Nach Beginn der Vorbereitung auf die neue Saison spreche ich unter anderem immer mit meinen neuen Spielerinnen. Unter anderem wie sie mit allen anderen Spielerinnen zurecht kommen, wie sie das Training empfinden, was gut bzw. schlechter ist.
Dabei haben mir zwei neue Spielerinnen mitgeteilt, das sie nach dem Wechsel zu uns, von ihrer alten Mannschaft (inkl. Trainer) wie, so wörtlich "Staatsfeinde" behandelt werden. Sie werden von ihren ehemaligen Freundinnen geschnitten, teilweise beleidigt, in der Schule wird bewusst schlecht über sie geredet etc. Daraufhin habe ich ihnen angeboten mich mal mit ihrem alten Trainer in Verbindung zu setzen, um nachzuhören ob bzw. wo das Problem liegt. Da sie meinten das es die Sache für sie verschlimmbessern würde, habe ich erst einmal davon abgesehen.
Ich habe durchaus Verständnis dafür, wenn man nicht unbedingt glücklich ist, wenn jemand die Gruppe oder den Verein verlässt, aber dieses weit unter der Gürtellinie aus zu tragen empfinde ich wie hier geschildert völlig unnötig bzw. absolut daneben.
Umgekehrt habe ich heute noch einen Anruf von einer Mutter einer von uns zu einem anderen Verein gewechselten Spielerin gehabt, die sich noch einmal ausdrücklich für die gute, bisherige Zusammenarbeit bedankt hat. Ich halte ihre Entscheidung unseren Verein zu verlassen zwar für falsch, aber ich würde niemals auf die Idee kommen und ihr das Leben extrem schwer machen bzw. ihr Steine in den Weg zu legen. Selbstverständlich haben wir ein Gespräch geführt, in dem ich ihr aus meiner Sicht erklärt habe warum sie sich wahrscheinlich beim neuen Verein nicht weiterentwickeln wird bzw. sie hat mir erklärt warum sie es unbedingt versuchen möchte. Ein vertrauensvolles, offenes Gespräch. Sie hat ihre Entscheidung trotzdem für den neuen Verein getroffen und gut ist. Nachtreten, beleidigen, schlechtreden, nein Danke.
Was ist schlimm daran wenn ein Spieler/Spielerin den Verein verlässt, und eine neue Herausforderung sucht? Warum werden sie des öfteren als "Verräter" oder "Staatsfeinde" von ihren bisherigen Freunden bzw. dem alten Verein behandelt? Wer hat solche Erfahrungen auch schon gemacht? Wie würdet ihr reagieren?
Staatsfeinde nach Vereinswechsel
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Hallo auch hier,
bei uns ist ein Torwartanwärter aus der E 1 in die D Jugend gewechselt. Er hat sich für die Kreisauswahl als fester Torwart aus einem größeren Feld heraus qualifiziert. Er ist ein Nachbarjunge.
Der D 1 Trainer hat seinen Sohn als Torwart in seiner Mannschaft. Wir sichteten für die D 1 mit ca. 4 Trainern, nur er hatte allerdings das letzte Wort. Zu einem "Duell" in der "Torwartfrage" kam es nicht. Hier hätte sein Sohn womöglich die schlechteren Karten gehabt, wobei der Torwart dort auch nicht schlecht ist. Der Vater des Jungen berichtete mir von dem Ehrgeiz des Sohnes und dieser wollte nicht der zweite Torwart in der D 1 sein. Als Spieler war er eher ein D 2 Spieler, genau wie der Trainersohn. Ich glaube allerdings, dass der Nachbarjunge zumindest talentierter ist, als der jetzige Torwart. Der jetzige Torwart hätte bei einem strengen Leistungsprinzip sein zweites Jahr in der D dann womöglich in die D 2 wechseln müssen.
Ich berichtete dem Trainer der E 1, in der er ja bis vor kurzem noch war. Die kümmerten sich einen Dreck und ließen alles so weiter laufen. Der eine dieser Trainer ist auch Koordinator im Bereich F und E. Er hat die Auffassung, dass alles locker zu sehen, entgegen meiner Meinung (Einteilung auch hier nach Leistung durch eine andere Art der Sichtung als das nur ein Trainer sichtet).
Lange Rede kurzer Sinn, der liebe Kreisauswahltrainer gab dem Jungen den Tipp, zum Nachbarverein zu gehen, denn die suchten in der D 1 einen guten Torwart und zudem käme er dann in das leistungsstärkste Team weit und breit. Bei so viel Ehrgeiz riet ich dem Vater, zu wechseln, zumal er dort echtes Torwarttraining erhalten sollte, wovon bei uns nun ein Jahr lang nur gesprochen wurde. So gesagt, dann geschehen. Er ging und hier schauten sie alle Dumm rein.
Nun bekam ich ebenfalls mit, dass der Junge weinend nach Hause lief, weil man ihn als Verräter bezeichnete. Hier in der Straße sind alle in "meinem" Verein und er nicht mehr. Bei einem Spielchen in der Wiese ließ man ihn auch nicht mitspielen. Da waren auch meine Söhne zumindest stumm dabei.
Der Vater kam dann auf die Idee, zwei Straßenteams für ein Turnier in einem Straßensoccerkamp der Firma Ratio zu melden. Ich nordete die Jungs nochmal ein und ....Gesagt, getan, die fuhren hin und waren sogar recht gut dabei. Seit dem Tag ist die Sache erledigt. Es ist kein Thema mehr.
Bis auf den Altersunterschied ähnelt sich der Sachverhalt ein Stück.
Ich glaube, dass sowohl die Eltern und auch manche Trainer und irgendwie die Gesellschaft schuld sind. Es wird immer fiel erzählt und geredet, aber getan bzw. vorgelebt wird es nicht. Selbst das Thema mit dem -Scheiss Schiri- trifft hier ins schwarze, weil wie oft sehen die Kinder die Eltern und den Trainer beim wettern gegen den Schiri. Wer erzählt den Kindern schon, dass der auch nur seine Arbeit macht, ein Mensch ist, und natürlich Fehler macht. Das kann man nur erzählen, wenn man auch diese Meinung hat und lebt. Wieviele Menschen beissen sich eher die Zunge ab, bevor sie einen Fehler zugeben etc.? Ich glaube genau hier ist die Antwort zu finden. Es sind die manchmal falschen Vorbilder. -
moin
das hört man ja leider immer häufiger. der eigene verein ist das nonplusultra, ganz egal in welcher klasse man spielt, und dabei bleibt es. hinzu kommen dann noch wechsel zu den sog. erzfeinden, den vereinen, mit denen man im gleichen pool fischt, sprich das gleiche einzugsgebiet hat. absolut schlechtes benehmen, keine dienstleistungsmentalität und kundenfreundlichkeit. (das ist jetzt zwar etwas überzogen, aber so ist es ja: die zahlenden mitglieder sind kunden und entscheiden sich dann für ein anderes produkt...)
da habe ich schon die dollsten dinge erlebt, besser noch beim (versuchten) abmelden in dem jeweiligen verein. bis hin zu geldwerten leistungen die dann zurückgezahlt werden sollten habe ich da alles schon gehört.
sicherlich ist es schade, kinder an andere teams zu verlieren. wenn sie hochklassiger spielen können ist es ja noch einfacher zu verstehen als wenn sie gleichklassig oder gar schlechter wechseln. dann sollte man sich allerdings selbst einmal inkl. des vereins überprüfen, woran das wohl liegt. und genau da ist oft die wunde stelle, die man dann mit überzogener feindseeligkeit verdeckt.
warum die jugendlichen ebenfalls so reagieren lässt sich eigentlich, das klingt wieder paradox, mit hervorragendem teambuilding und vereinsverbundenheit erklären. da wurde gute arbeit geleistet und ist somit auch nicht allein den kindern zuzuschieben. sie tun halt das, was wir ja in unseren ansprachen und aktionen fordern: haltet zusammen, jeder für jeden usw....
ich weiß nicht ob man da generell etwas ändern kann, da es ja sogar stetig von den großen (siehe bayern und ballack) vorgelebt wird. wenn jeder für sich seine gekränkte eitelkeit im griff bekommt, dann wird es sicherlich insgesamt besser. wie man das aber den jugendlichen vermittelt, da bin ich überfragt. -
Staatsfeinde hört sich gut an!
Kleine Begebenheit dazu: Als mein Sohn vor ca. 4 Jahren
(damals C-Jugend Bezirksliga Frankfurt) von seinem alten Verein
weggeschickt wurde
und er( und 3 weitere Spieler) bei einem anderen Verein der gleichen Klasse unterkam
und dieses Team am Schluß stärker war als sein altes Team und den Aufstieg in die Oberliga Süd Hessen schaffte.
Sein alter Trainer wies seine Mannschaft an, die Jungs, die mit ihnen mehrere Jahre gespielt haben, bei den beiden Punktspielen, keine Hände zu schütteln und keine Smaltalks abzuhalten.
Ich fand das absolut erschreckend, wie sich jemand so verhalten kann!!! -
Man sollte, wenn sich die Spieler/in absolut korrekt vehalten, dies auch danach tun !!
Da bin ich absolut der selben Meinung wie ihr !
Ich persönlich pflege den Kontakt von wechselnden Spielern insofern als dass man sich, wenn man sich begegnet , Small-Talk redet und "über die alten guten zeiten" unterhält.
Ich habe letztens noch 3 Spieelr aus meiner allersten Jugendmannschaft getroffen, die mich sehr herzlichst angesprochen hatten usw.
Irgendwie ist das ja auch eine Bestätigung der eigenen Arbeit !!
Ok driffte vielleicht etwas ab, passt aber auch irgendwie hierhin.
Noch ne Randbemerkung zu Andres Eintrag:
Was ich nicht gut fand bei der dir geschilderten Sache:
Er soll (bzw hat ja) als TW zum stärksten Team im Kreis wechseln, und das hat ihm der AuswahlTrainer geraten ?
Ich bin da anderer Meinung !
1. Hörte es sich für mich ggfs nicht unmöglich an, dass der TW letzendlich doch in der D1 spielen könnte (oder ich täusche mich jetzt?)
Aber stärkeres Argument:
2. Ein guter Torwart sollte BESTENFALLS in dem Team spielen, wo er
a) regelmäßiges und gutes Torwarttraining bekommt
b) regelmäßig spielt (kenne Verbandliga TW die ein ganze Saison als Nr. 2 mit weniger wie 3 Spielen im Jahr rumdümpeln !!)
und vor allem:
c) wo er sich im Spiel anstrengen muß um kein oder wenige Gegentore zu kassieren.
Oft beobachte ich den Fall, dass die Torhüter der besten Teams des Kreises im Jahrgang N I C H T die besten Torhüter sind,
kein Wunder bei teilweise nur 5 Ballkontakten im Spiel !!
Ich habe letzte Saison in der D Jugend Sonderstaffel (höchste von 2 Ligen) mit einem Auswahl Torwart gespielt. Wir sind 6. geworden und haben damit eigentlich das Limit als Team geschafft, wir sind so ca.9.Stärkste Mannschaft im Kreis schätzungsweise.
Und unser Torwart hatte recht viel zu tun gehabt in der Saison !!!
Und seinen Platz in der Auswahl hat er gefestigt !
da ist keiner der Plätze 1 - 5 drin !!
Zu RECHT !!!
Für Ihn war diese Mannschaft/dieser Verein PERFEKT. -
Hallo Saschatoni,
interessante Sichtweise, da kann ich mich mit anfreunden und habe ich so noch nicht drüber nachgedacht.
In unserem Fall war es so, dass ich bei meinem ehemaligen Trainerkollegen den Kompromiss erarbeitet habe, dass der talentierte TW als zweiter Mann in die D 1 kommen kann. Er sollte dann immer eine Halbzeit im Tor stehen und eine Halbzeit auf der Bank sitzen, wobei angedacht war, dass er auch eine Spielzeit erhalten, besonders in der Abwehr oder im defensiven Mittelfeld erhalten sollte. Das reichte dem Jungen und auch seinem Vater so aber nicht-. Hierüber war man hier in meinem Verein verwundert und tat das mit einem -...soll er gehe, ist egal- ab.
Ein TW-Training sollte er auch bekommen, zusammen mit auch älteren TW. Das erzählte man aber auch letztes Jahr schon und da verlor er/sie wohl das Vertrauen.
Vor dem vor allem sportlichen Hintergrund, dass beide (Sohn(Vater) sehr ehrgeizig sind, verstand ich den Wechsel. Damals besser vor kurzem sagte ich aber auch, dass es auch nicht schaden würde, wenn er sein erstes Jahr in der D 2 verbringt. Unbewußt hätte das das was Du einbringst dann ja zufällig erfüllt, schade. Gruß Andre -
Hallo zusammen,
leider mussten auch zwei meiner Spieler, mein ehemaliger Co-Trainer und ich die Erfahrung machen, dass man bei einem Vereinswechsel zum "Staatsfeind" werden kann. entschuldigt die langen Ausführungen, aber ich habe mich damals sehr geärgert.
Vor über 2 Jahren habe ich mich entschlossen, als Trainer zu meinem jetzigen Verein zu wechseln. Die sportlichen und menschlichen Rahmenbedingungen sind halt einfach besser als in meinem alten Dorfverein.
Damit es nicht jemand falsch versteht, das mit dem Dorfverein ist nicht abwertend gemeint, es beschreibt nur die auf allen Ebenen mangelnde Professionalität, auf die ich an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte. Im alten Verein haben mein damaliger Co und ich eines der erfolgreichsten Teams trainiert und wir haben beim Wechsel bewusst auch keine Spieler mitgenommen, um den in chronischem Spielermangel befindlichen kleinen Verein nicht zu schwächen, schmutzige Wäsche wurde auch nicht gewaschen.
Mitgekommen sind die beiden Trainersöhne und es ist erfreulicherweise gelungen, bereits in der ersten Saison im neuen Verein aus einem damals aus verschiedenen Mannschaften bunt zusammengewürfelten Haufen ein echtes Team (98er Baujahr) zu formen, welches sich ganz prächtig entwickelt hat und eines der im positiven Sinn spielstärksten der Region ist.
In den letzten beiden Saisons hatten wir jeweils ein Team des alten Vereins in unserer Staffel und es gab sowohl im Vorfeld der Spiele als auch bei den Partien sehr unschöne Erlebnisse, besonders in der letzten Saison. Unsere Jungs wurden im Vorfeld der Partie schon in Schule und Hort regelrecht gemobbt und es hat sie schon mitgenommen, dass einige ihrer ehemaligen Mitspieler so bösartig waren. Beim Hinspiel der letzten Saison wurden die Kids des alten Vereins von ihren Trainern und auch einigen Eltern regelrecht heiß gemacht, besonders bei den Trainerkindern in die Knochen zu gehen, verletzt wurden aber auch andere meiner Spieler.
Selbst üble, teilweise gesundheitsgefährdende Fouls des Gegners wurden in der zweiten Hälfte nicht geahndet. Interessanterweise hatte der vom alten Verein gestellte Schiri in der ersten Hälfte noch einigermaßen OK gepfiffen, war dann aber in der Pause vom gegnerischen Trainer zur Seite genommen worden, er solle doch nicht so kleinlich pfeifen. Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:0 für uns, der Treffer wurde nach einer tollen Ballstafette von einem der "Abtrünnigen" (auch stets der erfolgreichste Scorer und Goalgetter im alten Verein) per Kopf erzielt, obwohl er zwei Köpfe kleiner als die Gegenspieler ist, was meinen "Kollegen" des anderen Teams in Rage und zum Toben brachte (Vorbild ist etwas anderes).
Der Höhepunkt war, als mein Junior vom einen Meter entfernt und in Blickrichtung des Geschehens stehenden Schiedrichter nach einem klaren, an ihm begangenen Foul (von hinten mit gestrecktem Bein in die Beine, aus einem Meter Entfernung auf Video dokumentiert, er hatte vier Stollenabdrücke in der Wade) noch die Drohung zu hören bekam, dass er bei der nächsten Schwalbe vom Platz gestellt würde...
Auch beim abschliessenden Neunmeterschießen gab es üble Kommentare, die ganz offensichtlich von den Trainer"kollegen" geschürt waren. Nach dem Spiel habe ich aber - so ruhig ich konnte - mit einem der beiden gegnerischen Trainer sowie einigen mir als sehr verständig bekannten Eltern gesprochen und klargemacht, dass es sich nur um ein Fußballspiel handelt und dass es übel ist, den scheinbar vorhandenen Groll übner das Abwandern der Trainer über die Kinder und ihre Gesundheit auszutragen und sportrechtliche Konsequenzen für den Wiederholungsfall angedroht.
Erfreulicherweise lief das Rückspiel dann insgesamt sehr fair ab, weil der Schiri das Ganze sehr souverän und wirklich unparteiisch gehandhabt hat und vermutlich die nach dem Hinspiel involvierten Eltern intern das Thema aufgegriffen haben. Immerhin hatte das Ganze noch "offizielle" Nachwirkungen im alten Verein, da sich der Vorstand eingeschaltet hatte, nachdem der Sohn des ersten Vorsitzenden von der Sache Wind bekommen hatte. Das Verhältnis der Kids ist auch wieder gut, es wird wie in alten Zeiten in der Schule und auf dem Bolzplatz gemeinsam geknödelt.
Nicht nur aufgrund der beschrieben eigenen Erfahrungen finde es skandalös, wenn man wegen eines Vereinswechsels als Staatsfeind betrachtet und entsprechend behandelt wir. Jeder sollte selbst entscheiden können, wo er seinem Sport nachgeht und gerade die Erwachsenen sollten Vorbilder sein und den Kindern mitgeben, dass man auf dem Platz zwar spiortlicher Gegner, niemals aber Feind ist.
Mich interessiert aber, ob ihr angesichts der Vorfälle des Hinspiels schon sportrechtliche Schritte eingeleitet hättet oder ob es richtig war, nach dem Gespräch zunächst die weitere Entwicklung abzuwarten.
Schöne Grüße
Coach99 -
@ Coach99
Erst mal die Frage: In welchem Bundesland spielt Ihr ?
Ansonsten wird mir richtig übel, wenn ich Deine Ausführungen lese. Denn es handelt sich um E-Junioren und so könnte dieser Vorfall auch bei mir passiert sein, denn ich trainiere den selben Jahrgang. Aber es ist natürlich egal - welcher Jahrgang - sowas darf niemals passieren.
Nun, es ist zunächst einmal schwierig sportrechtliche Schritte einzuleiten. Zunächst ist ein Schiedsrichter vor Ort, der entscheidet. Dieser wird bei den E-Junioren - zumindest bei uns in Bayern - nicht vom Verband gestellt, sondern immer vom Platzverein. Hätte das Spiel bei Euch stattgefunden, so hätte der Schiedsrichter (vermutlich aus Euren Reihen) die Vorfälle notieren können und eine Meldung an den Spielgruppenleiter machen können. Dann hätte das Sportgericht darüber entscheiden müssen und wohl auch Strafen gegen den Verein ausgesprochen.
Sollte so etwas passieren, dann sollte man sich so schnell wie möglich mit der Vorstandschaft des anderen Vereins in Verbindung setzen. Solche Vorfälle können nicht geduldet werden und vor allem, sie können sich wiederholen.
Wenn so ein Spiel ausartet, dann sollte man durchaus auch mal die Überlegung anstreben, das Spielfeld zu verlassen, auch wenn man dann die Punkte verlieren wird. Es geht hier nur um ein Fußballspiel, das den Kindern Spaß bereiten soll. Und nach dem Spiel hätte ich das Neunmeterschießen nicht mehr durchgeführt. Ich hätte meine Spieler zur Seite genommen und beruhigt und ihnen gesagt, dass sie ruhig bleiben sollen und sich auf keinen Fall auf das Niveau des Gegners herablassen sollten.
Zum Glück hat sich das Verhältnis wieder gebessert. -
Hallo Hattabi,
danke für die Antwort. Wir spielen in Brandenburg und auch bei uns wird der Schiedsrichter im Kreisligabetrieb vom Heimverein gestellt. Ausnahmen gibt es bei den Finalspielen, an denen im Regelfall die Staffelsieger und -zweiten der diversen Staffeln im KO-System teilnehmen. Da werden dann verbandsseitig neutrale Schiedsrichter gestellt und ich habe in diesen Partien auch noch keine schlechten Erfahrungen gemacht.
Ab der E-Jugend gibt es bei uns auch neben den Kreis- auch Landesligen und auch dort wird analog der Finalspiele mit angesetzten Schiris gespielt. In der kommenden Saison spiele ich ich mit meinem Team auch im Land und bin gespannt, wie dieses läuft.
Die Idee mit dem Verlassen des Spielfelds bei derartigen Vorkommnissen finde ich gut und interessant, das Ergebnis steht doch ohnehin nicht im Vordergrund und man setzt damit ein Zeichen. Auf das Neunerschießen hätten wir gut verzichten können. Wir haben aber während des gesamten Spiels auf unsere Kicker eingewirkt, sich nicht auf die unfaire Treterei einzulassen, was sie auch beherzigt haben.
Der vom Gegner gestellte Schiri hat natürlich keine entsprechenden Eintragungen im Spielberichtsbogen vorgenommen und sich darüber lustig gemacht, dass wir - wie es auf den Trainerlehrgängen empfohlen wird - unsere verletzten Spieler eingetragen haben. Basis für ein sportrechtliches Vorgehen hätte insofern nur ein Einspruch verbunden mit der Vorlage des Videobeweises (hier gab es "nette" Szenen in Wort und Bild) sein können.
Gruß Coach99
