Beiträge von let1612

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    Dein Kommentar bezieht sich auf das Beispiel oder? Das ist natürlich nicht aus der F-Jugend ☺ - ich dachte mir damit wird es klarer, was ich meine.
    Kampfsportarten, die Teile von dem Ansatz "nütze die Kraft des Anderen oder dessen Geschwindigkeit" anwenden, machen auch 7 Jährige - und Spaß machen die Übungen den Kindern auch.

    @Goodie: deine Übungen gefallen mir, ich würde allerdings anstatt einer Linie einen Kreis, Dreieck oder Viereck nehmen. Es gibt nämlich neben Druck -> Gegendruck auch das Ausweichen oder Druck verstärken (dazu gibt es eigene Kampfsportarten). Beispiel aus dem Fußball: Stürmer legt sich in den Verteidiger -> er möchte dabei Gegendruck, gehe ich einen Schritt nach hinten fällt er hin - weil mit 20kg drücke ich keinen 80kg weg, da nutze ich andere Strategien und die will ich auch im Training sehen.

    Was ist den Körpereinsatz?
    Ich fordere z.B. dass sie ihren Körper zwischen Gegner und Ball stellen oder den Ball mit dem Gegner entfernten Fuß führen, dass der Körper dazwischen ist.


    Auf Schieben, Drücken, Rempeln verzichte ich, weil es schnell zu schubsen und einem Foulspiel wird. Körperkontakt gibt es aber im Training - damit kann man ja auch Gleichgewicht, Koordination usw. schulen.


    Kleine Anekdote vom Wochenende: Ich war Schiedsrichter bei einem G-Jugendspiel und bei einem Eckball gab es ein Kräftemessen zweier Kinder (Ball war noch nicht im Spiel) - ich habe keine Ahnung, wie es zu solch einem Verhalten kommen kann - ich bin dann zu den beiden hin und habe ihnen gesagt, dass dies hier ein Fußballspiel ist und wenn sie Ringen möchten, sollten sie zum Ringen gehen.

    Ich sehe das ein bisschen anders. Kommunikation ist für mich ein unheimlich wichtiger Aspekt beim Fußball, den ich schon von den Kleinsten fordere: z.B.


    Bambini und F-Jugend: Namen des Ballempfängers sagen, wenn ich einen Ball werfe oder spiele (Aufmerksamkeit wird erhöht)
    E- und D-Jugend: Anschlussaktion benennen („Klatsch“, „Dreh“) kann in Übungsformen beim Passen integriert werden.
    C- und B-Jugend: Taktische Kommandos („verschieben“, „Linie“) können in taktischen Übungsformen integriert werden.
    A-Jugend und Herrenmannschaft: Kommandos in Bezug auf den Spielrhythmus („Pressing“) und das -system („Raute“, „2 Spitzen“).
    Alles was die Kinder entwicklungsmäßig noch nicht kommunizieren können und ich als Spieler auf dem Spielfeld auch sagen würde, sage ich meistens als Trainer auch.


    Weiterhin gebe ich meinen Spieler Bestätigung (genau, gut gemacht, guter Ball) in der Aktion - mache ich übrigens bei meinen Kindern und Schülern auch (warum sollen die eine ganze Aufgabe in Mathe falsch machen, wenn ich schon sehe, dass das Zwischenergebnis falsch ist?)
    Und nachdem das Sichtfeld und die Erfahrung bei den Kleinen noch nicht da ist, bekommen sie manchmal auch Informationen (Hans ist dabei - d.h. ich sage nicht "spiel zu Hans" - ich nenne nur eine weitere Alternative oder Handlungsoption).


    Umso weiter nach oben - umso leiser werde ich, weil ich es dann von den Spielern verlangen kann. Wenn die Spieler selbst kommunizieren halte ich mich zurück und sage es in der Pause oder nach dem Spiel - da allerdings mit steigendem Alter mehr (die Jüngsten können sich nach einer Minute nicht mehr an die Situation erinnern).


    Wikipedia definiert Coaching: "Der Begriff Coaching wird als Sammelbegriff für unterschiedliche Beratungsmethoden (Einzelcoaching, Teamcoaching, Projektcoaching) verwendet. Im Unterschied zur klassischen Beratung werden keine direkten Lösungsvorschläge durch den Coach geliefert, sondern die Entwicklung eigener Lösungen wird begleitet."


    Ich sehe mein Vorgehen als Begleitung an.

    Mir fallen meine Prinzipien für die Kleinen immer auf, wenn ich bei einem Feriencamp mit mache (fremde Kinder):
    - stehen bleiben (Stürmer beim Schuß, Verteidiger im Zweikampf und Torhüter beim Fangen eines Balls)
    - kein Foulspiel (neben Fair play - der Gegner bekommt Freistoß (einen ruhenden Ball); und gute Fußballspieler brauchen kein Foul!)
    - ein Ball ins Seitenaus oder nur weggeschlagen, ist kein gewonnener Zweikampf - Gegner hat weiterhin den Ball -> "ich will den Ball"
    - dem Ball hinterher gehen bzw. nach der Aktion ist vor der Aktion
    - Fußball ist ein Laufspiel - alle spielen mit
    - Fußball ist ein Mannschaftssport - ich achte auf das Sozialverhalten

    Was mich aufregt: Einzelpreise im Mannschaftssport Fußball - und warum muss man jeden Schwachsinn des Profifußball in die Jugend übertragen?
    Man of the match, bester Torwart, bester Spieler oder bester Torjäger - letzteres am Wochenende bei einem G-Jugend Turnier.

    hier kann ich mich als Querulant ausleben :)


    @Goodie: machst du dann auch Zielvereinbarungen mit den Kindern oder Eltern? ;)
    @Ersatzbank und @totog: ich bin da eurer Meinung, wobei ich natürlich zu bedenken gebe, dass es wissenschaftlich wahrscheinlich möglich wäre (z.B. 2 Gruppen von Zwillingskinder - eine trainiert und eine nicht und am Ende werden die Ergebnisse verglichen oder die Differenz des Körperwachstum wird ins Verhältnis zur Differenz der Sprungleistung gesetzt und mit einem Faktor für Weiterentwicklung multipliziert ;) ). Nur weil wir das nicht können, muss es nicht heißen, dass es nicht möglich ist :)


    Als ich vor 2 Jahren gestartet bin, hatte ich das Ziel, dass die Spieler im 2 Jahr F-Jugend zumindest in der Halle gegen die stärkeren Teams bzw. das NLZ vor Ort mithalten können bzw. es auch besiegen können. Heute weiß ich, dass dies wahrscheinlich nicht möglich sein wird, weil die meinen besten Spieler für die Saison 18/19 schon im Fördertraining mitmachen lassen (obwohl er ein Jahr jünger als die anderen ist) :) und wir dem Ziel nicht alles unterordnen - ich weiß, dass dies ein Ziel ist/war, dass euch nicht gefällt (ich habe es mir auch fast schon ausgetrieben ;) - den Kindern und Eltern wird es wahrscheinlich immer noch gefallen).


    Heute konzentriere ich mich eher auf meine eigenen Ansprüche: abwechslungsreiches, entwicklungsabhängiges Training anbieten; Werte vorleben (Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Sozialverhalten); Prozesse (z.B. Spielplanung) für mich angenehm zu gestalten - in der Hoffnung, dass bei den Kindern und Eltern viel ankommt und bei eigenem Verständnis umgesetzt wird. Von Zielen würde ich da nicht sprechen, weil ich sie nicht messen werde ;)

    @DenSen: weniger als ein 1/4 - da würde mich mal die Platzbelegung und Trainingsorganisation interessieren. Bei verschiedenen Altersgruppen könnte man evtl. an die Trainingszeit (Beginn, Dauer und Anzahl) ran. Sind alle in der gleichen Altersgruppe, dann würde ich auf Stationentraining mit den anderen Trainern gemeinsam hin arbeiten.

    Ganz provokativ: Ziele, die nicht messbar sind, sind nicht erreichbar und machen keinen Sinn.


    Was könnte ich messen?
    - Weitschuß (Meter) (Individualziel)
    - Zielschuß oder Passen (Treffer) (Individualziel)
    - Anzahl der Training und Spiele (Anwesenheitsquote) (Individualziel)
    - Anzahl an Spielern (Mannschaftsziel)
    - Dribbling mit einem Parcours (Zeit) (Individualziel)
    - Sprint (Zeit) (Individualziel)
    - Beweglichkeit (Zentimeter) (Individualziel)
    - Sprung (Zentimeter) (Individualziel)
    - gewonnene Spiele (Anzahl/Quote) (Mannschaftsziel)


    Und wahrscheinlich sind am Ende alle glücklich, weil sie allein schon durch die Entwicklung (Körpergröße, Muskeln usw.) sich verbessern :)


    Die Frage ist auch, wie ich Ziele formuliere. In vielen Seminaren fällt hier das Wort SMART: Spezifisch, Messbar, Ansprechend, Realistisch, Terminiert


    Was wird in der Bundesliga gemessen?
    - angekommene Pässe / Fehlerquote
    - Laufleistung
    - Sprints im Spiel
    - überspielte Gegenspieler
    - Ballkontakte