Ärgenisse mit Eltern

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  • Hallo zusammen,


    ich hoffe mein Anliegen ist nicht allzuoft vertreten.


    Ich bin Betreuer einer U 10 II Jungen - Mannschaft ( seit Winter letzten Jahres). Lange Zeit hatten diese Jungs keinen Betreuer


    und sind somit sehr selten mit zu Spielen gefahren. Ich habe das Amt dann freiwillig übernommen und suche bis heute vergeblich


    jemanden, der mir verbindlich hilft.


    Zur Zeit spielen wir in einer qualifikations-Hinrunde, aus der dann die Kreisliga, 1Kreisstaffel und 2. Kreisstaffel entsteht.


    Letzes Halbjahr wurden wir 3. der 2. Kreisklasse.


    Leider verlieren wir bis jetzt jedes Spiel (meistens über 10 Gegentore), was aber kein Wunder ist, denn wir haben 3 Mannnschaften


    die letzes Jahr Kreisliga spielten.


    Ich sehe trotz allem Fortschritte bei den Jungs und kann dem Ganzen (verlieren) noch etwas positives abgewinnen. Die Kinder müssen natürlich immer wieder neu motiviert werden, was mir zum größten Teil gelingt.


    Leider gibt es Eltern die in unserer Situation anfangen an meiner Person zu zweifeln. Sie verlangen Taktiktraining, bessere Aufstellung in der Abwehr,


    sind Beleidiigt wenn ich im Spiel Ihr Kind auffordere etwas bestimmtes zu tun ("Torwart komm raus)(u.a.).


    2 Elternteile sind sich einig das das so nicht weitergehen kann (mit mir) ?


    Ich habe immer wieder um Hilfe gebeten, keiner hilft verbindlich, jeder nur so wie er Lust hat.


    Aber die die nicht helfen, kritisieren negativ. Und das geschieht während des Spiels, quer übers Feld.


    Das stört mich total.


    Ich bin eine Betreuer ohne Trainerschein und belese mich hier bei Soccerdrills und beim dfb online Training.


    Ich wollte mit den Kindern noch kein Taktiktraining machen, fühle mich aber langsam genötigt dazu.


    Was soll ich tun mit dem Umgang der Eltern und Taktiktraining ?




    Danke für Antworten

  • wer hat dich denn zum "trainer" gemacht?
    du gehörst doch einem verein an, wie reagiert dieser auf deine probleme?
    was macht dein jugendleiter?
    versuche nicht alles alleine zu lösen,
    hol dir hilfe und unterstützung durch den verein.

  • Es hört sich so an, also solltest du den Eltern mal dein Konzept näher bringen. Das setzt voraus, dass du eines hast, falls das also nicht der Fall sein sollte, so solltest du zunächst eines entwickeln. Inspiration kannst du dir ja beim DFB und hier im Forum holen. Das Konzept wird ja einer Philosophie folgen und eine Argumentationskette beinhalten. Diese musst du dann den Eltern vorstellen, du musst ihnen sagen, dass sich der Kinderfußball vom Erwachsenenfußball unterscheidet, worin diese Unterschiede liegen und welche Auswirkungen das hat. Du kannst auf den Unterschied der Bedeutung von Spielen im KiFu gegenüber der Bundesliga hinweisen, dass Spiele im KiFu zur Ausbildung gehören und weniger dazu da sind, um Punkte und Tabellenplätze zu ergattern, als um Erfahrungen zu sammeln und das im Training Gelernte im Spiel ausprobieren und im Optimalfall auch umsetzen zu können. Du solltest auf die Ganzheitlichkeit der Ausbildung hinweisen, darauf, dass du möchtest, dass möglichst viele Kinder lange Zeit mit viel Spaß dem Fußball (oder dem Sport generell) treu bleiben. Dass es auch um Werte wie Fairness, Team-Geist, Zuverlässigkeit, etc. geht.


    Fazit: Du musst die Eltern dort abholen, wo sie sich befinden. Sie können es nicht besser wissen, sie sehen vermutlich nur die Spiele und da gehen ihre Kinder unter. Dass ihnen das nicht gefällt, ist verständlich. Du musst ihnen erklären, woran es liegt und warum das nicht schlimm ist. Und was du tust. Wenn die Eltern erkennen, dass du dich engagierst, werden sie auch zu deutlich mehr Engagement bereit sein, da bin ich mir sicher. Nicht alle, aber einige.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Hallo, das geht ja schnell.


    Also, mein Konzept ist, das die Kinder die Grundlagen des Fußballspielens erlernen, das Team und das Zusammenspiel


    zu fördern. Eigentlich sollen die Kinder Spaß haben beim Spielen. Haben sie so aber nicht.


    Das reicht den genannten Eltern nicht, denn Ihr Kind ist ein "Talent" und "kann dies alles schon."


    Es spielt aber in der II. Mannschaft, und hier ist das Leistungsgefälle sehr hoch.


    Gespräche haben stattgefunden, wo ich o.g. gesagt habe.

  • Hast Du denn schon einmal eine Versammlung mit den Eltern veranstaltet, in der Du Dein Vorgehen, Deine Prinzipien usw. vorgestellt hast? Denn zuerst solltest Du für Akzeptanz Deiner Person gegenüber werben. Wichtig ist doch unabhängig von den Spielergebnissen (die natürlich ab einem bestimmten Punkt auch nicht unprobelmatisch sind), dass die Kinder gerne zum Training kommen. Unsere Kinder sind von den Niederlagen am WE auch immer ziemlich geklatscht, aber alle freuen sich dann doch wieder auf unser Training am Montag. Unsere Eltern haben mir berichtet, dass unsere Jungs eher lieber zum Training als zum Spiel kommen. Und sind die Kinder im Grunde glücklich, sind es die Eltern auch, Niederlagen hin oder her (Ausnahmen bestätigen die Regel).


    Hiernach könntest Du versuchen die Helferfrage zu klären, aber erwarte hier nicht zu viel. Wenn sich eben kein einzelner bereit erklärt, dann könntest Du doch auch mit einem bestimmten und relativ festen Helferkreis arbeiten. Allerdings geht das dann über Helfertätigkeiten kaum hinaus, echtes Co-Training sieht anders aus (z. B. jeder eine Gruppe o. ä.). Aber oft leckt der eine oder andere dann doch Blut.


    Deine Frage mit dem Taktiktraining kann ich voll und ganz verstehen. Wir treffen auch auf Gegner, bei denen Taktik eine große Rolle spielt. Taktik ist aber auch ein dehnbarer Begriff, so spielt die Individualtechnik (1 gegen 1) in jeder Altersklasse eine Rolle. Taktik in Deiner Altersklasse sollte so aussehen, dass Du im Training immer wieder Spiele machst, die unter einem Schwerpunkt erfolgen (z. B. abspielen nach 3 Ballkontakten). Das sollte man dann aber im freien Spiel aber auch im Pflichtspiel am WE nicht einfordern, sondern sich freuen, wenn die Jungs diese von Dir angebotenen Tools irgendwann auch nutzen. Hier ist eben Geduld gefragt.

  • [Ich habe mit meinemn Jugendleiter über das Problem geredet, er toleriert auch nur schwer, schreiende
    Angehörige am Spieldfeldrand.
    Ich solle diesen Eltern sagen, dass wenn sie so unzufrieden sind, gibt es auch noch andere Vereine.
    Find ich sehr hart.
    Mein training besteht aus Passübungen, Schussübungen, kleine Finten, Rouationsübungen, meistens kleine Spiele am Anfang
    und einem Spiel am Ende. Zwar sagen viele Fachleute man solle 3: 3 auf kleinen Toren spielen, doch meine Kinder wollen das nicht, sie mußten
    dies immer machen als noch mit der 1.Mannschaft trainiert wurde.
    Nein , ich habe noch keinen "Elternabend" veranstaltet, immer nur bei Bedarf etwas erzählt. Wenn ich anfrage wegen einem Helfer bei den Eltern.
    Zum "Trainer" hat mich der Trainer unserer 1. Mannschaft gemacht, weil es zu viele Kinder für ihn waren.





    erzähle ich immer was ich mache.


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  • Vielleicht als Hinweis. Ein Konzept beinhaltet etwas mehr als nu 3 Begriffe, die vielleicht auch jeder kennt. In einem Gespräch könnte es passieren, dass du dann mit weiteren Fragen konfrontiert wirst, die Diskussion artet dann aus. In deinem Konzept sollten die Grundlagen entschlüsselt sein. Passen, Stoppen usw. Ei weiterer Aspekt ist dann durch eine Reihe an Maßnahmen dargestellt, mit einer Reihenfolge in der Abarbeitung, mit einer Terminschiene und mit Beispielübungen zu den einzelnen Thematiken. Das zeigt Suveranität im Gespräch und beruhigt die Zustände. Das Thema Taktik ist gesondert zu betrachten, wenn gewisse Grundlagen stehen und wenn die benötigten Spielertypen vorhanden sind. Mach dich schlau, denn Taktik ist nicht gleich Taktik und lässt sich nur unter bestimmten Voraussetzungen verwenden. Gib den Leuten eine Vision

  • Mein training besteht aus Passübungen, Schussübungen, kleine Finten, Rouationsübungen, meistens kleine Spiele am Anfang
    und einem Spiel am Ende. Zwar sagen viele Fachleute man solle 3: 3 auf kleinen Toren spielen, doch meine Kinder wollen das nicht, sie mußten
    dies immer machen als noch mit der 1.Mannschaft trainiert wurde.

    Die Kinder wollen keine kleinen Fußballspiele?
    Erstens: Du bist der Trainer! Wenn Du etwas für sinnvoll erachtest, die Kinder das aber nur bedingt wollen, dann musst Du es Ihnen "verkaufen". Ich kenne in dieser Altersklasse kein Kind, das z. B. gerne seinen schwachen Fuß einsetzt, trotzdem muss hier jeder Trainer dranbleiben.
    Zweitens: Kleine Spielformen (1 gegen 1, 2 gegen 2, 3 gegen 3 auch mal mit Über- und Unterzahl) verfolgen den einzigen Zweck, den Kindern Spielintelligenz zu entlocken und ihre Spielfähigkeit zu entwickeln. Außerdem stellst Du hierbei sicher, dass alle Kinder Ballkontakte in einem Fußballspiel haben. Bei einem 7 gegen 7 im Schlusspiel spielen doch oft immer dieselben, während meist auch immer die Gleichen dem Ball nur hinterherlaufen und diesen mitunter gar nicht berühren. Hier stellt sich doch kein Lerneffekt ein.


    Kinder haben meist eine falsche Vorstellung von einem "richtigen" Training. Ich wurde auch schon von einem 7jährigen gefragt, ob wir nicht mal ein richtig hartes Training machen könnten, mit Rundenlaufen, Sprint und nur Technikübungen. Kinder sind hier oftmals fremdgesteuert (durch Eltern, Medien usw.). Das zu richten ist im Wesentlichen Deine Aufgabe. Irgendwann kapieren das auch die Eltern.

  • Wie gesagt mein Trainingsprogramm besteht fast ausschließlich aus den Übungen die der dfb für die Altersgruppe vorgibt.
    Manchmal nehme ich Übungen aus Soccerdrills dazu. Nur das Spiel am Ende , konnte ich mich (wie schon erwähnt) nicht
    durchringen.
    Ja, ich muss mich durchsetzen, habe aber den Kindern den Wunsch eines Spieles gelassen.
    Ist das so entscheidend ? Es scheitert nicht an meiner Durchsetzungskraft.
    Ich mache die Übungen, spiele teilweise mit, mache vor, korrigiere was ich meine zu sehen.
    Es drohen mir aber Weggänge, wenn ich o.g.(1.Beitrag) nicht friedlich löse. Im Moment erscheint es mir zweitrangig,
    wie ich mein Training gestalte, und dann fehlen mir jungs.
    Ein gut durchdachtest und umsetzbares Konzept muss her, wenn es nicht reicht an die Leitlinien des dfb zu orientieren.
    Iich habe letzte Saison genauso trainiert, wie jetzt ( manchmal mit der 1.Mannschaft, um den Kontakt nicht...),
    da waren alle zufrieden, weil wir Erfolgerlebnisse hatten.
    Das sieht, wie beschrieben jetzt anders aus. Soll ich also doch auf die Anforderungen der Eltern
    eingehen, obwohl es meiner "Philosophie" nicht entspricht?
    Soll ich auf Teufel komm raus so spielen, das das Ergebnis besser wird ?

  • Ich teile die Meinung von Eigengewächs, du solltest einen Elternabend durchführen, um bei allen Beteiligten eine gemeinsame Basis zu schaffen. Nutze diesen Termin, um zu erläutern, was, warum und wie du es machst, wie du es tust. Du kannst dich ja ruhig an der DFB-Philosophie orientieren und sie ja auch durchaus als Leitbild oder Vorlage nennen, aber du solltest in der Lage sein, sie zu vermitteln und das, da stimme ich Dobrin zu, in mehr als drei recht plakativen Worten, denen keiner 'deiner' Eltern wiersprechen wird, die sie aber auch nicht im Konflikt mit ihren Vorstellungen sehen.


    Du hast sicher Recht, dass dein vorrangiges Problem derzeit die Akzeptanz bei den Eltern ist und du dieses Problem entsprechend priorisiert angehen solltest. Es lohnt sich aber immer, gelegentlich selbstkritisch das eigene Vorgehen, z.B. auch betreffend der Trainingsgestaltung, zu hinterfragen. Ich bin zwar nicht der Meinung, dass du, wie Dobrin es vorschlägt, bereits zum Elternabend einen fertigen Trainingsplan mit Übungen und allem drum und dran haben musst. Gerade bei den skeptischen Eltern würde es aber wahrscheinlich schon helfen.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Ich würde das Ganze nicht auf die Trainingsgestaltung reduzieren. Akzeptanz und Resonanz sind die Eigenschaften eines wiederspiegelnden Abbildes des Trainers. Hierbei kommt es nicht nur auf das Denken und Handeln eines Trainers an, sondern auch auf das Äußere, wie Mimik, Gestik und gepflegtes Äußeres. Als Trainer solltest ganzheitlich in all seinen Erscheinungsbildern auftreten.
    Das fachliche Wissen, die Erfahrungen, mit all seinen Facetten und Problemen, kann dir keiner vorleben. Sei ein Trainer mit klaren Vorgaben. Die Eltern müssen spüren und davon überzeugt sein,...hier ist ein Trainer,


    der weiß was er will!


    beste Grüße

  • Ich habe mit unserem Jugendleiter, als auch mit dem Trainer unserer 1. Mannschaft geredet, alles erläutert (auch schwächen meinerseits),
    wir kommen zu dem Schluß, dass wer mich nicht akzeptiert, oder mit den Niederlagen unserer Mannschaft nicht zurechtkommt (konkret 2 familien mit Angehörigen)
    kann auf freiwilliger Basis den Verein wechseln. Die Kinder will ich nicht verlieren, aber die Eltern sind ja die tongebenden Menschen.
    Das schließt für die Zukunft aber ein, dass ich mich überdenke, kann aber nicht Zaubern.

  • Na das ist mal ne Ansage!


    Und bedenke, lernen ist eine Tätigkeit, welchen den meisten Menschen für immer bleibt.


    Wenig Verbissenheit, viel Erfolg, Geduld und Fleiß, das wünsche ich dir bei deinen kommenden Aufgaben!


    beste Grüße