Ich finde die Diskussion hier im allgemeinem sehr spannend! Auch wenn ich bei vielen Dingen mit diesem Forum absolut übereinstimme, so finde ich manche Beiträge hier doch merkwürdig.
Wenn der Junior diesen Weg aktuell bereit ist zu gehen, dann soll/darf er diesen doch gehen. Mit allen Vor- und Nachteilen die dazu gehören. (sofern das natürlich immer aus eigenem Antrieb und nicht auf Druck der Eltern geschieht)
Mein Junior ist kein ungeschickter Fußballer und würde sehr gerne Profi beim VfB werden. Er hat mich gefragt was es dazu Bedarf und diese Situation habe ich ihm aufgezeigt. Danach hat er entschieden, dass das zwar schön wäre, er aber sehr gerne auch seine Freizeit mit seinen Freunden verbringen möchte und hier und da auch mal "nichts" mit Fußball zu tun haben möchte. Seit dem hat er beschlossen, dass Fußball zwar ein wichtiger Teil seines noch jungen Lebens bleiben soll (er ist 12), aber auch eine "Karriere" beim Heimatverein ausreichend wäre. (mit gemeinsamen Feiern etc., alles was eben zu einer "Karriere" im Dorfverein gehört
)
Jeder geht seinen eigenen Weg und wenn der Weg dieses Kindes aktuell aufgrund seines Wunsches in diese Richtung geht, dann darf man das auch gerne akzeptieren. Bislang haben bei mir die Nachrichten des Elternteils zumindest keinen anderen Eindruck hinterlassen.
Und ja, ich stimme dem ein oder anderen Vorredner durchaus zu: Im Spitzensportbereich gehört diese Fokussierung durchaus dazu. Insbesondere in der heutigen Zeit. Und im ganz speziellen im Fußball. Es gibt nun mal so gut wie niemanden mehr, der es ohne Teilnahme im NLZ weit nach oben bringt. (Aufzählungen wie Miro Klose oder aktuell beim VfB z.B. Deniz Undav sind da nicht sinnvoll, da wir jeweils von einem anderen Zeitpunkt sprechen)
Auch bei den olympischen Spielen sehen wir zuletzt, dass wir abgehängt werden. (2024: Platz 10 / 2020: Platz 8 / 2016: Platz 5 / 2012: Platz 5). Bei den Winterspielen sieht es etwas anders aus, da lagen wir zuletzt ja jeweils innerhalb der Top 3.
Wir neigen dazu, den Schutzmantel zu großflächig um die Ambitionierten zu legen. Wenn jemand Ambitionen hat, dann sollten wir denjenigen bestmöglich fördern. Hier hat es meiner Meinung nach in den letzten Jahren wiederum zu sehr gehakt.
Daher bin ich auch bei denjenigen die die Meinung vertreten, dass der Junge dann doch besser in ein NLZ sollte, statt an Trainingseinheiten in "unzähligen" Vereinen/Institutionen teilzunehmen. Sofern die Neigung des Jungen in diese Richtung geht.