Angst vor dem Verlieren

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  • Guten Tag ,


    Ich hoffe ich werde jetzt nicht falsch verstanden als erfolgsgeil oder sonstiges . Nur ich bin jetzt seit 2006 in meinem Verein Trainerniere seit dem den 93 Jahrgang . In der ersten saison sind wir 5 . mit 8 Siegen geworden , in der 2 Saison letzter mit 2 Siegen , in der Saison 08/09 vorletzter mit 3 Siegen . Ich hatte in der letzten Saison auch einigen ärger in der Mannschaft mit dem 92 er Jahrgang. Und jetzt fängt es genau an wie in den letzten bei Jahren mit den Niederlagen. Und so langsam zweifele ich an meiner arbeit , das Verhältnis mit der Mannschaft ist aber richtig gut. Ich habe mir für diese Saison einen neuen CO-Trainer dazu geholt. Ich stelle sehr hohe ansprüche an mich als Trainer. Naja ich hoffe ihr könnt mir vielleicht irgendwie helfen. Danke

  • Also ich finde wir haben zuwenig Informationen um uns ein Urteil zu Bilden.


    Es kann sein das du einfach nur immer Pech hast und nur "Schlechte" Spieler bekommst (sorry für mich gibt es aber seltens chlechte kinder), wie haben die Mannschaften gespielt als du noch nicht ihr Trainer warst?? Waren sie Erfolgreicher??


    Oder eine andere Antwort kann sein das es an dir Liegt und du was Falsch machst. Aber wie gesagt können dir so keine Antwort geben.

    "Trainer werden ist nicht schwer - Trainer sein dagegen sehr!"


    Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit.


    Tipp- und Rechtschreibfehler sind absichtlich eingebaut und dienen der Belustigung des Lesers.


    © madd!! 2011. Alle Rechte vorbehalten. Kein Verwenden, Zitieren und Kritisieren ohne Erlaubnis. :P

  • Ich sag mal so wir sind nicht der Erfolgreichste Verein . Wir haben auch viele Neueinsteiger und viele die sich irgendwo anders nicht durchsetzten konnten. Die Konkurrenz durch andere Vereine ist verdammt groß der Nachbarverein hat 27 Jugendmannschaft und wir gerade mal 5 . Es ist wirklich sehr schwer an neue Spieler zukommen . Aber ich denke öfters dran ob es an mir liegen könnte , ich meinem Konzept , Trainingplan und so. Also so richtig erfolgreich war das Team nie wirklich.

  • Moin,


    ich trainiere in Lübeck auch eine (jüngere) Jugendmannschaft in einem kleinen überschaubaren Verein.
    Bei uns gibt es etwa 35 Vereine und bei den meisten jungen Altersklassen auch soviele gemeldete Jugendmannschaften.
    Bis zur A Jugend hat es sich dann auf etwa die Hälfte ausgedünnt, da melden dann nur noch die Hälfte der Vereine.
    Viele talentierten F - Kinder werden (von Fußball Spielenden Eltern) meist schon bei Vereinen gemeldet wo es später Perspektiven gibt.
    Bereits in der E Jugend geht das große Wandern / Abwerben los, was bedeutet das bei den kleinen Vereinen wieder talentierte Spieler verloren gehen. Spätestens in der D Jugend verstärkt sich der Trend, die Kids gehen auf weiterführende Schulen, lernen andere Kinder / Mannschaften kennen, können selbst mit dem Fahrrad zu anderen Vereinen gelangen. Das Problem sind aber vor allem die möchte gerne groß Vereine/Mannschaften die heftig Kinder von anderen abwerben um sich selber zu verstärken und um gegen den allgemeinen Trend (weniger sportliche Kinder) zu schwimmen.
    In der G und F Jugend kommen Kinder noch zu Vereinen die dicht liegen, später ist die Nähe nicht mehr das Hauptargument. Wer kommt noch in der E und D Jugend, die Spieler die bei anderen Vereinen nicht in der 1sten Mannschaft zum Zuge kommen, bzw die die oft auf der Ersatzbank sitzen.
    Zusätzlich melden besonders Eltern die wenig Zeit zum kümmern/fahren haben Ihre Kinder Wohnortnah, das sind dann die Treuen die erhalten bleiben, was die Sache nicht gerade einfacher macht.
    Das erzähle ich nicht zum Jammern, sondern zum deutlich machen, warum manche Mannschaften erfolgreich sind und andere nicht.
    Zum Trost, ein klein wenig kann der Trainer natürlich auch bewegen, aber da wo keine Talente sind und keine hinkommen kann der beste Trainer keine schnitzen.



    Bedingt gegenansteuern kann man nur mit einem Team was in den höchsten Spielklassen (lokal) mithält, das hält die Abwanderung in Grenzen,
    und mit einem oberaffeng..... Training was die Kinder fesselt. Und natürlich mit einem "netten" Drumherum damit ein Team entstehen kann.


    Das mit dem Erfolgsstreben in zu jungen Jahren widerspricht allerdings dem Breitensportgedanken, schon hast Du das nächste Problem.......




    Erreichbare Ziele setzen und darauf hin arbeiten ist vielleicht ein möglicher Weg ??



    Gruß


    thom

    Bundestrainer 8) Fernseh - Lizenz

  • Hi Christian,


    als ich aktiv im Verein etwas verändern wollte, hatte ich das Ziel, ab der D die D1 und C 1 mittelfristig in die Bezirksliga zu bringen. Nicht weil ich geil auf Bezirksliga bin -im Gegenteil, ...ich habe nicht mal Lust auf weite Fahrten und würde in dieser Zeit lieber am Fernseher die Bundesliga schauen :rolleyes: . sondern weil ich fand, dass das ein Normalum für einen Verein mit 43 Mannschaften/davon 33 Jugendmannschaften sein müßte. Zudem kam der Gedanke, dass das dafür sorgen müßte, dass die von Karriere träumenden Eltern hier die Bremse ziehen würden, wenn es um einen Vereinswechsel geht.


    Im Umkehrschluss hatte ich Gespräche mit Leuten, die viel mehr von der Materie verstehen und einer davon sagte mir, ...das er als heute 58jähriger ehemaliger Landesligaspieler und Trainer mit B-Lizens dem Fußball heute nur noch eines abgewinnen könne. Hierbei kamen die Worte:


    FREUNDSCHAFTEN und SPASS.


    Hierzu sagte er trocken und aus völliger Überzeugung, dass er beim Fußball Freundschaften fürs Leben geschlossen habe. Diese Freundschaften fanden aber alle beim Heimatverein statt, zu dem er irgendwann wieder zurückkehrte, ....die Rückkehr war aber altersbedingt. Diese Freundschaften entstanden, weil man fiel Spass miteinander hatte und gerade dieser Spass mutivierte zu jeder Menge Taten.


    Meine Beobachtungen auf das Jahr 2009 gemünzt


    Ich habe nun mehrfach festgestellt, dass dieser ewige Leistungsdruck der auch beim Fußball ausgesprüht wird, dazu führt, dass die Leute und vor allem die Leistungsträger dazu animiert, auf den Boden zurück zu kehren, ....teils bewußt, teils, weil sie es nicht mehr ertragen können oder auch wollen.


    Beispiel: meine Söhne


    Klasse 7 und 8, bis teilweise 15.30 Uhr Schule, dann Hausaufgaben, Klavierunterricht, Zeitungen austragen, Training zwei, manchmal dreimal.


    Beispiel Beruf:


    Ich bin bei der Polizei im Streifendienst beschäftigt. Immer mehr Aufgaben, immer mehr Schreibarbeiten, immer mehr Elend in den Familien, mehr Aggressivität, Angriffe auf uns, Schichtdienst und keine Rauskommen in Sicht, .....Fazit: spürbar mehr psychisch erkrankte Dauerkranke, nicht nur in meinem Betrieb...wen wunderts?


    Erst gestern traf ich noch den ehemaligen Leiter eines großen Einkaufsmarktes, der mir berichtete, dass er so froh sei in Rente zu sein, weil sein Nachfolger der habe die Arschkarte gezogen, ....da geht es nur noch um Zahlen. Ergebnisse, ....nicht mehr um den Menschen.


    Beispiel Fußball:


    Auch unser Verein hat natürlich Talente. Diese Talente wandern regelmäßig zu dem Verein ab, welcher seine Mannschaften höher spielen hat. Nur hörte ich nun bereits zum zweiten mal, dass Spieler von darüber sprachen, auf die Bezirks.- und Landesliga verzichten zu wollen, um zu uns zurückzukommen. Also nicht erst altersbedingt, sondern jetzt! Aktuell haben das zwei Spieler wohl wahrgemacht und sind in die Kreisliga A in unsere A Jugend zurück gekommen und die spielen zur Zeit (ich glaube 5 Spieltag) einen guten Ball.


    Fazit


    Ich denke mittler der Weile so, wie es mein Vorredner im Schlußsatz angedeutet hat. Man sollte sich erreichbare Ziele setzen und nicht immer nach den Sternen greifen. Zuviel ist zuviel und weniger ist oft mehr. Letzteres führt vielleicht auch zu dem, wovon man vorher verkrampft geträumt hat und fertig. Deswegen mein Rat an Christian:


    Bleib ruhig und besinne Dich auf das Hier und Jetzt, nur das zählt und wenn die alle abwandern, dann sorge du dafür, dass ihr richtigen Spass habt, der Rest kommt von selbst. ;)

  • Wenn Du sagst, das Verhältnis zur Mannschaft sei gut und die Jungs trotz der Niederlagen Spaß haben und Du auch, dann ist doch alles in Butter. Wenn in der Mannschaft eine gute Stimmung herrscht, obwohl ihr ständig verliert, dann kannst Du doch stolz auf das Team (und auf Dich) sein, das Euch das trotz der "Misserfolge" gelingt. Offensichtlich haben Deine Jungs dann auch den Sinn des Spiels besser verstanden als andere. Bewegung, Gruppenerlebnis, Freundschaften und Spaß sind das, worauf es im Breitensport ankommt. Orientier einfach Deine eigenen Ansprüche als Trainer am Erreichbaren und alles ist gut.

  • Sorry, aber reine Spaßmannschaften wären wohl auch nicht das Optimum.


    Die Mischung machst. Mann muß immer erkennen welches Potenzial in der eigenen Mannschaft steckt, um einschätzen zu können woran es tatsächlich liegt. Letztlich kann man immer nur die Leistung abrufen die auch in einer Mannschaft steckt. Weiß ich vorher das es nicht reicht um gegen die meisten anderen Teams zu bestehen, sollte man die Sache so hinnehmen wie sie ist.


    Frag doch mal einen deiner Trainerkollegen ob er dir den einen oder anderen Tipp zu deiner Mannschaft geben kann. Von hier aus kann niemand wirklich einen Tipp geben ob bzw. was du eventuell anders machen kannst. Dazu kennen wir dich und dein Team zu wenig. Ferndiagnosen sind fast unmöglich.


    Spielen deine Spieler auf den richtigen Positionen?
    Mit welchem Spielsystem spielt ihr?
    Mit welcher Taktik spielt ihr gegen die stärkeren Teams?
    Mit welcher Taktik spielt ihr gegen Teams auf Augenhöhe?
    Wie schnell erkennst du die Stäken und Schwächen der gegnerischen Mannschaft?
    Welche Maßnahmen ergreifst du um gegen die Stärken und Schwächen zu arbeiten?

    Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft hat bereits verloren

  • Sorry, aber reine Spaßmannschaften wären wohl auch nicht das Optimum.

    Was sollen denn Mannschaften, die z.B. im unteren Drittel der Kreisliga spielen, sonst sein? Welche andere Motivation sollte da vorhanden sein?

    Letztlich kann man immer nur die Leistung abrufen die auch in einer Mannschaft steckt. Weiß ich vorher das es nicht reicht um gegen die meisten anderen Teams zu bestehen, sollte man die Sache so hinnehmen wie sie ist.

    Genau das meinte ich. :)

  • Es mag ja sein, das ein Team nicht wirklich gut ist, aber eine Weiterentwicklung ist immer möglich.


    Mag sein, das dies auf niedrigem Niveau der Fall ist, aber gar nichts zu machen und nur noch den Spaßfaktor in den Vordergrund zu stellen, würde der Sache auch nicht gerecht werden. Da ist das was ich meine.


    Erkenne wo die Stärken und Schwächen deines Teams liegen und entscheide dann, welche Stärken ausgebaut bzw. welche Schwächen unbedingt abgestellt werden müssen. Oft sind es nur Kleinigkeiten die den Unterschied zwischen Erfolg und Mißerfolg ausmachen.
    Dazu gehört z.B. ein vernünftige Kondition, die jeder egal ob talentiert oder untalentiert antrainieren kann. Eine vernünftige Einstellung, damit nicht gleich immer aufgegeben wird, wenn etwas nicht sofort funktioniert. Kampf um technische Mängel auszugleichen etc.


    Nur soviel Erfolg bzw. Verbesserungen fangen immer im Kopf bzw. bei der Einstellung zur Sache (Fußball, Hobby etc.) statt.

    Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft hat bereits verloren