Beiträge von let1612

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    Habe mir am Samstag Bayern gegen Leipzig angeschaut. In der Tiefe (ca. 25m) und in der Breite (68m, davon von der verteidigenden Mannschaft ca. 40-45m benutzt) tummelten sich somit auch ca. 18 Spieler und die haben richtig guten Fußball gespielt ;) - und was macht ihr erst in der Halle? Da spielen auch evtl. 8 Spieler auf einer kleinen Fläche.

    Worauf ich hinaus will, wir müssen heutzutage die Spieler so ausbilden, dass sie auf einer kleinen Fläche zurecht kommen.

    totog : jetzt habe ich mit der Antwort bis heute gewartet, weil ich im Training etwas ausprobieren wollte und dann waren meine Stürmer zu schwach und ich habe anstatt den Abwehrspieler den Stürmer gecoacht ;)


    Ich möchte ihnen das Entgegenlaufen/Anlaufen nicht abtrainieren - auch nicht im höchsten Tempo, weil dies später (in höheren Klassen) gefordert wird. Deshalb war meine Idee dem Abwehrspieler im Viereck auch das Spielen mit den Händen zu erlauben - ich habe den Eindruck, dass dann die Kinder langsamer auf den Gegenspieler zugehen (und TW-Trainer diskutiert hier ja nicht mehr mit ;)). Oder ist meine Beobachtung falsch?


    Es gibt zwei Punkte auf die ich beim Abwehrspieler in der F-Jugend schaue:

    1) geht der Gegner auf meiner linken Seite vorbei, sollte der linke Fuß den Ball blockieren bzw. zum Ballgewinn führen und auf der anderen Seite der rechte (Ball "weghauen" oder "ins Aus klären" ist kein Ballgewinn)

    2) keine Grätsche - ich möchte die Kinder beweglich auf den Beinen sehen


    Alles andere versuche ich mit Spiel- und Übungsformen zu provozieren, aber nicht zu coachen.


    Und bei der Geschwindigkeit und dem Anlaufen bin ich auch bei Andre - Kinder in der F können Geschwindigkeit und Entfernungen noch nicht richtig einschätzen (deshalb wird der Fahrradführerschein ja auch erst in Klasse 4 gemacht (E-Jugend)).

    Hier geht es um Konzept und dessen Umsetzung. Ich habe über die 2,5 Jahre andere Vatertrainer und Jugendspieler bei mir als Co-Trainer begleitet. Die Jugendleitung steht voll hinter mir und dem Konzept. Solange die Trainer bei mir waren, fanden sie das auch alle klasse - haben sie zumindest gesagt ;) Teile verfolgen es als selbst verantwortlicher Trainer auch weiter - andere allerdings nicht. Jetzt gibt es aus meiner Sicht 3 Möglichkeiten:

    1.) sie einfach machen lassen

    2.) ihnen zu sagen, was einem auffällt (Herr Dueck hat da gerade wieder einen schönen Artikel dazu geschrieben)

    3.) sie rauswerfen und jemand Neues holen (siehe oben, hierzu Fehlen einerseits Ideen zur Gewinnung von Kinder- und Jugendtrainer - zumindest nach denen, die dem Konzept treu bleiben und es alleine auch umsetzen)


    Somit habe ich mich für 1.) mit hin und wieder einem "Kommentar" entschieden - musste auch immer wieder feststellen, dass selbst wenn man nach Feedback gefragt wird, dieses nicht gern gehört wird und schon gar nicht umgesetzt wird

    ein F-Jugendlicher versteht das aus meiner Sicht nicht - vor allem, wenn es erfolgreich ist (wann kommt der Strahlensatz in der Schule? Klasse 7?)

    Im Spiel hast du keinen Einfluss bzw. sehr wenig. Im Training nimmst du einfach kleine Tore oder eine andere Spielform (Funino).

    Die Übung mit ihren Varianten ist für mich eine um die Reaktionsschnelligkeit zu trainieren und nicht um das richtige Verteidigen - der Fehler beginnt für mich schon beim "Stehen" - ein Verteidiger ist aktiv, er agiert und reagiert nicht nur, er ist in Bewegung (und der Stürmer auch ;-)). Ich würde auch nicht davon sprechen, wie ich zu einem Angreifer stehe, sondern wie ich mich zu ihm bewege und mich mit ihm bewege.

    Natürlich haben die meisten eine Schokoladenseite, die sie dem Stürmer lieber anbieten und dennoch finde ich es wichtig, dass beide Seiten trainiert werden.

    Beispiele:

    - Robben würde ich als Rechtsfuß nie meine Schokoladenseite anbieten, weil seine noch besser und gefährlicher ist

    - für mich ist es nicht unbedingt besser einen Spieler nach außen zu drängen, weil bei Balleroberung auch meine Weiterspielmöglichkeiten dadurch begrenzt sind


    Alternative Übung für eine F-Jugend:

    - der Verteidiger darf nur auf einer Linie zwischen 2 Hütchen verteidigen und der Stürmer muss zwischen den Hütchen durch -> Verteidiger hat kaum Chancen -> Frage an den Verteidiger: Was erhöht deine Chancen? Entgegen laufen oder verfolgen des Stürmers

    -> Aufbau eines Vierecks, in dem der Verteidiger angreifen darf und der Stürmer durch muss -> meistens gehen die Kinder entgegen und werden an der vorderen Linie umspielt (stehen/laufen frontal; grätschen) -> Vorteil entgegen gehen wird genutzt; Vorteil verfolgen wird nicht genutzt

    -> Aufbau eines Dreiecks (Spitze zum Stürmer): Stürmer muss durch einen Schenkel des Dreiecks und die Basis des Dreiecks -> seitliche Stellung des Verteidigers

    und mit Torschuss dahinter, macht es den Kindern auch Spaß :)

    Ich habe am Samstag auch eine E-Jugend gepfiffen - mit Handy Uhr und den Fingern. Alle waren zufrieden.

    Kleiner Tipp für deinen Jungschiedsrichter: auf dem Handy gibt es einen Countdown mit Ton, wenn die Zeit abgelaufen ist (dann muss man weniger drauf schauen).

    Auch wenn der Thread schon älter ist: hier ein Hinweis auf den Artikel "Von der Konsole auf den Platz: Durch Zocken schneller kicken?" unter dfb.de. u.a. mit

    „Auf der Konsole habe ich früher Lösungen für Spielsituationen entdeckt, die ich später auf dem Platz umgesetzt habe."

    Zlatan Ibrahimovic (Manchester Utd.)

    oder

    „Wenn ich auf dem Platz auf einen neuen Gegenspieler treffe, dann checke ich vorher auf der Spielkonsole sein persönliches 'FIFA'-Profil mit Stärken und Schwächen."

    Alex Iwobi (Arsenal London)


    Interessante Ansichten und Fakten - und wenn es mal regnet oder Schnee liegt durchaus auch eine Trainingseinheit für einen Dorfverein ;)

    „Jungs, ich bin noch vier Jahre hier. In drei Jahren möchte ich bei der Vergabe der Fritz-Walter-Medaillen auf Platz eins, zwei und drei Spieler unseres Clubs sehen.“ Hermann Gerland (DFL-Magazin) - aus meiner Sicht lesenswert, wenn ich auch das Ziel für sehr ambitioniert halte. Aber sein Chef hat ähnlich unrealistische Ziele aus meiner Sicht - sofern der Spieler auch spielen soll: „Idealerweise kriegen wir jedes Jahr einen Spieler für die Profiabteilung“, sagt Rummenigge, „das ist die Wunschvorstellung.“