Alleine mit 18 noch jungen Spielern im Breitensport ist schwierig.
Insbesondere wenn gleich mehrere sehr temperamentvolle, leicht ablenkbare oder mit höherer Aggressivität ausgestattet dabei sind.
Ich würde versuchen noch einen Co-Trainer zu finden.
Ist schwierig, erleichtert dann aber alles.
Den Miesepeter würde ich mal unter 4 Augen und in einer ruhigen Minute ansprechen, warum er immer so schlechte Stimmung hat bzw. verbreitet.
Wie ich es genau formulieren würde weiss ich gerade auch nicht, aber ich würde versuchen es wohlwollend zu formulieren.
Ggf. ist es zu Hause/in der Schule auch der "ganz normale" Umgangston.
Solche Menschen merken garnicht, dass sie andere beleidigung/verletzen oder aggressiv wirken.
Würde fast wetten, dass seine Reaktion sein wird: "Äh, ich beleidige doch niemanden"
Die Regeln in einer Mannschaft sind da für mich ganz klar: Es wird nicht beleidigt, nicht gemobbt, niemand ausgegrenzt etc.
Und wenn er im Training 1.000 Liegestütze,
Liniensprints etc. macht, ist mir das egal.
Es wird ihm abgewöhnt, indem er die "Strafen" macht oder er kann "zu Hause bleiben".
Achtung, bitte geduldig sein, wir sollten uns mal "das ist doch quatsch" abgewöhnen, hat einige Zeit gebraucht 😃, weil es nur den Trainer gestört hat.
In der Schule/Freundeskreis war es genauso gängig wie heute "Bro", "Digga", "alter Vadda" etc.
Bei den Temparamentvollen ist es schwieriger, zumal sich Kinder in dem Alter noch gerne anstecken lassen.
Spontan fällt mir nur folgendes eine:
- Die Eltern der betroffenen Kinder fragen, welche Lösungsansätze sie haben.
Schließlich habe sie sich ja (hoffentlich) mit dem Thema ADHS schon beschäftigt und können Empfehlungen aussprechen.
Und es evtl. mal so probieren, keine Ahnung ob das hilft.
Hatten bisher nur sehr temparamentvolle Spieler (Mein Opa nennt die immer "Zappelphilippe"), die können sich aber trotzdem gut konzentrieren/fokussieren. Insbesondere, wenn sie für den Sport "brennen".
- Häufigerer wechsel zw. Übungen, d.h. kürzere Einheiten.
- Insbesondere wechseln zw. Übungen die mehr und weniger Konzentration benötigen.
(komplexe vs. leicht Übungen).
- Das Thema ganz offen in der Mannschaften ansprechen.
Den temparamentvollen Spielern klarmachen, dass es nicht böse gemeint ist, wenn sie seitens Mitspielern (und es gibt immer welche, die fokussiert trainieren wollen) zurecht gewiesen werden (Der Ton macht die Musik).
Achtung:
Natürlich sollten im Breitensport die Stärkeren auf die Schwächeren Rücksicht nehme.
Es kann aber auch nicht sein, dass die Stärken immer zurück stecken müssen!
Ich bin sehr für die Inklusion, aber bitte mit dem richtigen Personalschlüssel und mit Hilfe des Umfeldes, der Eltern etc.
ADHS ist ein Krankheitsbild und um es mal überspitzt zu formulieren, keiner erwartet, dass ein Blinder in eine Mannschaft von Sehenden integriert wird.
Oder anders ausgedrückt, man sollten es versuchen, wenn man mangels Unterstützung / Erfahrungen scheitert/aufgibt hat man es wenigstens versucht.
Als Freizeittrainer können wir aber auch nicht die "Welt retten"
Wünsche Dir viel Glück, Erfolg und Spaß beim Training.