Allein, und ein großes Problem

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  • Hallo, ich habe ein Problem in meiner D-Jugend:


    Seit dieser Saison trainiere ich unsere D-Jugend, bin jedoch allein, kein Co Trainer und kein Betreuer. Allerdings habe ich ca. 18 Kinder zu beaufsichtigen. Mein größtes Problem ist dabei die Trainingsgestaltung, da ich etwa 5 Kinder im Kader habe(Jahrg.98 ), die einfach viel schlechter sind als die anderen und mit schlechter meine ich, dass sie weder passen, noch schießen, noch sonst etwas können. Es soll sich nicht gemein anhören, aber für diese Kinder ist Fußball wohl einfach die falsche Sportart.


    Die restlichen Kinder(fast alle Jahrg. 99) haben Potential, die meisten davon habe ich schon 2 Jahre in der E-Jugend trainiert. Nun möchte ich diese Kinder gerne weiter fördern, ohne immer auf die schwachen Rücksicht nehmen zu müssen bei der Auswahl der Übungen. Da ich deshalb oft in zwei Gruppen trainieren lasse(was für mich schon sehr schwierig ist, beide immer im Auge zu behalten und richtig zu korrigieren), haben sich jetzt bereits die Eltern der schwächeren Kinder beschwehrt.


    Und da unser Jugendleiter niemanden findet, der mir helfen kann bin ich ziemlich ratlos. Für helfende Vorschläge wäre ich sehr dankbar!

  • Welche D bedienst du denn, wenn ihr die Erste seit, ...habt ihr eine Zweite oder Dritte?...Leistungseinteilung.


    Ferner, ...woher kommen die Spieler, seit wann sind sie denn dabei?


    Solltet ihr "nur" eine D haben, ...hast du für meinen Geschmack nicht das Recht, sie wegzuschicken. Ich kann das zwar im Innersten verstehen, aber es wäre nicht o.k..


    In einem Breitensportverein schickt man niemanden weg, der zum Training erscheint, trotz zweier linker Füße nicht die erwünschte Leistung bringt. Oberhalb der linken Füße steht ein Mensch wie jeder andere auch, ...der gehört dazu und ins Team. Das sehen vermutlich wieder viele anders, ich sehe es so. Meine Sichtweise entsteht, weil meine Philosophie dazu bewegt, es so sehen zu müssen. Wie in anderen Threads bereits beschrieben, ....spielte ich mit meiner Mannschaft dort, wo ich leistungsmäßig hingehöre. Im besten Fall sollten Jugendmannschaften in einer Playoffrunde spielen mit Hin.-und Rückrunde, genau wie in den Staffeln der F und E. Die Worte wenn und aber ....wenn die nicht da wären, dann....kannste streichen, weil die gehöhren dort nicht hin, jedenfalls so lange nicht, wie ihr keine schwächere D aufweist, in die du sie hinein geben könntest, ....dann mit breiter Brust....weil sie zu schwach sind.


    Das wäre für mich die beste Trainereinstellung. Der Trainer im Breitensport sollte hier nicht so tun, als heisse er Magath. Es geht um nichts ausser um Spass, Ausbildung, Freundschaften. Wer die Möglichkeit hat, hier nach Leistung einteilen zu können, sollte es tun. Wenn nicht, hast du/hat der Trainer die Gruppe zu bedienen.


    Thema Eltern:


    Die oben geschilderte Meinung würde ich diesen Eltern, die vermutlich Stimmung machen genau so verklickern. Wenn die sich damit dann nicht anfreunden können/kein Einsehen haben, ...dann müssen sie ihren kleinen Ballack nehmen und zum Nachbarverein gehen.


    Bleibt der Vorstand deines Vereins:


    Dort werden diese Eltern sich dann beschweren.


    Sollte der Vorstand meine Meinung nicht so oder so ähnlich sehen und sich in dieser Frage vor mich stellen.....habe ich einen schönen Garten zu Hause, wo ich auch noch viel zu tun habe. Die könnten mich dann mal und auf Wiedersehen. Da würde ich gewissensmäßig sauber bleiben. Das mußt du mit deinem Gewissen abmachen, ...ich jedenfalls habe dieses Jahr deswegen keinen Trainerjob, ...konsequent.


    Das wäre dann besprochen, komme ich zu einem Tipp:


    Du schreibst, ....dass du schon in Gruppen arbeitest.


    Fakten:


    Du hast 18 Kinder und läßt, weil du allein bist, in zwei Gruppen trainieren. Nehme ich an, dass zwei pro Training fehlen, bleiben 16 Spieler. 16 Spieler in zwei Gruppen sind 8 Spieler pro Gruppe. Fünf Kinder -sagst du- sind wesentlich schlechter als der "Rest". Das heißt vermutlich, dass die Gruppe der 5 "Schlechten" mit 3 "Guten" trainiert. Die Drei sind dann natürlich gefrustet, logisch.


    Das Thema der D ist für mich die Wiederholung der vorherigen Ausbildungsthemen. Das dürfte für dich ja ganz wichtig sein, weil die 5 Speler hier Defizite haben.


    Das eigentliche Thema der D ist für mich originär das taktische (wie stelle ich den Gegner/wie laufe ich ihm den Ball ab) 1:1 (Zweikampf).


    Dazu weiter ....Koordinationstraining.


    Fazit


    Die Ziele sind für jeden -auch für den Spieler, der die Füße nach hinten stehen hat machbar, ...halt auf dessen Niveau....macht aber nix, ...weil ich ja die oben genannte Eistellung habe und nicht Felix Magath heisse.


    Weil das so ist, würde ich die Spieler in kleineren Gruppen aufteilen. Hierzu denke ich mir Trainings aus, wo mehrere Stationen vor dem Training aufgebaut werden.


    Trainingsablauf:


    Warmmachteil


    1. Alle zusammen machten bei mir Ballkoordinationsübungen, ...jedesmal....bis zum Abwinken.


    Ich habe am Montag bei einer C diese Trainingsform abgehalten. Die Besten brauchten lange, bis sie die Übungen verstanden und nachmachen konnten. Da herrschten Defizite pur, ....machte denen aber Spass, denn die lachten sich in Teilen echt schlapp, weil sie es nicht hinbekamen. Wurde dann aber besser.

    2. Hauptteil
    (Spieletrainings/Spielen mit Aufgaben)


    Du kommst noch 10 Minuten früher zum Training, um noch alles aufzubauen. Du steckst soviele Kleinfelder ab, das sie im 4:4 üben können ...führst die Übungenvor/besprichst diese und läßt


    -entweder gleiche Übungen auf verschiedenen Feldern
    -oder verschiedene Übungen auf verschieden Feldern üben, wobei die Gruppen dann in zeitlich sinnvollen Abständen ein Feld weiter gehen


    Ich tendiere in deinem Fall ganz klar zur zweiten Variante, was aber mehr Vorbereitungszeit in Anspruch nimmt.Deswegen auch 10 Minuten eher da sein.


    3. Schlußteil


    Freies Spiel


    Ferner würde ich


    -entweder/und darüber nachdenken, jedem der sehr schwachen Spieler einen Paten zuzuordnen. Diese Paten würde ich einnorden und ihnen ihre Aufgabe mitteilen. Die sollen dann beim üben ihren Mitspieler begleiten und ermutigen und auf keine Fall niederreden. Das muß aber so überkommen, dass keiner den Geschmack von Verarschung oder auch Arroganz und Überheblichkeit auf die Zunge bekommt, ...was schwierig werden könnte.


    -oder, ...du mischt bei den vielen Übungsstationen (mindestens 3) die Spieler völlig willkürlich. Hierzu rate ich dir eigentlich, ...weil das kannste ja machen, ..wenn du die oben beschriebene Eintstellung hast.


    So würden die schwächeren Spieler von den Stärkeren mitgezogen. Die Stärkeren haben die Möglichkeit, ...noch mehr zu tun, weil sie ja die Schwächen der anderen im Übungsspiel kompensieren müssen. Das wäre dann auch u.a. ein Argument, wenn ich mit den Eltern reden würde. Zudem macht das ja auch eine Mannschaft aus.


    Rein mannschaftstechnisch....hast du fast in jeder Breitensportmannschaft ein Leistungsgefälle. Selten ist das anders, damit muß man klar kommen, aber nach Hause schicken würde ich keinen. Die hätten bei mir sogar die gleichen Spielanteile, soweit sie regelmäßig zum Training kommen und dort erkennbar gut mitmachen. Hierbei hätte ich innere Freude, zu sehen wie die Eltern sich aufregen, soweit sie das nach einem Gespräch noch tun würden.


    Meistens erledigen sich solche Themen von selber, weil diese Spieler -wenn sie denn wirklich nicht in der Lage sind, an die Leistung der anderen anzuknüpfen- irgendwann von selber aufhören. Das wäre aber nicht mein Ziel. Mein Ziel wäre, sie zu verbessern. Eine D 1 zu bedienen ist viel leichter, als eine D 4. Die D 4 ist trainerisch....mit der oben genannten Einstellung....eine viel größere Herausforderung. Gruß Andre


    P.S. Immer sauber bleiben ;)

  • Über was haben sich denn die Eltern genau beschwert? Das Du in zwei Gruppen trainieren lässt kann ja wohl nicht der genaue Grund sein, oder?


    Und bei all dem Spaß, Ausbildung und Freundschaft bitte das nicht vergessen, warum die Kinder gekommen sind: Fußball spielen ;)

  • Wenn sich die Eltern so beschweren, wird's wohl eher so sein, dass hier die 13 "normalen" und dort die 5 "schlechten" (ich hasse dieses Wort!) trainieren.
    Wenn es so wäre, beschweren sie sich mehr als zu recht.
    Wenn es nicht so ist - entschuldige dass ich was hineininterpretiert habe.


    Generell solltest du immer bedenken: Du brauchst mal elf Leute für eine Mannschaft. Da reichen 13 im Kader nicht aus.
    Außerdem ist es so wie schon Andre schrieb: Wo steht geschrieben, dass Trainer immer nur "bessere" Spieler trainieren müssen?


    Gerade im Umgang mit weniger talentierten Spielern zeigt sich, wie gut ein Trainer ist. Zwanzig Superkicker kann jeder trainieren.


    Fazit:
    Entweder zur Jugendleitung gehen und einen weiteren Trainer fordern.
    Oder das ganze über die Väter/Mütter regeln. Bei 18 müssen doch ein oder zwei brauchbare dabei sein.

  • Nein, ich habe nicht 13+5 trainieren lassen sondern 8+8(9+9), oder 4+4+4+4.


    @ Andre: im Prinzip deckt sich dein vorgeschlagener Trainingsablauf komplett mit dem, was ich trainieren lasse. Warm machen wird zusammen gemacht, danach oft 4-4 auf kleinen Feldern mit verschiedenen Aufgaben, aber auch Torschüsse(da wir da noch einiges zu verbessern haben), Koordination, und Ballbehandlung.


    Es gibt nur eine D-Jugend, und an wegschicken habe ich nie gedacht. Es geht mir einfach darum, ein vernünftiges Training zu gestalten, bei dem die stärkeren nicht aufgehalten werden, die schwächeren gleichzeitig Übungen bekommen um sich zumindest etwas zu verbessern


    Ich denke mit einem Betreuer wäre das alles super möglich, nur findet sich in unserem Verein einfach niemand, der das machen möchte, ist in unserer E-Jugend das gleiche Problem.
    Aber danke für die Tips!


    Gruß

  • Wenn du vom Verein keinen Co-Trainer/Betreuer bekommen kannst, musst du selber aktiv werden, heißt also gezielt Elternteile deiner Mannschaft ansprechen und ihnen erklären, dass du es alleine nicht schaffst, alle 18 Spieler voranzubringen. Zwar werden die Eltern als erstes immer sagen:"Nee, sorry. Keine Zeit." , aber letztendlich kann es ja nur darauf hinauslaufen, da von alleine kein Betreuer/Co-Trainer vom Himmel fallen wird. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, dass dich ein Elternteil am ersten Trainingstag und ein zweites Elternteil am zweiten Trainingstag unterstützt.

  • matze_262


    Hallo


    Habe ja schon geschrieben, dass ich in einem Dorfverein tätig bin.
    Hatte im Sommer das Gleiche Problem.
    Gedacht waren 14 Kinder (Man kennt sich ja im Dorf ;)), mittlerweile sind es 18 Jungs :thumbup: , keine Mädchen ?(
    Leider ist es so, dass ich/wir ein rießiges Gefälle vom "Können" her haben (F-Jugend). Da gibt es unglaublich Technisch starke
    Spieler :thumbup: und leider auch "absolute" Antisportler ?( (m.M. nach auch eine Schuld der Eltern :cursing: )


    Ein "Durchmischen" der Mannschaft ist total unmöglich die "Schwächeren" z.T.auch noch jünger "sehen/sahen" wirklich gar keinen Ball :(
    Vom Verein war keine Hilfe möglich, ein Elternteil od. Freiwilliger musste her :D


    Also;
    Ein Mail an alle, dass ein "Co-Trainer" gesucht wird, natürlich keine Reaktion :(
    2 Wochen später, das gleiche Mail, wieder nix :(


    Als drittes Schrieb ich auf wie ich es sehe; Dass die "Schwächeren" eigentlich in einer 2 ten Gruppe trainieren/spielen sollten da sie ansonsten "komplett untergehen".
    Außerdem habe ich "gedroht" (den Eltern natürlich :P ), dass ich die Mannschaft für die Spiele wie folgt stellen werde;
    1. Spielstärke
    2. Verhalten während dem Spiel/Training
    3. Lernbereitschaft
    und dass Einige wenig oder gar nicht zum Spielbetrieb kommen.


    Hätte ich natürlich nicht so gemacht ;) , aber solche Sätze wirken Wunder. Wenn es um ihre (zum Teil verzogenen) Lieblinge geht ist alles möglich. Ein Elternteil (sehr "plegebedürftiges" Kind)hat sich gemeldet und hat gleich 2 B-Jugendspieler mitgebracht :thumbup:


    Ach so, dass Ganze habe ich natürlich auch in dieser Form gemacht um den Eltern Wind aus den Segeln zu nehmen...


    Gruß

  • Hallo Matze ,hast genau das selbe Problem wie ich auch. Momentan trainiere ich 2 D-Mannschaften,8 Spieler sind 98',die anderen 99'.habe einen Betreuer der die D1 betreut,die D2 hängt in der Luft.Die D1 spielt Kreisliga, die D2 Quali.Alle im Verein verlassen sich voll darauf das ich das sehr gut mache.In der D1 habe ich überwiegend den jüngeren Jahrgang wegen der Leistung.Ziel ist nicht abzusteigen.Von den Eltern höre ich trotz Niederlagen das die Mannschaft immer besser wird,es fehlt nur noch beim Abschluß.Ich sehe es für mich etwas anders.Das Training gestalte ich so das auch die etwas schwächeren mit kommen,normalerweise müßte ich die Mannschaften trennen und die Trainingsinhalte verändern.Normalerweise kann ohne Betreuer dies nur kurzzeitig funktionieren.Da ich sehr viele junge Talente habe wäre es Schadewen man sie nicht richtig fördern würde.Dies habe ich den Verein mitgeteilt,mal sehen.mfg Muecke :thumbup:

  • Altes leidige Problem, das mit Sicherheit viele kennen,


    schwierig zu lösen, solange du alleine da stehst.


    egal wie du es machst, ist es immer zum Nachteil einer bestimmten Gruppe.


    du hast dich entschieden, das Training nach den Schwächeren auszurichten. Kann man vertreten, gibt es genügend Argumente dafür, dann muss man aber auch
    die Nachteile akzeptieren.


    In einer ähnlichen Situation habe ich in Gruppen gearbeitet. gleiche Grundübungen, jedoch mit anderen Schwierigkeitsgraden.


    Ausserdem hatte ich mir einen Vater als Co-Trainer herangezogen, man muss nur intensiv suchen und ansprechen, hatte eigendlich immer geklappt.


    Meine Grundeinstellung war immer, Schwächere zu fördern, aber nie zu Lasten der Besseren. Ich bin damit gut gefahren.


    Motto: die einzelnen Spieler da abholen, wo sie stehen. d.h. Trainingsanforderung an den einzelnen Spielern ausgerichtet, dadurch keine Unter- aber auch keine
    Überforderung.


    Günter