Beiträge von let1612

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    Bedürfnis des Kindes: physiologisches Bedürfnis: Hunger -> ich will Schokolade -> Hunger gestillt

    Bedürfnis der Eltern bzw. Erwachsenen: Sicherheitsbedürfnis: mein Kind hat Hunger und soll gesund aufwachsen -> ausgewogene Ernährung -> Spinat -> mein Kind wachst gut auf


    Das Kind hat weder den Wunsch noch das Bedürfnis nach ausgewogener Ernährung. Übrigens kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass der freie Zugang zu Schokolade zumindest bei mir dazu geführt hat, dass ich keinen Mangel verspürt habe und weniger Schokolade gegessen habe.


    Um auf Fußball zurück zu kommen: welches Bedürfnis hat ein Kind, wenn es zum Fußballtraining kommt? was haben wir als Trainer oder Eltern für ein Bedürfnis? Bei mir im Training sind das meiner Meinung nach oftmals unterschiedliche Bedürfnisse von Kind und Trainer - und die Kinder kommen trotzdem gerne und ich habe auch die Unterstützung der Eltern. Könnte ich aber meine Bedürfnisse nicht befriedigen, würde ich die Tätigkeit auch nicht machen.

    Tim68 : Entschuldigung angenommen :)


    Wie definierst du Wunsch und Bedürfnis? Wie unterscheidest du das?

    Ich bin ein Maslow (Bedürfnispyramide) Anhänger und da kann ein Kind Bedürfnisse haben (physiologische: Hunger, Durst, Schlaf usw.; Sicherheit: Wohnung usw.).

    wikipedia schreibt bei Bedürfnis: "Unter Bedürfnis versteht man in der Alltagssprache Verlangen, Wunsch, Ansprüche („wachsende Bedürfnisse“) oder etwas meist materielles zum Leben Notwendiges. In der Psychologie wird Bedürfnis oft definiert als „Zustand oder Erleben eines Mangels, verbunden mit dem Wunsch ihn zu beheben“ oder als das Verlangen oder der Wunsch, einem empfundenen oder tatsächlichen Mangel Abhilfe zu schaffen."

    Meine 9-jährige Tochter äußerte kürzlich, dass sie einen Zeitmangel hat und deshalb nicht in die Schule will - und ja, es gibt auch Eltern und Wissenschaftler, die sich darüber Gedanken machen, ob es sinnvoll ist ein Kind z.B. "in der Nacht zu wecken" und es in die Schule zu schicken (welche Lebewesen außer dem Menschen machen das?). Ich gebe dir Recht, dass unsere Gesellschaft sich gerade auf das 8-13 Uhr und Schulpflicht geeinigt hat (andere Gesellschaften sehen das anders (z.B. Frankreich - dort waren die Herren vom DFB um die 2000 übrigens auch und haben sich die Fußball-Internate angesehen)).

    zu Wunsch schreibt wikipedia u.a.: "Oft richtet sich ein Wunsch auf eine Veränderung der eigenen Lebensumstände, auf die Befriedigung von Bedürfnissen, Trieben oder Begierden, auf den Erwerb bestimmter Dinge, z. B. der Wunsch nach einem (neuen) Auto, Fahrrad, Computer, einer eigenen Wohnung oder einem Haus."

    Ich gebe mal ein Beispiel aus meiner Sicht: Der Wunsch nach einem größeren Haus

    Ich habe keinen Mangel beim Sicherheitsbedürfnis und deshalb ist es ein Wunsch. Habe ich aber durch das "kleine" Haus einen Mangel beim Wertschätzungsbedürfnis, ist es wieder ein Bedürfnis.


    Zum Thema Entscheidung: Meine Tochter hat für sich klar entschieden, das Turnen vor Fußball kommt. Nun überschneidet sich das. Würde der Trainer auf ganz oder gar nicht abzielen, würde sie zum Turnen gehen. So geht sie nun zur Hälfte zum Fußball und ganz zum Turnen. Sie hat eine Entscheidung getroffen und kommt mit dem Resultat klar. Ich bewundere den Trainer für seine Entscheidung (ich habe Kinder gerne vom Anfang bis zum Ende im Training) und hinterfrage meine sozialisierte Einstellung (als Animateur handelte ich anders, als Trainer handel ich so - und das bei 4-10 Jährigen - ist doch verrückt, oder?).

    Tim68 : zum Thema Straße: es gibt verschiedene Arten eine Straße zu überqueren - Brücke, Ampel, Zebrastreifen, einspurig, wenig befahren usw. Je nach Entwicklungsstand des Kindes (deine Argumentation zur kindlichen Entwicklung unterschreibe ich) gibt es somit unterschiedliche Wege von A nach B, die ich verantworten kann.


    Du erwähnst sehr schön die Bedürfnisse der Kinder - wer fragt in unserer Gesellschaft denn die Kinder, welche Bedürfnisse sie haben? Und wenn ich sie weiß, darf ich als Elternteil teilweise in unserer Gesellschaft noch gar nicht danach handeln (z.B. Schulpflicht).

    Und ja, ich frage sie als Trainer auch nicht (bisher nur 2x durften sie machen, was sie wollten bzw. machte ich, was sie wollten). Trotzdem kommen sie immer wieder und haben Spaß (das sagen sie zumindest, wenn ich danach frage). Allerdings würden die auch bei einem Spiel nicht 7 gegen 7 spielen, sondern alle die da sind (Einwechselspieler sein ist blöd) - und schon sind wir wieder bei den Denkblockaden der Erwachsenen.


    Persönliche (Vor-)Urteile toleriere ich, auch wenn ich sie nicht akzeptieren kann ;)

    HansMcMans : zu Punkt 1: da habe ich manchmal schon in der C-Jugend Angst (Größen- und Entwicklungsunterschiede), aber da ist es auch zulässig und es wird im Fußball nach Jahrgang und nicht nach Größe oder Gewichtsklasse unterschieden. Und manche wollen den guten alten Straßenfußball aufleben lassen - da ging das auch.

    zu Punkt 2: ja, es gibt beides und sogar noch Mischformen davon

    zu Punkt 3: so wie das System und die Organisation heute ist, gebe ich dir Recht, dass es schwer bis unmöglich ist mehrere Mannschaften zu trainieren und coachen. Ich kann mir aber ein anderes System und eine andere Organisation vorstellen und dann wäre es möglich - viele konnten sich früher die Spielgemeinschaften und JFGs auch nicht vorstellen und heute gibt es sie. Viele können bzw. konnten sich Funino als Spielbetrieb nicht vorstellen und es kommt langsam.

    zu Punkt 5: Lehrer früher hatten über 30 Schüler in der Klasse - haben die Kinder früher weniger gelernt? Es gibt Fitnesstrainer, die nehmen nur 10 Teilnehmer - andere machen es mit 40 oder 50 (z.B. Spinning - und Coerver Übungen könnte man so durchführen (ja, wahrscheinlich würde die Korrektur des Einzelnen quantitativ abnehmen (wenn ich mir manche Trainings ansehe, wird dort auch nicht viel korrigiert (ob das nun positiv oder negativ ist, wird hier im Forum ja auch diskutiert))

    zu Punkt 7: deshalb wenden sich auch immer mehr vom (geregelten) Mannschaftssport ab und Freizeitmannschaften und Freizeitligen bzw. -turniere wachsen - da ist Lust und Laune noch gefragt ;)

    Karl : als Trainer sehe ich das Kommen und Gehen wann man will schon etwas anders. z.B. gibt es da den Punkt Organisatorisches (meistens habe ich den Schlüssel für die Materialien) oder Aufsichtspflicht (die habe nun mal ich, wenn mir die Kinder anvertraut werden)


    Das mit dem Beibringen wurde hier im Forum auch schon diskutiert - da werden unterschiedliche Meinungen wohl bestehen bleiben (und das ist auch gut so :])

    Goodie : Danke für den Artikel - die Schule hat auch vieles in Frage gestellt und es funktioniert scheinbar (hat wahrscheinlich auch seine Vor- und Nachteile). Das finde ich toll. Andere sagen bestimmt, dass kann doch nicht funktionieren.


    Mannschaftssport und Tugenden: ich gehöre auch gerne einer Mannschaft an, aber muss es nur eine Mannschaft sein? Wir haben z.B. ein Kind, dass alle 14 Tage nur spielt, weil es einmal bei Papa und einmal bei Mama ist. Warum darf so ein Kind nicht in 2 Mannschaften spielen? Und wenn ich Fußball, Badminton usw. spiele, gehöre ich auch mehreren Mannschaften an.


    Ich kann als Trainer auch ganz schlecht damit leben, wenn jeder kommt und geht, wann er will. Der Trainer meiner Tochter kann das und das hat den Vorteil, dass meine Tochter an einem Training zur Hälfte teilnehmen kann. Würde der sagen ganz oder gar nicht, könnte sie gar nicht mit trainieren.

    Als Animateur war das normal, dass Kinder und Jugendliche zum Programm dazu gestoßen sind, wenn sie Lust hatten und ich konnte sie auch in die Spiele einbauen (Trainer oder Animateur war hier im Forum auch schon mal eine Diskussion ;-)).

    Und dann sind es in der Kabine halt nicht die Team- sondern Vereinskameraden - damit wird aus meiner Sicht auch das "Aushelfen" in anderen Mannschaften einfacher, weil man sich schon kennt.

    Das sehe ich anders. Aus meiner Sicht muss ich mehr Verantwortung als Eltern, Trainer und Lehrer übernehmen und die Eigenheiten der Kinder mehr berücksichtigen.

    Beispiele:

    1) wann trage ich mehr Verantwortung, wenn ich ein Kind über die Straße trage, es an der Hand über die Straße bringe, ihm sage, wann es über die Straße gehen kann, die Straßenüberquerung beobachte oder ihm vertraue, dass es alleine über die Straße gehen kann und ich nicht dabei bin? Und da werde ich auch die individuellen Fähigkeiten der Kinder berücksichtigen und mit unterschiedlichen Lösungsansätzen zum Ziel kommen -> keine Einheitslösung -> mehr Aufwand für Eltern, Trainer und Lehrer

    2) 2x 4 gegen 4 aufbauen oder 1x 8 gegen 8 aufbauen -> ich bin der Meinung, da habe ich bei 2x 4 gegen 4 mehr Aufwand


    Und auf die schnellen Antworten bin ich auch gespannt ;)

    Ich habe gerade einen Beitrag über die Schule gelesen, der in mir auch viele Fragen im Fußball auslöst:

    - Warum spielen bzw. trainieren wir in Jahrgangsmannschaften? Ich stelle immer wieder fest, dass z.B. die jüngeren Brüder die besseren Fußballer sind (eifern den Großen nach). Meine Tochter turnt im Training mit Mädchen im Alter von 7-Mitte 20. Tochter und Sohn spielen Badminton und dort trainieren die 6-15 Jährigen zusammen. Im Fußball machen wir uns schon Gedanken, ob ein Jungjahrgang beim Altjahrgang mitspielen soll.

    - Warum gibt es immer wieder Diskussionen um Trainingszeiten und Plätze? In den Ferienfußballschulen wird mit 60-70 Spielern auf einem Platz trainiert - im Verein will man höchstens 2 Mannschaften (ca. 25-30 Spieler) auf dem Platz haben

    - Warum sind in den meisten Vereinen die Trainer für eine Mannschaft verantwortlich bzw. trainieren nur eine Mannschaft? Könnte man da nicht mit Schwerpunkttrainern bzw. Spezialisten arbeiten? Evtl. könnte man auch nach Tagen unterscheiden?

    - Warum gibt es so wenig freies Spiel in den Vereinen? war hier schon mal Thema: Freies vs. Angleitetes Fußballspielen

    - Warum kann ein Trainer nicht 40 Kinder trainieren? Wenn wir davon ausgehen, dass man Kindern nichts bei bringen kann/soll/muss.

    - Was möchte ein Kind im Training lernen? Tricks; Ball jonglieren; eine Schusstechnik; Fallrückzieher u.a. Oder will es nur spielen?

    - Warum kann man beim Fußballtraining nicht einfach kommen und gehen wann man will bzw. kann?


    Und da habe ich mir noch nicht die Fragen nach Anzahl der Spieler (4; 7; 9; 11), der Spielform (Funino oder normal), der Ballgröße (3er; 4er usw.), Größe der Tore, Anzahl an Einwechselspieler usw. gestellt, die hier auch immer wieder diskutiert werden und mich beschäftigen.


    Habt ihr noch mehr Themen, die euch beschäftigen und die man in Frage stellen könnte? Ich würde mich freuen, weil diese Fragen mich weiterbringen.

    Zum Thema Kommunikation hatte ich mich schon mal hier (

    Coaching F Jugend) geäußert und mal einen eigenen

    Artikel geschrieben.

    Aus eigener Erfahrung kann ich von einem C-Jugend-Training in den 80iger Jahren berichten, da haben wir Namen über den Fußballplatz gerufen (von Grundlinie zu Grundlinie) - das war uns so peinlich, dass wir das nie wieder machen wollten und ab dem Zeitpunkt mehr laut und deutlich miteinander gesprochen haben. Keine Ahnung, ob man diese Methode heute noch anwenden darf ;)

    Hier schrieb ich mal einen prozentualen Anteil von 10% mit Training und 20% Verhalten und Vorleben (Versagensängste im Kinderfußball) - die zweiten 20% musst du dir mit Mitspieler, Eltern, Lehrern usw. teilen. Auch bei den Übungen fallen ein paar Prozent weg, weil die der ausgewählten Übung gehören. Ich rechne mir das jetzt schön und sage 10% an der persönlichen Entwicklung des einzelnen Spielers im Zeitraum deines Schaffens kannst du beeinflussen - wahrscheinlich ist es weniger. Und das sind nur 10% bei einem Spieler. Auf die Mannschaft und das Ergebnis hast du aus meiner Sicht noch weniger Einfluss - da kommst du wahrscheinlich nicht über die 5% Hürde ;)