Hallo,
ich habe eine Frage zur Fußball-Situation meines Sohnes (Jahrgang 2014).
Er spielt seit 4 Jahren Fußball und ist aktuell in der D-Jugend. Dort wird momentan eine Qualifikationsrunde gespielt.
Mein Sohn ist sehr fleißig, geht regelmäßig ins Training und spielt leidenschaftlich gerne Fußball – auch in der Schule, im Hort und zuhause. Am Wochenende trainieren wir zusätzlich gemeinsam.
Meine Beobachtungen:
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Die Mannschaft umfasst 24 Kinder.
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Mein Sohn ist bei Spielen zwar dabei, sitzt aber meistens auf der Bank. Wenn er eingewechselt wird, dann nur für wenige Minuten.
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Beispiel: Im letzten Spiel lag die Mannschaft 0:4 zurück. Er wurde gegen Ende der zweiten Halbzeit eingewechselt, aber nach 5 Minuten gleich wieder ausgewechselt – ohne Begründung. Das Spiel endete 0:5.
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Er spielt fast ausschließlich in der Abwehr, obwohl er im Mittelfeld deutlich stärker ist.
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Auch in Trainingsspielen gegen andere Mannschaften kommt er meistens erst kurz vor Schluss zum Einsatz.
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Es spielen fast immer die gleichen Jungs, unabhängig davon, wie regelmäßig sie trainieren.
Auswirkungen auf meinen Sohn:
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Er ist nach den Spielen oft enttäuscht und traurig.
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Manchmal habe ich das Gefühl, dass er die Lust am Fußball verliert – obwohl er diesen Sport eigentlich mit voller Leidenschaft betreibt.
Zum Trainer:
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Er hat grundsätzlich eine zugewandte Art, ist aber auch sehr emotional und teilweise cholerisch.
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Er schreit die Kinder im Training und auch im Spiel bei Fehlern oft an – auf eine sehr demotivierende Weise.
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Gerade wenn die Mannschaft zurückliegt, würde ich mir wünschen, dass er die Jungs aufbaut und motiviert, statt sie niederzumachen.
Mein Verständnis von Jugendfußball:
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Im Vordergrund sollte stehen, dass die Kinder Spaß am Fußballspielen haben.
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Natürlich gehört Gewinnen und Verlieren dazu – aber man gewinnt gemeinsam und man verliert gemeinsam.
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Wenn man verliert, sollte es darum gehen, die Kinder aufzubauen und zu motivieren.
Mein Blick auf die Rahmenbedingungen:
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Mir ist bewusst, dass es kaum Trainer gibt und die Vereine froh sind, wenn sich jemand engagiert.
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Trotzdem erwarte ich ein gewisses Maß an Kompetenz und pädagogischem Feingefühl.
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Zumal der Verein, für den mein Sohn spielt, in seiner Philosophie genau diese Werte betont:
Zitat„Wir lachen und weinen, jubeln und trösten, gewinnen und verlieren miteinander. Engagiert, hilfsbereit, überparteilich und international aufgestellt – verlässliche Teamplayer. Wir sind weiblich, männlich, divers, jugendlich und kindlich. Wir sind bunt und geben unsere Erfahrung weiter. Einer für alle und alle für einen.“
Meine Fragen:
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Wie soll ich mit dieser Situation umgehen?
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Warum wird mein Sohn ausschließlich in der Abwehr eingesetzt und nicht auch im Mittelfeld, wo seine Stärken liegen?
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Weshalb spielen immer nur die gleichen Kinder, während andere – trotz regelmäßigen Trainings – kaum oder nur sehr kurz eingesetzt werden?
