Wie sollen sich Eltern verhalten ?

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  • Möchte mich mal selbst überprüfen und die fragen, die davon mehr Erfahrung haben, was ich noch verkehrt mache.


    Wie sollen sich Eltern (bei Spielen) verhalten ? Meine Regeln sind (hier F-Jugend, weil meine beiden da spielen und ich nur bei diesen Spielen und Training bin):


    - Freundlich und fair zu allen (vor allen den Kindern) zu sein - es ist ein Spiel ! und behandle andere so, wie man selbst auch behandelt werden möchte !
    - Allen Kindern zu helfen, erklären etc.
    - Alle Kinder anspornen, motivieren
    - Den Gegner niemals "schlecht" machen, wenn an die eigene Stärke appellieren bzw. diese aufzeigen oder ansprechen und bestärken


    Was ich gar nicht ausstehen kann sind:
    - schlechte Verlierer (ich verliere auch nicht gerne, aber es gibt immer einen besseren bzw. bei einem Fußballspiel von Kindern ist einfach noch viel anderes möglich, warum man gerade nicht gewinnt).
    - Schreiende Eltern, Trainer und Eltern, die ihre kämpfenden Kinder zusammenstauchen, Herabwürdigung des Gegners.


    Mmmh, ich rufe seit einiger Zeit auch immer öfter in das Spiel hinein, fällt mir auf. So wie ... "prima Abspiel" (der Torschütze braucht glaube ich keinen besondere Bestärkung mehr, eher der, der in diesem Alter die Vorlage dazu gibt) oder "greif deinen Gegenspieler an" bzw. "du bist toll gerannt". Kann man so was machen ? Unser Trainer hat nichts dagegen, die anderen Eltern auch nicht, aber kann ja deswegen trotzdem nicht erwünscht sein ?


    Wahrscheinlich ist das hier allen klar und gar nicht so spannend. Eher vermutlich, die gängigen Entgleisungen, wie in anderer Threads zu lesen.

  • Jedes Hineinrufen durch Erwachsene lenkt die Aufmerksamkeit vom Platz weg nach außen, vom Kinderteam weg zu Eltern/Trainern. Egal, wie gut u. unterstützend gemeint, kann auch Lob und Bestärkung von außen negativ wirken, Kinder immer mehr daraufhin abhängig machen, dass sie gelobt werden. Zugleich ist das aber nunmal Erziehung: positiv per "Ermutigung" (encourage) dahin lenken, wo etwas gut läuft, Fehler per Fragen o. freundliche Hinweise korrigieren etc. Dennoch mache ich das nach dem Ende, einzige Ausnahme für mich: ein Weckruf, falls alle noch schlafen - das verhindert man aber besser mit rechtem Anschwitzen beim Warmmachen - o. nach dem 0:3 die Köpfe nach unten hängen. Für mich gilt im Fußball als Teamsport: Köpfe frei halten o. "Hirn klein, Herz groß". Impulse von außen müssen aber im Hirn: individuell verarbeitet werden. Wenn es im Team läuft, finde ich es besser, es laufen u. Kindern ihr teamintern soziales Flow-Erleben zu lassen: sogar positive Bestärkung kann letztlich dies stören, aus dem selbstbestimmten Flow reissen (muss aber nicht, wenn Trainer o. Eltern als harmonischer Teil des Teams empfunden werden - doch wer wollte das genau wissen?). Alles aber nur meine Privattheorie gemäß dem Bonmot: in der Ruhe liegt die Kraft...

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Loben und anfeuern ok… ansonsten bitte Ruhe geben… mir ist am liebsten die Eltern sind 20m weit weg. Weil sie die Jungs auch durch ihr anfeuern nervös machen können. Merkt man stark bei ausgeglichenen Spielen, da peitschen sich die Eltern gegenseitig hoch und die Kinder ziehen voll mit und spielen überhart weil sich hochgeschaukelt werden.

    Wer aufhört sich weiter zu entwickeln, hört auf besser zu werden.

  • Hallo
    Also Ich als Trainer muss sagen das Ich im ersten Punkt dem Kicker recht geben muss.
    Ich sehe es selbst bei Meiner Mannschaft das das reinrufen der Eltern die Kinder extrem ablenkt und diese erstmal ausschau halten von wo die Rufe kamen und sich dann erst wieder auf das Spiel konzentrieren ( wenn man das in der G Jugend so sagen kann ).
    Und da dies sehr viele Eltern machen reinrufen ( so finde Ich es ) ist die Konzentration komplett dahin im Spiel.
    Wir im Trainer Team haben mit den Eltern gesprochen und es Ihnen erklärt das es die Kinder sehr stark ablenkt wenn sie herrein rufen ins Spiel und dieses Bitte uns Trainern überlassen sollen da die Kinder genau wissen wo wir Trainer am SPielfeldrand stehen und uns nicht erst suchen müssen.
    Die Eltern waren damit einverstanden und Klatschen seit dem nur noch bei guten Aktionen der Kinder was die Kinder kaum noch ablenkt da es wenn dann alle machen ( das Klatschen ) und sie nicht erst den Jenigen suchen der etwas gerufen hat.


    mfg

  • Guck Dir die Spiele doch einfach in Ruhe an und wenn Du etwas sagen möchtest, sag es anschließend.
    Wenn alle reinrufen, wie freundlich auch immer, sind die Kinder doch total abgelenkt :rolleyes:

  • gebe meinen Vorrednern recht, ist aber viel leichter gesagt als getan, vor allem wenn man selber Trainer ist/war. Es fordert einige Konzentration, das koennt ihr mir glauben. Wenn die Stimmung insgesammt relaxt ist, faellt es natuerlich auch viel leichter. :thumbup: Glaube, ich bin schon sehr brav ;)

    "...for the love of the game!"

  • Ich denke jetzt, dass es gut ist nicht mehr hineinzurufen, wenn dann klatschen. Dazu hilfreich (wie hier geschrieben) ist der Abstand zum Spielfeld (Elternzone). Danke für die Antworten ....

    Einmal editiert, zuletzt von Ein Papi ()

  • Wenns nicht was unnötiges für die anderen ist kann man das ruhig sagen. Ich möchte ja lernen. Ich möchte ja wissen, wie das die Trainer etc sehen .... ich möchte ja eigentlich nicht mich irgendwie hervorheben oder selbst was erreichen, sondern eigentlich den Kindern helfen. Und da gut kann natürlich gemeintes auch völlig falsch sein !

    Einmal editiert, zuletzt von Ein Papi ()

  • Ich fang mal bei mir an. Als Kifuanhänger fordere ich viel von mir und anderen. D.h.....z.B.....Ruhe am Platzrand -Ausnahme: Lob und Begeisterung!


    Das gelingt nicht immer, trotz bester Vorsätze.


    Im besten Fall sage ich nichts, im zweitbesten Fall rufe ich den Spieler an den Rand, nur wenn der an der anderen Seite ist....gehts so nicht so gut, logisch.


    Im dritten (eigentlich beschissenen) Fall rufe ich es rüber. Dann erhalte ich Ärger von meiner Frau, weil ich so laut war. Logisch...Regelverstoß Kifu und schlechtes Aushängeschild als Trainer, ...ich bekenne mich schuldig, ganz klar! Ich konnte es nicht ertragen und mußte meine Botschaft unbedingt loswerden und das, obwohl meine Grundeinstellung ganz anders ist. So ergehts mir selten -aber schonmal- auch als Zuschauer meiner beiden anderen Söhne.


    Was ich hierbei jedoch noch positiv hervorheben möchte ist, das ich bei meinem Zuruf NIEMALS beleidige, sondern ich erinnere den Spieler an die Vereinbarung oder das erlernte...also ein Appell das nun umzusetzen im Einklang mit dem Zuruf auf Aufmunterung und Ermutigung.


    Bleibt für mich die Frage des - Warum mach ich das, wieso passiert mir das? -


    Meine Antwort ist, dass es mich in dem Augenblick -je nach innerem Zustand meiner Person/Tagesform- ÄRGERT...wenn ein Spieler einfache Vorsätze nicht umsetzt, obwohl ich von ihm fest glaube, dass er dazu in der Lage ist das umzusetzen. Z.B....schneller und lauffreudiger zügig stark auf den Ball zuzugehen, statt zu warten, das die dämliche Pille bei ihm ankommt ...oder....er nicht in den Vollsprint mit Ball zum Konter ansetzt und stattdessen noch mehr oder minder wartet, dass der Gegner an ihm dran ist....oder der verflixte lange Fuß in Richtung ballführendem Gegner, statt den Gegner locker gemütlich sorgenfrei zu stellen, um dann den Ball abzulaufen...da werde ich besonders ärgerlich
    (innerlich). Es ist nie das Ergebnis das mich dazu treibt, sondern einfach das fußballerische selbst! Ich denke hier liegt ein Unterschied zu vielen anderen Trainern. Ich bin so bei einem 5 zu 0 für uns und nicht mehr oder minder bei einem 0 zu 8 gegen uns.


    Was mich als Elternteil und als Trainer auf die Palme bringt und mir größte Selbstbeherrschung abverlangt ist z.B. der Vorgang Vorgestern als uns ein schlecht fußballspieldendes Team aus dem Pokal gefeuert hat:


    Situation:


    Erste Halbzeit....wir drängen den Gegner in dessen Hälfte ein. Der gegnerische Trainer pfeifft. Noch zwei Minuten bis zur Halbzeit. Der Gegner schafft es auf unsere Spielfeldhälfte und verliert den Ball. Wir kontern über einen tödlichen/steilen Pass. Drei Stürmer überlaufen die Abwehr.....der Schiri pfeifft eine Minute vor der Pause (ich habe die Zeit gestoppt) zur Halbzeit ab.


    Zweite Halbzeit....ähnliche Situation...Ich stehe genau auf Höhe....wir setzen zum Konter an....er pfeift Abseits, obwohl mein Spieler locker 2 Meter nicht im Abseits war. Ich drehe mich zu den Eltern des Gegner um und verschiebe meine Miene...worauf die anfingen zu toben. Ich sagte laut: "Prima".


    Dann ein Konter des Gegners...Tor.


    Darauf ermuntere ich meine Jungs noch ein Brikett drauf zu legen und rufe zudem laut, dass Kopfballtore heute doppelt zählen und grinse. Die Jungs liefen sich heiss und wir schnürrten den Gegner mehr oder minder im 16èr ein.Wir schossen uns gegenseitig ab, ....spielten Flanken ein, tödliche Pässe....Heber und und und...der Ball ging an den Pfosten, mehrfach an die Latte und und und.


    Zeitgleich dirigierte der Schiedsrichter sein Team ("Nimm den 10er...doppelt den....geh hier hin, ....mach das"). Das steigerte sich bis dahin, dass er den Torwart animierte den Ball lange festzuhalten und dass er den Ball weit ins Seitenaus schlagen sollte. Das geschah dann auch so cirka 5 Mal. Neben der Seitenauslinie ist ein Wald und dauerte dann schonmal 40 Sekunden bis es weiterging, prima. Dazu gab er mehrfach für sein Team Einwürfe. Statt gerechtfertigte 3 bis 4 Minuten Nachspielzeit zu geben, pfiff er 30 Sekunden vor Abläuf der regulären Spielzeit das Spiel ab.


    Darauf tickte mein Kapitän aus und beschimpfte den Schiri -sachlich- und laut. Er ging nicht mit zur Verabschiedung und zertrat zudem zwei Kunststoffflaschen, was mich dazu animierte ihn laut Sstrammstehen zu lassen. Unsere Eltern blieben ruhig, die des restlos unterlegenen Gegners zischten augenscheinlich ab...was ich gut verstehen konnte, denn diese Unsportlichkeit war irgendwie peinlich. Schade für meine Jungs.


    Ich erzähle diesen Part um zu dokumentieren, dass es durchaus Abläufe am Platz geben kann, die trotz bester Vorsätze mal entgleiten können. Die Erfahrung neulich bei zwei Freundschaftsspielen ohne Schiedsrichter zu spielen...war so toll...das ich immer fester der Meinung bin, dass man auch ohne Schiedsrichter auskommen kann. Da fielen ein zwei Fehlentscheidungen...die die Jungs überhaupt nicht zu belasten schienen und sich auch ausglichen...und die Zuschauer waren auch viel relaxter, weil sie hatten ja keinen zum Auskotzen. Der gegnerischen Trainerin überlies ich das letzte Wort bei Uneinigkeit....wozu es aber nicht kam. Ich fand klasse und ich wette, das mein Team so das Spiel gewonnen hätte.


    Nun treffen wir in der Meisterschaft bald erneut auf dieses Team und ich garantiere, dass wir sie bei besserer Schirileistung (wir pfeifen gerecht und sportlich fair"!!!) so bespielen, dass wir glücklich nach Hause fahren....und dabei fordere ich nichtmal einen Sieg ein...obwohl ich glaube, dass meine Jungs die Wahrheit auf dem Platz finden werden ;)

  • Meine Antwort ist, dass es mich in dem Augenblick -je nach innerem Zustand meiner Person/Tagesform- ÄRGERT...wenn ein Spieler einfache Vorsätze nicht umsetzt, obwohl ich von ihm fest glaube, dass er dazu in der Lage ist das umzusetzen. Z.B....schneller und lauffreudiger zügig stark auf den Ball zuzugehen, statt zu warten, das die dämliche Pille bei ihm ankommt ...oder....er nicht in den Vollsprint mit Ball zum Konter ansetzt und stattdessen noch mehr oder minder wartet, dass der Gegner an ihm dran ist....oder der verflixte lange Fuß in Richtung ballführendem Gegner, statt den Gegner locker gemütlich sorgenfrei zu stellen, um dann den Ball abzulaufen...da werde ich besonders ärgerlich
    (innerlich). Es ist nie das Ergebnis das mich dazu treibt, sondern einfach das fußballerische selbst! Ich denke hier liegt ein Unterschied zu vielen anderen Trainern. Ich bin so bei einem 5 zu 0 für uns und nicht mehr oder minder bei einem 0 zu 8 gegen uns.

    Andre, das kommt mir verdammt bekannt vor.
    Mit einigem zeitlichen Abstand muss ich dann zuhause selber drüber grinsen. Die Truppe hat gewonnen und alles kommt freudestrahlend auf Dich zu. "Super. Toll. Klasse. Ist ja gut gelaufen." Du drückst Dir mit Müh und Not ein Lächeln raus, weil die eigene Analyse des Spiels vollkommen unabhängig vom Ergebnis ist und eben ( fürs Trainerherz ) unbefriedigend verlief.
    Oder sie haben verloren und man sieht nur betretene Gesichter, während man sich selbst ein Pfeiffen unterdrückt, damit sich Spieler und Eltern nicht verarscht vorkommen.