Beiträge von CoachT

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    Aber bei Hannes und Co. isset jetzt irgendwie "NUR" Funino ist Macht oder 3vs3 bzw. 4vs4 und das finde ich eben nicht.

    Nein eben nicht. Guck dir das Video mit Lars Bender an, da sprechen sie auch über eine Trainingseinheit, wie sie aussehen kann/soll und sagen da auch, dass man jetzt nicht nur 3v3 und 4v4 spielen lassen soll, sondern auch mit anderen Formen inhaltlich tiefer gehen soll.

    Und genau so verstehen wir Jugendtrainer bei uns im Verein das auch. Hannes Wolf will diesen Ansatz jetzt vorstellen, um das als Input mitzugeben, ist aber zu 100% keiner, der alles andere verbieten lassen wird.
    Sie rühren grade die Werbe-Trommel für die neuen Konzepte und stellen natürlich sowas etwas positiver dar.

    Topepe Sorry, wenn ich das so sage, aber mit deinem Beitrag habe ich eher das Gefühl, dass du die Inhalte aus den Videos nicht so ganz verstanden hast.
    1. Innerhalb von einem Jahr hat das logischerweise etwas weniger Impact. Aber, wenn du alle Videos gesehen hast (oder die PK mit Hannes Wolf über die Neuerungen) dann wüsstest du auch, dass die Zahlen nach 2, 3, 4, 5, 10 Jahren so krass unterschiedlich sind, weil dann keine 50 Minuten Unterschied sind, sondern dann schon 100, 150,...
    Die Steigung ist einfach viel steiler.
    Am Ende des Jugendbereiches haben die Spieler einfach viel viel mehr Übungen und Aktionen gehabt als sie jetzt haben. So steigt auch das Niveau der breiten Masse.
    Und natürlich sind die besseren Kinder immer noch besser, wenn alle das gleiche Angebot wahrnehmen, aber die schlechteren Kindern sind besser als vorher, also was verliert man?
    Coach1976 Danke, dass du das auch schreibst, was ich auch schreiben würde.
    ich stimme die bei beidem zu 100% zu!

    Ich glaube man muss die Videos differenziert betrachten, wir im Trainer-Kollegenkreis haben uns darüber lange unterhalten und diskutiert.
    In einem der Videos (ich glaube das erste mit Hermann Gerland) spricht Hannes Wolf vom "Rondorisierung" im deutschen Fußball als Pep bei Bayern war. Jeder wollte so ein Positionsspiel haben und hat deswegen die ganzen Rondos von Pep nach gemacht. (pep selber hat mal gesagt, dass er am liebsten alles in Rondos trainieren würde; und auch wir bei uns im Verein finden Rondos sehr gut)
    Aber so wie Spanien/Pep mit den Rondos eine Trainingsmethode prägt, will der DFB jetzt mit den 3v3 4v4 eine Methode prägen.
    Das 3v3 4v4 ist halt deutlich ganzheitlicher, du hast da ja alles drin, nicht nur Dribblings sondern auch Passspiel, erneutes Freilaufverhalten etc.

    Ich glaube, man selber als Trainer sollte gucken, wozu man selber steht, was einem ausmacht und evtl aus den ganzen Möglichkeiten, die einem geboten wird, das beste für sich raus ziehen.
    Ich habe die letzten Jahre auch extrem viel in rondo-formen gemacht, sei es umschalten, spiel in die tiefe usw.
    Bin aber seit den Videos etwas umgestiegen, finde den Ganzheitlichen Ansatz echt gut, trainiere aber einige kleinere Basics und Prinzipien AUCH in Rondo-Formen.

    Sicher ein guter und sinnvoller Schritt. Irgendwie ja auch klar, dass er von einem Verein wie St. Pauli kommt.

    Wenn man sich das Thema Spielerberater im Kinder- und Jugendfussball anguckt, definitiv der einzige richtige und ich hoffe etliche NLZs ziehen nach.
    Wobei ich Pauli ungerne als Musterbeispiel für perfekte Jugendarbeit hinstellen würde, zumindest wenn man guckt mit welcher fußballersischen/ spielerischen Idee sie die Spieler ausbilden, kommt mir da zT die Ausbildung zu kurz.

    diese Situation ist auch nicht einfach, der Seniorenbereich ist noch auf der Sonnenseite, aber bei der Jugend zeichnen sich schon die ersten Schatten ab die sich spätestens in ein paar Jahren negativ auswirken werden...

    korrekt.
    Aber was soll man tun? Hier ist es auch eine Frage der Priorisierung:
    Die Kids haben durchweg schon bis in den Nachmittag rein Unterricht, dann noch en masse Hausaufgaben oder müssen wir viele tests und Arbeiten in der Woche lernen. Dann haben sie aber als Freizeitgestaltung nicht nur den Vereinssport, sondern können sich zB im Gym das viel besser einteilen und sonst zocken sie lieber an der Playstation mit Freunden.
    Sofern du zB nicht durch dein Kindes-Freundeskreis in die Fußball-Sparte hinein aufwächst oder mega ehrgeizig und talentiert bist, glaube ich, hat man wenige Gründe dem am ende wirklich treu zu bleiben.

    der Herrenbereich ist bei uns gerade verrückt. Die Personalnot zwingt die Vereine dazu, sofern man die zweiten Mannschaften erhalten will, Spieler zu reaktivieren die schon jahrelang mit dem Fußball aufgehört haben.

    Da haben wir im Kreis es wohl deutlich besser. Zum Teil haben Vereine eine 3. oder 4. Mannschaft. Im Gegensatz dazu aber oft ab der D/C-Jugend nur noch 1 Mannschaft, zum Teil keine einzige mehr...

    Startet ihr als Leistungsverein denn erst in der E-Jugend oder habt ihr darunter auch schon Teams?

    Nein, wir starten erst ab der E-Jugend.
    Haben aber Angebote um die ganz kleinen für unseren Verein zu begeistern(unabhängig der Leistung, sei es später als Fan oder vllt doch als Spieler).
    Sei es also ein wöchentliches Training für U10 jährige (also Vor- und Grundschulkinder), sowie Fußball-Camps in den Schulferien und Fördertraining, für die, die neben dem eigenen Vereinstraining was machen wollen.
    Alles mit Trainern aus unserem Verein.
    Kadergröße ist 10+1 (in der E-Jugend bei 7v7 im Ligabetrieb)


    Fahrt ihr in den Altersklassen ab E-Jugend vom Niveau her zweigleisig?

    Nein, wir definieren unseren Jugendfußball komplett als Leistungssparte. Heißt auch schon in der E-Jugend nehmen wir nicht jeden, bzw holen wir keine "Kaderauffüller" und versuchen dann halt diese durch ein entsprechendes Trainingspensum (U10 2x, ab U11 3x die Woche Training, ab U14 4x die Woche) diese zu fördern.
    Da dadurch unsere Jugendmannschaften im Kreis tatsächlich auch immer zu den besseren gehören (haben halt den Luxus selektieren zu können, da keine 3. oder 4. Mannschaften) aber es nicht als sinnvoll erachten, dass wir im Kleinfeldbereich in den eigentlichen Jugendbereichen spielen, da wir da in der Vergangenheit selten in der Liga gefordert worden sind (mit Abstand 1. Platz und 100 zu irgendwas Toren). Spielen wir jeweils ein Jahrgang höher. Unsere U11 also spielt in der D-Jugend Kreisliga, unsere U12 spielt unsere Verbandsliga (also bezirksliga, höchste Liga in der D-Jugend) und unsere U13 spielt daher Leistungsvergleiche gegen NLZs und Testspiele gegen C-Jugendmannschaften aus der Region.

    Bietet ihr den Spagat zwischen Leistungsfußball und Breitensportfußball innerhalb eures Vereins an? Vereine mit NLZ machen sowas ja meines Wissens nicht

    Zu NLZs allegmein. Kann man so nicht sagen. Der HSV zB hat auch 4-6 Mannschaften, die klar im e.V . agieren und die Breitensportteams darstellen.
    Wir haben aber dafür von der Infrastruktur her nicht die Kapazitäten und kommen mit den Trainingsplätzen grade so für uns aus.

    Habt ihr z.B. ein Leistungsteam C-Jugend in einer hohen Spielklasse und ein Breitensportteam auf Kreisebene?

    Nein, s.o.
    Nur Leistungsteams, die so hoch wie möglich versuchen zu spielen.
    Wie gesagt, da wir Jahrgangsteams haben bin ich aber absolut kein Freund von Ligen mit Auf und Abstiegen und würde Meldeligen (mit vllt. der Möglichkeit vorher zu gucken, ob die Meldeliga auch zum Niveau passt) bevorzugen.

    Und ich sehe bei uns die Leistungsvereine. Da geht es nicht um Förderung sondern um Selektion

    Tja so macht jeder unterschiedliche Erfahrungen.
    Bei uns haben wir in der Regel von den 10-12 Spielern (Kadergröße) aus der E-Jugend mind. 90% am Ende auch in der U14/ U15.
    Klar kommen aber im Laufe der Zeit mehr dazu, da die Kadergröße auch ansteigt, zB U14 haben 16+2, U15 dann ja 20+2; ABER in der Regel bleiben, die die im Verein sind auch im Verein und gehen mit.
    Was wir nämlich merken, ist, dass die Spieler, die regelmäßig gutes TRaining bekommen auch sich immer gut entwickeln.

    Das System muss übrigens auch noch für die Verbände und Vereine durchführbar sein - und zwar für die Mehrzahl und nicht einige wenige. Und wenn ich das bei uns sehe, gibt es kaum noch Vereine mit 2 C-Jugendmannschaften - da braucht man sich über jüngeren (U14) und älteren (U15) Jahrgang gar nicht unterhalten.

    Da wo es gewollt und (evtl. unter Arbeit) machbar ist, sollte es möglich sein.
    Für mich steht aber auch fest, Vereine, die nur eine C-Jugend zB haben, sind oft keine Leistungsvereine sondern Breitensport. Die müssen bei sowas auch nicht mit machen.
    Die, die es aber können und wollen, sollten es machen dürfen.

    Aktuell diskutieren wir zumindest Vereinsintern sehr sehr viel über die geplanten Spielreformen (sei es vom DFB als auch von unserem Landesverband; habe ich in einem Thread mal dargestellt, wie es bei uns geplant ist, und was unsere Kritik ist).
    Wir sehen alle durchaus reformbedarf aber teils auf andere Weise oder extremer als es aktuell der Fall ist. Anders als von vielen aktuell populistisch gewollt, sind wir eigentlich teilweise zumindest auf Landesebene generelle für reine Meldeligen ohne spielerische Abstiege (eigentlich dann für ALLE Ligen).
    MMn würde man dadurch, genau so wie bei Funinio, kein Siegerwillen unterdrücken oder verlernen lassen.
    Man hat ja immer noch Tabellen, Spieler sehen wo sie stehen und realisieren ja Siege oder Niederlagen. Und allein durch den natürlichen Aspekt von Kindern und Jugendlichen, die grundsätzlich Bock haben sich mit anderen zu messen und besser zu sein, wird hier genug Mentalität entwickelt und nicht vernachlässigt. Dafür braucht man keine Absteigskämpfe, zumal diese nur den folgenden Jahrgang betreffen und nicht die absteigenden Jahrgang (zumindest in einigen Bundesländern ohne Jahrgangsligen wie zB in Hamburg)

    Würdest du generell begrüßen, die Altersklassen (also Ca: 2009, Cj: 2010) strikt nach Jahrgängen zu trennen oder lieber die Zweijahresregelung beibehalten?

    In meinem Bundesland gibt es keine Jahrgangsliga, was ich in Betrachtung auf die paar reinen Jahrgangsvereine sehr schade finde.
    Ich befürworte eine nahezu strikte Trennung, würde diese aber offen halten. Sprich, wenn jemand fußballerisch so heraussticht, dass er in seinem Jahrgang unterfordert wäre, dass er dann einen weiter oben spielen kann (also zB ein sehr guter 2010 darf bei 2009ern mitspielen).
    Von oben nach untern bin ich da eher etwas kritischer. Es mag sein, dass da oft welche dabei sind, die körperlich hinterher hängen, aber in der Regel sind sie rein fußballerisch betrachtet (bei vernünftiger Ausbildung vorher) mit ihrem Jahrgang auf einem ähnlichem Level. Da würden sie dann eine drunter zwar körperlich mithalten oder eher herausstechen aber fußballerisch evtrl total unterfordert sein.
    Weil sie als Beispiel schon 1 Jahr auf Großfeld gespielt haben, wenn sie 2009er sind, dann aber bei 2010ern spielen, die grade ihre ersten Wochen auf Großfeld erleben.


    Das würde bedeuten im Übergang D zur C-Jugend von 7 gegen 7 auf 11 gegen 11 - finde ich einen zu großen Sprung.

    finde ich auch, deshalb finde ich in der D-Jugend das 9er Feld optimal. Teilweise wäre mMn 9er Feld bei C-Jugendlichen zu klein. Da finde ich diese Zuteilung in DE deutlich besser. Würde aber, wenn man es strikter nach Jahrgängen trennt eher gucken, dass man evtl. 7v7 nur bei E-Jugend alt spielt und E-Jugend jung noch 5v5 gepaart mit Funinio o.ä.

    Die Frage ging zwar nicht an mich, aber ich glaube die Zweijahresregelung ist für viele Vereine alternativlos.

    leider ja, erst recht in Fußball-Provinz-Ländern, die man zb in MV oder SH oder weite Teile von Niedersachsen findet...

    Im Leistungsbereich macht die Aufstellung von Jahrgangsmannschaften Sinn, aber auch hier könnte man darüber nachdenken, dass die strengen Regelungen was den Einsatz älterer Spieler in jüngeren Jahrgängen betrifft etwas aufzuweichen (Bio-Banding).

    Guck gerne weiter oben bei meinem Kommentar.
    Würde ich pauschal nicht gut finden, da die fußballerische Entwicklung bereits eine ganz andere sein kann. Da bin ich dann eher dafür, dass es Ligen ohne Abstiege gibt um darüber Spielzeit zu ermöglichen.

    Im Leistungsbereich hat sich bis zur U14 ja mittlerweile das Thema Förderliga

    Leider nicht überall möglich... Wir als Verein versuchen da über andere Wege das etwas angenehmer für uns zu gestalten und spielen auch stark mit der Kadergröße. So ist unsere U14 definitiv noch nicht auf 20+2 Niveau sondern deutlich kleiner um noch eher die Spielzeiten zu ermöglichen, die wir denen in der U14 zusprechen wollen (U14 ist bei uns eher der Übergang von Ausbildung in Leistungsbereich, so wird gute Leistung durchaus belohnt aber allen eine mindeszeit an spielzeit in der Saison ermöglicht und garantiert)

    Ab der der C-Jugend dann nach wie vor das Großfeld mit der Wettkampfform Ligamodus.

    Ich als C-Jugend Trainer eines reinen Jungjahrgangs einer Leistungsmansnchaft/Leistungsverein mit Herren im Profibereich (3. Liga) spreche mich GEGEN eine Liga mit Abstiegen aus.

    Keine Ahnung, ob es wissenschaftliche Nachweise gibt, dass Jugendliche aus anderen Regionen diese Welt früher in die Pubertät kommen als Mitteleuropäer.

    Ich meine ja, ich hab mal eine Doku/Bericht darüber gesehen. Generell hat jede Region auf der Weltja unterschiedliche Genetik die sich auch in der Schnelligkeit des Wachstums zeigen

    Ich habe schon den Eindruck, dass bei Löw und auch Flick ausgehend vom WM-Erfolg 2014 und den bis dahin (eigentlich bis 2016) gezeigten starken Leistungen zu sehr der Fokus auf Weiterentwicklung der Spielweise und erreichen eines neuen Levels gesetzt hat.

    Dabei sind die Attribute, mit denen Nationalmannschaften aufgrund ihrer Zusammensetzung (Spieler aus unterschiedlichen Vereinen, die nicht täglich miteinander trainieren) vernachlässigt worden.

    Auswahlmannschaften benötigen Aufgrund der unregelmäßigen Zusammenkünfte einen pragmatischeren Ansatz und können nie funktionieren wie eine Vereinsmannschaft.

    Ich glaube, ich habe das hier vor einigen Monaten und auch schon in anderen Threads so oft geschrieben:

    Ich habe mal ein Buch von Tobias Escher über verschiedene Trainer gelesen, da ging es in einem Kapitel auch um Löw:
    Was Escher da bewundert, dass es Löw nach 2006 bis 2014 geschafft hat genau das, wie eine Vereinsmannschaft zu spielen, umzusetzen. Er hat dabei aber NIE was eigenes erfunden oder umsetzen wollen, sondern hat sich an Elementen bedient, die die beiden Teams, die am häufigsten in einer N11 vertreten waren, zu bieten hatten (damals deutlich Bayern und Dortmund). Und über die 8 Jahre hinweg haben sich da ja einige taktische Elemente bei Bayern und Dortmund extrem geändert. So gab es zB die Entwicklung zum Positionsspiel (Bayern unter Pep) und das extreme Umschaltpressing von Dortmund unter Klopp. Möglich war es nunmal, weil von diesen beiden Teams so viele Spieler in der N11 waren und auch zT auf sehr wichtigen Positionen (Schweinsteiger, Müller v. Bayern, ein Klose der das Bayern-Spiel kannte bzw ein ähnliches Spielerprofil mitbrachte wie Lewandoski; Boaten und Hummel die bei Bayern spielten, ein Lahm,...) usw.
    Das wurde in den Jahren danach immer schwieriger, weil einerseits die Top-Spieler aus Deutschland in Europaverteilt gespielt haben (zB ein Kroos bei Real,...) aber auch Bayern und Dortmund immer mehr internationale Spieler verpflichtet haben (Thiago und Xavi bei Bayern im Zentrum,...) So konnte Löw immer weniger auf taktische Grundelemente aus hauptsächlich 2 Teams zurück greifen sondern hatte immer mehr Spieler aus komplett unterschiedlichen Teams.
    (Info: Flick hat in der Zeit unter Löw gelernt und sicher deshalb vieles von der Arbeit und wie Löw das angegangen ist, für sich selbst übernommen. Er wurde ja sogesehn von Löw eingearbeitet)

    Den Fall haben wir ja jetzt auch:
    Klar haben wir ein paar Bayern und Dortmund Spieler dabei aber ein immer größeren Mix, wenn man sich anguckt, das Spieler jetzt teilweise von Leverkusen, Union, Bremen etc kommen und all diese Teams auf so unterschiedliche Art und Weise Fußballspielen.
    Da kann man dann einfach nicht mehr diesen Ansatz wie Löw ihn zwischen 2006 und 2014 gewählt hat, wählen.

    Ich glaube daran ist einfach ein Flick gescheitert, weil er es nur so von Löw kennengelernt hat.

    Wenn unterschiedliche Mentalitäten in Nationalmannschaften ein Störfaktor sind. Ist das im Vereinsfußball aus so?

    Und wenn ja, wie geht man damit gut um?

    Einfach akzeptieren, oder gibt es brauchbare Lösungsansätze?

    An mich war zwar die Frage nicht gerichtet, ich kann dir aber mal sagen, was wir im Verein bei einer internen Fortbildung besprochen hatten.
    Wir haben in regelmäßigen Abständen interne Fortbildung, in unterschiedlichen Themen. Letzte Saison war es vermehrt Teamleiter-Fähigkeiten, hatten also einen fußballbegeisterten Sozialwissenschaftler/Pädagogen bei uns. Da ging es dann auch u.a um Kommunikation mit verschieden Spielertypen (beeinflusst durch Charaktertypen).
    So musst du ja mit einem eher introvertierten Menschen anders umgehen als mit einem extrovertierten menschen.
    (es gibt wohl 4 Hauptkategorien an Menschen-Typen) und unserer Sozialwissenschaftler hat für sich mal eine Aufstellung erstellt, wie er in einem 4-3-3 verschiedene Charakter-typen einsetzen würde. War super interessant und auch bei vielen Punkten nachvollziehbar.
    So hatte er zB in der IV einen zuverlässigen Arbeiter und einen eher kreativeren Spieler. Im Sturm war zB der Hitzkopf (der aber als Eigenschaft auch hat, dass er über alles gewinnen will, aber vllt eher weniger die Drecksarbeit macht), usw.

    Training (2h)

    trainiert ihr immer 2 Std?
    Wenn ja, finde ich die Zeit für 11, 12 Jährige VIEL zu lang. Ich selbst fülle mit einer C-Jugend sogar teilweise 90 min. nicht aus.

    War ein 6vs3 überzahlspiel mit Seitenwechsel.

    Was genau wolltest du damit trainieren? Ja, ihr seid ein Breitensportverein, aber du machst dir ja trotzdem Gedanken, was du mit einer Übung oder Spielform bezwecken willst.

    In der Konsequenz würde das für mich dazu führen, dass diese (so läuft es in Bayern von U12 - U14 schon) eine eigene Förderliga spielen, in der sich die Leistungsteams untereinander mit Jahrgangsmannschaften messen, ergänzt um Leistungsvergleiche gegen U15 Teams aus dem ambitionierten Breitensport.

    Dafür gibt es aber in Schleswig-Holstein zu wenige von solchen wirklichen Leistungsteams. Über das gesamte Bundesland verteilt vllt. streng genommen 10 Stück, die sich selber als Leistungsfußball mit Jahrgangsmannschaften betrachten. Eher eigentlich weniger, weil bei einigen von denen der Oberbau fehlt. Zudem sind die meisten von denen in den Ballungsgebieten zu finden. Vereinzelt sind es welche im ländlichen Raum.
    Ich bin selber gespannt, wie sich das bei uns noch entwickelt. Es gibt halt 2 Vereine, die eher für "Leistungsvereine" die Sprachführer sind, nach den beiden richten sich alle andere im Bundesland.

    Wie ist es denn in euren Landesverbänden bis zur "Verbandsliga" mit Auf- und Abstieg organisiert?

    Also ich berichte mal vom SHFV.

    Kurz vorab, unsere Ligenreihenfolge (im Jugendbereich): Kreisklasse, Kreisliga, Landesliga, Oberliga, Regionalliga und dann ggf. Bundesliga.


    Bei der Staffeltag für die Ligen, die unter dem verband laufen (also Landesliga und Oberliga) wurde das neue Ligensystem vorgestellt.
    Eine Saison wird nur zweigeteilt gespielt. Heißt bis zum Winter spielt man in beiden Ligen eine Quali-Runde (es war von 10 Spielen die Rede). Die jeweils schlechtesten aus den beiden Ligen steigen in die untere Liga ab. Heißt warst du eigentlich in der Oberliga, weil das Team das Jahr darauf die Liga gehalten oder erreicht hat, kannst du mit dem aktuellen Team darauf nach den 10 Spielen wieder absteigen. Die jeweils besten aus diesen beiden Ligen steigen in die höhere nach den 10 Spielen auf. Besonderheit für die besten aus der Oberliga, dieser spielt dann ja in der Regionalliga. Wie das geht? Nunja, die Regionalliga hat ja nach dem Winter weniger Mannschaften, wenn die besten daraus ja die Sonderrunde mit den Bundesliga-NLZ spielen dürfen.
    Neue Besonderheit: Die Landesliga wird eine Meldeliga. Heißt JEDER kann dafür erstmal melden (spielt ja dann aber die Quali). Die Oberliga muss man sich sportlich erspielen.

    Der SHFV will mit dieser Reform es etwas reduzieren, dass man die Ligazugehörigkeit der vorherigen Saison erbt. Man muss sich so ja seine eigene Liga erspielen (Anmerkung: man hat aber ja durch die vorherige Saison ja aber eine bessere Ausgangslage). Wieso das so in SH geregelt wird und nicht wie zB in Hamburg, wo der Jahrgang seine Auf - & Abstiege mit nimmt? Es gibt keine Jahrgangsligen im SHFV (Fußballprovinz).
    Eine weitere Begründung für diese Reform: Man will Vereinswechsel, besonders im Übergang zwischen D und C Jugend minimieren. Oft kam es wohl vor, dass irgendein Dorfverein einen sehr guten Jahrgang in der D-Jugend hat, der dort die Verbandsliga (Landesliga) gewonnen hat aber dann nur eine C-Jugend in der Kreisligen hat. Die Folge: Diese guten Spieler aus der D-Jugend wechseln ja alle.
    Jetzt kann dieser D-Jugend-Jahrgang ja aber selber Landesliga melden und die Spieler müssen nicht mehr wechseln.
    Fun Fact: Auf der Steffeltagung kam es dann zur Sprache, was denn passiert, wenn man aus der Landesliga-Quali rausfliegt, also dann nur Kreisliga spielen würde? Nun ja, Antwort vom Verband war folgende: Wenn man Landesliga spielen will, kann man ja dann immer noch im Winter wechseln. :D (Finde nur ich die Antwort amüsant, wenn man den Kontext sieht, dass der Verband ja eigen Vereinswechsel minimieren will?)

    Weiter im Text: Wie das System gespielt wird, wenn die Quali vorbei ist, also wer steigt endgültig in die Oberliga oder Regionalliga (die besten Oberligisten sind ja nach der Herbstrunde bereits in der RL) konnte man nicht beantworten. Man hätte bislang nur den PLan bis zum Winter '24, wie es danach weiter geht, müsste man dann gucken.

    Kleiner Kritikpunkt meinerseits: Für Großteil der Vereine aus SH ist diese Reform sicher eher positiv; man kann immer Landesliga melden, kann so sicher vllt 1-2 gute Spieler eher halten, wobei die Besten sicher immer noch zu den 3-4 Größten Vereinen in SH wechseln werden.
    Hier aber meine Kritik: Bei dieser Reform wurde NULL an diese 4 große Vereine gedacht. Wieso? Diese Vereine sind so gut wie die einzigen, die mittels Jahrgangsmannschaften arbeiten. Sprich es gibt da wirklich getrennt U14 U15 U16,... bei den meisten anderen Vereinen in SH sind das immer Mixteams oder ist es halt einfach breitensportmäßig strukturiert.
    Wo ist das Problem? Die Historie und der logische Punkt zeigt einfach, dass durch diese Reform besonders die U14 Mannschaften als reiner junger Jahrgang von dieser Reform benachteiligt wird. Diese Mannschaften sind spielerisch oft so gut, dass entweder in der Landesliga oben mit spielen oder die Oberliga oft halten konnten. Nur, da es die ersten Saison auf Großfeld gegen Spieler, die 1 Jahr älter sind (in der C-Jugend gibt es da noch viel extreme Unterschiede in der körperlichen Entwicklung), haben diese U14-Teams oft es richtig schwer in den ersten Wochen im Ligabetrieb Punkte zu sammeln. Man muss sich einfach erstmal daran gewöhnen. Oft holt man die ersten Punkte Richtung Ende des Jahres und dann im neuen Jahr bis zum Ende des Saison. So ausreichend, dass man halt in der Oberliga die Klasse hält. ( In der Regel sind das auch oft die spielerisch besseren Teams, in SH sieht man sonst viel Dorfrüpel-Fußball, nur langes gebolze)
    Wenn jetzt aber die Ligazugehörigkeit von den ersten 10 Wochen abhängt, werden diese U14 Teams oft den kürzeren ziehen, weil sie einfach genau diese Zeit brauchen, um sich an das neue Umfeld zu gewöhnen. Sie werden als mMn wenn es um reine Qualität geht, am Ende nicht in der Liga spielen, in die sie gehören, sondern grundsätzlich eine tiefer, weil sie einfach zu Beginn körperlich komplett unterlegen sind.