Hallo Zusammen,
ich bin nagelneu hier im Talk. Bin bis jetzt leider noch nicht dazu gekommen mich ordentlich vorzustellen, das hole ich aber noch nach. Gestern bin ich mit einer Nachricht konfrontiert worden zu der ich euren Rat einholen möchte.
Kurz zu den Rahmenbedingungen. Ich übernehme nach den Sommerferien mit einem anderen Vater die Betreuung eine Bambinimannschaft 12-15 Kinder. Vom Entwicklungsstand ist die Truppe bis auf einige Ausnahmen recht homogen, bis auf einen Jungen der eine gewisse Begabung mitbringt die speziell bei Spielen auch anderen Vereinen aufgefallen ist. Von den koordinativen Fähigkeiten reiht er sich irgendwo im oberen Mittelfeld der Kinder ein, ist also keineswegs unsportlich. Es gibt aber 2-3 Kinder die von der „Körperbeherrschung“ schon einen Tick weiter sind als er. Den entscheidenden Unterschied macht seine Fähigkeit den Ball zu führen. Er klebt ihm regelrecht am Fuß. Ein brutaler Zug zum Tor kommt noch hinzu. Problem ist, das die Mannschaft noch in der Rudelphase steckt. Alle sind dort wo der Ball auch ist. Die Kinder sind noch nicht in der Lage den Ball aus dem Rückraum bis weit in die gegnerische Hälfte zu transportieren ohne ihn zu verlieren. So kommt es das sich o.g. Junge die Bälle hinten selbst holt und sich bis vors gegnerische Tor vorkämpft und den Abschluß sucht. Natürlich rackert er sich dabei extrem ab und ist meistens nicht erfolgreich weil einfach noch die Kraft und Ausdauer fehlt so eine Leistung 10-15 Minuten lang durchzuhalten. Muß er sich den Ball mal nicht selbst holen sondern bekommt ihn durch Zufall auch schon mal in der gegnerischen Hälfte vor die Füße reicht die Kraft aus und er verwandelt eiskalt 95% aller Versuche.
So, jetzt zum eigentlichen Thema. Bei unserem vorletzten Turnier (Platz 6 von 8 ) wurde der Vater des Jungen vom Trainer eines Vereins aus dem Nachbarort auf ihn angesprochen. Er würde klasse Fussball spielen und so einen Jungen würde in der Aufstellung des anderen Vereins wohl noch genau fehlen. (so wird es erzählt, wies genau war weiß ich nicht da ich nicht dabei war). Beim letzten G-Jugend Turnier im Nachbarort haben wir ebenfalls den sechsten von acht Plätzen belegt. Der Junge hat aber dennoch sehr geweint weil er alles alleine machen müsse und keiner seiner Mitspieler in der Lage wäre mit ihm mitzugehen und ihm zu helfen und es ihm deshalb keinen Spaß mehr mache. Das war wohl der ausschlaggebende Punkt für die Eltern den Jungen die Saison noch bei uns fertig spielen zu lassen um dann in den Nachbarverein zu wechseln. Sie befürchten das er bei uns komplett das Interesse am Fussball verliert weil es ihm keinen Spaß mehr macht. Ein Probetraining hat er wohl gemacht und es wäre wohl besser und anspruchsvoller als bei uns). Gestern hat mich dann seine Mutter offiziell informiert damit wir ohne ihn planen. Ich muß dazusagen das ich zwischen den Zeilen rausgehört habe das sie sich sehr hin und hergerissen fühlen weil seine Freunde bei uns sind, er bald bei uns zur Schule geht usw. Das Gespräch war sehr angenehm und ruhig.
Weil ich den kleinen Kerl irgendwie gerne mag, aber auch seine Eltern sehr sympathisch finde hat mir das Herz gestern bei der Nachricht schon etwas geblutet und deshalb möchte ich ihn nicht einfach so „kampflos“ gehen lassen. Die Eltern scheinen mir sehr vernünftig zu sein, sodaß ich evtl. eine Chance habe ihn mit den richtigen Argumenten zumindest bis zur F-Jugend zu halten und noch ein Jahr mit ihm zu arbeiten. Ich bin überzeugt das es einfach noch zu früh ist jetzt schon mit „Transfers“ zu beginnen. Den Kindern (auch ihm) fehlt einfach noch die Grundlage. Es fängt bei der Aufmerksamkeit an (er lässt sich gern von anderen zu Blödsinn hinreissen) geht über die „Körperbeherrschung“ bis hin zum Sozialverhalten. Speziell bei ihm weil extremer Einzelgänger auf dem Feld, schlechter Verlierer usw. Das Ganze aber nie bösartig oder so sondern einfach extrem ehrgeizig und für unsere Mannschaft rein fussballerisch auch etwas übertalentiert. Ansonsten gehört er zu den Kindern die von allen anderen Kindern gerne gemocht werden.
Wie gesagt, der kleine ist 5 Jahre alt. Das ihm das Training im neuen Verein besser gefällt ist klar. Neue Besen kehren gut. Neuer Sportplatz, neue Gesichter, Übungen die er noch nicht kennt usw. Ich bin überzeugt das wenn er sich auch daran gewöhnt hat und die erste Begeisterung verflogen ist er wieder genau da ist wo er im Moment ist.
Das der Spaß ihm an unserem Training etwas abhanden gekommen ist kann ich ein Stück weit nachvollziehen. Der jetzige Trainer und zwei Mädels die die Kinder im Moment noch betreuen konnten die Kinder nie wirklich beruhigen und sie zur Ruhe und Ordnung bringen um vernünftig mit ihnen zu arbeiten. Ständiges Rumgewusel wie eine Tüte voller Mücken ist bei jedem Training standart. Das es auch anders geht zeigen mir andere Vereine aus der Nachbarschaft. Dies soll auch eins unserer ersten Ziele sein wenn wir nach den Ferien mit unserer Arbeit beginnen.
Vereinstransfer mit 5 Jahren
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Oha. Ganz schön viel Text. Hat nicht in ein Posting gepasst. Hier gehts weiter:
Was sagt Ihr dazu? Sehe ich das falsch und sollte ihn ziehen lassen um ihn in seiner Entwicklung nicht zu behindern oder findet ihr auch das es zu früh ist ihn mit so was zu belasten. Welche Argumente sprechen noch für oder gegen einen Wechsel?
Sollte ich seinen Vater Fragen ob er Interesse hätte mit in die Betreuung einzusteigen um selbst Einfluß drauf zu nehmen? Ich hatte ihn vor mehreren Wochen mal drauf angesprochen und er war auch nicht abgeneigt, hat dann aber wohl die Sitzung an der die Plätze vergeben wurden verschwitzt. Einen dritten Mann könnten wir gut brauchen da die Europameisterschaft jetzt schon ihre Wirkung zeigt. Gestern als ich schon mal Aushilfsweise mit den Kindern trainiert habe waren 20 Kinder anwesend. 5 davon neu und 3 die eher selten im Training sind. Wir hätten auch nichts dagegen wenn er mit einer Gruppe von 5-7 Kindern die schon ein bisschen weiter sind etwas anspruchsvoller trainiert (Einleitung und Abschlussspiel dann wieder gemeinsam mit den schwächeren/neuen Kindern).
Wie wir das im Detail aufziehen wollen schreibe ich noch mal an anderer Stelle da ich noch einige Fragen habe die ich hier noch nicht beantwortet gefunden habe.
Vielen Dank schon mal für Euren Rat.
Gruß
Alex
PS: und bitte nicht falsch verstehen. Es geht mir nicht darum das wir unseren besten Spieler verlieren sondern einzig und allein darum das die Eltern versuchen ihm was gutes zu tuen, dies aber letztendlich nach hinten losgeht bzw. losgehen könnte. Vielleicht gehts ja auch gut und ich habe mich da in irgendwas verrannt. -
Hallo eneloop,
also erst einmal finde ich dieses Abwerben gerade in diesem Alter einfach nur furchtbar.
Und wenn ein Trainer schon einen 5 jährigen abwerben möchte, würde ich dem Vater des Jungen zu großer Vorsicht raten, denn dieser Trainer wird mit Sicherheit nur darauf aus sein „seine“ Spiele zu gewinnen. Und das ist vom Grundsatz natürlich falsch. Das Training hat dem Jungen besser gefallen? Lässt mich darauf schließen, dass dort vielleicht schon „richtig“ und viel Fußballspezifisch „gearbeitet wird, was ja im Bambini Alter natürlich falsch ist.
Also Hände weg von den ehrgeizigen „Erfolgstrainern“ und selbst ein altersgerechtes Training anbieten, und den Vater mit ins Boot zu nehmen sollte nicht an einer verpassten Sitzung scheiten.
Gruß
Anton -
Ich finde es gestört, wenn 5jährige in eine "bessere" Mannschaft wechseln. Der ist wunderbar bei euch aufgehoben.
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in köln wird auch abgeworben quer durchs alter.
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@ kick and rush:
Ist bei uns in Brandenburg leider auch so. Besonders tut sich dort ein Verein hervor, bei dem auch ein DFB-Stützpunkt angesiedelt ist.
eneloop:
Gibt es nicht die Möglichkeit, das offensichtlich schlecht geführte Team schon jetzt zu übernehmen? Dann könntet ihr Kindern und Eltern zeigen, dass es auch anders geht.
Auch wenn ich Abwerbung und unnötige Vereinswechsel in diesem Alter hasse, muss man das Ganze auch aus Sicht des Spielers und insbesondere seiner Eltern betrachten. Gerade bei talentierten Kindern machen deren Eltern sich häufig Sorgen, ob die Kids auch genug gefördert werden, man muss immer darauf achten, dass sie sich nicht zu überehrgeizigen "Eislaufeltern" entwickeln.
Binde doch möglichst einen erfahrenen Trainer, der ab Bambini schon mehrere Altersklassen betreut hat und deshalb glaubhaft seine Erfahrungen im Kinderfussball und der Entwicklung der Kids weitergeben kann, um Unterstützung. Ein solcher Trainer sollte gemeinsam mit dir in der Lage sein, den Eltern die Sorgen zu nehmen. -
naja mit dem dfb stützpunkt hält es sich in köln sehr in grenzen.
ich sag nur taxofi*,1fc k*ln -
Ich würde vorschlagen, dass diese Art der Trainer sich bereits beim Frauenarzt vor der Tür aufhalten, um untersuchten schwangeren Müttern bei großer Bewegung im Bauchraum schon einmal ein Kärtchen hinter den Gürtel schieben zu können, Pfui Teufel ist mir schlecht!
Ich meine, da ist Aufklärung notwendig. Ich würde schnellstens ein Gespräch mit den Eltern suchen und hier Einfluss nehmen.
Für die Zukunft würde ich in jedem Jahr von Beginn an einen Infoabend machen, wo auch dieses Thema aufgegriffen wird.
Wer dann aus der Elternschaft sich den Bauch vom Nachbarvereinstrainer pinseln läßt ist selber schuld. Das sind wahrscheinlich auch die Art Eltern, die ihren Sprössling mit einer 1 a Hauptschulempfehlung nach Klasse 4 zum Gymnasium Klasse 5 schicken. Da sollte man von Amts wegen eine Strafanzeige stellen. -
Ein bedauerlicher Vorfall, wie er sicherlich öfter vorkommt.
Ob Sinn, oder Unsinn, müssen hauptsächlich die Eltern verantworten. Schade, das einige schon in diesem Alter glauben ihr Kind ist der kommende Superstar. Entsprechen wollen sie das er gefördert wird.
Sicherlich meinen sie es gut, aber der zeitpunkt ist falsch.
Überlegt mal, warum viele Großvereine, die leistungsorientiert spielen, keine jungen Jährgänge haben. -
... wenn der Spieler so gut ist, hätte ich Ihn selbständig für ein vorzeitiges wechsel zur F - Jugend vorgeschlagen.
Eine bessere Möglichkeit den Bub zu fördern gibts wohl nicht innerhalb des Vereins.
Schlag doch das mal vor... mal kucken was Pappa meint.
Ausserdem solltest Du vielleicht dem Nachbartrainer mal ein "böses" Telefon machen und in die Politik des KIFU erklären.
Ein E - Mail an deinem Juniorenomann währe auch nicht schlecht. Dieser meldet sich dan beim Nachbar bestimmt. Wer weiss ob dann der "Startrainer" im Nachbarclub noch lange dabei ist...
Grundsätzlich ist das von der Ausbildung her, ein Witz und von der Ethik her eine absolute Frechheit.
Hoffe das der Pappa diesen fussballerischen "idiotentransfer" blockt... -
Hallo Zusammen,
sorry zunächst das ich mich jetzt erst melde.
Danke für Eure Teilnahme und Euren Rat. Das zeigt mir das ich mit meiner Einschätzung nicht ganz falsch liege.
Gestern hatte ich bei einem Turnier die Chance mich noch mal mit den Eltern zu unterhalten. Meine Argumente und Bemühungen waren leider umsonst. Die Entscheidung fiel ihnen auch wirklich sehr schwer. Sie ist jedoch nicht erst vor kurzem, sondern über den Verlauf der gesamten Saison gereift. Scheinbar wurden hier von der Jugendleitung unseres Vereins einige Dinge verschlafen die letztendlich für den Wechsel ausschlaggebend waren.
Ein Stück weit kann ich das auch verstehen, war es doch auch für mich der ausschlaggebende Punkt die Betreuung in die eigene Hand zu nehmen um zu versuchen mehr Ordnung in die G-Jugend zu bringen. Im Moment scheinen die ganz kleinen Kicker für unseren Verein nämlich eher eine Last darzustellen obwohl da viele Kinder mit echtem Interesse, Spaß und auch Ehrgeiz bei der Sache sind, die bei zukünftig richtiger Betreuung eine wichtige Rolle in der Fussballjugend des Vereins spielen könnten. Leider bekomme ich bei ihm nicht die Gelegenheit zu beweisen das es auch besser geht.
Seis drum. Der Junge ist weg, aber die Erde dreht sich weiter. Ein Guter Grund noch mehr Engagement in die verbleibenden Kinder zu stecken.
Danke nochmals
Viele Grüße
Alex -
eneloop
Lass den Jungen mit Eltern ziehen die kommen wieder.
Trainer die abwerben kann man auch als nicht fähig bezeichnen seine eigene Truppe auszubilden.
Gerade im Unteren Bereich soll man ja die Kinder in den Mannschaftssport behutsam einführen und auf den späteren Leistungsbereich vorbereiten. Heißt einfach Spass am Fussball haben,dabei bleiben und langsam lernen.
Es wird den Spielern sogar teilweise Ihr Talent (z.B Dribbeln) wieder abgewöhnt nur um einen kurzen Erfolg mit der Mannschaft zu haben (für was eigentlich).
Im Jugendbereich G-E Jugend kann man doch überhaupt noch nichts über spätere Qualitäten eines Spielers sagen, sie entwickeln sich doch noch.
!
Leider spricht man ja auch heute im Senioren Bereich von einer guten Einkaufspolitik statt einer guten Jugendarbeit.
Gruß Andy -
In dem Alter liegt die Motivation der Kids einfach noch im Spiel selbst und vorallen dort Fussball zu spielen wo ich mich wohlfühle. Das ist meistens dort wo meine Freunde (aus der Straße Kinderkarten oder Schulklasse) spielen.
Klar macht auch für einen fünf Jährigen das Gewinnen mehr Spass. Aber es interessiert so einen Knirps nicht ob er in der Kreisliga oder in der Bundesliga spielt.
So ein Papa ist da ganz anders, meist wird hier der kommende Bundesliga-Star gesehen und wenn er sich in den Kopf gesetzt hat das der jetzige Verein/Trainer nichts taugt wird ihn so schnell nichts vom Gegenteil überzeugen.
Im Grund kann man vieleicht auch zufrieden sein einen eventuellen Unruheherd an der Seitenline weniger zu haben. Eine Spieler geht , dafü kommen wieder neu hinzu und in dem Alter kann noch niemand sagen wie sich ein Spieler in den nächsten 12 Moinaten entwickelt.
Ich persönlich habe mich für den Grundsatz entschieden "Reisende soll man nicht aufhalten", auch wenn es manschmal nicht leicht fällt.
Ansonsten noch mal einen kleinen Lesetip dazu VERHALTEN VON TRAINERN UND ELTERN
