D1-Junioren viele Baustellen

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  • Hallo!
    Ich trainiere eine D1-Junioren. Nachdem wir mit der Mannschaft im letzten Jahr einen guten Schritt nach vorne gemacht haben, sieht es jetzt so aus, als sei auf einmal wieder alles weg! Ich habe da 2 große Baustellen im Team, wo ich nicht so recht weiß wie das ganze am besten zu lösen ist!


    Baustelle 1 - Laufbereitschaft (Fitness):
    Wenn man sich die die Spiele von außen anguckt, sieht das bei im Durchschnitt 6 von 8 Feldspielern so aus, als hätten diese gar keine Lust sich zu bewegen! Was dann natürlich dazu führt, dass viel zu viel klein-klein gespielt wird oder man sich sogar im Weg steht! Man kann von der Seitenlinie noch so viel motivieren etc. , aber es bessert sich nicht! Grund dafür ist meiner Meinung nach, dass viele Kinder sich zu ungesund ernähren und Übergewicht haben! Ungesunde Ernährung führt zu lustlosigkeit / kein Bewegungsdrang. Aber wie löse ich das Problem? Normal müsste man so etwas mit den Eltern besprechen. Jedoch bezweifle ich, dass sich die Eltern von einem 19-jährigen sagen lassen, was das Kind zuhause essen darf und was nicht! Aber was soll ich sonst tun?


    Baustelle 2 - kein Mitdenken
    Zudem muss ich als Trainer (selbst wenn es z.B. vor dem Anpfiff schon mit Rückennummern klare Anweisunge bzgl. Manndeckung gibt) noch während des Spieles tausend mal sagen welcher Spieler von wem zu decken ist wenn der Gegner im Ballbesitz ist! Doch oft ist es dann zu spät, da der Gegenspieler bereits enteilt ist! Nächstes Bsp: Im Training üben wir Doppelpässe, Hinterlaufen o.ä. Im Spiel wenn wir den Ball haben spielt derjenige den richtigen Pass, hakt die Situation aber dann für sich ab und startet auch nicht in die Gasse! (Selbst wenn man ihn noch darauf hinweist vor dem Pass)


    Das sind so (zunächst) die großen Baustellen in der Mannschaft!


    Dann hätte ich da noch eine Frage bezüglich Formation/Taktik! Welche bevorzugt ihr bei einer 9er Mannschaft D-Jugend und warum?




    Ich bitte um Rat, was man bezüglich dessen tun kann!


    Mit sportlichen Grüßen,
    Koner

  • das es doch die 3te E ist ,
    dann haben wir (Rapid) am Samstag ja ne kleine Chance ..... ich freu mich ;)


    ich hatte nach den Ferien auch das Problem das wir mit einigen Kids scheinbar wieder am Anfang stehen ....


    es hilft nicht, wir müssen die Jungs ins Laufen kriegen ..


    mein Tipp Kleinfelder aufbauen ca. 25x15m mit Hütchentoren
    2er oder 3er Mannschaften aufteilen, ruhig ungleiche Kopfzahl
    Tore zählen nur wenn alle Spieler aus der eigenen Hälfte raus sind und doppelt wenn nicht alle gegnerischen Spieler in der eigenen Hälfte sind
    und flugs laufen alle - mindestens bis zur Mitte ;)


    Baustelle 2
    von Manndeckung mit Zuordnung halte ich nichts - aber das ist Geschmackssache
    das Mitdenken und Mitspielen beginnt im Training da wo es keine andere Möglichkeit gibt als mitzumachen
    damit sind wir wieder bei kleinen Mannschaften z.B. Überzahlspiel und der Ansage nach 2 oder 3 Ballkontakten wird gepasst,
    da muss der passende automatisch weitermachen sonst ist sein Partner nach 2 Ballkontakten im Eimer ......


    Ansonsten ist das Nachstarten nach einer Aktion in fast allen Übungen standart ....
    einfach aus dem DFB onlintraining entsprechende Übungen verwenden und auf die Begleittexte achten .....


    und ganz wichtig - nicht den Mut verlieren, auch wenn man manchmal schon wieder am Anfang steht.


    gruß von den
    Rapidlern


    thomas

    Bundestrainer 8) Fernseh - Lizenz

    Einmal editiert, zuletzt von thom ()

  • Ich trainiere eine D1-Junioren. Nachdem wir mit der Mannschaft im letzten Jahr einen guten Schritt nach vorne gemacht haben, sieht es jetzt so aus, als sei auf einmal wieder alles weg!


    Vermutlich hat bei Euch die neue Saison gerade wieder begonnen. Dann warte lieber noch zwei, drei Wochen, bevor du dir ein Urteil bildest, die Jungs müssen auch erst wieder zum Fußball zurückfinden.


    Ich habe da 2 große Baustellen im Team, wo ich nicht so recht weiß wie das ganze am besten zu lösen ist!


    Baustelle 1 - Laufbereitschaft (Fitness):
    Wenn man sich die die Spiele von außen anguckt, sieht das bei im Durchschnitt 6 von 8 Feldspielern so aus, als hätten diese gar keine Lust sich zu bewegen!


    Ich habe gestern mit meiner E1 Mini-Fußball (d.h. ein 3 gegen 3 auf einem verkleinerten Feld mit zwei Toren pro Grundlinie, die ziemlich weit auseinander stehen) mit der Sonderregel gespielt, dass jeder Spieler eines Teams am Ball gewesen sein muss, bevor ein Tor erzielt werden darf. Ist ein Gegner dazwischen, so fängt die Zählerei wieder von vorne an. Das hat den für mich positiven Effekt gehabt, dass auch die lauffauleren und weniger einsatzfreudigen Spieler dazu gezwungen wurden, mit zu spielen. Es ist für ihre Mitspieler erst mal ein wenig frustrierend, aber der Lerneffekt ist, so mein Eindruck, ziemlich groß.


    Man kann von der Seitenlinie noch so viel motivieren etc. , aber es bessert sich nicht!


    Vielleicht wäre hier weniger mehr. Weniger reinrufen, dafür gezielt. Besser noch wäre es, die Bedeutung der Einsatz- und Laufbereitschaft vor Spielbeginn zu betonen, dann wissen die Jungs, was du von ihnen erwartest, und es fällt dir im Spiel leichter, sie daran zu erinnern. Wenn du nur am krakeelen bist, schalten deine Spieler evtl. irgendwann einfach ab, weil sie dir nicht folgen können. Ich weiß natürlich nicht, ob das bei dir so ist, ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass man sich da schnell hineinsteigern kann.


    Grund dafür ist meiner Meinung nach, dass viele Kinder sich zu ungesund ernähren und Übergewicht haben! Ungesunde Ernährung führt zu lustlosigkeit / kein Bewegungsdrang.


    Der Schluss ist mir zu kurz. Ernährung führt Energie zu, Übergewicht entwickelt sich dann, wenn dauerhaft mehr Energie zugeführt wird, als der Körper benötigt. Ungesunde Ernährung führt nicht automatisch zu Lustlosigkeit, diese Erklärung wäre mir zu einfach. Sicher spielt die Ernährung eine Rolle, aber allein ist sie sicher nicht schuld.


    Aber wie löse ich das Problem? Normal müsste man so etwas mit den Eltern besprechen. Jedoch bezweifle ich, dass sich die Eltern von einem 19-jährigen sagen lassen, was das Kind zuhause essen darf und was nicht! Aber was soll ich sonst tun?


    Ich würde versuchen, für eine gesündere Ernährung und allgemein mehr Bewegung zu werben. Und zwar nicht, indem du den Spielern Vorwürfe machst, sondern ihnen die Vorteile eines anderen Verhaltens als des jetzigen aufzeigst. Kennst du den Film "Super Size Me"? Wenn das Problem tatsächlich deutlich ausgeprägt ist, könnte er für manche ein Weckruf sein. Ansonsten sind Ernährungsprobleme heutzutage doch ein viel diskutiertes Thema, da sollte es möglich sein, fachkundigen Rat aufzutreiben. Bei uns wird das Thema bspw. auch in den Schulen behandelt, da kommt dann meistens eine kundige Person von außen rein. Vielleicht kannst du da ja mal um Rat fragen.


    Baustelle 2 - kein Mitdenken
    Zudem muss ich als Trainer (selbst wenn es z.B. vor dem Anpfiff schon mit Rückennummern klare Anweisunge bzgl. Manndeckung gibt) noch während des Spieles tausend mal sagen welcher Spieler von wem zu decken ist wenn der Gegner im Ballbesitz ist!


    Vergiss nicht, du bist neunzehn und deine Schützlinge erst zwölf. Du stehst an der Seitenlinie, sie mittendrin. Du musst dich kaum bewegen, sie müssen das tun und auf den Ball achten, dazu noch auf die Gegner, den Ball innerhalb kurzer Zeit annehmen und verarbeiten. Und dann sollen sie auch noch auf das achten, was du reinrufst, es sofort verstehen und dann auch noch umsetzen.. Vielleicht erwartest du hier etwas zu viel. Viele in diesem Forum, mich eingeschlossen, halten übrigens von der Manndeckung nicht so viel und bevorzugen die ballorientierte Verteidigung. Ich halte sie eigentlich auch für intuitiver und daher leichter zu befolgen als das oftmals sinnfreie Verfolgen eines Gegners, der den Ball dann doch nie bekommt, während anderswo das gegnerische Team durchbricht..


    Doch oft ist es dann zu spät, da der Gegenspieler bereits enteilt ist!


    Auch hier halte ich das ballorientierte Spiel für intuitiver und sinnvoller. Meine E-Junioren tendieren momentan leider verstärkt zur Manndeckung, warum, weiß ich im Moment noch nicht, von mir haben sie das jedenfalls nicht. Wahrscheinlich haben es ein paar Spieler von ihren Eltern oder von anderer Stelle, und weisen jetzt ihre Mitspieler an. Das führt dann zu solch kuriosen Phänomenen, dass ein Spieler beim Minifußball (s.o.) von dem Ballführenden, der einen freien Weg zum Tor hat, weg läuft, um den vermeintlich gefährlicheren Spieler zu decken, der das andere Tor ansteuert.


    Nächstes Bsp: Im Training üben wir Doppelpässe, Hinterlaufen o.ä. Im Spiel wenn wir den Ball haben spielt derjenige den richtigen Pass, hakt die Situation aber dann für sich ab und startet auch nicht in die Gasse! (Selbst wenn man ihn noch darauf hinweist vor dem Pass)


    Probiere mal, weniger während des Spiels coachen zu wollen, als davor und in der Halbzeitpause. Suche dir dabei nur ein paar Dinge aus, die einfach zu vermitteln sind. Erwarte dann nicht, dass deine Korrekturen sofort und zu 100% umgesetzt werden, denn wenn der Ball rollt, wird von den meisten nicht so viel nachgedacht. Dann erinnere sie (freundlich) daran, was ihr besprochen habt, wenn sie sich in einer Situation wieder verkehrt verhalten. Wenn sie das kapieren, wirst du es an ihrem Gesichtsausdruck erkennen. :) Und dann solltest du auch mal beobachten können, dass sie es entsprechend machen oder es zumindest versuchen.


    Dann hätte ich da noch eine Frage bezüglich Formation/Taktik! Welche bevorzugt ihr bei einer 9er Mannschaft D-Jugend und warum?


    Vergiss übrigens bitte nicht, dass du nicht Jürgen Klopp und deine Spieler nicht der BVB sind. Nimm dir nicht zu viel vor, man rutscht leider unheimlich schnell da rein, dass man jetzt all das, was die Experten im Fernsehen so erzählen, auch umsetzen möchte. Deine Jungs sind noch nicht soweit, Mannschaftstaktiken richtig umsetzen zu können. Lies dir mal http://www.dfb.de/uploads/media/dfb_rtk_flyer_A4_quer_01.pdf intensiv durch, schaue dir dabei Seite 12 an, da geht es um D-Junioren. Vergleiche das aber auch mit den Inhalten der anderen Altersstufen, um besser erkennen zu können, was nicht Thema sein sollte und was du nicht erwarten solltest.


    Ansonsten wünsche ich dir und deinen Jungs vor allem viel Spaß beim Fußballspiel. Denn man sollte auch nie vergessen, dass Fußball eben ein Spiel ist und dass es bei Spielen zu einem ganz großen Teil um den Spaß geht. Dass dieser typischerweise mit steigenden Fähigkeiten zunimmt, ist natürlich auch wahr, und stellt keinen Widerspruch dar.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Ungesunde Ernährung führt zu lustlosigkeit / kein Bewegungsdrang.

    Hm, ist das so?


    Versuch's doch mal mit Wettkämpfen im Training, die laufintensiv (mit Ball) sind. So ein Programm, über Wochen durchgeführt, sollte jeden voran bringen.


    'Kein Mitdenken' wird dich als Trainer immer begleiten. Da kannst Du nur gebetsmühlenartig immer wieder drauf hinweisen. Die Handlungsgeschwindigkeit unterscheidet m.E. den guten
    vom weniger guten Spieler. Inwieweit sowas trainierbar ist, bin ich mir nicht sicher. Denke, entweder ein Spieler kann es oder eben nicht.


    Ansonsten fällt mir bei deinem Statement das Wort 'Manndeckung' auf. Eine reine Manndeckung nach dem Motto 'und wenn der zum Klo geht, gehst du hinterher' ist schlicht antiquiert. Vielleicht hemmt die Maßgabe immer am Mann zu bleiben auch manche Spieler, weil sie sich mehr auf den Mann als auf das Spiel konzentrieren.


    Wir spielen in der 9er D seit einem Jahr eine 3er-Abwehrkette. Das klappt soweit ganz gut.

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Kein Mitdenken' wird dich als Trainer immer begleiten. Da kannst Du nur gebetsmühlenartig immer wieder drauf hinweisen. Die Handlungsgeschwindigkeit unterscheidet m.E. den guten
    vom weniger guten Spieler. Inwieweit sowas trainierbar ist, bin ich mir nicht sicher. Denke, entweder ein Spieler kann es oder eben nicht.

    Das glaube ich nur mit Einschränkung., siehe hierzu auch den aktuellen Thread "Trainingsplan" und die Anmerkungen von Tirus (Trainingsplan). Der Grundsatz, fast jede Übung nach Möglichkeit mit Anschlussaktionen zu konzipieren und einzufordern (z.B. dass beim 1:1 in der Offensive der Verteidiger nach Balleroberung in ein kleines Tor passen muss und dafür auch einen Punkt erhält, den der Angreifer trotz Ballverliust natürlich versucht zu verhindern) wird auch die meisten Spieler verbessern können, die es "nicht können". Diese Anschlussaktionen sind ja das, was Koner vermisst.


    Dass es trotzdem Unterschiede geben wird zwischen Kreisniveau und Talenten will ich gar nicht bestreiten. Mir wäre Dein "der Spieler kann es oder eben nicht" nur zu sehr ein Freibrief für alle die Trainer im Dorfverein, die eine Mannschaft seit der F betreuen und dann ab der D oder C lauthals lamentieren, die Spieler seien alle "zu langsam im Kopf". Fehlt dann nur noch der Hinweis auf das leider nicht zur Verfügung stehende "Spielermaterial" ;)

  • Das glaube ich nur mit Einschränkung., siehe hierzu auch den aktuellen Thread "Trainingsplan" und die Anmerkungen von Tirus (Trainingsplan). Der Grundsatz, fast jede Übung nach Möglichkeit mit Anschlussaktionen zu konzipieren und einzufordern (z.B. dass beim 1:1 in der Offensive der Verteidiger nach Balleroberung in ein kleines Tor passen muss und dafür auch einen Punkt erhält, den der Angreifer trotz Ballverliust natürlich versucht zu verhindern) wird auch die meisten Spieler verbessern können, die es "nicht können". Diese Anschlussaktionen sind ja das, was Koner vermisst.

    Da hast Du natürlich Recht. Mein Posting war sicher nicht differenziert genug.


    Das eine sind sicherlich die beschriebenen Automatismen, die Koner schon helfen würden. Das andere ist die nichtvorhandene Handlungsgeschwindigkeit. 'Der Spieler kann es oder eben nicht' bezog sich auf letzteren Punkt.

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Also erstmal Danke für die ganzen Tipps!


    Viele Trainingsmethoden verwende ich bereits, anderes werde ich mal ausprobieren!
    Das mit der Ernährung war nicht genau genug ausgedrückt von mir:
    Falsche/Ungesunde Ernährung führt dazu, das die Jungs ein paar Kilos zu viel haben. Und dir fällt es natürlich schwerer dich zu bewegen, wenn du eben mehr mit dir mitschleppst! Ich tu mir nur schwer dabei, darauf Einfluss zu nehmen! Das heißt ich weiß nicht wie. Wenn ich den Jungs das in einem einzelgespräch beibringe, werden die meisten mir sagen, dass sie darauf achten. Aber umsetzen werden sie es nicht, da ich die Jungs ja nicht 24std am Tag kontrollieren kann und auch nicht will. Heißt ich müsste die Eltern davon überzeugen, da diese vorwiegend für die Ernährung zuständig sind. Aber wie schon gesagt, die Eltern werden sich doch nicht von einem 19-Jährigen erzählen lassen, was es zuhause zu Essen gibt und was nicht, oder?

  • Hallo Koner,


    was im Training klappt, muss nicht auch zwagsläufig im Spiel funktionieren. Ich erinnere mich, wie ein Trainer aus der E-Jugend im Training
    den Torschuss trainiert lassen hat, wie so ein bekloppter. Mal abgesehen davon das die Schusstechniken zum größten Teil falsch vorgemacht wurden
    und er falsch korrigiert hat, wurden diese nur als Übungsform trainiert. Für den Anfang und für das Erlernen neuer Grundtechniken unabdingbar,
    aber für das weiterführende Verfeinern irgendwann nicht mehr ausreichend. Im Spiel fing er dann langsam mit den Aussagen an:
    "Wir haben das doch im Training geübt!" ; "Was macht Ihr denn da!" usw.
    Ich habe Ihn mir nach dem Spiel alleine zur Seite genommen und Ihn meine Sichtweise erklärt. Er hats scheinbar verstanden, wie ich beim Training gesehen habe.


    Also, in Wettkampfsituationen, bzw. in einem Punktspiel zum Beispiel, kommt der Gegnerdruck und eine sehr hohe Streßbelastung auf den Spieler zu.
    Das heißt, wir haben manchmal weder die Zeit uns den Ball zurecht zu legen, weder den Platz um uns den Ball dort hin zu spielen von wo aus wir
    ihn im Training immer verwandelt haben und nicht ungedingt optimale Spielfeld- und Wetterverhältnisse.


    Trainieren wir nun den Torschuss im Training auch mit Gegenspieler, wie zum Beispiel einem nachstartenden Verteidiger, so sollte sich die prozentuale Torausbeute erhöhen.
    Habe also Geduld mit deinen Kindern und versuche möglichst spielnah zu vermitteln was wichtig ist.


    --------------------


    Ich bin gerade dabei, unseren D-Jugendlichen beizubringen sich umzuschauen und sich immer jemanden zu suchen der gerade nicht gedeckt ist.
    Der Vorteil hierbei ist, dass sich ein Defensivspieler bei der Ecke nach vorne bewegen kann, ohne das der Mitspieler völlig irritiert seine Position einnimmt.
    Zum Thema Mitdenken.


    - Wie vermittelst Du eine neue Technik oder Taktik?
    -- Bindest Du deine Spieler durch gezielte Fragen mit ein?


    -------------------


    Ich lasse meistens folgende Aufstellung spiele:


    --------------X-------------
    --X----------X---------X--
    --X----------X---------X--
    ------X-----------X--------


    Diese Aufstellung ist auf meine Ausbildungsart angepasst. Ich fange zuerst mit der Offensive an und schule dann die Defensive.
    Der Vorteil der dreier Kette hinten ist, dass die Spieler Platz haben um sich individuell zu entfallten aber dennoch Anspielpositionen haben.
    Zu dem spielen die meisten mit zwei oder einem Stürmer, daher ist immer mindestens einer über der die Räume eng machen kann (theoretisch).


    Das Mittelfeld steht mit drei Spieler kompakt und es ist nicht zu eng.
    Der Sturm ist so aufgeteilt, das einer auf der linken Seite Druck machen kann und der andere auf der rechten Seite.
    Einer kommt über die Mittellinie zurück, der andere klebt am letzten Mann. Beide wechseln sich ab.


    Ich habe sogar schonmal jemanden mit einer viererkette in der Abwehr und im Mittelfeld spielen sehen.
    Mal abgesehen, das ich das erste Spiel auch so spielen lassen habe, ist es völlig unsinnig, da hierdurch nur kurzfristige
    Erfolge erzielt werden können.

    Gruß Steven


    PS: Auch ich bin erst 21 Jahre alt und habe die Erfahrung gemacht das es völlig egal ist was Du den Eltern verkaufen möchtest.
    Du musst nur wissen 1.wie, 2.warum und 3.wann.
    Wenn Du spezifische Kenntnise im Bereich Fussball oder generell im Sport und über den menschlichen Bewegungsapparat hast,
    und mit Argumenten umgehen kannst, kannst Du auch gerne 15 Jahre alt sein. Man muss nicht in jeder Gelegenheit mit seinem Know-How
    prahlen, aber man sollte es schon nutzen. Nur, gezielt.

  • Trainieren wir nun den Torschuss im Training auch mit Gegenspieler, wie zum Beispiel einem nachstartenden Verteidiger, so sollte sich die prozentuale Torausbeute erhöhen.


    Oder, wie es zu Beginn dann meistens ist, es werden auch im Training keine Tore erzielt... :S Da muss man dann wohl Geduld haben...

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)


  • Oder, wie es zu Beginn dann meistens ist, es werden auch im Training keine Tore erzielt... :S Da muss man dann wohl Geduld haben...

    Naja, sagen wir es mal so: "Wer nicht die Beherrschung hat, den Kindern und Jugendlichen Zeit zu lassen, die sie individuell eben benötigen, der ist nicht geeignet für die Trainerstelle!"
    Es gibt Kinder die lernen langsamer, aber auch Kinder die lernen schneller. Ob es an der Lernart und -förderung liegt, muss herausgefunden werden, wenn man ein optimales und wirklich
    gutes Training mit den Kindern machen möchte. Es ist nicht unmöglich alleine 14 Kinder zu trainieren und dabei trotzdem noch individuell auf einzelne einzugehen und nach deren
    Leistungsstand zu trainieren. Mit einer top Organisation fängt es schonmal an. ;)

  • Naja, sagen wir es mal so: "Wer nicht die Beherrschung hat, den Kindern und Jugendlichen Zeit zu lassen, die sie individuell eben benötigen, der ist nicht geeignet für die Trainerstelle!"


    Richtig. Man sollte aber halt auf Ernüchterungen vorbereitet sein.. Und nicht beim Blick auf all die Fehler die Flinte ins Korn werfen, sondern es als Herausforderung sehen. Wobei es wirklich nicht immer leicht ist, später daheim keinen Frust zu schieben, wenn nur ca. 10% der Schüsse auf ein leeres Tor reingehen... Ich vermute mal, die meisten der hier Anwesenden haben diese Situation auch schon mal erlebt..


    Es gibt Kinder die lernen langsamer, aber auch Kinder die lernen schneller. Ob es an der Lernart und -förderung liegt, muss herausgefunden werden, wenn man ein optimales und wirklich gutes Training mit den Kindern machen möchte. Es ist nicht unmöglich alleine 14 Kinder zu trainieren und dabei trotzdem noch individuell auf einzelne einzugehen und nach deren Leistungsstand zu trainieren. Mit einer top Organisation fängt es schonmal an. ;)


    Es mag nicht unmöglich sein, aber einfach ist es sicher nicht, zumal wenn in einer Gruppe dieser Größe noch ein recht breites Leistungsspektrum vertreten ist. Wenn du da jeden mal nach seinem Torschuss herausholen willst, um ihm Korrekturen auf den Weg zu geben, die du dann ja auch in seinem nächsten und ggf. übernächsten Schuss wieder beobachten musst, wird die Übung zu lange dauern und für die meisten Kids zu langweilig werden...

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • ZITAT1: Richtig. Man sollte aber halt auf Ernüchterungen vorbereitet sein.. Und nicht beim Blick auf all die Fehler die Flinte ins Korn werfen, sondern es als Herausforderung sehen. Wobei es wirklich nicht immer leicht ist, später daheim keinen Frust zu schieben, wenn nur ca. 10% der Schüsse auf ein leeres Tor reingehen... Ich vermute mal, die meisten der hier Anwesenden haben diese Situation auch schon mal erlebt..





    ZITAT2: Es mag nicht unmöglich sein, aber einfach ist es sicher nicht, zumal wenn in einer Gruppe dieser Größe noch ein recht breites Leistungsspektrum vertreten ist. Wenn du da jeden mal nach seinem Torschuss herausholen willst, um ihm Korrekturen auf den Weg zu geben, die du dann ja auch in seinem nächsten und ggf. übernächsten Schuss wieder beobachten musst, wird die Übung zu lange dauern und für die meisten Kids zu langweilig werden...

    ZITAT1:
    Es geht um den langfristigen Erfolg. Wenn ich weiß, die Kinder haben heute wieder was oder vielleicht sogar viel gelernt, dann ist es mir egal ob
    in diesem Moment viele oder wenige Schüsse ins Tor gingen. Erlerntes muss erstmal übernachtet werden. Wenn vielleicht nicht auf Anhieb sichtbar
    kommen die Erfolge. Wie gesagt, Geduld ist ein must have!


    ZITAT2:
    Wie geschrieben ist es alles Organisationssache. Nehmen wir mal an wir wollen in der D-Jugend die Grundtechnik im Torschuss legen und nehmen uns den Vollspannstoß raus.
    Wenn wir 14 Spieler haben, müssen wir uns ja nicht in einer Reihe aufstellen und auf ein Tor bolzen. Wir holen uns ein zweites Tor dazu und machen einen Rundlauf draus.
    Auf dem Hinweg zum Tor (TorA) wird der Torschuss ausgeführt, auf dem Rückweg dann Dribbling um Hütchen/Hauben oder das Schießen auf ein kleines Minifussballtor.
    Nun kommen wir zu TorB und führen dort in einer abgewandelten Form dann den Vollspannstoß nochmal aus. Auf dem Rückweg zu TorA gehts dann zum Beispiel koordinativ weiter.


    Nun sind alle Spieler ständig in Bewegung und Du hast die Zeit individuell dich neben die Schusszone zu stellen und zu beobachten. Wenn Du nun ein Spieler rausnimmst, stört
    das den Ablauf nicht und die Torhüter haben etwas mehr Ruhepause. Je mehr Spieler Du hast, desto größer machst Du die Strecke zum Hin und Zurücklaufen.
    So korrigierst Du nicht nur die Spieler individuell, sondern baust die Laufstrecke von TorA zu TorB und umgekehrt auch noch mit ein. ;)


    Gruß Steven

  • Jepp, danke für die Antworten. Letztlich weiß ich das ja auch und bemühe mich auch, entsprechend zu agieren. Hoffentlich schaffe ich es auch meistens, das zu beurteilen überlasse ich aber lieber anderen. Mir ging es eher darum, in die Schilderungen der 'heilen Trainerwelt' mit 'dem perfekten Trainer' auch mal ein bisschen Realität einfließen zu lassen, um zu zeigen, dass es eben nicht immer so einfach ist und man sich von unerwarteten Enttäuschungen nicht entmutigen lassen darf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das allen so leicht fällt.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Jepp, danke für die Antworten. Letztlich weiß ich das ja auch und bemühe mich auch, entsprechend zu agieren. Hoffentlich schaffe ich es auch meistens, das zu beurteilen überlasse ich aber lieber anderen. Mir ging es eher darum, in die Schilderungen der 'heilen Trainerwelt' mit 'dem perfekten Trainer' auch mal ein bisschen Realität einfließen zu lassen, um zu zeigen, dass es eben nicht immer so einfach ist und man sich von unerwarteten Enttäuschungen nicht entmutigen lassen darf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das allen so leicht fällt.

    Manchmal denken wir viel zu kompliziert, und genau das ist es was uns das Trainieren schwerig macht.
    Niemand kann immer die richtige und patente Lösung für ein Problem oder für eine Situation haben, denn sonst
    gäbe es keine Forscher und Erfindungen die uns immer wieder aufs neue Schocken. ;)


    Ich denke, ein Tag ist schwerer als der andere. Es gibt auch wieder leichtere Tage. Jeder muss für sich den Lösungsweg finden.
    mit dem er am besten klar kommt. Und hierfür ist der Austausch zwischen Trainer, Eltern und Betreuern über zum Beispiel dieses Forum optimal.


    Gruß :)

  • Es könnte aber genauso gut sein, dass das meist über Jahre stattfindende überstülpen von Trainings- und Spielthemen des Erwachsenenfußballs....also das nicht spielen lassen an der Motivation der Spieler, als auch an ihrer so nicht oder nicht ausreichend entwickelten Spielintelligenz nun zehrt. Mit anderen Worten zahlst du/man jetzt.


    Das meine ich alles andere als böse und es soll auch kein Angriff sein, sondern eine sachliche kritische Anmerkung an alle Trainer im Jugendbereich auf diesem Planeten. DAS wäre, ...so ich denn auch nur im Ansatz richtig liege....die Zeche.


    Darüber hinaus möchte ich anmerken, dass gerade in diesem Alter die Spieler koordinativ schwächer werden...vor allem im zweiten Jahr bis in die C hinein...so meine Beobachtung. Im zweiten Jahr C ...werden sie plötzlich -im Gegensatz zu vorher- auffallend schnell, ..jedenfalls einige von ihnen.


    Da läge der Grund auch ein Stück weit im körperlichen Entwicklungsprozess und den kann man dann wohl nur aussitzen und sich auf machbare Themen besinnen, die z.B. das Goldene Lernalter betreffen. Dort würde ich trainerisch wüten und diese Zeit sinnvoll zu nutzen versuchen.


  • Baustelle 1 - Laufbereitschaft (Fitness):
    ...


    Baustelle 2 - kein Mitdenken
    ...

    Nein, ein Patentrezept habe ich nicht. Aber vielleicht ein paar Anregungen.


    Zu Baustelle 1 - Du kennst es sicherlich auch. Dieses gute Gefühl, Dich sportlich verausgabt zu haben. Dieses Gefühl kannst Du ihnen im Training ja durchaus vermitteln. Da kann z.B. diese Übung helfen http://www.soccerdrills.de/War…seiten/warm%20up%2012.htm
    Ist eigentlich ein lockeres Ding. Wenn Du aber die Variation "Die Gruppen versuchen sich einzuholen" reinbringst und die Vorgabe machst, dass die Gruppe dabei zusammenbleiben muss, gehen sie nach meiner Erfahrung an ihre Grenzen. Weitere Möglichkeiten sind Stationstraining mit 1:1-, 2:1-, 2:2-Situationen. Oder Spiele im 1:1, 2:1, 2:2, bei denen Du über die Feldgröße die Laufnotwendigkeit steuerst. Ist anstrengend - macht aber Spaß
    Oder das natürlich Alle Altersklassen Drei, Zwei, Eins - bei uns als Zahlenfußball bekannt. Da kannst Du über Feldgröße und Duellgröße (1:1, 2:2) ebenfalls die Intensität steuern.
    Also alles Dinge die Spaß machen (o.k. - das erste eher nicht...), aber richtig anstrengend sein können. Wenn sie dann nach dem Training sagen "Ich bin total kaputt - aber das hat richtig Spaß gemacht", hast Du schon ne Menge gewonnen.
    Bzgl. der Ernährung gebe ich Dir Recht: Wenn mir ein 19-Jähriger sagt, was in meiner Familie auf den Tisch kommen soll, zeige ich ihm einen Vogel. Das Thema "Gesunde Ernährung" haben die Kinder aber auch in der Schule mehrfach "durchgekaut". Wenn das da nix bringt, kannst Du als Trainer auch nix machen.


    Baustelle 2 - Da spielen ja mehrere Aspekte mit rein. Zum einen sind das die schon von anderen angesprochenen Anschlussaktionen.
    Zum anderen fragt man sich, ob sie die Spielideen gar nicht haben oder ob sie sie zu spät haben. Fehlt also der Spielwitz oder die Kopf-/Handlungsgeschwindigkeit? Für den Spielwitz kannst Du Spiele in kleinen Gruppen mit Provokationsregeln machen. Bzgl. der Kopf-/Handlungsgeschwindigkeit solltest Du Dir evtl. mal die koordinativen Fähigkeiten der Spieler ansehen. Du schreibst, dass viele Deiner Spieler übergewichtig sind. Nach meiner Erfahrung haben die Übergewichtigen auch oft koordinative Defizite. Übergewicht bei Kindern resultiert nämlich neben falscher Ernährung meist aus mangelder Bewegung.


    Aber hast Du evtl. noch eine 3. Baustelle? Wie siehts denn mit der Motivation aus? Haben die Jungs reelle Chancen, irgendwann mal in der C1 zu landen? Liege ich richtig mit der Annahme, dass Eure Jugendmannschaften ab der C-Jugend sehr hoch spielen?