Wenn ich das so lese und mit meinen Erfahrungen auf dem Platz vergleiche, dann fallen mir zwei Dinge auf:
a) Man muss unterscheiden, welche Altersklasse gerade angesprochen werden soll. Einem A-Jugendlichen muss ich sicher nicht vom Platz holen, um ihn die richtige Stellung um Gegner aufzuzeigen, das sollte er können, man muss einen "ungeübteren" Spieler vielleicht nochmal dran erinnern. Bei den kleinen finde ich es auch besser, es ihnen im ruhigen zu erklären als wie quer über den Platz zu blöken ![]()
b) gerade bei den kleinen heißt es, das Spiel ist IHR Höhepunkt, Betonung ganz klar auf "Höhepunkt" und "ihr". Warum haben manche Trainer ein größeres Mitteilungsbedürfnis als andere? Wenn alle ehrlich wären, müssten viele eingestehen, dass sie dies nicht aus Ausbildungsgedanken haben, sondern weil sie versuchen korrigierend einzugreifen, um das Ergebnis positiv für ihr Team zu beeinflussen. Ich beziehe mich da ja selbst ein Stückweit mit ein. Mit meinem permanenten Loben tue ich ja nichts anderes, ich beeinflusse meine Jungs positiv, und manchmal mag mich der Gegner am liebsten fressen, wenn ich auch noch so etwas sage wie "das war aber ein richtig geiler Spielzug/Trick/Tor" oder was auch immer.
Ein wenig Hilfestellung halte ich für ganz ok, aber es sollte im Rahmen sein. Dazu passt ein Heranholen meiner Meinung nach ganz gut, aber der eine oder andere wird sicher bedenken haben, weil dann ja evt. ein guter Spieler auf de Feld fehlt, was wieder Auswirkungen aufs Ergebnis haben kann.
Ein Beispiel (habe ich glaube ich an anderer Stelle schon mal angebracht): Ich habe im Herbst ein Entscheidungsspiel E-Juniorinnen gesehen. Anpfiff, und der Trainer stellt fest, seine Tasse Kaffee ist leer, und er geht erstmal los, sich 50m entfernt vom Spielfeld einen neuen Kaffee holen. Seine Einstellung: wenn die Mädchen gut genug sind, um ein Entscheidungsspiel zu gewinnen, dann sind sie es auch ohne ihn. So verlief dann auch das Spiel, ein paar entspannte Worte hier und da von der Seite, das Ende vom Lied: Seine Mädche waren körperlich unterlegen, spielerisch aber besser und konnten das Spiel, wenn auch knapp, für sich entscheiden.
Zum Thema Eltern: Auch da darf man als Trainer ruhig mal erklärend drauf einwirken, dass sie nicht den Part des Joystick-Schwingers übernehmen. Dann hat man auch nicht das beschriebene "bevor die, dann lieber ich"
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