Torwart bei den Bambinis

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  • Hey,
    als erstes stell ich mal kurz mich und mein Team vor. Also ich bin 19 Jahre alt und trainiere seit ca. 2 Jahren die Bambinis. Seit ca. 6 Monaten trainieren meine Freundin und ich die kleinen Monster gemeinsam. Unsere Bambinis sind eine ganz besondere Mannschaft, da wir die Jahrgänge 2005, 2006 und 2007 zusammen trainieren.


    Meine Frage wär jetzt wie ich unsere Torhüter am besten fordere. Bei vielen Übungen sagen die Kleinen immer "Ach das kann ich eh schon" und geben sich dann keine Mühe. Leider klappt vieles aber noch nicht so gut, wie die Torhüter denken. Die größten Schwierigkeiten bereiten ihnen die Abstöße aus der Hand und das Aufpassen während des Spiels.


    Hat jemand einen Tipp, was ich machen kann, damit die Kinder das Abschlagen aus der Hand hinbekommen?


    Ich sag jetzt schonmal danke für eure Hilfe =)


    Gruß Ana

  • Meiner Ansicht entsprechend, sollte man


    1. keinen Torwart bei den Minis haben....jeder DARF/....MUSS mal ins Tor


    2. der Torwart sollte keinen Abschlag machen, den schafft man in diesem Alter sowieso nicht weit raus.


    3. ist der Abschlag auch später in der der F und E die fußballerisch übelste Lösung, weil sie nicht spielerisch gelöst ist. Der weite Abschlag ist im Grund dem Gewinndenken zu verdanken.....denn wer ständig weit rausspielen läßt hat entweder Spieler die es weder im 1:1 noch im Passspiel gebacken bekommen, weil sie selber das Potenzial nicht haben oder der Trainer keine Ahnung hat.


    4. Käme für meine Jungs -ab der F- ein Abschlag nur dann in Frage, wenn der Gegner meine Hinterleute zustellen würde und das auch nur mal als mögliche Variante für den Fall, dass meine Hinterleute im 1:1 nach Zuwurf oder Pass vom TW mit dem Gegner mehrfach nicht klar kommen würden.


    5. Habt Ihr die richtigen Ballgewichte?


    Fazit: Aus meiner Sicht kannst du den festen TW und das Thema Abschlag in der F getrost vergessen. Der soll den Ball einwerfen oder einspielen.


    Hier wäre ja auch mal eine Absprache mit dem anderen Trainer möglich, wo man das angreifen erst ab der Mittellinie bespricht, ...weiss nicht ob das sinnhaft und möglich wäre.


    http://training-wissen.dfb.de/index.php?id=508047

  • Hallo,


    1. keinen Torwart bei den Minis haben....jeder DARF/....MUSS mal ins Tor

    Das würde ich im Training und bei Turnieren auch so handhaben, wobei man schon zwei oder drei Stammkeeper haben sollte, die in der "Liga" spielen und sich z.B. in der Halbzeit abwechseln. Zu viel Rotation macht die Kinder kirre und es gibt auch Kinder, die das "Torwartsein" leben. Denen sollte man mit zu viel Wechseln nicht vor den Kopf stoßen.

    2. der Torwart sollte keinen Abschlag machen, den schafft man in diesem Alter sowieso nicht weit raus.

    05er schaffen locker über die Mittellinie, die "weitesten" fast bis ins andere Tor.
    Grundlage sind koordinative Übungen, Fang- und Wurfspiele und natürlich kann man Abschläge auch mal zum Spaß üben (wer kommt am höchsten?).
    Oder beim Hallentraining die Halle in zwei Hälften teilen (Bank in der Mitte), alle Bälle ins Spielfeld werfen und die Aufgabe stellen, möglichst alle Bälle in die andere Hälfte zu schießen. Macht den Kiddies auch viel Spaß.

    3. ist der Abschlag auch später in der der F und E die fußballerisch übelste Lösung, weil sie nicht spielerisch gelöst ist. Der weite Abschlag ist im Grund dem Gewinndenken zu verdanken.....denn wer ständig weit rausspielen läßt hat entweder Spieler die es weder im 1:1 noch im Passspiel gebacken bekommen, weil sie selber das Potenzial nicht haben oder der Trainer keine Ahnung hat.

    Da bin ich voll bei dir, wobei es für Bambini bitter ist, wenn jeder Abschlag zu einem Gegentor führt weil er nicht weit genug kommt. Deswegen kann ich schon verstehen, wenn Bambini-Trainer in Sachen Abschlag relativ ambitioniert denken. Gerade auch im Sinne der Kinder ;)
    Zumal Bambini mit Flachpassaufbauspiel auch so ihre Probleme haben ;)


    Gruß, Christoph

    C 1 Viktoria Buchholz


    Auf jede Mannschaft, die in Schönheit stirbt, kommen hundert, die in Hässlichkeit sterben – kein Grund also, sich auf Hässlichkeit zu fokussieren.
    Martin Rafelt

  • Hallo Ana,


    erstmal herzlich willkommen im Trainerforum. Ich hoffe, du bist nicht allzusehr erschreckt darüber, das Andre dir die offizielle Version des DFB zu den Inhalten des Bamini-Fussballs so "gnadenlos" vor Augen hält. Generell hat er ja auch recht, aber in einem Punkt bin ich anderer Meinung. Der Torwart gehört zur Mannschaft. Genauso wie alle anderen Feldspieler hat er ein Recht auf altersgerechte Ausbildung. Bereits in der Kreisauswahl (F-Jugend) wird nach talentierten Keepern Ausschau gehalten. Ab der E-Jugend erhalten die talentierten Keeper auf den DFB-Stützpunkten zusätzliche Trainingseinheiten (allerdings kein spezielles TW-Training). Insofern handelt es sich in meinen Augen lediglich um eine Ausrede des DFB, weil sie sich erst sehr langsam und mühselig um die altersgerechte Ausbildung von Torleuten kümmert.
    Ein weiteres Dilemma ist die im DFB-Trainerausbildungssystem noch fehlende Lizenz-Ausbildung für TW-Trainer. Hier gibt es lediglich in Baden-Württemberg eine Mannschaftstrainer-Breitensport-Ausbildung mit Schwerpunkt TW-Trainer. Allerdings wird diese nicht als TW-Trainerlizenz vom DFB anerkennt. Ansonsten gibt es eine Teilnahmebestätigung für die Fortbildungsseminare im Breitensport in den Verbänden, sowie eine Teilnahmebescheinigung im Leistungsbereich über den DFB. Da es keine Prüfung gibt, sagt diese Bescheinigung auch nichts über die Qualität der TW-Trainer aus.


    Diese Mängel in der DFB-TW-Trainer-Ausbildung führen dazu, das nicht die leistungsfähigsten und mit größten Potential ausgestatteten Keeper eine weitergehende Förderung erhalten. Sorry, das mußte jetzt , wo ich mich eigentlich über die Förderung eines zweiten Keepers für ein U-Nationalmannschaftsteam freuen könnte, loswerden.


    Konkret geht es nicht darum, wer im Bambini-Tor steht, sondern darum, altersgerechte Übungen und Spielformen für Bambini-Keeper und darüber hinaus zu entwickeln


    Jetzt aber zu den konkreten Übungen und Erklärungen:


    Mach für alle Mannschaftsmitglieder mal ein paar Torwart-Übungen:


    1. Abschlag: beidhändig, einhändig (Trainer macht es vor und erklärt es, die Bambinis machen es nach)
    a. 1. Vorübung: alle Spieler setzen sich auf den Boden und halten einen Ball in beiden Händen
    auf Trainer-Kommando lassen sie den Ball mal auf den rechten, mal auf den linken Fuss fallen und versuchen den Ball mit dem Fuss zu treffen
    a.2. Vorübung: alle Spieler legen sich mit dem Rücken auf den Boden und werfen sich den Ball mal auf den rechten, mal auf den linken Fuss und versuchen den Ball mit dem jeweiligen Fuss zu treffen


    Durch diese beiden Vorübungen bekommen die Spieler ein Gefühl für die Distanz zwischen Hand und Fuss sowie der Balldynamik (die Geschwindigkeit können sie noch nicht gut einschätzen)


    1. Übung: alle Spieler stellen sich mit dem Ball in beiden Händen. Mit leicht angewinkelten Armen lassen sie den Ball aus der Schulterhöhe fallen und versuchen ihn mal mit rechts, mal mit links zu treffen
    2. Übung: alle Spieler stellen sich mit dem Ball in einer Hand. Mit leicht angewinkeltem Arm werfen sie den Ball leicht in die Höhe und versuchen ihn mit dem rechten/linken Fuss zu treffen


    Korrekturhinweise:
    Die häufigsten Fehler:
    - der Ball wird zu früh getroffen und steigt nur in die Höhe - Korrrektur - zeigen und erklären, das der Ball kurz vor dem Auftreffen auf den Boden getroffen werden soll
    - der Ball wird zu spät getroffen und rollt flach weg - Korrektur - dito
    - der Ball wird an der Fussspitze oder am Unterschenkel getroffen - Korrektur - zeigen und erklären, das der Ball genau im Übergang von Bein zum Fuss getroffen werden soll


    Bitte die Übungen nicht bei jeder Kleinigkeit unterbrechen. Eine Streuung zwischen erfolgreichen und mißglückten Abschlagversuchen ist normal. Auch des Empfinden für die Geschwindigkeit des Balles kann die Kleinen noch nicht exakt nachvollziehen. Lediglich ein Gefühl dafür entwickeln. Es geht dabei auch nicht darum, die Keeper darauf hinzutrimmen, den Ball "hinten raus zu dreschen", sondern ihnen die Technik des Abschlages zu vermitteln.

    2. Torwart-Konzentration
    (Trainer zeigt und erklärt es, die Bambinies machen es nach)
    Man sollte kein Kind zwischen, sich ins Tor zu stellen, aber man kann es dazu ermuntern, Spaß an dieser Aufgabe zu finden. Die größten Schwierigkeiten haben die Bambinies mit dem seitlichen Verschieben in Abhängigkeit zum Schützen.
    Vorübung: Die Kinder stellen sich in 2 Gruppen links und rechts neben dem Tor auf.
    Auf Trainer-Kommando kommt mal von rechts, mal von links ein Bambini mit Seitsteps in Richtung Tormitte und der Trainer rollt ihm den Ball zu.


    2. Vorübung: Damit sie zunächst einmal ein Gefühl dafür entwickeln, kann man ein ca. 5 m langes einfaches Absperrband oder ähnliches in ca. 50 cm Höhe an den Pfosten des Kleinfeldtores.
    Nacheinander fassen die Kinder von der rechten bzw. linken Seite lassen die KInder das Band in ihrer Hand gleiten und bekommen dabei immer wieder den Ball zugerollt, den sie mit dem Fuss zurück kicken


    Übung: das Band dient jetzt nur noch als Markierung. Es wird in Bodenhöhe an den Pfosten befestigen und im halbkreisförmigen Bogen vor dem Kleinfeldtor als Orientierung gelegt.
    einfache Übung: die Kinder wandern mit Seitsteps am Bogen entlang und bekommen dabei immer wieder Bälle zugerollt, die sie stoppen und zurückschießen bzw. aufnehmen und zurück rollen
    leichte Erhöhung: die Kinder sollen vom linken, rechten Pfosten aus im leichten Bogen (mit zusätzlichem Band oder Hütchen markiert werden) auf einen gerollten Ball zulaufen, stoppen oder aufnehmen
    leichte Erhöhung: die Kinder sollen von der Tormitte aus im leichten Bogen auf den in eine Ecke zugerollten Ball zulaufen, stoppen oder aufnehmen


    Bitte die Bambinies noch nicht in der Anfangsphase Hechten lassen ohne Vorübungen. Das ist meistens sehr schmerzhaft, weil sie auf den Ellenbogen landen oder sich das Knie in den Magen rammen. Priorität hat, den Kids "schmerzfrei" den Spaß an dieser Aufgabe zu vermitteln. Deshalb gilt auch hier vom Einfachen zum Schweren.


    Ansonsten gilt: wer Spass hat, mal ins Tor zu gehen, der sollte das auch dürfen!

  • TW-Trainer, Ana


    dieses reden um den heissen Brei habe ich satt. Ich bin hier auch nicht zuständig, neue Leute zu begrüßen. Ich sage wie ich es meine....es war gut gemeint...und ich wollte nicht anfeinden. Mein Sohn, -17-...trainiert eine Mannschaft, eine E 3. Ihn interessiert nicht, was man für guten Kifu so wissen sollte. Er macht vieles instinktiv richtig, bringt eine gute angebrachte Art mit und besitzt sowas wie angeborene Autorität. Was er nicht macht, ist lesen, einlesen...sich kundig machen. Ich halte mich hier restlos raus, weil der kleinste Rat führt zum Gau. Die Fragestellerin ist 19zehn und macht das bestimmt prima und meinen größten RESPEKT davor, dass sie es überhaupt macht. Mal eine Frage an die Ana....kam mein Beitrag feindlich über oder nicht. Er war ohne Austausch von Nettigkeiten einfach sachlich und kurz gemeint. Verurteilen wollte ich dich überhaupt nicht, im Gegenteil.


    Zur Sache


    Bambini, 4 Jahre, 5 Jahre.....


    ....Ball hochwerfen....und ...und...und....Aktion, Aktion, Aktion, Koordination usw.....


    Also bei aller Vorstellungskraft -habe ich keine Erfahrung....aber drei Söhne und viele Nachbarskinder vor Augen....nöööö....kann ich nicht nachvollziehen.


    Ich denke, dass hier ein Torwarttraining exakt nichts bringt, bis unnütz ist...das vermute ich. Vielmehr wäre das -wie im Link irgendwo dort ersichtlich- gaaaanz andere Turntrainig, Koordinationsstunde, Spieletrainings, Geschicklichkeitstrainings im tiefen dunklen Buchenwald oder im Krokodilsbecken mit weiss was ich für Legenden aus dem Fabelland....die viel bessere Trainingsstunde ist. Sie überhaupt körperlich koordinativ fit zu kriegen...das ist das Thema...und die absolute Grundschule um später einen guten Spieler zum offensiven Torwart umzufunktionieren. Ich denke, das das was ein echter Torwart wissen muß, durchhaus viel Zeit hat. Ich glaube das das ab der E nicht schädlich ist, dennoch nicht sein MUSS, weil man hier bei einem Torwarttalent das bis Dato Spieler war, vermutlich jederzeit einsteigen kann. Ist das falsch?


    Ich habe in meiner alten Mannschaft die ich als F2, F 1, E, D und C 1 ...die jetzt B 1 spielen.....allein 6 Spieler die exellente Torwarte wären. Der Torwart dort hält spielerisch überhaupt nicht mit. Diese Spieler würden ohne Training von heute auf morgen die besseren Torleute sein.


    Vielleicht denken wir auch gerade aneinander vorbei TW-Trainer....ansonsten bin ich hier restlos anderer Meinung...ich schätze es dann halt ganz anders ein.


    TW-Trainer.....hast du denn schonmal mit G-Kickern zu tun gehabt?

  • Andre
    zunächst einmal deine Frage, ob ich praktische Erfahrungen im Bambini-Bereich habe. Das kann ich mit Ja beantworten. Dann zu deiner Vermutung, ich würde dich meinen. Ich meine die landläufige Meinung des DFB dazu. Wenn sich die mit deinen Erfahrungen denkt, dann ist das so. In meiner schon über ein Jahrzehnt langen Erfahrung als TW-Trainer habe ich im Laufe der zeit teilweise eine andere Meinung dazu bekommen und kann dies auch mit sportlichen Erfolgen belegen.

  • Bambini, 4 Jahre, 5 Jahre.....

    Andrè, so sehr ich deinen Idealismus schätze, aber von Bambini hast du ein ziemlich falsches Bild.
    In meiner Truppe sind die meisten Jungs sieben Jahre und koordinativ und physisch so weit, dass sie - ausnahmslos - alle aus der Hand über die Mittellinie schießen können, egal ob Torwart oder nicht.


    Neben uns trainieren die neuen Kinder, 07er Jahrgang. Das sind die Kinder die deinem Bambini-Bild entsprechen. Kleine Dropse, die eben geradeaus laufen können, gerade gegen den Ball treten können und nicht mitbekommen, was rechts und links neben ihnen passiert.


    Ana sprach aber davon mehrere 05er-Kinder zu haben. Deswegen finde ich die Antwort von TW-Trainer absolut angebracht.


    Gruß, Christoph

    C 1 Viktoria Buchholz


    Auf jede Mannschaft, die in Schönheit stirbt, kommen hundert, die in Hässlichkeit sterben – kein Grund also, sich auf Hässlichkeit zu fokussieren.
    Martin Rafelt

  • André, auch hier gilt leider, das sich manches schwer verallgemeinern lässt. Das ist übrigens auch ein prinzipielles Problem in der SChule, dem sich die Pädagogik ziemlich verweigert. Es gibt Kinder, die den Gleichaltrigen in bestimmten Dingen Jahre voraus, in andren entsprechen sie dem Durchschnitt, in andren sind sie Jahre hinterher. Und deswegen helfen übrigens auch übersprungene Klassen oder Drehtürenmodelle wenig, aber das ist ein andres Thema.


    Ich weiß das deshalb so gut, weil ich eins dieser Kinder war, die nie in irgendein Schema gepasst haben und zwar quasi nirgendwo. Der Kopf war bei mir Jahre voraus, weshalb du mit deiner Märchenstunde bei mir nicht besonders gut angekommen wärst. Ich habe Zeit meines Schullebens kaum etwas so gehasst wie den Versuch von Erwachsenen (meistens Lehrern) einen auf "kindgerecht" zu machen. Ich wollte ernst genommen werden, als vollwertig gelten. Ich kam mir dann immer verarscht vor. Das führte letztlich dazu, dass ich zur klugscheißernden kleinen Dauernervensäge wurde, frustriert durch geistige Dauerunterforderung.


    Dafür war ich meinem Alter immer hinterher was die Körperkoordination anging. Ich weiß noch gut, was für ein Theater es war, bis ich mir endlich die Schuhe selber zubinden konnte. Meine drei Jahre jüngere Schwester konnte das vor mir(!). Ich schaffte es dann unter Schweißausbrüchen mit etwa 7.


    Generell muss ich auf mich bezogen sagen, dass ich immer dann am meisten dazugelernt habe, wenn ich eigentlich "überfordert" wurde. Fußball spielen hab ich gelernt beim Spielen mit Leuten, die teilweise 4 Jahre älter waren (Pausenhof). Meine ruhigsten Grundschulzeiten hatte ich den Stunden in denen mich mein (überforderter) Lehrer im Zimmer nebenan ablieferte, wo die 5. bzw. 6. Klasse der Hauptschule unterrichtet wurde. Wenn man mit 4 Jahren älteren Kindern Fußball spielt will man trotzdem den Ball behaupten (man will ja gewinnen), verliert man ihn dann doch schimpft aber keiner, weils auch keiner erwartet hat. Schafft mans doch mal, ist das Lob dafür umso motivierender.


    Ich neige dazu, mich durch gezieltes mäßiges Überfordern (manche sagen auch an die Grenzen gehen) zu verbessern. Ob sich das als pädagogisches KOnzept jedoch verallgemeinern lässt, würde ich allerdings auch wieder bezweifeln.


    P.S. Noch eine Bemerkung zu dem "jeder muss mal ins Tor". Auch hier gilt aus meiner Sicht, dass Verallgemeinerungen falsch sind. Gerade für Leute, die ein Musikinstrument spielen ist dergleichen nicht lustig. Da brauchts gar keine ernsthaften Verletzungen, wenn man da drei vier Bälle draufgekriegt hat, merkt man das beim Klavierüben am nächsten Tag.

  • Hallo an Euch,


    stelle mal meine Erfahrung aus dem ersten Jahr Bambins ( Jahrgang 2006 ) vor:


    1. Torwart
    Zwar wollen viele ins Tor aber sie haben nicht das Verständnis ( klar in diesem Alter ) dass sie auch "rauslaufen" dürfen. Das Flatterband habe ich auch bereits einige Male eingesetzt, es fällt den Kids aber eben noch schwer sich zu orientieren.


    Abschläge bekommen bei mir drei Kids locker über die Mittellinie hin, andere schaffen es nicht mit dem Fuß den fallenden Ball zu treffen. Ich versuche ihnen klar zu machen, dass ( auch auf dem Feld ) der "einfache" Ball sprich Pass der bessere Weg ist, also soll einer sich immer nah am Torwart halten. Der Ball soll - das ist mir wichtig - nicht in die Mitte gespielt werden, sondern seitlich weg vom Tor.


    Klappt mal prima, dann gibt es wieder Tage, da sind die Flieger am Himmel wichtiger. Bambinis eben :rolleyes:


    2. Koordination


    Jedes Training beinhaltet bei mir einen kleinen ( 10 Minuten ) Koordinationsteil. Nichts wildes, aber eben Übungen, damit es nicht in der E Jugend hapert.
    z.B. Einbeiniges Stehen und Ball mit beiden Händen gestreckt vor den Körper halten - in verschiedenen Varianten -; Liegestützhaltung ( nicht Liegestützen !!) und dann mit den Beinen nach vorne kommen - Rücken dabei krumm machen - dann mit den Armen nach vorne; Fallen und abrollen üben; im Stehen ein Bein anziehen kurz mit den Händen umfassen langsam zurück Beinwechsel; usw.


    Bisher klappt es recht gut.


    Gruß


    Oliver

  • Nicht jeder muss ins Tor, der der will darf ins Tor. ein wesentlicher Unterschied


    Abstoss aus der Hand, ist ja wohl auch eine Kooridnationsübung. die man nicht nur mit dem TW sondern mit allen Spielern macht.
    der kleine Wettbewerb, wer schiesst am höchsten, wer am weitesten, macht den Kids richtig Spass.
    habt ihr schon mal "Treiben" gespielt.?


    alles Übungen, die nicht nur dem TW, sondern allen Kinder in der Entwicklung weiterhelfen. und das sehr wohl bereits in der G



    dass gute Feldspieler meistens auch gute Torleute sind ist doch wohl ein alter Hut


    wer als Kleinkind mit Vater auf der Wiese war, dort dann immer wieder gerne ins Tor geht, bringt doch ganz andere Vorraussetzung mit als die anderen.
    gute Fussballer werden nicht im Training geboren, dort werden sie weitergefördert.


    gg


    .

  • Zunächst einmal hoffe ich, das Andre eine Nacht darüber geschlafen hat und nun seine Gedanken etwas sortieren konnte. Über den Beitrag von Provinzler mußte ich etwas schmunzeln, weil ich mich teilweise wiederfand. Mich hat man in den ersten Schuljahren Professor genannt. Dazu hat`s dann aber später nicht gereicht, nur zum Doc. der Entropie (Chaosforschung). Das passt doch prima zum Fussball, findet ihr nicht? Eigentlich hätte ich aber auch einige Semester Medizin studieren sollen. Denn jetzt weiß ich nicht so recht, wie ich das Vorurteil: TW-Training bei den ganz Kleinen wäre unnütz, exhumieren soll? Wie wäre es damit, das sehr viele Trainer gerne gewinnen wollen und ihre Mannschaften dementsprechend aufstellen. Meistens ist es ja so, das die guten Feldspieler auch gute Torleute sind. Weil sie aber auf dem Feld wertvoller sind, steckt man die Faulen, Trägen und Dummen lieber ins Gehäuse. Dann stören sie die Talentierteren auch weniger beim Fussballspielen. Weil für diese Klientel jegliche Förderung unnütz wäre, braucht man auch keine Torwartübungen mit ihnen zu machen. Die gehen spätestens ab der D-Jugend angeln! Dann kommen andere ins Tor, für die sich die Trainer-Schweißtropfen lohnen. Wozu etwas ändern - es war doch schon immer so?
    Ich habe mich diesen Trotteln, die lt. Trainermeinungen im höchsten Maße ungeeignet waren, angenommen. Jeder durfte kommen, keiner mußte kommen. Schließlich waren es 8 Keeper, von denen 3 sich für die Endsichtung des DFB-Stützpunktes empfahlen. 2 wurden genommen. Der nicht genommen wurde, hat danach den größten Leistungssprung gemacht. Ihn hat es gewurmt, das man ihn für zu klein hielt. Er trainierte noch fleissiger und schaffte zunächst auf Bezirksebene den Durchbruch. Schließlich interessierten sich auf Vereine auf Landes- und Verbandsebene für ihn. Heute hat der Schuhgröße 47, Hände wie Bratpfannen, ein Kreuz wie ein Ochse und eine stattliche Größe. Ich habe das nur erwähnt, weil es aufzeigt, das auch DFB-Trainer meist ausschließlich auf den kurzfristigen Erfolg aussind. An anderer Stelle hatte ich ja schon mal etwas über den RAE-Effekt unter dem Titel "Wer zu spät kommt, den bestraft der DFB" darauf aufmerksam gemacht, welche Nachteile diese Form der Selektierung hat.


    Nun aber zurück zu den Bambini-Übungen. Ich hoffe, Andre hat nun auch gelesen, das ich Torwartübungen für die ganze Mannschaft aufgelistet habe. Denn es soll jeder eine praktische Unterstützung erhalten. Von Stammtorleuten im Jugendbereich halte ich wenig. Aber genauso, wie man niemanden auf diese Position drängen sollte, sollte man auch niemanden, der Spaß daran hat, aus dem Tor mobben! So sind aus den vorher beschriebenen "ungeeigneten Keepern" noch heute fast alle mit großem Spaß auf dieser Position aktiv. Unabhängig von dieser Positionsvorliebe erachte ich es aber für sehr wichtig an, das jeder Torwart auch ausreichend Erfahrungen als Feldspieler sammeln kann. Denn die Funktion hat sich im Laufe der Jahre vom Torliniensteher zum Torraumspieler verändert. Deshalb ist es wichtig, das der Keeper genausogut Fussballspielen können sollte, wie seine Mannschaftskameraden. Leider muß ich bei den meisten TW-Talenten, die ich zur Ausbildung bekomme, zunächst sehr mit dem Ball am Fuss machen. Darüberhinaus ist es wichtig, das beide Körperhälften gleichmäßig trainiert werden, damit auch die Koordination zu beiden Seiten hin später gleich gut funktioniert. Je früher man damit anfängt, je selbstverständlicher wird das später.


    Jetzt noch etwas zum Verhalten der Bambini-Keeper auf der Torlinie. Aufgrund der noch geringen Körpergröße ist der Winkel, aus dem sie den Schützen und den Ball aufsich zu kommen sehen, sehr ungünstig. Deshalb fällt es ihnen schwer, die Geschwinidigkeit einzuschätzen. Man hört in diesem Zusammenhang heraus auch öfter die Aussage, ihnen würde das 3-dimensionale Sehen noch nicht so gut gelingen. Ausschlaggebender als dieser Faktor ist jedoch die fehlende Erfahrung, wann man seinen Kasten verläßt? Nach meinen Erfahrungen muß ich Keeper, die von von kleinauf im Tor gestanden haben, zunächst "von der Linie holen", während Keeper, die erst später auf diese Position gelangt sind "von ihren Abenteuer-Ausflügen weit ausserhalb des Strafraumes zurück geholt werden" müssen. Bei den "Minis" ist es aber so, das ohne Aufforderung zunächst einmal keiner aus dem Tor kommt und stehen bleibt, bis der Ball zu ihnen kommt. Manche legen sich auch gerne schon vorher hin, wenn der Ball etwas seitlich kommt. Das haben sie sich bei den "Großen" abgeschaut und finden das toll. Ganz besonders, wenn es dort noch dreckig ist.


    Für den flachen Schuß sollte man die Kleinen auffordern, auf den Ball zuzugehen. Für den hohen Ball gibt es den "Hütchentrick"! Dazu bekommen alle ein Hütchen auf den Kopf gesetzt. Die Aufgabe besteht darin, den Ball mit beiden Armen von unten her zu fangen, ohne das das Hütchen vom Kopf fällt. Schon nach wenigen Versuchen bemerken sie, das das Hütchen herunterfällt, wenn sie sich nach vorne beugen, weil der Ball schon ein-zwei Meter vor ihnen hinunter fällt. Auch fällt das Hütchen vom Kopf, wenn sie bei einem sehr hohen Ball stehen bleiben und den Kopf in den Nacken richten. Jetzt sollte der Trainer-Hinweis erfolgen, das der Ball im Flug knapp unterhalb des Hütchenrands sichtbar sein muß. Wenn der Ball weiter unter dem Hütchenrand zu sehen ist, heißt das nach vorne gehen. Wenn er nicht mehr zu sehen ist, heißt das rückwärts gehen. Natürlich werden die Knierpse schon beim nächsten Spiel wieder fast alles so machen, wie ohne diese Übung. Man kann sie ja schließlich nicht mit dem Hütchen auf dem Kopf spielen lassen. Aber schon beim Tippen auf den Kopf, erfolgt ein Grinsen, was heißen soll "ich habe verstanden Trainer".


    In diesem Zusammenhang möchte ich gerne noch erwähnen, das die Kleinen ganz besonders gut mit "Eselsbrücken" lernen. Dazu zählt auch das Erlernen des Abspringens beim hohen Ball. Normalerweise stehen die Kurzen beim hohen Ball auf Zehenspitzen und recken die Arme weit in die Höhe. Der "Hütchentrick" hilft zunächst einmal, das die Kleinen auch mal rückwärts gehen, wenn sie einen hohen Ball erwarten. Aber bei den ganz hohen Bällen sind die Arme einfach zu kurz! Da hat man größere Chancen, wenn man ein wenig hochspringen kann. Die Übung mache ich gerne mit Luftballons, in denen sich ein Kaugummi befindet. Diese Süßigkeit dient eigentlich nur dazu, das der Ballon am Boden liegenbleibt. Natürlich ist er auch Ansporn für die Kids, keine Frage! Die Aufgabe der Kleinen besteht darin, aus dem Stand heraus so hoch zu springen, das sie mit den Füßen den Luftballon zum platzen bringen. Die ersten Versuche scheitern, weil sie mit durchgedrückten Knien und flach auf dem Boden befindlichen Füssen nicht hoch genug hinaus kommen. Dann aber zeigt ihnen der Trainer, das sie zunächst einmal leicht auf den Zehenspitzen, mit leicht angewinkelten Knien, nach hinten ausholender Armbewegung abspringen müssen. Jetzt macht es bei den Ersten klick und die Ballons zerplatzten. Die Kaugummis werden aufbewahrt, denn die werden noch für den 2. Teil gebraucht. Jetzt werden sie in neue Ballons gesteckt, die dann mit unterschiedlichen langen Bändchen an die Torlatte gebunden werden. Die Aufgabe besteht nun darin, die Ballons mit den Händen zum platzen zu bringen. Bei den Ballons mit den längeren Bändern klappts auf Anhieb, aber bei den anderen nicht. Nun kommt wieder der Impuls durch den Trainer, den zuvor geübten Sprung auf den am Boden liegenden Ballon anzuwenden. Immer höher und höher geht es jetzt hinaus. Bis auch der letzte Ballon zum platzen gebracht wurde. Die Kaugummi werden wieder eingesammelt und werden zur letzen Übung gebraucht. Hierbei werden 2 Mannschaften gebildet. Auf Trainerkommando hat jede Mannschaft die Aufgabe, die am Boden liegenden Luftballons einzusammeln und von oben in eine Kiste zu werfen. Leider gehorchen die Ballons nicht, weil die darin befindlichen Kaugummi dafür sorgen, das sie unkoordinierte Bewegungen in der Luft machen. Der Trainer gibt ihnen den Hinweis, wie sie den ovalen Ballon halten müssen, damit der mit dem darin liegenden Kaugummi gerade nach unten fallen. Jetzt nimmt der Wettstreit an Schärfe zu, weil man sich nun gegenseitig unterstützt. Schließlich fordert der Trainer die Teams auf, das sie sich jeweils auch die Ballons aus den Kisten der Konkurrenz holen können, um sie in ihrer Kiste zu versenden. Während die "Fussballmuttis", die ihre Kleinen beim Training begleiten, schon erste Lachkrämpfe bekommen, rinnt der Schweiß von der Stirn der kleinen Racker. Schließlich pfeift der Trainer ab und gibt bekannt, das beide Teams prima gekämpft und somit den Sieg verdient haben.


    Was das Ganze mit Fussball und speziell mit dem Torwarttraining für Bambinies zu tun hat? Jede Menge, weil es die spezifische Koordination geschult hat und erste Anfänge mit Eselsbrücken "gewürzt" Interesse und Spaß an dieser Aufgabe vermittelt wurde! Wer allerdings erwartet hatte, das man ein klassisches Torwarttraining für "kleine Erwachsene" ala Trainer schießt pausenlos aufs Tor und die Kleinen werden unter lauten Gebrüll dazu aufgefordert, den Ball zu halten, erwartet hatte, wird vermutlich enttäuscht sein.


    Gerne möchte ich die Trainer im unteren Fussballbereich dazu animieren, doch mal ein TW-Training mit der gesamten Mannschaft zu machen. Der eigenen Kreaitität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Die Übungen sollten kurz sein, weil die Konzentration der Kleinen schon nach wenigen Minuten nachläßt. Wenn mal eine Übung nicht funktioniert. Macht nichts, dann wird sie eben etwas einfacher gemacht. Umgekehrt kann man den Schwierigkeitsgrad etwas erhöhen, wenn es zu leicht ist. Man sollte auch nicht überrascht sein, wenn die Kleinen die Übung nach kurzer Zeit anders interpretieren. Sie sollen sich ausprobieren dürfen. Die Kleinen bekommen schon in der Schule den "Strich um die Seele", deshalb sollen sie in ihrer Freizeit nach Herzenslust herumtoben dürfen.

  • Gerne möchte ich die Trainer im unteren Fussballbereich dazu animieren, doch mal ein TW-Training mit der gesamten Mannschaft zu machen


    da kann ich nur beipflichten.


    da ich meist mit 2,3 Co-Trainer auf dem Platz war, hab ich gerne Stationstraining gemacht. ein Bestandteil war dann oft Torwarttraining.
    es war die Station,zu der die Jungs mit am begeisterten gingen.


    gg

  • Ich glaube, ich träume! Das ist echt eine andere Welt bei euch, wie im Märchen vom himmlichen Paradies: Stationentraining mit neben dir 2 bis 3 Trainern, und kein LZ? Tja, bei uns gibt's nur Bolzen (meist viel zu nah: 6 - 7 m), da wie im Spiel muss einer in den Kasten, mein Sohn ja 1 Jahr zwangsweise, bis er sich vorm Spiel weigerte, das TW-Trikot anzuziehen, dafür dann monatelang auf der Bank (zur Strafe) schmoren musste. TW als Muss: dann musste der nächste ins Tor, nur der, der immer wollte, dürfte nicht, da sein Vater als Trainer wollte, dass der richtig spielt: Höhere Gewalt per TR-Wille... Also: Ich würde jeden mal reinlassen, wenn er will, aber nie wen zwingen. Der Beste darf dann im engen Spiel rein, im Training o. sonst jeder, falls es viele wollen. Im Parcours kann auch jeder der Fliegenfänger sein, ideal, damit man mal die Angst der TW vorm Elfmeter usw. erfährt (und im Ideal überwindet, was auch im Leben weiter bringt). Als TW braucht man mehr Zupruch, da man sich weniger bewegen kann, solange man nicht gelernt hat, im Kopf mitzuspielen (was bis 10, 12 Jahren schwer fällt)...

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Ich glaube, ich träume! Das ist echt eine andere Welt bei euch, wie im Märchen vom himmlichen Paradies: Stationentraining mit neben dir 2 bis 3 Trainern, und kein LZ?


    Tja Kicker, das ist die von mir oft zitierte Eigeninitiative. die sind mir nicht vom Himmel gefallen. habs schon mal geschrieben.
    Bambinizeit war bei mir Aufbeizeit, da hab ich mir die passenden Eltern ausgesucht, überzeugt und in meine Richtung gebracht, genau wie bei der Elteranrbeit.
    das bedarf jedoch viel Mühe, Zeit und geht nicht von heute auf morgen. aber es geht.


    vielleicht solltes du mal nicht in Träumereien schwelgen, sondern das System ausnutzen und in deine Richtung, halt aber auch mit Abstrichen, tätig werden.
    ich habs schon mal geschrieben 80%, und seien es auch nur 60 % sind immer noch mehr als 100%Nichts.


    und absolut Ja: bei uns ist vieles anders, ob wesentlich oder überhaupt anders als sonstwo bezweifle ich, aber mit Sicherheit anders als du es beschreibst.


    gg

  • Hallo nochmal,
    also unser Torwart ist 7 Jahre alt also gar nicht mehr sooo klein. Und wir werden nach der Sommerpase in die F Jugend hochgehen und ich denke da wäre es nicht verkehrt wenn er einen Abschalg kann. Die anderen Torhüter können das nämlich auch. Der Junge ist gut im Tor, das einzige was er nicht gut kann ist zu hören.


    Außerdem haben wir nicht nur einen Torwart sondern 3! Die Jungs wechseln sich immer ab. Jedes Spiel darf ein anderer ins Tor und die anderen beiden spielen dann im Feld. Ich find das so ganz gut, denn so lernen sie auch mit dem Ball zu laufen etc und stehen nicht nur im Tor rum. (Denn das kann, ich spreche aus Erfahrung, oft sehr langweilig sein.


    Naja vielleicht schaffen wir das mit den Abstößen ja im Sommercamp. Unsere Kinder können, natürlich nur wenn sie wollen, eine Woche lang jeden Tag zum Camp kommen. Dort werden wir die Grundtechniken nocheinmal auffrischen und es wird ein Torwarttraining geben. Wir werden dann mittags gemeinsam essen und nach einer Stunde Pause dann weiter trainieren.


    Ich danken allen die mir geantwortet haben, denn manchmal ist es wirklich gut andere Meinungen und Tipps zu hören :)


    Ana

  • also unser Torwart ist 7 Jahre alt also gar nicht mehr sooo klein.


    Hört sich so an, als hättest du schon einen festen TW...was ich so nicht machen würde. Die stärksten Torwarte sind für mich die, die spielerisch auch mithalten und dort auch ihre Erfahrung sammeln durften, wollten und konnten.


    Ich wähle deswegen eine TW als Spieler aus und dann schaue ich, wer ins Tor geht...vor allem in der F und E....bei den Minis wird ja oft nicht eingeteilt, deswegen könnte ich dort nicht wählen...aber das nur mal am Rand.


    Das Dein TW schon älter ist, habe ich überlesen....oder einfach nicht gewußt....der kann natürlich mal einen Abschlag machen.


    Grundsätzlich kam mir die Idee, dass es gut wäre, bei den Minis mit dem "gegnerischen" Trainer oder auch mit den Verantwortlichen eine Spielregel zu vereinbaren die da lautet:


    Alle Spieler (bei den Minis) des "Gegners" müssen beim "Abschlag, Abstoß, Einwurf hinter der MIttellinie verbleiben....so nach dem Motto...."erster Ball ist frei"...was die Kinder sich manchmal als Regel selbst auferlegen ..auch in anderen Situationen und bei anderen Spielen. Gr. Andre

  • Wie gesagt wir haben nicht einen sondern 3 Torhüter. Allerdings kann einer keinen Abstoß, die anderen beiden schon! Bei den Turnieren gehen immer die 3 ins Tor. Beim Training darf aber jeder mal ins Tor.

  • Hallo Analy1209!


    Du schreibst:

    Der Junge ist gut im Tor, das einzige was er nicht gut kann ist zu hören.


    Wenn er nicht hörgeschädigt ist, dann meinst du sicherlich, er hört nicht immer zu? Das kann zum einen daran liegen, dass die TW-Übungen, die zu einfach, zu schwer oder zu häufig wiederholt werden. Dann kann auch daran liegen, das das Kind sich den dem Altern noch nicht lange konzentrieren kann?


    Ferner schreibst du, das es dir wichtig ist, das der Junge einen ordentlichen Abschlag machen kann, weil andere das auch können! Andre stellt hier das Ziel infrage, das der Sinn des Spiels nicht darin liegt, den Ball weit genug über die Gegenspieler hinweg befördern zu können, damit ganz vorne ein Stürmer allein auf den gegnerischen Torwart zugeht und den Ball hinein schießt, weil der Keeper (ebenfalls ohne TW-Training) brav auf der Torlinie stehen bleibt!
    Schon aus der Beschreibung dieser Situation ergeben sich Fehler bei den TW-Aufgaben! Alle Fussballspieler sollten nach Alter und Leistungsstand eine angemessene Ausbildung erhalten. Auch die Torleute sind Fussballspieler, auch die Feldspieler können und sollen sich auf der TW-Position ausprobieren.


    Und schließlich: Warum soll ich also den langen Abschlag in der Ausbildung weglassen? Er gehört mit zur Spieleröffnung, wie der kurze Pass, der kurze Abwurf, Abstoß oder die Weiterleitung des Balles. Der Abschlag ist aber deshalb so schwierig, weil hier die Koordination von Arm und Bein incl. der Körperbalance einen komplexen Bewegungsablauf darstellt.


    Das Argument, der weite Abschlag wäre nicht altersgerecht beinhaltet auch, das die wenigsten Trainer eine Ahnung haben, wie sie es Kindern dieses Alters vermitteln können! Irgendwann lernen sie es von alleine! Warum die Zeit damit vertrödeln? Das Können der Mannschaftsspieler, unter denen sich auch der Sohn, die Tochter befindet, ist wichtiger!


    Dann taucht noch ein Problem auf! Viele Mannschaftstrainer können einen ordentlichen Abschlag präsentieren, verzweifeln aber daran, warum es der Knirps nicht hinbekommt. Manche kommen dann zu dem Ergebnis: das Kind hört einfach nicht zu! Wie aber bereits beschrieben, handelt es sich hierbei um einen komplexen Bewegungsablauf, bei dem es eine Reihe von Fehlerbildern geben kann, die es zunächst einmal zu erkennen und dann zu korrigieren gilt. Dazu braucht es schon eine Menge an Erfahrung, denn zu wissen, wie es falsch und wie es richtig aussieht genügt nicht! Hinzu kommen Verständlichkeitsprobleme bei der Verbalisierung der Aufgabe. (Kinder haben in diesem Altern einen begrenzten Wortschatz, fragen aber nicht immer nach, wenn sie etwas nicht verstanden haben).


    In einem vorherigen Beitrag habe ich bereits Methoden und Korrekturen genannt. Bei den Methoden gibt es durchaus weitere, bewährte Übungen! Wichtig dabei ist aber zu wissen, das man diese Übungen in dieser Altersgruppe nicht länger als 5 Min. machen sollte. Sobald man merkt, das die Konzentration nachläßt (geschieht dann, wenn sich das Ergebnis verschlechtert), sollte man sofort damit aufhören und nicht noch weiter exerzieren, in der Hoffnung, das es irgendwann klappt! In dieser Altersgruppe gilt ohnehin, lieber etwas weniger und häufigere Pausen! Aber man muß nicht nur Sackhüpfen und andere Bewegungsspiele machen, sondern darf auch schon mal Fussballspielen. Darunter fallen auch TW-Übungen mit der Mannschaft oder in kleinen Trainingsgruppen! Ein Einzeltraining braucht es noch nicht, weil KInder diesen Alters auch sehr gut voneinander lernen können!


    Aber schon jetzt sollte der Trainer damit beginnen, nicht alles vorzumachen und ausführlich über die Möglichkeiten zu referieren, sondern erst mal die Kinder machen zu lassen. Erst dann, wenns überhaupt nicht klappen will, mit geeigneten Tipps, Anregungen und Impulsen unterstützen! Findet das Kind seinen Weg weitgehend ohne Trainerunterstützung, wird es die nächsten Schritte einfacher machen, als wenn es immer auf die Trainerpräsentation und -kommandos warten muß!

  • Eure super tollen Antworten zeigen mir, dass ich in solch einem Forum keine Fragen mehr stellen werden. Bescheuerte Tipps kann ich mir auch anders wo holen. Ich wollte einfach ein paar Ratschläge, um dem Jungen möglichst gut zu fördern. Naja hat leider nicht geklappt. Ich trainier die Jungs jetzt einfach so wie immer weiter, ohne jeden Atemzug zu analysieren.


    Danke an die wenigen, die mir wirklich helfen wollten.

  • Analy1209,


    ich mag so Frauen wie dich besonders, Zickenalarm bei Gegenwind, super. Mach einfach (ich habs wieder rausgenommen;-)...) so weiter und alles wird gut. Gruß Andre


    P.S. Sorry das ich mir den nicht verkneifen konnte 8)