Praxis von Mental-Training: Fälle, Fragen, Probleme, ditt un datt...

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  • DonQuijchote, genau, es geht um die genaue Formulierung des eigenen Ziels. Zuvor natürlich auch, ob es ein wirkliches EIGENES Ziel ist und was ich dafür Schritt für Schritt tue. Wenn ich als Ziel formuliere: "Nächstes Jahr steige ich auf", so könnte es zu einigen Verstrickungen kommen, die nicht erfolgreich sind. Erfolgreich sind Formulierungen wie "In der Saison 2014 spiele ich in der Liga XY" Dem Gehirn ist es egal, ob man sich etwas nur vorstellt oder ob man es tatsächlich erlebt hat.
    Dann muss es natürlich noch weitergehen. Dieses eigene Ziel ist dann zu verbinden mit allen Sinnen, die man so zur Verfügung hat. Dazu allerdings ist dann eine Einweisung nötig.
    Und der Körper tut das, was sich der Kopf vorstellt. Das klingt jetzt einfach, muss aber trainiert werden, wie ich das schon früher beschrieben habe.

  • Kindern- und Jugendlichen sind ihre eigenen Ziele gar nicht bewusst bzw. noch nicht einmal bekannt bzw. diese wechseln noch zu häufig


    Daher sehe ich hier MT auch kritisch: vieles wird eher in Kinder projiziert, manipulativ einsuggeriert: sie sind naturgemäß noch stark prägungsoffen, beeinflussbar - im Guten wie Schlechten. So kann MT effektiv verfangen, wie man in LZ sieht: auserwählte Talente machen alles, den ganzen Stress ohne Mosern lange bereitwillig mit, nehmen Forderungen als ihre eigenen Wünsche auf, glauben in der Praxis an ihren Spaß dabei - und plötzlich fehlt ihnen dann die Lust, hören sie auf, da eigene "needs" vernachlässigt wurden, sich übergroß melden. Daher bin ich bei Kindern stärker bedürfnis- statt zielorientiert, aus Vorsicht, nicht "eindringlich" so zu wirken, wie es eben nicht sein sollte.


    über


    In einer VHS muss man mit MT-Seminaren, noch dazu für Kids, erstmal real reinkommen, sie haben eine wiss. u. pädagog. Leitung, ohne reelle Ausbildung u. Inhalte geht da nichts, nach jedem Kurs wird das Kunden-Feedback eingeholt. Wenn man sich "über" andere belustigt, kann das beide nie weiterbringen. Bzgl. H96 bezog ich mich auf den realen Eindruck im Werderstadion u. wollte mich sicher nicht über deren MT amüsieren. Es ist aber im Vorher-Nachher-Abgleich (Interview vs Praxis aufm Platz) so, dass da Fragen aufkommen, auf deren Beantwortung man gespannt wäre. Bitte projizier keine Schuld für den H96-Auftritt in mich: Ich hab nur gesehen, was alle Zuschauer u. Kommentatoren so äußerten,hab Interesse an einer Auflösung/Erklärung; es gilt da nunmal: am Erfolg in der Praxis sollt ihr euch messen lassen, nicht an Versprechen - so lästig es ist, dies Prinzip ist auch nicht von mir ;)



    falls ich ihn richtig interpretiere


    Danke für die Einschränkung: ich glaube nicht, ich hoffe eher. Wäre schön, wenn man nicht nur Körper, sondern auch Geist in Hochform bringen und den Willen dazu unterstützen könnte. In der Praxis hab ich manch Erfolg (auch bei Kindern) gesehen, Profis schwören heute oft drauf, das macht dann "hoffnungsfroh" ;)


    Andre: Menschen sind mE auch in ihrem (Seins-)Charakter (ver-)formbar. Die Rede vom Ausraster gibt schon den Hinweis aufs Unfeste unserer Selbst (wider alle Ich-Hypostase): der friedfertigst wirkende Charakter kann plötzlich in die Luft gehen, eine ungeahnt andere Seite ausleben, sich nicht mehr unter Kontrolle haben, mit der Chance, sich hernach zu "reflektieren", zu verändern. Denn alles Mögliche ist in jedem angelegt, in jedem ersten Eindruck o. Einzelfall zeigt sich so zwar auch das Ganze, aber nicht in einem "realen" Ausprägungsgrad, sondern in unserem Eindruck davon - Irrtum nie ausgeshlossen. Nun mag mancher sofort wiedersprechen, aber die Realität hat viele traurigste Beispiele parat, wie Menschen sich auf unglaublichste Weise, eben "grundlegend" (bekannter meist zum Negativen, aber auch Positiven) verwandelten. Bekehrbar aber ist selten wer, es muss von eigener Einsicht wie Veränderungswillen her kommen. Wie dies ablaufen kann (per transzendentaler Einbildungskraft: aus Sehen wächst da Kraft zu statt verschluckt zu werden) ist in der Theorie zu komplex, um es hier auf die Schnelle darstellen zu können...

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Mentala


    Frage an dich. irgendwie fällt das aus meiner Sicht ja in den mentalen Bereich.


    die Erkenntnis, dass man vor allem bei Kinder mit Lob wesentlich mehr erreicht als mit Kritik ist ja inzwischen fast bei allen Trainern angekommen.


    wir Deutsche neigen aber dazu, schnell von einem Extrem ins andere zu verfallen.


    ich erlebe sehr häufig auf Sportplätzen eine geradezu inflationäre Lob-Entwicklung.
    da wird gelobt, was der Teufel aushält, noch so jede selbstverständliche Aktion, gelobt, wo es eigendlich nichts zu loben gibt.


    selbst erlebt, dass einige sogar gar nicht mehr darauf reagieren.


    das Lob verpufft, bleibt wirkungslos. soweit für mich absolut nachvollziehbar.


    Nun stellt sich mir die Frage, ob dieses Extremloben auch negative Auswirkungen haben kann und welche. Kannst du dazu was sagen.


    gg

  • Günter


    Das geht mir auch so! Besonders neigen Eltern und Trainer-Eltern des unteren Jugendbereichs unreflektierbarem Lob wie Kritik! Sobald der Kleine den ersten Ballkontakt hat, gehts los! "Das hast du fein gemacht, Julian." Aber nach einem dummen Gegentor heißt es: "lass dir das nicht gefallen, Julian"! .


    Man stellt sich die Frage, warum machen die das? Denn so dumm sind die Kleinen auch nicht, das sie das Lob für besondere Leistungen nicht vom Selbstverständlichen unterscheiden können. Ähnlich ist es mit dem Gerechtigkeitsempfinden für überzogene Kritik! Soll`n sich doch die Erwachsenen besser ganz aus dem Spiel heraushalten!

  • erlebt, dass einige sogar gar nicht mehr darauf reagieren


    Reagieren tut man immer (á la "man kann nicht nicht-komunizieren), aber zB per Weghören/Ignorieren, da zuviel Lob nie umsonst auf wen einprasselt: damit will der doch was von mir u. erreichen! Jedes Zuviel - auch des Guten - wird alsbald bedrängend o. betäubend. Über- vs runterloben: wer soviel Lob benötigt, kann nicht gut sein!? Und jeder Eingriff, der Beachtung fordert, raubt auch Eigensouveränität. Unser Jüngster wurde bei einem Gastspiel vom abwerben wollenden Trainer massivst gelobt, spielte dann immer schlechter, war am Ende gar nicht so begeistert. Der durchaus "supernette" Trainer hätte da die Welt nicht mehr verstanden, wäre er vom vielen (ex-zentrischen) Lob nicht selbst so super eingstimmt geworden, dass er es bzw. die Reaktion des Kindes gar nicht mehr bemerkte.


    Es geht also um mehr als bloß Abnutzungseffekte; Lob wie Spaß sind kein Motiv, also "in" uns belanglos, würde Mentala wohl bestätigen. Grad ein Sich-quälen-wollen kann reizvoll Höchstleistung dank Wille evozieren, wogegen Spaßfußball schnell einschläfert, Trägheit zulassend (soziale Faulheit eben): Standfußball wird. - Selbst-Reflexion ist für Erwachsene das Schwierigste des Menschenmöglichen, daher im Alltag selten möglich: Im Grunde will jeder sich beim Kinderspiel austoben, auch Erwachsene, Zuschauer. Da sie es aufm Platz nicht können/dürfen, kommt's ohne Choreografien der Liebe, des Hasses, der Wut, des Jubels beim Danebenstehen zu Triebstau im Hirn u. spontanen "Ausrastern". Von normalen Eltern kann man Reflektion weniger erwarten, da sie keine Verantwortung für alle bewusst übernahmen. Trainer aber sollen sich "mental" im Griff haben, auf die Zunge beißen o. wie ein Freiburger Streich auf lustiges Rumpelstilzchen machen: lenkt zwar Kinder auch ab, raubt optional ihre Präsenz, aber sie lachen eher als zu weinen - und wer trotzdem aufm Platz konzentriert bleibt, der hat schon viel für sich gelernt, ist fokussiert: ich spiele, es ist mein Spiel, die draußen sind ohne Belang, bloße Störfaktoren im Spiel: falls man da seine Auswechslung überhört, ist das eigentlich "mental" ein gutes Zeichen ;)

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Lob ist nur dann sinnvoll, wenn es EHRLICH gemeint ist. Das heißt, dass ich dem zu Lobenden in die Augen schaue und die Aussage so kommuniziere, dass es ihn weiter bringt. Jeder Mensch, besonders Kinder, spüren sofort, ob es Bla-Bla ist oder eine aufbauende Wirkung haben sollte. (Männer denkt auch bei Komplimenten den Damen gegenüber daran :) )
    Auch Kritik kann man doch so "verpacken", dass sie den anderen nicht demotiviert. Aber ehrlich sollte sie sein und sprachlich angepasst und nachvollziehbar.

  • @Mental


    das ist mir schon klar.


    die Frage geht dahin, ob dies, ich bezeichne es mal als extremes Dauerloben in die negative Richtung ausschlagen kann.


    ich denke da an: , auch ehrlich gemeintes Lob kommt nicht mehr an, Kinder werden immun gegen Lob und verliert somit eigendlich seine positive Wirkung, und als Extremfall dass ich anstelle von Lob das Kind nur noch über Kritik erreiche, was in meinen Augen verhehrend wäre.


    vielleicht etwas krass, aber der Verdeutlichung so ausgedrückt.


    gg

  • Natürlich stumpft "Dauerlob" ab. Weil es nichts besonderes mehr ist. Ein Kind, das jeden Tag Geschenke bekommt, wird sich weniger auf Geburtstag/Weihnachten freuen, als ein anderes Kind, welches im ganzen Jahr nichts bekommt, außer an diesen Tagen ...

  • Karl


    beantwortet immer noch nicht meine Frage.


    nach deinem,Beispiel bin ich wieder bei 0 gelandet. also bei dem Stand, wenn es überhaupt keine Geschenke gibt


    das ist mir alles bekannt.


    Mich interssiert aber ober ich ins Minus geraten kann.


    um bei deinem Beispiel zu bleiben. mit Geschenken will man Freude bereiten, Anerkennung ausdrücken, Dank ausdrücken.


    Können nun zuvel Geschenke zu jeder Zeit aber andere (negative) Auswirkungen haben, und welche..


    gg

  • lob und tadel sollten sich immer in einem ausgewogenen verhältnis befinden und vor allem auf den jeweiligen spielertyp abgestimmt sein.


    ich habe die erfahrung gemacht, das es kids gibt, die auf lob gut ansprechen, aber keine kritik abkönnen.
    genauso habe ich kinder, die können mit lob nicht umgehen und "drehen sofort frei", verbessern sich aber, wenn sie kritisiert werden.


    ich halte nichts von dieser 'kuschelpädagogik', wo man nur noch lobt und alles ist immer positiv und alles wird auch nur positiv formuliert...........

  • Zitat Günter:

    Zitat

    Mich interssiert aber ober ich ins Minus geraten kann.


    um bei deinem Beispiel zu bleiben. mit Geschenken will man Freude bereiten, Anerkennung ausdrücken, Dank ausdrücken.


    Können nun zuvel Geschenke zu jeder Zeit aber andere (negative) Auswirkungen haben, und welche..


    Hier wären wir meiner Meinung nach schon im Minus, da ich mich ja in diesem Fall der Form der Belohnung (Geschenke/Lob ) beraube, - sie nicht mehr greift.

  • Hier wären wir meiner Meinung nach schon im Minus, da ich mich ja in diesem Fall der Form der Belohnung (Geschenke/Lob ) beraube, - sie nicht mehr greift.


    wenn Lob nicht mehr greift, muss ich ja zu anderen Mitteln greifen, die dann Kritik und Druck wären. Wobei ich dann voll im negativen Bereich
    durch Dauerlob wäre.


    Im Gegensatz dazu kann ich Lob jedoch eine verstärkte Wirkung geben.


    Mentala beschreibt ja, und ich bin auch immer so vorgegangen, dass man Kritik die Schärfe nimmt, wenn man sie mit einem Lob verbindet.


    Umgekehrt muss es dann aber auch einen Schuh geben, dem Lob einen Verstärker mitgeben, indem ich es mit einem leichten Kritikpunkt verbindet.
    Ich hatte zumindest das Gefühl, dass es so ist, wenn ich mal so vorgegangen bin.


    gg

  • Hah, hier weiß ich tatsächlich wovon ihr sprecht. Für den anderen Thread mit eigentlich gleichem Themenkomplex bin ich offensichtlich zu doof, versteh nur Bahnhof und bekomme Überdruck im Hirn ?(


    Dieses "Überloben" und die "Kuschelpädagogik" ist mir auch ein Graus. Alles in dosierter Form und fertig. Jetzt habe ich aber bei meiner Truppe ein Phänomen, da hab ich letztendlich noch nicht so die optimale Lösung gefunden. Punktspiel, Halbzeit. Bin kein Freund von großen Kabinenansprachen, deswegen kurz und knapp. Nun kommt es als Beispiel zu folgender Situation: Erste Halbzeit ein richtig gutes Spiel. Max. ein oder zwei Ansatzpunkte, die für die zweite Halbzeit verbessert werden könnten. Die werden auch angesprochen. Und nu kommts: Ich erwähne mittlerweile mit keinem Wort mehr, dass und was sie in der ersten HZ richtig gut gemacht haben ! Wenn dann max. "War okay, aber auf folgendes sollten wir achten..." Warum ? Es war wirklich erstaunlich und dieses Verhalten haben sie ausnahmslos gezeigt. Genau die Dinge, die ich lobend erwähnte waren in der zweiten HZ wie weggeblasen. Ich hatte vorher Trainerkollegen gebeten sich das mal anzuschauen. Die waren auch ganz erstaunt, hatten jetzt aber auch keine Patentlösung. Jetzt werden die positiven Dinge erst nach dem Spiel angesprochen und das klappt gut.
    Gebracht hat mich darauf ein Trainer aus meinem zweiten Verein, der beruflich im Sektor Coaching von Führungskräften tätig ist und dementsprechendes Fach- und Praxiswissen über Zielsetzungen und deren Umsetzung usw. hat.


    Der hatte, für mich nachvollziehbar, folgende Erklärung: Die Kinder in der Schule lernen heutzutage in komprimierter Form Zielsetzungen nur in Etappen durchzuführen. Lernen nur bis zur nächsten Arbeit, dann kommt da sofort gedanklich ein Haken dran. Unterscheidet es jetzt nicht wesentlich von uns früher ;)Die Computergeneration jedoch lernt auch in ihrer Freizeit ( nach seiner Meinung ) in kurzfristigen Etappen zum Ziel zu kommen. Den nächsten Endgegner noch und der Level ist geschafft. Haken dran, interessiert nicht mehr. Noch vier Freundschaftanfragen und ich hab 200 Freunde bei FB usw. Und dies Verhalten würden eben auch meine Jungs zeigen: ( als Beispiel !) "Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff hat sehr gut geklappt, da hat jeder mitverschoben. Prima, weiter so." Tja, das war's dann. Nächster Level :D Vorne bleibt stehen und verlässt sich auf Hinten. Hinten bleibt stehen und verlässt sich auf Vorne. Ich verschweig jetzt also die guten Sachen bis zum Spielende ;)


    Ist das nur bei meiner Truppe so oder kennt ihr das auch ? Und wenn ja, wie reagiert ihr darauf ?

  • Steini


    Der Logik der Erklärung folgend, müsste das eigendlich öfters vorkommen. Nur wer hat das bisher bewusst registriert?
    Vermute dass jetzt doch mal einige Trainer da mal bewusster darauf achten, und Erklärung für einiges bekommen.


    so langsam bewegen wr uns hier im Themenkreis in die richtige nutzbringende Richtung.


    eine Alternative zum Nichtsagen zu dem Positiven der 1. Halbzeit wäre aus meiner Sichtweise hier noch eine, jedoch nur minimale, Anforderung
    draufsetzen.


    Bin gespannt was Mentala hier dazu schreibt.


    gg

  • Zitat günter:

    Zitat

    Umgekehrt muss es dann aber auch einen Schuh geben, dem Lob einen Verstärker mitgeben, indem ich es mit einem leichten Kritikpunkt verbindet.


    Ich würde es so sehen, dass die Kritik hier weniger ein Verstärker für das Lob ist, als dass das Lob die Kritik so akzeptabel macht und das Kind mit dieser umgehen kann. Das Kind nimmt dies meiner Meinung nach dann insgesamt als Lob mit kleinem "Verbesserungsvorschlag" an und versucht wenn es optimal läuft, an diesem "Vorschlag" zu arbeiten, wohingegen es bei zuviel Kritik schnell an Selbstbewusstsein verlieren und aufgeben könnte.


    Die in Steinis Beitrag aufgestellte These mit der Zielsetzung in Etappen bringt mich erst einmal zum Nachdenken.

  • mahlzeit


    die sichtweise mit den leveln aus den spielen gefällt mir sehr gut und ich kann das auch bestätigen, denn bemerkt habe ich auch schon, dass die kids vieles nur noch in ganz 'kleinen dosen' aufnehmen können (komplexere trainingsübungen mit mehr als drei zu beachtenden schritten sind auch bei b-jugendlichen noch problematisch :) ) .
    die langfristig angelegte wissensvermittlung in der schule ist ja auf grund ständig wechselnder lehrerschaft und themengebieten auch nicht mehr so gegeben. ich höre dann immer "..... na das hatten wir doch letztes jahr-das weiß ich doch JETZT nicht mehr...." :( das wirkt sich natürlich auch bis in den sport aus.


    es ist aber als trainer immer eine gratwanderung bei den jungs den spagat zwischen 'meckerkopp' und 'weichei' hinzubekommen. was ich bei den älteren gerne mal mache, wenn zu viel negatives auf der halbzeitliste steht, ist, ich lasse das schlecht gelaufene in selbsteinschätzung abhandeln und gebe dann danach noch ein paar lobende worte mit auf den weg in die zweite hälfte. das signalisiert dann auch immer "hey jungs, ich glaube an euch"!


    gruß

  • Nichtsagen zu dem Positiven der 1. Halbzeit


    Hier liegt vllt eher ein Selbst-Missverstehen vor. Plus und Plus ergibt bekanntlich gemäß mathem. Logik nie Minus. Wie entsteht es also? Über unseren falschen Eindruck von uns selbst, unserer Rolle im Spiel. Wir Menschen neigen zur selbstzufriedenen Trägheit. Wieso? Wir sind nie nur positiv. Unsere Kraftressourcen sind endlich, also realistisch betrachtet zur Schwäche neigend: kein rein Positives, im Spiel (des Lebens vs 'gegen' wen) unter der Oberfläche immer auch negativ, egal wie hoch man zu führen meint. Zur Halb-Zeit kann man also keine abschließend positive Urteile abgeben ("fällen"). Wo dieser Eindruck aber existiert, ist die Heuer scheinbar schon eingefahren, man schaltet den berühmten Gang zurück, egal, ob dies Beenden im Positiven bloß Kopfgeburt ist. Daher muss das Positive mental als nach vorn offener Prozess möglicher Selbstfindung angesprochen werden, individual: Klaus, so möchte ich dich sehen, immer, zeig mir in der 2. Halbzeit nochmal, dass das du bist oder sogar noch mehr geht! Man muss nicht das Haar in der Suppe suchen, falls es nicht da ist, da es zuviel Positives geben könnte, aber eine leise mit Lob verbundene Mahnung vor Selbstzufriedenheit, dh Abschluss in den Zielen schadet selten. Zeit spielt (anders als im Star wars) eine Rolle, die entscheidende ;)

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Wo dieser Eindruck aber existiert, ist die Heuer scheinbar schon eingefahren, man schaltet den berühmten Gang zurück


    kenn ich aus eigener Prasxis, ist wohl normales menschliches Verahlten



    aber eine leise mit Lob verbundene Mahnung vor Selbstzufriedenheit, dh Abschluss in den Zielen schadet selten.


    hier sind wir wohl auf der gleichen Schiene. ich hab für mich nur eine leise Mahnung durch leichte Kritik ersetzt.
    Kommt aber auf dasselbe raus.


    gg

  • ich hab für mich nur eine leise Mahnung durch leichte Kritik ersetzt.
    Kommt aber auf dasselbe raus.


    Mahnung bleibt dem Adressaten formell-äußerlich, Kritik dringt nach innen: die Situation wird durch sie ja als Krise dargestellt, was Trägheit selten wahrhaben will (Folge: Reaktanz)). Kritik kann daher in der Halbzeit schnell tief verunsichern: Unlust, Widerwille o. Unfriede hervortreiben, abschalten lassen... Sie benötigt als konstruktive Abstand zum aktuellen Geschehen (vs riskanter Provokationsstrategie, die oft eher vom aktuellen Spiel ablenkt im Kopf), um verstanden werden zu können. Daher wandert im Alltag eine Mahnung auch schnell unbeachtet im Papierkorb (wirkt nur optimal), wogegen Kritik, wo sie trifft, aufregt u. diplomatisch verpackt werden sollte (wirkt als Angriff bzw. wird so wahrgenommen). Prüfe es mal bei dir selbst, wie du (bloß appellative) Mahnung, wie (echt treffende) Kritik aufnimmst...

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • @Kicker


    du sprichts doch selbst von diplomatisch verpackter Kritik (ich beeichnete das als leichte Kritik), richtig angebracht wirkt die nicht als Angriff, sondern eher Ansporn es besser zu machen.


    verstehe nicht, wie du dann jetzt konkret auf echte Kritk umschaltest, darüber reden wir momentan nicht.


    ,jetzt auf das Beispiel von Steini zurückzukommend versuch ich das mal in der Praxis zu erklären.


    Schwerpunkt derzeit die Viererabwehrkette, Mannschaft macht das gut und spielt insgesamt gut.
    dies wird nun in der Halbzeit in einem Satz alsLob vermittelt.: dass war bis jetzt gut
    um dies auch in der 2. Halbzeit hochzhalten erfolgt nun die Kritk.
    "Eines gefällt mir noch nicht ganz, das Anbieten wenn unser TW den Ball hat (leichte Kritik), das versuchen wir jetzt in der 2. Halbzeit noch zu verbessern (Zielsetzung), dafür ist aber unbedingt erforderlich dass ihr insgesamt so weiter spielt, wie in der 1. Halbzeit, also konzentriert ich darauf
    so weiterzumachen und dann das noch zu verbessern, gelingt uns das, dann machen wir heute ein Superspiel"(Aufforderung das Niveau beizubehalten, )


    mehr Ansprache ist in der Halbzeit nicht erforderlich, alles andere kann schon Überforderung sein.
    bei Bedarf noch den ein oder anderen speziellen Hinweis an bestimmte Spieler.
    Unter Umständen kann ich noch in 2,3 Sätzen auf die wichtigsten Vorgaben der Taktikbesprechung von vorm Spiel eingehen. Aber wirklich nur absolut ganz kurz, Stichworte können schon genüben.
    Das hats sichs aber dann.




    durch meine leichte Kritk verstärke ich das Lob der sonstigen Leistung und verstärke die Motivation es noch besser zu machen.


    das meine ich damit, wenn ich von Verstärkungswirkung des Lobes durch leichte Kritik spreche.


    Mahnung kann sehr schnell auch als Drohung aufgefasst werden, wenn nicht die richtige Wortwahl getroffen wird.


    gg

    Einmal editiert, zuletzt von guenter ()