Man muss sich, wie du schreibst Zodiak, bewusst machen, was Hannes Wolf's Trainerhintergrund ist und worauf er abzielt.
Der Kinderfußball bis zur E-Jugend ist es nicht. Er äußerte sich jedoch dazu, aufgrund einer durch andere Persönlichkeiten losgetretene Diskussion.
Leider trennen Hannes Wolf und sein Team nicht gabz sauber und durchgehen zwischen Kinderfußball und Jugendfußball. Dabei sprechen sie eigentlich vom Jugendfußball im Kontext leistungsorientierter Vereine / NLZ / Stützpunkte.
An einigen Schwächen des Föderalismus im deutschen Fußball wird nur zaghaft gearbeitet, so dass Wissen / Erfahrungen, die seit Jahrzehnten vorliegen immer noch in einer merklichen Breite in Frage gestellt oder ignoriert werden.
Nach wie vor sind kurzfristige Erfolge in Form von Tabellenplätzen, Pokalerfolgen, usw. wichtiger als die sportliche Entwicklung der anvertrauten Kinder und Jugendliche. Und ja, viele Kinder freuen sich über Pokale und den 1. Platz. Noch mehr geben jedoch Erwachsene damit an und lassen sich als Erfolgstrainer:in feiern.
Denn die Schattenseite dieses ausschließlich erfolgsorientierten Denkens ist der Ausschluss von Kindern, eine Erniedrigung, die per UN Kinderrechtekonvention verboten ist in Deutschland.
In kleineren Spielformen werden noch weniger Kinder benötigt als früher, weil die "Auffüll-Spieler:innen" des 7v7 entfallen. Klar, man könnte mehrere leistungshomogene Teams machen und das ist der Grundgedanke. Aber mal ehrlich, wie viele Mannschaften in eurem Umfeld leben das? Woher die Betreuer:innen nehmen, wenn sich die Eltern weigern?!
Somit können die sinnvollen Verkleinerungen der Team-Größen auch negative Effekte haben, die sich dann auf den Jugendfußball ab U12 auswirken. Mit 10 Kindern einer U11 kriegt man keine U12 zusammen.
Hannes Wolf scheint auch eine Verkleinerung der Teamgrößen in der D-Jugend und C-Jugend anzustreben, um den Grundgedanken der Kinderfußballreform auf den Jugendfußball zu übertragen. Auch im Training von den Bambini bis zur A-Jugend setzt er den Schwerpunkt auf hohe Intensität, maximales Entscheiderverhalten und vielfältiger Einsetzbarkeit zu setzen. Hiermit würden wahrscheinlich alle extrinsisch motivierten Jugendliche aussortiert werden. Ob das sinnvoll ist, vermag ich nicht zu sagen. Die aktuelle Nationalmannschaft scheint jedoch zu wenig intrinsisch motiviert zu sein und dadurch nicht als Mannschaft zu funktionieren.