Hallo,
spielen hier KINDER, die Profifußball spielen oder hierauf vorbereitet werden
oder
spielen hier Mannschaften, die auf höherem Niveau als andere Spielen, weil dort besonders gute Jugendarbeit stattfindet und die Kinder in den Mannschaften in dieser Gruppe mehr gefordert werden, damit sie nicht unterfordert in einer leistungsschwächeren Gruppe spielen?
Bei uns im Kreis gibt es keine Leistungsgruppe in diesem Sinne. In der C gibt es die Bezirksliga. Darunter die Kreisliga A/B/C. In der D wurde die Kreisliga abgeschafft und wir spielen wie in der E in Staffeln. Staffel A wird nach einem halben Jahr mit den spielstärksten Mannschaften belegt. Ist dieses nun die Leistungsgruppe/Leistungsklasse?
Darüber hinaus wurde auch eine Bezirksliga im D Bereich eingeführt.
Ich höre hier im Forum immer den Begriff Leistungsklasse und ich habe den Eindruck, dass diese Leistungsgruppen nichts anderes sind, als ein Deckmantel für übergestülpten Erwachsenenfußball im Jugendbereich, der dazu führt, hier versteckt doch die alten Denkweisen ausleben zu können, auch wenn die Trainer dieser Mannschaft meist den richtigen Geist mitbringen.
Wie seht ihr das? Klärt mich auf.
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Hallo Andre,
interessantes Thema, was du da anschlägst. Ich halte das Konzept der Leistungsklasse für sehr gut, und zwar nicht aus Ergebnisdenken, sondern viel mehr wegen der ausgeglicheneren Spiele / Stärke der Mannschaften, wie du auch vermutest. Nur ist diese Aufteilung erst ab der C-Jugend für mich sinnvoll.
Ebenfalls passend zum Thema:
Leider ist unser Kreis einer der letzten, die E11er Fußball dulden (von 16er zu 16er). Jeder Versuch dies zu verbeiten scheiterte bis jetzt an den größeren Vereinen bei uns, die ihre Mannschaften möglichst frühzeitig an das Großfeld gewöhnen wollten. So ist bei uns die E-Jugend Gruppe 1 nichts anderes als eine Leistungsklasse
Ab der C-Jugend rückt für mich langsam der Leistungsgedanke in den Vordergrund. Ich musste zwar auch schon mal schlechte Erfahrungen machen (wir spielen in einem Dorfverein, da will ich keine Leistungsklasse spielen), obwohl ich eine sehr talentierte Mannschaft hatte, die aber immer nur Spaß haben wollte (hoch in der Kreisklasse gewinnen). Dies ging komplett gegen meine Denkensweise, da man sich so gar nicht verbessern kann.
back to topic: Bei einigen Trainern habe ich leider auch das Gefühl, dass das Ergebniss das wichtigste am ganzen Fußball ist und vor der Ausbildung der Jugendlichen steht. Aber das beginnt Spielklassenunabhängig schon bei den kleinsten.
Ich bin auf andere Meinungen ebenfalls sehr gespannt. -
Hallo Andre,
bei uns in Brandenburg gibt es zwar den Begriff "Leistungsklasse" nicht, ich gehe auf deine Fragestellung deshalb mit den in unserem Landesverband üblichen Begriffen ein.
Ab der E-Jugend gibt es in Brandenburg neben den Kreisligen und -klassen , die den Breitensport abbilden sollen auch Spielklassen auf Landesebene.
Ich selbst trainiere ein E-Junioren-Landesligateam und spreche an dieser Stelle einmal für mich, da es in anderen Vereinen auch eine andere Sichtweise der Dinge geben kann (und in mir bekannten Einzelfällen leider auch gibt).
Auf Landesebene spielen hier die von dir beschriebenen Mannschaften, welche in der Lage sind, auf höherem Niveau zu spielen und dadurch auch entsprechend ihres Potenzials gefordert und gefördert werden sollen.
Meine bisherigen Erfahrungen hiermit sind durchaus positiv. Mein Team, das ich seit mehreren Jahren betreue, zählt sicherlich zu den Top-Mannschaften in unserer Region und es soll sich daher auch mit Mannschaften einer ähnlichen Leistungsstärke messen, damit alle Kinder weiterkommen können.
Dadurch erlebe ich endlich fast an jedem Wochenende spannende Spiele gleichwertiger Gegner, in denen sich die Spieler weiterentwickeln und wo es zumeist auch Fußballergebnisse gibt.
Meine Kids bringt es viel weiter, auch einmal ein Spiel gegen einen starken Gegner zu verlieren, als arme und überforderte Teams "abzuschiessen".
Steckt man solche Mannschaften in diesselbe Liga bzw. Staffel mit deutlich leistungsschwächeren Teams, wissen wir doch alle, was passiert:
Es gibt hohe zweistellige Fußballergebnisse, die weder dem Sieger noch dem Verlierer etwas bringen. Die Spieler der stärkeren Mannschaften sind zumeist unterfordert und entwickeln sich nicht weiter, die Spieler der schwächeren Teams sind ständig überfordert, haben fast an jedem Wochenende Frust und hören irgendwann mit unserem schönen Sport auf.
Es ist aber ganz wichtig, im Trainings- und Wettkampfbetrieb eben nicht einen verkappten Erwachsenenfussball spielen zu lassen, sondern die Kinder altergerecht auszubilden!
Trotz der im Vergleich zu unserem unteren Teams naturgemäß höheren Leistungsorientierung macht es den Kindern unglaublichen Spaß. Die Trainingsbeteiligung ist nahezu 100%, bei den Spielen sind nur die Kids traurig, die einmal nicht dabei sein können (ich habe 13 Kinder im Kader und darf pro Spiel 12 Kicker einsetzen) und sie lassen lieber einen Ausflug o.ä. als ein Spiel ihrer Mannschaft ausfallen.
Insofern kann ich nur sagen: Leistungsklassen (oder wie immer man das jeweils bezeichnet) ja, sofern altersgerecht ausgebildet wird!
Das steht im übrigen doch auch nicht im Widerspruch zu der von dir Andre an verschiedener Stelle propagierten Einteilung der Spieler in möglichst homogene Mannschaften, um den Ausbildungserfolg zu erhöhen (was ich ja genauso sehe).
Schöne Grüße
Coach99
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@ großer:
E11er Fußball ist ja gruselig und sollte verboten werden, die Verantwortlichen sollte man vom Acker jagen
(was du vermutlich auch am liebsten machen würdest
)!
Erfreulicherweise propagieren bei uns auch die größeren Vereine (bin selbst in einem) zur besseren Ausbildung der Kids Kleinfeldfussball bis einschließlich D, so dass wir erst ab der C aufs Großfeld müssen.
Sorry für diesen Ausflug, ich musste das aber loswerden.
Schöne Grüße
Coach99 -
Andre, im Prinzip spielt es doch keine Rolle wie eine Staffel (z.B. Kreisklasse A, B, C, D oder X,Y,Z) heißt, sondern es geht darum, das die Kinder ab einer bestimmten Altersklasse unterschiedlich begabt sind bzw. aufgrund einer besseren Förderung in der Lage sind besser zu spielen, als andere.
Klar, man könnte hingehen und sie alle in einer Klasse spielen lassen. Aber was bringt das jetzt wieder den etwas schlechter aufgestellten Teams? Wo ist da der Vorteil wenn sie von 2-3 Mannschaften förmlich vom Platz gefegt werden?
Nicht anderes geschieht in Schulen wo z.B. zwischen Haupt-, Realschule und Gymnasium unterschieden wird. Sollen wir da auch wieder eine einzige Schulform einführen. Fakt ist das dort die etwas besseren zu wenig gefördert würden und die etwas schlechteren bereits überfordert wären. Und wem nützt dann die Vereinheitlichung? Niemandem!!!
Du hängst dich aus meiner Sicht zu sehr an dem Begriff "Leistungsstaffel" auf. Bei uns heißt sie z.B. Sonderstaffel. Dabei solltest du berücksichtigten das über dieser Staffel noch die Bezirksliga und Verbandsliga spielt. Darüber ist sogar noch die Jugend-Bundesliga angesiedelt Es ist richtig das die Spieler/Spielerinnen dort sicherlich mehr leisten müssen um einen Stammplatz zu erhalten, aber es wird niemand gezwungen dort zu spielen. Einzige die das eventuell machen sind leider zu ehrgeizige Eltern. -
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Ja, Big Bopper, die Frage würde es genauso tun und ergänzt dieses Thema bzw. bringt es in die richtige Richtung.
Mir kommen hier jedoch mehrere Gedanken, die ich für mich sortieren muß, um mir eine echte Meinung zu bilden.
Zum Beispiel stellen sich für mich folgende Fragen:
1. Spielt man in einer solchen Gruppe mit Auf.- und Abstieg? Wenn ja, wie kommt es dazu, dass der Nachwuchs, also diejenigen die in die Mannschaft altermäßig nachrücken, diese Topleistung bringen. Jeder kennt das, der eine Jahrgang ist so, der ander mal so. Das wäre wenig kindegerecht wie ich finde, weil da wäre ja wieder der Druck für den einen oder anderen Trainer. Zudem könnte ich mir bei diesem Modell vorstellen, dass der Verein, der eine beispielsweise E hat, die dort mitspielt, seine Spieler schon in diesem Alter aus anderen Vereinen rekrutiert, also selber keine super gute Jugendarbeit leistet. Das käme mir schon so vor, als würde hier der Ehrgeiz der Initiatoren schon im Ansatz mit den heutigen Zielen nicht vereinbar sein, obwohl der einzelne Trainer durchaus hier gutes Training mit einer guten Einstellung bringen kann.
oder ist es so, dass man ein einzelnes starkes Team von Jahr zu Jahr für ein Jahr und ohne Auf.- und Abstieg in eine Leistungsklasse meldet?
Das wäre für mich eine super Sache und würde noch glänzender dar stehen, wenn es Auswahlkreterien gibt, die für eine objektive Auswahl sorgen würden. Das würde die Angaben von Coach 99 dann unterstreichen.
Hier könnte ich dann einen Sinn erkennen, ansonsten würde doch die Abschaffung solcher Ligen und Einführung von STaffeln mit Hin.- und Rückrunden die bessere Alternative sein. Wenn solche Leistungsstaffeln/Ligen oder wie auch immer in diese Staffeln aufgeteilt würden, dann würden sich die starken Teams doch nach einem halben Jahr wieder in einer Gruppen finden, sprich der Kreis schließt sich, ...alle spielten dort, wo sie mit dem aktuellen Jahrgang leistungsmäßig hingehörten. Man bräuchte überhaupt keinen "Leistungsfußball" im Kinderbereich, oder?
Nachtrag: Die Staffeln müßten schon im ersten Jahr nach einem gewissen Ablauf bestückt werden. Z.B.
-Verein verfügt ab der C über eine Bezirkligamannschaft
-Vereine mit mehreren E Jahrgängen
-Vereine mit nur einer E 1 und keinen weiteren E Mannschaften
Hieraus könnte man eine Reihenfolge bei der Bestückung der einzelnen Staffeln in der HINRUNDE gestalten, damit das Leistungsgefälle schon zu diesem Zeitpunkt nicht zu hoch ist. -
Zitat:
bcefferen schrieb am 05.11.2008 16:40
Es ist richtig das die Spieler/Spielerinnen dort sicherlich mehr leisten müssen um einen Stammplatz zu erhalten, aber es wird niemand gezwungen dort zu spielen. Einzige die das eventuell machen sind leider zu ehrgeizige Eltern.
Hier wird ein weiterer sehr wichtiger Aspekt angesprochen. Überehrgeizige Eltern sind ja immer ein Problem, das sich aber durch alle Klassen zieht (habe ich leider auch schon bei Bambinis erlebt). Man muss sich hier als Trainer nach meiner Ansicht klar positionieren.
Die Eltern meiner Jungs sind insgesamt sicherlich leistungsorientierter eingestellt und auch ehrgeiziger, als das Gros der Eltern in den unteren Mannschaften. Dies spiegelt sich interessanterweise auch bei den Kids wieder:
Sie entwicklen mehr Ehrgeiz, kämpfen auch gegen stärkere Gegner zumeist bis zum Umfallen und wollen immer gewinnen (können aber auch damit leben, wenn wir mal verlieren).
Eltern und Kinder akzeptieren aber auch, dass wir ausbildungs- und nicht ergebnisorientiert arbeiten.
Am letzten Wochenende hatte unser Gegner einen rabenschwarzen Tag erwischt und meine Jungs waren sehr gut drauf, so dass wir dann doch sehr deutlich 6:1 gewonnen haben. Das Ergebnis hätte noch deutlicher ausfallen können, wenn wir nicht die gute Gelegenheit genutzt hätten, noch mehr als sonst durchzuwechseln und auch den etwas schwächeren Spielern zusätzliche Spielanteile zu geben. Es gab daraufhin aber keine Diskussionen wegen einer möglicherweise nicht optimierten Tordifferenz. -
Zitat:
Andre schrieb am 05.11.2008 17:36
Zum Beispiel stellen sich für mich folgende Fragen:
1. Spielt man in einer solchen Gruppe mit Auf.- und Abstieg? Wenn ja, wie kommt es dazu, dass der Nachwuchs, also diejenigen die in die Mannschaft altermäßig nachrücken, diese Topleistung bringen. Jeder kennt das, der eine Jahrgang ist so, der ander mal so. Das wäre wenig kindegerecht wie ich finde, weil da wäre ja wieder der Druck für den einen oder anderen Trainer. Zudem könnte ich mir bei diesem Modell vorstellen, dass der Verein, der eine beispielsweise E hat, die dort mitspielt, seine Spieler schon in diesem Alter aus anderen Vereinen rekrutiert, also selber keine super gute Jugendarbeit leistet. Das käme mir schon so vor, als würde hier der Ehrgeiz der Initiatoren schon im Ansatz mit den heutigen Zielen nicht vereinbar sein, obwohl der einzelne Trainer durchaus hier gutes Training mit einer guten Einstellung bringen kann.
oder ist es so, dass man ein einzelnes starkes Team von Jahr zu Jahr für ein Jahr und ohne Auf.- und Abstieg in eine Leistungsklasse meldet?
Das wäre für mich eine super Sache und würde noch glänzender dar stehen, wenn es Auswahlkreterien gibt, die für eine objektive Auswahl sorgen würden.
@ Andre
Du sprichst hier ein Manko an, welches ich leider auch bei der Regelung im hiesigen Landesverband sehe:
Es gibt eine Auf- und Abstiegsregelung und damit das Problem, dass sich möglicherweise ein schwächerer Jahrgang im Folgejahr mit zu starken Mannschaften messen muss. In unserer Staffel gibt es leider ein solches Beispiel, dieses Team kassiert als einziges regelmäßig höhere Niederlagen und wäre auf Kreisebene besser aufgehoben.
Anderersherum kann es natürlich auch laufen. Ein Nachbarverein hatte einen relativ schwachen 97er Jahrgang, der in der Landesliga spielen musste und folgerichtig abgestiegen ist. Der nachfolgende Jahrgang ist aber vergleichsweise stark und hat zum Glück wegen des Rückszugs eines anderen Teams noch eine Wild Card in einer anderen Landelsigastaffel erhalten, wo man gut mitspielt und die Kids gut entwickeln kann. Ich bin mir sicher, dass dieses Team im Kreis nahezu alle Mannschaften abschiessen würde.
Da aber die meisten höherklassig vertretenen Vereine eine sehr gute Jugendarbeit machen und daher über die Jahre immer wieder starke Mannschaften hervorbringen, gibt es diesbezüglich aber nicht so große Probleme.
Wenn wirklich alle Vereine entsprechend der tatsächlichen Leistungsstärke Mannschaften melden würden, wie du es als Alternative vorschlägst, wäre das wahrscheinlich die optimale Lösung.
Von einem "Auskegeln" der Leistungsstärke in der Hinrunde halte ich persönlich da weniger, da mir dann im Vergleich zur jetzigen Situation eine Halbserie in der Ausbildung fehlen würde.
Eine derartige Lösung ist aber immer noch weitaus besser, als Staffeln mit starkem Leistungsgefälle zusammen zu lassen.
Schöne Grüße
Coach99 -
Moin,
jetzt wirds langsam interessant...
Die Bundesligisten spielen, zumindest im Westen, ihren RSC-Cup aus. D.h. von frühester Jugend an spielen die permanent gegeneinander. Die Förderung durch Forderung ist da gegeben. Danach gehts in die Regionalligen, Bezirksligen und wie sie alle heissen, bis hoch in die Bundesligen. Auf- und Abstieg weiss ich nicht...
Auf dem Lande haben die Bundesligisten es ziemlich schwer Gegner zu finden. Deshalb werden ja die Mannschaften auch immer ein Jahrgang höher gemeldet.
Ansonsten spielen die gerne Turnier unter sich und gegen ausländische Spitzenmannschaften.
Darunter bilden sich eine Handvoll Mannschaften, die aber sich ausschließlich durch sehr engagierte Trainer bilden. Die funktionieren meistens bis zur C-Jugend ganz gut, haben in ihrem Landkreis nur Opfer, fahren auf grosse Turniere. Vorteil: kein Druck und die Kids können in Ruhe mit ähnlich talentierten Spielern trainieren. Funktionieren aber nur in ihrem Jahrgang. Für eine strikte Leistungsorientierung fehlen hier aber auch Strukturen, daher zähle ich sie auch zum Breitensport.
Der Rest dadrunter ist Breitensport. Selbst wenn sich mal ein guter Jahrgang irgendwo finden sollte und auch zusammen spielt, es bleibt Breitensport. Die gesamten Strukturen dahinter geben überhaupt keinen Rahmen für Leistungssport ab.
Dann gibts noch ein paar Möchtegerne-Vereine. Die spielen im Dunstkreis der Bundesligisten, sacken die dort gescheiterten Kids ein und spielen dann in der jeweiligen höchsten Liga. Auch die sind trotz der "Ambitionen" bei Leibe keine Leistungsmannschaften, obwohl dort immer anderes erzählt wird.
Coach99: Woran macht man eigentlich gute Jugendarbeit fest? An Ergebnissen, an Tabellen? Hier haben wir auch so ein paar Vereine. Alles unterhalb der C-Jugend ist denen komplett egal. Ab C-Jugend wird aus dem gesamten Landkreis alles was laufen kann geholt und das nennt sich gute Jugendarbeit?
Einen wichigen Punkt hast Du angesprochen: Kommunikation. Wenn jeder VORHER weiss was ihn in dem Verein/Mannschaft erwartet, gibt es wesentlich weniger Generve. Nur wer macht das im Normalfall schon. Erst mal Pässe einsammeln, Wechselfristen ablaufen lassen und gut ists...
Hinzu kommt noch bei diesen Vereinen das absolut übersteigerte Selbstverständnis. Viel Schein, null sein ist hier häufig anzutreffen.
Generell fehlt mir bei uns hier die sogenannte "Mittelschicht", d.h. Vereine, die Wert auf gute Ausbildung legen, die dann automatisch die richtigen Leute anziehen. Wenn man sich das Niveau in der D-Jugend Kreisklasse anschaut.... grr, fürchterlich. Und das soll hier die höchste Klasse sein...
Auskegeln: ist häufig die einzige Möglichkeit. Bei einigen Verbänden gehts aber nicht, da die Fahrtzeiten für Spiele total ausufern würden. Es fehlt eben die "Mittelschicht"...
ciao
BB -
Ich habe auch noch eine kurze Frage zum Verständnis:
Coach99, wenn Du mit der E in der Leistungsklasse spielst, hat Dein Verein hierzu parallel noch eine andere E 1 oder ist die E 1 deine Truppe? -
@ BB
Da scheinst du meine Beiträge ja in den falschen Hals bekommen zu haben...
Gute Jugendarbeit mache ich nicht an Ergebnissen oder Tabellen, sondern an guter und altersgerechter Ausbildung der Kids fest (wenn du meine Beiträge genau liest, sollte das auch zu erkennen sein).
Wenn ich unbedingt mit meinem Team immer hoch gewinnen und auf unterer Ebene möglichst viele Titel sammeln wollte, würde ich das ja tun. Das wäre kein Problem, vermutlich würden wir fast jedes Wochenende zweistellig gewinnen, doch was hätten meine Jungs davon? Gar nichts, also mache ich es wie beschrieben (und das gilt zum Glück generell in unserem Verein).
Ein weiterer Schwerpunkt guter Jugendarbeit besteht neben fussballerischer Ausbildung auch darin, eine Bindung zum Verein herzustellen und dafür zu sorgen, dass ausreichend Eigengewächse in den Männermannschaften ankommen, was bei uns erfreulicherweise auch gelingt (wir spielen auch bei den Männern höherklassig).:)
Die Negativbeispiele, welche ab der C (oder auch schon früher) alles zusammenkaufen, abwerben etc. gibt es hier zwar auch, aber vermutlich nicht so in der Breite, wie es bei euch der Fall zu sein scheint. Falls von sich aus ein Talent zu uns wechseln will, nehmen wir es natürlich mit offenen Armen auf, diese Fälle haben in den letzten Jahren auch zugenommen.
Zur Frage der Kommunikation: Mit den Eltern und Kindern werden zu Beginn der Saison bzw. auch schon früher bei eventuellen Mannschaftswechseln Spielregeln und Erwartungen abgestimmt, d.h. es weiß jeder, was ihn erwartet.
@ Andre:
Wir sind die E1, neben uns gibt es noch 3 weitere Mannschaften von E2 - E4, die E2 ist das stärkste Team auf Kreisebene.
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Bis auf die Sache, für die du nichts kannst, ....also Aufstiegsrunde und so, RESPEKT, das wäre das, wo ich mit unserem riesigen Kleinstadtverein hin möchte. Eben genau das, das die Talente nicht immer abwandern und zum Nachbarverein gehen. Hierzu muß es aber Angebote geben und das bedeutet, dass unsere jüngst aus der Bezirksliga abgestiegene C wieder aufsteigt, dass die B und A Jugend höher als die Kreisliga spielen. Ist nur ein Traum, eine Vision, aber ohne geht es auch nicht. Hier professionelle Strukturen hinein zu bekommen ist sehr schwierig.
Ich weiss, dass es hier gespaltene Lager bei uns gibt. Ich kann beide Lager verstehen -Breitensport und Spitzensportlager. Ich finde nur, das sich beides nicht ausschließen muß, sollte, darf. Hier muß nun eine offizielle Philosophie her, die in Worten unter die Vereinstafel gehört. Wenn das nicht gewünscht ist, dann eben nicht. Dann weiß ein Typ wie ich jedenfalls wo er dran ist und wird womöglich ruhiger. Was mir in diesem Zusammenhang sehr wichtig ist, ist die kindgerechte Ausbildung die niemals langweilig sein darf, wo niemand lange beim Training herum stehen muß und wo nach Leistung eingeteilt wird. Letzteres ist mir ein wichtiger Punkt in einem Verein mit 9 E Mannschaften etc.. Da finde ich, muß alles in geordneten Bahnen laufen. Unter dem Strich möchte ich ein Ergebnis, dass wie du es schon sagtest, auch die guten Spieler an den Verein bindet. Das wäre mir das wichtigste Ergebnis, an dem ich mitarbeiten möchte.
Um zum Thema zurück zu kommen stelle ich fest, dass Coach99 Verein offensichtlich sehr gute Jugendarbeit leistet, mir aber die Leistungsklasse nicht gefällt, weil es dort um Auf.- und Abstieg geht. Das finde ich für die E überarbeitenswert und änderungswürdig. Eine Bewerbung pro Jahr für diese Gruppe oder das Spielen in Staffeln wäre hier fortschrittlicher und dem Ziel sehr nahe. -
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Hallo,
wo ist eigentlich das Problem bei Leistungsklassen in der E-Jugend? Wir befinden uns nunmal in einer Leistungsgesellschaft. Die E-Jungs gehen in die Schule - und da nicht mehr in die 1. Klasse... Dort, und auch später wird auch Leistung erwartet. Und so ist es auch im Fussball. Ob man dis nun wahrhaben will oder nicht! Es kann mir keiner erzählen das die Jungs nur Spaß haben wollen. Was ist denn "Spaß".? Ist das im Fussball nicht auchmal ein Tor zu erzielen - ein Spiel zu gewinnen oder auch ein verwandelter 9m nach dem Spiel (bei uns Tradition)?
Wir haben, als ich die Mannschaft übernommen habe, alle Spiele verloren. Mehr als die Hälfte davon Zweistellig... Da kann mir keiner erzählen das den Jungs egal ist ob ein Spiel gewonnen under verloren ist. Zumindest nicht wenn es permanent der Fall ist zu verlieren. Das war im 1. Jahr F-Jugend. Wie Coach99 geschrieben hat gibt es hier ab der E-Jugend "Leistungsklassen" heißt halt Bezirksliga. Und genau wegen geschildertem Fall finde ich Leistungsklassen sinnvoll um die Spreu vom Weizen etwas zu trennen. Das hilft sicher auch den unterlegenen Teams etwas, mehr Freude am Fussball zu haben...
PS: Erwachsenenfussball wenden so viele im Jugendbereich an ... oft auch einfach aus Unwissenheit. "So haben wir früher schon trainiert..." Leistungsfussball heißt ja auch irgendwo das die Mannschaften erfolgreich spielen. Was heißt "erfolgreich" in dem Zusammenhang: das sie Spiele gewinnen. Aber kann man denn nur Spiele gewinnen wenn man den Erwachsenenfussball auf den Jugendfussball überträgt?? Kann das nicht auch der Fall sein wenn die Jungs mit Spaß bei der Sache sind, gut mit dem Ball umgehen können und dann auch einfach besser als Mannschaft sind als andere? Das ist meiner Meinung nach nicht verwerflich den Fussball ist ein Sport und im Sport geht es nunmal ums Gewinnen. -
Eine Leistungsklasse heißt für mich eine Spielklasse, in der schon eine gewisse Qualität, eben "Klasse", vorhanden ist. Da spricht für mich persönlich nichts gegen, weil es weder für den Sieger noch den Verlierer von 20:0 - Spielen hilfreich ist, solche Spiele zu absolvieren. Bekäme man es hin, die Mannschaften nach ihrem Leistungsstand vorab zu sortieren, dann hätten alle etwas davon.
Zitat:
Dennhold schrieb am 16.11.2008 21:47
wo ist eigentlich das Problem bei Leistungsklassen in der E-Jugend? Wir befinden uns nunmal in einer Leistungsgesellschaft. Die E-Jungs gehen in die Schule - und da nicht mehr in die 1. Klasse... Dort, und auch später wird auch Leistung erwartet. Und so ist es auch im Fussball. Ob man dis nun wahrhaben will oder nicht! Es kann mir keiner erzählen das die Jungs nur Spaß haben wollen. Was ist denn "Spaß".? Ist das im Fussball nicht auchmal ein Tor zu erzielen - ein Spiel zu gewinnen oder auch ein verwandelter 9m nach dem Spiel (bei uns Tradition)?
Das liest sich für mich, als wenn ich einfach mal ein bißchen Leistungsgedanken in die Sache bringe, was mir persönlich nicht gefällt, Dennhold. Gerade bei den Kids sollte das Spiel der Höhepunkt sein von dem, was wir uns im Training erarbeitet haben. Bei der Leistungsabfrage steht aber nicht mehr das teilweise mehmals in der Woche Zusammensein, trainieren und Spielen, sondern das am Wochenende "Leistung zeigen" im Vordergrund. Gepaart mit Auf- und Abstieg am Ende der Runde kommt dann noch der Ergebnisdruck hinzu, der das Paket dann abrundet
. Ich denke immer noch, unser Auftrag sollte sein, den Kindern mit Spass an ihrem Hobby Fussball beizubringen. Nur des lieben Leistungsgedanken willen eine Leistungsklasse einzurichten halte ich für nicht gut. Um Horrorergebnisse 20:0 aufwärts zu vermeiden wäre es schön, unterschiedliche Spielklassen zu haben. Ich glaube aber auch an die These von Andre, dass sich hier viel zu viele "Erfolgstrainer" tummeln, die eben doch schon mit Kids Erwachsenenfussball auf Ergebnis spielen. Denn es tun sich zwei Aspekte für mich auf:
1) Es ist leider durchaus erfolgbringend, teilweise die Ausbildung hinten anzustellen und mit den Kids Elemente des Erwachsenenfussballs umzusetzen, was etliche auch des Ergebnisses zuliebe oft und gerne anwenden (Taktik- anstatt Techniktraining, frühes trainieren von körperlicher Härte, entsprechende Ansprache der Kids etc.). Bringt den Kindern zwar nur den kurzfristigen Erfolg, weil die nachhaltige Ausbildung leidet, aber das interessiert meist wenig bis gar nicht.
2) Bei einer Einteilung in entsprechende Spielklassen gibt es immer wieder Vereine, die ihre starke Mannschaft in der schwächeren Spielklasse einteilen, weil es eben doch viel mehr Spass macht, mit 20 Toren Unterschied zu gewinnen anstatt vielleicht auch mal zu verlieren.
Ich würde dieses Jahr gerne in einer wie von mir definierten Leistungsklasse spielen, da wir bis auf anderthalb Gegner dieses Jahr keine echten Prüfsteine haben. Leider gibt es bei uns in der 7er D so etwas nicht. -
Zitat:
Holler schrieb am 17.11.2008 11:55
Gerade bei den Kids sollte das Spiel der Höhepunkt sein von dem, was wir uns im Training erarbeitet haben.
Genau der Satz trifft doch das, was ich meine!
Eine "Leistungsabfrage" interessiert micht nicht. Alle sollen spielen, das Ergebnis steht bei mir im Hintergrund. Ob da mit einem oder drei Tore mehr oder weniger gewonnen bzw. verloren wird, ist mir dabei egal.
Aber: die Jungs wollen gewinnen! Sie haben dann Spaß, wenn Sie Tore schießen und ein Spiel gewonnen haben. Genauso wie sie sich freuen, wenn sie beim Menschärgerdichnicht gewinnen! Und warum sollte ich es ihnen übelnehmen?? Denn wenn alles schlecht ist, was mit Leistung zu tun hat muss ich eine große Spielgruppe machen und darf auch nicht an Punktspielen teilnehmen. Dann sind die Jungs auch nicht der "Leistungsabfrage" ausgesetzt denn das Spiel endet nunmal mit einem Ergebnis. So ist Fussball, so ist Sport, so ist das Leben... -
Vielleicht reden wir da jetzt aneinander vorbei. Natürlich wollen die Kids gewinnen, Tore schießen und Tore verhindern, Grundprinzip und Ziel des ganzen. Manche Trainer übertreiben es halt aber mit dem Gewinnen wollen und meinen, in der Leistungsklasse auch bei den kleinen Kids nach Leistung, also nach Leistungsvermögen, gehen zu müssen. Dieser Leistungsdruck ist meiner Meinung nach noch früh genug dran. Wie für mich eine vernünftige Leistungsklasse aussehen würde habe ich ja bereits geschrieben, ich bin also kein grundsätzlicher Gegner davon.
Zum Thema Spass am Gewinnen: Wir sind letztes Jahr als junger Jahrgang zweiter geworden und haben beide Spiele gegen den späteren Staffelsieger verloren. Es waren aber die geilsten Spiele, die wir bis dato oder überhaupt in dem Jahr hatten, inklusive Spass
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Zitat:
Andre schrieb am 05.11.2008 23:22
Bis auf die Sache, für die du nichts kannst, ....also Aufstiegsrunde und so, RESPEKT, das wäre das, wo ich mit unserem riesigen Kleinstadtverein hin möchte. Eben genau das, das die Talente nicht immer abwandern und zum Nachbarverein gehen. Hierzu muß es aber Angebote geben und das bedeutet, dass unsere jüngst aus der Bezirksliga abgestiegene C wieder aufsteigt, dass die B und A Jugend höher als die Kreisliga spielen. Ist nur ein Traum, eine Vision, aber ohne geht es auch nicht. Hier professionelle Strukturen hinein zu bekommen ist sehr schwierig.
Ich weiss, dass es hier gespaltene Lager bei uns gibt. Ich kann beide Lager verstehen -Breitensport und Spitzensportlager. Ich finde nur, das sich beides nicht ausschließen muß, sollte, darf. Hier muß nun eine offizielle Philosophie her, die in Worten unter die Vereinstafel gehört. Wenn das nicht gewünscht ist, dann eben nicht. Dann weiß ein Typ wie ich jedenfalls wo er dran ist und wird womöglich ruhiger. Was mir in diesem Zusammenhang sehr wichtig ist, ist die kindgerechte Ausbildung die niemals langweilig sein darf, wo niemand lange beim Training herum stehen muß und wo nach Leistung eingeteilt wird. Letzteres ist mir ein wichtiger Punkt in einem Verein mit 9 E Mannschaften etc.. Da finde ich, muß alles in geordneten Bahnen laufen. Unter dem Strich möchte ich ein Ergebnis, dass wie du es schon sagtest, auch die guten Spieler an den Verein bindet. Das wäre mir das wichtigste Ergebnis, an dem ich mitarbeiten möchte.
Um zum Thema zurück zu kommen stelle ich fest, dass Coach99 Verein offensichtlich sehr gute Jugendarbeit leistet, mir aber die Leistungsklasse nicht gefällt, weil es dort um Auf.- und Abstieg geht. Das finde ich für die E überarbeitenswert und änderungswürdig. Eine Bewerbung pro Jahr für diese Gruppe oder das Spielen in Staffeln wäre hier fortschrittlicher und dem Ziel sehr nahe.
Dem kann ich nur zu 100% zustimmen und deckt sich mit meinen Vorstellungen,
ich befinde mich gerade mit unserem Verein in so einer Umstrukturierungsphase -
habe mit meiner mannschaft in einer starken staffel gespielt und unabhängig vom ergebnis alle spieler ob stark oder schwächer eingewechselt. dadurch gingen natürlich einige spiele verloren und
wir sind nach ablauf der serie in eine schwächere gruppe eingestuft
worden ,wö wir in bestbesetzung gar nicht hingehören .es tut mir
im nachhinein für unsere starken spieler leid und würde es nicht noch-
mal so machen,da ich nur denen damit einen gefallen getan habe
die sowieso nicht 100% hinter dem Sport stehen.ein schriftlicher
einwand zum staffelleiter wurde nicht berücksichtigt ( die nackten
ergebnisse zählten).um starke spieler zu fördern darf man keine
rücksicht auf die allgemeinheit nehmen , ob das immer im sinne des
sportlichen gedanken ist bleibt eine andere sache.
