Beiträge von ParkerS

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    Ich stimme Goodie in so ziemlich allen Punkten zu. Ich bin mir nur nicht sicher, ob leichtere Bälle härtere und weitere Schüsse ermöglichen. Also ich kann mit den regulären Bällen weiter und härter schießen als mit den Junioren-Bällen. Ich denke, eine Reduzierung auf ein 9er-Feld wäre der richtige Weg. Was da allerdings gegenspricht, ist dass die Gesamtlaufleistung bei Damen und Herren ähnlich ist.


    Der größte Fehler ist meiner Meinung nach, dass Frauen- und Herrenfußball immer miteinander verglichen wird. Das gilt für die Equal-Pay-Debatte wie auch die Testspiele von Damen- gegen Juniorenmannschaften.

    Hallo Sol_ ,

    ich hatte/habe eine ähnliche Situation. Glücklich bin ich mit der Situation immer noch nicht, habe mich mittlerweile damit ganz gut arrangiert.


    Ich denke, du solltest für dich erst einmal Ziele setzen, was du denn mit deiner Mannschaft erreichen möchtest. Dabei musst du vielleicht deine Ansprüche etwas runterschrauben. Und du solltest kleine Schritte machen. Die Laune bei allen Kids hoch zu halten und jeden Spieler individuell zu fördern, wirst du nicht schaffen.

    Du scheinst sehr engagiert zu sein, dass ist toll. Ich würde mir an deiner Stelle aber überlegen, ob zusätzliche Freundschaftsspiele überhaupt sinnvoll sind. Du lädst dir die ganze Orga auf und wirst am Ende nur enttäuscht. Lass die erst einmal weg. Das mit den zwei Trainingsgruppen finde ich sehr gut. Mache ich auch, kostet viel Zeit, aber bringt viel.


    Nicht nur die Kinder, auch die Eltern schauen sich viel beim Trainer ab. Ich hatte früher auch Probleme bei 21 Spielern, eine 6+1 Mannschaft voll zu bekommen. Ich bin sehr termintreu. Ich lasse kaum ein Training ausfallen. Und wen ich nur mit 3 Spielern auf dem Platz gestanden bin. Mache sehr selten Spielverlegungen. Das klappt auch mit dem reinschreien sehr gut. Mache ich nicht, und nach einer Saison haben auch die Eltern aufgehört.


    Wenn jemand unangemeldet nicht zum Training erscheint, ignoriere ich das. Ich spreche die Eltern und Spieler erst an, wenn sie mal 4-5 Trainings in Folge nicht da waren. Was manchen wie Gleichgütligkeit erscheint, hat ein sehr positiven Effekt. Keiner fühlt sich übermäßig kontrolliert oder muss sich rechtfertigen. Ich habe mittlerweile zwei Mannschaften gemeldet. Von den 16 Spielen, die ich im Frühjahr hatte, war ich nur bei zwei Spielen knapp an Spielern. Ich habe allerdings auch 2 Spieler dabei, die ich Nachts anrufen kann und die würden sofort zum Sportplatz kommen.


    Das hat auch seine Schattenseiten. Von den leistungsstärksten Spielern, haben fünf die Mannschaft verlassen. Aber ich rede mir ein, dass hätten die irgendwann sowieso gemacht. Ich habe viele (ich würde behaupten etwa zwölf) Spieler dabei, die seit 2 Jahren von den Leistungen stagnieren. Aber auch sechs Spieler, die sich wahnsinnig gut weiterentwickelt haben. In der Tabelle sind wir eher im der zweiten Hälfte zu finden. Mir wären mehr Siege auch lieber, aber damit muss ich leben.


    Sol_ , ich kenne jetzt dein Umfeld (Verein, ländliche oder städtische Region, soziales Milieu) nicht. Der Weg, den ich beschrieben habe, passt sicher nicht in einen Verein, der sich auf die Fahne geschrieben hat, Spitzenteams hervorzubringen. Auch in einem städtischen Umfeld, wo es viele potentielle Spieler gibt, macht das nur bedingt Sinn.

    Dieser Spieltag, an dem mehr klappt als schiefgeht (2 Mannschaften):


    - Im Spitzenspiel treffen fünf unterschiedliche Spieler bei fünf Toren, davon zwei Torpremieren.

    - Der Gegner läuft 2x allein auf das Tor zu, schießt aber aus 15 Meter auf das Tor, weil der gegnerische Trainer im Spiel laut gesagt hat, unser Torwart wäre schlecht und jeder Schuss wäre drin. (Ok, das ist Schadenfreude.)

    - Zwei Spieler hatten zur neuen Saison schon abgesagt, weil sie zu höherklassigen Mannschaften wechseln wollten. Die bleiben: 1x weil ich den soviel gebe und ekner sich revengieren möchte. 1x weil ich den Spieler an einem rabenschwarzen Tag aufgebaut habe, während andere Trainer meckern würden.


    - Ein Debakel für die Mannschaft droht, der gegnerische Trainer fragt, was wir machen können, damit das Spiel für alle zufriedenstellend ausgeht (ich behaupte, dass machen von neun Mannschaften bei uns in der Liga nur drei).

    - Aber die Mannschaft zieht sich sogar selber raus. Zuerst lustlos, wollen sie ihre Mannschaftskollegen nicht im Stich lassen.

    - Ein Stubenhocker-Kind, dessen Eltern gesagt haben, der bleibt eh nur 3-4 Monate, macht gerade sein zweites Jahr voll. Was viel geiler ist, der geht kaum noch an die Konsole, sondern übt alleine im Garten Fußball.


    Ich freue mich so, weil mein Plan aufgegangen ist. Die letzten beiden Saisons Tabellenkeller, vor zwei Jahren Probleme eine Mannschaft voll zu bekommen, weil viele Eltern unzuverlässig waren. Diese Saison Vize und Tabellenmittelfeld und das durch Entwicklung der Spieler und nicht durch Neuzugänge. Hoffentlich ist das kein Strohfeuer sondern eine nachhaltige Entwicklung.

    Ich finde, es sagt schon viel, wenn euer Sohn freudestrahlend nach dem Training nach Hause kommt. Darum geht es doch vor allem im Breitensport. Allerdings habe ich auch beobachtet, dass Spieler sich in älteren oder Mannschaften mit besseren Mitspielern wohler (stolzer) fühlen. Wenn das neue Team dann auch ständig gewinnt, dann ist die Freude noch größer. Ihr solltet also herausbekommen, was der Grund für sie neue Begeisterung ist. Den Spieler müssen auch lernen, mit Niederlagen umzugehen, ebenso mit Spielern, die charakterlich nicht einfach sind. Das ist dann eine Frage der Erziehung und vornehmlich eure Aufgabe.


    Bei uns in der JSG versuchen wir möglichst altersgerechte Mannschaften zu etablieren, stehen aber Spieler, die den Jahrgang wechseln möchten nicht im Weg. Dazu muss ich aber auch sagen, dass in der JSG beinahe alle Macht von den einzelnen Trainern ausgeht. Jedes mal wenn sich Jugendleiter/Koordinatoren eingemischt haben, ist das in Katastrophen gemündet bis hin zu Abmeldungen von Mannschaften.

    let1612 Dein erster Satz trifft es perfekt. Die ersten beiden Punkte kann man als Trainer auch nur zu einem kleinen Grad beeinflussen. Leistungsmöglichkeit ist dann zu 100% unser Feld. Das unterstreicht auch, dass unsere Einflussmöglich aud die Leistung der Spieler.


    Man kann schwer sagen, ob und ab wann eine Leistungsorientierung Sinn macht. Ist die Mehrheit der Spieler leistungsbereit, dann sollte man auch leistungsorientiert coachen. Ist die leistungsfähig gering, dann wäre genau das, der Todesstoß für eine Mannschaft.


    Goodie Deinen ketzerischen Gedanken des Gesundschrumpfens finde ich gerade für die Dorfvereine für den falschen Weg. Fußball ist häufig der beste Weg Kinder für Sport zu begeistern. Dieser Verantwortung sollten sich die Vereine auch bewusst sein (sind sie aber häufig nicht).

    Nein, zwei Mannschaften. Eine U11 (19 Spieler), eine U10 (21 Spieler) aufgeteilt nach Alter. Zwei Trainingsgruppen aufgeteilt nach Leistungsfähigkeit. (Deckt sich zu etwa 75% mit den Mannschaften). Es gibt noch eine 2009er Mannschaft mit 18 Spielern (3 2010er Spieler).


    Es geht mir dabei doch auch nicht um die (regel-)technische Zusammensetzung. Das mit der Anzahl der Spieler regelt sich in der nächsten, spätestens übernächsten Saison von alleine, deswegen ist mir nicht bange. Waren jetzt halt zwei stressige Monate mit Eingliederung, Passanträge, Einteilung der Gruppen, Elterninformationen, Hygiene-Konzept, verkürzte Saison (Niedersachsen), ingesamt 12 Spiele in 5 Wochen und dadurch keine Ausweichtermine.


    Mein Hauptproblem liegt in der Leistungsfähigkeit der Spieler. Zwei der 2010er könnten im 2009 Jahrgang mithalten. Die übrigen 5 sind wohl die schwächsten aktiven Spieler in diesem Jahrgang im Kreis. Bei den 2011er 1 starker Spieler, 7 durchnittliche Spieler, 5 Spieler wären wie, derum die schwächsten im Jahrgang. Bei den 2012er 3 gute Spieler, 6 durchnittliche, 7 schwache Spieler. 2013er 2 gute, 2 durchschnittliche, 2 schwache Spieler. Ich selber mag, die Unterteilung nicht, die ich gerade gemacht habe. Ich will nur mal verdeutlichen, dass 19 Spielerselbst 2 Jahrgänge tiefer gerade mal durchschnittlich oder schwächere Spieler wären. Soll ich die rauswerfen? (Mache ich nicht!) Am Ende sind es diese Spieler, die unsere Spiele häufig zu unseren ungunsten entscheiden oder aus einer knppen Niederlage einen Abschuss machen. In andern Mannschaften werden diese Spieler gekegelt oder hören auf, weil die nie oder immer nur kurz an den Spielen teilnehmen.


    Am Ende schmerzt es einfach, dass die übrigen 23 Spieler, die sich (meistens) reinhängen, fast immer verlieren, weil die 19 übrigen die Spieler einfach kein Talent für Fußball haben. Aber auch diese 19 haben ein Recht auf Fußball und Spaß daran. Und ich denke, für diese 19 ( die jetzt stellvertreten für viele andere Kinder) müssen Lösungen gefunden werden.

    Coach1976  Malikinho  Ballaufpumper Danke für die Antworten.


    In eingen Punkten kann/muss ich euch voll zustimmen. 42 Kinder kann man nicht alleine coachen. Darum habe ich die Spieler in etwa nach Leistungsstand in zwei Gruppen aufgeteilt. 21 pro Gruppe sind auch noch zuviel, aber noch händelbar, wenn ich den Anspruch an das Training (Inhalte, Einzelcoaching) etwas herunterschraube.


    Ich wünsche mir auch mehr Unterstützung bei der Trainersuche. Ich denke, das die Vereine oder Fördervereine, künftig nicht mehr daran vorbeikommen, Aufwandsentschädigungen für Trainer zahlen zu müssen, um gerade Herrenspieler stärker in die Jugendarbeit einzubinden.


    Auf dem Reißbrett sieht das immer so leicht aus, vier oder drei Mannschaften und gut ist. 12 Spieler sind während(!) der Saison dazugekommen. 9 Kinder sind würde ich als unzuverlässig klassifizieren. D.h. vor der Saison hatte ich einen zuverlässigen Kader von 21 Spielern. Für die Rückrunde bleibt nur eine Aufteilung in drei Mannschaften über.


    Da kommt mein nächstes Problem (7x2010, 13x2011, 16x2012, 6x2013). Es wird daher auf eine U11 o.W., eine U10 o.W. und eine U10 hinauslaufen. Ich mag dass "ohne Wertung" nicht, weil für die Kinder der Wettbewerbsgedanke dann verloren geht. Einigen (sogar der Mehrheit der...) Spieler ist es lieber zu verlieren, als nur "Freundschaftsspiele" auszutragen.

    Ab der nächsten Saison gibt es übrigens nicht mehr 6+1, sondern 8+1, in 2 1/2 Jahren dann 10+1.


    Einem Punkt widerspreche ich aber vehement. Die Kinder verlieren nicht ein Jahr in der Entwicklung, vielmehr gewinnen die 12 neuen Spieler ein Jahr in der Entwicklung. Die würden sonst nämlich kein Fußball (bei einigen sogar kein Sport) treiben. Ich denke, dass ist auch ein riesiges Problem im Fußball. Die schwächeren Spieler werden von den Vereindn aussortiert, gehen dem Fußball so verloren und die Landesverbände jammern rum, dass die Anzahl der Fußballspieler immer weiter zurückgeht. Als Grund wird immer Videospiele und das erweiterte Angebot an Freizeitmöglichkeiten genannt, das ist aber nur ein Teil der Wahrheit.


    Ursprünglich wollte ich aber nur etwas Dampf ablassen (und das hat auch sehr gut geklappt), weil es emotional viel Energie kostet die Kinder nach den wöchentlichen Niederlagen immer wieder aufzubauen. Und das man es auch aushalten muss, Spiele nicht zu gewinnen, weil man allen Spielern ausreichend Spielzeit und nicht nur den Top-7. Fast alle Mannschaften behaupten, sie würden das auch so machen. Nur die spielen scheinbar nie gegen uns.

    Moin, gerne will ich das Angebot nutzen, um mir hier mal den Frust von der Seele zu reden. Ich trainiere eine U11 und U10. Vor 2 Jahren waren es noch 25 Spieler, jetzt sind wir 42. Soweit alles gut.

    Wir gehörten schon immer zu den leistungsschwächeren Mannschaften. Die Mannschaften die hinter uns in der Tabelle waren, haben nach und nach aufgehört. Von den 17 neuen Spielern sind 10 vom Leistungsniveau extrem weit von allen anderen Spielern in der Altersklasse entfernt. Da ich aber alle Kindern ungefähr gleich viel Spielzeit geben möchte (und die das auch wollen) heißt das, ich schwäche meine Mannschaft jedes Spiel, indem ich die Mannschaft mit Spielern spicke, die nicht mithalten können.

    Mittlerweile setzten die Mannschaften mit ähnlichem Leistungsniveau gegen uns nur noch deren "besten" Spieler ein, damit die wenigsten gegen uns gewinnen. D.h. wir sind jetzt die, die jedes Spiel verlieren.


    Eigentlich dürfte ich nicht jammern, da ich mich ja auch für diesen Weg entschieden habe. Aber es tut doch jede Woche wieder weh, wenn wir wieder und wieder (teilweise deftig) verlieren. Zudem kostet allein die Koordination der Mannschaften (die Hälfte der Spieler muss an den Spieltagen zuhause bleiben, fast jedes Training neue Spieler) so viel Zeit, dass ich das Training nicht so aufziehen kann, wie ich es gerne möchte, bzw. es die aufnahmefähigen Kinder es eigentlich benötigen und verdient haben.


    Danke, dass ich mal ausk....en durfte. Tut gut.

    Hallo Makaay, aus der Ferne ist es schwer zu beurteilen, woran die "Feindschaft" besteht. Sollte der Hintergrund nicht aus der Mannschaft sondern aus der Schule oder dem privaten Umfeld herrühren, bekommst du das nicht so nebenbei hin.


    Wenn du mit zwei Kindern trainieren darfst (ob das sinnvoll, richtig oder vertretbar ist, möchte ich hier nicht beurteilen), dann spiele doch einfach 2:1. Die Jungs gegen dich. So schaffst du gemeinsame Erlebnisse und die beiden haben ein gemeinsames Feindbild (im sportlichen Sinne). Wenn du ein bisschen was am Paddel hast, kannst du das Spiel auch so steuern, dass die beiden gezwungen sind, auch miteinander zu arbeiten, sie in etwa gleichviele Tore schießen und knapp gewinnen.

    Einen Wettkampf zwischen den Jungs wird es immer geben, den wollen wir doch auch haben, die ist doch meistens Basis für die Spielformen und Übungen. Sonst bräuchten wir gar keine gegnernahen Übungen machen. Die Frage ist nur, wie die Kindern lernen mit Erfolg und Misserfolg umzugehen.

    Wenn Spieler meine Mannschaft verlassen haben, um bei einem höherklassigen Verein zu spielen, war ich im ersten Moment auch immer etwas enttäuscht. Aber da muss man als Trainer drüber stehen.


    Bei mir gibt es einen positiven Fall. Ein Mädchen aus meiner Mannschaft hat den Sprung in ein NLZ geschafft und spielt in der Landesauswahl. In jedem Zeitungsbericht wird immer noch unser Verein als Heimatverein genannt (obwohl sie zuvor auch bei 2 anderen Vereinen gespielt hat). Das macht mich schon etwas stolz, dass sie speziell meine Mannschaft immer noch als ihre Heimat sieht.


    Als die Spielerin und die Eltern mir das mitgeteilt haben, habe ich auch gesagt, dass die Tür für sie immer offen steht und im Falle, dass sie es im NLZ nicht schaffen würde, könne sie nicht tiefer fallen, als bei uns inder Mannschaft zu spielen.

    Bei uns im Kreis gibt es leider immer noch eine sehr ablehnende Haltung gegen Funino und Spiele in kleineren Teams. Diese kommt nicht aus dem Verband, sondern aus den Vereinen (leider auch gerade von den "erfolgreichen") und von den Trainern. Selbst wenn der NFV das versuchen würde, durchzusetzen, dann würden viele Vereine bei uns nicht mitziehen.


    Ich habe jetzt mit allen anderen Jugendtrainern bei uns in der U8 gesprochen. Sechs von acht möchten nicht zurück zum Funino. Ich möchte mich bei denen auch nicht als Oberlehrer aufspielen. Ich versuche erst gar nicht die zu missionieren. Mit 3 Mannschaften haben wir es aber mittelerweile geschafft, ein gemeinsames Training, in dem nur Funino gespielt wird, anzubieten. Die Trainer kapieren teilweise gar nicht, dass das am Ende nichts anderes ist als der Grundgedanke der Funino-Festivals. ^^


    Bei meinen Spielern bemerke ich, dass vor allem die "leistungsstarken" Spieler immer ein Spiel auf die großen Tore haben wollen. Entweder sind die durch Geschwister und Eltern so sehr geprägt oder die wählen halt die Spielform, in der sie den anderen Kindern noch stärker überlegen sind. Welcher der Gründe nun der entscheidene ist, vermag ich nicht zu sagen.

    Dorfverein16 Bitte schicke den Jungen nicht weg. Es sei denn, er bereitet dir im Training große Probleme, weil er menschlich nicht ins Team passt. Ich lasse in meinem Team regelmäßig Spieler mittrainieren, die eigentlich nicht zu Mannschaft gehören. Passen sie leistungstechnisch (nach oben oder unten) überhaupt nicht in die Mannschaft, so dass sie das Training stören oder dominieren, dann ist das für mich in Ordnung. Ich freue mich sogar.

    Und gerade bei einem kleinen Verein ringt man doch um jeden Spieler. Vielleicht ist er ja in 1-2 Jahren wieder dabei.


    maider187 Die Vatertrainer, das Rückrad des Jugendfußballs (und das meine ich jetzt sehr positiv)! Ich bin kein Vatertrainer und gehe daher an das Thema Erziehung etwas anders heran. Erziehung ist und bleibt die Sache der Eltern! Wie häufig höre ich von Eltern, wie toll sie es finden, wenn ich die Kinder mal strenger rannehme. Aber das ist doch nicht meine Aufgabe!

    Ich kümmere mich nur um das Verhalten auf dem Platz/Weg zum Training. Auch ich vermittle Werte wie Fairplay, Teamgefühl und Selbständigkeit. Ich sage Eltern und Kindern auch immer wieder, wie wichtig Zuverlässigkeit ist. Ich merke, wie das bei einigen Spielern auch im privaten Leben abfärbt bei anderen nicht. Ich freue mich nur über die positiven Fälle, die schlechten interessieren mich nicht. Denn es ist nicht meine Schuld! Solange Spieler mich und andere mit schlechten Verhalten nicht groß stören, dann ist es mir egal.

    Daher schmeiße ich keinen aus der Mannschaft, weil er (oder meistens die Eltern) unzuverlässig ist. Das Training ist für manche Kinder hingegen schon manchmal beendet. Manche bocken auch mal in einer Ecke rum. Ich kümmere mich dann nicht um die, ich behalte die nur im Blick. (Zum Verständnis: Ich rede hier jetzt von Mannschaften U8 bis U13. Das mag sich ab der U14 ändern.)

    Also ich lade mir nicht die Probleme der Gesellschaft auf. Dann würde ich sofort hinwerfen. Ich tu meinen kleinen Teil (3-6 Stunden die Woche).

    Entschuldigung, manchmal muss ein bisschen pauschalisieren und Details weglassen. Es sind 8 Vereine mit Herrenmannschaften, wobei der übrige Verein gerne wieder eine Herrenmannschaft auf die Beine stellen möchte. 3 Vereine haben haben sogar noch eine zweite Mannschaft (2mal in Spielgemeinschaften). 2 Vereine machen gar keine Jugendarbeit im Fußball (die sagen das aber auch und halten sich raus). 3 Vereine haben jeweils nur eine Jugendmannschaft, die meist aus unerwartet geburtsstarken Jahrgängen resultiert. Deren Jugendarbeit konzentriert sich vor allem auf diese eine Mannschaft. Es bleiben also vier Hauptvereine (wenn die übrigen dieses Bemerkung lesen, dann bekomme ich aber Probleme :-(), die die anderen 13 Mannschaften federführend in der JSG leiten.

    Alle Vereine spielen unterklassig, einer war(!) mal die Nummer 1 in unserem Landkreis, dass ist jetzt aber schon 30 Jahre her, solange hält sich aber die Selbstverständnis, die Nummer 1 zu sein (Konfliktpotential!).


    Genau dieser Verein, hat früher auch Vereinbarungen ignoriert, im großen Stil Spieler abgeworben. Da sitzen die Stachel noch tief. Und dann ist eine Leuchturmmannschaft der JSG, durch Streitigkeiten der Spieler/Trainer/Betreuer/Eltern auseinandergegangen. Da gibt es zwei komplett gegensätzliche Geschichten.

    Die die anderen "krummen Dinger" sind nur im Kopf einiger Lokalpatrioten solche, objektiv betrachtet, ist da alles fair abgelaufen. Aber eine Vereinswechsel zum Nachbarverein bietet immer Stoff für Mythen. Aber Ängste/Gedanken sind ja für diese Leute real und man muss das tolerieren.


    Das Einzugsgebiet ist beinahe kreisförmig mit max. 12 km zum Mittelpunkt. Im schlimmsten Fall (und den gibt es glaube ich 2mal sind das 22 km.)


    Übrigens gab es schon immer Spielgemeinschaften unter den teilnehmenden Vereinen. Das Kind hat nur vor ein paar Jahren einen Namen und etwas Struktur bekommen.

    Ich will dazu mehr wissen :) Hast Du einen Trainingsplan, den ich bewundern kann? Ich bin ebenfalls U8-Trainer und ebenfalls beim Thema 1gg1 vs passen, also Entscheidungsfindung.


    [Edit] Soeben scheint bei mir auch Klick zu machen. Kann es sein, dass Du als Trainer in 2gg1 bewusst einerseits den Laufweg des Ballführenden und andererseits den Passweg geschlossen hast?

    You got it. Die genaue Übung ist meiner Meinung nach an sich war gar nicht so wichtig. Da gehen viele 2:1 Übungen. Wichtig war meine Rolle als Defensivspieler und Motivator. Anfangs habe ich eine "gute" Lösung auf dem Silbertablett präsentiert und es dann immer schwieriger gemacht.

    Das ist auch nicht der Stein des Weisen... Ich glaube, es hing auch mit den Schwerpunkten der vorherigen Wochen zusammen. Die Übung war auch nicht ganz so (aber ähnlich) geplant. Ich habe nur das Selbstvertrauen der Spieler in den Übungen davor bemerkt und habe die Gunst der Stunde genutzt. Hoffentlich bin ich nächste Woche nicht wieder bei null.

    Hallo,


    seit einem Jahr bin ich nun Koordinator einer Jugendspielgemeinschaft. Überredet wurde ich mit der Aussage, dass ich eigentlich ja nur eine Excel-Datei und das jährliche Jugendleitertreffen leiten müsse. Das war etwas naiv von mir, denn so wie es bislang gelaufen ist, kann man das ganze Gefüge nicht Jugendspielgemeinschaft nennen:


    Erst einmal das Umfeld: Dörfliche strukturschwache Region, etwa 13.000 Einwohner, 9 teilweise rivalisierende Vereine, aktuell 17 Mannschaften


    Mein Motiv: Mein Einstieg in den Jugendfußball vor 3 Jahren resultierte aus der Tatsache, dass der Fußball in meinem Heimatverein (500 Mitglieder, Einzugsgebiet von 1.500 Einwohnern) dahinsiegt. Zum damaligen Zeitpunkt waren von der U11 bis U18 6 Jugendspieler aktiv. Ich habe die U10 übernommen, habe zwar in Fußball und Vereinsleben Erfahrung, aber vom Jugendfußball keine Ahnung. Damals wusste ich zwar, dass es eine JSG gibt, aber das war es auch schon. Mein ursprüngliches Motiv war also die Wiederbelebung des Jugendfußballs im eigenen Verein. Das hat sich jetzt nach drei Jahren geändert, denn allein hat der Verein keine Chance.


    Die JSG kann man noch einmal in zwei Regionen unterteilen. Diese resultieren aus der räumlichen Nähe und der kommunalpolitischen Aufteilung der Orte. Die Vereine rivalisieren teilweise sehr. Die kleineren Vereine bangen um ihre Existenz, die größeren Vereine konkurrieren um die wenigen Spieler, die aus dem Jugendbereich in den Herrenbereich wechseln. Die Vereine und Jugendleiter trauen sich gegenseitig nicht wirklich, da in der Vergangenheit auch einige "krumme Dinge" gelaufen sind. Obwohl die Treffen meist von außen betrachtet sehr harmonisch verlaufen.


    Kommen wir zu dem Hauptproblem, das ich glaube, lokalisiert zu haben. Die Macher und Entscheider in der Jugendspielgemeinschaft sind nicht die Jugendleiter (und auch gewollt nicht der Koordinator) sondern die Tainer. Die Vereine haben große Probleme, Trainer zu finden. Das wissen auch die Trainer/Eltern und spielen diesen Trumpf auch gerne desöfteren mal aus. Da diese Trainer nur Vereinsinteressen haben oder meistens sogar nur die eigene Mannschaft zählt, hat dieser Egoismus die JSG mit den Jugendleitertreffen zu einem Papiertiger gemacht. Die Entscheidungen haben am Ende die Trainer getroffen und wurden vom Vorstand des jeweiligen federführenden Verein dann auch abgesegnet.


    Meine/unsere Maßnahmen bisher:

    + Einführung von Trainertreffen (2mal im Jahr)

    + Trainerkurzschulung für alle Trainer in der JSG

    + Ein gemeinsames JSG-Konzept niederschreiben (langfristig Pojekt in Zusammenarbeit mit Jugendtrainern)

    + Zeitnahe Moderationen von Konflikten zwischen Vereinen und Mannschaften durch den Jugendkoordinator

    + Freigabezusicherung bei Passwechsel innerhalb der JSG

    + Sicherstellung, dass zumindest alle Jahrgänge bis U12 mit einer gemeinsamen Mannschaft besetzt sind (aktuell noch nicht erreicht)

    + Mindestens 4 Vereine bieten in jedem Jahr eine Bambini-Mannschaft

    + Gemeinsames Funino-Turnier der Bambinis und U8


    Ich drehe ein ziemlich großes Rad, die Vereine und Trainer ziehen nur zögerlich mit, das strapaziert meine Geduld. Das Vertrauensverhältnis hat sich etwas gebessert. Aber das tief verankerte Misstrauen werde ich als Laie nicht beseitigen können. Nach meiner Meinung sind wir noch nicht über den Berg, ein Aus der JSG ist immer noch in den Hinterköpfen (Ich rufe das aber gelegentlich den Vereinen immer in Gedächtnis.)


    Warum schreibe ich das alles? Habt ihr weitere Ideen? Bin ich auf einem guten Weg oder muss den Kurs nachjustieren? Befindet sich jemand in einer ähnlichen Situation und kann Erfahrungen mit mir austauschen?

    Danke für die Hinweise. Ich bin da voll bei euch. Ich werde meine Konsequenzen daraus ziehen.


    Ich habe das geschrieben, um meinen Frust abzulassen. Ich mache mal zwei neue Beiträge, in dem vielleicht klarer wird, in welchem Umfeld (Verein/JSG und meine Position in diesem) ich mich bewege und warum ich nicht einfach neue Trainer finde... Da bin ich für Diskussionen und auch Kritik sehr dankbar.


    Ergänzend muss ich sagen, dass nicht alles Schwarz-Weiß ist. Gerade in der Anfangsphase, wäre ich ohne meinen Co-Trainer aufgeschmissen gewesen, er hat sich um die weinerlichen und Problem-Kinder (da gehört sein eigendes Kind allerdings auch zu) gekümmert, während ich mit den anderen in Ruhe trainieren konnte.

    Es läuft einfach schlecht mit meinem Co-Trainer. Ich befürchte, es gibt nur noch eine Lösung um aus der Zwickmühle zu kommen...


    Unsere Spielphilosophien liegen meilenweit auseinander: Ich halte es nach dem DFB-Motto: Den Kindern den Fußball wieder zurückgeben. Daher coache ich bei Spielen der U8 recht passiv. Die Kinder sollen selber entscheiden, wie sie spielen. Ich habe die Eltern auch darauf aufmerksam gemacht, dass meine Passivität auch so gewollt ist. Von Spiel zu Spiel bemerke ich, wie mein Co-Trainer immer lauter wird, im letzten Spiel (war für ihn ein kleines Derby wegen Freundschaften seines Sohnes) wurde beinahe bei jedem Spielzug lautstark der Pass gefordert. Spieler wurden zurückbeordert, obwohl ich als Marschroute ausgegeben habe: Alle greifen an, alle verteidigen.

    Zudem habe ich allen Eltern klar gemacht, dass für mich die Ergebnisse zweitrangig sind (natürlich ist es schöner, wenn die Kinder gewinnen). Was heißt klar gemacht...Die Eltern haben das sogar gefordert, die hatten nur befürchtet, dass das von mir nur Lippenbekenntnisse wären. Das sieht mein Co-Trainer etwas anders. Ich hatte in einem Gespräch auch mal angedeutet, das er befürchtet, dass sein Sohn in der Mannschaft nicht genügend gefördert würde. Der ist auch der zweitbeste Spieler und sehr aufs Gewinnen fixiert.

    Da mir gerade die "leistungsschwächeren" sehr am Herzen liegen, gibt es zwischen uns ein unausgesprochenes Arrangement, dass ich ich meistens die schwächeren Spieler betreue und er die stärkeren. Ich lasse die Kinder eigentlich immer selber entscheiden, in welcher Gruppe sie die Übungen machen. Ich gehe dann meistens zu den schwächeren. Heute habe ich mich allerdings ein bisschen geärgert, dass er diesmal die stärkeren Spieler in seine Gruppe gerufen hat, eigentlich sollten die Kinder sich eigenständig aufteilen. Die Übung war ohne Gegenerdruck, also wäre eine Aufteilung nach Leistung nicht notwendig (habe ich aber vorher auch nicht kommuniziert). Dann wieder der Crash unserer Philosophien. Ich habe die Kinder motiviert, eigene Entscheidungen zu treffen, in der anderen Gruppe wurde den Kindern vorgegeben, dass sie zu passen hätten.


    Unsere Kommunikation funktioniert nicht: Mit Sicherheit meine Achillesverse. Ich kann nicht wirklich gut delegieren. Mache zuviel allein. Ich habe den Grundablauf aller Trainingseinheiten bereits geplant, allerdings sind das Notizen für mich. Ich habe auch schon einmal angeboten die weiter zu geben. Wurde abgelehnt. Zu Trainingsbeginn fragt mich mein Co immer, was wir denn heute machen. Ich nenne den Schwerpunkt und beginne den Aufbau. In der Regel baue ich die Stationen eigentlich immer zweimal auf, so dass ich die erste Aufbaue und mein Co-Trainer die zweite nachbaut. Das ärgert den schon. Aber ich werde den Aufbau nicht immer detailiert auf Papier bringen.

    Ich habe als zweite Einheit in der Woche, eine Ball-Spielstunde in der Halle angeboten. Die Kinder sollten hier auch andere Ballspiele außer Fußball lernen. Korbball, Völkerball, Handball und einfache Ballschule. (Das Interesse war leider sehr gering, es waren immer nur die 3-4 selben Kinder da.) Mein Co und sein Sohn waren nie da, haben sich auch nie abgemeldet, als einzige in der Mannschaft.

    Ich habe schon zu Saisonbeginn angekündigt, dass ich nicht die außerfussballerischen Aktivitäten der Mannschaft organisieren werde, dass soll aus der Elternschaft passieren. Die Elternschaft ist zwar sehr gut. Keine Diskussionen, zuverlässig, akzeptieren die FairPlay-Regeln, ich habe nie Probleme, wer die Wäsche mitnimmt. Aber Veranstaltungen wie Weihnachtsfeier, Abschlussfeier, Besuch eines BuLi-Spiels initiere ich alle. Jetzt wollte ich ein Blitzturnier organisieren. Mir ging es darum, dass die Spieler aus meiner Mannschaft gegen Mannschaften mit vergleichbarer Stärke spielen. Ein Catering wollte ich nicht machen. Zwei Tage vor dem Turnier schrieb eine Mutter, dass ein Catering doch gut wäre. Es meldeten sich schnell 4 Mütter, die helfen wollten. Ich war froh, dass endlich Eigeninitiative entstand. Was folgte war ein Telefonat mit meinem Co-Trainer. Der schrieb daraufhin eine Nachricht in unsere WhatsApp-Gruppe, dass ICH das Thema Catering wohl verdrängt hätte.

    Heute habe ich eine Nachricht an alle Eltern geschrieben. Eigentlich dasselbe, was ich schon zu Saisonbeginn gesagt habe + die Veränderung des Trainings, die wir im Laufe der Saison schon begonnen haben. Z.B. zwei Gruppen im Training (Die Mannschaft ist in einem halben Jahr von 9 auf 17 Spieler gewachsen), gleiche Spielzeiten für alle Kinder (das ist ja schon ein Unterschied zwischen 9 und 17 Spieler), dazu noch einen Terminplan mit allen Trainingseinheiten der Restsaison. Neu ist eigentlich nur die Idee mit einem Nachbarverein häufiger kleine Funino-Turniere auszutragen (wenn das erste gut läuft...). Einen Termin habe ich da erst ausgemacht. Nun beschwert sich mein Co-Trainer, dass ich mal wieder nicht mit ihm gesprochen habe.


    So, leider ein wirklich langer Text. Aber ich wollte vor allem meinen Frust einfach mal niederschreiben. Daher hier und kein eigener Thread. Bei Bedarf kann der Beitrag aber auch in einen eigenen Thread verschoben werden...

    Mein Einstieg hier in das Forum sollte auf jeden Fall in diesem Thread beginnen.


    Ich habe heute Entscheidungstraining mit meiner U8 gemacht. Die Schwerpunkte der letzten vier Wochen waren Dribbling und Passspiel. Heute habe ich bei einer Übung die Spieler in Situationen gebracht, in der sie sich entscheiden sollten, ob ein Pass oder Dribbling sinnvoll ist. Gerade die "leistungsschwächeren" Spieler haben haben sehr gute Entscheidungen getroffen, sind aber auch manchmal das Risiko eines 1 gegen 1 gegen den Trainer zu gehen.

    Das war wahrscheinlich das beste Training, das ich je geleitet habe. Es hat bei 75% der Spieler klick gemacht. Nächste Woche baue ich gleich darauf auf, damit sich das weiter festigt. Und besonders wichtig: Die Kinder haben selbst gemerkt, was sie heute erreicht haben.