Was versteht man unter Taktik bei der F bzw. E-Jugend

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  • Hallo Stella,


    erst einmal herzlich willkommen im Forum. Bezüglich der Entwicklung der Spöielintelligenz im Fußball gibt es entsprechendes Filmmaterial von Horst Wein. - "Entwicklung der Spielintelligenz im Fußball". Ich denke, das dürfte auch Andre's Philosophie in etwa entsprechen. Gruß Karl

  • Inwieweit bezieht ihr den TW in die Taktik im F/E-Jugendbereich ein?
    Ist Euerer Meinung nach der "mitspielende" TW (ggf. Mitte eigene Hälfte) ein Thema für die F/E?

  • @ Andre und @ Karl...Danke für Euere Antworten!


    Was machst Du, mit den Kids die zwar Fußball spielen wollen, vom Alter nächstes Jahr in die E Jugend wandern müssen,
    und erst seit diesem Jahr angefangen haben Fußball zu spielen, und keinen blassen Schimmer haben um was es da geht??


    Wir haben 3 Spieler die echt was werden können...
    aber der Rest tut sich super schwer...


    Was machst Du, wenn bei einem Spiel großteil der Mannschaft nix umsetzten kann was wir gelernt haben ??


    Was machst Du, wenn bei einem Spiel die meisten Angst vor dem Gegenspieler haben oder einfach stehen bleiben??


    Über ene nette Antwort würde ich mich freuen!

    Einmal editiert, zuletzt von Stella ()

  • Zitat Stella:

    Zitat

    Was machst Du, mit den Kids die zwar Fußball spielen wollen, vom Alter nächstes Jahr in die E Jugend wandern müssen,
    und erst seit diesem Jahr angefangen haben Fußball zu spielen, und keinen blassen Schimmer haben um was es da geht??


    Wir haben 3 Spieler die echt was werden können...
    aber der Rest tut sich super schwer...



    Hallo Stella:


    Natürlich bilde ich die Kinder aus. Sind mehrere Mannschaften vorhanden, trainieren und spielen sie jeweils in der Mannschaft, wo sie leistungsmäßig hingehören. Nach einer gewissen "Probezeit", in der sich zeigen soll, dass die Kinder wirklich Spaß am Fußball haben und regelmäßig am Training teilnehmen, würden diese dann auch in der entsprechenden Mannschaft zu gleichen Teilen Spielanteile haben, wie die anderen Kinder. Mit "3 Spielern, die echt was werden können" kriegst Du eh keine Mannschaft voll. Du brauchst auch die anderen. Ich gehe auch davon aus, dass Ihr Breitensport betreibt. Hier ist es Deine Aufgabe als Trainer, die interessierten Kinder nach Deinen und Ihren Möglichkeiten auszubilden. Jedes einzelne Kind. Erfolg solltest Du daran festmachen, inwieweit Du es schaffst, den einzelnen Kindern Freude am Fußball zu vermitteln und sie auszubilden. Nicht festmachen solltest Du Deinen Erfolg an irgendwelchen Tabellenständen.



    Zitat

    Was machst Du, wenn bei einem Spiel großteil der Mannschaft nix umsetzten kann was wir gelernt haben ??



    ...die Kinder weiter ausbilden. Mein Training überdenken, jedoch nicht wegen einem verlorenen Spiel meinen Trainingsplan über den Haufen werfen oder gezielt an Fehlern arbeiten, die im letzten Spiel passiert sind. Auf keinen Fall während des Spiels die Kinder anschreien oder nach dem Spiel zusammenfalten. Sachen, die im Training gelernt wurden, müssen noch lange nicht gleich im Spiel klappen. Es sind sieben bis neunjährige Kinder. Setzen Erwachsene alles im Spiel um? Laß Dich selbst als Trainer mal beim Training und beim Spiel filmen. Du wirst hier selbst bei Dir Unterschiede in Deinem Verhalten festellen können.

  • Stella,


    ich wüßte eine Menge Dinge die Trainer tun könnte und auch tut, um die von dir beschriebenen Dinge zu "bearbeiten" (für den Tabellenstand und auch für das Erreichen der "besseren" Staffel.


    Er würde


    -die Besten nicht auswechseln
    -am Rand auf und ab rennen und der Co stünde hinter dem Tor und beide würden zu Dirigenten
    -man könnte dabei laut schreien, um sie zu "peitschen"


    Ich würde, ...versuchen hier meiner Philosophie einfach treu zu bleiben.
    Ich möchte mich nicht wiederholen, ....wie ich und warum ich wie ein Training abhalte, ...habe ich Dir erklärt und hiervon würde ich nicht abrücken. Dazu das Verhalten am Rand, ...also ruhig bleiben und keine oder nur sehr wenige Anweisungen -besser Erinnerungen- an Abmachungen in diesem Alter bringen. Hierbei aber nicht das Negative ansprechen. Auch ruhig mal einen an den Rand holen und etwas ermutigendes ins Ohr flüstern oder auch mal für ein Positivgespräch auswechseln.


    Ferner könntest du in Dreierriegen ein.-und auswechseln. Du hast drei besonders starke Spieler, ....die würden entweder in einer Riege spielen, was ich aber eher nicht tun würde. Ich würde sie aufteilen. Z.B. 9 Spieler ein TW....bedeutet....dass ich die Leistungsstarken in die Mitte dieser Dreierriegen spielen lassen würde. Auf den Zuruf wechsel kommt die vordere Dreierreihe raus, ....die hintere rückt nach vorne, ...die neue Reihe hinten rein usw.. So rotieren sie und spielen zudem jeder mal vorn, mal hinten und die Leistungsstärkeren werden auch gewechselt und machen "taktisch" die Mitte erstmal sicherer.....worauf es ja nicht wirklich ankommt :rolleyes: .


    Also, ...Einzelantworten auf deine drei Fragen kann ich nicht geben, weil sie für mich jede für sich das Selbe fragen (meine ich nicht böse). Auf selbe Fragen, kann ich auch nur eine Antwort geben:


    -Geduld, Geduld, Geduld, ...beim Training sehr fiel 1:1, aber auch 2:2, 3:3, bis zum 4:4 in vielen Spielformen. Das 1:1 wäre hier aber das wichtigste für mich. Dazu gehört natürlich im Vorfeld, ...wie man dribbelt und dann die praktischen Übungen dazu. Also Dribbeltechnik und Spiel ....eben u.a. das 1 gegen 1 in Wettkampfform.


    Wenn sie stehenbleiben, ...nicht schimpfen....registrieren, ....vielleicht nicht mal darauf ansprechen -auch wenns schwer fällt und beim nächsten Training darauf achten. Spielt Paule im 1:1 gegen Tom und Tom spielt geht zum dritten mal an ihm vorbei. Setze ich ein kurzes Stop und frage Paule, was er meint, wenn er hinterherlaufen würde, ....ob der Tim das Tor auch so leicht geschossen hätte? Die Antwort läßte ihn geben, ...da kommt er schon drauf.


    Du könntest Paule auch sagen, dass immer dann, ...wenn er stehen bleibt (beim Training) dieses ein Zusatzpunkt für Tim ist. Diese Verfahrensweise sollteste nur für kurze Spielzeiten einbauen und vielleicht auch dann, wenn sie z.B. im 3:3 spielen, ...einfach nur spielen...mit dieser Zusatzoption und fertig. Das ist F Jugend ....nicht viel mehr und auch nicht weniger, ...für mich jedenfalls.


    Genauso wichtig ist deine Einstellung. Was willst du.....solltest du dich fragen, ....die beste Staffel oder z.B. zur C ein gut ausgebildetes Team, gut ausgebildete Einzelspieler. Letzteres ist dein Ziel, deine Aufgabe in der F und E. Schaue dir die Ziele auf Dfb.de zur Altersklasse an. Nur das was die Altersziele behinhalten sollte abverlangt werden, ...alles andere nimmt man zur Kenntnis und Ende im Gelände. Wer das nicht macht, ....tja.

  • Zitat

    Was machst Du, wenn bei einem Spiel die meisten Angst vor dem Gegenspieler haben oder einfach stehen bleiben??



    U.a. im Training viel 1 gegen 1 spielen lassen bis max. 3 gegen 3 auf kleinsten Spielfeldern. Auch nicht zu viel erwarten in diesem Alter. In diesem Alter bleiben bei vielen Kindern schmerzhafte Erfahrungen länger in Erinnerung. Auch ist nicht jedes Kind ein kleiner "van Bommel". Gib den Kindern Zeit und schaffe im Training viele Situationen auf engstem Raum. Dann sollten sie ihre "Scheu" nach und nach verlieren. Der Eine früher, der Andere später..

  • Sehe gerade, das sich Andrè's Beitrag mit meinen überschnitten hat. Aber ich denke, dass sie im Kern die selbe Aussage treffen bzw. sich ergänzen.

  • Paul,


    ich habe es woanders bereits beschrieben. Ich hätte in -egal welcher Mannschaft- immer nur Spieler für das Team gesichtet, keinen TW. Heute würde ich das eiskalt so machen. Wer gern TW sein möchte, müßte bei mir -gerade in der F und E- spielen. Da bei uns bei -ich glaube 7 E Mannschaften- nach Jahrgang und innerhalb des Jahrgangs nach Leistung eingeteilt wird (Ausnahmen werden zugelassen)....würde der TW mindestens so gut spielen können müssen, wie das "schwächste" Glied in der Mannschaft, ....eben damit er beim Spiel, beim Training mithalten kann. Der tolle TW der F, der aber nicht sprinten kann -weil zu dick- oder oder oder, ...wäre halt -nach meiner Einstellung- dort TW, wo er spielerisch mithält und das ab der D von Jahr zu Jahr gedacht und überprüft.


    Ergebnis ist ein Spielfähiger TW, weil der eigentliche TW ja auch Spieler wäre und die Spieler die interessiert wären, auch mal im Tor zu stehen....könnten das ja auch tun, das wäre nach kurzer Zeit eine ganz normale Angelegenheit.


    Würde also unter dem Strich ein TW im Tor stehen, der in der Lage wäre (vom Naturel), offensiv mitzuspielen.


    Aber auch hier meine ich, ...dass ich ihm das als Lösungsmöglichkeit mit auf dem Weg geben, ....aber nicht abfordere. Bedeutet auch, dass wenn er weiter vorm Tor stünde, darauf auch verzichten könnte, wenn er bemerkt, dass die Gegner im nun schon den 7iebten Lupfer oder Hochschuss reinmachen.


    Wir dürfen hier nicht vergessen, dass die ja auf dem Kleinfeld spielen.


    Wenn wir also von offensivem TW in der F sprechen, würde ich ihn animieren, z.B. entscheiden zu dürfen, ....statt den sicheren Abschlag zu wählen, auch mal mit dem Ball ein paar Meter ins Feld zu dribbeln, um ihn dann zu spielen, zu passen oder was auch immer. Nur eines würde ich nicht, ...wiederum...nicht abverlangen und nicht mehr schimpfen, wenns in die Hose ginge. Auch würde ich ihn daran erinnern, dass er aus dem Tor kommen dürfte, wenn er erkennt, dass seine Torverhinderer "Abwehr" überrant ist, ...er dem Gegner entgegenlaufen dürfte, ...weil mein TW ja wüßte, wie druckvoll das Gefühl für diesen Gegner ist, wenn ein TW ohne Halt auf ihn zukäme, ....er kennt es ja,....weil er ja selber auch Spieler ist. Und wenn er dann selbständig ...vor dem Tor stünde, statt auf der Torlinie, ...ja prima, ...da wollte ich hin.


    Die Antwort wäre aus meiner Sicht entsprechend, ...dass der TW in der F rotiert, ...ermutigt wird, eigene Erfahrungen machen zu dürfen, ...entscheiden zu dürfen...um aus allem zu lernen, ...wobei ich ihm beimTraining gern helfe, ....ihn zu Ideen animieren würde, ....im Glauben....wenn man das so macht, ....er später zu einem spielintelligenten mutigen modernen TW werden zu lassen. Ich würde mich entsprechend freuen, wenn das dazu führen würde, dass er selbständig taktiert, vorgeben würde ich es hier -wie immer in diesem Alter- nicht. Gruß Andre

    2 Mal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Nach meinen Erfahrungen ist es fast egal, ob man 3:3 2:2:2 oder 2:1:3 spielen lässt.


    Gerade in der F-Jugend gibt es wichtigere Dinge zu vermitteln, hier wären einfach taktische Dinge zu nennen wir der Merkspruch:


    "Geschwindigkeit ist der beste Freund des Angriffs, Langsamkeit der beste Freund der Verteidigung!"



    Die Kinder spielen eh noch auf jeder Position im Wechsel und müssen zumindest lernen, dass:- wenn sie den Ball haben, kollektiv die Post nach vorne abgeht (samt Passpiel und Überraschungsmomenten)
    - wenn der Gegner den Ball hat, alle daran mitarbeiten, dass der Gegner so langsam wie möglich und so wenig weit wie möglich in ihre Hälfte kommt. Folglich das gemeinschaftliches Ausbremsen des Gegners.


    Ich denke, wer dazu die passenden Übungen im Training macht, der wird auch im Spiel der F- und E-Jugend erfolgreicher sein.





    Zitat

    "Es gibt beim Fußball nur einen Ball. Wenn der Gegner den Ball hat, stellt sich die Frage, warum hat er den Ball." (Giovanni Trapattoni)

  • Hallo Paul,


    da ich in der F - Jugend keine Gruppentaktik vorgebe, beziehe ich auch den TW nicht in eine solche ein. Grundsätzlich lasse ich aber auf der Position des Torspielers sowohl im Training als auch im Spiel rotieren. Weiterhin gibt es bei mir auch Trainingsspiele ohne festen TW/TSp. D.h. Der jeweils letzte "Mann" darf den Ball in die Hand nehmen. Erfahrungsgemäß "kleben" die Kinder bei mir anfangs auch eher auf der Torlinie, als das sie den Strafraum verlassen. Ich bin davon überzeugt, dass es für ein Kind in dem Alter auch noch sehr schwer einzuschätzen ist, wann es aus dem Tor "rausrücken" müßte, bzw. schnell wieder zurück muß. Hier denke ich, dass die Kinder durch Eigenerfahrungen in Spielen eher lernen, als duch "taktische" Vorgaben von uns.


    TW - Trainer wird sich bestimmt noch hierzu äußern und ist diesbezüglich bestimmt ein kompetenterer Ansprechpartner. Ich selbst habe es jedenfalls bisher wie beschrieben gehalten. Ich lerne aber auch gern was dazu...!

  • Andre, ich sichte gar nicht. Ist ja krass. Ich betreue die Kinder die da sind und die Spielen auch. Es sei denn einer packts psychisch nicht.


    Natürlich sind alle "Interessenten" mal im Tor. Die meisten wollen eh nicht mehr, wenn sie mal rin waren, denn die checken recht schnell, dass das wohl das schwierigste für ein Kind überhaupt ist. Manche weinen sogar, wenn sie die Bude voll kriegen.


    Im Training ist bei mir eher selten einer im Tor, die trainieren (bei gleichem Kenntnisstand) alle im Wesentlichen das Gleiche.


    Nun ist es aber so, dass in einem konkreten Spiel ein konkretes Kind im Tor steht. Geht ja nicht anders.


    Die Frage ist nun: Sagt ihr dem Kind (vorher, hinterher, im Training, Zuhause, bei der Oma - wo auch immer) nix - auch wenn es auf der Linie klebt wie der Kalk - oder gebt ihr ihm Tipps und sagt: Geh bis in die Mitte der eigenen Hälfte, da kannst Du Anspielstation sein. Es geht nicht ums abverlangen. Oder Du bist schneller an einem weiten Abschlag. Wenn er sich dann nicht traut, dann traut er sich nicht.


    Ist das eurer Meinung nach "zuviel Taktik" in der F/E ? Oder fällt das noch in die Kategorie "einfache taktische Anweisungen"? Weil im Grunde ist das ja ein Teil von Gruppentaktik/Mannschaftstaktik: Spiel mit Libero ;) Das ist halt die Frage.

  • da ich in der F - Jugend keine Gruppentaktik vorgebe


    Danke! Du bist mir zuvor gekommen. Sowas in der Art wollte ich hören. ;)


    Weil die Anweisung an sich ist ja nicht schwer aber sie bedingt ja "irgendwie" Gruppentaktik.

  • @Paul,


    im Spiel, ....wäre es mir Peng.


    Im Training....Vorraussetzung, er dribbelt schon gut, kann einen Abschlag einigermaßen usw., ....dann ....Beispiel würde ich ihn -nach meinem propagierten STOP- wo ich die Spieler auch mal zurückstellen würde, um die Situation zu erzeugen, .... und dann die Frage, ...was wäre noch eine gute Lösung gewesen....


    Das habe ich ja oben auch schon so erklärt.


    Damit wäre ich aber sehr sehr sparsam, weil es ja ein Spielstop ist/wäre und das das freie Spiel -wo sie ja ausreichend selbständig lernen- beeinflußt.


    So gesehen ist meine Kernaussage die Gleiche wie Karls.

  • Die Frage ist nun: Sagt ihr dem Kind (vorher, hinterher, im Training, Zuhause, bei der Oma - wo auch immer) nix - auch wenn es auf der Linie klebt wie der Kalk - oder gebt ihr ihm Tipps und sagt: Geh bis in die Mitte der eigenen Hälfte, da kannst Du Anspielstation sein. Es geht nicht ums abverlangen. Oder Du bist schneller an einem weiten Abschlag. Wenn er sich dann nicht traut, dann traut er sich nicht.


    Ist das eurer Meinung nach "zuviel Taktik" in der F/E ? Oder fällt das noch in die Kategorie "einfache taktische Anweisungen"? Weil im Grunde ist das ja ein Teil von Gruppentaktik/Mannschaftstaktik: Spiel mit Libero ;) Das ist halt die Frage.

    Man sollte die Kirche auch mal im Dorf lassen... Natürlich ist da nichts Verwerfliches dran, seinen eigenen Keeper darauf hinzuweisen, mit aufzurücken, wenn die eigene Mannschaft im Angriff ist. Das ist eine völlig simple taktische Anweisung ähnlich der Anweisung: "Dem Ball entgegen gehen!"...


    Ich finde, wenn man sich grundsätzlich an das Schema


    G,F und E - einfache taktische Grundsätze


    D - Individualtaktik und erste Formen Gruppentaktik


    ab C - Gruppentaktik und Mannschaftstaktik


    hält, dann reicht das schon vollkommen aus. Wichtig ist einfach, den Kindern genügend Zeit zu geben, bis die Sachen auch wirklich einigermaßen sitzen und eben nicht schon mit Mannschaftstaktik im unteren Bereich anzufangen, weil das ohnehin im Endeffekt verschwendete Trainingszeit ist.

  • Zitat Paul:

    Zitat


    Natürlich sind alle "Interessenten" mal im Tor. Die meisten wollen eh nicht mehr, wenn sie mal rin waren, denn die checken recht schnell, dass das wohl das schwierigste für ein Kind überhaupt ist. Manche weinen sogar, wenn sie die Bude voll kriegen.


    Das war u.a. der "Ist - Zustand" meiner beiden Mannschaften, als ich sie als Trainer übernahm. Mittlerweile wollen außnahmslos alle Kinder mindestens im Training mal im Tor stehen. ...und sind schon enttäuscht, weil sie mal nicht dran kamen. Als ich die Mannschaften übernahm, hatten es die Torspieler auch schwer, weil der vorherige Trainer sie vor anderen kritisierte und es deshalb besonders einfach für die anderen Kinder war, die "vermeintliche Schuld" an Niederlagen auf diese abzuwälzen. Damals gab es auch keine Rotation. Ich habe viele Trainingsübungen mit Torabschluß und wechselndem TW stattfinden lassen. Der Spieler der seine Aktion abschloß, war jeweil der nächste TW. Anfangs waren die Kinder skeptisch, als sie anschließend ins Tor sollten. Das kannten sie so nicht. Als sie aber merkten, das jeder gleichmäßig an der Reihe war und es keinen Druck gab, war plötzlich das Interesse geweckt. Es gab ja auch keinen Druck von den anderen Kindern, denn es hatte ja jeder plötzlich den selben "Stress". Jeder war es gewohnt, das auf den TW geschimpft wurde. Plötzlich war man selber dran. Keiner schimpfte mehr. Am Anfang wurde manchmal noch gelacht. Passiert auch heute noch. Der Unterschied ist aber, das es mittlerweile kein "Auslachen", sondern ein "Miteinander-Lachen" ist.


    Ich gebe Dir auch Recht, das man im Training kaum einen TW braucht. Da aber viele Übungen bei mir mit dem Torabschluß enden, steht da jeweils auch ein Kind im "Kasten". - Nicht weil das Kind mal später ein Torspieler werden soll, sondern weil es ihm mittlerweile Spaß macht. Die Kinder können sich ausprobieren, werden auf keinen Fall dümmer/schlechter dadurch und man kann die Kinder auch in dieser Hinsicht alle! sichten.

  • Hallo


    Passt gerade zum Thema ein Beispiel von Gestern.
    Hatten ein Spiel und ein Kind tat mir den "Gefallen"...
    Er bekam den Ball ca. 7-8 m seitlich vor dem Tor (BlicK/Richtung zum eigenen Tor) und statts sich rechts herum vom Tor "wegzudrehen", drehte er sich in die Mitte und versuchte dann den Ball durch die Mitte zu spielen/dribbeln....


    Es kam wie so oft bei diesen Dingen, ein Gegenspieler war da, hatte den Ball und konte ungehindert ein Tor machen 8o


    Nicht zuletzt wegen diesen Thema sagte ich gar nichts, das Spiel ging nach dem Anspiel weiter...
    Ist ja auch kein Problem, Fehler passieren 8)


    Diese Situation passierte gestern nur einmal und nur diesem Kind.
    Auf was das ich raus will ist die Frage, was hat der Junge daraus gelernt :?:


    Und mal m.M. dazu; nichts, er hat absolut gar nichts daraus gelernt :thumbdown:
    Um diesen Fehler zu erkennen müsste er ja Wissen was richtig ist und wenn dies weder trainiert oder kommentiert wird woher soll dann dieses Wissen stammen ?(


    Daher nochmals mein Fazit, ich glaube "Dirk Coervervan" hat es schon geschrieben;
    Grundlegende "Taktische Dinge" sollten auch in der F/E Jugend angesprochen/gezeigt/trainiert werden :thumbup:



    Übrigens, ich sah gestern ein Kreisligaspiel :thumbdown:
    Man oh man, die wurden vermutlich nach den DFB-Richtlinien trainiert, da fehlte jegliche Taktik ;)
    (Und Technik und überhaupt so ziemlich alles...)



    Gruß

  • L.M.

    Und mal m.M. dazu; nichts, er hat absolut gar nichts daraus gelernt :thumbdown:
    Um diesen Fehler zu erkennen müsste er ja Wissen was richtig ist und wenn dies weder trainiert oder kommentiert wird woher soll dann dieses Wissen stammen ?(

    "Der goldene oder rote Faden" von dem immer gesprochen wird, ...der mir ein Kompromiss ist, der ist für mich hier passend ...ich finde es nicht wirklich schimm, ihn beim nächsten Training beim Abschlussspiel in der gleichen Situation ein vereinbartes seltenes STOP zu geben. Alle bleiben stehen (notfalls stellst du sie dann so, wie sie im Augenblick des Geschehens standen, ...aber ganz ruhig bleiben...) und läßt ihn durch die bestimmte Fragestellung selber an der Alternative mitarbeiten. Er hat dann die Zeit, die Situation zu überdenken. Wenns gut läuft, erkennt er ...die Lösung. Mann erkennt das, wenn er grinst, ....dann hats meist Klick gesagt. ...Beim übernächsten Mal, wenn er wieder die Situation hatte und sich selbständig für die bessere Alternative entschloss, lobst du ihn sofort und direkt und laut und das dann auch im und gerade beim Spiel und spätestens dann wird er dich anschauen und grinsen ;) . Wenn du das schaffst, ....wenn du das erreichst....dann bist du an dem Tag der Sieger, ...ich sage dir, ...ist ein geiles Gefühl. Gruß Andre

  • wenn dies weder trainiert oder kommentiert wird woher soll dann dieses Wissen stammen ?(


    Weil es ist ein großer Unterschied ist, ob ich es trainiere oder bei diesem Verhalten kurz verbal eingreife. Und zwar immer wieder ( Steter Tropfen....). Andre hats ja passend beschrieben. Ich gebe hierbei als Trainer nur verbale Hilfestellung und bringe sie auf den richtigen Weg. Und auch ich habe bei meiner Truppe ab F jüngerer Jahrgang bei TE'en immer und immer wieder Hilfestellungen/Problemlösungen gegeben, die in den Bereich grundlegende taktische Dinge fielen. Sie waren aber eben nicht Zielsetzung und/oder Schwerpunkt der jeweiligen Übung. Vielleicht meinst Du ja das selbe aber bei dem Ding mit den Laufwegen hatte / habe ich einen anderen Eindruck. Bleiben wir bei Deinem Beispiel: Ein F-Jugendspieler bekommt 7-8m vor dem eigenen Tor den Ball.


    Um diese Situation zu meistern setze ich meinen Schwerpunkt darauf zwei Jahre lang bei einer F-Jugend. Er muss den Ball zunächst annehmen. Der Gegner steht dabei im Rücken. Wie Du schon sagst soll er sich jetzt möglichst nach rechts (oder links ) weg drehen (ohne den Ball zu "umlaufen" da er er ja in die andere Richtung muss). Und zwar mit Ball. Allein dies setzt schon unglaublich viel grundlegendes technisches Können voraus :!: Und das Ganze unter Gegnerdruck. Nu gehts weiter. Er kommt sofort ins Dribbling, da ja der Gegner im Rücken steht und ihn angreift. Zusammen gefasst: Ballannahme, Ballmitnahme, anschließende Drehung mit Ball, Dribbling und 1:1. Alles unter Gegnerdruck. Da hatte und habe ich mit meinen Jungs schon 'ne Menge TE'en hinter mir, bis sie zumindest in der Lage sind das zu meistern.

  • :thumbup: :thumbup: :thumbup: und auch das Statement von Steini finde ich sehr gut, weil es deutlich
    zeigt, was - am roten Faden entlang - bedeuten kann/sollte und wo es
    endet. Ferner auch die Erkenntnis, wie umfangreich der Ablauf des
    Geschehens für einen normalen F-Ling in der breiten Masse ist. Hierzu
    gibt es viele Übungen in viele Richtungen und zudem kann man als
    pfiffiger einfühlsamer Trainer auch einige Fantasie einbringen, ...die
    mir damals ehrlich gesagt ein bischen fehlte.




    Z.B. könnte man den Kröten doch klar machen, dass das eigene Tor eine
    "Ballstaubsauger" oder was weiss ich ist (rote Zone)...in der Hoffnung,
    dass man so eine Brücke schlägt, an die sie sich unter Druck erinnern.
    Thema hier, ....Passe nicht vorm Tor her, wenn du am Verteidigen bist
    und auch ....passiert es mir dennoch, schimpft niemand....damit sie es
    nicht unter Druck aus Angst nicht tun, sondern aus freier intelligenter
    Entscheidung. Hierbei ist mit Sicherheit Geduld gefragt, gerade in der F
    und meist sogar auch in der E.




    Übrigens, ....ums noch mal zu verdeutlichen. L.M. ---bezogen auf dein letztes Spielbeispiel--- Ich bin der Auffassung,
    ...das sich von 20 F Spielern max. einer bis drei, eher keiner automatisch nach aussen wendet oder den Ball automatisch aus dem Gefahrenbereich nach aussen weggedroschen hätte, ...weil sie die Gefahr in diesem Altern nicht erkennen. Selbst wenn man es ihnen -wie ich es selber machen würde (der goldene oder rote Faden) erzählen würde, ...so wären ein großer Teil immer noch nicht in der Lage, die Gefahr wirklich zu erkennen. Vor allem unter Druck machen sie die Dinge dann intuitiv und Ende mit Trainer.


    Dann -plötzlich- in der D ....da kommt sogar einer, der absolut neu ist beim Fußball....aber ein talentierter Spieler....würde der den Pass im 16èr wohl vor dem Tor herschiessen? Gemessen an meinem Beispiel....wieviele der ehemals 20 F Spieler würden das in der D oder gar C -Jugend (ohne das jemals irgendjemand sie auf die Gefahr hingewiesen hätte) noch so lösen? Ich denke, es wären nicht mehr als einer bis drei. Woran liegt das?


    Für mich ist die Antwort klar. An ihrer persönlichen Kompetenz, an ihrer Erfahrung und an der körperlichen allgmeinen Möglichkeit (Entwicklungsstand), ....nun die Gefahr überhaupt wirklich zu erkennen und zu meistern/lösen. Das machen sie automatisch.


    Das bereits in der F -mit aller Trainermacht- "reinzuprügeln", wissen wir hier- aber eben nicht jeder Trainer- ist unnötig bis ziemlich hart für die Kinder, ...weil sie vom Entwicklungsstand her kaum in der Lage sind, das zu erkennen oder gar umzusetzen. Deshalb ist es doch wohl sinnvoller, hier an der technischen und individualtaktischen Variante der Lütten zu arbeiten, damit sie später, wenn der Zeitpunkt erreicht ist (der körperliche Entwicklungsstand), dann die Lösungen auch technisch sauber zu praktizieren.


    Der Versuch beim Trainingsspiel hier mal ein STOP zu setzen, wenn er gerade vorm Tor verteidigt hat und wieder den Ball quer vorm eigenen Tor hergelegt hat, um ihn dann beispielsweise mal auf die Schulter zu fassen, ihm dann erzähle, er solle sich vorstellen, nun der gegnerische Stürmer zu sein, ...ihn sogar auf diese Position zu stellen, damit er dann selbständig sagt, was er als gegnerischer Stürmer nun, wo ich als Trainer auf seiner Position stehend und seinen soeben vollzogenen Querpass als Befreiungsschlag wiederhole.....tun würde.....könnte ich mir -im Wissen um die Dinge- ehrlich gesagt auch nicht verkneifen....nur es wird in dieser Altersklasse bei den aller aller meisten Kindern ein sinnloses Unterfangen sein und deshalb auch der Satz....besser einfach spielen lassen, ..macht Sinn wie ich finde (schlagt mich nicht für den langen Satz) ;)


    Ferner kann Trainer der nicht gewinndenkend in der F ist (und auch sonst) sich das ja erlauben, hier Geduld und Verständnis im Wissen um die Dinge zu leben, weil ....es geht um Ausbildung und nicht um mein persönliches Gewinnstreben....es geht nicht darum, sie möglichst schnell so spielen zu lassen, das jeder Zuschauer vernimmt, dass sie ja schon wie in der C spielen, .....es ist die Zeit der Kinder....und nicht unsere Zeit und deshalb....-ja genau-. Gruß Andre 8)

    Einmal editiert, zuletzt von Andre ()