Einzelgespräch mit Spieler

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  • Ich habe derzeit ein Problem mit einer meiner Spieler. Es handelt sich um einen 10 Jährigen. Er ist ein wirklich sehr guter Fußballer, auf sozialer Ebene gibt es aber durchaus Probleme. Ich kritisiere bei Ihm, dass er seine Mitspieler anmeckert. Oft geht es darum das ihn jemand nicht anspielt, oder sich niemand anbietet.
    Desweiteren lässt er sich sehr schnell dazu hinreißen den Schiedsrichter zu bearbeiten.


    Ich habe Ihn schon einmal vor der Ganzen Mannschaft Maß genommen. Es hat im Endeffekt aber wenig gebracht. Beim letzten Training, habe ich Ihn in die Kabine verwiesen.
    Ein Mitspieler hatte ihn wohl geschubst, woraufhin eine kleinere Auseinandersetzung entstand. Er hat das anscheinend anders gesehen als ich. Nach dem Training wollte er mir sagen, worin das Problem besteht, und find an zu weinen.


    Daraus habe ich für mich geschlossen, dass er nicht versteht, was ich an Ihm kritisiere. Ich möchte das Problem nun in einem Einzelgespräch klären.
    Ich habe schon die Erfahrung gemacht das Minuten lange Reden einfach keinen Erfolg bringen. Habt ihr eine Idee wie man das Gespräch angehen könnte?
    Ich möchte das der Junge auch seine Sicht schildern kann.


    Wie seht ihr die Problematik mit den Schiedsrichtern? Meckern Kinder auf den Schiedsrichter, müssen Sie sofort ausgewechselt werden?

  • Spieler wegen eines Fehlverhaltens vor der ganzen Mannschaft zu kritisieren birgt immer die Gefahr, dass der Spieler aufgrund der öffentlichen Kritik auf Stur schaltet und du reden kannst, was du willst, ohne dass er es aufnimmt. Darum ist dein Vorgehen mit dem Einzelgespräch schon richtig. Ich hab mir angewöhnt, dass ich, bevor ich irgendetwas zu dem Thema sage, erst einmal den Spieler nach seiner Sicht der Dinge frage. Meistens kommt da nämlich heraus, dass sich die Situation grundsätzlich anders darstellt. Außerdem nimmt sich der Spieler dann von Anfang an ernstgenommen, wenn er erst einmal seine Sicht der Dinge erzählen darf, bevor du ihn zurechtweist. Vielleicht hat das ganze auch einen anderen Hintergrund, dass sich die beiden Spieler vielleicht schon in der Schule verhakt haben und das ganze im Training nur weiter ausgetragen wurde. Eventuell könntest du auch Mitspieler befrragen, die du als Neutral einschätzt und so vielleicht auch an wichtige Hintergrundinformationen kommen.


    Schiedrichterbeledigungen sind von Spielerseite aus zu keiner Zeit zu akzepteiren und sollten auf dem Feld umgehend angesprochen werden, das heißt der Spieler darauf hingewiesen werden. Wenn es nochmal vorkommt, würde ich ihn runternehmen, auch wenn er noch so gut ist und ihm die Situation erklären. Denn langfristig akzeptierst du ja seine Kritik an den Schiris, wenn du nicht darauf reagierst und vermittelst den Eindruck, dass das okay ist. Und dann hast du irgendwann einen A-Jugendspieler, der zwar gut kicken kann, sich aber selber im Weg steht, weil er nur den Schidsrichter angeht und in diesem Alter dann dafür auch mit Platzverweisen usw. bestraft wird.

  • ...wo wir wieder bei dem Schiedsrichterstatus sind!


    Nimm mal eine ganz einfache Lösung! Die FPL praktiziert ja den Spielleiter, ab einem ungefähren Alter von 14 Jahren.
    Lasse den Jungen für 5-10 Minuten ein Trainingsspiel leiten, auch wenn er das Alter noch nicht hat. Vielleicht bekommt er dadurch eine andere Sichtweise und geht besser damit um.
    Wir hatten schon mal im Forum das Thema der Konfliktbewältigung Stürmer-Verteidiger, Verteidiger-Stürmer,...ähnlich zu bewertend.


    Es gibt Kinder, welche in ihrem Denken oder Handeln weiter sind als ihre Mitstreiter und nehmen Maß an fast allen Dingen.
    Ich sehe eher darin eine Unterforderung! Gesonderte Aufgabenübertragung, welche sich von allen und allem nicht abheben sollte, aber signalisiert, das er wichtig ist,...mit der Verantwortung dazu beitragen kann, das sich die Mannschaft harmonisch entwickelt. Darunter zählt z.B. das Vormachen einer gewohnten Übung oder die Bildung seiner Mannschaft beim Trainingsspiel u.s.w..
    Durch Rollespiele im begrenzter Form, können Sichtweisen seines Gegenüber und Verantwortungsgefühl verändert werden.


    Das Gespräch ist in erster Linie das non plus ultra. Einerseits wichtig für die Desensibilisierung der Kids, andererseits sich mit dem momentanen Problem auseinanderzusetzen.


    beste Grüße

  • Ich habe derzeit ein Problem mit einer meiner Spieler. Es handelt sich um einen 10 Jährigen. Er ist ein wirklich sehr guter Fußballer, auf sozialer Ebene gibt es aber durchaus Probleme. Ich kritisiere bei Ihm, dass er seine Mitspieler anmeckert. Oft geht es darum das ihn jemand nicht anspielt, oder sich niemand anbietet.
    Desweiteren lässt er sich sehr schnell dazu hinreißen den Schiedsrichter zu bearbeiten.

    Zu den Murrereien über die Mitspieler: Nur Du kannst beurteilen, ob sie inhaltlich "gerechtfertigt" sind. Wenn nein, unterbrich das Trainingspiel immer wieder per Pfiff, wenn er eine Anspielstation ignoriert. Wenn seine Kritik berechtigt ist, dann zeige ihm immer wieder, wie Du diesem Problem im Training versuchst zu begegnen und ihr das Freispielverhalten trainiert. Bitte ihn aber um Geduld.

    Ich habe Ihn schon einmal vor der Ganzen Mannschaft Maß genommen. Es hat im Endeffekt aber wenig gebracht. Beim letzten Training, habe ich Ihn in die Kabine verwiesen.
    Ein Mitspieler hatte ihn wohl geschubst, woraufhin eine kleinere Auseinandersetzung entstand. Er hat das anscheinend anders gesehen als ich. Nach dem Training wollte er mir sagen, worin das Problem besteht, und find an zu weinen.

    Ich habe zurzeit in einem Kader von elf Spielern (2000er Jahrgang) 5 solche Kandidaten, die sich auf die von Dir beschriebene Weise verhalten. Bei Streitereien und Rangeleien im Training lasse ich die ganze Mannschaft (weil bei mir eben nicht nur immer dieselbe Person involviert ist) eine Runde laufen, dadurch regulieren die Jungs sich selber etwas - es wird langsam besser. Ich würde in Deinem Fall bei Rangeleien die beiden Betreffenden zu einer Sondermaßnahme wie einer Extrarunde verdonnern, vielleicht fällt Deinem "Spezi" mal auf, dass er immer einer von den Laufenden ist. Wenn Du in diese Streitereien eingreifst, wird einer immer der Meinung sein, Du ergreifst Partei. Dass in dieser Situation der Jungen anfing zu weinen lässt darauf schließen, dass er sich nicht grundsätzlich "aus Frack" daneben benimmt, sondern in dieser speziellen Situation sich wirklich ungerecht behandelt fühlte. Man läuft schnell Gefahr, denjenigen, der immer Teil der Unruhe ist, stärker zu verurteilen.

    Daraus habe ich für mich geschlossen, dass er nicht versteht, was ich an Ihm kritisiere. Ich möchte das Problem nun in einem Einzelgespräch klären.
    Ich habe schon die Erfahrung gemacht das Minuten lange Reden einfach keinen Erfolg bringen. Habt ihr eine Idee wie man das Gespräch angehen könnte?
    Ich möchte das der Junge auch seine Sicht schildern kann.

    Macht grundsätzlich Sinn. Aber Vorsicht, wenn der Junge gerade nicht in Stimmung für ein Gespräch ist, bringst Du nix aus ihm raus und hältst im Endeffekt doch einen Monolog. Das wird jeder Vater schon mal erfahren haben, der mit seinem Sohn ein "Gespräch unter Männern" führen wollte. Hier brauchst Du wirklich Geduld, bis der Junge sich ein bisschen von selber öffnet. Damit ist so ein Einzelgespräch schon eine ganz große Nummer (schon alleine zeitlich), nur Du kannst beurteilen, ob das im Moment der einzige Weg ist .

    Wie seht ihr die Problematik mit den Schiedsrichtern? Meckern Kinder auf den Schiedsrichter, müssen Sie sofort ausgewechselt werden?

    Nein, so weit würde ich beim Meckern nicht gehen, nur bei Schiedsrichterbeleidigungen oder wenn er wirklich ununterbrochen hadert, meckert und dadurch auch das Fußballspielen einstellt. Bei einzelnen Meckereien rufe ich dem Spieler etwas zu wie zum Beispiel: "Konzentrier Dich auf Dein Spiel" "Foul ist, wenn der Schiedsrichter pfeift" oder Ähnliches. Wenn der Schiri wirklich eine krasse Fehlentscheidung trifft, hole ich den Jungen kurz an die Seitenlinie, versuche ihn zu beruhigen und wieder zu motivieren.



    Noch etwas, vergiss nicht ihn auch weiterhin "positiv" zu begleiten. Lass ihn Übungen vormachen oder ähnliches.

  • Danke für die sehr guten Hinweise. Das Thema mit den Schiedsrichtern würde ich aber gerne vertiefen. Falls es andererorts einen Thread gibt, möge mich bitte jemand dort hin verweisen.


    Nun zum Thema. Mir ist vor allem bei uns der Ersten Männer aufgefallen, wie traurig die Zustände während des Fußballspiels sind. In knappen 90 Minuten werden mindestens 10 Minuten verbracht, sich mit dem Schiri, den Gegnerspielern, dem Trainer oder gar Zuschauern auseinanderzusetzen. Wo ist hier der propagierte Straßenfußball geblieben. Wurde man von älteren gefoult, hat niemand den Mund aufgemacht. Freistöße gab es eigentlich keine. Zumindestens war es bei mir so. Nur in den Punktspielen hielt auch ich es als Kind für nötig andauernd den Schiedsrichter anzugehen.
    Sollten wir als Trainer nicht so früh wie möglich damit beginnen, den Kindern zu erklären und deutlich zu machen das der Schiedsrichter nicht anzugehen ist. Ich Wünsche mir Spieler die es nichtmal in Betracht ziehen den Schiedsrichter in irgendeiner Weise anzugreifen. Es muss doch in die Köpfe zu bekommen sein, dass vor Ihnen ein Mensch steht. Mir misstfällt das man in den 90 Minuten anscheinend jegliches Benehmen von sich streift und alle verbalen Aussetzer legitimiert zu sein scheinen.

  • Was mir eben noch einfiel und wozu ich kein neues Thema eröffnen möchte. In einer Vorlesung wurde uns erzählt, dass wir auch Rezensionen der Schüler über die Lehrperson (also uns selber) einfordern können.
    Ich fande die Idee eigentlich sehr gut. Oft werden von mir eventuell Problem übersehen. Wie könnte man einen solchen Evaluationsbogen gestalten?


    Meine erste Idee ist gewesen, nach verschiedenen Bereichen zu unterteilen.


    Was gefällt dir am Training? Was gefällt dir nicht?
    Bist du zufrieden mit der Regelung für die Punktspiele?
    Usw.


    Habt ihr weitere Fragen? Wie würdet Ihr das Ganze angehen?

  • Nein, so weit würde ich beim Meckern nicht gehen, nur bei Schiedsrichterbeleidigungen oder wenn er wirklich ununterbrochen hadert, meckert und dadurch auch das Fußballspielen einstellt. Bei einzelnen Meckereien rufe ich dem Spieler etwas zu wie zum Beispiel: "Konzentrier Dich auf Dein Spiel" "Foul ist, wenn der Schiedsrichter pfeift" oder Ähnliches. Wenn der Schiri wirklich eine krasse Fehlentscheidung trifft, hole ich den Jungen kurz an die Seitenlinie, versuche ihn zu beruhigen und wieder zu motivieren.


    Ich denke, hier ist ein bisschen Menschenkenntnis gefragt, um die richtige Entscheidung zu treffen. Aus meiner Sicht wichtig ist, dass dein Spieler versteht, dass er weder sich selbst noch seiner Mannschaft hilft, wenn er auf den Schiri meckert. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Spieler, der dem Trainer ohnehin schon nicht mehr völlig offen gegenüber steht, sich durch solche Anweisungen zu Unrecht kritisiert fühlt, evtl. sogar so, als ob er vom Trainer bloß gestellt und ihm von selbigem in den Rücken gefallen wird, wodurch dann der Graben zwischen beiden noch tiefer wird. Falls dies zu befürchten ist, so würde ich den Spieler raus holen, ihm klar zu verstehen geben, dass man ihn mit dieser Auswechslung nicht bestrafen will, sondern nur etwas erklären möchte. Ich würde mich dann mit ihm vom Spiel abwenden und mich nur auf ihn konzentrieren, er soll wissen, dass er in diesem Moment wichtig ist, sogar das Spiel gegen ein anderes Team steht in diesem Augenblick hinten an. Gehe vor allem auf ihn ein, erst im zweiten Schritt auf seine Verantwortung gegenüber der Mannschaft. Versuche, ihm Druck zu nehmen anstatt ihm zusätzlichen aufzubürden. Und wenn ihr mit der Unterredung, die natürlich auch nicht allzu lange dauern sollte, fertig seid und er dir bestätigt hat, dass er verstanden hat und Alles klar ist, dann wechselst du ihn sofort wieder ein.


    Es ist meiner Meinung nach ganz wichtig, dass deine Spieler dir vertrauen. Dementsprechend musst du dich verhalten.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Ich habe Ihn schon einmal vor der Ganzen Mannschaft Maß genommen. Es hat im Endeffekt aber wenig gebracht. Beim letzten Training, habe ich Ihn in die Kabine verwiesen.

    Eine falsche Handlungsweise nach der anderen. Ob du das noch reparieren kannst?
    Der Trainer, der keine Ausbildung als Sozialpädagoge oder Verhaltenstherapeut hat, sollte solche Fälle nicht im Alleingang bearbeiten. Der erste Schritt ist immer, die Eltern darauf anzusprechen und das am besten noch bevor die Angelegenheit aus dem Ruder läuft.


    Die Kinder bekommen manchmal, auch wenn ungewollt, von den Erwachsenen mit, die Schiedsrichter sind ihre Feinde. Das kannst du eventuell mittels Umfrage in deiner Mannschaft herausfinden. Es gibt aber auch noch mindestens einen anderen Grund, der aber ziemlich kompliziert sein kann. Das habe ich selber hin und wieder praktiziert und manche meiner Mitspieler auch. Manchmal hat man als Spieler das Gefühl, dass die eigene Leistung nicht besonders gut ist. Vielleicht sind es auch nur kleine unbedeutende Sequenzen, wie ein nicht behaupteter Zweikampf, oder man hat sich zu leicht ausdribbeln lassen. Man versucht dies zu kaschieren, der Schiedsrichter ist selbstverständlich schuld und hoffentlich sieht der Trainer diese Situation auch so. Warum sollte das Kind versuchen, seine Probleme in die Schiedsrichterschuhe zu schieben? Ehrgeiz, kleiner Perfektionist, Druck durch den Trainer oder Familie, kann mit Fehlern nicht umgehen...? Das herauszufinden wird es schwer

  • Da die Kinder ziemlich schnell vergessen denke ich schon das sich etwas repaierien lässt zumal er einmal aus dem Training rausgeworfen wurde und damit hatte sich das Ganze. Die Mutter habe ich schon angesprochen mit der unterhalte ich mich Dienstag.


    Keine EInzelgespräche führen zu können, wenn man kein ausgebildeter Pädagoge ist sehe ich etwas anders.
    Seine Sichtweisen zu einem Problem darzustellen und sich die des Spielers anzuhören ist nicht verkehrt. Ich gehe sogar soweit, dass wir als Trainer einer unserer Aufgaben einfach wegfallen lassen würden.
    Das hier ein Sozialarbeiter wahrscheinlich besser mit umgehen würde bezweifle ich nicht.


    Zum Thema Schiedsrichter. Sicherlich mag es etliche Möglichkeiten geben warum sich jemand über den Schiedsrichter beschwert. Trotzdem würde ich nach deinen Beispielen dabei bleiben, dass es trotzdem ein Unding ist seine Agressionen an den Schiedsrichter auszulassen.
    Schon hier können wir den Kindern doch mit auf den Weg geben, die Wut zu unterdrücken und sich auf das SPiel zu konzentireren.

  • Die Wut zu unterdrücken mag eine vorübergehende Möglichkeit zur Lösung sein, wenn aber die Einsicht, dass:
    1. ein Schiri auch Fehler machen kann,
    2. das in den allermeisten Fällen unabsichtlich geschieht, und man
    3. mit den Konsequenzen dieser Fehler nun mal leben muss, was aber auch
    4. ohne weiteres möglich ist, denn
    5. schließlich geht es ja nur um ein Spiel,


    wenn also diese Einsicht erfolgt, dann kann man Fehlern des Schiri umgehen. Andernfalls kann es sein, dass der Frust über die offenbar böswilligen (aus Sicht des Spielers) Schiris nicht abgebaut wird und sich irgendwann ganz fürchterlich entlädt. Daher finde ich die Idee, für Schirischelte anfällige Spieler auch mal selbst pfeifen zu lassen, gar nicht so schlecht. Begleitet von entsprechenden Worten, natürlich.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Ich habe Ihn schon einmal vor der Ganzen Mannschaft Maß genommen


    Das kann man mal machen, wenn man Ruhe verlangt o.ä.... alles was darüber hinaus geht, gehört in eine Einzelansprache, ...sagt mir mein Bauchgefühlt.


    Daraus habe ich für mich geschlossen, dass er nicht versteht, was ich an Ihm kritisiere.


    Ich schließe aus der Ferne daraus, dass er mit dem Problem einfach übermannt ist.


    Nach dem Training wollte er mir sagen, worin das Problem besteht, und find an zu weinen.


    Was fast beweist, dass es ihn übermannt hat.


    Ich habe schon die Erfahrung gemacht das Minuten lange Reden einfach keinen Erfolg bringen.


    Sehrgut, kurze prägnante Anweisung sind der Weg. Ich habe derzeit eine ähnliche fast identische Herausforderung.


    Ich bin der Auffassung -und das ist meine Message- dass du ihm sagen solltest, was du und die anderen von ihm konkret erwarten und Punkt. Dazu müßtest du dir überlegen, was du erwartest und wie du das konkret kurz und prägnant formulieren willst. In meinem hiesigen Fall war das:


    -Ich möchte das du aufmunterst oder den Mund hälst, rummotzen ist nicht!
    -Ich erwarte, das du Disziplin und Selbstbeherrschung zeigst. Ich möchte das du weisst, was Disziplin ist und was es bedeutet


    -Ich erkläre was das für mich als Trainer konkret ist...nämlich....dass er einfach mal die Klappe hält, auch wenn es innerlich brodelt, weil er mal einer anderen Meinung ist, als der Mitspieler, der Trainer oder der Schiedsrichter. Ich erkläre, dass beim Training nicht jeder seine Meinung mitteilen kann, weil das für mich als Trainer anstrengend ist, aufhält und einfach ungewünscht, störend und deshalb unakzeptabel ist.


    Bleibt die Frage der Konsequenz, ....der ich damit Zoll getragen habe, indem ich -nach MItteilung was was ist und was ich erwarte und warum ich es erwarte...ich diese damit mitteilte, dass er


    -sich bei weiterem Fehlverhalten jedesmal für fünf Minuten an den Rand stellen muß
    -ich die Eltern davon informieren würde
    -er bei weniger Trainingszeiten auch leider leider weniger Spielen darf
    -und ich ihn, wenn das immer noch nicht reicht, auch ganz nach Hause schicken würde und er dann auch überhaupt nicht spielen würde.
    -und letztlich die nächst niedere Mannschaft für ihn keine Lösung sein würde, nur ....der Raussschmiss ist eine Endlösung.


    Letzteres würde ich nur in ganz hartnäckigen Fällen benennen....und das so ab der D. Gruß

  • Ein befreundeter Trainer empfahl mir dies:


    - klar ansprechen was schief läuft, unfaires, unsportliches Verhalten!
    -Erwartungen äußern
    -Folgen benennen bei Nichteinhaltung (interne Spielsperre [...])


    - ganz wichtig, dann durchziehen und vor der Mannschaft auswerten
    -Eltern einbeziehen, wen die bocken sollten, trotzdem...
    - nicht viel drüber reden ist glaub ich wichtig, (bla,bal,bla, ==> ja,ja,ja9 [...]


    Ich finde diese Hinweise sehr gut. Ausserdem dankesehr für alle bisherigen im Forum.


    An Dobrin:


    Das Gespräch hätte auf alle Fälle vor dem Rausschmiss kommen müssen, dass sehe ich auch als Fehler meinerseits. Hier bestand das Problem, dass ich demjenigen sein Fehlverhalten nicht einfach durchkommen lassen wollte. Es waren noch 10 Minuten des Trainings zu spielen, daraufhin habe ich die beiden Unruhestörer in die Kabine geschickt. Hier hätte ich die beiden wohl eine Runde laufen lassen sollen (oder ähnliches).


    In dem Moment war mein Verhalten wohl mehr Aktionismus als alles andere.


    Ausserdem habe ich extra das Thema eröffnet, weil für mich das Ganze noch nicht abgeschlossen ist. Wenn ein Spieler wegen meinem Verhalten weint, dann kann ich dass nicht so stehen lassen.

    4 Mal editiert, zuletzt von Lubi ()