrechen, sondern fortführen, eben aufbauen dürfte...
    PS Die Zielsetzung kann auch sozial positiv sein; so habe ich unser Team gegen ein Mädchenteam mal ein Tor kassieren lassen, da letzteres in 1 Jahr noch nie eines geschossen hatte. Da jubelte unser Team mit - und lernte: Es gibt auch Ziele jenseits des Gewinnens. So muss man es auch im KiFu vermitteln.

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Die Diskussion hat in der Tat eine interessante Entwicklung genommen. Allerdings habe ich das Gefühl, das der ein oder andere Versuch unternommen wird, seine persönlichen Erfahrungen zu verallgemeinern. Dabei ist die Frage: soll man loben, kritisieren oder beides oder soll man gar nichts sagen auch von der Zielgruppe abhängig ist.


    Ein hilfreicher Hinweis, das es auch von den Erwartungen der Zielgruppe abhängig sein könnte, fehlt sicherlich noch. Denn, wenn die Mannschaft in diesen Momenten nicht oder stark eingeschränkt für Worte (Tipps und Hinweisen) empfänglich ist, dann gibt man sich Mühe, aber es kommt so gut wie nichts dabei heraus.


    Wenn man im unteren Jugendbereich die Erwartungen erfüllen will, dann sicherlich in einer Sprache und Wortwahl, die die Kinder verstehen können. Wobei aufgrund der geringen Konzentrationsdauer meist 2 - 3 kurze und klare Hinweise verstanden werden. Mit mittleren und oberen Jugendbereich ist es ebenfalls wichtig, zunächst abzuwarten, bis alle Spieler sich ausgeruht haben, um dann 2 - 3 wichtige Punkte präzise anzusprechen.


    Auch ich habe eine Methode für mich über Jahre entwickelt, nachdem ich früher auch für jeden voreiligen Trainer-Blödsinn zu haben war.
    Ich gebe allerdings lediglich vor dem Spiel 2 - 3 Punkte vor, auf die im Spiel besonders geachtet werden soll. Darüberhinaus finden besonders gelungene Leistungen während des Spiels mein Lob. Kritikpunkte merke ich mir für das nächste Training. Sie werden unmittelbar nach dem Warmmachen (den Alltag vergessen und sich aufs Sportliche konzentrieren) kurz und sachlich in weniger als 5 Minuten angesprochen. Allerdings erst nachdem die Spieler ihre Sichtweisen des Spiels erklärt haben. Dann brauche ich ja auch nur noch das zu kommentieren, was noch nicht verstanden wurde. Mit dieser Methode habe ich sehr gute Erfahrungen in der interaktiven Leistungsreflektion bei der Entwicklung eines Vertrauensverhältnis gemacht.
    Wenn es das Ziel ist, die Spieler im Lauf der Jugendausbildung zu selbständig denkenden und handelnden Akteuren zu entwickeln, dann gehört die Risikobereitschaft ohne Sicherheitshinweise während des Spiels auszukommen, dazu. Fehler sollen gemacht und die Erfahrungen daraus gesammelt. Wenn die mentale Unterstützung in dieser Phase eingreift, so manipuliert sie den Prozess der Erkenntnisgewinnung durch eine künstliche Verkürzung mit Vorwegnahme der logischen Folgerungen.


    Für mich ist es wichtig, das sich alle Spieler vom Anpfiff bis zum Abpfiff ganz und gar auf das Spiel konzentrieren. Ich habe das Vertrauen, das jeder von sich aus schon sein Bestes geben wird. Im Spiel erfahre ich über Beobachtungen, wo die Stärken und Schwächen meiner Mannschaft liegen, bzw. welche Fortschritte erzielt wurden. Solche Erkenntnisse brauchen jedoch eine Bedenkzeit, weil der Gegner in unterschiedlicher Stärke auf das Spiel des eigenen Teams einwirkt. Durch Kommandos unterbreche ich diese Entwicklungsfluß der Kinder und versuche sie in eine bestimmte Richtung zu leiten. Darin kann sogar die Konsequenz folgen, Spieler, der meinen Anweisungen nicht unverzüglich Folge leistet, auszuwechseln. Logisch, das sich aufgrund mangelnder Möglichkeiten keine Kreativität und kaum Spielintelligenz entwickeln kann.


    Ich habe mir gedacht: Training ist die Zeit (und hat das Ziel) neue Fähigkeiten zu erwerben oder zu verbessern. Das Spiel ist die Zeit (hat das Ziel), die im Training erworbenenen oder verbesserten Fähigkeiten im Wettkampf auszuprobieren.


    Oder liege ich da falsch?

  • Wenn die mentale Unterstützung in dieser Phase eingreift, so manipuliert sie den Prozess der Erkenntnisgewinnung durch eine künstliche Verkürzung mit Vorwegnahme der logischen Folgerungen.


    Dazu fällt mir nichts mehr ein... Du scheinst den Begriff "mentale Unterstützung" nicht zu verstehen...

  • Steini, ich habe mich in deinem Beitrag voll wiedererkannt.
    Mein Team war eher die Situation gewöhnt, dass es zur Halbzeit nicht so gut stand. Dann gab es eine Halbzeitansprache, die auch zwei oder drei Punkte ruhig und klar angesprochen hat, in denen wir uns verbessern müssen. Meist hat das zu einer motivierten Leistung in der zweiten Halbzeit geführt.
    ABER nach einer guten ersten Halbzeit ist Lob oft nicht auf fruchtbaren Boden gefallen. Ich habe das gleiche wie du beobachtet, dass die Mannschaft genau die Dinge schlecht gemacht hat, die ich in der Halbzeit gelobt habe! Es kamen sogar Spieler zu mir, die sagten, ich soll in der Halbzeit nicht mehr loben, das tue der Mannschaft nicht gut.
    Letztlich ist es so, dass die Spieler selbst in der Lage sind, ein Ergebnis zu deuten. Die Aufgabe des Trainers ist da schon, auch mal die andere Sicht zu vertreten. Nach dem Motto, es steht zwar 1:0, aber es ist noch nichts gewonnen. Wir beurteilen das Spiel als ganzes, und eine gute erste Halbzeit allein interessiert da kaum jemanden usw.
    Und umgekehrt, wenn es 0:2 steht, aber die Leistung gut ist, dann muss man das so bewerten und in der Halbzeit eher motivierende Worte finden. Das Zwischenergebnis haben sie eh im Kopf.
    Ein Bundesliga Trainer, bei dem ich diese Haltung stark beobachtet habe, war Matthias Sammer...

  • Weiß ich nicht. Bei Matthias Sammer habe ich beobachtet, dass er in seiner Beurteilung von Mannschaften und Spielen ziemlich "antizyklisch" war und ist. D.h. wenn die meisten denken, alles ist toll, kritisiert er, und in schlechten Zeiten baut er auf...

  • Mentala
    Bei dem Beitrag von @TW- Trainer geht es aber um die Einwirkung des Trainers während des Spiels und darauf bezieht sich doch das von Dir gewählte Zitat. Einfaches Beispiel: Ball ist außen und der ballentfernte Spieler verschiebt ( optimalerweise ) mit in Richtung Ball. Hinter ihm positioniert sich ein Gegenspieler. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Der eigene Spieler erkennt dies, weil er sich trotz Orientierung zum Ball ständig eine Spielübersicht über den "Rest" des Feldes verschafft und er stellt durch möglichen diagonalen Laufweg die Passwege zu. Oder er erkennt es nicht. Jetzt gibt es als Trainer zwei Möglichkeiten. Ich rufe "Hinter Dir" oder noch schlimmer "Nimm Dein Mann"
    oder
    ich sage gar nichts und beobachte. Kommt jetzt ein Pass in die Schnittstelle und der Gegner kommt an den Ball ist der Lerneffekt immens. Kurzer Blickkontakt zum Spieler und er erkennt sofort von sich aus den Fehler. Ohne Worte also viel gelernt. Was oder wie viel hätte er im Vergleich dazu mit Kommando von außen gelernt ? Und zeigt die gesamte Mannschaft dieses individualtaktische Verhalten, sollte ich dies bei meiner Trainingsplanung in der Saison beachten. Im Spiel sollte ich bei diesen Situationen aber weiter die Klappe halten, sonst werde ich nie sehen ob meine Spieler sich diesbezüglich eigenständig weiter entwickeln.


    Hat aber eher weniger was mit Mentalcoaching zu tun. Oder aber ich hab's nicht verstanden. Auch möglich. Tja Mentala, nich einfach mit uns, oder ?

  • Steini


    So habe ich es gemeint! Nicht in jeder Situation sind noch so gut gewählte Worte zwecks mentaler Unterstützung die beste Lösung.


    Deshalb habe ich die Vermutung, das Mentala (noch) nicht genug vom Fussball versteht bzw. noch zu wenig Praxiserfahrungen im Fussball gesammelt hat?


    Aber dazu kann sie am besten etwas sagen!

  • Ich verstehe durchaus einiges vom Fußball :)
    Deswegen habe ich jetzt einfach mal eine Frage: Ihr seid flexibel und habt oftmals langjährige Erfahrung im Umgang mit jungen Spielern. Ihr macht vieles richtig, seid aber nicht sicher... Ihr wollt, dass alles gut ist für die Kids. Warum macht Ihr nicht das, was Euch "richtig" erscheint, beobachtet die Folgen und ändert, wenn es etwas zu ändern gibt?
    Bei dem einen Menschen fallen Eure Methoden auf fruchtbaren Boden, sie passen sich Euren Anforderungen an. Die anderen gehen, wenn sie sich überfordert fühlen. Ob Ihr alles "richtig" macht, wird sowieso die Geschichte zeigen. Ihr seid doch selbstbewusst genug, um die in Didaktik-Seminaren erlernte Fußballtheorie in die Praxis umzusetzen. Wenn das "Material" nicht da ist, ist es unmöglich, es zu schmieden. Ihr könnt zwar das Beste daraus machen, es wird Euch nicht wirklich zufrieden stellen. Ihr seid selbst begeisterte Fußballer und möchtet diese Begeisterung übertragen auf die kleinen Menschen, für die Ihr Verantwortung auf Zeit übernommen habt. Macht es, ohne darüber nachzudenken, ob alles "richtig" ist. Ihr könnt es nicht allen recht machen. Lasst Euren Emotionen freien Lauf und setzt Eure Kreativität ein, um die Gefühle Eurer Spieler zu Höchstleistungen zu animieren.
    Ihr besitzt begrenzte "Macht" in den Zeiten, in denen Ihr die Kinder/Jugendlichen beschäftigen sollt. Behandelt sie so wie Ihr selbst behandelt werden wollt. Achtet auf Euch und die Kinder, nehmt wahr, wie die Umgebung auf Euch reagiert und überprüft Euch ständig selbst. Dann ist schon ein großer Schritt in die Richtung getan, die wir hier theoretisch diskutieren. Ihr kennt die Kinder am besten, also macht was jedem Einzelnen und Euch gut tut.

  • Warum macht Ihr nicht das, was Euch "richtig" erscheint, beobachtet die Folgen und ändert, wenn es etwas zu ändern gibt?


    Bei dem einen Menschen fallen Eure Methoden auf fruchtbaren Boden, sie passen sich Euren Anforderungen an. Die anderen gehen, wenn sie sich überfordert fühlen. Ob Ihr alles "richtig" macht, wird sowieso die Geschichte zeigen.

    Mentala


    der letzte beitrag steht eigentlich im gegensatz zu fast
    allem, was hier im forum zum thema kinderfusball diskutiert wird und
    wurde. denn in fast allen beiträgen dazu gehts im grunde genommen darum,
    dass man eben nicht das macht, wovon jeder denkt, das er es eigentlich
    schon richtig macht, und die kids, die nicht damit klar kommen, gehen
    halt...............
    all die trainer, die sich an den aussenlinien
    daneben benehmen denken doch im grunde auch, sie machen alles gut und
    tun nur das beste für ihre kids.



    gruß

  • Das abstruse dabei ist doch:


    Alle, die hier mitlesen, hinterfragen sich hinreichend, dass für sie gilt: Machen, sehen, korrigieren. Deshalb hat Mentala mit dem Beitrag völlig Recht. Das KiFU-Problem sind doch die, die sich nicht hinterfragen und deshalb permanent daneben benehmen. Nur: Die lesen hier nicht mit!

  • Macht es, ohne darüber nachzudenken, ob alles "richtig" ist.


    Wäre dies nicht Beliebigkeit in purem learing by doing, auf dem Rücken von Spielern als Versuchskaninchen? Und danach soll man sich "überprüfen"? Hätte man die Option, sich rational einfach überprüfen zu können, es gäbe keine Coaches o. Psychologen, oder? Man kann sich nur hinterfragen (lassen) - und dabei hilft ein Coach, evtl. ereignet sich kommunikativ ein neuer Wissensursprung (in Bezug auf Fragen sich selbst betreffend) oder nicht. (Top down per vorhandener Weisheit o. Patentrezept überträgt man nur ein fremdes Selbst, das mag angesichts viel innerer Desorientierung, Druck o. Schwächegefühlen nachgefragt sein, eine Zeit o. vllt gar das Leben lang "funktionieren", mehr nicht: zum eigenen Selbstsein findet man so kaum.)

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    3 Mal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • Ich glaube, ihr zieht teilweise die falschen Schlüsse. Ich kann mich mit Mentala`s letzen Beitrag sehr gut identifizieren. Aber so gut hätte ich es gar nicht formulieren können. Leider für unerfahrene Trainer nicht gerade die Stütze, aber ehrlich!


    Wer macht sich vorher großartig darüber Gedanken, ob er/sie später mal ein guter Ehemann/Ehefrau oder Vater/Mutter wird. Man macht es! Meistens geht es gut, aber manchmal geht`s auch erstmal in die Hose.


    "Behandelt sie so wie Ihr selbst behandelt werden wollt!" Wie kann man es noch klarer beschreiben, was bei der Situationsbeurteilung zu bedenken ist?


    Dennoch werdet ihr häufig erst hinterher erfahren, was ihr richtig und falsch gemacht habt. Und das seltsame daran ist, ihr könnt euch viele Dinge nicht einmal richtig erklären! Wenn dem so ist, was soll man sich unnötig den Kopf zerbrechen? Für Leser, die vielleicht sektierische Weisheiten erwarten, mag dies nun eine Ernüchterung sein, das "die Welt" doch komplizierter ist!


    Schade nur, das Mentala mit ihrer Kompetenz im Fussball-Praxisbereich noch hinter den Berg hält:)