Beiträge von golfstrom

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    Was ich beobachte ist die Tatsache, dass in den Sichtungstrainings für die Stützpunkte schon viel zu viel auf körperliche Attribute geachtet wird. Sprinttests sind ein wesentlicher Bestandteil. Dadurch werden systematisch schon zahlreiche Kids ausgeschlossen von der weiteren Förderung.


    Zudem sollte man aus meiner Sicht aktuell mal nach Frankreich schauen. Diese sind meiner Meinung nach seit gut 30 Jahren absolute Weltspitze, was die Ausbildung von Talenten angeht.

    Sowohl in der Masse, wenn man sich anschaut, wieviel französische Fußballer in den Topligen Europas spielen, als auch in der Spitze, wenn man sich die Qualität von Superstars wie Zidane, Henry, Ribery, Benzema, Pogba, Mbappe oder Lloris anschaut.

    Zudem bilden die Franzosen wirklich für fast alle Positionen Spieler auf extrem hohen Niveau aus.

    Die Titel der Franzosen seit 1998 sprechen dazu ebenfalls Bände: 2 WM-Titel (1998 und 2018) und weitere 2 WM-Finals (2006 und 2022), dazu der EM-Titel 2000 und EM-Finale 2016 und weitere Titel wie die Nations League 2021 und Konfed-Cup 2001 und 2003. Sie zählen seit 30 Jahren bei den jeweiligen Turnieren zu den Topfavoriten, weil sie immer die besten Einzelspieler im Kader haben.


    Von den in Frankreich ausgebildeten Spielern profitieren bspw. auch viele afrikanische Nationen wie Marokko, Senegal, Tunesien oder Algerien. Auch ein Eden Hazard oder Riyad Mahrez wurde als Beispiel in Frankreich ausgebildet.


    Was machen die Franzosen anders?

    Die Franzosen haben keine Stützpunkte in dem Sinne.

    Deutschland hat über 400 Stützpunkte, die zudem föderalistisch durch die vielen Landesverbände koordiniert werden.

    Die Trainer versammeln sich über diverse Stützpunkte und NLZ´s.

    In Frankreich gibt es 16 Akademien, die durch den französischen Verband koordiniert werden. Übergeordnet gibt es dazu noch das Leistungszentrum in Clairefontaine, welches die Creme de la Creme dann nochmal speziell fördert.

    Die Akademien arbeiten eng mit den Vereinen zusammen, um talentierte Spieler zu identifizieren.

    Es existiert also eine zentralistische Förderung. In den Akademien und in Clairefontaine werden nicht nur die besten Spieler mittels aufwendiger Auswahlprozesse angesammelt, sondern dort sind auch die besten Jugendtrainer versammelt.


    Die Kinder können dort ab 13/14 Jahren anfangen und werden dann unter gleichgesinnten extrem gefördert. Im ersten Jahr bspw. wird dort fast nur 1 gegen 1 trainiert, was dazu führt, dass du sowohl technisch herausragende Offensivspieler als auch körperlich robuste und starke Verteidiger ausbildest. Zudem stehen taktische Inhalte erst sehr viel später auf dem Lehrplan, werden dann aber sehr intensiv und tiefgehend trainiert.

    Natürlich haben diese Akademien keinen gesellschaftlichen Auftrag in Frankreich, sondern es geht um die Ausbildung von Supertalenten für den französischen Fußballverband.

    Aber welchen Auftrag haben unsere NLZ´s? Definitiv auch keinen oder nur untergeordneten gesellschaftlichen Auftrag, sondern dort geht es um die Ausbildung von Talenten für die jeweiligen Vereine, welche das NLZ leiten.


    Und in Frankreich ist grundsätzlich Fußball nicht überall der Top-Sport. Im Süden Frankreichs ist bspw. Rugby auch sehr populär.

    Die Talente kommen zum großen Teil aus dem Großraum Paris, wo sicherlich auch die schlechten sozialen Bedingungen der Menschen dort mithelfen einen besonderen Ehrgeiz zu entwickeln Fußballprofi zu werden. Diese Ansätze gibt es zwar in Deutschland auch, ist aber nicht so extrem.


    Den gleichen Ausbildungsansatz verfolgen die Franzosen übrigens auch im Handball, wo die Dominanz der Franzosen noch größer ist als im Fussball.

    Aber das ist es doch was mit der Reform erreicht werden soll... mehr Kinder/Jugendliche/Erwachsene beim Fussball und in der Spitze höheren Niveau.

    Ja, absolut. Ist auch nicht als Kritik gemeint. Auch untalentierte und/oder unerfahrene Spieler sollten nicht vom Sport ausgeschlossen werden, sondern Breitensportvereine sollten sich bemühen diesen Kids eine Plattform aufzubauen. Das ist deren gesellschaftlicher Auftrag!

    Ich frage mich tatsächlich ob ich so ein schlechtes Gedächtnis habe. Aber ich kann mich beim besten Willen nicht mehr an mein F oder E-Jugend Training erinnern. An einzelne Übungen vielleicht, aber ich könnte nicht sagen, wie die Trainingsstruktur damals aussah und wo die Schwerpunkte lagen.

    War damals mehr noch als heute abhängig von den Trainern.


    Wie ich mich erinnern kann waren Spielformen früher deutlich weniger verbreitet.

    Es wurde sehr viel mit Passschleifen, Dribblingsparcours und Passabläufen vor dem Torschuss trainiert.

    Auch 1 gegen 1 wurde früher deutlich weniger trainiert. Sehr viel mehr Zeit wurde für Kondition und Training ohne Ball aufgewendet.

    In den späteren Jugenden kamen noch so Dinge wie Kopfballpendel und Koordinationsleitern hinzu.


    Was früher definitiv stärker verbreitet war, war das Kinder und Jugendliche mit wenig Talent abgeraten wurde mitzutrainieren.

    Die Trainer haben sich da weniger Mühe gegeben ein Training für unterschiedliche Talentgruppen aufzubauen. Da sollten sich untalentierte Kids eben mal nach einer anderen Sportart umschauen.


    Aus meiner Sicht sieht man das auch am Niveau in den unteren Spielklassen. Heute findest du Teams in den unteren Nachwuchskreisspielklassen die auf extrem schwachen Niveau spielen, weil eben dort sich teilweise viele recht untalentierte Kids versammeln oder Trainer am Start sind, die wenig Qualität mitbringen.

    Daran kann ich mich früher nicht erinnern. Früher wurden untalentierte Kids eben nicht trainiert und auch Trainer ohne Kenntnisse schneller abgesägt. Das Niveau in den höheren Nachwuchsligen ist dagegen wieder aus meiner Sicht höher als früher.

    Heute sieht man 10-12jährige Kids teilweise schon auf wirklich hervorragendem Niveau Fußball spielen.

    Hier sehe ich viel Aufholbedarf bei den Vereinen.


    Die allermeisten Vereine sind eigentlich Breitensportvereine und sollten Kinder überhaupt nicht ablehnen, sondern eher intern überlegen wie man Kinder trainiert die erst mit 10-15 Jahren mit Fußball beginnen und noch nicht das Spielniveau haben.


    Häufig treffen aber die Trainer der Teams selber die Entscheidung für sich, weil sie den "Problemfall" nicht trainieren wollen oder das Kind als Störfaktor bezeichnen.


    Um derartige Kinder aufzufangen, bieten sich einige Methoden an:

    Das können eigene Trainingsgruppen sein, welche bspw. Kids zwischen 9 - 15 Jahren trainieren. Da geht es vor allem um Technik bei Pässen, Dribblings und Schüssen. Meine Erfahrung ist, wenn man dies sehr spezifisch monatelang trainiert, dann haben die Kids häufig zumindest ein Grundniveau um mitspielen zu können.
    Es können aber auch eigene Trainingsgruppen innerhalb der Teams sein - dies benötigt aber einen sehr hohen Trainerbedarf innerhalb der Teams.

    Die Idee derartige Kinder in kommerzielle Fussballschulen zu schicken halte ich auch für gut, allerdings gibt es derartige Fussballschulen (noch) nicht in allen Regionen.

    Glaubt mir, unter den Weltklassetrainern ist das Coaching von der Außenlinie ein sehr wichtiger Punkt. Sie sehen sich mit starkem Coaching als "quasi weiteren Spieler ihres Teams".

    Beobachtet mal vor allem die jungen Weltklassetrainer, die coachen deutlich mehr noch als das vor 20-30 Jahren der Fall war. Ein Nagelsmann, ein Sebastian Hoeneß oder auch ein Edin Terzic sind extrem aktiv an der Seite und das ist nicht nur allein ihrer Impulsität geschuldet, sondern sie nutzen dies als weiteres "Coaching-Tool"


    Die spanischen Weltklassetrainer Alonso, Guardiola oder Arteta sind extrem aktiv an der Seite. Auch dort geht es nicht allein um das Pushen ihres Teams, sondern sie unterstützen ihr Team ganz bewusst und sehen sich als weitere Instanz ihrer Mannschaft und greifen damit aktiv ins Geschehen hinein.


    Natürlich sind das Beispiele aus dem Profifußball und eventuell für den Nachwuchs nicht komplett übertragbar, ich bin aber schon der Meinung, dass man die Lerngeschwindigkeit seines Teams durch intelligentes und aktives Coaching an der Seitenlinie beschleunigen kann durch aktive Coachinghinweise.

    Ich rede hier natürlich nicht von sinnfreien Bemerkungen wie "Konzentriere dich" oder "Was war das denn?", sondern es geht um klare Anreize und Impulse um bestimmte Dinge und Abläufe besser noch zu machen.

    "Trainer nimmt sich so wichtig" klingt immer sehr verallgemeinernd. Der Trainer ist die wichtigste Figur in einer Mannschaft. Das gilt für Erwachsenenteams, wo er für die allgemeine Leistungsatmosphäre, die Aufstellung und Taktik verantwortlich ist, das gilt aber vor allem noch mehr in Nachwuchsteams. Hier dreht sich der Fokus auf die Ausbildung und Entwicklung des Teams und der einzelnen Spieler.


    Ich finde es schade, dass wir gefühlt mittlerweile nicht mehr viele Ansätze akzeptieren. Wir denken es gibt nur einen Ansatz, ein guter Trainer zu sein. Ich habe auch schon hervorragend ausgebildete Teams gesehen, welche einen Trainer hatten der extrem viel gecoacht hatte. Und die Spieler dieses Teams waren rundum gut ausgebildet und kamen auch in anderen Teams gut klar. Sie fanden auch allein Lösungen, das Coaching des Trainers wird mehr als Unterstützung oder Findungsbestätigung wahrgenommen.


    Schauen wir uns Weltklassetrainer an. Ein Guardiola coacht extrem viel, er gibt Weltklasseprofis die Räume vor, gibt ihnen vor wie sie sich zu bewegen haben, wohin die Pässe kommen müssen. Ein Ancellotti dagegen coacht fast gar nicht während des Spiels. Beide Trainer gehören als Beispiel zur absoluten Weltklasse. Ich denke, dass viele Ansätze zum Ziel führen, sowohl beim Nachwuchs als auch bei den Erwachsenen.

    Das würde ich so nicht


    Die Trainingsteilnahme ist in sehr häufigen Fällen auch immer eine Art Feedback des eigenen Trainings. Macht das Training Spaß, ist Abwechslung und eine angemessene Spannung drin und die Teamchemie hoch, hat der Trainer normalerweise auch keine Teilnahmeproblematiken

    Das kann ich so nicht unterschreiben.


    Ich frage das auch durchaus offen, was man anders machen könnte. Aber man muss durchaus auch zur Kenntnis nehmen, das es mit zunehmendem Alter nicht einfach ist, eine Breitensportmannschaft am Leben zu halten. Mit Druck, Ausschlüssen vom Spiel etc. können Leistungsvereine mit viel Zulauf gerne drohen, auch die Jungs-Dorfverein-Breitensport-D-Jugend wird noch mit Einstufungen von 1. bis 3. D Reize setzen können. In der B/A ist das vorbei.

    Hey,

    da hast du natürlich recht, dass es auch Einflüsse gibt, die man nicht oder nur wenig steuern kann. Gerade in Breitensportvereinen auf Kreisebene können auch Schulwechsel, Schulende bei B- oder A-Junioren oder andere Dinge starke Einflüsse haben.


    Ich würde an deiner Stelle mal das Gespräch mit den Mädels suchen und nachfragen warum die Trainingsteilnahme so dermaßen abgenommen hat.

    Hier muss glaube ein wenig unterschieden werden in welchen Spielklassen das Team spielt und welche Philosophie der ganze Verein vertritt.

    Bin ich in einem eher leistungsorientierten Verein mit größeren Kindern beschäftigt, dann kann ich die Kinder und Jugendliche schon direkt auf die Trainingsteilnahme hinweisen und auch an die Ziele der Mannschaft und jedes einzelnen Spieler sich nur durch Training auch entwickeln zu können.


    Bin ich in einem Breitensportverein in den Kreisspielbetrieben unterwegs, kann ich keine Verpflichtung der Trainingsteilnahme festlegen.

    Hier kann man nur, am besten mittels definierter Leitlinien, die Kinder und Jugendliche dazu anhalten regelmäßig am Training teilzunehmen und für die nächsten Spielnominierungen eben Bedingungen aufstellen (min. 60% Beteiligung, vor dem Spiel mindestens ein Training in der Woche etc.)


    Ich habe eine C-Jugend im Kreisspielbetrieb mit etwa 25 Jugendlichen und nutze die Teampunkt-App zur Trainingsanmeldung. Die Jungs sind dort standardmäßig als zugesagt bei jedem Training eingetragen und müssen sich abmelden, wenn sie nicht können. Eine Abmeldefrist habe ich nicht direkt.

    Vor den Spielen müssen die Jungs in der Woche davor mindestens 1 Training gemacht haben, um überhaupt nominiert zu werden. Wer also gar nicht trainiert hat in der Woche vor dem Spiel, wird definitiv auch nicht nominiert, egal wie stark der Spieler ist.

    Ich habe bei etwa der Hälfte der Jungs eine Trainingsteilnahme von mehr als 85%, bei einigen davon sogar weit mehr als 90%.

    2-3 Jungs habe ich dabei mit ca.70-75% Trainingsteilnahme und etwa 35-40% der Jungs haben etwa 50-65% Trainingsteilnahme. Das finde ich insgesamt betrachtet für Kreisspielbetrieb in einem Breitensportverein relativ gut. Im Schnitt habe ich zwischen 15-20 Jungs beim Training so.


    Die Trainingsteilnahme ist in sehr häufigen Fällen auch immer eine Art Feedback des eigenen Trainings. Macht das Training Spaß, ist Abwechslung und eine angemessene Spannung drin und die Teamchemie hoch, hat der Trainer normalerweise auch keine Teilnahmeproblematiken

    Wenn ich mitbekomme, dass der Trainer mit Wut gegen die Auswechselbank schlägt, in der die Kids sitzen oder unkontrolliert rumschreit, und was anderes ist es nicht wenn er Fick Dich etc. ruft, dann wäre ich schon während des Spiels zu ihm hin und hätte reagiert mit entsprechender Ansage. Das hat nichts mehr mit Sport oder Fußball zu tun.

    Auch die Tatsache, dass Kids wegen Fehlern ausgewechselt werden disqualifiziert ihn schon völlig.


    Hier also schnellstmöglich die sportliche Leitung des Vereins einschalten und reagieren!

    Idealerweise ruhig den Trainer mal aufnehmen während seiner Eskapaden. Dann könnte man ihm das mal vorspielen. Manche erschrecken da teilweise sehr von sich.

    Du hast ja schon wahnsinnig viel aufgelistet.

    Ich würde mich aber auf einige wenige Prinzipien bei der Technikanwendung konzentrieren und diese den Kids coachen.
    Ich denke da an die Position des Standbeins, ohne dabei aber zu konkret zu werden.

    Dann würde ich noch die Lage des Oberkörpers und den Schwung des Beines beim Passen nehmen.


    Diese drei Grundprinzipien sollten die Kids kennen und du solltest in den Übungen immer wieder daran erinnern und auf die richtige Ausführung drängen. Wenn die Kids dies nicht in der F- und E-Jugend lernen, gewöhnen sie sich falsche Techniken an, die du nur sehr schwierig später wieder rausbekommst. So zumindest meine Erfahrung.


    Idealerweise zeigst du immer wieder selber den richtigen Ablauf, auch mal in "Slow Motion".

    Meist hast du auch im Team mindestens ein Kind, was dies schon vorbildlich von Natur aus macht. Nimm dir diesen Spieler und lasse ihn das vorführen.


    Beidfüssigkeit sollte immer mit einbezogen werden. Bei Schuss- oder Passübungen habe ich immer synchrone Abläufe mit dabei, die von beiden Seiten umgesetzt werden müssen und so die Jungs zumindest eine passable Beidfüssigkeit antrainieren.


    Mir geht es nicht dabei, dass sie mit dem schwächeren Fuß dass auf identischem Niveau machen wie mit dem starken Fuß, aber sie sollten zumindest in der Lage sein den schwachen Fuß auch passabel anwenden zu können. Das hilft im Spiel enorm.


    Auf Kommunikation, Pass in den richtigen Fuss und solche Dinge würde ich in der E-Jugend noch gar nicht soviel eingehen.

    Erstmal die Basics und dann geht es im D- und C-Bereich in den fortgeschrittenen Technikbereich.

    Ich trainiere eine C-Jugend und habe von Spielern mit der Größe S bis zu Spielern der Größe XL alles dabei.


    Von daher werden die Trikots nach Größe verteilt. Es gibt keine festen Nummern, was auch nicht funktionieren würde, da ich rund 25 Spieler im Kader habe, aber nur etwa 18 Trikots im Trikotsatz habe. Das war schon beim Teamfoto eine Herausforderung ;)


    Die Nummern trage ich während der Erwärmung immer ins DFBnet und dem Spielberichtsbogen.


    Klappt wunderbar und es gibt auch kein Gejammer in der Kabine.

    Ich trainiere seit über 10 Jahren Kindern in der E- und D-Jugend und seit dieser Saison in der C-Jugend.


    Bei mir ist seit 10 Jahren so gut wie jedes Training durchgeplant. Ich gehe in den seltensten Fällen ohne Vorbereitung in ein Training.

    Vom Konzept her orientiere ich mich immer daran wie der aktuelle Stand der Mannschaft und der einzelnen Spieler ist und was auf Basis unseres Jugendkonzepts in der Altersklasse trainiert werden sollte. Das ist das langfristige Konzept.

    Kurzfristig und konkret im Detail habe ich dann immer quasi monateweise Trainingsschwerpunkte, die im Zentrum des Trainings stehen.

    Wobei ich dabei bestimmte Übungen habe, die ich leicht abgewandelt und nicht hintereinanderweg aber doch regelmäßig auch über mehrere Wochen hinweg wiederhole.


    Ich arbeite sowohl mit Spielformen, nutze aber durchaus auch, insbesondere für das Trainieren von Grundlagen auch Drillübungen und Passschleifen. Kann sein, dass dies altmodisch ist, aber meine Erfahrung sagt, dass für bestimmte Themen, gerade im Bereich des richtigen Anwendens von bestimmten Techniken, ich damit einfach mehr Lerngeschwindigkeit hineinbekomme.


    Folgende grundlegende Tipps gebe ich noch mit:

    - sei flexibel und darauf vorbereitet, dass du erst kurz vor der Übung die genaue Anzahl der Teilnehmer weißt, das kann wichtig sein in Bezug auf ungrade und grade Anzahl von Teilnehmern

    - versuche keine Warteschleifen oder Langeweile entstehen zu lassen, du hast mehr Ruhe beim Training wenn alle in Bewegung sind, sobald lange Wartezeiten entstehen wirst du auch Unruhe und Undiszipliniertheiten haben

    - vom leichten zum schweren, habe die Erwartungshaltung, dass nicht jede Übung sofort klappt. Versuche den Ablauf leicht zu starten und dich dann zu steigern in der Übungsschwierigkeit

    - versuche komplexe Aufbauten zu verhindern, es gibt zahlreiche Übungsformen die mit sehr wenig Aufbau auskommen. Übungen mit viel Aufbauzeit erzeugen Stillstand und verhindern flexible und schnelle Anpassungen und erhöhen die Komplexität der Übung für die Teilnehmer deutlich

    - nicht zu viel erklären, halte dich kurz für Erklärungen, keine lange Monologe, lass die Kinder die Lösungen erarbeiten

    - trenne wenn möglich die Gruppe auch nach Leistungsstärke, gerade bei unhomogenen Gruppen ist dies wichtig um alle Teilnehmer auf ihrem Niveau auch trainieren zu können, ansonsten sind manche Kinder überfordert und manche sind unterfordert

    Wichtig ist dass ihr eine gewisse Durchlässigkeit auch schafft. Also wenn Kids sich aus der schwächeren Mannschaft richtig gut steigern, dann sollten sie quasi "aufsteigen" können in die stärkere Mannschaft. Das motiviert und schafft gewisse Anreize.

    In den Spielen kann es auch sinnvoll sein, mal einen "Leistungsträger" aus dem stärkeren Team im schwächeren Team mitspielen zu lassen. Im E- und D-Bereich kann ein einzelner guter Spieler den Spielfluss des Teams nochmal deutlich verbessern.
    Wichtig ist aber dabei, dass ihr diesen Spieler dann dort nicht die Aufgabe gebt alles allein zu machen, sondern er soll mit den Jungs zu kombinieren.

    Wir haben bei uns in der E-Jugend Jahrgangsteams und wenn diese Jahrgangsteams zu groß werden teilen wir diese normalerweise nach Leistungsstärke auf. Alles andere macht keinen Sinn. Es muss immer das Ziel sein, homogene Mannschaften zu bilden.


    Wenn ganz schwache Spieler mit ganz starken Spielern zusammen spielen, ist das extrem demotivierend für die starken Spieler.

    Ich habe das aktuell mit meiner C-Jugend. Dort habe ich Jungs dabei, die im höheren Landesniveau spielen könnten und ich habe Jungs dabei, wo du froh bist, dass sie sich nicht verletzen beim Geradeauslaufen. Und auch einige Neulinge im Fussball, was in der C-Jugend auch immer schwierig ist.

    Häufig geht einem Vereinswechsel irgendeine Unzufriedenheit voraus. Der Trainer spürt das und fühlt sich anscheinend angegriffen und schließt den Spieler aus. Viele Trainer können überhaupt nicht damit umgehen, wenn ihre ehrenamtliche Arbeit kritisiert wird. Das sieht man immer wieder. Sie fühlen sich im Recht, weil sie hier ja ihre Freizeit opfern.


    Hier muss aus meiner Sicht folgendes geklärt werden:

    - ist er noch Mitglied im Verein? --> wenn ja, dann steht ihm auch zu im Training mitzuwirken

    - wenn er noch Mitglied ist, dann abklären warum der Trainer ihn nicht mittrainieren lässt

    - das Mittrainieren ist immer die Grundlage für die Aufstellung in den Spielen

    Noch ein Hinweis - man darf nicht mit dem Ziel die Mannschaft trainieren, 11 Freunde müsst ihr sein.

    Das ist aus meiner Sicht immer eine Illusion im Fußball. Im Herrenfussball lässt sich dies eventuell noch erreichen, indem du bestimmte Charaktere ins Team holst und schwierige Charaktere rausnimmst.


    Im Kinderfussball hast du normalerweise die Kids, welche nunmal in der Gegend wohnen und spielen wollen. Und das können ganz unterschiedliche Typen sein, die normalerweise nie Freunde werden würden.

    Ihr müsst den Kids beibringen, wie man sich untereinander toleriert und akzeptiert. Mach Teambuildingübungen. Da gibt es tolle Sachen, wo die Jungs gemeinsam sich arrangieren müssen

    Das mit den Belohnungen der Eltern müsst ihr in der Elternversammlung klar und deutlich ansprechen. Auch welche Auswirkungen dies hat und dass es komplett gegen eure Prinzipien verstößt.

    Eisspray hat doch in den meisten Fällen eine Placebowirkung.

    Bei jüngeren Kindern würde ich absolut davon abraten. Diesen Placebo-Effekt bekommst du auch sehr gut durch eine kurze aufmunternde Umarmung aus deiner Trainerrolle heraus hin.

    Was denkt ihr denn, was ich so schon an schwersten Verletzungen geheilt habe

    Hallo,


    also man liest ja nur deine Seite und kann natürlich daraus ableitend keine neutrale Meinung einbringen.

    Was ich heraus lese ist, dass es überhaupt keine gemeinsame Vorgehensweise zwischen euch als Trainerteams gibt.

    Es scheint überhaupt keine Beziehung zwischen den Trainerteams der B1 und B2 von Anfang an vorhanden zu sein. Oder zumindest keine positive Beziehung.


    Hier werdet ihr einen Vereinsfunktionär benötigen, der sich eure Situation von außen mal anschaut und prüft ob dort so gehandelt wird, wie es die Konzeption vorsieht.

    Bei einer JSG sollte in jedem Fall eine Konzeption vorhanden sein und es müssen Leute vorhanden sein, die das Umsetzen der Konzeption auch kontrollieren und aus übergeordneter Rolle auch gegensteuern können.

    Wenn ihr so weiter macht, kann das euch die komplette JSG sprengen. Schließlich sind es noch 2-3 Jahre bis zu den Männern.