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  • Andre: Sei mal ehrlich...(ichweiß du schriebst dass du immer ehrlich bist :D). Hast du wirklich keine Ahnung von der 4erkette? Du schreibst doch immer so gute und vernünftige Beiträge zum Kinderfußball. Da kann ich dir nicht glauben, dass du nichts von dieser Taktik verstehst. Willst du die 4erkette vielleicht gar nicht verstanden haben, um hier im Forum irgendetwas zu provozieren? Wie gesagt, wenn du jetzt schreibst, dass du nicht wirklich Ahnung von der 4erkette hast, gluabe ich dir nicht :D; ich hoffe ich tue dir damit nicht unrecht...

    Wer Rechtschreibfehler findet darf sie natürlich behalten !!! ;)

  • Ich kann nicht ganz verstehen, wenn man behauptet, dass man für die Raumdeckung 2 Jahre Ausbildung haben muss. Wie soll dies jetzt verstanden werden? Etwa 2 Jahre lang, immer nur Raumdeckung trainieren?


    Ich spreche da lieber in Trainingseinheiten... und bin der Meinung, dass man nach 8 Trainings im Spielkreis 4:4 (also nur Raumdeckung für die Verteidiger), sehr gute Fortschritte sehen kann. Klar; So wie bei allem Anderen, wird die Mannschaft, die aber im gleichen Zeitraum, 15 Trainings im gleichen Spielkreis investiert, vermutlich taktisch in dieser Richtung, auch besser sein.


    Dies zählt für alles aber: Wenn ich zB. nur 2 Trainings für "Dribblings und 1:1" investiere und der Tom eben 10 Trainings für "Dribblings" im gleichen Zeitraum investiert, werden Toms Junioren vermutlich stärker im 1:1 sein... irgendwie logisch oder nicht?


    Ich mache aus dieser "zeitlichen" Diskussion, ein Thema für alle Faktoren... dies kann nicht nur für die Raumdeckung gelten. Sorry... mit der 2 Jahren Story könnt Ihr mich überhaupt nicht überzeugen. Wenn ich nämlich in 1/2 Jahr, soviel Raumdeckung trainieren wie der sogenannte Trainer in 2 Jahren... wird meine Mannschaft nach diesem 1/2 Jahr, die Raumdeckung im Griff haben und die des anderen Trainers erst nach 2 Jahren... logisch oder?


    Grüsse
    TRPietro

  • TuB92, ...hinsichtlich meiner Ahnung folgendes....


    Also, TRPietro hat fair geantwortet und sich über meine Fragen gewundert. Bei einem ganz kleinen Teil der Fragen, waren mir die Antworten bekannt und ich habe sie gestellt, ...wegen der Mitleser...und die Freeks haben sie auch super beantwortet.


    Ferner, ...ich habe selber F Jugend gespielt, dort zwei mal einen nassen Ball ins Gesicht bekommen und wurde dann erst wieder zur B Jugend gesichtet. Dort spielte ich B 3 und dann B 2. Danach A 2 und dann war ich auch schon wieder weg bis zu den alten Herren 8) . Ich war immer vorne rechts eingesetzt als Flügelspieler oder zweiter Stürmer, sonst nix. Mir ist nur die Manndeckung bekannt.


    Als Vater tranierte ich mit diesem kaum vorhandenen Wissen die F2, 1, E 1, D 1 und Ende. Hier bin ich allerdings -glaube ich- ganz bewandert, (unterer Jugendbereich). Also, ...ich habe zu deinem vermutlichen Entsetzen nicht mehr Ahnung davon (Viererkette), als ein Stammtischbruder, wobei ich mich vielleicht besser reindenken kann.


    Bis vor wenigen Wochen wußte ich nur ganz oberflächlich, das es modern ist, in der Viererkette zu spielen. Zur D machte ich mir Gedanken, was das wohl genau bedeutet. Zeitgleich der Trainerlehrgang, wo unser B 1 Trainer als B-Lizenz-Inhaber mitteilte, das das taktische 1:1 in der Defensive mit den Variationenen -weit vorm Tor und nahe vorm Tor eine wichtige Aufgabe in der D sei und auch warum.


    Mit diesen Fragen und der Feststellung, das viele drüber reden, aber keiner kann es erklären :rolleyes::rolleyes::rolleyes:?( , ...wurde ich neugierig und fragte hier im Thread. Chris war der erste, der mir die -sagen wir mal- Grundstruktur der Viererkette in Worten so mitteilte, dass ich es verstand.


    Seit dem achte ich bei Spielen oft gezielt darauf und auch bei Bundesligaspielen. Ich sitze im Schalkestadion am liebsten ganz oben, weil ich mir von dort die taktischen Dinge besser ansehen kann.


    So, ...und nun endet es auch schon. Das kanns aber nicht gewesen sein. Strategie und Taktik wird wohl viel komplexer sein, denke ich jedenfalls. Hier einzusteigen, dürfte mit -es zu tun- es also in die Praxis umsetzen ...zu tun haben. Diese Erfahrung habe ich bis auf ein Jahr D nicht und das ist/war kein Maßstab. Hieraus habe ich keinen Hehl gemacht.


    Bei der C ...ich schrieb es bereits, ...schaue ich oft zu. Die Abwehr spielt Viererkette, sie stehen in der Kreisliga A auf Platz -ich glaube 4- und spielten neulich ein relativ offensives Spiel gegen den ungeschlagenen Erstplatzierten. Hier schafften sie es unglücklich auf ein 1:1 nach Elfmeter für uns, wobei wir auch hätten gewinnen können.


    Alle Beobachtungen hinsichtich der Viererkette lassen mich darauf schließen, dass sie zwar in der Kette stehen und bei lockeren Spielchen auch verschieben, aber sobald Hecktick und Druck aufkommt, geht es sofort in die Manndeckung und die klappt dann auch gut.


    Heute bei Manchaster gegen Bayern, ...fand ich, ...dass da einige Tore gefallen sind bzw. die torgefählichen Szenen bei einer Manndeckung so nicht entstanden wären. Ich habe bewußt darauf geachtet. Sie verschoben und es geschah in der zweiten Halbzeit beispielsweise genau das, was ich aus Supercoach als Nachteile der Viererkette kopierte, ...der Aussenverteidiger wurde hinterlaufen, es kam zur Flanke auf den "ungedeckten" Flügelstürmer auf der anderen Spielfeldseite, der ihn fast wegmachte.


    Darüber hinaus, ...kam es in der Druckphase der zweiten Halbzeit durch Bayern München zu einigen Steilpässen und Diagonalpässen.-/Flanken in den leeren Raum die ebenso brandgefährlich waren. Es war meinem Eindruck entstsprechend nur dem Zufall überlassen, dass nicht noch ein Tor viel.


    Daher die Frage, ...Wo war denn die Viererkette der Manchaster? Wie toll hat sie denn unter Druck noch funktioniert?


    Wäre es hier -und das frage ich mich wirklich- nicht sinnvoll, aus taktischen Gründen auf eine Manndeckung umzustellen? Dann wären diese torgefährlichen Dinge eher unterbunden und auf ein Mindestmaß herabgesetzt worden, ....glaube ich jedenfalls, soweit die Spieler in der Lage sind, eine vernünftige willensstarke Manndeckung vorzunehmen.


    Auch hier die skeptische und auch selbstkritische Frage, ....liege ich da so verkehrt (kratz die Glatze), Gruß Andre


    P.S. Ich möchte noch einen draufsetzen: Hätte Robben den Schuß ablassen können (der zum Tor führte), wenn ihn jemand in einem guten Stellungsspiel in Manndeckung genommen hätte??? Ich denke eher nicht, ...habe hier Zweifel und sehe eher die Nachteile der Kette unter Stress. Unter Stress sollte es aber klappen -jedenfalls dort, wo es um Leistung und Ergebnis geht- (nicht in der Jugend, da darf es auch nicht klappen). Nur, ...das wofür man Ausbildet, sollte ein lohnenswertes Ziel sein, ...auch für die Kreisliga C und da Zweifel ich eben gem. der eben beschriebenen Beispiele dran.

    3 Mal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Ich habe nur ca. 10 Min. vom Spiel zwischen Bayern und ManU gekuckt. So um die 60. Minute. Es stand 3:1 und Bayern machte unheimlich viel Druck... diese Bayern sind wirklich stark... muss ich zugeben. Folgende Fehler konnte ich seits ManUsehen:


    1. Nach Rückpässe für die Spielverlagerungen seits Bayern, ruckte ManU kaum auf. Die Abwehr stand immer im eigenen Strafraum. Das Mittelfeld von ManU stand max. 5 - 10 Meter vor dem eigenen Strafraum. Sie liessen sich somit ständig unterdrücken und schenkten viel Tiefe an die Bayern. Dies passiert in der Regel, wenn man Angst bekommt.


    2. Die Raumdeckung im Mittelfeld war nicht schlecht sondern für einen Viertelfinalist, unwürdig. So schlecht machen es nicht mal meine C - Junioren. Schweige vom Pressing... Robben konnte ja ständig zum 1:1 und mit Hilfe von Lahm zum 2:1 agieren... wo war da der linke Flügel von ManU?


    3. Die Aussen Verteidiger von ManU steuern im 1:1, die Spieler von Bayern ständig nach Aussen und laden diese so quasi zum Flanken ein. Der Aussen Verteidiger müsste aber den Flügel des Gegners in die Mitte steuern, wo ja 2 zentrale Mittelfeldspieler und 2 Verteidiger zum Pressing bereit stehen.
    Achtung: Hier gehen die Meinungen auseinander... ich weiss. Früher liess ich die Gegner auch nach Aussen steuern... dies hat sich aber geändert, da die grösste Schwäche einer Viererkette erst beim Flanken zu sehen sind. Also muss man in meinen Augen, den Gegner zum Flanken verhindern.


    Andre
    Du hast Recht; Wenn die Abwer nur noch im Strafraum rum steht, fehlt beim Hinterlaufen des Gegners die Zeit, um den Ballführenden Spieler zu übergeben.


    Ich denke aber, dass ManU vor allem das Problem Nr. 1 aus taktischer Sicht zum Scheitern gebracht hat.


    Viele Grüsse
    TRPietro

  • Ohne jetzt auch gleich viel "Erklärtext" zu schreiben (war bisher ja nur interessierter Mitleser): Ich denke, einer der Hauptunterschiede ist, dass bei der Raumdeckung im Grunde jeder für sich agieren kann (Ich decke meinen Mann bis zum ominösen Toilettengang), in der Raumdeckung und auch in der Viererkette (halte ich jetzt mal extra auseinander) müssen die Spieler gemeinsam agieren. Wenn man jetzt bedenkt, wieviel letztendlich die jungen Spieler überhaupt miteinander kommunizieren, dann kann man sich vielleicht vorstellen, wo die Schwierigkeit liegt. Wenn bei der Manndeckung einer pennt, dann ist sein Mann halt weg, der Fehler ist leicht zuzuordnen und für jeden erkennbar (auch für den Trainer, der dann von draußen rufen kann "Ey, Paule, enger an den Mann!!" ;) ). Wenn in der Raumdeckung einer pennt, kann das Löcher aufmachen, welche die komplette Arbeit der Mannschaft, die ja nun gemeinsam verschiebt, zunichte macht, man fängt an hin und her zu rennen, versucht Löcher zu stopfen und das Chaos ist perfekt. Es ist dann nur nicht für jeden erkennbar, wer da genau das Loch aufgelassen hat, weil ja eben nicht dieser eine Spieler frei ist wie bei der verpennten Manndeckung. Ich habe bei meinen Jungs viel Wert darauf gelegt, dass sie gemeinsam agieren, wenn der Ball und Gegner auf der linken Außenseite ist, dann hat auch der rechte Außenspieler von uns seine Aufgabe, nämlich dort hinzuschieben, alle sind beteiligt. Wir sind aber immer noch Welten davon entfernt, dass die Kids wirklich miteinander sprechen, sich selbst auf dem Feld coachen. Wir arbeiten aber in kleinen Schritten daran, und es wird Stück für Stück besser. Wenn man genau hinschaut, dann passieren selbst in der Bundesliga Fehler wie falsches Stellungsspiel, falsches Anlaufen des Gegners, schlechtes Verschieben usw. Mit ein wenig Geduld wird das auch bei den jungs schon werden, bis dahin sage ich immer, machen wir Fehler wie die Profis ;)

    "Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen."
    Lao-Tse (chinesischer Philosoph)

  • Holler: natürlich - da hast du schon Recht. Passieren Fehler in der Raumdeckung wird´s natürlich hektisch. Das wird´s aber immer, wenn Fehler passieren. Das Ziel der Raumdeckung ist auch letztlich dem Gegener zuerst mal so wenig Raum wie möglich zum kombinieren zu geben u. im Endeffekt den ballführenden Spieler zu doppeln, um den Ball einfacher erobern zu können. Wenn das nicht funktioniert wird es immer das 1 vs. 1 geben, wie es bei der Manndeckung gewollt ist.


    Andre: ich glaube nicht, dass eine klassische Manndeckung gegen Robben das Tor verhindert hätte. Die große Qualität dieses Spielers ( und Ribery auf der anderen Seite ) ist doch, dass man im 1 : 1 gegen ihn meist schlechte Karten hat. Somit war zu beobachten, dass es sowohl Ribery, als auch Robben zumindest immer mit 2 Gegenspielern zu tun hatten. Aber sowohl Robben, als auch Ribery sind Spieler, und da möchte ich mal TRPietro widersprechen, die eben nicht zum Flanken neigen, sondern eher den Weg zum Tor suchen. Deshalb spielt auch ein Rechtsfuß ( Ribery ) auf links u. ein Linksfuß ( Robben ) auf rechts. Flanken hat man auch gestern nur sehr wenige gesehen. Aus diesem Grund haben es auch ein Klose u. Gomez zur Zeit nicht so einfach, weil sie eben auch von Flanken leben. Das ist aber das holländische System von Van Gaal. Da diese beiden Dribbler eben meist in die Mitte ziehen war es wohl grundsätzlich die richtige Entscheidung der Verteidiger sie nach aussen zu drängen. Dass ein Robben, wie TRPietro schrieb, zu oft in das 1 vs. 1 bzw. mit Lahm sogar 2 : 1 ging konnte ich so nicht beobachten. Es waren immer mind. 2 Verteidiger zur Stelle. Apropos Lahm: das ist eben auch ein Bestandteil einer 4-er Kette, dass die Aussenverteider sich permanent in den Angriff einschalten können, da sie eben nicht an eine feste Aufgabe in der Verteidigung gebunden sind.


    Da liegt aber das Problem. Man kann so technisch starke Dribbler eben nicht immer aufhalten. Der Vorteil liegt auf der Hand. Manchester mußte meist mind. 2, oft sogar drei Spieler "opfern", die Robben u. Ribery aufhalten sollten. Das schafft natürlich Platz für die Mitspieler der beiden Bayern. Sie finden immer eine Anspielstation, wenn ihr Dribbling zu scheitern droht. Da ist dann letztlich auch eine 4-er Kette überfordert. Das sieht dann, wie man so schön sagt, nach Handball aus. Das Spiel verlagert sich um den Strafraum herum zunehmend von rechts nach links und zurück, bis sich eine Lücke zeigt.


    Und da zeigt sich, dass auch eine 4-er Kette nicht die Lösung für alles ist, wenn man es mit individueller Klasse zu tun bekommt. Das ist auch gut so, denn damit bleibt Fußball eben unberechenbar. Das macht das Spiel aus. Darum ist dieser Sport der weltweit beliebteste.

    Wenn sie begriffen haben, daß zum Fußball auch Arbeit gehört, ist es zu spät. Dann werden sie Trainer. (Luis Aragonés)

  • Holler: natürlich - da hast du schon Recht. Passieren Fehler in der Raumdeckung wird´s natürlich hektisch. Das wird´s aber immer, wenn Fehler passieren. Das Ziel der Raumdeckung ist auch letztlich dem Gegener zuerst mal so wenig Raum wie möglich zum kombinieren zu geben u. im Endeffekt den ballführenden Spieler zu doppeln, um den Ball einfacher erobern zu können. Wenn das nicht funktioniert wird es immer das 1 vs. 1 geben, wie es bei der Manndeckung gewollt ist.


    Schön, dass ich Recht bekomme - nur darauf wollte ich nicht hinaus ;)


    Ich wollte damit sagen, dass die Fehler bei der Manndeckung leichter zuzuordnen bzw. sogar schon leichter im Vorfeld zu erkennen sind - auch für "Trainerlaien" (nicht auf Dich gemünzt :) ). Das könnte in meinen Augen einer der Gründe sein, warum viele das "einfache Spiel" mit Manndeckung und Libero bevorzugen. Weiter agieren bei der Raumdeckung die Spieler halt gemeinsam, was in vielen Teams sicher sehr schwer ist, weil aufgrund der Leistungsunterschiede (auch im Verständnis der Spieler) die Gefahr recht groß ist, dass mal einer pennt, was eben wiederum die von mir beschriebenen Folgen hätte.


    So wie Du es schreibst, könnte man es auch so interpretieren, dass die Raumdeckung nur im Notfall zum 1:1 führt...Dem ist ja nicht so.

    "Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen."
    Lao-Tse (chinesischer Philosoph)

  • Toto2


    Dafür das der Robben ein Niederländer ist und er bei Bayern spielt muß ich sagen, dass er für mich der einzige symphatische Spieler ist. Der Rest wirkt auf mich :thumbdown: , aber das nur am Rande.


    Du sagst, das du nicht glaubst, ...dass das Tor von Robben (der Fernschuß) nicht mit einem Manndecker verhindert worden wäre....finde ich richtig, ...weil glauben ist ja nicht wissen :P . Ich hätte ihm gleich zwei Manndecker auf die Füße gestellt und zwar zwei Linksfüße auf der rechten Seite, ...einen davon hätte ich vielleicht sogar freigestellt, ...und ich glaube, das Tor wäre dann eher nicht gefallen. Hierin sehe ich einen Nachteil der Viererkette, weil auf diese Distanz hat der geschossene Ball zuviel Raum, ...in diesem Sinne.


    Unter dem Strich bleibt bestehen, ...ich weiss es nicht, war nur mal laut gedacht. Gruß Andre ;)

  • Holler: klar ist ein Fehler in der klassischen Manndeckung für jedermann besser ersichtlich. Keine Frage. Klare Zuordnung, Verteider läßt sich ausspielen, Verteider ist schuldig. Auch darüber, dass die Manndeckung leicher zu vermitteln ist sind sich doch alle an der Diskussion Beteiligten einig. Ich gebe dir auch dahingehend Recht, dass aus diesem Grunde einige noch das System mit Libero praktizieren. Die Raumdeckung, 4-er Kette oder wie auch immer ist schwerer zu vermitteln.


    Aber der eigentlich Gegenstand der Diskussion ist doch: welches System ist vorteilhafter? Und da ist doch nicht die Frage: wo kann ich den Schuldigen einfacher bestimmen? Fehler passieren in beiden Systemen immer. Fehler passieren in jedem System. Dass die Raumdeckung nur im Notfall zum 1 vs. 1 führt wollte ich so auch nicht sagen. Das primäre Ziel dieses Systems ist es aber eine Überzahl zu schaffen um die Balleroberung zu vereinfachen. Schaffe ich aber diese Überzahlsituation nicht laufe ich Gefahr in das 1 vs. 1 gehen zu müssen. Natürlich kommt es auch bei der Raumdeckung "außerplanmäßig" zu 1 vs. 1 Situationen, wenn z. B. ein Verteidiger bei schlechter Ballannahme des Gegners die Chance sieht den Ball zu erobern. Nur ein Beispiel. Die Raumdeckung bietet zunächst einmal einfach "nur" ein Prinzip, welches aber in gegebenen Ausnahmesituationen auch umgangen werden kann/darf.


    Auf den Punkt gebracht: die Raumdeckung ist schwerer zu vermitteln, bietet dann aber meiner Ansicht nach mehr Vorteile gegenüber der klassischen Manndeckung.

    Wenn sie begriffen haben, daß zum Fußball auch Arbeit gehört, ist es zu spät. Dann werden sie Trainer. (Luis Aragonés)

  • Richtig: wissen kann das niemand. Aber die Tatsache ist doch, dass Robben ( dem ich als Madrilene immer noch nachweine ;) ) in dieser Situation eigentlich, soweit ich mich erinnere, zwei Spieler am A*sch hatte und trotzdem das Tor erzielt hat. Das ist einfach individuelle Klasse. Der war über die gesamte Spielzeit nicht ohne Gegenspieler. Man hat ihm eigentlich nicht zuviel Raum gelassen. Der ist einfach grundsätzlich schneller als die meisten Verteidiger. Und das mit Ball am Fuß. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass der Fehler nicht im System lag.

    Wenn sie begriffen haben, daß zum Fußball auch Arbeit gehört, ist es zu spät. Dann werden sie Trainer. (Luis Aragonés)

  • @ Toto: Ja so wie Du es jetzt beschrieben hast, bin ich größtenteils bei Dir. Die Vorteile eines Systems erschließen sich aber auch nur, wenn alle Beteiligten (Trainer, Spieler) es verstanden haben und die Disziplin oder auch die Möglichkeiten haben, entsprechend zu agieren, egal welches System. Da wie Du schon schreibst das eine System komplexer ist als das andere, und da wir alle um die Vielzahl der in ihren Fähigkeiten eher doch limitierten Trainer da draußen wissen (klingt jetzt härter, als es soll), ist auch fast logisch, welches das von der Masse favorisierte System ist. Die Vorteile der Raumdeckung liegen auf der Hand, an der Stelle finde ich aber Andres Ansatz gar nicht mal so verkehrt (wenn ich ihn denn noch so richtig im Kopf habe): macht es Sinn, wenn Spieler und Trainer nicht in der Lage sind, das Thema umzusetzen, trotzdem daran festzuhalten, der Ausbildung am "modernen System" willen? Man könnte durchaus Gefahr laufen, den möglichen Spass zu opfern für eine Ausbildung, welche Spieler dieser Mannschaft gar nicht wollen, denn sie wollen einfach nur im Hier und Jetzt kicken, und nicht langfristig ausgebildet werden. Jetzt wird es natürlich viele Trainer geben, die ein Team haben, wo es durchaus möglich und sinnvoll wäre, und die trotzdem aufgrund eigener Unzulänglichkeiten auf diese Form der Ausbildung verzichten.

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  • Toto


    Zwischen der 66. und 68. Minute hatte Lahm alles andere als "Verteidiger" gespielt. In diese 10 Minuten war es ja extrem auffällig, wie offensiv Lahm eigentlich spielte. Innerhalb zwei Munten konnte Robben zwei mal aufm Flügel (nach Aussen) durchmarschieren und wurde "nie" von 2 Verteidigern gestört... ich sah immer ein 1:1. Der Innen Verteidiger von ManU sicherte ab, hatte aber so weit hinten, keine Chance als Absicherung des Aussen Verteidigers, dann den Robben, recht zeitig zu stören. Glücklicherweise konnte Robben dann keine Flanken oder Rückpässe spielen...(gut für ManU denn, ansonsten währe nach 70 Min. 3:3 gestanden). Den Gegner nach Aussen Steuern? Du solltest öffters die Spiele von Juventus - Turin kucken... dann weisst Du, wie gefährlich es ist, in einer 4er Kette, den Gegner zum Flanken zu bringen.


    Das Spiel von Robben ist immer gleich: Wenn er 3/4 Platz steht gibst zwei Lösungen; 1) er geht ins Zentrum und schiesst... zB. Tor gg. AC Florenz. Wenn er aufm Flügel geht, läuft er oft auf direktem Weg in Richtung ersten Pfosten um dann knapp vor der Grundlinie einen flachen Rückpass (zählt in meinen Augen als Flanke, auch wenn der Ball, flach kommt) auf die Sturmspitzen oder aufrückenden Mittelfeldspieler zu spielen. Bayern hat sehr viele Tore, so geschossen...


    Gruss
    TRPietro

  • TRPietro, richtig beobachtet, ...sie/Robben nutzt/nutzen eine der benannten Schwachstellen der Raumdeckung aus, in dem die Abwehr bis zum Pfosten hinterlaufen wird. Dann bei Bayern durch Robben der Querpass in die Mitte vor den 16èr und ich...benannte eine Flanke, die auf den ungedeckten Flügelspieler auf der anderen Seite geht, ...ist im Prinzip das gleiche. Bei Manndeckung, ja, ....wie wäre es dann, eher nicht so, oder? Wo wären dann die Nachteile, wie vielen dann die Tore, ...???

  • Andre


    Ich gebe es ja zu; Die grösste Schwäche der Raumdeckung findet statt, wenn man den Gegner zum Flanken bringt. Darum propagiere ich das Steuern in die Mitte. Ganz wichtig: Robben kommt beim lauf in die Mitte auch nur zum Schuss, wenn der zentrale Mittelfeldspieler vergisst, diesen vom Aussenverteidiger oder vom Flügel Mittelfeld zu übernehmen. Dies geht dann für mich schon wieder unter "falsche Raumdeckung" und nicht als schwäche der Raumdeckung.


    Gruss
    TRPietro

  • Hallo zusammen


    gestern Training gehabt (ich trainiere eine D-Jugend.), und schon wieder keine Viererkette
    geübt. letzten Samstag mit Libero ein fussballerisch starkes Spiel gemacht.
    Näachsten Samstag werde ich genauso spielen.


    Haber aber ein verdammt schlechtes Gewissen, bin froh wenn ich in 5 wochen meine
    Trainer"karriere" beende. wenn auch mit fadem Beigeschmack:keine Viererkette
    einstudiert. zig jahre Trainerarbeit umsonst.


    Vielleicht aber doch nicht: Ich hab in all den Jahren im unteren Jugendbereich das sogenannte
    Fussballhandwerk gelernt.: richtige Schusstechnik, passen, Ballverarbeitung, mitspielen,
    freilaufen, decken, kombinieren, Systemspielen vor allem aber Einstellung, mit allem was
    damit in Zusammenhang ist.


    Diejenigen, denen ich das vermitteln konnte, werden ab C-Jugend keine Probleme haben
    in irgendeinem System ihe Platz zu finden. egal ob Kette, Liebero oder sonstwas.


    Einer meiner Spieler hat zum 1. Mal in seinen Leben beim Stützpunktspiel in der
    Viererkette gestanden, (das als gelernter Offensivmann), das so gespielt, als ob er jahrelang
    nichts anderes gemacht hätte , und aufgrund dessen zum Verbands-Training eingeladen worden.


    Fazit: ist es im unteren Jugendbereich uns Trainern nicht zur Hauptaufgabe gemacht, das handwerkliche Grundgerüst mitzugeben?. Oder seit ihr alle schon soweit, dass das nicht mehr erforderlich ist, und ihr euch Höherem zuwenden könnt.?
    Meine Erfahrung jeden Samstag ist aber eine andere. Das einfachtste im Fussball
    ist noch genauso wie vor 50 Jahren das offensichtlich schwierigste: der einfache Pass.
    und wer das nicht kann, brauch sich über die kette keine Gedanken machen.


    Ich sags nochmals, es ist scheissegal welches System ich spiele, wichtig ist, dass es auf
    die Mannschaft zugeschnitten ist. entscheidend ist auch welche Altersstufe ich trainiere und in welcher Klasse ich mich befinde, welches Personal ich habe, und für mich ganz wichtig:
    mit welchem System kann ich mit meiner Mannschaft "fussballerisch" (d.h. nicht unbedingt den
    ergebnisorientierten erfolgreichsten) besten Fussball spielen.


    Oder diskutieren wir darüber, wie wir gerne spielen möchten, wenn...........
    Ich hätte da auch meine Vorstellungen, die mit Sicherheit von dem Abweichen, was bei mir machbar ist.


    Günter

  • Ja, das ist doch mal ein Thema !!


    Holler: da bin ich dann auch bei dir und Andre. Wenn der Trainer u. Spieler nicht in der Lage sind das System umzusetzen dann MUSS man es sogar lassen. Das wäre so, als ob ich in Robben- oder Messimanier versuchen würde drei Gegner auszudribbeln, obwohl ich schon genug mit meiner eigenen Ballführung zu tun habe. Wo kein Wissen ( oder Können ) ist kann man es auch nicht anwenden. Aber versuchen kann/sollte man es schon, bis man feststellt, dass es ( event. noch ) nicht reicht. Um das zu verhinden, das Nichtwissen, will der DFB ja auch entsprechend ausbilden.


    TRPietro: nun gut - wenn Robben auf den ersten Pfosten dribbelt u. dann flach in den Rückraum paßt ist das für mich keine Flanke. Flanken sind für mich hohe Bälle die zur Volleyabnahme oder Kopfball animieren. Was so ca. ab der 60 Min. gestern stattfand war meiner Ansicht nach auch nur noch ein Katz und Mausspiel. Da kann man, so denke ich zumindest, auch nicht mehr von Schwachstellen in einer 4-er Kette sprechen. Dass Lahm natürlich überhaupt nicht mehr als Verteidiger unterwegs war ist ja nur logisch. Was soll er denn untätig da hinten rumstehen? Der hatte ja sonst gar nichts mehr zu tun. Das war reines Pressing. Manu konnte sich nicht mehr befreien. Da man aber weiss, dass Robben u. Ribery ganz besonders gefährlich sind, wenn sie in die Mitte ziehen, war die einzige Möglichkeit der Verteidiger die beiden jeweils nach außen zu drängen, den Aktionsradius einzuschränken und durch das Doppeln zu versuchen den Ball zu erobern. Wie ist denn das 3 : 2 gefallen? Nicht durch eine Flanke. Ribery u. Robben sind nun mal auch nicht für ihre punktgenauen Flanken bekannt, auch wenn selbst schlecht geschlagene Flanken in den 16-er immer gefährlich sind. Da hat grundsätzlich deine Aussage "falsche Raumdeckung u. nicht Schwäche der Raumdeckung" seine Berechtigung.


    Dass dann zu allem Übel auch noch ein Lahm dazu kommt machte die Sache ja nicht einfacher. Der war rein nur zur Unterstützung bzw. Anspielstation für Herrn Robben da. Bei Ballverlust konnte der Außenverteidiger der Bayern direkt Umschalten und einem Konter entgegen wirken.


    Andre: natürlich hast du Recht.Auch eine 4-er Kette hat Schwachstellen. Insbesondere die von dir und TRPietro genannte ( Hinterlaufen der 4-er Kette ). Es gibt kein perfektes System. Das Spiel gestern ist aber kein gutes Beispiel für diese Schwachstelle, da es in der 2. Halbzeit fast ausschließlich am 16-er der Engländer stattfand ( Handball ;) ). Da konnte man die eigentliche 4-er Kette, die ja schon im Mittelfeld beginnt, nicht beobachten. Das war eine Abwehrschlacht ohne wirkungsvolle Konter. An die Flanke auf den Flügelspieler auf der anderen Seite kann ich mich ehrlich gesagt nicht mehr erinnern - sorry. Aber der hat da natürlich absolut zu Recht zu stehen. Wie bei Ecken auch, wenn sie zu lang geschlagen werden. Dass dieser Flügelspieler aber zunächst nicht gedeckt wurde war ebenfalls richtig. Er war zu diesem Zeitpunkt offensichtlich der am wenigsten gefährliche Gegner für Manus Abwehr ( Verschieben ).

    Wenn sie begriffen haben, daß zum Fußball auch Arbeit gehört, ist es zu spät. Dann werden sie Trainer. (Luis Aragonés)


  • Haber aber ein verdammt schlechtes Gewissen, bin froh wenn ich in 5 wochen meine
    Trainer"karriere" beende. wenn auch mit fadem Beigeschmack:keine Viererkette
    einstudiert. zig jahre Trainerarbeit umsonst.

    Hallo Günter, man hört leichte Ironie durchsickern. Aber du sprichst den springenden Punkt an, der Grund für die Ablehnung des ballorientierten Spiels und der Viererkette ist.... Wenn man etwas neues versucht, bedeutet das gleichzeitig die Abkehr von bisherigen Vorgehen. Dass du dafür "am Ende" deiner Trainerkarriere nicht sonderlich offen bist, kann ich verstehen.
    Daher bleibe ich dabei: Nur denjenigen, die sowohl das Liberosystem als auch die Viererkette als Spieler bzw. Trainer selbst umgesetzt haben, traue ich einen fairen Vergleich zu. Ansonsten spielen zu viele Dinge ins Urteil hinein - v.a. die Rechtfertigung der eigenen Trainerbiographie....

  • Man kann doch das 2:3 von Robben gestern nicht in Hinblick auf die Viererkette von ManU diskutieren.
    Das ist doch nach einer Ecke gefallen und passt daher eher in den anderen Thread. Natürlich fällt das Tor so nicht, wenn da einer bei Robben steht. Aber Raumdeckung vs. Manndeckung bei Ecken hat nichts damit zu tun, wie ich es sonst im Spiel fabriziere...


  • gestern Training gehabt (ich trainiere eine D-Jugend.), und schon wieder keine Viererkette
    geübt. letzten Samstag mit Libero ein fussballerisch starkes Spiel gemacht.
    Näachsten Samstag werde ich genauso spielen.


    Will ich hoffen. Aufgaben des D-Jugendtrainers sind neben einer allgemein thematisch breiten Ausbildung das taktische Verhalten in kleinen Gruppen (1/1 bis 3/3). Außerdem ist die D-Jugend das goldene Lernalter für Technik. Wer da Viererkette trainiert und spielt, spezialisiert zu früh.


    Ansonsten finde ich es schade, dass du nicht auf viele in diesem Thread genannten Argumente eingehst und versuchst diese zu wiederlegen.

  • Warum soll ich auf die Argumente eingehen, ich finde die doch in Ordnung, bin nicht gegen
    Kette, ich habs schon mal gesagt, ab C-jugend würde ich die bei entsprechendem Spielermaterial
    auch spielen lassen. Nur, und das ist meine Überzeugung, die Kette ist nicht das allein heilbringende, bis zur D_jugend gibt es wichtiger Sachen die den Kindern beizubringen sind,
    Vielleicht sind meine Ansprüche,die ich an eine Kette stelle, wie ich sie gerne spielen lassen würde zu hoch. Ich stelle ja keinen Tormann ins Tor, der keinen Ball festhalten kann, oder
    oder Angst vor einem strammen Ball hat. Ich bringe gerne mal etwas Ironie in die Debatte, deshalb frage ich mal, wie Kette gespielt wird,
    wie Bayern in der 1. oder Manu in der 2. Halbzeit ?
    oder hatte das gar nichts mit dem Spielsystem zu tun. Spielte Manu etwa in der 1. Halbzeit
    zielstrebiger, entschlossener, aggressiver und in der 2. Halbzeit war das gerade umgekehrt.
    Gerade im unteren Jugendbereich sollte vielmehr Wert aufs Fussball"spielen"
    mit dem Erlernen des dazu erforderlichen, als auf Taktik gelegt werden.
    Mir wird das ganze zu hoch aufgehangen.
    Das hat nichts damit zu, dass man ab einem gewissen Zeitpunkt eingefahren ist,
    Ich kann am Samstag mit meine Besten Kette spielen, ohne gross einzustudieren,
    und die könnten sie sofort, nur dann ist bei mir im Mittelfeld und im Sturm tote Hose.
    und das ist mir die Sache nicht wert. Da wir insgesamt sehr offensiv ausgerichtet sind
    (einschl Verteidiger und vor allem mit einem offensiven Libero) brauche ich in der
    Rückwertsbewegung etwas Absicherung für meine etwas unsicheren Verteidiger (andere
    habe ich aber nicht). Das alles hat nichts damit zu tun, ob man für oder gegen Kette ist, sondern
    allein die Erkenntnis, was ist für meine Mannschaft das Beste ist.