Hallo, Klinsmann stellt u.a. in den Fordergrund, die individuellen "Schwächen" des Einzelnen durch bestimmte Methoden zu erkennen und zu bearbeiten um im Umkehrschluss Dinge beim einzelnen Spieler zu erkennen, die man vielleicht auch mal "vernachlässigen" könnte, weil das Trainingsmaximum bereits erreicht ist. So will er die Mannschaftsleistung insgesamt verbessern und im Umkehrschluss die Ausfälle durch Krankheit wegen z.B. Überlastung senken.
-Macht es Sinn, im Vereinstraining -auch im Breitensport- so zu aggieren, um zu fördern oder übertreibt man es dann bezogen auf den Breitensport?
-Wenn Ja, wie könnte man es umsetzen?
-Sollte man beispielsweise Trainingsgruppen schaffen durch teilen einer Mannschaft die zwei Trainer haben (Trainer/Betreuer) oder die zweite Mannschaft mittrainieren lassen?
-Wie wäre soetwas zu organisieren?
-Lassen sich Stärken und Schwächen der Spieler auch ohne große Kosten erkennen oder benötige ich zwingend gewisse Technik, Untersuchungen oder gar hochtrabende wissenschaftliche Tests?
Gruß Andre
P.S. Ich hoffe das Thema existiert so noch nicht, ich habe es jedenfalls trotz Recherche nicht gefunden.
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Ah, endlich....wollte auch schon mal diesen Thread eröffnen.
Man muss da eigentlich immer wieder dran erinnern, dass das kein Klinsmannkonzept ist und er hat auch nie etwas ganz neues erfunden und entwickelt. Er bringt einfach bzw. hat er bei der NM damals, die Trainingsmethoden, die in anderen Ländern wie England, Spanien und Italien absolut gängig sind, endlich mal nach Deutschland gebracht.
Dies war einfach längst überfällig. Jetzt setzt er dies endlich mal in einem Verein um und wenn du heute wieder lesen darfst, dass es Magath doch glatt geschafft hat, dass ein Leistungssportler im Training kollabiert, dann ist Klinsmann wirklich als Messias zu anzusehen.
Der Schmidtlein, der der Kopf des Fitnessteams von Klinsmann ist, hat ja damals auch beim FCB unter Magath gekündigt, weil er diese Methoden nicht verantworten konnte und wollte, nur mal so nebenbei.
Grundsätzlich spricht nichts gegen dieses Konzept und ist auch für den Breitensport bestens geeignet und gar für die Bambinis. Problem ist einfach nur, dass es bei den meisten Clubs wohl qualitativ und quantitativ am Personal fehlen dürfte.
Tipp:
Einblick in die tägliche Trainingsarbeit des FCB gibt es hier zu sehen -----> EYEP.TV
Einteilen in Gruppen sollte eh immer praktiziert werden. Nur geht es beim FCB gar so weit, dass da mal die gesamte Trainingsgruppe in Dreier-Gruppen eingeteilt wird un jede Gruppe einen Trainer hat. Das ist natürlich im Breitensport nicht möglich.
Absolut positiv und herauszuheben ist aber die Grundlagenausdauer immer mit Ball und nahezu jede Einheit irgendwie mit dem Ball.
Was mich bei den bisherigen Einheiten absolut fasziniert hat und ich übernehmen werde, ist die Arbeit mit den Physios und verstärkte Gleichgewichts- und Stabilitätsübungen.
Trainer in kleineren Clubs, würde ich ja mal den Tipp geben, dass sie bei den örtlichen Physiotherapieschulen mal einen Zettel aushängen, ob da nicht Schüler im letzten Jahr gewillt sind, ein wenig im Bereich Sporttherapie zu schnuppern und euch beratend zur Hand gehen.
Des Weiteren werde ich die Ausflüge in andere Sportarten übernehmen. Hab das immer überlegt, aber nie wirklich umgesetzt. Freunde von mir spielten Football und faszinierenderweise haben Football-Spieler einen viel besseren Antritt als Fussball-Spieler. Da wird das auc komplett anders trainiert. Klinsmann hat da typischen Übungen aus dem Football-Bereich jetzt übernommen, bzw. er arbeitet mit Trainern aus dem Football zusammen, die das nun bei Fussballern schulen.
Da gibt es also einiges, was man sich abschauen kann. Also nicht nur im Leistungsbereich, sondern wenn möglich gleich von der Pieke auf. -
Moin,
ja, ich finde auch das man sich einiges abschauen könnte, sofern man es denn überhaupt wollte.
Ich fange nicht wieder an von ignoranten, dummen und faulen Trainern...
Wenn man schon mehrere Trainer hat, dann ist es unerhört wichtig, kleine Gruppen (max. 6 Mann) zu machen. Das muss nicht zwangsläufig ein ausgebildeter Trainer sein, ein Betreuer, Co-Trainer oder Elternteil, der vom Haupttrainer gebrieft wurde, reicht bei Kids teilweise schon aus.
Guter Tipp mit EYEP.tv --> schaut Euch mal das Video mit dem Spiel auf 6 Tore an ("Jeden Tag eine neue Übung"). Das ist erstens nichts Neues, zweitens nichts besonderes und drittens wie schlecht die spielen! Die spielerischen Mittel fehlen dort, die Laufbereitschaft ist zu gering und dann fangen die das Bolzen an... Bezeichnend so etwas.
Oder das nächste: 3:3 auf zwei Tor mit Keeper. Das ist alles kalter Kaffee und gerade im Breitensport sind solche Organisationsformen im Training ganz wunderbar umzusetzten. Nur das sollte ein guter Trainer sowieso schon seit der E-Jugend machen solche Spiele... Wenn man sich da mal ein Schreiner-Video anschaut wie so etwas bei einer D-Jugend aussehen kann... Nicht mal eine vernünftige Dreieckbildung bekommen die dort hin
Da gibt es für Klinsmann noch einiges zu tun. Das gleiche Spielchen würde ich gerne mal beim FC Barcelona oder bei Real Madrid sehen..
Ansonsten hat Label schon einiges dazu gesagt. Demnächst kommt übrigens von Herrn Schreiner eine neue DVD mit Gleichgewichtstraining raus...
ciao
BB -
Möchte nur etwas zur Aktion vom Herrn Magath anmerken.
Es war ja heute in deutschen und österreichischen Medien zu hören und zu lesen.
http://tirol.orf.at/stories/292552/
Gott sei Dank ist bei den Wolfsburgern nicht mehr passiert, sonst wär das auch ein Fall für den Staatsanwalt. -
Kleiner Hinweis vielleicht zum ersten Beitrag: Klinsman arbeitet nicht an den Schwächen, sonder er verucht die Stärken zu verbessern und das ist( wie oben zu lesen und auch von Mehmet Scholl propagiert) woanders Gang und Gebe. Also arbeite daran, dass deine Spieler besser werden zuerst Individuell und anschließend im Verband
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Hallo wuggman, wäre schön, wenn dein Statement etwas mehr Inhalt hätte, dann könnte ich persönlich damit mehr anfangen. Gut ich gebe zu, dass meine Texte gelegentlich etwas zu lang sind;-) ....übrigens arbeitete ich -genauso wie jeder andere Trainer auf dieser Welt- immer daran, dass die Spieler und damit die Mannschaft besser werden. Es kommt hier -bezogen auf das "Klinsikonzept" (ich habe dazu gelernt, dass es nicht seins ist) aber auf das WIE an.
Das Konzept wie es Klinsi betreibt gibt auch her, dass Spieler in gewissen Dingen ausgeschult sind, es besteht kein Bedarf an besserem Training -für ein gewisses Gebiet- für den betroffenen Spieler. So gesehen hast Du unrecht wenn du schreibst, dass er Stärken verbessern will. Faktisch ist stark stark, so wie nass nass ist. Dann trainiert so ein Spieler auf anderen "Schlachtfeldern" eben zu anderen Themen. Jedenfalls habe ich das so verstanden. Wenn Klinsi das so beschrieben/gesagt haben sollte wie du es wiedergibst, denke ich, dass er da etwas gemäß seiner Einstellung beschreiben wollte. Der würde nie sagen, ....da bist Du schwach, er würde sagen, .....da können wir noch etwas rausholen oder so ähnlich.
Es ist nur ein Unterschied, ob ich den einzelnen Spielern -wie du es schreibst- bei seinen "Stärken" stärke oder ob die gesamte Mannschaft zu einem Thema trainiert wird. -
hast du dir deinen text durchgelesen?!
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?
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Zitat:
Label schrieb am 14.07.2008 15:10
... Trainingsmethoden, die in anderen Ländern wie England, Spanien und Italien absolut gängig sind ...
Kannst du mal erklären in wie weit sich die Trainingsmethoden unterscheiden? Mich würde gerne interessieren, wie deren Trainingsmethoden sind. -
Zitat:
Andre schrieb am 14.07.2008 13:42
... die individuellen "Schwächen" des Einzelnen durch bestimmte Methoden zu erkennen ...
Würde mich interessieren um was für bestimmte Methoden es sich handelt. Sind die irgendwo beschrieben oder kannst du einen Abriss geben? -
Moin,
Coerver ist im Ausland mit Sicherheit ganz groß und soll hier ja anscheinend auch weiter eingeführt werden. Peter Schreiner mit seinen Sachen ist ja als deutscher Coerver bekannt. Und das funktioniert top.
Horst Wein z.B. arbeitet seit 30 Jahren in Spanien. Wenn ich mir nun die DVD "Spielintelligenz" anschaue, dann weiss ich warum die Spanier, auch im Kindesalter, so gut spielen... Irgendwo im Forum habe ich mal einen Bericht aus der FR über Training in Barcelona gepostet. Das wird hier immer nicht geglaubt...http://www.trainertalk.de/fussballtraining/thread.php?threadid=41
USA --> trotz der "wenigen" Spieler und das dort Soccer nicht gerade so populär ist, haben sie sehr nette Methoden. Technik: Corver, Spielerisch z.b. nach Jeff Pills Drill oder Matt Callahan suchen...
Aus Italien/Frankreich habe ich keinerlei Infos.
Brasilien: Dort spielen ja alle Talente an der Copa Cabana im Sand Fussballtennis und werden mit dem Ball in der Hand geboren. So glauben das ja alle hier noch, dem ist aber nicht so. Drill, Drill, Drill herrscht dort vor....
Englang ist "fest" in Coerver-Hand, meiner Meinung nach. Allerdings sagen die Profis anscheinend, durch die vielen Spiele wird dort weniger trainiert. Also learning-by-doing.
Generell wird überall mehr und früher Taktik geschult, allerdings häufig eben in kleinsten Spielformen. Während man sich hier ja deutlich schwerer tut mit dem Thema Taktik und Jugendfussball.
Holland ist ein zentralistisches System und funktioniert daher etwas anders. Generall wird dort auch auf individuelle Technik und verstärkt auf passen gesetzt. Meiner Meinung nach vollkommen richtig...
Alles das kann man locker aus dem Internet recherchieren. Dazu ein paar Videos/DVDs und schwupp erweitert sich der Horizont gewaltig. Leider tun das wohl maximal 1% aller Trainer, aus Gründen auf die ich hier nicht weiter eingehen will.
Fazit: Anscheinend wird im Ausland früher auf Taktik gesetzt, geschult durch Spielformen in kleinsten Gruppen (3-3 usw.) Als Techniktraining hat sich das Coerver-Coaching durchgesetzt. Klassisches Laufen entfällt, Koordinationstraining ist viel wichtiger, fast immer alles mit Ball, kurze Intervalle der Übungen, dafür öfter wiederholen. Sprinttraining z.B. wird aus anderen Sportbereichen (American Football) übernommen. Aus anderen Sportarten mit Sicherheit auch einiges. Es ist also mehr ein ganzheitliches Training. So sehe ich das jedenfalls...
Hinzu kommt die konsequente Nutzung der Technik, um Stärken und Schwächen der einzelnen Spieler aufzudecken.
Nichts anderes macht Klinsmann übrigens, gepaart mit dem gezielten mentalen Coaching, wie es in den USA üblich ist. Die Einstellung der Amis "we are the best, fuck the rest" kennen wir ja und passt auch gut zu den Bayern...
Generell noch: da wir ja nun keine Straßenfussballer mehr haben, müssen halt die Trainer mehr aufarbeiten.
ciao
BB -
Big Bopper, schönes, aussagefähiges Statement.
Das einzige was ich nicht daran verstehe, das die von dir aufgezählten Länder, nicht mehr oder noch nie wirklich erfolgreich sind/waren.
England, hat mittlerweile größte Probleme sich überhaupt zu qualifizieren.
USA, hat sicherlich eine positive Entwicklung genommen, aber wenn es um absolute Spitzenpätze in der Welt geht, sieht man doch relativ schnell das Ende der Fahnenstange. Es mag ja sein, das sie in ihrer Region eine Macht sind, aber würde das Leistungspotenzial auch für europäische Verhältnis im Topbereich genügen?
Brasilien, lebt noch von den vergangenen Erfolgen, aber es geht erkennbar bergab.
Holland ist sicherlich gut, aber wenn es um die Wurst geht, versagen sie immer knapp vor dem Ziel.
Wer glaubt, das es die einzige, richtige Trainingsphilosophie gibt, der täuscht sich. Ist es nicht so das eine Mischung aus den bewährten Systemen das beste ist. Das wenn man die Augen öffnet und sich andere Sportarten ansieht ebenfalls wieder das eine oder andere interessante gefunden wird. Deshalb würde ich empfehlen immer offen zu bleiben und das was man für interessant hält auszuprobieren.
Allerdings ist nicht nur die Trainingsmethode der Garant des Erfolges. Hier noch einige Punkte die ich ebenfalls für entscheidend halte, wenn mann erfolgreich sein möchte:
- gelebter Zusammenhalt
- absolutes Vertrauen in die Mitspieler, den Trainer und das Betreuer-Team
- Motivationkünste der Trainer und Betreuer
- gutes Einteilen der vorhandenen Kräfte
- Akzeptanz und Tolleranz
- das auftreten als wirkliches Team (zusammen gewinnen und "verlieren")
- ein vernünftiger Lebenswander und keine Exesse (Alkohol, Dogen etc.) -
High
Ich hab seit vielen Jahren regen Kontakt zu einem ehmaligen Teamkollegen (Italiener)
der ist mittlerweile Jugendleiter(4.Liga oder so )der hat mir versichert dass außer der etwas legereren Art sich das Jugentraining in keinster Weise von dem deutschen unterscheidet.
Ich habs mir im Urlaub schon einige male angeschaut und bin der festen Überzeugung
unseres ist besser !
mic. -
Moin,
bcefferen: Ich habe das lediglich so im Netz recherchiert, weil mich das einfach mal interessierte. Eine Bewertung überlasse ich anderen...
Es wurde ja explizit nach der Klinsmann-Methode gefragt und deren Umsetzung. Und die gibt es eben nicht als eigenständiges Konzept/Methode. Er sucht sich, ganz im Stil eines Managers, die besten Sachen aus allem raus, holt sich die besten Leute dafür und setzt es um. Schlicht und einfach professionelles Arbeiten, das ich von jedem Profitrainer erwarten würde...
Generell bin ich aber der Meinung, das man durchaus über den Tellerrand schauen sollte. Auch und gerade für Trainer bei den Kids. Aber gerade dafür sind wir Deutschen ja nicht gerade bekannt (wie die Sache z.B. mit dem Herrn Peters gezeigt hat).
Solche K.O. Argumente, die haben ja noch nichts gerissen, höre ich immer wieder. Nur: es geht nicht darum was wir (die deutschen gerissen haben) sondern das wir uns den Veränderungen (immer weniger Kids, kein Strassenfussball usw.) stellen und mit veränderten Methoden/Konzepten/Trainings stellen, damit wir in 5, 10, 20 Jahren noch erfolgreich sein werden. Die Kids von heute sind die WM-Spieler der Zukunft. Wenn die Basis schlecht trainiert ist, dann kann der DFB noch so viele Eliteschulen aufmachen ---> es gibt dann keine Elite mehr. Die schlecht trainierte Basis ist dann die Elite, mangels Masse.
Im Jugendbereich, gerade bei den jüngeren Kids, kann man noch so viele Methoden/Konzepte haben. Entscheidend ist auf dem Platz. Wenn dir 12 Kids in die Augen schauen und fragen was machen wir denn heute, dann ist die Perönlichkeit gefragt. Das entscheidet viel mehr als Methoden...
Entscheidend ist, genau wie Du sagst, das auch der DFB erkannt hat, das ein Trainer mehr ist als ein Übungsleiter. Aber das wäre wieder ein anderes Thema. Haben wir aber glaube ich schon mal abgearbeitet unter dem Thema "der ideale Trainer" oder so ähnlich. Zitat DFB: "Der Trainer von heute ist Lehrer, Animateur, Vertrauensperson und Übungsleiter in einem."
Ich glaube hier sollte es mehr um die Trainingsinhalte gehen.... Und da sollten wir raussarbeiten, was Klinsmann aus dem Ausland mitgebracht hat.
ciao
BB
P.S.: England? --> zu viele Ausländer sind das Problem -
Bin da mit dir völlig auf einer Linie, Big Bopper. Gerade diese Fragen, was denn die anderen Länder erreichen und wir sind doch viel erfolgreicher, führten auch zum Absturz des deutschen Fussballs.
Während mal sich selbst an den deutschen Tugenden berieselte und jeder kleine Trainer sich dadurch bestätigt fühlte und man immer noch die Kids durch den Wald jagte, haben andere Länder sich halt gefragt, was macht den deutschen Fussball stark, was können wir davon übernehmen und vor allem wie lässt sich das vereinbaren mit unseren Stärken.
Das Klinsmann-Konzept will nicht nur die Stärken eines Spielers fördern, sondern dafür sorgen, dass er seine Stärken bestmöglich ins Spiel übertragen kann. In der Trainingsarbeit wird da selbstverständlich ebenso an den Schwächen gearbeitet.
Anders geht es ja nicht.
Wenn man mal Holland und Deutschland vergleicht, dann werden leider die meisten deutschen Trainer wieder abwinken und sich sagen, dass man von den Holländern nichts übernehmen kann. Wir haben Titel und die gewinnen eh nie etwas.
Gespräche über technische Defizite im deutschen Fussball enden immer mit so grandiosen Sätzen wie,"wir sind keine Brasilianer" oder "der Deutsche hat andere Qualitäten". Schön und gut, nur wundere ich mich da immer, wenn es bei der holländischen Nationalhymne doch heisst, "wir sind vom deutschen Blut".
Also am Genmaterial kann es wohl doch nicht liegen. Offenbar kann man eine überdurchschnittliche Technik komplett schulen.
Ob Sneijder, van der Vaart, Robben, van Persie...alles technisch perfekte Spieler und so etwas soll also mit deutschen Kids nicht möglich sein?
Daher kann man aus deutscher Sicht von den Holländern lernen, wie man jeden jungen Fussballer einfach ein 100% technisches Grundgerüst mitgibt.
Wenn man also die "deutsche" Trainingsarbeit um dieses "holländische Werkzeug" erweitern, hat man letztlich einen noch besseren deutschen Fussball.
Daher nicht immer nur alles ablehnen, weil die letzlich weniger WM-Titel aufzuweisen haben. Trotzem haben sie aber mehr Einzelspieler von internationaler Spitzenklasse entwickelt. Da herrscht eine andere Ideologie.
Trainer in Holland verstehen sich wirklich als Lehrer. Man hat ein Kind, das man so ausbilden muss, dass es den Beruf des Fussballers später bestmöglich ausüben kann, da es perfekt vorbereitet wurde durch die Ausbildung.
Der Leistungsbereich ist da knallhart. Während in Deutschland so manch ein Kind noch just for fun mitkickt zur Freizeitbeschäftigung, wird in Holland schon knallhart ausgesiebt und in Spaßfussball und Leistungsfussball unterteilt. Leistungsfussball im Sinne von Berufsausbildung.
Nationalmannschaft ist wirklich ein komplett anderes Thema. Der DFB tut hier wirklich schon in jüngsten Jahren verdammt viel, so dass am Ende im Herrenbereich die Früchte geerntet werden können. Wobei hingegen in vielen anderen Ländern der Fokus da komplett auf den Vereinsfussball liegt.
Während man sich dann in Deutschland damit schmückt, dass die NM Titel holt, schmückt man sich in Holland damit, dass man viele Jungs ausgebildet hat, die in den Topligen absolute Leistungsträger sind. Und ehrlich gesagt, finde ich letzteres besser, denn es ist ja der berufliche Alltag, der dominieren sollte. -
Zu den Ländervergleichen:
So leicht ist es wohl nicht.
England hat traditionell eine schwache NM. Daher ist dies wohl ein absolutes Strukturproblem. Selbst in den Jahren als man den europäischen Fussball beherrschte und alles abräumte und sich zb. auch grds. gegen deutsche Teams durchsetzte, hatte man eine schwache NM. Und ich rede hier von den Zeiten als da nur 3 Ausländer erlaubt waren und zumeist waren diese 3 Ausländer dann auch noch Schotten, Iren oder Waliser.
Im CL-Finale stehen 10 Engländer in der Startelf auf dem Platz. Allesamt Leistungsträger in ihren Teams. 10 Engländer!
Wenn dann ein Trainer aus dem Reservoir keine starke Truppe basteln kann, dann liegt es wohl nicht unbedingt an den Ausländern in der Liga, sondern vor allem an einem fehlenden Konzept in der Entwicklung der NM.
USA? Kommt ganz, ganz stark. Mal darf nicht vergessen, dass der männliche Fussball so wirklich ernsthaft erst seit nicht einmal 15 Jahren nun gefördert wird und man da gegen andere große Sportarten ankämpft.
Dennoch mitlerweile im Jugendbereich eine mittelstarke bis starke Nation im weltweiten Vergleich geworden. Was den Amis abgeht, trotz bester Schulung ist der Esprit. Das kann man halt nicht einfach lehren. Straßenfussball haben die ja nun wirklich überhaupt nicht und dieser Witz geht dem US-Fussball noch komplett ab. Allerdings sind die Jugendteams physisch und von der Grundtechnik bestens geschult. Wenn die noch den Esprit bekommen, sprich Fussball populärer wird und auch auf den Straßen gekickt wird, dann entsteht da was ganz großes.
Brasilien? Gottes eigenes Fussballland. Wie kann man diese Nation nur abschreiben? Haben jetzt halt ein paar übersatte Spieler gehabt, aber dieses Reservoir ist unerschöpflich. Muss da immer lachen, wenn Journalisten da gar eine Katastrophe herbeireden wollen, da die in der WM-Quali nur auf Platz 5 liegen.
Frankreich hat ein Bombenspiel gegen die gemacht bei der WM und dennoch war es offensichtlich verdammt schwer eine brasilianische Mannschaft zu schlagen, die nur so vor Arroganz platzt und völlig faul agiert. -
Schaut euch die Aussagen von Big Bopper und bcefferen an und ihr habt die Frage beantwortet, Jubel
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Hallo Zaungast, ich bin nicht der große Experte, aber das Neueste was ich von Klinsi gehört habe ist, dass er beispielsweise jedem Spieler ein speziell entwickeltes Handy aushändigen ließ, dass wie eine Pulsuhr den gesamten Tag des Spielers hinsichtlich seiner Herzbelastung aufzeichnet. Hier kann ein Experte erkennen, ob er beispielsweise beim Training auspowert um mitzuhalten, ob er alles gibt oder noch reserven hat usw..
Wenn also ein Spieler bei gemeinsamen Übungen Vollpowerd und ein anderer hier noch Kapazitäten hat, dann hat der eine wohl noch in irgend einer Form Trainingsbedarf -sei es bei der Grundlagenausdauer, Kraft oder wie auch immer- und der andere eben nicht. Bei dem "Fitten" kann dann anderes geschult werden, zudem würde der Fitte nicht noch fitter, sondern Fit ist Fit. 100 Prozent heißt "fertig", da gibt es keine 110 Prozent, das ist quatsch. Das meinte ich auch weiter oben mit "Nass ist Nass", die Steigerung von Nass ist schließlich nicht nasser;-).
Die Ausführung von Big Bopper finde ich auch klasse. Wie er selber schreibt, überläßt er die Auswertung dem Leser. Ich dachte hier auch, dass z.B.
Brasilien derzeit nicht besonders gut aussieht, das gilt auch für England. Das zu deuten ist mir ehrlich gesagt zu hoch. Ich glaube jedoch, dass es gewisse Grenzen im Fußball gibt, die kann man erreichen oder verschieben. Zudem bleibt es ein Spiel und da ist die Sache mit dem Glück auch nicht weg zu radieren. -
Andre, jubel den Klinsmann aufgrund seiner veränderten Vorgehensweise nicht gleich so extrem hoch
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Lass uns mal abwarten, ob bzw. wie er das Team in den Griff bekommt bzw. wie erfolgreich seine Änderungen wirklich sind.
Was macht er denn groß ? Er kopiert Dinge die er irgendwo gesehen, gehört und aufgefangen hat. Grundsätzlich ist es positiv das ehr sich für alternatives Training offen ist, aber eine Erfolgsgarantie sehe ich deshalb noch lange nicht. Zu viele andere Dinge spielen da noch mit herein.
Stell dir mal die Frage, wie erfolgreich du mit dem Spielermaterial des FC Bayern München mit all den zur Verfügung stehenden Trainern, Betreuern und sonstigen Möglichkeiten wärst. Wer so eine Organisation hinter sich hat, der ist zum absoluten Erfolg verdammt. Nicht national, das ist doch wohl selbstverständlich, das die Bayern Meister werden. Nein, der Vorstand und die Zuschauer erwarten doch das International (CL) auf höchstem Level mitgespielt bzw. ein sehr ernstes Wörtchen um den Titel mitgeredet wird.
Schau´n wir mal ob bzw. wie Klinsmann mit oder bei Problemen (mit Spielern, mit der Presse, nach vermeindlich unnötigen Niederlagen, mit den Zuschauern etc.), die es sicherlich geben wird reagiert und ob bzw. wie erfolgreich er dann sein Konzept durchzieht. -
Hey bcefferen,
wenn das so übergekommen ist muß ich hier etwas den Fuß vom Gas nehmen.
Ich kann den Klinsmann vom Typ her gut leiden, einen Klopp beispielsweise noch mehr.
Das was er -wie ich es jüngst lernte- aus dem Ausland abschaut und hier versucht einzubauen, finde ich sehr interessant und macht mich höchst neugierig.
Mir hat es sehr imponiert, wie er die Mannschaft zur WM geführt hat, trotz anfänglichem Gegenwind etc..
Ich gebe Dir absolut recht, hochjubeln wäre nicht richtig, viele Wege führen nach Rom.
Nüchtern betrachtet macht das Konzept jedoch schon einen irgendwie logischen Eindruck auf mich.
Bezogen auf mein persönliches Training habe ich nach Feststellung von Problemen unbewußt teilweise das Training problembezogen auf die gesamte Mannschaft geplant und durchgeführt
und in Fällen, wo ein Einzelner Probleme im Spiel zeigte, welche nicht zu tolerieren waren
wiederum das Training darauf abgestimmt, aber auch hier die gesamte Mannschaft diesbezüglich trainieren lassen.
Hier wäre -vorausgesetzt Klinsmann- hat recht, ein gewisses Potenzial für uns alle zu erkennen. Dieses dann umzusetzen, die Nowendigkeit zu bejahen oder nicht, brachte mich auf das Thema. Gruss Andre
