geringe Trainingsbeteiligung

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  • xD


    Naja, so lange spiele ich im Verein auch noch nicht. (seit 2006)
    Gut möglich, dass es eine Sache der "Erziehung" ist, aber ich denke auch, dass man in jeder Erziehung auch Verantwortung, Zuverlässlichkeit, etc. vermitteln sollte.
    Das sind so Punkte die m.E. fußballunabhängig sind und auch bei einigen fehlen.

    Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

  • Liebe Leidensgenossinnen,



    Jüngeren Spielerinnen ist der Fussball meist mehr wert. Bei den Älteren ist die Leidenschaft schon etwas abgekühlter.



    Eigentlich kann ich nicht klagen: ich hatte weder im Junioren-, Juniorinnen, noch im Frauenbereich wirkliche Probleme bei der Trainingsbeteiligung. Das mag aber auch daran gelegen haben, das ich immer nur im Leistungsbereich tätig war. Dennoch habe auch ich deutliche Unterschiede wahrgenommen. Die Frauen-Altersklasse Ü25 ist eine besondere! Auf der einen Seite bringen die nahezu konstante Leistungen, auf der anderen Seite ist die Trainingsbeteiligung geringer. Auf Nachfragen reagieren sie: "Was bringt MIR das! Wozu soll ich das machen? Die jungen, wilden Jahre sind vorbei und es bestehen Zweifel darin, ob man sich wirklich noch sportlich verbessern kann?



    Aber wer es fertigbringt, eine Horde Frauen dazu zu bewegen, mit gleichen Klamotten in der Öffentlichkeit aufzutreten, der sollte dies auch als Herausforderung begreifen und nicht so leicht aufgeben!?!



    Meine Antwort: interessantes, abwechselungsreiches und systematisch aufgebautes Training mit kurzen Erläuterungen, was wofür gemacht wird. Stets ein Ohr für eine Spielerin, die ein kleines Problemchen von zuhause mitgebracht hat. Immer darauf achten, das der "Ball" mit "im Spiel" ist. Selbst beim Konditionstraining wird bei mir fast alles mit Ball gemacht. Wenn es so ist, das jede für sich etwas mit nach Hause nehmen kann, jede zum Training kommt, weil sie kommen will, nicht weil sie das Gefühl hat kommen zu müssen, dann hast du es geschafft, die Prioritäten richtig zu verschieben.



    Gemeinschaftsaktionen sind gebenfalls gut. Aber nicht die Menge, sondern die Qualität der Aktion macht es! Da kann man einen Aktionsrat bilden, der u.a. die Aufgabe hat, Freizeitaktivitäten zu entwickeln und zu realisieren. Der Trainer sollte auch gar nicht alles machen! Denn wenn die Mädels (egal welchen Alters) das Gefühl haben, es wäre nur durch sie so gut gelaufen, dann macht es gleich doppelt so viel Spaß.

  • TW-Trainer


    Ü25 - nene bei uns ist eine über 30 und die hat gerade einen Kreuzbandriss, der Rest ist noch unter 25. Die meisten so zwischen 17-22.
    Meiner Meinung nach habe wir einen super Trainer, der echt Ahnung von dem was er macht hat. Nur leider kann man die ganzen tollen Übungen nur dann machen, wenn man mehr wie nur 4 Leute auf dem Platz ist.
    Aktivitäten machen wir auch: Weihnachtsfeier, Kloatscheeten, Grillen, Abschlussfahrt... dabei organisieren immer 2-3 Leute aus der mannschaft die "events".
    Und ich musste lächeln als ich deinen Beitrag las, weil euch unser Trainer sehr viel mit dem Ball macht, da der Ball immerhin unser Werkzeug ist und wir nicht dem Ball gehorchen sollen, sondern der Ball uns. Ist ja auch richtig so.


    als Bsp.: Wir haben in unserem Verein ein Spinning Raum der auch von vielen Mannschaften gerade in der Vorbereitung genutzt wird.
    Würden wir gerne auch, ABER mit nur 4 Leuten wie tatsächlich kommen lohnt es sich nicht wirklich. Eigentlich schade.

    Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

  • welcher "Schwung" in einer Mannschaft steckt, hängt immer von vielen Faktoren ab. Auch die Spielklasse kann u.U. für Motivationsprobleme sorgen. In den unteren Spielklassen kommt es nicht selten zu deutlichen Ergebnissen, wobei dem Sieger die Herausforderung und dem Verlierer die reelle Chance zum Siegen fehlt. Hoffen wir mal, das die WM in unserem Lande für neuen Schwung im Mädchen und Frauenfussball sorgt, so das die Leistungsdichte verbessert wird.




    Bei uns ist z.B. Spinning mega-out! Soccerhalle spielen alle mit Begeisterung!

  • Mit Soccerhallen brauchste bei uns nicht kommen, zu teuer, öde, zu weit weg, kunstrasen... und und und etc. pp.


    Mit den Erklären von Übungen haste auf jeden Fall aber recht, besonders wenn man nicht sofort einen Sinn in der Übung sehen kann, ist echt Erklärungsbedarf notwendig. Koordinationsübungen sind da besonders schlimm. Erstmal Sinn und Zweck erklären und dann aufgeben müssen weil Frauen irgendwie Schwierigkeiten mit der Koordination haben.

    Einmal editiert, zuletzt von teejay ()

  • Mit den Erklären von Übungen haste auf jeden Fall aber recht, besonders wenn man nicht sofort einen Sinn in der Übung sehen kann, ist echt Erklärungsbedarf notwendig. Koordinationsübungen sind da besonders schlimm. Erstmal Sinn und Zweck erklären


    am besten noch eine decke ausbreiten und kekse kredenzen.
    ist das bei euch also auch so, dachte nur meine mädels wären so verkappt. schön zu lesen... :) trotzdem würde ich sie nicht mehr hergeben wollen, ist halt was ganz anderes als mit den jungs.

    "der runde steht im eckigen!"

  • am besten noch eine decke ausbreiten und kekse kredenzen.

    Sag das nicht zu laut! Das haben unsere Verletzten letzten Sommer gebracht, saßen da echt auf der Decke und haben Kaffeekränzen abgehalten während die anderen schwitzten :D ;)


    Beim ersten Mal war es ja ganz witzig, beim zweiten Mal hab ich dann mal die Picknickerinnen gefragt ob sie das andersrum auch lustig fänden, ein drittes Mal gab es nicht mehr ;)

  • teejay,


    wenn ich mir das so durchlese, dann habe ich das Gefühl, deine Mädels wollen keinen Trainer, sondern einen Betreuer! Auch geht es scheinbar nicht so sehr um Fussball, sondern um das gemütliche Beisammensein. Warum gründet ihr nicht einen Kegelclub? Da sitzt und plaudert es sich doch auch recht angenehm.


    Als Querschnitt für den unterklassigen Mädchen- und Frauenfussball mag ich mir deine Beschreibungen aber nicht vorstellen. Dies käme dem 30 Jahre alten Vorurteil: Frauen können nicht Fussballspielen und sollen es dann auch sein lassen gleich.

  • Frauen können nicht Fussballspielen und sollen es dann auch sein lassen gleich


    Ich glaube nicht, dass dieses Vorurteil zutrifft. Sicher wird im oberen Bereich für den modernen Fußball die Athletik in letzter Konsequenz fehlen, was ich aber bisher vom Frauenfußball mit eigenen Augen gesehen habe war schon mehr als das, was viele männliche Kollegen manchmal so zeigen. Hat mir oft sehr gut gefallen und Spaß gemacht.


    Was ich aber schon denke ist, dass eine FrauenMANNSCHAFT u.U. nicht so gut funktioniert. Allerdings habe ich selbst keine Erfahrung damit. Ich weiß nur das was mir meine Frau von ihrer "Jugendmannschaft" erzählt hat und ich weiß, dass viele Frauen sagen, sie arbeiten lieber mit Männern als Frauen zusammen.

  • Muss mal kurz Teejay in Schutz nehmen. Bei unseren Damen kann man es auc oft erleben, das sich Damen fürs Training abmelden wegen diverser Zipperlein um dann bei Training 90 Minuten am Rand zu stehen und zuzusehen. Oft sieht man 6 Frauen trainieren und 8 zugucken.
    Mich würde mal interessieren wie es da weiter geht, also würde ich mich auch über regelmässige Posts von dir freuen.

  • Frauen als besondere Spielertypen (die sich bei Zimperlein abmelden) zu deklassieren, trifft m.E. genauso wenig zu, wie das bereits genannte ca. 30 jährige Urteil über die Qualität des Frauenfussballs. Warum sollten Fussballspieler/innen andere Charaktere haben, als die, die man sonst auch in der Bevölkerung findet? Jeder kennt Klassen- oder Arbeitskollegen, die sich wegen Zimperlein "abmelden"! Da gibt es auch keinen geschlechterspezifischen Unterschied!



    Ist nicht eher die Frage gerechtigt, ob die Einstellung des Trainers zum Fussball und die Erwartungen an die Spielerinnen seiner Mannschaft stimmt? Wenn man sich in eine Aufgabe drängen läßt, von der er selbst nicht so richtig überzeugt ist, dann sollte man sich schon einmal darüber nachdenken, ob nicht ein anderer Trainer für dieses Team besser wäre? Und wenn man zu dem Entschluß gelangt, das man doch "der Richtige" ist, dann sollte man auch ein wenig Zeit in eine Traineraus- oder -fortbildung investieren.

  • Sorry, hatte die letzte Woche nicht viel Zeit...


    Rene1978 ... So langsam lassen sich wieder ein paar mehr beim Training blicken, bzw. ein paar von den "verschollenen" sind wieder aufgefunden worden. Denke mal das es auch daran liegt das es ein wenig milder geworden ist ;) Und danke für die Rückendeckung ;)


    TW-Trainer ... ich weiß ja nicht welche Erfahrungen du mit Frauenmannschaften gemacht hast, aber ich habe für mich festgestellt (und warscheinlich bin ich da nicht mal alleine), dass man Herrenfußball mit Frauenfußball nicht vergleichen kann. Sorry, aber es kommt mir so vor als wenn du hier deine Erfahrungen aus dem Männerbereich mit reinbringst. Ich hab am Anfang auch immer Parallelen zu den Männern gesucht, aber das klappt nicht. Frauen ticken da komplett anders in der Hinsicht. Das kommt dem Vergleich von Äpfeln und Birnen gleich.


    PaulBreitner ... Das stimmt schon, das Miteinander in der Mannschaft ist viel komplizierter als im Männerbereich. Männer sagen sich so ins Gesicht "Ars....." und nach dem Spiel wird erstmal ein Bier zusammen getrunken. Bei Frauen kann sich sowas schon mal ein paar Wochen hinziehen (aber nicht das mit dem Biertrinken ;) )




    Und diese Vorurteile gegen Frauenfußball kommen meißt von Leuten, die absolut keine Ahnung davon haben. Wer sich wirklich dafür interessiert, sieht die Dinge differenzierter und sieht das Frauenfußball oft auch schöner und interessanter als Männerfußball ist.

  • teejay


    Ich übertrage nichts! Es sind meine persönlichen Erfahrungen, die ich als Trainer im Junioren-, Juniorinnen- und Frauenbereich gesammelt habe. Ich darf sogar sagen, das es einfacher ist, deutlichere Leistungsfortschritte im Mädchen und Frauenbereich zu erzielen. Unterschiede gibt es sehr wohl. Es kommt aber darauf an, wie man damit umgeht und ob man diese Herausforderung annimmt. Wenn ich z.B. Jungen oder Mädchen wie kleine Erwachsene trainieren wollte, weil ja jeder schließlich mal erwachsen werden, dann kann das nichts werden, weil es ein altersgemäßes Training braucht.



    Bitte verstehe meine Kritik als Denkanstoß, auch einmal über seine Erwartungen nachzudenken, anstatt sich Schubladen zu schaffen, in denen man seine Verallgemeinerungen bequem unterbringen kann.

  • TW-Trainer: wie von dir erkannt war es eine vermutung die auf unwissenheit basierte. aber ich denke das hätten wir geklärt. ich würde aber gern von dir erfahren wie du ein altergemäßes training bei einer mannschaft mit spielerinnen von 16 bis 35 vorstellst? die erwartungen an die spielerinnen mal aussen vorgelassen.


    und meine erwartungen an die mannschaft sind nicht allzu hoch, es reicht mir fast schon wenn ich am saisonanfang das es eine mannschaft gibt. und daraus ergeben sich dann weitere erwartungen, die mit der mannschaft abgestimmt werden. ich mach mir da keinen großen kopf drum, denn das ziel bestimmt die mannschaft, ich geb nur die schlagzahl vor um das ziel rechtzeitig zu erreichen.

  • Sorry, wenn ich gewußt hätte, das du Hilfe wünschst, hätte ich anders reagiert.



    Zunächst einmal ist die Altersverteilung von 16 - 35 Jahren im Frauenfussball durchaus üblich. Denn hier dürfen ja bereits Mädchen des älteren B-Juniorinnen-Jahrgangs bei den Damen mitspielen. Frauen über 30 sind schon seltener, aber auch nichts aussergewöhnliches im Damenfussball.



    Jedes Training sollte einen Schwerpunkt haben, den du kurz vorm Training erläuterst. (Dann gibts auch seltener Fragen, wozu das gut sein soll!)



    Nachfolgend ein paar Trainingsbeispiele, die man in unterschiedliche Themen integrieren kann:




    Aufgabenbeispiele für einen Trainingsrahmen von 90 Minuten:



    Gemeinsames, kurzes Aufwärmprogramm (z.B. mit dem Ball im freien Raum dribbeln und dabei Richtungswechsel oder unterschiedliche Geschwindigkeiten vorgeben.)



    TECHNIK:


    Einige Beispiele für Technik:


    - Ballan- und Mitnahme


    - Dribbling durch Hütchenparcours


    - Dribbling in paralellen Gruppen, die sich auf TR-Kommando im Reißverschlussverfahren kreuzen


    (Am meisten Spaß haben die Frauen dann, wenn sie es mit Partnern gemeinsam üben können. Hin und wieder muss es aber auch mal allein gehen.)



    Übungsspiel für Technik-Taktik:


    - Feldgröße 20 x 30 m mit Hütchen markieren und Kleinfeldtore oder Dribbeltorhütchen darin stellen


    in kleinen Gruppen (3 - 3 oder 4 - 4) spielen lassen und Spiel anhalten, um z.B. das Fintieren der Angreiferin oder


    das richtige Definsivverhalten zu demonstrieren


    - Varianten einfließen lassen (z.B. Anzahl der Ballkontakte, Tore zählen nur, wenn alle Spieler in gegnerischer Hälfte usw.)


    (aber bitte nicht zu häufig unterbrechen und viel loben)



    Abschlußspiel:


    Wenn nur 1 Keeperin da ist, bitte ein Großtor (für Torhüterin) und ein Kleintor (für Spieler) aufstellen. Hier dürfen alle nach Herzenslust noch mal 15 - 20 Minuten kicken, ohne durch Traineranweisungen unterbrochen oder angesprochen zu werden, denn das Erlernte soll nun jeder für sich ausprobieren dürfen.



    Wenn die Frauen merken, das du dir Gedanken darüber machst, wie sie ihr Fussballspiel zu verbessern und Spaß am Training erleben, dann hast du es geschafft, das sie ihre eigenen Prioritäten so setzen, das sich nicht mehr das Gefühl haben, zum Training kommen zu müssen und deshalb häufig keinen Bock haben, sondern gerne kommen zu wollen, weils einfach geil ist.



    Der Phanasie in den Variationen des Trainingsprogramms sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Im Internet, Büchern oder im Rahmen der Trainerausbildung findest du jede Menge Übungen und Tipps. Wenn mal etwas nicht funktioniert, die Übung nicht weiterlaufen lassen, sondern vereinfachen oder Schwierigkeitsgrad erhöhen.



    Zielbesprechungen sind ja gut, aber meistens trügt der Schein, weil sich im Breitensportbereich jeder darunter schon nach kurzer Zeit etwas anderes vorstellt.



    Mach du einfach was los, gibt interessante Impulse und dann wundere dich, was in wenigen Wochen alles geht. Und wenn der Spaß dabei ist, läßt der Erfolg meist nicht lange auf sich warten.



    Wäre doch schade, wenn ein Trainerkollege das Handtuch wirft, noch bevor er richtig angefangen hat! Was meinst du?

  • sorry hab nicht gesagt das ich hilfe brauche. die frage war wie du die verschiedenen altersklassen unter einen hut bekommst wenn man jugendliche nicht wie erwachsene behandeln soll und umgekehrt. irgendwo muss da ein konsenz gefunden werden.


    aber unser trainingsablauf kommt im ungefähren dem gleich was du geschrieben hast.

  • Wenn die Trainingsbeteiligung bei euch altersbedingt ist, so mag dies an der Zufälligkeit der Charaktere in eurem Team begründet sein.



    Basis ist die Freiwilligkeit, unter der jede Spielerin zum Training und zum Spiel kommt.



    Natürlich kennt man seine Pappenheimer, die sich bei Zimperlein abmelden genauso wie die, die auch dann spielen wollen, wenn es aus gesundheitlichen Gründen nicht ratsam ist.


    Selbstverständlich darf sich der Trainer die Frage stellen, wie man mit Spielerinnen, die wiederholt entweder wegen Zimperlein fehlen oder nachgewiesen die Unwahrheit gesagt haben, umgeht.



    Das Trainerfeedback kann von: "mir ist es scheißegal, das du heute da ist und: es freut mich, dich heute hier zu sehen", situationsbedingt die Richtige sein.



    Mein Rat: wenn du den Kader vergrößerst, fallen solche Spielerinenen mit negativen Mannschaftseigenschaften automatisch durch das Raster und man ist immer weniger auf sie angewiesen. Entweder sie ändern ihr Verhalten oder es ist eben zum Spiel "kein Trikot mehr übrig".



    Zwar kommt es bei der Entscheidung immer auf den Einzelfall an, letzendlich ist Reden "Silber" und Handeln "Gold"!

  • Kader vergrößern ist gut :D Woher nehmen wenn nicht stehlen? ;)


    Im Prinzip hast du ja recht, wenn ich das Potenzial hier rumlaufen hätte und sagen könnte ich hol mir eben 3-4 aus der Zweiten, oder ich zieh noch welche von den B-Mädels hoch, dann könnte man das sicherlich so handhaben. In diesem Punkt findest du meine volle Unterstützung. Aber leider wachsen Spielerinnen nicht am Baum. Der Nachwuchs ist hier in der Gegend auch nicht so groß. Dafür gibt es aber jede Menge Frauenmannschaften, die die ganzen B-Mannschaften der Vereine abgrasen die keine Frauenmannschaft zusammen bekommen. Im Endeffekt ist dies eine langwierige Sache bei der du vielleicht, wenn es hochkommt, 2-3 Spielerinnen dazubekommst.

  • Ich weiß ja nicht, wie alt du bist? Aber selbst, wenn du noch sehr jung bist, lassen sich auch Frauen jenseits der 30 durch Fachkenntnisse überzeugen. Es dauert halt nur ein wenig, bis sie dich akzeptieren. Ähnliche Anlaufschwierigkeiten kann es geben, wenn es einen großen Altersunterschied zwischen dir und den jungen Mädchen gibt, weil ihre Sprache ein wenig anders sein kann als die Deinige! Darüberhinaus vereinigt euch aber die Sprache des Fussballs und der gemeinsame Spaß an diesem Hobby.



    Du kannst du mit deiner Mannschaft gemeinsame Regeln aufstellen, die dann alle auch per Unterschrift als verbindlich akzeptiert. Bei Nichtbeteiligung am Training könntet ihr z.B. vereinbaren, das die Spielerin vorher mit dir Kontakt aufnimmt, aber nicht per SMS oder über Dritte. Ich hab das so nicht gebraucht, weil ich nie unter einer geringen Beteiligungsquote gelitten habe. Für mich war ein interessantes und abwechselungsreiches Training wichtig. Meistens kam über den Spaß auch der Erfolg, wodurch dann eine positive Eigendynamik auftrat. Bei Frauen ist aber das Wohlfühlen in der Mannschaft und im Verein von größerer Bedeutung als der Tabellenplatz.

  • Grins...Willkommen in der Welt des Frauenfußballs. :thumbup:


    Ich trainiere jetzt seit fast 5 Jahren Mädchenmannschaften und spiele auch selber noch.


    In meinen alten Verein, habe ich das so, wie es beschrieben wurde ebenfalls in einer der Mannschaften kennengelernt. Dies war eine C-Juniorinnen Mannschaft. Außerdem spiele ich bei dem Verein zur Zeit noch in der Damenmannschaft und auch dort ist es nicht anders und es nervt!


    Als Trainer, der sich Gedanken um sein Training macht, jedes Training vorbereitet, Saisonpläne erstellt etc. ist das Ganze einfach nur frustrierend. Besonders, wenn dann das Training nicht ausgeführt werden kann weil nur 5 Leute anwesend sind. Wie oft hab ich schon die Einheit abgesagt (mit nur 4 Leuten mache ich kein Training) oder bin einfach so zum Training mit dem Denken das ich eh nichts vorbereiten muss, da kaum wer kommt.


    Bei uns bei den Damen sieht es nicht anders aus, wir haben eh schon Probleme mit der Kadergröße und trotzdem ziehen viele nicht wirklich mit. Beim Training immer nur 6-8 Leute da, in den seltensten Fällen mal über 10. Jeder kennt die Termine, häufig sogar mehrere Monate im Vorraus. Was wird gesagt? "Ich weiß doch jetzt noch nicht, ob ich im Sommer Zeit habe beim Turnier mitzuspielen". Und wenn es dann soweit ist: "Nö, da habe ich aber keine Zeit, da ist schon was anderes". Anstatt sich einen Terminkalender zu nehmen, den Termin einzutragen und sich dann einfach den Tag freizuhalten. Oder die einzige Torhüterin die wir haben, sagt mal eben ein Meisterschaftsspiel ab, weil der heimische Bundesligaverein spielt.


    Ich bin zwar auch eine Frau, und in manchen Dingen auch wirklich vom Denken her dann doch wieder typisch Frau, aber da ich selbst Trainerin einer Mannschaft bin und den Fußball liebe und ohne nicht kann, habe ich da doch eine etwas andere Einstellung. Ich würde niemals ein Training oder Spiel absagen, wenn nicht etwas wirklich wichtiges anderes dazwischenkommt.


    Ich habe festgestellt, das bei Frauen das Drumherum sehr wichtig ist und das Frauen/Mädchen oft auch einfach mal eben aufhören, wenn dieses nicht passt. Beispiel zweite Mannschaft gründen weil einfach zuviele da sind oder man sich auf den Aufstieg konzentrieren möchte: "Nö zweite Mannschaft? Wenn ich da reinkomme, höre ich auf." (Geliebten Sport aufgeben nur wegen so etwas? ?( )


    Ich habe gerade ein Buch gelesen: "Erfolgreiches Teamcoaching" von Lothar Linz (Meyer&Meyer Verlag) Das 21. Kapitel heißt hier: Besonderheiten im Coaching von Frauenmannschaften.
    Dort schreibt er:" Für Frauen spielt es eine wesentlich größere Rolle, ein gutes Klima im Team zu haben. Sie sind für Störungen auf der Beziehungsebene empfindsamer und damit zugleich auch empfindlicher. Für Sie als Trainer einer Frauenmannschaft, bedeutet das, dass Sie mehr Zeit in die Beziehungspflege investieren müssen. Interessant wird das insbesondere, wenn Männer Frauenmannschaften trainieren. Sie müssen manchmal ganz bewusst von Ihren eigenen Denkgewohnheiten Abstand nehmen und sich auf das Empfinden Ihrer weiblichen Schützlinge einlassen...." (S. 196/197)


    "...Es ist Ihre Aufgabe, sich auf Ihr Team einzustellen und die passenden Worte zu finden. Erwarten Sie nicht das Gegenteil, nämlich dass Ihre Spielerinnen sich auf Sie einstellen. Sie wollen, dass ihre Mannschaft Ihnen folgt, dazu müssen Sie sie aber an dem Punkt abholen, wo sie sich im Moment befindet." (S.197)


    "Auch Kritik müssen Sie bei Frauen oftmals anders verpacken als bei Männern....Zu harte Worte werden eher als persönlicher Angriff gewertet und beeinträchtigen deshalb nachhaltiger das gemeinsame Verhältnis...Ich empfehle Ihnen, bei Frauen vorsichtiger mit Kritik und Kraftausdrücken zu sei, da Sie hiermit schneller die betroffene Spielerin gegen sich aufbringen." (S.197)


    Und ein letztes noch:
    " Der Spitzensport bevorzugt "männliche" Qualitäten. Wenn Sie wirklich erfolgreich sei wollen, dann ist es fast unerlässlich, Eigenschaften wie Zielgerichtetheit, Durchsetzungsfähigkeit,Gnadenlosigkeit oder Willenskraft stark ausgeprägt zu haben. Damit tun sich aber viele Frauen schwerer als die meisten Männer.
    So ergibt sich bei den Damenmannschaften häufig ein Dilemma. Die Athletinnen müssen Verhaltensweisen zeigen, die ihnen nicht unbedingt entsprechen. " (S.198)


    Ich musste echt schmunzeln als ich das Kapitel gelesen habe, weil ich einfach mal eben alles wiedererkannt hab.


    Ich denke es ist wichtig, sich zu Beginn der Saison mit den Spielerinnen zusammenzusetzen und gemeinsam das Ziel der Saison herauszuarbeiten. Wichtig ist, das es von allen Spielerinnen akzeptiert wird. Am besten noch von jeder unterschreiben lassen und eingerahmt dort aufhängen wo es gut zu sehen ist. Etwas geschriebenes und vor allen Dingen unterschriebenes hat mehr Wert als nur gesagtes.
    Auch wollen Mannschaften Regeln haben. Das ist in jeder Gruppe so. Wieder gemeinsam mit den Spielerinnen Regeln aufstellen mit den Konsequenzen bei Nichteinhaltung. Unterschreiben lassen und einsammeln.


    Und versuchen, das Mannschaftsdenken soweit zu kriegen, das jede Spielerin weiß: "Wenn ich nicht da bin heute, lasse ich meine Teamkolleginnen im Stich.


    Viel Glück ;)

    Fußballer sollten mehr spielen und weniger reden. :D