Ich empfehle immer, egal in welcher Altersklasse, wenn möglich Kinder nach Leistungsstand einzuteilen.
Folgende Aspekte sprechen aus meiner Sicht dafür:
- mit leistungsidentischen Spielern kannst du viel gezielter und spezifischer trainieren, die Übungen kannst du besser dem Leistungsstand aufbauen
- innerhalb leistungsidentischen Gruppen hast du passendere Zweikämpfe und Duelle, an denen die Kinder besser und schneller wachsen und lernen können
- bei leistungsidentischen Gruppen bilden sich keine Überheblichkeiten der stärkeren Spieler und es bildet sich keine Eingeschüchternheit bei den schwächeren Spielern
- leistungsidentischere Teams spielen in der Regel auch sinnhafter auf dem Feld.
Beispiel 1 zum letzten Punkt:
Bei großen Leistungsunterschieden innerhalb eines Teams, kann es passieren, dass der stärkere Spieler deutlich mehr versucht mit dem Kopf durch die Wand zu dribbeln, weil er wenig Vertrauen in seinen besser positionierten, aber individuell deutlich schlechteren, Mitspieler neben ihm hat.
Beispiel 2 zum letzten Punkt:
Deutlich schwächere Spieler trauen sich in einem Team voller starker Spieler wenig zu, da sie Angst haben durch ihre individuelle Schwäche Fehler zu machen die bspw. zu Gegentoren führen. Ebenso geben sie schnell die Verantwortung ab und spielen auf Teufel komm raus die Bälle schnell zu ihrem deutlich stärkeren Mitspieler neben sich.
Natürlich muss es immer Türen geben, Kinder aufsteigen zu lassen bei entsprechender Entwicklung. Es muss auch das Ziel sein, die Kids der schwächeren Mannschaft an die stärkere Mannschaft hinzuentwickeln, sodass im schwächeren Team auch wieder Plätze für Neuanfänger bspw. frei werden.
Genauso wie es auch passieren kann, dass ein Kind/Jugendlicher in die schwächere Mannschaft abrutscht, wenn bspw. aufgrund unterschiedlichster Gründe die Entwicklung stagniert oder auch die Bereitschaft etc. nicht passt.
Je früher man mit der Leistungseinteilung beginnt, desto mehr wird sie von Kindern und Eltern auch akzeptiert.
Startet man erst in der C-Jugend oder D-Jugend mit der Aufteilung, kann es Diskussionen geben, weil sich die Kinder und Eltern der schwächeren Mannschaft ausgeschlossen oder herabgesetzt fühlen. Es fällt ihnen schwer diese Entscheidung zu akzeptieren, weil sie in der Regel das Gesamtbild nicht sehen oder nicht sehen wollen.
