Beiträge von Papatrainer83

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    Nein, du kannst ihm das "lieben" nicht beibringen. Ich denke sogar, dass du eher das Gegenteil bewirkst wenn du mit ihm zu Hause trainierst. Kinder mit 4 Jahren sollen sich ausprobieren und dann kann es sein, dass er mit 7 Jahren doch zum Fussball kommt. Oder zur Geige. Oder zum Tennis. Oder zur Feuerwehr. Er soll es aussuchen!

    ICh kan

    📘 TAG 4 & 5: Das strukturelle Betreuer-Chaos, Smartphone-Coaches und die „Schrottplatz-Methode“ des DFB


    7. Die gnadenlose Selektion: Die Schrottplatz-Methode des DFB

    Erschwerend kommt ein psychologisches und strukturelles Paradoxon hinzu, das ich im Zuge von offiziellen DFB-Sichtungstagen für die Jahrgänge U11 und U13 im Umland analysieren konnte. Rund 45 geladene Jungs müssen diese Trainingseinheiten absolvieren. Am Ende schafft es nur ein minimaler Bruchteil in die nächste Förderebene (den Stützpunkt), während die restliche Masse rigoros durch dieses Raster fällt. Der unausgesprochene Tenor des Verbandes an die gescheiterten Kinder lautet: „Kickt einfach weiter in euren Dorfvereinen, da seid ihr bestens aufgehoben.“ Wer im Selektionsraster des DFB im ersten Anlauf nicht perfekt funktioniert, wird sofort fallen gelassen. Die ersten 4 Jahre Basis-Fußball MÜSSEN von Fachkräften gefördert, geformt und unterstützt werden….
    Noch drastischer zeigt sich diese Konsequenz im laufenden Stützpunktbetrieb. Sobald ein talentiertes Kind aus privaten, schulischen oder logistischen Gründen häufiger fehlt, greift die eiserne Hand des Verbandes: Es droht der sofortige, bundesweite Ausschluss aus dem Stützpunktprogramm. Eine zweite Chance an einem benachbarten Stützpunkt ist kategorisch ausgeschlossen. Das gleicht einer kaltblütigen „Schrottplatz-Methode“: Reines Kupfer bringt viele Euros, einfaches Metall nur Centerträge. Das ist eine unerträgliche Perversität eines Verbandes, der sich Gemeinnützigkeit auf die Fahne schreibt. Ob die Aussortierten weiterhin Spaß am Fußballspielen haben?
    Hier offenbart sich eine erschreckende Doppelmoral: Man sortiert die Talente oben mit eisernem Besen aus, verweigert ihnen aber unten an der Basis die dafür notwendige, qualifizierte Grundausbildung.

    Fortsetzung folgt morgen: TAG 6 (Die logistische Materialschlacht der Spielfeste und die „Spedition Amateurbereich“)

    Widerspruch: Talentierte Kinder sind meistens schon vor den Sichtungen bekannt. Sollten Kinder in diesen Sichtungen nicht auffallen, gibt es auch danach noch Möglichkeiten in den Stützpunkt zu kommen. Auch kann in einen anderen Stützpunkt gewechselt werden, hier kommt es vielleicht auch darauf an wie man miteinander redet...

    Mich würde zu deiner "dreijährigen, lückenlosen Beobachtung an der Basis" Folgendes interessieren: bei wie vielen verschiedenen Vereinen hast du hospitiert bei wie vielen Stützpunkten warst du? Und in welcher Funktion hast du dich jeweils vorgestellt?

    Lass mich raten: dein Sohn hat es leider erwischt und er war sowohl der Unglückliche beim Sudden Death als auch mit dem wahnsinnigen Fernschuss, der nicht gezählt wurde...

    Viele Vereine vertreten die Kultur gleiche Spielzeit für alle. Bis zu U12 kann ich das absolut mitgehen. Aber warum soll ein starker D-Jugendspieler, der einfach heute einen schlechten Tag hat nicht auch mal vor der Zeit ausgewechselt werden und einer, der gerade richtig heißläuft weiter draufbleiben? Ab der C-Jugend ist für mich Aufstellung und Spielzeit nach Leistung keine Frage.

    Es sind aber einfach viele Punkte, die zusammenkommen. Komplett mitgehen kann ich, dass die deutsche Nationalmannschaft im Moment für keinen Spielstil steht. Wofür steht für euch die Nationalmannschaft? Ich bin mit kopfballstarken Stürmern aufgewachsen (Riedle, Klinsmann etc.), das Spiel war hierfür ausgelegt zusammen mit einem starken Zentrumsspieler (Matthäus, Sammer) und Abwehrspielern, die sich über den Zweikampf definiert haben (Kohler, Eilts).

    Nagelsmann hat versucht die Offensive über Dribbler und spielstarke Stürmer zu definieren, auch defensiv wollte er alles spielerisch lösen. Also konträr zu der oben genannten Zeit. Wahrscheinlich ist das die größte Aufgabe für Klopp: einen Spielstil zu definieren

    In Württemberg gibt es in der U13 oftmals reine Qualistaffeln wo du dann hohe zweistellige Ergebnisse hast. Erst im Frühjahr wird dann einigermaßen vernünftig eingeteilt.

    Ich komme aus dem Leistungssport und profitiere heute noch davon, dass ich mich in Drucksituationen konzentrieren kann weil ich es in der Jugend bei meinem Hobby gelernt habe.

    Ein U17 oder U19 Bundesligaspieler sollte den Druck aushalten wenn er ganz nach oben will. Von dem Druck eines Nationalspielers ist das dann immer noch ganz weit entfernt.

    Zurück zur Nationalmannschaft: ich gehe davon aus, dass JK Bundestrainer wird. Man wird ihm ungeahnte Freiheiten geben und ich könnte mir vorstellen, dass er auch Ideen für eine Reform in der Jugend haben wird-da bin ich gespannt wie diese aussehen.

    Interessant finde ich, dass in Spanien bereits ab der U13 10+1 auf das normale Spielfeld gespielt wird (ich dachte immer es wird länger uafs Kleinfeld gespielt und habe das recherchiert) und dies wohl sehr erfolgreich. Viele hier im Forum wollen ja eher das Gegenteil und erst ab der U16 aufs Großfeld.

    Auszug aus bild.de (ja ich lese ab und zu Bild und stehe dazu) von heute Morgen:

    "Jordi Font (56), der Spaniens Superstar Lamine Yamal (19) in der Jugend des FC Barcelona trainierte und förderte, erklärt: „Bis zur U12 wird auf kleinen Plätzen gespielt, das fördert die Technik und Kreativität. Ab der U12/U13 wird elf gegen elf gespielt, mit maximaler Sieg-Orientierung. Das führt dazu, dass die Trainer taktisch und die Jungs spielerisch-technisch viele Lösungen finden müssen, um zu gewinnen.“"

    Ich hatte mit einem Trainer aus meinem Verein ein interessantes Gespräch, er möchte eine Leichtathletik-Abteilung gründen und in der Jugend die Spieler einmal in der Woche dorthin schicken (statt oder zusätzlich zum Fußball), damit sie körperlich und koordinativ besser werden. Springen, laufen, werfen, sprinten - alles athletische Grundlagen, die einem im Fußball auch helfen. Einfach eine ganzheitliche sportliche Ausbildung eben. Finde die Idee interessant, würde das nicht Robustheit und körperliche Überlegenheit bringen, mit der man dann am Ende "wie ein Uhrwerk" arbeiten kann?

    Ich finde diese Idee super. Auch dem Breitensportverein würde es helfen, da leider immer mehr Kinder sehr unsaubere Bewegungsmuster haben und dies könnte dadurch korrigiert werden.

    Was haltet ihr von der Koordinationsleiter? Ich finde sie extrem wichtig im Hinblick auf Koordination der Kinder

    Wen würdest du denn aussortieren? Für mich wären das:

    Neuer, Kimmich, Rüdiger, Raum, Goretzka, Sane, Baumann

    Sehe ich fast genau so. Bei Baumann weiß ich nicht. Bei Woltemade müsste man evtl. mal abwarten, ob er sich in einem Team halbwegs als Stammspieler etabliert. Für dieses Turnier war er nicht bereit.

    Kimmich finde ich als Person und Familienvater sympathisch, aber er steht letztlich für das Versagen bei den letzten Turnieren. Von ihm werden keine besonderen Impulse oder Siegermentalität zu erwarten sein. Daher ist es m.E. besonders wichtig, dass er rausgenommen wird.

    Genau an dieser Stelle (Familienvater Kimmich) bin ich komplett anderer Meinung seit ich die Doku gesehen habe. So familienfremd kann man doch fast nicht sein.

    Woltemade würde ich noch eine Chance geben. Generell würde ich jetzt Spieler unter 25 Jahren testen, testen, testen

    Und dann kommt noch dazu, dass man quasi erst zum Ende der Wechselfrist weiß wer genau denn jetzt noch dabei ist. Zusagen egal? Irgendwo brennt das Licht vielleicht etwas heller oder der Sohn wird vermeintlich besser gefördert....

    Es geht hier schon in eine bestimmte Richtung, die ich absolut teile.

    Wenn man immer wieder hört wie gut die Stimmung ist, gibt es für mich zwei Möglichkeiten: alle haben sich immer lieb, auch wenn der einzelne mal nicht spielt. Genau das sollte aber immer der Anspruch sein: ich will spielen. Oder aber die Stimmung ist besch...

    Dazu der zweite oben genannte Gedanke, es ist alles zu sehr geplant. Die Rollenverteilung, die Interviews etc. Manchmal hatte man auch auf dem Platz den Eindruck, dass alles vorgeplant ist. Wann wird ausgewechselt, wann schlägt Kimmich den zehnten wirkungslosen Standard und macht trotzdem den elften, wie erklärt Nagelsmann dieses Mal warum Sane doch gut gespielt hat (beim Rasenargument musste ich sogar etwas schmunzeln)

    Leider denke ich aber, dass uns einfach viele Mannschaften ein- bzw. überholt haben. Wenn in 3 Spielen (Curacao aus den bekannten Gründen rausgenommen) einfach kein guter Fussball rauskommt, dann ist das ein Problem der Qualität-Spieler und Trainer!

    Das halte ich auch für eine "verzerrte" Wahrnehmung. In den Stützpunkten sieht man sehr wohl auch körperlich schwächere Spieler. Ganz provokant: Vielleicht waren die Jungs einfach nicht gut genug?

    Nun zur Situation - wir spielen im untersten Kreisspielbetrieb, obwohl wir von der Veranlagung teilweise Landesniveau spielen können.

    Gegnerische Trainer loben häufig unsere Spielanlage.

    Wir betreiben viel Aufwand im Spiel, aber die Effektivität lässt zu wünschen übrig.

    Also ohne jemals ein Spiel von euch gesehen zu haben. Könnte das eventuell das Problem sein? Du hast eine Kreissklasse Mannschaft siehst sie aber auf Landesliganniveau (normalerweise fast immer Altjahrgang). Freu dich über die gute Spielanlage, mit dem Wechsel in den älteren Jahrgang ist auch die körperliche Differenz kleiner und ihr werdet automatisch vor dem Tor effektiver, da ihir zu mehr Chancen kommt.

    Rückrunde Start dieses Jahr bei uns 17 März

    Wir haben gespielt bis zum 21.12. und ab dem 08.02. wieder. Dafür sind wir in zwei Wochen fertig mit dem Ligabetrieb. Der Niederrhein hat ja mit Schnee eher wenig zu tun aber hier friert man scheinbar auch gerne.
    Zeit für die Qualis ist: egal ob vor oder nach den Sommerferien.

    Ach na ja, mir würden viele andere Organisationsformen einfallen, die die Interessen der Spieler berücksichtigen würden.

    Im wfv geht es in vielen Ligen bis 24. Juni, die Krux dabei ist aber, dass viele "ambitionierte" Vereine bereits ab den Pfingstferien ihren Übergang in die nächste Jugend machen. Da funktionierte das dann natürlich auch nicht reibungslos.

    Das setzt dem Ganzen die Krone auf und ich bin kurz davor das Textfeld zu eliminieren.

    das klingt eher nach "schreib ein Buch". Aber mal im Ernst: erwartest du wirklich eine ehrliche Antwort? Keiner der Jugendlichen wird reinschreiben: War feiern, bin noch besoffen von gestern, geh auf ein Konzert, hab neuerdings ne Freundin... Statt dessen stirbt halt die 8. Tante und die Oma hat zum vierten Mal Geburstag dieses Jahr.

    Hatten wir nicht mal vor einigen Jahren die "witzigsten" Abmeldungen, können wir gerne wieder starten ;)

    Ich finde die Diskussion sehr interessant. Eigentlich verlangt dies nach einem eigene Thread: wo endet die (soziale) Arbeit eines Vereins? Muss ein Verein sich auch um Kind 20 kümmern, das fast eine 1:1 Betreuung benötigt, und dabei die anderen 19 vernachlässigen?