Bilden wir wirklich aus oder bilden wir uns das nur ein

  • ondern sich auf verganges beriefen, also im Gegensatzu zu Theorie Fakten sind


    Immer wieder kommt das Argument, es ist vieles nur "Theorie". Ist das als Argument nicht viel zu einfach? Wie soll eine Weiterentwicklung funktionieren, wenn sie nicht mit einer Theorie beginnt? Fakten aus der Vergangenheit können als Denkhilfe in jede Theorie einfließen, aber Fortschritt findet immer erst auf dem Papier statt, ich wüßte nicht wo sonst?


    Nehmen wir die FPL als Beispiel, eine Idee die theoretisch weiterentwickelt wurde. Der Vorwurf "alles Theorie, praxisfremd" verschwindet langsam, weil diese Theorie zwischenzeitlich in der Praxis stattfindet. Erst dann kann man Theorien verfeinern und Probleme angehen, aber es geht immer mit einer Theorie los, anders geht es doch gar nicht.

  • Uwe


    du hast meinen Beitrag absolut missverstanden.


    ganz klar, alle Änderungen beruhen zuerst auf Theorie. deshalb ist die Theorie enorm wichtig. das Ergebnis kennen wir jedoch nicht.


    ich wollte die Theorie absolut nicht abwerten, sondern lediglich darstellen, aus welchem Gesichtspunkt bzw. Basis meine Beiträge sind.


    wenn du genau liest, wirst du feststellen, dass ich absolut keine Wertung von Theorie und Praxis vorgenommen habe, ich halte beides für wichtig.


    gg

  • @All



    Habe mein D Jahr nun beendet und aufgehört. Mein persönliches Fazit:


    Meine Spieler waren durch die Bank willige Jungs die ein gewisses Talent mitbrachten. Ich habe viel aus dem Bereich Kynetik versucht und es mit dem Fußball verbunden. Das machte mir und den Jungs Spass...vor allem wenn es in Wettkampfform ablief. Ich war aus meiner Sicht entsprechend nicht der schlechteste Bespasser.


    Auf der Gegenseite habe ich festgestellt, dass alle Jungs cirka einen Kopf gewachsen sind. Sie würden nun Hundertmeter etwas schneller laufen können als vor einem Jahr. Da sie sich bewegt haben....also aktiv waren, ...werden sie dazu auch die Konditon haben und etwas schneller sein können, als sie das wären, wenn sie nur auf dem Sofa gesessen und sich dick gefuttert hätten.


    Da ich meist recht leise war, konstruktive Einzeltipps an den Spieler oder Gruppentipps...eher Erinnerungen aussprach bzw. überwiegend die Klappe am Rand hielt, ...im Training nicht im Militärton sprach...glaube ich...so ein homogenes Fundament für Vertrauen geschaffen zu haben.


    Dieses Vertrauen in mich und meine Reaktion und meine Kompetenz bewog die Spieler dazu, vieles im Punktspiel einfach zu tun, statt es auch Angst eingeschüchtert zu lassen. Hierbei halfen auch verständnisvolle Eltern als Zuschauer mit.


    Also einfaches Wachstum von Gott gegeben,....damit die Möglichkeit auf körperlich und geistiges Mehr....das ebenfalls von Gott gegebene Talent eines Erstemannschaftsspielers....dazu ein Trainer der für sich persönlich einsah und ausprobierte....Bespasser zu sein und so das große Fußballtheater bediente und so die gemeinte Ausbildung mit ernster Miene bediente ergab eine Gesamtsituation.


    Die Spieler und Eltern glaubten einen kompetenten Trainer in Sachen Fußball erhalten zu haben, die Spieler glaubten das auch. DAS war und ist auch gut so....ich selber sah mich als durchschnittlich Kompetent, allerdings mit der allerbesten inneren Einstellung zum Thema Jugend und Fußball. Ich erhielt zufriede Spieler die sich -wie erwähnt- trauten. Ich erstickte ihre Kompetenz und die Möglichkeit darauf nicht. Sie spielten sich in der Hinrunde über den Platz 1 der Staffel in die Kreisliga A....irgendwo anders im Lande dürfte das die Leistungsgruppe sein....und dort Punktgleich mit einem anderen Team hinter den ersten dieser Liga. Mein fußballerischer Verdienst dürfte hier -meiner Einschätzung nach- rein auf den Fußball bezogen....klein sein. Mein Anteil daran sehe ich vielmehr auf der rein menschlichen Basis.


    Wäre hier jemand mit riesen "Fußballsachverstand" rangegangen, hätten die mehr Ausbildung kassiert, das möglicherweise aber nicht nutzen können, weil sie sich nicht getraut hätten. Es gibt aus meiner Sicht nur sehr sehr sehr hoch 2 wenige Trainer die im Jugendbereich so fußballkompetent sind wie es ihre Gegenüber (Spieler/Verein/Eltern) meinen. Leider sind diese Herren meist so versessen und oftmals auch selbstherrlich und wenigstens versteckt arrogant, dass das genau der Grund ist, der es den Spielern versaut. Ein ganz paar kriegen diesen Spagat hin...nämlich echte Ausbildung und Fun...und damit einher den Mut zum Tun zu wecken.


    Meine Spieler haben sich...vieles tatsächlich abgeschaut. Wir haben einen der spielt nun beim BVB....der brachte sein Talent auch mit...und er hätte auch zu Hause auf dem Sofa sitzen können....der wäre immer noch -auch ohne Training- spitze gewesen. Damit habe ich nichts zu tun....dem habe ich "nur" das Fundament für seine Lust am Fußball geboten....."mehr" nicht. Ich habe ihm die Bühne geboten und er hat sie dankbar genutzt, das macht mich sehr stolz....stolz das begriffen zu haben!


    Es ist -denkt man an die Masse der Trainer die es falsch machen und falsch sehen und falsch interpretieren und nicht in der Praxis gut umsetzen....die also mögliche Ausbildung hindern, verlangsamen, zerstören...viel besser dieser Masse zu sagen...."WENIGER IST MEHR".


    Leute...sorry für die Nestbeschmutzung (ich hoffe ihr seht das nicht wirklich so)....aber das ist mein Fazit seit Erstellung dieses Threads, das ist MEIN Resümee.


    Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn man infrage stellt, dass der Anteil des Trainings an der Verbesserung eines Spielers ggf. geringer ist, als sich der Trainer das so ausmalt. Das Problem habe ich aber mit deiner Schlußfolgerung. Selbst wenn deine Grundannahme "keiner kann wissen, was es bringt" richtig ist, ist deine Schlussfolgerung "also mache ich zukünftig etwas anderes" nicht logisch. Das ist es, was ich nicht verstehe.


    @Ranwie...kann ich verstehen das dich das sauer machte bzw. wunderte. Ich habe hier die Antwort im Mittelteil...besonders am Schluß des Statements gegeben. Ich war bei Threaderstellung unsicher...ich war auf der Suche nach einer Antwort...meiner Antwort und ich habe mir diese nun gegeben. Sollte ich nach einem Jahr Pause im kommenden Jahr wieder antreten, werde ich das genauso wiederholen, es war MIT DIESER Einstellung ein klasse Jahr für Trainer, Spieler und Eltern und für den Verein auch. Da wächst was gutes ran, ganz sicher.

  • was im Arbeitsleben schon lange Einzug gehalten hat und dort über Personalprozesse in Bahnen gelenkt wird, zeigt sich hier halt auch:


    "Man kann nicht motivieren, man kann nur de-motivieren". Motivation ist die Eigenschaft der Spieler, von niemandem sonst. Nur wenn diese nicht gestört wird, kann man auch entsprechende Ergebnisse erzielen.

  • Genau,


    ob wir und wieviel wir über das was wir als Ausbildung verstehen tatsächlich beibringen oder ob es automatisch durch Entwicklung und Wachstum gedeiht....kann man unterschiedlicher Meinung sein. Meinen ist bekanntlich nicht wissen, mein Eindruck brachte mich zu meiner Meinung ...ebend...das der Einfluß als Trainer rein fußballerisch betrachtet viel kleiner ist, als die meisten von uns das von sich "meinen" ;) . Mein noch viel größerer Eindruck ist halt....das die Beeinflußung der Spieler auf menthaler Basis wesentlich größer ist. Genau hier werden aber meistens die größten Fehler gemacht, so ich denn auch nur annähernd recht habe.


    Hier wird ebend meistens nichtmal im Abschlußspiel spielen gelassen, das wird meistens nur gesagt. Das geht los mit der Mimik des Griesgrams am Rand und endet im Ton und ständigen verbalen Begleitens, statt wenigstens hier den Mund zu halten.


    Übrigens fällt mir auch auf, dass jeder so seine Meinung zu einer Spielsituation hat. Oftmals nichtmal unrichtig über einen Vorgang diskutiert...so sehen andere Diskussionspartner ganz andere Dinge, die man selber so noch nicht entdeckt hat. Z.B. schauen mich immer wieder die Leute fragend an, wenn ich sage, dass die Spieler nur mangelhaft bis ungenügend verteidigen....im Sinne von "taktischem 1:1 Defensiv" spielen. Da wird sich dann aber nicht schlau gemacht! Nein...da wird philosophiert über das "Warum" und diejenigen die sich dann nicht im Griff haben....fangen auch noch an rumzuschnauzen und rumzubrüllen.


    Genau das hemmt dann den Spieler in seiner persönlichen Entwicklung. Der General sitzt gern auf der Empore und dirigiert, weil nur er weiss wie der richtige Fußball zu spielen ist. SUPER :thumbsup: . Aus meiner Sicht: Weniger ist Mehr und wer dabei noch Sachverstand hat....dann wächst was gutes heran.


    Bestes Beispiel: Mein Spieler der zu den gelben wechselt....der spielt in jeder freien Minute auf dem Dfb-Minifeld an seiner Schule. Dort beim zocken hat er die Tricks gelernt...ein Straßenfußballer halt. Richtig geile Tricks hat der drauf und die wendet er auch im Spiel und beim Training an. Genau das ermutigt den ein oder anderen, auch mal was auszuprobieren oder gar seine Tricks nachzumachen. Nicht alle...aber einige machen und versuchen das schon mal.


    Das würde von dem einen oderen anderen Trainer sogar unterbunden. "SPIEL" und lass das Fummeln ....heisst es schon in der F...schön laut und deutlich...bis hin zur Auswechselbank, weil Magath es richtig findet und genau das Leute, sollte sich TRAINER abgewöhnen oder ebend damit Leben, dass böse Leute wie ich innerlich den Kopf schütteln und denjenigen und vor allem die Kinder und den Kifu bedauern.

  • ich hatte in der abgelaufenen D-Jugend so wie Du das Privileg, eine kreative, tolle Mannschaft zu trainieren. Die Jungs harmonierten und haben sich selbst angespornt, unterstützt, gelobt. Dies hat tolle Leistungen hervorgebracht. Und meine Beobachtung ist ähnlich wie Deine: Ich als Trainer konnte Ihnen nur den Rahmen bieten, sich zu entfalten. Es ging primär darum, über fordern und fördern die Motivation nicht zu zerstören, sondern auf den höchstmöglichen Level zu geleiten. Für die Spieler ist am Ende die Freiheit der eigenen Entscheidung das wichtigste Gut, darin unterscheiden sie sich nicht von Erwachsenen. Und die besseren Fussballer sind sie sowieso allemal ;-).


    Allerdings ist es schon so, dass "auf dem Sofa sitzen" dem Können nicht dienlich ist. Wir haben bei uns gerade ein Beispiel, wo der Spieler nach einem Jahr Abstinenz wieder auf dem Platz erschienen ist. Die anderen Spieler haben ihn abgehängt und er muss schon ganz schön was tun, um da wieder ran zu kommen.


    Ich denke, es geht darum, zum einen die Spieler in Bewegung zu halten und zum anderen immer wieder neue Tore aufzustossen, indem man immer wieder neue Fragen stellt und versucht, diese Fragen in Form von Übungsspielen durch die Spieler beantworten zu lassen. Das grosse Problem, dass ich habe, ist allerdings, dass die Zeit mit 2x 90 Minuten die Woche viel zu wenig ist ;-) <i> Ein 40-Stunden-Woche würde da deutlich mehr zulassen.</i>. Ich kann auch ehrlich gesagt nicht mehr nachvollziehen, wie man griesgrämig trainieren kann, denn ich würde Magengeschwüre bekommen, wenn ich mich bei Spiel und Training ständig ärgern würde. Ich habe an mir selbst festgestellt, dass ich den Trainings selbst entgegengefiebert habe, es kaum erwarten konnte... und das merken die Spieler und das kommt dann auch zurück.

  • Meine Eindrücke als begleitender Beobachter des Kinderfussballs.


    Als ich eine Jugendmannschaft (D2) nach mehreren jahren wieder sah, musste ich feststellen, dass sie eigentlich immer noch so spielen, wie in der U 7 oder U 8. Nur weil sie grösser sind, sieht es "besser" aus. Derjenige, der früher die Bälle von hinten weggedroschen hat, macht das heute immer noch. Technsiche Mängel sind gravierend. Insofern stützt das Andre s These. Aber gerade beim Lehren von fussballtechnischen Fertigkeiten, spieltd er Trainer/Ausblider eine grosse Rolle. Wenn der Trainer keinen richtigen Spannstoß kann, wie soll er das dann seinen Schülern beibringen?
    Technik ist aber etwas, was man bis zu einem gewissen Grad gut lehren kann. Aber nicht jeder Dribbler ist ein guter Fussballspieler.
    Was nützen Übersteiger, Zidanes, etc. wenn der spieler nicht situationsgemäss handelt?
    Für mich, meine persönliche Meinung, macht die Spieklintelligenz den Unterschied! Nur wer die die der jeweiligen Situation angemessenen Entscheidungen trifft und diese dann technisch/motorisch sauber umsetzt, sei es Dribbeln, Passen, Freilaufen, schiessen etc. hat überhaupt die chance ein guter bis sehr guter spieler zu werden.
    In einem anderen Beitrag klagte ein Ex-Trainer, dass seine Jungs einen Jahrgang höher bei einer 3:1 situation den Ball vertändelten. Kann passieren, nur wenn das öfter passiert, dann liegt es an der Spielintelligenz. Was nützt es, dribbeln zu können, aber nicht zu wissen, wann es besser wäre zu passen?
    Selbst Trainer in einem NLZ geben zu, dass wenn ein Spieler sich in einer Saison sehr verbessert, sie sich nicht anmaßen zu sagen, welchen Anteil sie daran haben.


    Gruss
    DTV