Beiträge von Linksfuss

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    nero Respekt! Auch, wenn ich sowas wirklich von keinem Trainer erwarten oder sogar fordern würde, finde ich es doch schön zu hören, dass ihr euch an solche Sachen ran traut. Und noch viel wichtiger, dass ihr die Kinder damit etwas erreicht.

    Wir haben sowas nicht gemacht und können aktuell zum Glück auch wieder auf den Platz.


    An Ideen für Geschichten scheint es euch ja nicht zu mangeln. :). Ich habe dabei sofort an die Videos von Alba Berlin (Serie für Kita-Kinder) und auch 'Fit mit Felix Neureuther: Olympia im Kinderzimmer' gedacht. Die verpacken die Bewegungen auch in so Art Geschichten.


    Ich muss sagen, dass ich z.B. auch das von Felix Neureuther mit Olympia echt toll finde. Insbesondere als Lehrmittel und Inspirationsquelle für mich als Trainer. Ich habe mal eine Zeit lang sehr kleine Kinder "trainiert". Noch knapp unter Minis. Insbesondere um Umbauphasen zu füllen, finde ich die Dinge echt klasse. Ein Trainer nimmt sich die Kinder mit zur Seite und macht mit ihnen 4-5 Minuten solche Spaß-Bewegungs-Aufgaben und der andere Trainer hat in der Zeit die Möglichkeit die nächsten Dinge aufzubauen. Insbesondere in der Halle, wo wir nicht viel Platz hatten, kamen wir um kleine Umbaumaßnahmen oft nicht drumherum.


    Heißt Videotraining bei euch, dass ihr es dreht, schneidet und online stellt (z.B. youtube)? Oder macht ihr das live (z.B. per Zoom)?

    Fernsehbeitrag Sport inside

    Trainer an Nachwuchsleistungszentren: Unter Mindestlohn

    vom 14.3.2021 im WDR


    Teaser:

    Die Bundesliga preist die Nachwuchsleistungszentren der Klubs als exzellente Kaderschmieden für den Fußball-Nachwuchs. Doch die Kinder und Jugendlichen werden dort häufig von Minijobbern auf 450-Euro-Basis betreut. Dabei umgehen die Vereine in manchen Fällen auch die geltenden Mindestlohnregelungen.



    Ich fand den Betrag ganz interessant. Insbesondere da es hier um eine Welt geht, mit der ich in meiner Trainerwelt wohl nie in Kontakt kommen werde. Der Beitrag schneidet ja in gewisser Hinsicht auch den Thread von let1612 Von den NLZs lernen

    Wenn ich auf einer NLZ-Webseite ein U9-Teamfoto mit 5 Erwachsenen drauf sehe (Trainer, Co-Trainer, Betreuer, Physios usw.) hilft der Fernsehbeitrag vielleicht so ein Teamfoto, aus Sicht eines unteren Breitensporttrainers, etwas besser einschätzen zu können. :)

    Fernsehbeitrag Sport inside

    Streit um Minitore: Umstrittene Reform des Kinderfußballs

    vom 14.3.2021 im WDR


    Teaser:

    Seit Jahrzehnten spielen Kinder an Wochenenden in Siebener-Teams gegeneinander. Dabei blieben viele Kinder frustriert auf der Strecke, sagen Kritiker. Der DFB hat das Problem lange ignoriert. Jetzt aber will der Verband den Spielbetrieb neu gestalten. An der Basis sorgt das für Unmut.



    Ich fand den Beitrag ganz interessant. :)

    Früher habe ich auf das Wetter oder die Temperatur geschaut, heute auf den Inzidenzwert - Zeiten ändern sich.

    Du wirst lachen. Ich habe heute noch gedacht, dass es draußen vielleicht sogar wirklich mehr Sinn machen könnte, "Kontakt" oder "Kontaktfrei" von der Temperatur und Windgeschwindigkeit abhängig zu machen.
    Schon verrückt auf was für Ideen man kommt, wenn der Tag lang ist. ^^
    Einen Vorteil hätte es jedenfalls: Du bräuchtest weiterhin nur den Wetterbericht checken. ;)

    Regelungen in NRW:
    Da würde ich empfehlen jetzt erstmal abzuwarten, wie das ganze in die Coronaschutzverordnung integriert wird und wie das Stufenmodell letztendlich für NRW aussieht. Es ist schließlich Wahljahr und eine gewisse eigene Handschrift wird sich da wohl kein Politiker entgehen lassen wollen ;) Das ist ja letzten Endes für NRW bzw. dann jeweils auch in den anderen Bundesländern die tatsächliche Diskussionsgrundlage. Grätsche hatte das gerade auch parallel geschrieben.


    Zudem hatte ich den Eindruck, dass der Landessportbund NRW das immer verhältnismäßig gut nochmal aufgeschlüsselt und aufbereitet hat, wie auch die Verordnung in der Praxis auszulegen ist. Mit "gut" meine ich, dass aus den Texten immer noch gut erkennbar war, was neutrale Interpretation der Verordnung (also die Fakten) ist und was Empfehlung/Meinung ist.


    Mit "verhältnismäßig" meine ich, dass der FLVW das nach meinem Geschmack eher schlecht gemacht hat. Das las sich für mich immer mehr wie ein persönlicher Kommentar, in dem sich dann Verordnungstextschnipsel, Interpretationen, Empfehlungen und sich Bewertungen/Meinungen so miteinander vermischten, dass es zwar unterhaltsamer Stammtischtext war, aber als vernünftige Arbeitsgrundlage für Kindertrainer, zumindest für mich persönlich, unbrauchbar war.

    Wir haben die Eltern und Kinder animiert zu zweit auf den Bolzplatz, die Wiese, den Parkplatz etc. zu gehen.
    Wichtig: immer nur zu zweit, keine Grüppchenbildung oder 5 gg 5 Spiele.
    Dazu haben wir ein paar Vorschläge für 1gg1, Dribbelparcous, Sprintübungen mit / ohne Ball verteilt.

    Bei uns im Ort (NRW) sind leider alle öffentlichen Spielflächen gesperrt. Kunstrasen-Käfig, Bolzplätze, Tatan-Multispielflächen usw. Sportanlagen sowieso. Natürlich sind das genau die Flächen, wo es ohne Kontrollen zu Grüppchenbildung kommt. Da hätte ich mir schon etwas mehr Weitblick und Engagement unseres Ordnungsamtes gewünscht. Halt mir freundlichen Kontrollen / Aufklärung und ganz eindeutiger Kennzeichnung. Aber ich weiß natürlich nicht, was das Ordnungsamt aktuell sonst noch so auf dem Zettel hat und wie die Personaldecke bei denen aussieht. Vielleicht hätten wir uns als Vereine da auch mehr einbringen müssen. Die Kinder haben ja letztlich keine große Lobby und einziges Sprachrohr für sie können ja nur die Erwachsenen sein.


    Ergänzend zu deinen Vorschläge hätte ich noch folgende Ideen:

    Speedminton (Badminton/Federball) oder Indiaca. Alles im Eins gegen Eins. Vielleicht geht das schon mit deiner Altersklasse, da gewisse Fähigkeiten in Rückschlagsportarten erforderlich sind. Bei den Spielen kann ich mir gut vorstellen, dass man damit schon sehr spielerisch und mit einer gewissen Distanz, Fitness und Bewegung trainiert bekommt. Das geht auch gut im öffentlichen Raum oder im eigenen Garten. Beim Speedminton könnte ich mir sogar vorstellen, dass man die jeweiligen Zielfelder noch etwas anders gestaltet, um bestimmte Spielverhalten zu provozieren oder Laufverhalten (-> steigende Fitness) beim Gegner zu erzwingen. Das wäre dann vielleicht etwas, wenn man wieder auf den Platz darf, jedoch auch dort erstmal nur kleine Gruppen oder Pärchen erlaubt sind.

    Den Punkt hatte ich gar nicht gelesen. Kann gut sein, dass durch die Passage sowas flächendeckend in NRW wieder möglich wird. Ich verstehe das so wie du. Ich habe aber auch nicht aktiv verfolgt, wie das vor der neuen NRW-Verordnung war.


    Hier ein kleiner Fernsehbeitrag dazu, der zum Thema 'NLZ's im Ruhrgebiet' passt:

    Beispiel NLZ von Rot-Weiss Essen


    Naja. Grundsätzlich ist wohl klar, dass die Lockerungen nicht für Mannschaftssportarten gemacht wurden und daher für viele Trainer wohl auch nicht so interessant sind. Hatte ich persönlich zum jetzigen Zeitpunkt aber auch gar nicht mit gerechnet, daher hält sich meine Enttäuschung in Grenzen.

    Na ich weiß nicht. Wenn ich das so mache, wie in deinem einfachen Beispiel, dann ist das für mich nichts anderes als die genannte Gymnastikgruppe, die man anleitet. Das ist sicher nicht gewollt.

    Also wenn ich ausschließlich den gelb markierten Text in der Verordnung aus Seite 12 lese, dann ist das nach meinem Verständnis möglich. Das Beispiel mit der Gymnastikgruppe hat der LSB in seinem Kommentar gebracht. Auf welcher rechtlichen Grundlage dieses Verbotsbeispiel beruht, ist mir in gewisser Hinsicht auch unklar. Bei allen Beispielen hätte bestimmt eine kurze Begründung geholfen, damit man die neue Verordnung besser auf die persönliche Situation übertragen bekommt.


    Aber so oder so ist es bestimmt sinnvoll (falls das nicht eh vorgeschrieben ist -> keine Ahnung), im Vorfeld Kontakt zum Ordnungsamt aufzunehmen, um da erst gar keine blöde Situation entstehen zu lassen. So etwas vorher anzusprechen stärkt bestimmt auch das Vertrauen auf Seiten der Behörde in deinen Verein und die werden einem dann ja auch sagen, ob das Vorhaben für sie ok ist oder nicht. :) Auf diese "Zusammenarbeit" Behörde <-> Verein werden wir ja wohl noch etwas länger angewiesen sein.

    Natürlich heißt das Aufheben einer Einschränkung durch die Politik auch nicht, dass die Handlung dadurch jetzt ausdrücklich empfohlen ist und es jetzt jeder machen muss. Wenn da jemand für seine persönliche Situation keinen Sinn drin sieht, soll er es halt lassen und auf weitere Lockerungen hoffen.


    Ich kann gut verstehen, dass es bei euch kribbelt!

    Erste Lockerungen in NRW, unter anderem auch für den Breitensport!


    Allein, zu zweit oder aus einem Haushalt darf ab sofort wieder auf Sportanlagen trainiert werden, die einzelnen Gruppen müssen Abstände von fünf Metern halten.


    Da stellt sich die Frage, ob ich meine ganze Mannschaft einladen dürfte, Zweiergruppen bilden kann und die Gruppen mit den geforderten Abständen etwas machen dürfen. Oder interpretiere ich das falsch? (unabhängig davon, ob ich das machen sollte oder will)


    Verordnung:

    CoronaSchutzVerordnung NRW ab 22.2.2021


    Kommentar LSB:

    Kommentar Landessportbund NRW



    Hey Charles De Goal ,
    nach meinem Verständnis ist genau das, was du konkret fragst, eventuell nicht erlaubt. Diesen Schluss hat Radagast ja auch gezogen. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail. ;)

    Dein Vorhaben riecht nach "Anweisung mehrerer Sportler" und das wäre so wohl in der Tat nicht erlaubt.


    Die Situation -Personen aus eigenem Hausstand treiben Sport- ignoriere ich hier jetzt mal, da es für uns in der Rolle als Trainer finde ich nicht so interessesant ist.


    Ich interpretiere die Verordnung und den Kommentar des LSB so:

    Das ist die erste Öffnungsstufe seitens der Politik für den Sport und daher liegt der Fokus erstmal auf -sportlicher Betätigung von Einzelpersonen- und -gemeinsamer sportlicher Betätigung von zwei Personen-. Zudem vermute ich, dass die Lockerungen auch insbesondere (vielleicht sogar in erster Linie) für Personal-Trainer/Fitnessanbieter gemacht wurden, damit sie schlicht wieder Geld verdienen können und eine wirtschaftliche Perspektive bekommen (könnten nach meinem Verständnis z.B. ihre Mucki-Geräte in größerem Abstand auf einem Kunstrasenplatz aufstellen). Daher ist laut der Verordnung explizit der Einzelunterricht erlaubt worden (also ein Trainer weist einen Einzelsportler an). Das ist anscheinend auch der Grund, weshalb in dem Kommentar vom LSB bei den Beispielen die Anleitung einer Gymnastikgruppe (selbst unter allen Abstandsvorgaben) nicht erlaubt ist (also ein Trainer weist mehrere Sportler an).

    Wenn meine Interpretation richtig ist und man das als Trainer im Hinterkopf hat, sind finde ich schon gewisse Dinge auch auf dem Fußballplatz wieder möglich. Allerdings auf andere Art und Weise, wie man als Trainer normalerweise vorgehen würde. Ich denke da kann man jetzt kreativ werden. Mit kreativ meine ich jedoch nicht, wie man die Regeln möglichst kreativ umgehen kann! Ich meine damit schon, wie man als Trainer "im Geiste der Lockerungen" vergleichsweise sichere Spiel- und Bewegungsangebote machen kann. Und das fände ich auch völlig legitim, die Lockerungen wurden ja zur sportlichen Betätigung -> Gesundheitsförderung gemacht.


    Einfaches Beispiel, das nach meinem Verständnis ab Montag laut neuer Verordnung in NRW erlaubt wäre* und auch als Beispiel im LSB-Kommentar aufgeführt ist (s. "Balltraining zu Zweit mit einem*r festen Partner*in" bzw. "Kampfsporttraining mit einen*r festen Partner*in"):

    Du baust auf dem Platz diverse Fußballtennis-Felder und/oder Eins-gegen-Eins-Felder mit ausreichend Abstand auf (z.B. 20 Meter Platz zwischen den Feldern) und sagst deinen Kids, dass sie zwischen 17 und 20 Uhr zum Spielen kommen können. Sie müssen als feste Pärchen kommen und den Platz auch wieder so verlassen. Du bist dann da und kannst mit ausreichend Abstand mal wieder mit den Kids persönlich quatschen. Insbesondere achtest du aber darauf, dass sich die Pärchen wirklich autark voneinander aufhalten und bewegen. Um Chaos direkt zu vermeiden ist bestimmt eine Art Feld-Buchung zu empfehlen, wie man es ja bei Tennisplätzen auch machen würde.


    * Die jeweilige Stadt oder Gemeinde müsste den Platz dafür natürlich erstmal wieder offiziell frei geben. Je nach örtlicher Situation macht es bestimmt auch Sinn, das Ordnungsamt im Vorfeld zu informieren.

    .. weiter von oben. :)


    Grundsätzlich sollte man hier ganz klar zwischen der Brainstorming-Phase und der Bewertungs-Phase ("Wie soll das denn jemals funktionieren? Das ist doch quatsch.") trennen. An der Brainstorming-Phase kann sich im Prinzip jeder beteiligen. Die Bewertungs-Phase muss letztendlich jeder Verein für sich persönlich vornehmen. Die Idee, die in Villarriba keinen interessiert, könnte ja in Villabajo genau richtig sein.


    Wo sollen denn das Personal her kommen, für diese "neuen" Vereine?
    Für wahrscheinlich keinen von uns Trainern wird sich nach Corona etwas am Konstrukt "Erwerbstätigkeit" geändert haben. Und das Ehrenamt kommt halt on top.


    Mit dieser Frage befindest du dich in gewisser Hinsicht schon in der Bewertungs-Phase, da es darauf gar keine Universalantwort geben muss. Wo die "Trainer" der neuen Vereine herkommen sollen? Das ist das, was ich ganz oben meinte (Let1612's Beitrag ist kein Trainer-Thema). Manche Dinge lassen sich nicht sinnvoll aus dem Blickwinkel eines Trainers beantworten.

    Konkret bei uns vor Ort als Beispiel (wir haben das nicht so gemacht, geografisch wäre es aber nicht unrealistisch):

    Vielleicht wären alle Fußballvereine des Orts bereit, einen Sportlehrer für die OGS der Grundschule mitzufinanzieren. Der könnte in den Pausen Sport- und Bewegungsspielzeug rausgeben, Felder aufbauen (nicht nur Fußball!) und Nachmittags auch nochmal ganz andere Angebote auf dem Pausenhof anbieten und organisieren. Eine zusätzliche Pausenaufsicht bräuchte es natürlich weiterhin. So Jemand sollte dann bei uns auch den Draht zu den Vereinen halten, diese würden bestenfalls auch mal Materialien an die Schule ausleihen. Vielleicht könnte er auch unterstützend in den Schulsport eingebunden werden. So eine Vernetzung könnte auch bei sportlichen Schulveranstaltungen helfen (sowas wie Bundesjugendspiele). Bevor die komplett ausfallen (da keine Eltern-Helfer), könnten die Vereine vielleicht jeweils 1-2 Leute mobilisieren. Das ist ein Beispiel, das natürlich auch schon vor Corona möglich gewesen wäre. Würden Kinder so über die Woche verteilt bereits verlässlich "viel Fußball und Bewegung" bekommen, bräuchtest du vielleicht gar keine zusätzliche Trainingsstunde pro Woche anbieten. Es sollte nur zeigen, dass auch andere Ausbildungsmodelle denkbar und in meinen Augen realistisch wären (OGS-Sportlehrer + Trainer + Co-Trainer).



    Jetzt könnte man ja sagen "Geile Sache, warum macht ihr es nicht?".

    Ich würde sagen, weil nur die "Not erfinderisch macht". Und die Not, so etwas anzuzetteln, ist in unseren Vereinen anscheinend (noch) nicht groß genug. Und Kinder sind natürlich auch völlig abhängig vom Engagement der Erwachsenen (Stichwort: erfinderisch), was die Sache zusätzlich erschwert. Das ist wohl der Hauptgrund, weshalb viele idealistischen Dinge leider viel zu selten den Weg in die Realität finden.


    Direkt vorweg. Dein Beitrag ist für mich kein reines Trainerthema!

    Das ist Sport- und Vereinsentwicklung für Vereinsvorstände, Jugendleiter, Koordinatoren, sportliche Leiter, Innovatoren, vielleicht Schulleiter und natürlich AUCH Trainer, die Spaß daran haben (und die nötige Zeit) solche Dinge zu konzipieren und anzuschieben. Ich persönlich finde solche Dinge allerdings sehr spannend, daher schreibe ich nochmal dazu.


    Mir hat dein Beitrag ab dem ZWEITEN SATZ gut gefallen, einfach weil er den Blick mit einem erfrischenden Optimismus nach vorne richtet und versucht die Situation so anzunehmen, wie sie ist. Vielleicht etwas provokativ durch die Fragestellungen, aber das muss man ja unabhängig vom Inhalt betrachten. ;)



    Zum ERSTEN SATZ:

    Ich möchte gar nicht wieder zurück - vor Corona.


    Das ist ein Satz, der mir schwer über die Lippen geht. Da er, so wie er da steht, für mich unnötig polarisiert. Einfach weil Corona ganz aktuell erstmal viel zu vielen Menschen (weltweit) Leid zufügt. Durch Tot, Krankheit, Kontaktverbote, Existenzverluste, und und und. Die vermeintlichen Vorteile und Errungenschaften sind somit unmittelbar verbunden mit dem überall entstandenen Leid und sind daher für meinen Geschmack „teuer erkauft.“ Ich würde vermuten, dass du den Satz inhaltlich anders gemeint hast, allerdings kann ich auch gut verstehen, wenn Jemand so eine Aussage nicht besonders toll findet und gar nicht ernsthaft weiter liest.


    Ich sehe das eher so:

    Da die Corona-Situation, und die damit verbundenen negativen Folgen, mittlerweile schon so lange andauert und uns vermutlich noch länger bestimmen wird, ist eine Diskussion im Sinne von "Wollen wir zurück vor Corona oder wollen wir so weiter machen wie heute?" mittlerweile eh müßig geworden. Allein schon deshalb, da es aktuell gar nicht in unserer Hand liegt (mit "uns" meine ich jeden Einzelnen und die Gesellschaft), Corona vollkommen zu kontrollieren oder mit einem Machtwort einfach zu beenden (selbst eine politische 180 Grad Wendung würde ja nach meinem Verständnis Corona nicht einfach verschwinden lassen, die Probleme würden sich dadurch vermutlich verlagern). Und es liegt auch nicht in unserer Hand die Zeit zurückzudrehen. Die Erde dreht sich nun mal relativ unbeirrt seit fast einem Jahr weiter (Karneval fing es ja damals in Deutschland an) und ausgelöst durch Corona gab es in allen Bereichen Veränderungen und Weiterentwicklungen. Allerdings eher nach dem Motto „Aus der Not eine Tugend machen.“ Diese Erfahrungen (z.B. arbeiten im Homeoffice) oder technischen Weiterentwicklungen (z.B. Videotelefonie) stehen uns jetzt einfach dauerhaft zur Verfügung.



    Ab dem ZWEITEN SATZ:


    Beim Homeoffice sage ich bewusst "Erfahrungen", da ich die Art und Weise, wie es heute vielfach praktiziert wird, eher als pragmatisch-provisorisch bezeichnen würde. Es funktioniert zur Überraschung vieler Betroffener vielleicht besser als erwartet und das ist ja auch gut so. Aber ob es ein wünschenswertes Modell vieler Arbeitnehmer sein wird, die nächsten Jahre vom Küchentisch oder von der Couch aus zu Arbeiten, das würde ich aktuell doch anzweifeln 🙂. Wie sich das also wirklich weiterentwickeln wird, das wird wohl erst die Zeit zeigen und sich vielleicht auch regional unterschiedlich entwickeln. Dauerhaft zurück ins Büro muss das ja auch nicht bedeuten, aber 1:1 so wie heute, wird es bei Vielen wohl auch nicht laufen (Folge wäre z.B.: Dachboden zum Homeoffice ausbauen). Geht mir jetzt auch nicht um eine Diskussion ums Homeoffice (grundsätzlich falsches Forum), sondern eher darum, dass man noch etwas abwarten muss, um daraus langfristig neue Möglichkeiten für den (Vereins-)Sport ableiten zu können. Das gilt mindestens genauso für das sogenannte digitale Homeschooling, insbesondere im Grundschulbereich.



    Trotzdem sprichst du mit deinen Fragen und Anregungen ja ein paar interessante Punkte an!

    Und das finde ich auch super und total berechtigt innerhalb dieses Threads. Ich interpretiere den Beitrag als eine Art Brainstorming und Mutmacher zu dem Thema „Welche POSITIVEN Möglichkeiten KÖNNTEN die Veränderungen und Entwicklungen für die Breitensportvereine bieten?“.



    Hier mal 3 ganz konkrete Beispiele, um deine Anregungen praxisnah zu ergänzen:


    Beispiel 1 - Walking Bus ergänzend oder alternativ zum Schulbus (nicht mit Maske im Bus sitzen müssen) oder Elterntaxi:

    Pedibus – Wikipedia

    Bei Dritt- oder Viertklässlern vielleicht sogar mit dem Rad. 3-4 Kinder und ein Elternteil.

    Sowas ist vielleicht durch Homeoffice eines Elternteils zukünftig realisierbar und würde gleich mehreren Kids bereits eine gewisse Alltagsbewegung bieten.


    Beispiel 2 - Im Sportheim-Büro einen kleinen Coworking-Space für Student(en) einrichten (idealerweise Spieler in der eigenen Seniorenmannschaft):

    Können Infrastruktur wie WLAN, Multifunktionsdrucker nutzen und dort (gemeinsam) "lernen", natürlich nur soweit das auch zielführend ist. Getränke frei usw. Sowas wird vielleicht erst dadurch möglich, dass Unis auch weiterhin auf digitale Inhalte setzen.

    Gleichzeitig könnten sie den Materialwart machen und Bälle, Leibchen, Trainingsmaterial rausgeben. Höre folgende Stelle im Podcast:

    Norbert Elgert - Spielmöglichkeiten in kleinen Vereinen


    Beispiel 3 - Videotelefonie in Gruppen:

    Ich fände es total super und sinnvoll, wenn insbesondere im Kinderbereich, wo vermutlich (kenne keine Statistik) die wenigsten Trainer über einen großen Erfahrungsschatz als Trainer im Kinderbereich verfügen (da sie oftmals Neueinsteiger sind), vor jeder Saison der Kreisverband/Staffelleiter einen verbindlichen, digitalen Infoabend macht, in dem der Verband den Saisonablauf vorstellt und ganz klar das Regelwerk inkl. FPL erklärt und auch die Einhaltung hinweist. Im Idealfall auch mal anhand von einigen Videosequenzen ganz praktische Spielsituationen und den Umgang damit zeigt (z.B. Abschlag per Hand über die Mittellinie -> bei FPL nicht erlaubt), Aufbau der Coaching-Zone und die Bedienung des DFB-Net vorstellt.

    Bezüglich einer Vereins-App zur Nachverfolgung


    Hier nochmal eine sehr aktuelle Info (01.02.2021) zur Kenntnisnahme ;), da sie gut zu unserer Diskussion der digitalen Nachverfolgung passt.


    "Mit Blick auf die Erfassung und Nachverfolgung von Besucherströmen in der Corona-Pandemie prüfen führende Verbände aus den Bereichen Kultur, Gastronomie und Sport eine branchenübergreifende Zusammenarbeit. ..."


    Branchenübergreifende Nachverfolgung



    Knüpft an die Beiträge #669 bis #672 an.

    Bezüglich einer Vereins-App zur Nachverfolgung


    Hier eine relativ aktuelle Info aus NRW (11.01.2021):

    FLVW-CheckIn Web-App für Vereine


    Meines Wissens kam die bereits ca. im August oder September letzten Jahres raus (Datum habe ich jetzt nicht recherchiert). Bei uns im Verein kam die allerdings nicht mehr zum Einsatz. Habe also keine Erfahrungswerte damit gesammelt.


    Und für Ende Februar wird in diesem Online-Magazin eine Zwischenbilanz angekündigt.


    Hey,

    da ich einen vergleichbaren Trainerlebenslauf habe (Zeitraum und Altersgruppe), versuche ich es mal.


    Stärkste Spieler:

    Ich vermute, du beziehst die Stärke auf deren "Durchschlagskraft" in Bezug auf das Spielergebnis. Oder etwas platter gesagt: Sie schießen halt viele Tore (wie auch immer sie das schaffen), sonst würdest du sie ja im Trainingsspiel nicht zugunsten eines ausgeglichenen Ergebnisses gegeneinander spielen lassen. ;)


    Zur Psychologie dahinter:

    Zum konkreten Verhalten deiner beiden Spieler kann ich nichts sagen, da fehlen mir die Erfahrungen und die konkreten Fälle im Team. Zumindest in dieser starken Ausprägung.



    Daher folgen jetzt lediglich ein paar lose Gedanken für die Zeit, wenn Mannschaftstrainings wieder möglich sind. Für dein ganz konkretes Trainingsvorhaben fällt es mir echt schwer etwas sinnvolles beizutragen. Dafür müsste ich die Kids persönlich kennen (Fähigkeiten) und das Hygienekonzept studieren.


    Grundsätzlich steckt in der Situation doch auch eine schöne Herausforderung: Und zwar wie schaffe ich es (als Trainer), durch geschickte Rahmenbedingungen (Regeln, Feldarten, Teameinteilungen, Überzahl-/Unterzahlteams) beide Kids auch wirklich fußballerisch voran zu bringen (die anderen Kinder natürlich auch!). Anstatt sie zugunsten des Spielergebnisses zu neutralisieren, indem du sie gegeneinander spielen lässt (soll kein böse gemeinter Vorwurf sein, mache ich auch). Wenn du die Rahmenbedingungen so gestaltet bekommst, ohne dass der Spielspaß darunter leidet, haben sie zusammen in einem Team womöglich viel bessere Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln, als wenn du sie häufig voneinander trennst. Eine fußballerische Verbesserung muss sich nicht auch zwangsläufig im Spielergebnis niederschlagen. Und dann hast du ja als netten Nebeneffekt das erreichst, was du durch das Trennen dir Kids ursprünglich erzwingen wolltest. Auch der "schwächeren" Truppe kommt so eine Maßnahme vielleicht zu gute, da "der Star" fehlt und die anderen dadurch mehr Ballanteile und auch mehr Verantwortung bekommen.


    Hier ein paar Möglichkeiten, anstatt sie in getrennten Teams gegeneinander antreten zu lassen. Das wäre bestimmt was für einen eigenen Thread (gibt es vielleicht auch schon), daher reiße ich nur ein paar Optionen spontan an. Grundsätzlich zu "Provokationsregeln" gibt es ja schon so Einiges im Forum - s. auch den Vorschlag von Goodie -

    • Auf zwei Feldern parallel spielen und sie so erstmal voneinander trennen. Dann müssen sie sich mehr mit den anderen Kids auseinandersetzen und es kann über gewisse Vorkommnisse auch etwas Gras wachsen.
    • Einen von beiden als "freien Mann" spielen lassen. Also z.B. sowas wie 3gg3 + 1. Der "freie Mann" hat dann die Aufgabe des Spielgestalters und darf ggf. noch nicht mal Tore schießen oder ggf. nur Tore direkt. Dann ist das spielerische Ungleichgewicht vielleicht nicht ganz so groß. Und der "freie Mann" muss sich auf eine andere Aufgabenstellung einlassen um selbst "erfolgreich" zu sein.
    • Wenn du ziemlich verlässlich weißt, welche Kinder zum Training kommen, dann zu Hause nicht nur die Trainingsinhalte, sondern auch die Teams planen. Also konkret: Welches Team spielt auf welcher Feldform, mit welchen "Spielregeln". Das erspart es dir, sowas auf dem Trainingsplatz mit 18 schreienden Kindern mehr oder weniger spontan festlegen zu müssen.
    • Falls ihr auf Jugendtore spielt: Ihnen den schwächeren Torwart geben und der anderen Truppe den "besseren" TW.
    • Sympathisch finde ich auch Maßnahmen, die für beide Teams gelten, aber das schwächere Team davon etwas mehr profitiert:

      Falls ihr auf Jugendtore spielt: Die Torhöhen z.B. durch Absperrband auf z.B. 1,50 Meter reduzieren. Möglichst jedoch auf beiden Feldseiten. Dadurch können sie weiter ihren starken Fuß für den Torabschluss benutzen, müssen aber präziser abschließen.

      Mit Schusszonen arbeiten. Ggf. kann man ja beiden Teams auch 2-3 "Schuss-Joker" zugestehen (= Tore würden auch von außerhalb der Zone gelten). Dann bekommt das sogar noch eine gewisse spieltaktische Komponente für die schussstarken Kinder.

      Das Spielfeld trapezförmig gestalten, sodass es in Richtung "schwaches Team" schmaler wird. Dadurch wird das Verteidigen vielleicht etwas einfacher und das Angriffsspiel verlangt mehr Präzision und Spielintelligenz. Dadurch provoziere ich natürlich ein Spiel durch die Mitte, was vielleicht gegen deine Spielphilosophie spricht. Ich hoffe jedoch, meine Hintergedanken werden klar. Das Spiel in der gegnerischen Hälfte erschweren, ohne die Spieldynamik und auch die individuellen "positiven" Stärken einzuschränken.


    Zur Stärkung des Miteinanders:

    Sollte es nicht Knatsch wegen einer ganz bestimmten Sache zwischen den beiden Spielern geben, ist das wohl ein schleichender Prozess. Hast du ja auch so beschrieben. Und die Situation kann man vermutlich auch nur über einen längeren Zeitraum wieder gerade rücken.

    Von einem schönen Erlebnis berichtete ein Verbands-Referent in einer Online-Schulung zum Re-Start im Sommer. Er hatte wohl mal eine Demo-Mannschaft (Kinder- oder Jugendteam / weiß ich nicht mehr) bei einer Schulung, die er als Truppe überdurchschnittlich ausgeglichen und harmonisch empfand. Nach der Schulung hat er die Trainer darauf angesprochen und die konnten das nicht so richtig erklären. Eher beiläufig kam dann nur von den Trainern, dass sie folgende Verabredung mit den Kindern hatten (ich hoffe, ich gebe das noch einigermaßen sinngemäß wieder): Jedes Kind sollte sich in der laufenden Saison mit möglichst jedem Teamkameraden 1-mal in der Freizeit treffen. Einzige Vorgabe: Es sollte bei dem Treffen kein Fußball gespielt werden ;). Das wird bestimmt nicht der alleinige Grund gewesen sein, fand ich aber eine schöne Idee.

    Erst einmal gehe von einem massiven Verlust an Spielern aus, die man nicht mehr reaktiven kann, insbesondere im unteren Breitensportbereich, zweite, dritte Mannschaften etc.

    HansMcMans Den Punkt habe ich jetzt schon des Öfteren gehört und ich frage mich ernsthaft, was die Gründe dafür sein können? Mein Fokus liegt schon seit längerer Zeit nicht mehr auf dem Seniorenfußball, daher habe ich aktuell keinen engen Kontakt zu einem Team und kenne dort auch die Stimmung nicht. Haben die Spieler aufgrund der langen Pause schlicht die Lust verloren? Hat man diese Tendenzen bereits nach dem ersten Lockdown bei den Senioren gemerkt?


    Ich muss sagen, ich freue mich total darauf, wenn es irgendwann mit dem Kinderfußball wieder los geht. Daran, dass wir dann vielleicht nicht mehr alle Kids an Bord haben, habe ich bis jetzt noch keinen einzigen Gedanken verloren. Ich hoffe, ich bin da nicht zu naiv.


    Ich weiß, insbesondere im Jugend- und auch Kinderbereich wird oft die Spielekonsole als härteste Konkurrenz zum Vereinsfußball genannt. Von den Eltern habe ich jedoch viele Rückmeldungen bekommen, dass die Kinder ihnen zu Hause die Bude auseinander nehmen, da ihnen das Austoben in Training und Spiel fehlt. Allein das ist hoffentlich Antrieb genug, irgendwann wieder mit Fußballschuhen frittenheiß auf dem Platz zu stehen. :/