rückpassregel bei den kleinsten?

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  • ich möchte mal eine mehr als streitbare these in den raum stellen:


    ich würde den rückpass schon bei der f-jugend verbieten!!!


    zu der these komme ich, da ich wochenende für wochenende feststellen, das der verteidiger den ball zum torwart spielt und der große stabile torwart den ball dann nach vorne drischt. das wiederspricht meiner meinung nach den lernzielen dieser altersregel. vorallem bezweifel ich dass die kinder von alleine auf die idee kommen. ich befürchte da er, dass die trainer dass auch noch so vorgeben.ich denke, dass die jungs so nie lernen zu dribbeln und gegebenenfalls in der e-jugend zu passen. außerdem ist es schwer dem torwart abzugewöhnen einen rückpass nicht mehr in die hand zu nehem, wenn das in der d-jugend? nicht mehr erlaubt ist. außerdem trainiert der towart dann auch im spiel das fußball spielen.


    ich sage deshalb (mit stolz) das meine jungs seit der f-jugend keinen rückpass gespielt haben, den der torwart in die hand genommen hat. die 3 gegentore an die ich immer daurch erinnern kann stören mich nicht, da selbst der spieler, der in der f-jugend im tor stand (immer ein anderer) fußball gespielt hat. mittlerweile (in der e-jugend) habe ich einen festen torwart und ich bin der meinung, dass ich im gesamten kreis keinen torwart in der e-jugend gesehen habe, der fußballerisch so gut ist.



    was spricht denn für den rückpass? das der torwart noch nicht so gut mitspielen kann? wie soll er es den lernen wenn nicht bei "learning bei doing". sonst predigt der dfb doch auch immer das die jungs alles erlenen sollen indem sie es selber machen.ich denke, dass der rückpass das erfolgsdenken fördert.


    freue mich schon auf eure antworten und hoffe nicht zerrissen zu werden.

    Wer Rechtschreibfehler findet darf sie natürlich behalten !!! ;)

  • Ich denke, dass Du Dir da jetzt zu viele Sorgen machst.
    Bei uns in der Schweiz kann man bis zur E - Jugend, Rückpässe spielen und unsere Ausbildung ist trotzdem nicht schlecht.
    Dribbeln lernen wir im Training.
    Ich finde das iO. wenn unsere Kleinen denn Ball nach einem Rückpass, mit den Händen aufnehmen darf.


    Gruss
    TRPietro

  • Hallo Tub92,


    zunächst fände ich es höflich von dir gegenüber den anderen Forumsmitgliedern, Großbuchstaben zu verwenden. Das liest sich einfach besser.


    Pro Rückpass:
    - Unterlegene Teams bekommen so eine Chance, wenigstens mal ein bisschen Richtung Mittellinie zu kommen


    Contra Rückpass:
    - Spielerische Entwicklung des ganzen Teams wird gebremst. Erfolgsgeilheit + schusskräftiger Torspieler + schneller Stürmer = immer der gleiche weite Abschlag nach vorne
    - Fußballerische Ausbildung der Torspieler (insofern es hoffentlich konzeptuell mehrere sind) wird gebremst


    Insgesamt kommt es aber einfach auf den Trainer und nicht auf die Regel an. Einer der Mitersteller unseres Jugendkonzepts propagiert ganz klar, dass in der F und E jeder Abstoß und Abwurf aus Ausbildungsgründen hinten ausgespielt werden soll.

  • Ich denke, dass Du Dir da jetzt zu viele Sorgen machst.
    Bei uns in der Schweiz kann man bis zur E - Jugend, Rückpässe spielen und unsere Ausbildung ist trotzdem nicht schlecht.
    Dribbeln lernen wir im Training.
    Ich finde das iO. wenn unsere Kleinen denn Ball nach einem Rückpass, mit den Händen aufnehmen darf.


    Gruss
    TRPietro

    ich fand es anfangs auch nicht schlimm, aber immer mehr wird dies als taktisches mittel genutzt um den ball schnell nach vorne zu befördern. in ganz krassen fällen ist es sogar schon vorgekommen, dass damit auf zeit gesielt wurden (pass zum torwart, der rollt zurück, verteidiger spielt zurück, torwart nimmt ball in die hand. wenn f/e-jugendliche das endlich begriffen haben und die verteidiger decken schießt der torwart den ball nach vorne. spiel wederholt sich beim nächsten ballkontakt des torwarts.
    IST DAS KINDERFUSSBALL SO WIE ER SEIN SOLLTE? ICH GLAUBE- QUTSCH ICH WEI? ICH- NEIN DAS IST KEIN KINDERFUSSBALL

    Wer Rechtschreibfehler findet darf sie natürlich behalten !!! ;)

  • @ WILLI. die Großbuchstaben von gerade sollen keine Provokation sein. Habe deine Antwort zu spät gelesen.Bekomme das alos nicht in den falschen Hals :D . Mach ich ab jetzt.



    was du zum Thema sagst zwecks Trainer Abhängigkeit sehe ich das genauso. Nur gibt es halt zu viele die es nicht verstanden haben.

    Wer Rechtschreibfehler findet darf sie natürlich behalten !!! ;)

  • Hallo,


    ich konnte bei unserem Torwart, der jetzt sein erstes Jahr d-Jugend spielt, nicht feststellen, dass er Probleme mit dieser Regel hat. Er hat sie schnell verinnerlicht.


    Was ich allerdings meinen Jungs am Anfang dieser Saison austreiben mußte ist die Tatsache, dass sie aus der Abwehr heraus zu ca. 70 % lange Bälle geschlagen haben. Sie haben also nicht versucht das Spiel vernünftig von hinten aufzubauen. Das legt die Vermutung nahe, dass der Trainer der E sie event. dazu ermutigt hat immer auf Nummer sicher zu gehen. Zumindest haben sie wohl nicht gelernt am Spiel teilzunehmen. Immer schön lang nach vorne. Das hat sich aber im Verlaufe dieser Saison schnell erledigt, obwohl manche von Zeit zu Zeit immer noch zu hektisch agieren. Das kann aber immer unterschiedliche Gründe haben.


    Was hat das mit der Rückpassregel zu tun? Vermutlich einiges. Wie bereits geschrieben: das sind nur meine Vermutungen. Ich schätze mal, dass in heiklen Situationen fast immer auf den Torwart gespielt wurde, der den Ball dann schön in die Hand nehmen konnte und einen weiten Abschlag vorgenommen hat.


    Somit lernen die Kinder natürlich nicht sich auch spielerisch aus so einer Situation zu befreien. Deshalb waren zumindest event. meine Kinder zu Beginn der Saison nicht in der Lage das Spiel von hinten aufzubauen u. reagierten eher hektisch und planlos, obwohl der freie Mitspieler nur einen kurzen Paß entfernt steht. Das wäre dann ein Nachteil dieser Regel. Es besteht die Gefahr, dass zuviel "gebolzt" wird. Einige von euch könnten natürlich der Meinung sein: das klingt schon zuviel nach Erwachsenenfussball. Finde ich aber nicht. Die sollen spielen und keinen Rekord im Ballweitschuß aufstellen.


    Aber das ist letztlich Sache des Trainers u. des Trainings. Ich bin nicht gegen diese Regel bis zur D-Jugend. Ich konnte auch in den E-Jugend Spielen, die ich beobachtet habe nicht feststellen, dass da auf Zeit gespielt wird oder ausschließlich nur lange Bälle auf die Stürmer gespielt werden. Die dribbeln hauptsächlich u. gehen viele Zweikämpfe ein. So soll es sein.


    Wenn, wie TuB92 schrieb, in einer F-Jugend vermehrt die fehlende Regel als Taktik angewendet wird kann ich mir nur schwer vorstellen, dass dieses Verhalten von den Kinder selbst kommt.

    Wenn sie begriffen haben, daß zum Fußball auch Arbeit gehört, ist es zu spät. Dann werden sie Trainer. (Luis Aragonés)

  • genau Das meine ich. Es wird vernachlässigt Fußball zu spielen und die Jungs wissen keiner andere Lösung wie z.B. Situationen spielerisch zu lösen. Was du mit dem Torwart sagst kann stimmen, ich habe damit keine direkten Erfahrungen. Ich habe aufgrund der Tatsache, dass die Kinder sich schwer tuen falsch Erlerntes richtig zu verbessern, wie z.B. mit Spann spießen und nicht mit der Picke. Da gibt es ja zig andere Beispiele, aber die Erfahrung hat warscheinlich jeder Trainer ja schon gemacht, es sei denn der Schuss mit der Picke geht in der F-Jugend ins Tor, dann gibt es warscheilnlich noch Trainier die den Spieler ermutigen weiter mit der Picke zu schießen :D

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  • Ich möchte aber nochmal betonen, dass dieses fussballerische Problem Sache des Trainers ist. Nicht die Regel ist daran Schuld. Der Trainer kann und sollte seinen Schützlingen doch beibringen, wie man die Situation am besten löst.


    Ich behaupte sogar, dass der jeweilige Trainer an dem "Gebolze" schuld ist. Warum? Ein Beispiel: wenn ich ein Mini-, F- oder auch E-Jugend Spiel beobachte, in dem die Kinder völlig selbständig spielen dürfen und der letzte Verteidiger den Ball bekommt werde ich sehr wahrscheinlich nicht sehen, dass er den Ball lang raus prügelt. Entweder er entdeckt tatsächlich einen freien Mitspieler und paßt ihn an oder er wird ins Dribbling gehen. Auch auf die Gefahr hin, dass er als letzter Mann den Ball verliert und ein Gegentor kassiert. Ich glaube fest, dass das in den meisten Fällen so wäre.


    Jetzt steht aber ein Trainer am Rand, der bei so einer Dribblingaktion einen Herzinfarkt bekommt. Er wird den Spieler maßregeln: "Peter, doch nicht vor dem eigenen Tor. Gib an den Torwart oder schiess den Ball weit weg!" Sollte auf Grund eines Ballverlustes event. sogar ein Gegentor fallen schreit der Trainer vielleicht sogar. Das merkt sich der kleine Peter. Schreien findet er nicht toll. Er verliert das Selbstvertrauen und wird bei der nächsten ähnlichen Situation hektisch und nervös. Er schlägt den Ball lang raus.


    Natürlich liegt das am Trainer. Man kann doch beobachten, dass die Kinder sich von Natur aus den Ball nehmen und loslaufen.

    Wenn sie begriffen haben, daß zum Fußball auch Arbeit gehört, ist es zu spät. Dann werden sie Trainer. (Luis Aragonés)


  • was spricht denn für den rückpass?


    Dass es in der F-Jugend noch keine Rückpassregel gibt, liegt nicht daran, dass etwas für den Rückpass spricht, sonder daran, dass etwas gegen die Regel in dieser Altersgruppe spricht.


    Wenn sie in die F-Jugend kommen sind sie 7 Jahre alt. Wir haben hier schon mehrfach darüber gesprochen, dass perspektivisches Sehen in diesem Alter kaum ausgeprägt ist. Wenn der Torwart jetzt aber -zusätzlich zum auf ihn zurollenden Ball- registrieren muss, wer den Ball vorher gespielt hat, ist die Wahrnehmung des 7-Jährigen in aller Regel überfordert.


  • Dass es in der F-Jugend noch keine Rückpassregel gibt, liegt nicht daran, dass etwas für den Rückpass spricht, sonder daran, dass etwas gegen die Regel in dieser Altersgruppe spricht.


    Wenn sie in die F-Jugend kommen sind sie 7 Jahre alt. Wir haben hier schon mehrfach darüber gesprochen, dass perspektivisches Sehen in diesem Alter kaum ausgeprägt ist. Wenn der Torwart jetzt aber -zusätzlich zum auf ihn zurollenden Ball- registrieren muss, wer den Ball vorher gespielt hat, ist die Wahrnehmung des 7-Jährigen in aller Regel überfordert.

    Ja, absolut. Das ist der Grund. Was wir hier bisher diskutiert haben sind die möglichen Auswirkungen.

    Wenn sie begriffen haben, daß zum Fußball auch Arbeit gehört, ist es zu spät. Dann werden sie Trainer. (Luis Aragonés)

  • Schließe mich hier zu hundert Prozent der Meinung von Follkao an. Die vielleicht negativen Auswüchse wachsen alle auf unserem (Trainer) Mist. Bei den Mannschaften, die diese Art von Fußball spielen, wird es kurzfristig vom Ergebnis her Erfolge geben. Längerfristig sicher nicht!

  • Hallo zusammen,


    man muß die Diskussion auch im Zusammenhang mit dem Verbot des Abstosses über die Mittellinie sehen. Bei uns im FLVW (Westfalen) ist der Abstoß über die Mitte verboten. Auch hierdurch wird das planlose Nachvornedreschen verhindert und der spielerische Aufbau gefördert. Insofern ist der Rückpass kein Problem. Absichtliches Zeitspiel von Kindern im E- und F-Jugendbereich halte ich grundsätzlich für ausgeschlossen. Dies wird nur von (verantwortungslosen) Trainern gefordert.

    Viele Grüße
    Thomas